Schulprojekt "Anders Sein - Transsexualität"
Schulprojekt "Anders Sein - Transsexualität"

Informationen, Termine und Artikel zu Transsexualität und Transidentität
Forum-Diskussionen transsexueller Menschen; Peerberatung
Anne-Mette
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Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

es gab eine Anfrage einer Schule aus unserer Gegend.

Im Rahmen unseres derzeitgen Projektes, welches wir im 11. Jahrgang an
unserer Schule bearbeiten (*** Flensburg) würden wir gerne ein
Interview führen.
Unter dem Oberbegriff "Anders sein" haben wir uns entschieden, das
Thema "Transsexualität" zu bearbeiten. Besonders wichtig ist es uns
dabei darauf einzugehen, wie die Gesellschaft mit Transsexuellen
umgeht und wie sie selbst mit der Situation umgehen/umgegangen sind.


Statt des Interviews habe ich vorgeschlagen, dass wir hier (also Betroffene und Interessierte) die Fragen der Schüler diskutieren können.
Das sollte allerdings in der Zeit 7:45 bis 13 Uhr sein. Da viele auch tagsüber hier online sein können, sehe ich da gute Möglichkeiten und würde mich freuen, wenn sich einige mit fundierten Äußerungen beteiligen (smili)

Gruß
Anne-Mette
Inga
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 2 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, CPG,

das Forum im Schulunterricht. Ob es besser ist als Interview? Versuch macht kluch.
Es ist zumindest eine interessante Variante. Zum einem lernen die Schüler das Forum kennen - wer weiß wann der eine oder andere noch mal zurück kehrt - und sie lernen auch gleich die Bandbreite kennen, was sich unter Transgender alles verbergen kann.

Die Uhrzeit hast du geschrieben. An welchem Tag soll das sein?

Liebe Grüße
Inga
Anne-Mette
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wenn es von der Schule her möglich ist, dann ist das Forum wohl eine bessere Möglichkeit als der Austausch mit nur einer Person.
Ich habe den Schülern geschrieben, das das Thema hier eingerichtet ist - und warte auf Rückmeldung.

Gruß
Anne-Mette
Inga
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 4 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, CPG,

gut. Dann mal los.

Liebe Grüße
Inga
Write Master

Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 5 im Thema

Beitrag von Write Master »

Moin,

Wir stellen vorerst nur einige Fragen.
Die erste lautet : Wie gehen Freunde und Familie damit um ?
Wann haben sie entdeckt das sie im falschen Körper ?
Empfinden sie ihre Veranlagung als Fluch oder eher als Segen ?
Wann haben sie sich das erstemal offenbart und wem ? Wie war die Reaktion ?

Ih hoffe auf eine nette Diskussion,
Danke.
Anne-Mette
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier im Forum sind die unterschiedlichsten Menschen unterwegs: Crossdresser, Transidentische (Transsexuelle), Intersexuelle, DWT...
Hinzu kommt, dass viele Grenzen fließend sind; deshalb beantworte ich die Fragen auch mal "fließend" und nicht geordnet.

Ich betrachte mich selbst als "Zwischen den Geschlechtern", obwohl keine "gesicherte Diagnose" vorliegt und ich auch keine anstrebe.
So lebe ich als geborener MANN seit einigen Jahren vorwiegend in einer Rolle zwischen Mann und Frau. Das mag schon vor über 30 Jahren seinen Anfang genommen haben und auch dadurch bestätigt werden, dass ich einen sehr "weiblichen" Beruf ergriffen und auch ausgeübt habe.
Das Zeigen nach außen war allerdings nicht präsent. Bis auf das Lackieren meiner Fingernägel war ich eigentlich als Mann unterwegs und, so weit ich das beurteilen kann (smili) - ein "ganz normaler" Familienvater mit Stärken und Schwächen.
Als meine Kinder (fast) erwachsen waren, ergaben sich neue Freiräume und eine Tätigkeit bei mir im Hause ermöglichte mir, meine inzwischen gewachsenen Kleidungswünsche in die Tat umzusetzen: Rock, Kleid und passende Unterbekleidung sollten es statt "Mann-Einheitskleidung" sein.
Das habe ich meiner Familie so mitgeteilt - denn ich wollte es nicht heimlich machen. Bis auf wenige temporäre Ausnahmen ist es eigentlich ohne Probleme verlaufen.
Es gab auch keine Probleme in der Verwandtschaft oder mit Freunden - obwohl andererseits auch nicht groß darüber gesprochen wurde und wird. Ich sehe es so, dass es bei mir als "normal und dazugehörig" angesehen wird.
Es gab auch keine Probleme mit Nachbarn, Lieferanten, Kunden, Behörden.
Ich kann bei mir von keiner Offenbarung, von einem "Outing" sprechen; denn abgesehen von der "Mannschaftsbesprechung" mit meiner Frau und meinen Kindern habe ich das Thema nicht offiziell verkündet.

Ich betrachte es keinesfalls als Fluch, dass ich so bin, sondern als Segen. Meiner Meinung nach gibt es nicht nur MANN und FRAU, sondern viele Stufen dazwischen und ich bin froh, dass ich mich genau so ausleben kann, wie ich es möchte. Selten gibt es negative Reaktionen. Ich bin überrascht, dass die dann auch aus der "jungen Ecke" kommen können; denn in vielen Gruppen scheint es eine feste Meinung darüber zu geben, wie man auftreten und sein soll und so haben es "Männer im Rock" oder "Frauen mit Bart", Homosexuelle und andere, die nicht dem "Mainstream" entsprechen, nicht so leicht.
Die Vorbehalte lösen sich in der Regel auf, wenn man miteinander ins Gespräch kommt. Deshalb finde ich euer Projekt sehr wichtig. Überhaupt liegt mir Öffentlichkeitsarbeit sehr am Herzen - denn nur wenn man von "uns" weiß, dann man Vorurteile, die vielleicht bestehen, abbauen.

Gruß
Anne-Mette
Write Master

Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 7 im Thema

Beitrag von Write Master »

Anja hat geschrieben:Moin!

Bezieht sich euer Projekt "nur" auf Transsexualität oder auch Crossdresser usw?

Grüße
die Anja

Hallo Anja!

Unser Projekt bezieht sich ausschließlich auf Transsexualität. Doch wenn sie irgendwelche information zu dem Thema haben, wären wir dankbar wenn sie sie reinschreiben.
ab08
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 8 im Thema

Beitrag von ab08 »

Zunächst Informationen über mich selbst:
Gymnasiallehrerin Mathematik/Physik - geb 1950 - seit 1980 bis heute ohne Unterbrechung(!) voll berufstätig
allgemeines privates Outing ab 2007 - berufliches Outing 2008 - gerichtliche NÄ 12/2008 - PÄ 3/2011
Write Master hat geschrieben: Wir stellen vorerst nur einige Fragen.
Die erste lautet : Wie gehen Freunde und Familie damit um ?
Normal - Meine Kinder haben halt zwei Frauen als Eltern, eine Frau die sie zeugte und eine, die sie gebar.
Da sie erwachsen (27, 29, 31) und recht intelligent sind, können sie gut damit umgehen. Es ist vielleicht ungewöhnlich, sie sehen aber auch Vorteile. (Durch tiefere Einblicke in Mann & Frau habe ich erhebliches Einfühlungsvermögen für ihre eigenen Probleme, ich verstehe vieles ganz gut und kann ihnen oft vernünftig helfen...)
Meine Mutter ahnte es bereits bei meiner Geburt und stand daher dem Outing sehr aufgeschlossen gegenüber.
Bruder & Schwägerin verstanden es sofort und unterstützten mich.
Meine Schwester ist seit Jahrzehnten Mitglied in einer evangelikalen Sekte - und versteht es daher leider bis heute nicht.
Die übrige Verwandtschaft war recht aufgeschlossen.

Ich habe heute deutlich mehr und engere Freunde & Freundinnen als vor dem Outing.
Vom alten Freundeskreis brachen aber ungefähr 10% weg, die keinerlei Verständnis dafür aufbringen. Höhere Würdenträger der katholischen Kirche, streng religiöse, politisch extrem eingestellte - also irgendwie 'enge' Menschen lehnen mich ab und versuchen mir, wo möglich, zu schaden. Andererseits erfahre ich Solidarität und Unterstützung von vielen anderen...
Write Master hat geschrieben: Wann haben sie entdeckt das sie im falschen Körper ?
Im Kindergarten, eigentlich wollte ich mit Mädchen spielen, das war aber zu dieser Zeit Anfang der 50er Jahre unmöglich. Die Jungs verhauten mich nur. Normalerweise floh ich, wenn ich eingefangen wurde, biß und kratzte ich, schlug aber nie zurück. Wenn im Kindergarten Aufsicht da war stand ich freiwillig einsam und traurig allein in einer Ecke.
Write Master hat geschrieben: Empfinden sie ihre Veranlagung als Fluch oder eher als Segen ?
Weder - noch. Meiner Überzeugung nach wurde ich so, wie ich bin, von Gott geschaffen.
(Erläuterung: Ein Hase ist ein Hase, ein Elefant ist ein Elefant, eine Kuh eine Kuh und ich halt T-Frau Das ist weder Segen noch Fluch, es ist halt so!)
Da ich jahrzehntelang der Umgebung den Mann vorgespielt habe, kann ich mich ganz gut in die Denkweise von Männern hineinversetzen. Da ich eine Frau bin, kenne ich weibliche Emotionen nur zu gut. Andererseits hat alles den Nachteil, dass ich meine Kinder gern selber geboren & gestillt hätte, so konnte ich nur Kinder zeugen. Mit dem Zeugungsvorgang konnte ich emotional gar nichts anfangen, da ich kein Mann bin. Der Öffentlichkeit konnte ich den Mann vorspielen, das war recht einfach. Privat war es viel schwieriger. Meine Kinder hatten nie einen Vater, denn das überforderte mich. Die Beziehung zu den Kindern war zwar eng, aber nie 'männlich'. Erst nach dem Outing, als sie erwachsen waren, verstanden sie, warum mein Verhalten stets irgendwie komisch war. Unbewußt verhielt ich mich privat früher bisweilen ganz normal, also wie eine Frau... Erst durch das Outing normalisierte sich die Beziehung zu den Kindern und wurde sehr eng.
Write Master hat geschrieben: Wann haben sie sich das erstemal offenbart und wem ? Wie war die Reaktion ?
Meine Partnerin wußte bereits zu Beginn unserer Beziehung (also ab 1974) Bescheid, war sich aber der Tragweite nicht bewußt.
- Reaktion zunächst keine
- Später 1985 nach Geburt der Kinder verstand sie es - dann geschwisterliche Partnerschaft / Ehe nur nach außen - intern freundschaftliche Beziehung zweier Frauen / 1996 Scheidung

Liebe Grüße
ab )))(:
(Frau, aber mit unpassenden Genitalien geboren)


P.S. Herzliche Gratulation zu Eurem Vorhaben und ich wünsche Euch gutes Gelingen!
- Wenn Flensburg nicht so weit wäre, käme ich gern auch persönlich vorbei.
8/2016 werde ich pensioniert, dann bin ich mobiler. -
Genauso stell ich mir vernünftige Aufklärung an Schulen vor!
Bravo!!! Respekt!! - Ihr besucht eine gute Schule!
Zuletzt geändert von ab08 am Mi 24. Okt 2012, 16:52, insgesamt 5-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Inga
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 9 im Thema

Beitrag von Inga »

Write Master hat geschrieben:Moin,

Guten Tag, Interessierte,

vorab, ich gehöre wahrscheinlich nicht zu den Gesuchten. Vielleicht aber ist es auch interessant, etwas über eine Person außerhalb der Gruppe zu erfahren.

Ich hatte zwar einige Jahre darüber nachgedacht, ob ich transsexuell bin. Heutzutage würde mich eher der Gruppe der Androgynen Crossdresser zuordnen. Denn vor einiger Zeit habe ich für mich entdeckt, dass ich in meiner Persönlichkeit nicht nur männlich ausgerichtete Anteile, sondern auch weibliche Anteile habe. (Vielleicht sollte ich dazu weniger "entdeckt" sagen, sondern eher für mich "akzeptiert", denn es war ja schon vorher so und ich habe die weiblichen Anteile in meiner Person halt ignoriert oder für mich anders erklärt). Für mich sind die männlichen und die weiblichen Anteile gleichzeitig da. Ich fühle auch nicht einen Switch zwischen Frau und Mann, wie es hier im Forum etwa Anja mit "Two Spirits" für sich beschreibt. Ich trage auch aus einem inneren Bedürfnis heraus ganz gerne Frauenkleidung und richte mich immer öfters optisch als Frau auf.

Mein Körper hat eindeitig die männlichen Merkmale einschließlich der Geschlechtsorgane. Da bin ich voll Mann. Damit bin ich auch für mich zufrieden und möchte keine Veränderungen. Jaa, der Busen könnte etwas mehr Fülle haben. Aber wer hat schon den perfekten Körper?

Jetzt zu den Fragen:
Write Master hat geschrieben: Wie gehen Freunde und Familie damit um?
Ich lebe allein und habe darum keine Hindernisse, mich in der Wohnung auszuleben. Mit langjährigen Freunden und Eltern habe darüber noch nicht gesprochen oder mich in der Art und Weise zu erkennen gegeben. Sie kennen mich auch vom Anblick bisher nur als Mann. Ich arbeite daran, dass sich das mal ändert.
Write Master hat geschrieben: Wann haben sie entdeckt das sie im falschen Körper ?
Wie ich oben geschrieben habe, fühle ich mich nicht im falschen Körper. Ich fühle mich nur von der Gesellschaft weniger akzeptiert, wenn ich meine weiblichen Anteile in der Persönlichkeit zeigen möchte. Ich fürchte auch, zurück gewiesen zu werden, wenn ich mich mit den weiblichen Seiten zeige.
Write Master hat geschrieben: Empfinden sie ihre Veranlagung als Fluch oder eher als Segen ?
Ich persönlich empfinde es als Segen. Ich könnte mich gar nicht anders verstehen. Und seit ich es akzeptiert habe, fühle ich mich sehr zufrieden. Ich finde es einen Segen, um alle meine Seiten der Persönlichkeit zu wissen und sie einordnen können. Zu wissen, was mit mir los ist, erklärt mir manches im bisherigen Leben, etwa meine Begeisterung, die ich etwa über manche weibliche Bekleidung über Jahrzehnte hinaus empfand und verdrängte.
Write Master hat geschrieben: Wann haben sie sich das erstemal offenbart und wem ? Wie war die Reaktion ?
Offenbart ist noch nicht dran. Bisher ging es eher um wahr nehmen, erkennen, annehmen und akzeptieren.

Also, dass ich nicht nur Mann sondern auch Frau sein wollte, habe ich das erste Mal für mich vor 7 Jahren akzeptiert. Ich bin im Internet auf Selsthilfegruppen zum Thema Transsexuelle, Transgender und Crossdresser gestoßen. Ich habe in einer fremden Stadt mehrere Tage eine Gruppe besucht, wir haben miteinander gesprochen, und ich habe mich bin da das erste Mal bewusst als Frau zurecht gemacht. Genauer zurecht machen lassen, denn viele Techniken wie Schminken kannte ich noch nicht. So bin ich das erste Mal auch bewusst auf die Straße gegangen und habe zum ersten Mal als Frau Frauenkleidung eingekauft, als Frau die Damentoilette betreten und so weiter. Mal richtig frau sein. Ich fühlte mich damals so sauwohl und in gewisser Weise befreit. Dass es enorm viele verschiedene Varianten der Frau im Manne geben kann und dass ich im Frausein nicht einer anderen Person entsprechen muss (etwa was Verändern und Nicht-Verändern von Körperorhanen angeht), habe ich erst später verstanden. Dass ich nicht die körperlichen Geschlechtsorgane ändern wollte, sondern das Frausein durch eine der vielen Varianten des Crossdressings lebe und leben möchte, habe ich für mich erst Jahre später erkannt.

Im langjährigen Bekanntenkreis habe ich mich bisher nicht offenbart, möchte es aber demnächst tun. Denn dies Verstecken belastet mich mehr und mehr.

Write Master hat geschrieben: Ih hoffe auf eine nette Diskussion,
Danke.
Ich hoffe, ihr könnt mit meinem Beitrag etwas anfangen.
Und fragt bei Bedarf ruhig weiter.

Liebe Grüße
Inga
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 10 im Thema

Beitrag von ab08 »

Lieber Anne-Mette

ganz herzlichen Dank für diese Möglichkeit! (flo)

Vor Ort kann ich momentan auf diese Dinge verständlicherweise nicht eingehen.
An Schulen, wo ich tätig bin, kann ich entsprechende Interview-Wünsche nicht berücksichtigen, da es die unterrichtliche Arbeit erschweren würde.
Einige diesbezügliche Anfragen gab es bereits. - Naja, die müssen halt bis 2016 warten.

Liebe Grüße
ab )))(:
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Write Master

Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 11 im Thema

Beitrag von Write Master »

Hallo,

wir wollten uns für alle Antworten bedanken !
Sie haben uns sehr bei unseren Projekt geholfen (smili)

Nun wir haben noch eine letzte Bitte und zwar möchten wir eine Art " Timeline " erstellen, bei dem der komplette Vorgang der Geschlechtsangleichung dargestellt wird von ersten Jahr bis zum letzten. Alle wichtigen Schritte, wir bräuchten jemanden der seine Lebenslauf kurz angeben kann.
Wir stellen uns das c.a so vor :

Beginn der Hormonbehandlung
2000
|
-------------------------------------------------------------------------------- usw....
| |
1997 : 2001
Outing bei Freunden/Familie .............

Noch einmal danke für die rasche Hilfe !

MfG
Write Master
Anne-Mette
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

falls hier keiner rechtzeitig so genau antworten kann, könnt ihr mal auf dieser Seite gucken: http://mysvenja.blogspot.de/
Da wird über mehrere Jahre Wandlung alles beschrieben. Alle Aspekte werden behandelt.
Es ist aber viel (spannender) Lesestoff.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich weiß, ihr besucht keine Grundschule und das Thema heißt auch nicht "Homophobie", hat aber doch auch mit "ANDERSSEIN" zu tun.
Weiterhin denke ich, dass auch viele von euch Schülern betroffen sind, die vielleicht anders sind und sich nicht trauen, das offen zu sagen.
... und Homophobie und Transphobie haben einiges miteinander zu tun.

Homophobe Schimpfworte an Grundschulen weit verbreitet
Studie aus Berlin: 62 Prozent der Grundschüler verwenden "schwul" oder "Schwuchtel" und 40 Prozent "Lesbe" als Schimpfwort.
queer.de schreibt:
Alarmierende Ergebnisse einer Studie aus Berlin: Laut der am Mittwoch vorgestellten Studie "Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen" verwenden 62 Prozent der Grundschüler der sechsten Klasse "schwul" oder "Schwuchtel" sowie 40 Prozent "Lesbe" als Schimpfwort.

Zum Artikel: http://www.queer.de/detail.php?article_id=17699

Gruß
CPG
ab08
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Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 14 im Thema

Beitrag von ab08 »

Write Master hat geschrieben:Hallo,

wir wollten uns für alle Antworten bedanken !
Sie haben uns sehr bei unseren Projekt geholfen (smili)

Nun wir haben noch eine letzte Bitte und zwar möchten wir eine Art " Timeline " erstellen, bei dem der komplette Vorgang der Geschlechtsangleichung dargestellt wird von ersten Jahr bis zum letzten. Alle wichtigen Schritte, wir bräuchten jemanden der seine Lebenslauf kurz angeben kann.
Wir stellen uns das c.a so vor :

Beginn der Hormonbehandlung
2000
|
-------------------------------------------------------------------------------- usw....
| |
1997 : 2001
Outing bei Freunden/Familie .............
Meine Lieben,

bitte versteht es nicht falsch, aber ich gehe davon aus, dass alles korrekt von einem Kollegen oder einer Kollegin betreut wird.
:wink:
Gewisse Dinge sollte man nicht im Unterricht diskutieren. Es geht hier hoffentlich um Aufklärung und nicht darum, die Neugierde von Schülern in gewissen Punkten zu befriedigen.
Daher vermied ich es bis jetzt, an Schulen, wo ich unterrichte, mit Schülern über das Thema zu sprechen -
Aber ich unterrichte dort Mathematik bzw. Physik und die Tatsache, dass ich T-Frau bin, ist natürlich kein Geheimnis...
Fragen über medizinische Dinge, betrachte ich auch privat, wenn sie von Nicht-Betroffenen gestellt werden, als grobe Unhöflichkeit.
- Details meiner Behandlung kennen meine Ärzte. Die halten sich aber an ihre Schweigepflicht. Manchmal gebe ich Menschen, die TI sind, über Besonderheiten privat Auskunft.
- Details Eurer Behandlungen/Erkrankungen besprecht Ihr doch auch nicht mit der ganzen Schule. Das wäre Euch doch unangenehm und nicht richtig. Soviel zum Thema Hormone und GA-Op...

Öffentlich oder gar in einem Schulprojekt gehen solche Diskussionen gar nicht!

Die Daten meines Lebenslaufs waren oben enthalten, aber hier nochmal genau:

Geburt 1950
Erste TI Gefühle : 1955
Relative Gewissheit der TI: circa 1970
Outing gegenüber der Partnerin: 1974
Schrittweises, teilweises Outing (z.B. bei Ärzten + sehr guten Freunden) ab 2004
Allgemeines privates Outing ab 2007
dienstliches Outing und erstes Gerichtsverfahren 2008 - NÄ: 12/2008 - Nun waren nur neuer Name und weibliche Anrede korrekt!
zweites Gerichtsverfahren 2011 - PÄ 3/2011 Änderung des ursprünglichen Geschlechtseintrags im Geburtsregister auf weiblich. *)
Seit 3/2011 also in jeder Hinsicht - vor dem Gesetz - für Krankenkassen usw. - eine Frau
Natürlich gibt es medizinische Unterschiede zu anderen gebärfähigen Frauen, aber weitere Fragen über medizinische Details halte ich für ungehörig
und widersprächen übrigens auch dem Bildungsauftrag, dem nicht nur staatliche Schulen in Deutschland unterliegen...

Für offizielle Rückfragen durch Eure Lehrkraft (!) stehe ich gern zur Verfügung.
Claus - Peter hat hiermit die Erlaubnis, meine E-Mail-Adresse an Eure Lehrkraft weiterzugeben.

Liebe Grüße
ab (Gymnasiallehrerin - M/Ph, die seit 1980 unterrichtet)

P.S. Anmerkung zu letzten Beitrag von Anne-Mette:
Mit homophoben Verhaltensweisen habe ich öfter zu tun. Fast täglich ermahne ich bei Aufsichten Schüler, die beleidigende Bezeichnungen für Mitschüler verwenden.
An Schulen gibt es immer wieder verschiedenste Vorkommnisse in dieser Richtung.
Darum ist ja eine vernünftige Aufklärung, die gehört auch zum unserem Bildungsauftrag(!!), so wichtig.

*) Da auf meinen Wunsch Geschlechtseintrag im Geburtsregister ab 12/2008 gesperrt war, spielte die endgültige Änderung auf weiblich durch das zweite Verfahren nur für mich persönlich eine Rolle!
Zuletzt geändert von ab08 am Do 25. Okt 2012, 20:58, insgesamt 8-mal geändert.
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Sabrina Verena
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Registriert: Sa 11. Aug 2012, 23:58
Geschlecht: genderfluid
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Rechts vom Neckar
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Schulprojekt "Anders Sein „ Transsexualität"

Post 15 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo!
Aufklärung sollte unter Berücksichtgung der Privatsphäre vollständig sein.
Deshalb zum medizinisch, psychologischen Teil.
Es ist aus verschiedenen Fersehinterviews z. B. mit einem ehemaligen Bürgermeister bekannt, das die Geschlechtsangleichende Operation den Abschluß bildet. Vorher erfolgt die Hormontherapie.
(Diese müssen aber nach der GaOP weiter genommen werden.)
Vorausetzung für eine Geschlechtsangleichung sind die Vorlage des großen medizinischen Gutachtens und die Vorlage des großen psychologischen Gutachtens (Standart of Care). Diese müssen auch bei der Namensänderung und der Personenstandsänderung vorgelegt werden. Außerdem muss ein mindestens einjähriger Alltagstest (Alltagserprobung) nachgewiesen werden.
Der medizinische Teil wird heute allerdingst nicht mehr so streng nach den Standrts of Care praktiziert, er ist im Interesse der Betroffenen vereinfacht worden.
Die Angaben stammen aus Fersehinterviews und sind somit bereits öffentlich.

Ich selber bin wie Inga androgyner Crossdresser, habe mich aber während meiner Selbstfindung mit Transsexualität auseinander gesetzt.
Liebe Grüße
Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
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