Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - # 4

Lebensplanung, Standorte
Michi
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 46 im Thema

Beitrag von Michi »

Sabrina_9223 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 14:15 Aktuell ist die Lage leider noch nicht besser geworden. Im Moment habe ich sogar Angst davor, was mich morgen nach der Arbeit erwarten könnte 😓. Mein Bruder hat zurzeit Urlaub, wodurch es sein kann, dass morgen plötzlich alle meine Sachen im Müll liegen. Ich kann derzeit nicht einschätzen, ob sich die Situation in absehbarer Zeit beruhigen wird oder nicht.
Hallo Sabrina,

Urlaub in dieser Situation ist eher nicht so gut, weil ich befürchte, dass dein Bruder alleine zuhause sitzt und dadurch mehr Zeit zum Grübeln hat. Das kenne ich von mir selbst im Zusammenhang mit anderen Themen. Nur so ein Gedanke: Ob deine Mutter ihn beschäftigen kann? Ich weiß, ist vielleicht viel verlangt. Ich kenne ja ihre persönliche Situation nicht.

Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 47 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin Sabrina,
Sabrina_9223 hat geschrieben: Mi 17. Dez 2025, 10:00 Die meisten finden in größeren Städten wie Frankfurt, Gießen oder Marburg statt – aber die Mühe ist es mir wert
versuche es doch mal über die dgti. Es gibt Beratungsmöglichkeiten in verschiedenen Städten und Regionen.
"Nach den Feiertagen" wirst du dort bestimmt Ansprechpersonen finden:

Beratungsstelle Hessen, Kompetenzzentrum Trans* und Diversität Frankfurt
Hessen, KTD, Heik Zimmermann
Kontaktinformation:
60329
Frankfurt am Main
Hessen
https://dgti.org/beratungsstellen/berat ... frankfurt/

Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 48 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Sabrina_9223 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 14:15
Michi hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 21:03 Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit und alle weiteren Schritte.
Lana hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 21:20 Lass dich mal drücken (dr)
...
Ich möchte dir Mut zusprechen, zu dir zu stehen, und dein Leben zu leben. Du hast nur dieses eine.
Vielen herzlichen Dank euch beiden ❤️
Das und auch der Rückhalt von meiner Mutter bauen mich sehr auf 😊.

Aktuell ist die Lage leider noch nicht besser geworden. Im Moment habe ich sogar Angst davor, was mich morgen nach der Arbeit erwarten könnte 😓. Mein Bruder hat zurzeit Urlaub, wodurch es sein kann, dass morgen plötzlich alle meine Sachen im Müll liegen. Ich kann derzeit nicht einschätzen, ob sich die Situation in absehbarer Zeit beruhigen wird oder nicht.

Meine Mutter versucht bereits zu vermitteln, aber die Reaktionen, die sie dabei erhält, gefallen mir überhaupt nicht.
Ich werde nun langsam versuchen, weitere Gespräche zu suchen und vielleicht auch ein paar Videos oder Informationen zu dem Thema empfehlen.

Liebe Grüße
Sabrina
Hi Sabrina,

puh, das ist Mist. Aus der eigenen Erfahrung mit Menschen, die so denken ist nicht ein Mangel an "Wissen" zum Thema, sondern das Gefühl ganz tiefer persönlicher Verletzung. Es ist dieser empfundene Vertrauensbruch, der vorrangig das Denken prägt.

So absurd es auch klingt, aber manche Leute finden, sie hätten aus ihrer Beziehung zu dir heraus eine Art Anspruch auf mehr Wissen über dich. Ich hatte damals eine Bekannte, die richtig wütend auf mich war, weil sie meinte, als "Freund" hätte ich ihr sowas nicht so lange verheimlichen dürfen. Und meine Ex fährt ne ähnliche Schiene. Vollkommen unversöhnlich, leider.

Ich weiß aber auch nicht, ob der Einstieg über den Begriff "Fetisch" so clever war, das macht bei vielen direkt das Hirn zu.

Egal wie, ich drücke dir die Daumen, vielleicht schaust Du trotzdem aber schon mal nach einer eigenen Wohnung...
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 49 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallo Sabrina,
lass dich in den Arm nehmen und dich drücken, als Zeichen des Mitgefühls für deine Situation. (dr)

Ich kenne deine Situation nicht und habe somit auch keine Ahnung, wie die ganze Querverbindungen innerhalb eurer "Wohngemeinschaft" sind.
Somit weiß ich auch nicht, ob der Tipp sich mit einer Änderung der selbigen als sinnvoll erweist. Vielleicht bringt ein eigenes und selbständiges Leben die notwendige Distanz zum Rest der Familie und dir mehr Freiheiten?

LG Malvine
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 50 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Liebe Sabrina, (dr)


Danke für Deine letzen beiden Beiträge, ich habe sie mit großem Interesse gelesen,
und habe mich beim ersten Beitrag darüber gefreut, daß es mit Deiner Mutter gut gelaufen ist.
Sabrina_9223 hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 20:21 Es hat mich emotional sehr mitgenommen, sie so am Boden zu sehen. Innerlich war ich zerrissen... 😓
Der Rest ist ja sehr bedrückend verlaufen, wobei ich denke, Deine Ex-Freundin sieht es vielleicht mit der Zeit etwas entspannter, da sie ja durchaus ein bisschen Verständnis für Dich zeigt.
Dadurch daß sie aber persönlich damit zu tun hat, entwickelt sich das am Anfang oft anders, als man so denkt.
Ich denke da an das Verhältnis zu meiner Tochter, sie hat auch fast ein Jahr gebraucht um meinen Anblick in weiblicher Optik für sich zuzulassen.
Nach meiner Offenbarung ihr und Ihrer Familie gegenüber habe ich mir echt noch eingebildet,daß das nächste Treffen zwischen Uns in weiblicher Optik stattfinden könnte.
Sabrina_9223 hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 20:21 Dann kam das böse Erwachen. Mein Bruder kommt damit überhaupt nicht klar. Er möchte nichts davon sehen. Er weiß nicht, wie er mit mir umgehen soll.
Er will auf keinen Fall sehen, dass ich zu Hause Frauenkleidung trage. Er möchte nichts mehr mit mir unternehmen. Er kann mich nicht mehr anschauen. Ich hätte ihn seit meiner Geburt belogen.
Er hat sich betrunken und spricht nicht mehr mit mir. Ich soll ihm erst einmal aus dem Weg gehen...😶
Das macht mich sehr sehr traurig und tut mir wahnsinnig leid. (cry)
Wenn Du mir jetzt gegenüberstehen würdest, würde ich Dich erstmal in den Arm nehmen und etwas trösten.
Aber das ist nicht so und es bleibt Dir und mir erstmal nur der Austausch hier in Textform.
Lana hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 21:20 Ich möchte dir Mut zusprechen, zu dir zu stehen, und dein Leben zu leben. Du hast nur dieses eine.
Dankeschön Lana, daß Du das so auf den Punkt gebracht hast. (ap)
Genau so sehe ich es auch.
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 14:15 vielleicht auch ein paar Videos oder Informationen zu dem Thema empfehlen.
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, daß sich das Verhältnis zu Deinem Bruder wieder entspannt.
Du wirst Ihm wohl sehr viel Zeit geben müssen, das Ganze für sich zu verarbeiten.
Eventuell ändert er seine ablehnende Haltung ja mit der Zeit, wenn Du, ganz vorsichtig und sensibel, Ihm die obengenanten Videos oder andere Informationen zukommen lässt.
Aber einen wirklich guten Rat für diese Situation habe ich auch nicht parat, da ich so etwas selbst nicht erlebt habe. Es ist sehr schwierig.
Aber ich denke, Du benötigst jetzt in Deiner Situation Hilfe von Anderen.
Anne-Mette hat Dir ja schon einen link geschickt und so wie ich Dich bisher kenne, meine ich, Du bleibst da auch dran, auch wenn alles sehr schwierig ist.
Sabrina_9223 hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 20:21 Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt, wenn ich es jetzt mehr auslebe.
Ich auch und wünsche Dir Alles Gute 🍀 und viel Kraft für die kommende Zeit.

drückt Dich
Deine Violetta 💜 🌺
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 51 im Thema

Beitrag von Liv »

Hey Sabrina,

fühle dich virtuell gedrückt! Du hast ein paar richtig dicke Bretter gebohrt und du kannst stolz auf dich sein.

Wenn ich das hier lese:
Sabrina_9223 hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 20:21 Endlich kein Geheimnis mehr. Endlich kann ich zu Hause machen, was ich möchte. Endlich ich.
… dann war es all den Stress wert!

Dass Angehörige erstmal emotional überrumpelt sind, liegt in der Natur der Sache. Gerade wenn man ergebnisoffen an die Sache heran geht, entstehen in persönlichen Umfeld oft Ängste, die man den Betroffenen nicht so einfach nehmen kann. Im Gegenteil, man sollte ihnen Zeit geben, die neue Situation zu verdauen. Wenn der Staub sie erstmal wieder gelegt hat, sieht die Welt oft schon wieder ander aus. Sei standhaft!
Sabrina_9223 hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 20:21 Interessant ist, dass alle drei eingeweihten Personen direkt sagen, ich sei trans – allein aus dem, was ich erzählt habe. Ich bin in keiner Weise feminin, auch meine Hobbys und mein Auftreten sind es nicht, das haben auch alle gesagt. Trotzdem kann ich es selbst nicht zu 100 % ausschließen, da es einfach zu viele Gedanken gibt, die genau in diese Richtung gehen.
Da würde ich jetzt erstmal nicht viel drauf geben. Diese drei Menschen haben vermutlich sehr wenig Ahnung von Transidentität oder gar Nichtbinarität, vermutlich primär aus den Medien. Wer oder was Du bist bestimmst Du allein. Dabei ist auch völlig egal wie du aussiehst oder welche Hobbies du hast.

Und bezüglich deines Auftretens (fachlich Geschlechtsausdruck genannt): Wenn ich Menschen, die mich nur von meiner männlichen Seite kennen, von meiner weiblichen Seite erzähle, können sie es oft nicht fassen (WAAS… DU???). Wenn ich aber Menschen, die mich nur von meiner weiblichen Seite kennen, morgens ungeschminkt und ohne Kaffee über den Weg laufe, bekomme ich zu hören, dass ich auch so super-feminin sei. Life is strange.

Sabrina_9223 hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 20:21 Mein Bruder kommt damit überhaupt nicht klar… Er kann mich nicht mehr anschauen. Ich hätte ihn seit meiner Geburt belogen.
Er hat sich betrunken und spricht nicht mehr mit mir.
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 14:15 Im Moment habe ich sogar Angst davor, was mich morgen nach der Arbeit erwarten könnte 😓. Mein Bruder hat zurzeit Urlaub, wodurch es sein kann, dass morgen plötzlich alle meine Sachen im Müll liegen. Ich kann derzeit nicht einschätzen, ob sich die Situation in absehbarer Zeit beruhigen wird oder nicht.

Bezüglich deines Bruders solltest Du Dir mittelfristig über eure Wohnsituation Gedanken machen. Ich weiß nicht, warum ihr zusammen wohnt, aber Du brauchst zuhause einen Safe Space, wo Du Dich ausleben kannst. Dein Bruder wird da immer ein Störfaktor sein, auch wenn er sich wieder einfängt. Kurzfristig solltest Du einen Plan B haben (Notfalltasche und Schlafmöglichkeit), falls die Lage eskaliert. Ich drücke Dir die Daumen!

LG
Liv
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 52 im Thema

Beitrag von Sabrina_9223 »

Michi hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 14:42 Urlaub in dieser Situation ist eher nicht so gut, weil ich befürchte, dass dein Bruder alleine zuhause sitzt und dadurch mehr Zeit zum Grübeln hat. Das kenne ich von mir selbst im Zusammenhang mit anderen Themen. Nur so ein Gedanke: Ob deine Mutter ihn beschäftigen kann? Ich weiß, ist vielleicht viel verlangt. Ich kenne ja ihre persönliche Situation nicht.
Ich habe heute nochmal mit ihm gesprochen, und die Situation scheint sich zu verbessern 😊.
Er möchte im Moment zwar nicht alles sehen, aber ich kann machen, was ich möchte, und er wird bestimmte Bereiche des Hauses dann meiden.
Das Gespräch war sehr ruhig und deutlich entspannter, als ich es erwartet hätte.
Er hat aktuell nichts direkt was dagegen. Gleichzeitig sagt er aber schon, dass er glaubt, dass es durch das Ausleben nur eine Frage der Zeit ist, bis es zu einem vollständigen Weg kommt.
Davor hat er allerdings Angst. Er weiß nun, dass er immer ein offenes Ohr bei mir hat und dass er alles über mich weiß – mehr Vertrauen kann man keinem anderen schenken.

Ich fühle mich jetzt deutlich besser 🤗. Deshalb musste dieses Gespräch auch heute noch stattfinden, denn ich wollte ungerne mit so gemischten Gefühlen zur Arbeit.
Jetzt werde ich den restlichen Abend noch entspannen und schauen, was die Woche so bringt.
Anne-Mette hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 16:33 Beratungsstelle Hessen, Kompetenzzentrum Trans* und Diversität Frankfurt
Vielen Dank! Ich hatte da sogar schon vor Wochen angefragt, und man hat mir gesagt, dass ich mich ab dem 07.01. wieder melden soll.
Ich habe bei vielen Infozentren/Treffen per Mail angefragt, die ich hier im Forum gefunden habe.
Ein Gespräch in Gießen kurz vor Weihnachten hatte ich bereits, und nun steht noch ein weiterer Termin Ende Januar an 😊.
Die Situation mit den Therapeut:innen ist, denke ich, wie überall, nicht optimal. Gießen konnte keine Auskunft für den Raum Frankfurt geben,
aber diese werde ich nun wohl über die Beratungsstelle in Frankfurt erhalten. Mir ist es wichtig, jemanden zu finden, der sich wirklich auskennt.
Hier auf dem Land ist das fast unmöglich, deshalb sind die größeren Städte denke ich der richtige Weg.
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 17:52 puh, das ist Mist. Aus der eigenen Erfahrung mit Menschen, die so denken ist nicht ein Mangel an "Wissen" zum Thema, sondern das Gefühl ganz tiefer persönlicher Verletzung. Es ist dieser empfundene Vertrauensbruch, der vorrangig das Denken prägt.
...
So absurd es auch klingt, aber manche Leute finden, sie hätten aus ihrer Beziehung zu dir heraus eine Art Anspruch auf mehr Wissen über dich. Ich hatte damals eine Bekannte, die richtig wütend auf mich war, weil sie meinte, als "Freund" hätte ich ihr sowas nicht so lange verheimlichen dürfen. Und meine Ex fährt ne ähnliche Schiene. Vollkommen unversöhnlich, leider.
Ich versuche schon, ein wenig mehr Wissen zu vermitteln, merke aber, dass kaum jemand Lust hat, sich damit auseinanderzusetzen.
Deshalb versuche ich aktuell, alles selbst zu erklären, aus dem, was ich in den letzten Wochen dazu gelernt habe.

Bei meiner Ex hat sich die Situation inzwischen etwas beruhigt. Ich habe ihr erlaubt, das mit ihrer besten Freundin zu besprechen,
und wir hatten einen wirklich schönen Austausch darüber. Sie findet es eher schwierig, dass ich erwarte, sie solle mit niemandem darüber sprechen..
Ich habe einfach Angst vor unkontrollierten Zwangs-Outings – das macht mir momentan die meiste Sorge :roll:
Malvine hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 18:04 lass dich in den Arm nehmen und dich drücken, als Zeichen des Mitgefühls für deine Situation. (dr)
Violetta-TransFlower hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 18:09 Ich auch und wünsche Dir Alles Gute 🍀 und viel Kraft für die kommende Zeit.
Liv hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 18:15 fühle dich virtuell gedrückt! Du hast ein paar richtig dicke Bretter gebohrt und du kannst stolz auf dich sein.
Ein ganz großes Dankeschön an euch alle! ❤️ (dr)
Mich freut es sehr, all das zu lesen, und ich hatte mich vorher schon intensiv mit dem Outing beschäftigt. Ich wusste, dass es teilweise sehr unangenehm werden kann –
aber am Ende wird man doch sehr davon überrumpelt 😓. Vor allem, weil im direkten Gespräch nie jemand sofort negativ reagiert.
Das Negative kommt oft erst mit der Zeit, durch intensivere Nachfragen oder – wie bei meinem Bruder – erst am nächsten Tag.
Dass meine Mutter so extrem gelassen reagiert hat, hätte ich auch nicht direkt erwartet. Sie hat überhaupt kein Problem damit, selbst wenn der Weg jetzt über HRT ginge.

Am Ende bin ich einfach froh, dass ich das jetzt hinter mir habe und so ins neue Jahr starte.
Ich freue mich darauf, zu sehen, wie es nun weitergeht und was die nächsten Gespräche bei der Beratung und im Laufe des Jahres bei einem Therapeuten bringen werden 😊 (flo)

Liebe Grüße
Sabrina
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 53 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hi Sabrina, ich sitze am Handy und kann darum nicht gut selektiv zitieren, aber was deine Ex angeht und ihr Bedürfnis, da mit anderen drüber zu sprechen: geht eigentlich gar nicht.

Sie hat 0 Recht dazu, dich gegenüber anderen zu outen. Sie kann mit anderen über "jemanden" sprechen, aber sollte dann sehr gut darauf achten, das man aus der Beschreibung nicht auf dich schließen kann.

Mein Ex hat das gemacht, ohne meine Zustimmung zu haben und es ist ein echt beschissenes Gefühl.

Das habe ich erst "freigegeben" als ich angefangen habe, mich komplett zu outen, um dann in die HRT zu starten.

Du darfst das natürlich anders sehen und handhaben, meine Entscheidung ist nur genau meine und hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Lass dich aber von anderen nicht wegen deren "schwieriger Situation" verunsichern. Deren Situation ist nicht schwierig.
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 54 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 19:12 Ich versuche schon, ein wenig mehr Wissen zu vermitteln, merke aber, dass kaum jemand Lust hat, sich damit auseinanderzusetzen.
Manchen Angehörigen kann mit einem Buch geholfen werden, sich besser in das Thema einzufinden

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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 55 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 19:28 was deine Ex angeht und ihr Bedürfnis, da mit anderen drüber zu sprechen: geht eigentlich gar nicht.
Hmm, das sehe ich anders. Schließlich ist es in gewisser Weise eine Zumutung, diese Information rauszugeben und dann zu sagen:
Darüber darfst du mit niemandem reden. Mir doch egal, wie du damit klar kommst.
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 19:28 Lass dich aber von anderen nicht wegen deren "schwieriger Situation" verunsichern. Deren Situation ist nicht schwierig.
Das kannst du doch gar nicht wissen. Den Stress mit deiner Ex in allen Ehren, aber es ist für mich übergriffig, Anderen den Mund zu verbieten. Im Moment der Offenbarung trage ich auch eine Verantwortung für die andere Person und deren Wohlergehen.

Klar kann es Konstellationen geben, wo das in der von dir geäußerten Absolutheit sinnvoll ist. Es kann aber genauso gut auch ganz anders sein. Das sollte man besprechen und eine gemeinsame Lösung finden.

LGL
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 56 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Sabrina_9223 hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 19:12 Ich habe heute nochmal mit ihm gesprochen, und die Situation scheint sich zu verbessern 😊.
Er möchte im Moment zwar nicht alles sehen, aber ich kann machen, was ich möchte, und er wird bestimmte Bereiche des Hauses dann meiden.
Das Gespräch war sehr ruhig und deutlich entspannter, als ich es erwartet hätte.
Das freut mich zu lesen, liebe Sabrina.
Ich hoffe sehr und wünsche Dir, daß es so etwas entspannter weitergeht und Du, Du selbst sein darfst.

freut sich mit Dir (smili)
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 57 im Thema

Beitrag von Sabrina_9223 »

Lana hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 20:02 Hmm, das sehe ich anders. Schließlich ist es in gewisser Weise eine Zumutung, diese Information rauszugeben und dann zu sagen:
Darüber darfst du mit niemandem reden. Mir doch egal, wie du damit klar kommst.
Genau deshalb habe ich es ihr jetzt erlaubt. Für sie war es sehr belastend, mit niemandem außer mir darüber sprechen zu können. Sie hat schlecht geschlafen, war niedergeschlagen und in den letzten zwei Wochen immer wieder traurig 😕.
Wir haben dann offen darüber gesprochen, und ich habe ihr erklärt, dass es für mich wichtig ist, dass ihre Freundin das Thema für sich behält. Meine größte Sorge ist ein unkontrolliertes Zwangs-Outing.
Ich denke aber, in so einer speziellen Situation ist es absolut in Ordnung. Vor allem auch deshalb, weil sie mich vorher gefragt hat und respektvoll mit meiner Grenze umgegangen ist 🤗.

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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 58 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

@Sabrina: also da wäre ich jetzt aber schon mal neugierig, was genau denn an deiner Situation für deine Ex so dermaßen belastend sein soll, das sie deswegen schlaflose Nächte und depressive Stimmung hat?

Es ist ja nun nicht so, das da eine aktuell bestehende Beziehung auf einmal in Frage gestellt wird, mit einer möglichen Entscheidung, ob auch eine Frau/Frau-Partnerschaft vorstellbar ist oder nicht...

@Lana: im übrigen ist das so, wenn man jemanden ins Vertrauen setzt. Wenn mir jemand etwas vertraulich erzählt, dann halte ich meinen Mund, piep-egal wie gerne ich das mit anderen besprechen wollen würde. Und es ist ja nicht so, als ob die Ex hier in einer moralischen Zwickmühle steckt, weil Sabrina ihr etwas strafwürdiges Gebeichtet hat...

Aber vielleicht bin ich da auch einfach wieder nur absonderlich, das nur sowas wichtig ist. Sorry.
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 59 im Thema

Beitrag von Lana »

Für Sabrina ist es offensichtlich OK so wie es gelaufen ist. Das ist doch gut so. Die Hintergründe gehen uns nichts an.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Jan 2026, 17:42@Lana:
...
Es ist Sabrinas Thema. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

LGL
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Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 60 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Danke 🙏 Ich habe schon zwei Beiträge gelöscht
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