am 5.Oktober ist der von mir so groß geplante Tag endlich gekommen.
Zum allerersten Mal bin ich outdoor en femme unterwegs in Düsseldorf gewesen.
Es war ein anstrengender und sehr emotionaler Tag der mir ewig in Erinnerung bleiben wird.
Nachdem ich morgens meine liebe Bekannte zuhause abgeholt habe, war mein erster Weg in das Perückenstudio nahe der Königsallee in der erwähnten Stadt.
Durch meinen Anruf vor zwei Wochen bei der Filialleiterin wurde ich dort sehr herzlich willkommen geheißen und wurde gleichzeitig nach meinen Wünschen zwecks der Perücke gefragt.
Beide Frauen meinten dann, um einen Eindruck über mein geplantes Outfit zu bekommen, das es besser wär die mitgebrachte Kleidung gleich anzuziehen und die Perücke stimmig mit der Kleidung anzupassen.
So zog ich mir also, diskret in einem Nebenraum, die von mir mitgebrachte Damenkleidung an. Unterwäsche, Miederwaren, Strumpfhose, Bluse, Rock, Pumps und Gehrock als Mantelersatz. So kalt war es ja nicht.
Nach einem ausführlichen Dialog der beiden Frauen(meine Bekannte und der Leiterin) ging es dann richtig zur Sache. 90 Minuten Anprobe vergingen sehr schnell, so das ich pünktlich um 11.00 Uhr meinen nächsten Termin bei der Kosmetikerin im gleichen Haus wahrnehmen konnte.
Auch hier überließ ich die Entscheidung über die Art des Schminkens auf Grund mangelnder Erfahrung der erfahrenen Hand der Kosmetikerin.
Ihr könnt mir glauben das es ein merkwürdiges Gefühl war, plötzlich geschminkt zu werden.
Augenbraun, Lidschatten,Grundierung, Lippenstift, das volle Programm eben.
Auch die Maniküre der Finger in Form eines leuchtenden roten Nagellacks rundeten das Bild ab.
Zwei ganze Stunden dauerte das Programm, um aus mir eine ausgefähige Dame zu machen.
Dann kam der große Moment des in dem Spiegel schauens. Ich mußte erstmal tief Luft holen, als ich mein Konterfei dort sah. Mein Gott was man mit einer Camouflage und dem zusätzlichen Make up alles machen kann.
Nach dem bezahlen der hervorragenden Arbeit seitens der Visagistin, war der Augenblick gekommen in die Höhle der Löwen einzudringen. Also auf die Straße.
Mir zitterten die Knie vor Angst und vor dem was mich draußen erwartete. Ein große Unsicherheit beschlich mich als ich die ersten Schritte outdoor vollzog.
Meinen Koffer mit der Herrenkleidung brachten wir erstmal ins Parkhaus zu meinem Wagen. Jetzt gab es kein zurück mehr.
Mein erster Weg war dann das Kaufhof Galeria, wo meine Bekannte noch einen Schal für meinen Hals suchte und fand. Um meine Fahrzeugpapiere sowie die Schlüssel und andere Utensilien irgendwie unterzubringen benötigte ich, wie meine liebe Begleiterin sagte, natürlich eine Handtasche. Unsicher betrachtete ich dabei die ganze Kundschaft in dem großen Warenhaus. Für mich stellte sich die Frage ob man sofort meine wahre männliche Identität erkennen würde.Aber ich stellte mit Erstaunen fest, das nur wenige Kunden überhaupt von mir Notiz nahm. Sie hasteten von einer Abteilung in die nächste und waren wirklich nur mit sich selbst beschäftigt. Aber das Bezahlen der erwähnten Gegenstände überließ ich meinen lieben Begleitung. Ich wollte meine Tarnung wegen meiner maskulinen Simme nicht gleich aufgeben. Bedingt durch die Feststellung, das ich überhaupt nicht auffiel wurde ich mutiger bzw. selbstsicherer, und äußerte dann meiner Begleiterin den Wunsch mal die Damenschuhabteilung aufzusuchen.
Leider wurde ich hier nicht fündig (oder Gott sei Dank, Mein Budget war ja schon reichlich geschrumpft). Der Hunger trieb uns dann ins Kaufhof eigene Restaurant,
wo wir dann eine Stärkung zu uns nahmen. Auch hier kaum Blicke der Kundschaft. Wie es eben mal so kommen mußte, machte sich nach einiger Zeit meine Blase bemerkbar.
Ein fragender Blick zu meiner Begleitung und die Antwort von Ihr "Natürlich die Damentoilette, was denn sonst".
Nun ging auch dieser Weg unfallfrei über die Bühne. So drückte ich auch der Toilettenfrau in einem Anfall von Großzügigkeit 50 Cent in die Hand. Sie betrachtete dabei nur die erhaltenen Devisen und bedankte sich. Ich nickte nur wohlwollend.(Wie schon erwähnt:Die Stimme kann mich verraten).
Nach dem wir dann gestärkt das Kaufhaus verlassen hatten, flanierten wir auf der berühmten Düsseldorfer Kö. Wir betrachteten die Geschäfte und wunderten uns über div. Preissenkungen im Modebereich. So wurde z.B. ein Damenkleid von 6.999 Euro auf nur noch 4.999 Euro angepriesen. Die dazugehörigen Pumps waren auch wirklich ein Schnäppchen. Für nahezu 2.500 Euro konnte der Schuh seinen Besitzer wechseln. Ebenso wurden auch ein dazu passender Gürtel und noch einige andere Kleidungsstücke sowie eine Handtasche angeboten. Insgesamt sollte das ganze Outfit heruntergesetzt nur noch 12.000 Euro kosten. Ich wollte aber nicht, vielmehr mein Kontostand erlaubte nicht diese Transaktion.
Nach weiteren Inspektionsmaßnahmen div. Ladenlokale entschlossen wir uns in einem sehr bekannten Cafehaus (keine Werbung) einen Latte M. zu trinken. Brechendvoll das Ladenlokal. Es regnete draußen in Strömen. Aber morgens in Duisburg 10 Grad. Die Frisur sitzt. Mittags Düsseldorf 12 Grad, strömender Regen. Die Frisur sitzt. Im Cafe 22 Grad, drückende Schwüle. Die Frisur sitzt. Drei Wetter Taft.
Aufgrund der starken Niederschlagsmenge entschlossen wir uns dann den Heimweg anzutreten. Nachdem mein Navi aufgrund der vielen Baustellen in Düsseldorf ein bösses Spiel mit uns trieb(ich muß endlich mal ein neues Up-Date installieren) sahen wir dann nach einiger Zeit das Lebensmittelgeschäft "Kaufland".
Hier fiel es dann meiner Begleiterin ein, dass ja noch die Wochendeinkäufe getätigt werden mußten. Ergo versuchte ich dann graziös auf dem Kundenparkplatz aus dem Auto auszusteigen. Dieses unterfangen ist verbesserungswürdig(meinte meine liebe Begleitung). Nun ja, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Wie würde hier in einem normalen Geschäft außerhalb der Boulevard-Meile die Reaktion der Kunden sein?. Ich möchte es mal so beschreiben. Ich wurde von einigen Personen von oben bis unten taxiert. Ein großes Fragezeichen sah man in ihren Gesichtern. Sie fragten sich bestimmt, ist es ein Mann oder eine Frau. Ich hatte oftmals den Eindruck dass einige Personen anerkennend auf meine bestrumpften und wohlgeformten Beine starrten. Oder bilde ich mir das nur ein?
Nach dem Einkauf versuchte ich wieder feminin ins Auto einzusteigen. Also erst den Po langsam auf den Autositz plazieren und dann wieder graziös meine beiden Revuebeine ins Auto zu heben. (Das war zum ersten Mal mit einem Rock im Auto ja auch nicht so ganz einfach). Das ging jetzt schon etwas besser. Und ich muß sagen, es war ein sehr schönes Gefühl.
So fuhr ich dann die letzten 35 km bis Duisburg weiterhin im Rock und den anderen weibl. Kleidungsstücken. Auch die Bedienung der Pedallerie mit den Pumps klappte immer besser. Auf der Rückfahrt diskutierte ich mit meiner Petra die Möglichkeit einer allgemeinen Polizeikontrolle. Entgegen meiner allgemeinen Fahrweise
Nachdem ich meine Begleiterin zu Hause abgesetzt hatte, war ich nun vollkommen auf mich alleine gestellt. Umziehen wollte ich mich auf Grund der Anwesenheit ihres Ehemannes meiner Begleitung nun doch nicht. Diesen Anblick wollte ich ihm ersparen.
Also dann ab nach Hause.
Unterwegs machte sich dann unnötigerweise meine Blase wieder bemerkbar. Es blieb mir nichts anderes übrig, meinem Harndrang mußte abgeholfen werden. In einer verkehsarmen und bewaldeten Gegend stieg ich dann aus, um mich zu erleichtern. Also, Rock hochgeschoben, Hosenkorselett geöffnet(Scheiß Verschlüsse), Strumpfhose und Slip herunter und laufenlassen.
Erleichtert trat ich dann meinen weiteren Heimweg an. Oh Gott , vor meiner Haustüre kein Parkplatz frei, die Nachbarin lag mit ihrem Arm auf der Fensterbank und es war noch Taghell. Ich ergriff die Flucht. Was nun. Es kam mir nun die Idee, bei einer anderen weibl Person die auch auch schon lange kannte und die von meinem Hobby
Also schellte ich bei ihr an, die Türe öffnete sich, und ihr Enkelkind kam mir entgegen(auch das noch). Sie ging zurück zur Wohnungstür und rief zu Ihrer Tante" da steht eine Frau draußen vor der Türe". Hildegard kam heraus und zog mich in die Wohnung. Das erste was sie sagte:Hübsch siehst du aus. Das konnte ich ihr bestätigen. Ich schilderte ihr mein Kleidungsproblem und schob sie mich in das Schlafzimmer um mir gleichzeitig den Tip zu geben, das ihr Ehemann sowie die Eltern ihres Enkelkindes jeden Moment wieder erscheinen werden. Streß pur also. Ich zog mich also in Windeseile aus, stand also im Schlafzimmer nur noch im Damenslip, als die Wohnungstüre ging und ihr Ehemann die Wohnung betrat.
Ich machte das Licht im Schlafzimmer aus, verhielt mich ganz leise, und hoffte dass der Ehemann nicht den Raum betrat.
Ich überlegte, ob ich mich nicht im Kleiderschrank verstecken oder sogar evtl. unter dem Bett kriechen sollte
Durch die Türe hörte ich den Ehemann zu seiner Frau sagen, das er noch einen Kundenbesuch machen mußte. Ich glaube mir viel ein ganzer Sack voll Steine vom Herzen.
Nachdem der Ehemann die Wohnung wieder verließ, stürmte die Ehefrau wieder ins Schlafzimmer, sah mich im selbigen Raum stehend im Damenslip und noch voll geschminkt und mit Perücke zitternd an der Wand lehnend.
Sogleich kam die Forderung von Ihr, sofort ins Badezimmer zu gehen und die letzten verräterischen Spuren aus dem Gesicht zu wischen und mich wieder maskulin anzuziehen, weil gleich die Eltern des Enkelkindes von ihrem Einkauf zurückkommen werden. Ich also aus dem Schlafzimmer raus und wer kam mir mit ganz großen Augen und geöffnetem Mund entgegen. Das Enkelkind meiner lieben Bekannten. Oh Gott, mir blieb auch nichts erspart. Wohlgemerkt, ich stand immer noch im aufreizendem Damenslip und mittlerweile einer auf halb 8 sitzenden Perücke. Hildegard zog das Kind anschließend ins Wohnzimmer, schloß die Türe, begab sich ins Bad, und fing an mit Wattepads mein Gesicht zu reinigen. Die Schminke verlief mittlerweile sowieso über das ganze Gesicht. Bei dem ganzen Stress und meinem Angstschweiß ja nicht verwunderlich. Ich sah aus wie Graf Dracula.
Ich hatte mich gerade fertig angezogen, als es an der Wohnungstüre klingelte und die Eltern von Hildegards Enkelkind die Wohnung betraten. Ich noch ganz außer Atem den beiden die Hand geschüttelt und irgendwas von sehr warmer Luft im Wohnzimmer gefasselt. Deswegen das verschwitzte Gesicht. 2 Min.später erschien dann auch der Ehemann von Hildegard und bestätigte dann meinen Hinweis auf das zu warme Wohnzimmer. Ich überlegte mir, was er denn wohl so erlebt hat, wenn er sich über die warme Luft im Zimmer beklagt.
Kurz und gut, ich verabschiedete mich von der Gesellschaft, wünschte allen noch einen geruhsamen Abend verließ dann genervt die Wohnung.
Noch total aufgewühlt von den ganzen Geschehnissen des Freitags sitze ich nun vor dem PC und überlege wie ich meinen nächsten outdoor Erlebnis planen soll.
Mit Sicherheit werde ich das Ende etwas genauer planen, zumindest das Ende, nämlich das halten meine Nerven nicht ein zweites Mal aus.
Anschließend fuhr ich dann wieder nach Hause, kleidete mich wieder feminin, und ließ den heutigen Tag Revue passieren.
Bedanken möchte ich mich bei meiner lieben Partnerin Petra für die physische und psychischen Unterstützung, die sie mir hat zukommen lassen.
Ebenso natürlich bei meiner zweiten Bekannten Hildegard für die Lösung der prikären Situation in ihrer Wohnung.
Trotz aller widrigen Umstände zum Schluß wird dieser Tag unauslöschlich im Gedächtnis positiv haften bleiben.
Um meine Gefühle zu beschreiben, die sich im laufe des Tages bei mir angesammelt haben, möchte ich das Lied von dem Travestiekünstler Georg Preusse heranziehen.(welches ich unten verlinkt habe)
Bei diesem Lied laufen mir auch jetzt wieder die Tränen über die Wangen und ich habe Schwierigkeiten diesen Text zu schreiben.
Vielen, vielen Dank liebe Petra und Hildegard. Ich fühle mich an diesem Tag sehr sehr glücklich und kann meine Worte und Dankbarkeit kaum in Worte fassen.
Ich hoffe euch mit meinen Erzählungen nicht übergebühr gelangweilt zu haben und bitte um ein wenig Resonanz
In diesem Sinne
Monika
PS:
http://www.youtube.com/watch?v=3YGnHQVN ... re=related