Michi hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 14:42
Urlaub in dieser Situation ist eher nicht so gut, weil ich befürchte, dass dein Bruder alleine zuhause sitzt und dadurch mehr Zeit zum Grübeln hat. Das kenne ich von mir selbst im Zusammenhang mit anderen Themen. Nur so ein Gedanke: Ob deine Mutter ihn beschäftigen kann? Ich weiß, ist vielleicht viel verlangt. Ich kenne ja ihre persönliche Situation nicht.
Ich habe heute nochmal mit ihm gesprochen, und die Situation scheint sich zu verbessern

.
Er möchte im Moment zwar nicht alles sehen, aber ich kann machen, was ich möchte, und er wird bestimmte Bereiche des Hauses dann meiden.
Das Gespräch war sehr ruhig und deutlich entspannter, als ich es erwartet hätte.
Er hat aktuell nichts direkt was dagegen. Gleichzeitig sagt er aber schon, dass er glaubt, dass es durch das Ausleben nur eine Frage der Zeit ist, bis es zu einem vollständigen Weg kommt.
Davor hat er allerdings Angst. Er weiß nun, dass er immer ein offenes Ohr bei mir hat und dass er alles über mich weiß – mehr Vertrauen kann man keinem anderen schenken.
Ich fühle mich jetzt deutlich besser

. Deshalb musste dieses Gespräch auch heute noch stattfinden, denn ich wollte ungerne mit so gemischten Gefühlen zur Arbeit.
Jetzt werde ich den restlichen Abend noch entspannen und schauen, was die Woche so bringt.
Anne-Mette hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 16:33
Beratungsstelle Hessen, Kompetenzzentrum Trans* und Diversität Frankfurt
Vielen Dank! Ich hatte da sogar schon vor Wochen angefragt, und man hat mir gesagt, dass ich mich ab dem 07.01. wieder melden soll.
Ich habe bei vielen Infozentren/Treffen per Mail angefragt, die ich hier im Forum gefunden habe.
Ein Gespräch in Gießen kurz vor Weihnachten hatte ich bereits, und nun steht noch ein weiterer Termin Ende Januar an

.
Die Situation mit den Therapeut:innen ist, denke ich, wie überall, nicht optimal. Gießen konnte keine Auskunft für den Raum Frankfurt geben,
aber diese werde ich nun wohl über die Beratungsstelle in Frankfurt erhalten. Mir ist es wichtig, jemanden zu finden, der sich wirklich auskennt.
Hier auf dem Land ist das fast unmöglich, deshalb sind die größeren Städte denke ich der richtige Weg.
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 17:52
puh, das ist Mist. Aus der eigenen Erfahrung mit Menschen, die so denken ist nicht ein Mangel an "Wissen" zum Thema, sondern das Gefühl ganz tiefer persönlicher Verletzung. Es ist dieser empfundene Vertrauensbruch, der vorrangig das Denken prägt.
...
So absurd es auch klingt, aber manche Leute finden, sie hätten aus ihrer Beziehung zu dir heraus eine Art Anspruch auf mehr Wissen über dich. Ich hatte damals eine Bekannte, die richtig wütend auf mich war, weil sie meinte, als "Freund" hätte ich ihr sowas nicht so lange verheimlichen dürfen. Und meine Ex fährt ne ähnliche Schiene. Vollkommen unversöhnlich, leider.
Ich versuche schon, ein wenig mehr Wissen zu vermitteln, merke aber, dass kaum jemand Lust hat, sich damit auseinanderzusetzen.
Deshalb versuche ich aktuell, alles selbst zu erklären, aus dem, was ich in den letzten Wochen dazu gelernt habe.
Bei meiner Ex hat sich die Situation inzwischen etwas beruhigt. Ich habe ihr erlaubt, das mit ihrer besten Freundin zu besprechen,
und wir hatten einen wirklich schönen Austausch darüber. Sie findet es eher schwierig, dass ich erwarte, sie solle mit niemandem darüber sprechen..
Ich habe einfach Angst vor unkontrollierten Zwangs-Outings – das macht mir momentan die meiste Sorge
Malvine hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 18:04
lass dich in den Arm nehmen und dich drücken, als Zeichen des Mitgefühls für deine Situation.
Violetta-TransFlower hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 18:09
Ich auch und wünsche Dir Alles Gute

und viel Kraft für die kommende Zeit.
Liv hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 18:15
fühle dich virtuell gedrückt! Du hast ein paar richtig dicke Bretter gebohrt und du kannst stolz auf dich sein.
Ein ganz großes Dankeschön an euch alle!
Mich freut es sehr, all das zu lesen, und ich hatte mich vorher schon intensiv mit dem Outing beschäftigt. Ich wusste, dass es teilweise sehr unangenehm werden kann –
aber am Ende wird man doch sehr davon überrumpelt

. Vor allem, weil im direkten Gespräch nie jemand sofort negativ reagiert.
Das Negative kommt oft erst mit der Zeit, durch intensivere Nachfragen oder – wie bei meinem Bruder – erst am nächsten Tag.
Dass meine Mutter so extrem gelassen reagiert hat, hätte ich auch nicht direkt erwartet. Sie hat überhaupt kein Problem damit, selbst wenn der Weg jetzt über HRT ginge.
Am Ende bin ich einfach froh, dass ich das jetzt hinter mir habe und so ins neue Jahr starte.
Ich freue mich darauf, zu sehen, wie es nun weitergeht und was die nächsten Gespräche bei der Beratung und im Laufe des Jahres bei einem Therapeuten bringen werden
Liebe Grüße
Sabrina
"Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst" - Dr. Emmett Brown (Zurück in die Zukunft III)