Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn
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Hilfe und Selbsthilfe
Jaddy
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Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ist das Politik oder einfach menschlich voll daneben?

Schlagzeile 1 von heute: "Jens Spahn und sein Mann sind Väter geworden"
Gemeinsam mit seinem Ehemann Daniel Funke, 44, ist Spahn Vater geworden, berichtet die Bild-Zeitung. Demnach habe das Paar enge Freunde und Kollegen über die Geburt seines Sohnes Georgs in einem Brief informiert. Das Kind kam in den USA durch eine Leihmutter zur Welt, der genetische Vater ist Daniel Funke. „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen“, bestätigte Spahn der Bild-Zeitung die Geburt des Kindes.
Schlagzeile 2 von 2020, selbe Zeitung: "Spahn gegen Leihmütter"
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Forderung der FDP nach einer zumindest teilweisen Legalisierung der Leihmutterschaft zurückgewiesen. [...] Bei einer Leihmutterschaft, bei der eine Frau das Kind für eine andere Familie austrägt, seien genetische und austragende Mutter nicht identisch. "Die damit verbundenen besonderen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung des Kindes ließen aus Sicht des Gesetzgebers negative Auswirkungen auf dessen Entwicklung befürchten", heißt es weiter.
Aber eine Leihmutter in den USA und zwei Väter in Deutschland sind offenbar kein Problem, wenn es um die eigene Familie geht...
Beatrixtg
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 2 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

Das zeigt wieder einmal, das heuchlerische gewisser Politiker.
:((a
Es ist auf gut Deutsch gesagt "Zum Kotzen"

Das Volk betrügen, belügen und bevormunden

Manchmal verliere ich den Glauben an die Menschheit. Und dann muss ich mir sagen, zum Glück sind nicht alle so

Liebe Grüsse Beatrix
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

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Beitrag von Violetta-TransFlower »

Jaddy hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 00:17 Aber eine Leihmutter in den USA und zwei Väter in Deutschland sind offenbar kein Problem, wenn es um die eigene Familie geht...
Dankeschön Jaddy, daß Du das thematisierst.
Unmöglich finde ich so ein Verhalten.
Auch werden wieder Wähler seiner Partei zur AfD wechseln.

Ich mochte diesen Politiker noch nie.
Der hat sich auch bei der corona Pandemie mit der sogenannten Maskenaffäre 😷 nicht gerade mit Ruhm bekleckert, um es mal harmlos auszudrücken.

So, wie auch im vorliegenden Fall von Dir hier aufgezeigt.
Getreu dem Motto, "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern..."
Ist bei Politikern oft zu beobachten.
Wieder einmal widerlich.

Empört
Eure Violetta 💜 🌺
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
Olivia
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 4 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo,
bei mir funktionieren die Links von Jaddy nicht, deshalb hier die Meldung in der "Welt":

https://www.welt.de/politik/deutschland ... hlagzeilen

lG
Olivia
Anne-Mette
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das ist schon sehr dreist und wird zu weiterer Politikverdrossenheit führen und zu Reaktionen gegen homosexuelle Menschen.
Es passt zur "Denke" von Merz, Weidel und Anderen: die Gesetze sind, falls sie uns selbst einschränken, nur für "das Volk" - und ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt.

Ja, mir wurde auch schlecht bei der Schlagzeile.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 6 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Ja, üble Sache, halte ihn sowieso für charakterlos bis unendlich. Ein typischer Funktionär eben der nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Und mir würde das noch viel mehr auf die Nerven gehen wenn ich solche Abgehobenheit noch mitfinanzieren müßte, durch Steuern. Aber dank Paragr. 19 UstG bleibt mir das wenigstens erspart.

LG Heike
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 7 im Thema

Beitrag von Juliane »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 08:37 Moin,
- und ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt.

Ja, so sind leider viele Menschen.
Nur hat das, meines Wissens nach, nur bei Pippi Langstrumpf geklappt.
Allen anderen fällt ihr Fehlverhalten irgendwann (hoffentlich) gewaltig auf die Füße.

Und Politikverdrossenheit leistet das auf jeden Fall Vorschub, oder treibt die Protestwähler in die braune Richtung.

Es ist zum rückwärtsverdauen,

Juliane
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 8 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Jaddy hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 00:17 Ist das Politik oder einfach menschlich voll daneben?

Schlagzeile 1 von heute: "Jens Spahn und sein Mann sind Väter geworden"
Gemeinsam mit seinem Ehemann Daniel Funke, 44, ist Spahn Vater geworden, berichtet die Bild-Zeitung. Demnach habe das Paar enge Freunde und Kollegen über die Geburt seines Sohnes Georgs in einem Brief informiert. Das Kind kam in den USA durch eine Leihmutter zur Welt, der genetische Vater ist Daniel Funke. „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück. Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen“, bestätigte Spahn der Bild-Zeitung die Geburt des Kindes.
Schlagzeile 2 von 2020, selbe Zeitung: "Spahn gegen Leihmütter"
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Forderung der FDP nach einer zumindest teilweisen Legalisierung der Leihmutterschaft zurückgewiesen. [...] Bei einer Leihmutterschaft, bei der eine Frau das Kind für eine andere Familie austrägt, seien genetische und austragende Mutter nicht identisch. "Die damit verbundenen besonderen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung des Kindes ließen aus Sicht des Gesetzgebers negative Auswirkungen auf dessen Entwicklung befürchten", heißt es weiter.
Aber eine Leihmutter in den USA und zwei Väter in Deutschland sind offenbar kein Problem, wenn es um die eigene Familie geht...
Quod licet jovi, non licet bovi.

Es ist doch immer wieder faszinierend, zu beobachten wie wenig Rückgrat so manch konservativer Politikmensch besitzt. Ist kein rein deutsches Phänomen, und sicherlich gibt es auch linke und sozialdemokratische Janusköpfe und Wendehälse.

Man könnte fast von einem konservativschwarz-versifften Sumpf sprechen.

Die Meldung ist mir auch aufgefallen, hat mir die Augenbrauen vor Erstaunen gelupft. Mich wundert bei Herrn Spahn nichts mehr, schon lange nicht. Aber das es anscheinend so problemlos möglich ist, sich als Deutscher in den USA ein Kind zu kaufen, das wusste ich bislang noch nicht.
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Jaddy
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 9 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Mich stören zwei Dinge, das habe ich oben nicht so klar geschrieben: Erstens halte ich die Begründung des BMG von 2020 für Unfug. So ähnlich wurde auch gegen das Adoptionsrecht von Homosexuellen argumentiert, obwohl seit mehr als einem Jahrzehnt zahlreiche Studien zeigen, dass es auf die Qualität der Familie ankommt, nicht auf die "traditionelle Struktur". Gleiches gilt für adoptierte Kinder, solchen in Pflegefamilien, usw.

Auch eine Leihmutterschaft in den verschiedenen Konstellationen (wessen Erbgut wird verwendet) lässt sich regeln, kommerzielle Ausbeutung verhindern und Konflikte (emotionale Bindung der Leihmutter, etc) lösen. Mit einer sinnvollen Gesetzgebung in D bzw EU-weit sicher besser als durch Leihmütter im Ausland. Vor 2022 zB viele in der Ukraine. Aus der ganzen Sache mieft es stark nach konservativer Familien-Ideologie ohne sachliche Grundlage.

Insofern gönne ich allen ihr Familienglück. Auch Spahn, Funke, dem Kind und der Mutter, die laut Artikel weiterhin an deren Leben teilhaben soll.

Zweitens finde ich aber vor allem Spahns "moralische Flexibilität" zum kotzen. Nicht nur in diesem Fall nimmt er sich privat Freiheiten heraus, die er mit seiner Partei, wo er einer der stellv. Vorsitzenden ist, und in seinen Funktionen anderen verwehren will. Er kann offenbar mühelos zwiedenken. Einerseits seine Rolle gemäss Parteilinie spielen, andererseits privat ohne jegliche Skrupel völlig anders handeln. Hier geht es auch nicht um Bonusmeilen oder EInkaufswagen-Chips, sondern Lebensmöglichkeiten. Das ist allerdings zugegebenermassen vollkommen konsistent mit seiner Nähe zur libertären US-Clique um Thiel, Musk, Trump & Co, bei denen ja auch gilt, dass Gesetze nur für en Pöbel gelten, nicht für die selbsternannte Geld-Elite.

Deshalb sind auch seine sonstigen Aktionen, wie die - vorsichtig gesagt - berufliche Begünstigung naher Bekannter zu deren (und vielleicht auch seinem) Nutzen eher folgerichtig. Siehe Maskendeals usw. Das ist das menschlich verdorbene an ihm.
Jaddy
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 10 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Lana
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 11 im Thema

Beitrag von Lana »

Das Problem sind nicht Leute wie Spahn und Konsorten (die es im übrigen in allen Parteien gibt).
Das eigentliche Problem ist, dass in der Welt, in der wir leben, solche Charaktere für Machtpositionen bevorzugt werden, wo sie sich so verhalten, wie sie es eben tun, und es keine wirksamen Mechanismen gibt, das zu verhindern.

Insofern ist Spahn nichts besonderes, sondern die ganz normale Konsequenz der gesellschaftlichen Gegebenheiten. Business as usual, sozusagen. Kein Grund, sich aufzuregen, weil alles im Toleranzbereich des akzeptierten täglichen Wahnsinns stattfindet.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 12 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 16:12 Das Problem sind nicht Leute wie Spahn und Konsorten (die es im übrigen in allen Parteien gibt).
Das eigentliche Problem ist, dass in der Welt, in der wir leben, solche Charaktere für Machtpositionen bevorzugt werden, wo sie sich so verhalten, wie sie es eben tun, und es keine wirksamen Mechanismen gibt, das zu verhindern.

Insofern ist Spahn nichts besonderes, sondern die ganz normale Konsequenz der gesellschaftlichen Gegebenheiten. Business as usual, sozusagen. Kein Grund, sich aufzuregen, weil alles im Toleranzbereich des akzeptierten täglichen Wahnsinns stattfindet.

LGL
Sorry, aber das möchte ich so nicht einfach akzeptieren.

Ja, es gibt Menschen, die sich so verhalten. Und ja, es gibt auch Menschen, die solches Verhalten durchgehen lassen, ohne es selbst gut zu finden, aber gleichzeitig nicht unbequem sein wollen (Gründe dafür gibt es viele).

Es gibt aber auch sehr viele Menschen, die nicht so handeln. Die dieses Verhalten weder bei sich noch bei anderen dulden. Menschen mit Integrität. Und das ist nicht nur auf die Erziehung zurück zu führen und mit Bildung oder Intelligenz hat das auch nichts zu tun.

Und Menschen wie Spahn werden zunehmend zum Problem. Auch da möchte ich ganz entschieden widersprechen. Das immer dreistere, offene, korrupte Verhalten errodiert peau á peau den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und die Bereitschaft, das hinzunehmen, schwindet. Nicht zuletzt steht die AFD in Sachsen-Anhalt(?) bei 40+% und die CDU versucht, Menschen für den Wahlkampf zu mobilisieren. Nur warum sollte sich auch nur der leisteste Pups für diesen so offensichtlich bigotten Sumpf regen?

Spahn spuckt uns jeden Tag aufs Neue ins Gesicht.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 17:05
Lana hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 16:12 Das eigentliche Problem ist, dass in der Welt, in der wir leben, solche Charaktere für Machtpositionen bevorzugt werden, wo sie sich so verhalten, wie sie es eben tun, und es keine wirksamen Mechanismen gibt, das zu verhindern.
Sorry, aber das möchte ich so nicht einfach akzeptieren.

Ja, es gibt Menschen, die sich so verhalten. Und ja, es gibt auch Menschen, die solches Verhalten durchgehen lassen, ohne es selbst gut zu finden, aber gleichzeitig nicht unbequem sein wollen (Gründe dafür gibt es viele).

Es gibt aber auch sehr viele Menschen, die nicht so handeln. Die dieses Verhalten weder bei sich noch bei anderen dulden. Menschen mit Integrität. Und das ist nicht nur auf die Erziehung zurück zu führen und mit Bildung oder Intelligenz hat das auch nichts zu tun.
Ich denke, das beides richtig ist. Es gibt die integren Menschen und beste Absichten, jedoch gleichzeitig systemimmanente Mechanismen, die insbesondere in eher hierarchischen Strukturen die A****löcher tendenziell bevorzugen. Nicht alle, aber tendenziell. Sprich: Das Verhältnis der Integren nimmt nach oben ab, in dem Mass wie der Anteil der A****löcher zunimmt. Dafür müssen sich die integren nur um ein paar Anteile zurückhalten, ein bisschen zögern, ein wenig zweifeln und "das größere Ganze" statt des persönlichen Vorteils in den Vordergrund stellen, statt ohne Rücksicht und Skrupel jeden Vorteil, jedes Netzwerk und jede Kungelei auszunutzen.

Das lässt sich mE überall beobachten. Wunderbare, anständige und ehrlich bemühte Menschen an der Basis, aber nach oben hin immer mehr A****lochigkeit.
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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 14 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 17:05 Es gibt aber auch sehr viele Menschen, die nicht so handeln. Die dieses Verhalten weder bei sich noch bei anderen dulden. Menschen mit Integrität.
Nenne mir bitte eine Person aus der aktuellen Regierung, auf die deine Beschreibung zutrifft.

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Re: Anderen verbieten, selber machen - Jens Spahn

Post 15 im Thema

Beitrag von Liv »

Ich habe da gerade so 'ne Idee...

Konservative lieben doch Gutachten und Beratungszwänge! Egal ob Transition oder Abtreibung, nichts geht ohne externe Legitimation. Warum nicht auch bei Anerkennung einer Elternschaft aus einer Leihmutterschaft, insbesondere wenn sie im Ausland stattgefunden hat? Schließlich geht es hier um Kinder, und da ist doch ein Gutachten das Mindeste! Natürlich selbst zu zahlen, das fällt ja nun wirklich kaum ins Gewicht. Sonst könnte ja hier jeder selbst entscheiden, ob er Vater oder Mutter wird, ohne über die biologischen Vorraussetzungen zu verfügen. Man könnte z.B. eine Psychotherapie vorraussetzen inkl. Gutachen, dass derjenige in seiner Identität gefestigt ist, eine gewisse geistige Reife erlangt und über sich selbst ausreichend reflektiert hat. Zudem können so schwerwiegende psychologische Erkrankungen wie Dissoziative Identitätsstörungen ausgeschlossen werden. Nicht vergessen: ES GEHT UM KINDER!™

Ich hätte da schon ein paar Ideen für eine Gutachter-Checkliste. Es ist ja nicht so, dass wir da transdisziplinär nicht so richtig aus dem Vollen schöpfen könnten:
  • Reaktionsbildung (klassischer psychoanalytischer Abwehrmechanismus - Freud 1894)
    Unterdrückte oder konflikthafte eigene Impulse werden durch überkompensierendes gegenteiliges Verhalten ersetzt.
    Beispiel: Eine Person, die mit ihrer eigenen Queerness ringt, zeigt übertrieben konservative oder queerfeindliche Haltung, um die innere Spannung zu kontrollieren.
  • Cognitive Dissonance Reduction (Kognitive Psychologie - Festinger 1957)
    Wenn die eigene Identität und gesellschaftliche Normen kollidieren, entsteht ein Gefühl von Dissonanz, das reduziert werden muss.
    Beispiel: Abwertung anderer queerer Identitäten, um sich selbst als "kompatibel" zu erleben.
  • Defensive Distancing (Sozialpsychologie - Steele, Crocker 1988)
    Die Person grenzt sich aktiv von der Gruppe ab, der sie eigentlich angehört, um negative Zuschreibungen abzuwehren.
    Beispiel: "Ich bin schwul, aber nicht queer." / "Ich bin doch ganz normal, aber die anderen sind extrem."
  • Identity Negotiation / Stigma Management / Boundary Work (Sozialpsychologie - Ting-Toomey 1994, Goffman 1963, Gieryn 1983)
    Die Person versucht, eine "gesellschaftlich akzeptable" Version ihrer Identität zu konstruieren, indem sie problematische Anteile verdrängt oder abspaltet.
    Beispiel: Die eigene Homosexualität wird als "harmlos" inszeniert bzw. gezielt abgegrenzt von anderen "problematischen" queeren Identitäten.
  • Disidentification (Queer Theory - Muñoz 1999)
    Aktive, performative Abspaltung von Teilen der eigenen Identität, um in hegemoniale Normen zu passen — ohne vollständig zu assimilieren.
    Beispiel: Konservativ-bürgerliche Selbstinszenierung bei gleichzeitiger Abwertung anderer queerer Identitäten.
Und nicht zu vergessen:
  • Symbolic Politics (politische Kommunikationstheorie – Edelman 1964)
    Die Person trennt öffentliche Kommunikation und tatsächliches Handeln. Sie tätigt öffentliche Aussagen, Gesten und Versprechen als symbolische Kommunikation, um Zustimmung, Vertrauen oder moralische Legitimation zu erzeugen, während ihr tatsächliches Handeln strategischen oder eigennützigen Interessen folgt.
    Beispiel: Eine Person spricht sich öffentlich aus moralischen Prinzipien gegen Leihmutterschaft aus, nutzt diese dann aber selbst um den eigenen Kinderwunsch zu erfüllen.
Nur so als kleines ironisches Gedankenspiel. Und als Leseliste für so manches Forumsmitglied. :wink:

Liebe Grüße
Liv
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