Marlene hat geschrieben: Fr 7. Aug 2026, 09:42
Und wenn ein Großteil der Schüler/ innen mittlerweile der KI mehr vertraut, als den Lehrern wie eine Umfrage kürzlich ergab, dann möchte ich kein Lehrer sein, der von seinen Schülern gesagt bekommt, dass er dumm ist und die KI alles viel besser weiß.
Da sehe ich zwei Probleme:
a) Die Schüler hier (ebenso wie noch ganz viele andere Menschen) sehen KI als eine Art Lexikon, das "Fakten findet und weiß", also eine Art Suchmaschine. Das ist Quatsch. Die ganzen ChatGPTs sind "stochastische Papageien", d.h. sie können sehr sinnvoll klingende Antworten geben oder cool aussehende Programme schreiben - ein wirkliches Verständnis haben sie (bisher) nicht.
b) Das System Schule ist (wie ein Großteil der Wirtschaft) noch überhaupt nicht auf KI eingestellt, es fehlt Wissen und meist auch die Bereitschaft, sich dieses anzueignen. Und es fehlt auch die Erkenntnis, dass es (eigentlich schon seit langem) nicht mehr reicht, irgendwelche Formeln oder Jahreszahlen auswendig zu lernen. Heute sind ganz andere Fähigkeiten gefragt - die tauchen zwar z.T. schon in Lehrplänen auf, lassen sich aber halt in Schulaufgaben und Noten nicht abbilden.
KI verändert schon jetzt *massiv* die Gesellschaft - in der Schule genauso wie in der Arbeitswelt.
Ich wünschte, es würde reichen zu sagen "ich nutze das nicht und wenn das noch mehr tun, dann wird alles gut". Diese Entwicklung ist da und wird nicht mehr weggehen. Was wir tun können, ist zu überlegen, wie wir das sinnvoll nutzen (und wann besser nicht). Und welche gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen wir vorgeben. (Könnte ich jetzt viel schreiben, aber so als Idee: Europäische KI stärken (z.B. Mistral, Forschung ausbauen), Energienutzung optimieren (nicht immer das latest greatest model verwenden und für jeden Quatsch), erneuerbare Energien *massiv* ausbauen (der CEO von Ecosia hat neulich erzählt, sie erwirtschaften mit den Panels auf dem Dach ihrer Rechenzentren 300% (!) des benötigten Stroms) usw.
Was die Bilder angeht: Ist doch die entscheidende Frage "Täusche ich jemanden bewußt?" In einem Porträt von mir zwischen den Beinen im Hintergrund sichtbare Bügelbrett zu entfernen ist doch harmlos, das wurde schon vor 100 Jahren analog retouchiert. Mich im Bild schlanker machen und die Gesichtszüge weiblicher? Hm, da wär bei mir schon eine Grenze erreicht, jedenfalls wenn ich damit nicht offen umgehe...
Und falls jemand annimmt, nur das Originalbild zeige die Realität: Nein, das stimmt schon rein physikalisch nicht. Analogfilme haben einen viel kleineren Dynamikbereich als das menschliche Auge. Digitalkameras haben einen noch kleineren Dynamik Umfang - d.h. alleine mit Licht und Schatten kommt jedes Bild nicht an die menschliche Wahrnehmung heran. Mit Farben und Verzerrung ist es dan. Es hat ja einen Grund, daß Bildverbeitungen z.B. erkennen, mit welchem Objektiv eine Kamera das Bild aufgenommen hat und dann die Verzerrungen korrigieren können.
Also zurück zu KI generierten BIldern: Ich hab auch Bedenken, meine Bilder irgendwo hochzuladen. Ich hab mal experimentiert und als ein "Wie wäre es wenn..." Kopfkino ist es schon ziemlich interessant, z.B. wie sehe ich mit Begleitung auf der Tanzfläche oder dem edlen Hotel aus

Aber das ist Fantasie und wird jetzt hier nicht gepostet
Und nein, ich habe keine Deepfakes gebastelt und werde das auch nicht machen - das ist eine Grenze für mich, die auch ernsthaft z.B. in die Rechtsprechung gehört.
Viele Grüße
Melanie