Mein Weg zu mir selbst
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Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Sabrina-Eileen
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Mein Weg zu mir selbst

Post 1 im Thema

Beitrag von Sabrina-Eileen »

Ich möchte hier mal in unregelmäßiger Regelmäßigkeit ein wenig über meinen Weg zur mir selbst berichten. (smili)

Warum, werdet ihr vielleicht fragen, sind doch die Geschichten oft identisch. Das stimmt, aber dennoch ist ja jede Geschichte, jeder Weg individuell und daher, wie ich finde, gleichberechtigt. Und ich mache es für mich. Nach vielen Jahren des Unterdrückens, des Seineigenesichverleugnens bin ich auf meinem Weg zu mir selbst wieder angekommen. (so)

Angefangen hat mein Weg sicherlich vor mehr als 40 Jahren. Ich war um die 10 / 11 Jahre alt und las in einem Magazin - ich meine, es war der Stern - einen Bericht über einen Transvestiten. (zeitung) Den Begriff kannte ich nicht und er hat, wie ich finde, heute auch eher etwas abwertendes, aber zu der Zeit war er normal. Also las ich diese Geschichte und ich fand es spannend, ja, sehr ansprechend. Ich weiß nicht mehr, was ich genau fühlte, aber irgendwie konnte ich mich in den Mann hineinversetzen, ihn verstehen, dass er sich in Rocke und Kleider hüllte. Und der Artikel sprach eine Sehnsucht tief in mir an. Zumindest war da dieses Gefühl, mich auch gerne schön zu kleiden, nicht nur Hose und T-Shirt. Ich habe die Mädchen in meiner Schule schon früh beneidet, wenn sie im Sommer mit kurzen Röcken in die Schule kamen. Warum darf ich das nicht? In den 80ern war die Gesellschaft noch nicht so weit. Dazu kommt mein Aufwachsen auf dem Dorf bzw. in einer kleinen Stadt und einem katholisch geprägten Elternhaus. Da wurde selbstverständlich nicht über solche komischen Dinge gesprochen, dass ein Junge gerne einen Rock anziehen möchte und sich die Haare länger wachsen lassen möchte. Mir blieb also nur die sehr knappe Zeit, wenn ich mal alleine zu Hause war, mich auszuprobieren. Zu der Zeit wurden die Altkleider noch 2 x im Jahr vom Roten Kreuz eingesammelt und die Säcke standen im Keller, auch von den anderen Hausbewohnern. Das war "mein Kleiderschrank", eine wahre Schatzkiste. Und es gab noch Schuhe mit etwa 5 cm hohen Absätzen, die mir sogar noch etwas zu groß waren und doch einiges an Akrobatik erforderten. :lol:

So ging das einige Zeit. Ich fühlte mich in Röcken und Blusen einfach wohl. Dazu kamen dann die Strumpfhosen meiner Mutter und unter der Bluse kamen dann Socken als kleine Brüste. Das war für mich so einfach stimmig. Dann kam die Traurigkeit, wenn ich wieder in den Jungenmodus zurück musste. (cry) Und auch die Scham, da es ja sicher eine Sünde ist, was ich mache. Die katholische Erziehung hat hier lange nachgewirkt. Aber ich konnte nicht ohne. Dieses Gefühl auf der Haut was das Eine, aber die Zufriedenheit der Seele der doch wichtigere Teil. Eines Tages wollte ich gerne mal eine weiße Strumpfhose probieren. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und ging in den Plus bei uns in der Straße. Die hatten welche in weiß, das wusste ich. Aber ich schämte mich und kaufte noch Schokolade und eine Müllermilch. So fällt es nicht so auf, dass die für mich ist, dachte ich. Denn jeder musste es mir bestimmt ansehen, dass ich die für mich wollte, dass ich ganz schlimme Dinge mache. Ich glaube, mein Kopf war hochrot an der Kasse, dass man damit Schmerzen hätte heilen können. Da es noch kein Internet gab, konnte ich mich nicht austauschen, nicht schöne Sachen einfach bestellen. Es gab nur die Versandkataloge und ich war ja noch nicht volljährig.

Rückblickend kann ich heute sagen, dass ich gerne in einer offeneren Gesellschaft aufgewachsen wäre, wo die Identität nicht in Stein gemeißelt war. Aber das kann ich nicht ändern und ich bin auch meinen Eltern nicht böse, da sie ja auch durch ihr Elternhaus entsprechend geprägt wurden und zu einer anderen Generation gehören. Und so bin ich froh, dass ich heute wieder auf meinem Weg bin. Aber bis es so weit war, ist doch noch sehr viel passiert. Das ist dann etwas für den nächsten Teil meiner Geschichte hier.

Dann möchte ich noch Danke sagen, wenn ihr es bis hierher geschafft habt zu lesen. (ap)
Liebe Grüße

Sabrina
Alexandra S.
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 2 im Thema

Beitrag von Alexandra S. »

Hallo Sabrina-Eileen, )))(:
vielen Dank für Deine Geschichte (moin)
Das kommt mir irgendwie alles sehr bekannt vor.....
Wir sind in einem ähnlichen Alter, Elternhaus, usw.
Bin schon sehr gespannt wie es weitergeht, ich freue mich schon auf die Fortsetzung (smili)
In welcher Region bist du zuhause? Hast du schon mit anderen Crossdressern Kontakt/Austausch?-gerne auch eine PN.....
Liebe Grüße
Alexandra ))):s
Daniela04
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 3 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Sabrina

Vielen Dank für Deine ersten Schilderungen Deines Weges und den dabei erlittenen Schwierigkeiten!
Sabrina-Eileen hat geschrieben: Fr 29. Mai 2026, 18:43 Warum, werdet ihr vielleicht fragen, sind doch die Geschichten oft identisch. Das stimmt, aber dennoch ist ja jede Geschichte, jeder Weg individuell und daher, wie ich finde, gleichberechtigt.
Genau das macht es für uns alle wichtig: Jeder Weg ist trotz ähnlichkeiten spannend. Ich habe viele Geschichten im Forum gelesen und freue mich wieder jedesmal, wenn ich eine neue (heute Deine) lesen kann. Du bist nun Teil dieser Community und das ist schön.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

Herzlicher Gruss
Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
Joo
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 4 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Sabrina,

herzlich willkommen und danke für deine Geschichte. Es sind diese Geschichten, die uns den Weg aus unserer oft selbstgewählten Isolation und Einsamkeit zeigen und uns zu unserer wahren Identität führen. Erzählungen, die belegen, dass wir nicht isolierte Einzelgänger sind, sondern Teil der menschlichen Gemeinschaft. Die große Zahl an Überschneidungen in unseren Geschichten verbindet uns nicht nur, sondern bildet auch das Muster unserer Normalität. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Schattenseiten unseres Daseins nur verlassen können, wenn wir die kollektive Existenz unseres Transseins erkennen.
Ich freue mich schon auf die Vortsetzung deiner Geschichte.

Liebe Grüße
Joo
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 5 im Thema

Beitrag von GudrunWeiblein »

Hallo Sabrina Eileen,

auch ich bin in der selben Zeit wie du aufgewachsen. Diese Zeit war sicher für viele Menschen nicht leicht.
Schön das du jetzt deinen Weg gefunden hast.
Freue mich schon auf deine Fortsetzung.

Gruß Gudrun
Lana
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 6 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Sabrina-Eileen,

schreib ruhig deine Geschichte hier auf. Bei der bewussten Auseinandersetzung kommen einem mitunter längst vergessen geglaubte Dinge in den Kopf, die dem Gesamtbild wichtige Aspekte hinzufügen können. Das gilt sowohl für dich selbst, aber auch für alle, die deine Beiträge lesen und deine Geschichte mit ihrer eigenen vergleichen. Mitunter wirkt es wie ein Spiegel, was andere von sich berichten, und man sieht viele Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Gefühle. Doch dann kommt plötzlich eine völlig neue Wahrnehmung, die man selbst so noch nicht hatte, zumindest nicht bewusst, und manchmal berührt sie einen, manchmal kann man sie nicht nachvollziehen.

Das ist das schöne, wenn wir unsere Erinnerungen hier vorstellen:
Es dient der Selbstvergewisserung, aber auch der Bestätigung durch andere. Auch das funktioniert wieder in beide Richtungen. Daher ist es wichtig, dass wir das machen. Auch wenn es schon viele Geschichten hier gibt, die sich irgendwie gleichen, und doch, jede auf ihre Art, sehr verschieden sind.

Danke für deinen Beitrag, und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.
(moin)

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 7 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Wie sich doch vieles gleicht.....
herzlich willkommen und schön, dass Du da bist.
GLG Violetta 💜
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

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https://violettaarden9.blogspot.com/
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 8 im Thema

Beitrag von Lea Michele »

Liebe Sabrina-Eileen,

Frau findet sich in den Geschichten und Gedanken immer wieder❣️
Bin schon gespannt auf deinen nächsten Beitrag!

❤️ Grüße Lea Michele 💋
Auf dem Weg endlich so zu sein wie ich mich fühle❣️
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 9 im Thema

Beitrag von Sabrina-Eileen »

Erst einmal vielen lieben Dank für eure Rückmeldungen und auch, dass ihr gerne die Fortsetzung lesen möchtet. Da ich heute noch ein wenig Zeit habe, schreibe ich also meine Erinnerungen des nächsten Lebensabschnittes mal auf.

Während der Schulzeit gab es ja immer nachmittags mal die Gelegenheit, dass ich ein wenig alleine war. Doch nach der mittleren Reife folgte die Lehre in einem damals typischen Männerberuf in der Metallindustrie. Das hieß dann für mich, bis nachmittags arbeiten oder in die Berufsschule fahren. Selbst danach ging es noch in die überregionale Ausbildungswerkstatt. Also blieb unter der Woche gar keine Zeit mehr. Am Wochenende war ich dann aber nicht alleine und ich hatte auch noch kein Auto, um mal zu einer einsamen Stelle im Wald zu fahren, Rock und Bluse anzuziehen und ein wenig spazieren zu gehen. Und ich denke, ich hätte mich eh nicht getraut. Also war Sabrina erst einmal ein Teil von mir, der tief in meinem Inneren eingesperrt war, keine Luft zum Atmen hatte und vor sich hinlitt.

Nach der verkürzten Lehrzeit ging es im Anschluss auf die Fachoberschule. Endlich wieder Ferien, dachte ich, Zeit für Sabrina. Aber Pustekuchen. Der Stoff war sehr anspruchsvoll und gerade in Mathematik war viel nachzuholen, was in der Realschule gar nicht Thema war. Dazu kam ein Lehrer, der mit rechts schrieb und mit links gleich alles wieder wegwischte. Warum Menschen Lehrer werden die nicht erklären können, habe ich bis dato nicht verstanden. Aber ich musste mit der Situation leben und so lernte ich viel am Nachmittag und auch in den Ferien. Und ich hatte nun ein Auto und das musste auch finanziert werden. Also arbeite ich oft samstags und verdiente mir so die ein oder andere Mark dazu. Aber für Sabrina war wieder keine Zeit. Es war echt zum Mäusemelken.

Aber auch das eine Jahr verging und mit der Fachhochschulreife in der Tasche wollte ich dann studieren. Aber dem Stand zunächst noch die Bundeswehr entgegen. Aber das eine Jahr schaffe ich auch und dann kann ich in eine andere Stadt ziehen und studieren. So der Plan. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wer kennt das nicht?! Aus dem geplanten Jahr Bundeswehr wurden 4 Jahre. Schon in der Grundausbildung merkte ich, dass ich gerne draußen bin, durch den Wald laufe und auch bei Regen im Schlamm keine Probleme hatte. Endlich war ich ein normaler Mann, dachte ich. Ja, die Ausbildung zum Unteroffizier machen doch nur richtige Männer. Sabrina war zu dieser Zeit vergessen, nicht mehr existent, zumindest dachte ich das. Nach diversen Lehrgängen wurde ich nach Thüringen versetzt. Das war von NRW doch eine richtige Ecke weg. Aber eine eigene Wohnung, Freiheit. Und plötzlich fing ich wieder an, die Frauen zu beobachten, wie sie sich bewegen, kleiden, verhalten. Auch in der Kaserne gab es ja schon Mitte der 90er Soldatinnen und ich fand den Pferdeschwanz unter dem Barrett immer besonders chic.

Wer bei der Bundeswehr war, weiß ja auch, dass überall in den Mannschaftsstuben und in den Wachräumen Hefte rumlagen wie Coupe oder Praline. Gibt es die eigentlich heute noch? Ich weiß es nicht. Und bei den Wachdiensten oder den UvD-Wochenenden las ich eben auch die Zeitschriften. Und da war es wieder, das Gefühl, auch so leben zu wollen, auch Brüste zu haben, keinen Penis und einfach schöne Kleidung tragen, drüber und drunter. Nur Nacktaufnahmen waren nie ein Bedürfnis. Sabrina gab es also doch noch, sie war nicht verschwunden, wie ich dachte. Und sie klopfte heftig in meinem Inneren an. Und da war diese Zerrissenheit. Auf der einen Seite der männliche Teil, der noch rund 2 Jahre bei der Bundeswehr bleiben musste, auf der anderen Seite Sabrina, die sich in dieser Männerwelt so überhaupt nicht wohl fühlte. Wie soll ich mit diesem inneren Konflikt umgehen? Ich hatte niemanden, an den ich mich wenden konnte, mit dem ich reden, meine Seele erleichtern konnte. Darunter litt ich nicht zu knapp, wie mir jetzt beim Schreiben gerade richtig bewusst wird.

Ich flüchtete mich in die Arbeit, übernahm Dienste am Wochenende um nicht alleine zu sein. Und ich besuchte regelmäßig Verwandte, half dort beim Hausbau oder in der Landwirtschaft. Alles eine Flucht vor mir, vor Sabrina. Zu der Zeit dachte ich immer noch, ich bin krank, pervers und mehr oder weniger alleine mit meinem Wunsch. Rückblickend war dies eine Zeit die vielleicht schon eine erste depressive Episode darstellte. Aber auch über psychische Erkrankungen wurde nicht gesprochen und wenn, dann meist abwertend mit denen da aus der Klappse. Die Zeiten sind zum Glück ja weitestgehend vorbei.

An einem Wochenende entdeckte ich während des Tagesdienstes als UvD in einem der besagten Hefte eine Anzeige des Versandhandels Transformation aus England. Die gibt es sogar noch. Ich weiß noch, dass ich die gesamte Seite aus dem Heft riss. Zu Hause muss ich mir dann irgendwie einen Katalog bestellt haben. Ich kann aber nicht mehr sagen, wie. Wahrscheinlich mit einer Postkarte. Naja, irgendwann kam dann der Katalog und ich war in meiner Naivität begeistert von dem Angebot. Ich bestellte mir natürliche Brüste, High Heels und ein oder zwei Magazine. Auch das wahrscheinlich mit einer Postkarte. Da merke ich, wie alt ich schon bin. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann das Paket, d.h., die Abholkarte. So ein Mist. Also ging es am nächsten Tag zur Post. Hoffentlich ist das auch wirklich ein neutraler Absender, hoffentlich werde ich nicht rot, fange an zu schwitzen. All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Und es ging alles gut. Also nichts wie ab nach Hause und voller Freude das Paket aufgemacht. Und dann kam die Enttäuschung. Ich hatte zwar noch nie eine Freundin gehabt, aber das waren alles, nur keine lebensechten Brüste. Heute kann ich über diese Naivität einfach nur lachen, damals war es aber eine richtig herbe Enttäuschung. Zumindest passten die Schuhe und ich stakste dann die nächste Zeit in der Wohnung umher wie der Storch im Salat. Über einen anderen Versand bestellte ich mir dann noch Strumpfhosen und ein wenig Bekleidung. Aber das Ergebnis im Spiegel wäre eher was für Halloween gewesen. Aber das wurde zu der Zeit noch nicht gefeiert. Jetzt war ich zwar in meiner eigenen Wohnung, hatte viele Freiheiten und war doch recht unglücklich. Gefangen in einem Körper, der mir nicht gefiel, in einer Umgebung, die ich noch möchte und viel zu schüchtern, einfach nach Erfurt zu fahren und mir die Sachen zu kaufen, die ich gerne anziehen wollte. Schöne Röcke, Blusen, Schuhe, mal sportlich, mal elegant. So war Sabrina zwar präsent, aber dennoch weiter gefangen und alleine, wie die meiste Zeit ihres Lebens.

Dann kam der Sommer 1997 und es änderte sich so einiges in meinem Leben. Aber das erzähle ich dann im nächsten Teil. 😉 Dann auch noch mal hier vielen Dank fürs Lesen. 😊
Liebe Grüße

Sabrina
Daniela04
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 10 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Sabrina

Vielen Dank für Dein ausführlicher Bericht!
Ich bin ja Schweizerin, bzw. Schweizer und damals mussten ja praktisch alle Männer in die Rekrutenschule. Aus den 17 Wochen wurden 800 Diensttage, aber verteilt über 25 Jahre, am Ende war ich Kompaniekomandant (Hauptmann). Ich sehe es jetzt noch wie ich im Kampfanzug vor meiner stramm stehende Kompanie stand, darunter.... Damenwäsche!

Was bei mir anders war: Ich hatte nie deswegen Depressionen. Ich war "ich" und seit ich nun vor 2 Jahren plötzlich realisierte, dass ich endlich endlich machen kann was ich will (nach Trennung/Scheidung), habe ich begonnen zu untersuchen warum ich anders bin. Seither trage ich Daqmenkleider und fühle mich viel ausgeglichener. Ich bin immer noch "ich", lebe aber meine erkannte Weiblichkeit im Rahmen meiner Möglichkeiten aus. Heute habe ich ein Kundenbesuch gemacht, das passiert im MM, zu Hause ziehe ich mich dann um.

Ich freue mich auf die Fortsetzung!

Herzlicher Gruss
Daniela
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Beatrixtg
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 11 im Thema

Beitrag von Beatrixtg »

( Hallo Daniela.
Ich war ja auch beim Schweizer Militär. Allerdings als Motorfahrer. Sie wollten mich auch langer behalten. Aber als Monteur mit Tagesspesen konnten sie mich nicht überzeugen.
Wenn ich nach deinem Text so einige Begebenheiten Revue passieren lasse...
Mit der Phantasie die unter die uniform schaut. Schmunzeln. Was man nicht weiss, macht einem nicht heiß...

Liebe grüsse Beatrix

Ich lasse Euch jetzt mit Eurer Phantasie zurück. (ap)
Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin einfach ich. Und das ist gut so.
Violetta-TransFlower
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 12 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Daniela04 hat geschrieben: Mo 1. Jun 2026, 13:11 Ich sehe es jetzt noch wie ich im Kampfanzug vor meiner stramm stehende Kompanie stand, darunter.... Damenwäsche!
(ap)

Hihi, das amüsiert mich.
Dankeschön für diesen Satz, liebe Daniela.

hast mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert
Deine Violetta 💜 🌺
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
Caroline 08
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 13 im Thema

Beitrag von Caroline 08 »

Liebe Sabrina-Eileen,

vielen Dank für deine Beiträge.
Ja, es stimmt: Viele der Geschichten ähneln sich, sind aber doch immer wieder anders. Einige deiner Schilderungen kommen mir sehr bekannt vor. Herzlich willkommen hier im Forum und viel Spaß beim Lesen, Schreiben und Stöbern durch die vielen hilfreichen Beiträge.

Einen schönen Abend (888)
Caroline
Sabrina-Eileen
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 14 im Thema

Beitrag von Sabrina-Eileen »

Hei ihr Lieben (eink-q)

Vielen Dank für eure Rückmeldungen zu meiner Geschichte. Und nun soll es weiter gehen. In den letzten 2 Wochen ist auch recht viel passiert, aber dazu mehr, wenn ich mal im Jahr 2026 angekommen bin. (smili)

Wir sind im Sommer 1997 und ich lernte meine spätere Frau kennen. (he) Wie ich so auf Wolke 7 schwebte dachte ich bei mir, dass ich jetzt doch ganz Mann bin, die Phase des Verkleidens vorbei sein. Ich deponierte meine spärlichen Habseligkeiten zwar zunächst im Keller, denn wenn ich meine Freundin in meine kleine Einraumwohnung einlasen möchte, sollte sie nichts verdächtiges aus meiner Vergangenheit finden. Und schon bald entsorgte ich alles, was ich hatte, in einem schwarzen Müllsack in einer der gemeinschaftlichen Mülltonnen an dem Morgen, wo die Tonnen an der Straße standen und ich machte gedanklich einen Haken an meine weibliche Seite. Jetzt bin ich ja ganz Mann.

Wir lernten uns den Sommer über immer mehr kennen. Ich war zu der Zeit unter der Woche aber auf einem 6-wöchigen Lehrgang, so dass nur die Wochenenden blieben. Aber das war ja auch sehr schön. Es entwickelte sich eine Liebe, die 23 Jahre andauern sollte. Unseren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten wir dann im Juni 1998 in Hamburg. Ich war also in meinem Männermodus und dann kam die Entscheidung, bei der Bundeswehr nicht zu verlängern, sondern zu studieren. Da ich näher bei meinem Schatz sein wollte, zog ich im August 1998 dann in eine kleine, aber etwas größere Einraumwohnung in einer kleinen Stadt. Der Weg zur FH war ja von beiden Orten in etwa gleich weit. Vorher bestellten wir dann noch ein schönes Doppelbett und richteten die Wohnung schön ein.

Zum Wintersemester 1998 / 1999 begann das Studium und nach der langen Zeit bei der Bundeswehr fiel die Umstellung auf das Lernen nicht ganz leicht. Aber frau, nee, zu der Zeit ja mann, wächst mit seinen Aufgaben. Wir führten also eine "normale" Beziehung und ich hatte mit Studium und Praktika viel um die Ohren. Und dennoch war da etwas in mir, das ich nur zu gut kannte, aber in den letzten rund 2,5 Jahren ignoriert hatte. Sabrina war noch da, nur sehr tief in mir, nicht wirklich präsent. Zwischenzeitlich gab es das Internet, noch mit einem Modem und unglaublich langer Ladezeiten. Aber ich merkte, dass ich doch nicht so ganz alleine bin, wenn ich mich in weiblicher Kleidung wohl fühlte. Also verbrachte ich abends doch einige Zeit damit, viel über das Thema Trans zu lesen. Und langsam begriff ich, was das bedeuten könnte.

Es kamen die Gedanken, ob ich krank bin, ob es ein Fetisch ist, etwas sexuelles oder perverses. Aber irgendwie verneinte ich das. Was ist es dann? Ich bin eine Teilzeitfrau, ja das passt. So hatte ich zumindest für mich schon mal eine Erklärung. Dank Internet konnte ich nun bei eBay nach Sachen stöbern, mir Klamotten für kleines Geld kaufen und auch Schuhe in meiner Größe 45. Dann kam die erste Perücke. Schwarz sollte sie sein und als sie kam, war ich mehr als enttäuscht. Gut, für 20 DM konnte ich keine Wunder erwarten. Aber die Haare sahen aus wie ein verkohlter Wischmopp. Gut, also eine blonde Perücke, so ist meine natürliche Haarfarbe. Kam, so besser aus als der Wischmopp, aber noch nicht ganz so gut. Aber besser als nichts und als Student hatte ich ja nun nicht wirklich so viel Geld. Wenn meine Freundin länger arbeiten musste oder ich am Samstag lernen musste, nutzte ich die Gelegenheit, mich in Schale zu schmeißen und den weiblichen Teil von mir zu leben. Nur gut, dass es aus der Zeit keine Fotos mehr gibt. :lol:

Es folgten Praktika und dann im Sommersemester 2002 die Diplomarbeit. Da wollte ich unbedingt gut abschneiden und war auch an den Wochenenden meist mit Recherchieren und Schreiben beschäftigt. Da blieb für Sabrina keine Zeit. Nach bestandenem Kolloquium fuhren wir für 2 Wochen nach Sylt um auszuspannen, denn am 1. Oktober 2002 trat ich meine erste Stelle an, die aber jeden Tag eine Fahrzeit von mehr als 3 Stunden hin und zurück bedeutete. Da war auch an den Wochenenden, wenn meine Freundin mal mit ihren Freundinnen unterwegs war, für Sabrina keine Zeit, zumal wir uns ab November 2002 eine größere Wohnung mieteten und ich noch einiges renovieren musste. So konnten wir aber Weihnachten 2002 in unserer ersten gemeinsamen Wohnung feiern. (he)

In den Jahren 2003 und 2004 hatte ich meist nur am Samstagnachmittag etwa 3 Stunden Zeit für Sabrina, da meine Frau - Hochzeit war 2003 - dann meist im Fitnessstudio war. Wir hatten vereinbart, dass sie mich anruft, wenn sie zum Umziehen geht, damit ich kochen kann. So hatte ich dann immer die Zeit, wann ich mich abschminken, umziehen und meine Sachen wieder in den Keller bringen musste. Und hier schwang immer die Angst mit, was passiert, wenn sie mitgenommen wird oder es ihr schlecht geht und sie eher kommt und genau dann der Akku des Handys leer ist. Aber das ging immer gut. Auch habe ich es immer geschafft, den Mascara und den Lidschatten gründlich zu entfernen. (yes)

Zum Oktober 2002 wurde ich arbeitslos, da mein Zeitvertrag trotz dringendem Bedarf nicht verlängert werden durfte. (cry) Dann brach ich mir im November 2002 noch das Bein und Sabrina musste wieder aus meinem Leben verschwinden. Die Arbeitssuche gestaltete sich mit dem Beinbruch doppelt schwierig und ich wurde immer depressiver. Meine Frau kümmerte sich so gut es ging um mich, doch sie hatte eine neue artfremde Aufgabe bekommen und war auch sehr stark eingebunden. So überlegte ich, was mir helfen kann und als ich Anfang 2005 wieder einigermaßen laufen konnte, bekam auch Sabrina unter der Woche wieder Raum. Bewerbungen kann frau ja auch sehr gut in Rock und Bluse schreiben. (smili) Ich weiß gar nicht, wie viele Bewerbungen ich geschrieben habe. Damals alles noch mit Papier und schöner Mappe. Die Kopien konnte ich zum Glück beim Arbeitsamt machen und auch das Porto wurde erstattet. Und es kamen, wenn überhaupt, nur Absagen. Also was tun? Ich glaube, ich machte dann das, was viele in so einer Situation auch machen. Ich begann, Versicherungen und Finanzdienstleistungen zu verkaufen, was eigentlich so richtig gehen meine Natur war. Dementsprechend erfolgreich war ich auch, aber mit dem Gründungszuschuss und einigen guten Abschlüssen ging es einigermaßen. Ich konnte meine Zeit einteilen und war auf Stadtfesten unterwegs und besuchte viele Kunden aus dem Altbestand. Und zu dieser Zeit wurde meine innere Unruhe immer größer. Irgendwie fühlte ich mich in meiner Rolle des Versicherungsvertreters nicht wohl. Ich wurde depressiver und dann war Sabrina wieder da. Ich lebte diese "Rolle" recht häufig und fühlte mich stimmig und befreit. Aber dann war da die Angst, was passiert, wenn meine Frau mich erwischt. Das war der negative Punkt an der Sache. Was soll ich tun? Soll ich weiter alles verstecken, meine Identität - gut, damals wusste ich es noch nicht - leugnen? Soll ich es ihr beichten? Wenn ja, was passiert dann? Hat sie Verständnis? Verlässt sie mich bzw. schmeißt mich raus? Was soll ich nur machen? Hier habe ich wirklich viele Wochen mit mir gerungen. Und dann traf ich eine Entscheidung.

So, ich mag ja diese Cliffhanger. Seht es mir nach. (ki)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und ein schönes Wochenende. (888)
Liebe Grüße

Sabrina
Daniela04
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Re: Mein Weg zu mir selbst

Post 15 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Sabrina

Vielen Dank für Dein weiterer Bericht, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich und viele Anderen hier haben sich in Ihrem Leben dieselben Fragen gestellt.
Sabrina-Eileen hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 19:45 Es kamen die Gedanken, ob ich krank bin, ob es ein Fetisch ist, etwas sexuelles oder perverses. Aber irgendwie verneinte ich das. Was ist es dann? Ich bin eine Teilzeitfrau, ja das passt. So hatte ich zumindest für mich schon mal eine Erklärung.
Ich sage nicht, dass ich eine Teilzeitfrau bin, ich bin ich und lebe mein grosser Anteil an Weiblichkeit aus. Natürlich erscheine ich als Mann oder Frau, je nach Kleidung. Mit meinem natürlichen langen Haar ist es nur die Kleidung (und Schminke wenn ich ausgehe) die unterschiedlich ist. Ich lebe, äussere mich nicht anders, aber wie Du es auch sagst, in weiblicher Kleidung fühle ich mich einfach wohler. Meine zweit Ehefrau hat mehrmals gesagt, ich sei anders, jetzt weiss ich warum.

Ich freue mich auf Deinem nächsten Abschnitt.

Herzliche Grüsse

Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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