Malvine - mein Leben
Malvine - mein Leben - # 7

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Wally
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Re: Malvine - mein Leben

Post 91 im Thema

Beitrag von Wally »

Marcia V hat geschrieben: So 29. Sep 2024, 23:22 Über 40 Jahre bin ich in einem Metallberuf tätig und ich weiß wie dort gedacht und gesprochen wird, als Betriebsrat war ich auch mit vielen Problemen konfrontiert und habe erfahren müssen wie Verständnis und Akzeptanz geheuchelt wird und hinter dem Rücken von Personen im nächsten Moment die derbsten Sprüche gemacht werden, da kämpfst du gegen Windmühlen.
Das will und kann ich nicht aushalten.
Liebe Marcia,

Das musst Du leider aushalten - so oder so. Indem Du Dich selber verleugnest, änderst Du ja weder die Meinung solcher Leute über unsereins noch die Tatsache, dass Du zu eben dieser Sorte Mensch gehörst, über die sie so übel reden. Du verhinderst damit nur, dass sie selber wissen, über wen sie da reden. Wäre das denn wirklich so schlimm? Die kennen Dich doch ansonsten recht gut; freilich könnte es sein, dass sie Dich pauschal abwerten, sobald sie von "Marcia" erfahren. Es könnte aber auch sein, dass sie ihre pauschale Meinung über Crossdresser ein Stück weit revidieren, wenn sie erfahren, dass ausgerechnet ihr geschätzter, bewährter Arbeitskollege auch "so einer" ist. Einerseits wirst Du zwar wohl schon einiges an Ablehnung abkriegen (wenn auch wahrscheinlich nur heimlich, "hintenrum"); dafür bezieht sich aber ihre Akzeptanz - soweit nicht bloß geheuchelt - dann endlich auf Deine ganze Person, nicht bloß auf den ihnen bisher bekannten Teil. Unterm Strich ändert sich da nicht wirklich viel.
Marcia V hat geschrieben: So 29. Sep 2024, 23:22 Für mich ist der Wunsch Marcia zu spüren sehr stark und ich habe mir oft vorgestellt wie es wäre ständig so zu leben aber das ist nicht möglich. Ich bin keine Frau. Ich kann kurzzeitig viel kaschieren aber werde doch immer optisch früher oder später als Mann erkannt und mit ende 50 habe ich keine Ambitionen einer endgültigen Umwandlung.
An diesem Punkt fand ich Dein Posting sehr bedrückend: mir wurde beim Lesen wieder mal klar, dass meine (seit 4 Jahren ungeminderte) Euphorie über mein eigenes, problemloses, offenes Leben als Transfrau auf die Mehrzahl der Jüngeren leider immer noch nicht übertragbar ist. Ich habe halt das Glück, Rentnerin zu sein und keine beruflichen Rücksichten mehr nehmen zu müssen. Ich habe das Glück, eine liebe Ehefrau zu haben, die mich schon unter dem Vorzeichen meiner Transsexualität kennengelernt hat und mich seitdem vorbehaltlos akzeptiert und liebevoll unterstützt. Und ich habe keine Kinder im Haus, für deren ungestörte, weitere Entwicklung ich verantwortlich wäre. Ich verstehe sehr gut, dass all das zusammen es Dir derzeit schwierig bis unmöglich macht, Deine weibliche Seite angemessen zu leben.

Aber ausgerechnet am Problem des Passings jetzt so zu resignieren ("... werde doch immer optisch früher oder später als Mann erkannt und mit ende 50 habe ich keine Ambitionen einer endgültigen Umwandlung"), das halte ich für falsch. Aus meiner Sicht ist das Passing doch gar nicht das eigentliche Ziel, sondern nur einer von mehreren, möglichen Wegen da hin. Das Ziel war und ist für mich, subjektiv als Frau leben zu dürfen und dabei endlich wenigstens AUCH mit meiner weiblichen Seite gesehen und akzeptiert zu werden. Dass man mich dabei auch als körperlichen Mann sieht, ist für mich okay: ich bin's ja nun mal, das ist authentisch. Aber ich bin eben nicht nur männlich, psychisch/emotional bin ich weit überwiegend weiblich, und auch damit will ich endlich gesehen und akzeptiert werden. Mittlerweile funktioniert das bei mir recht gut; ein echtes Passing als biologische Frau ist dazu gar nicht mehr nötig.

Guck Dir Malvines Fotos an: das Entscheidende ist gar nicht das weibliche Outfit, sondern ihre emotionale Ausstrahlung dabei. Sie fühlt sich sichtlich wohl darin, es ist für sie selber stimmig, man sieht ihr das in der ganzen Erscheinung an, in der Körperhaltung und Mimik. Eben deshalb kommt das Ganze auch so authentisch rüber - trotz des männlichen Körpers, der da schon auch noch zu ahnen ist. Das Männliche ist zwar noch da, aber es stört nicht mehr, es kollidiert nicht mehr mit dem Gesamtbild, es passt harmonisch mit hinein. Ich denke, genau das ist der erfolgversprechendste Weg dahin, dass wir irgendwann nicht mehr erst als Rentner, sondern auch schon in Familie und Beruf unsere weibliche Seite offen leben dürfen. Das Ganze ist eine klassische "self fulfilling prophezy": es kann nur zur Realität werden, indem wir selber darauf vertrauen und es einfach tun.
Herzliche Grüße
Wally
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Malvine - mein Leben

Post 92 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Marcia,

ich möchte Wally da ganz zustimmen und nicht alles wiederholen. Ich werde auch in 3 Jahren in Rente gehen und mehr Zeit und damit mehr Freiheiten gewinnen. Auch im Verhältnis zu mener Frau mache ich ganz persönlich langsam Fortschritte. Je eher Du zu Dir selber findest, um so "voller" kannst Du Dein Leben selber gestalten. Ich habe Jahrzehnte gebraucht und wünsche jeder hier, das schneller und besser zu schaffen. Ich bin kein bisschen unzufrieden. Im Gegenteil, ich bin froh, das alles geschafft zu haben, auch wenn es etwas früher hätte sein können. Ich bin mir sicher, dass ich auch noch weitere Schritte in meiner Entwicklung gehen werde. So weit das Positive, dass ich aus meiner Perspektive mitgeben kann.

DIe Frage nach dem Outing auf der Arbeit ist nicht leicht zu beantworten. Ich denke, Du wirst für Dich die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt finden. Ich stand schon kurz davor, habe es aber doch gelassen. Vielleicht kommt das noch, aber im Augenblick ist mir das nicht wichtig, da ich einen hohen Anteil an Homeoffice habe. Du schreibst, dass Du gegen Windmühlen kämpfst. Ich glaube, dass musst Du vielleicht gar nicht. Es reicht vollkommen, wenn Du Dich auf Deine Situation konzentrierst und die Anderen ihr Ding tun lässt, solange Du nicht persönlich, zum Beispiel durch üble Nachrede, involviert bist. Du kannst niemanden ändern, schon gar nicht, wenn derjenige das nicht will. Überzeugen kann man durch das, was man selber tut und dazu steht. Das heißt nicht, dass Du Dich outen sollst, sondern nur, wenn Du es willst. Was ich für wenig sinnvoll erachte ist das klagen, dass äußere Umstände Dich nicht ließen. Ich habe darin große Erfahrung ;-) In Gesprächen mit meiner Frau punkte ich dadurch, dass ich formuliere, was für mich wichtig ist. Wie sie das bewertet, ist ihre Sache. Bei uns führte das zu einem besseren Verständnis, auch wenn wir dabei noch am Anfang sind.

Ratschäge sind auch nur Schläge, denn sie treffen nur auf mich zu. Aber ich denke, es ist mehr als eine Überlegung wert, was für Dich wichtig ist und es dann auch zu leben. Du musst auch nicht überall gleichzeitig eine Baustelle aufmachen. Meine Frau ist mir da am wichtigsten, bevor ich mich im Büro so zeige.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Malvine
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Re: Malvine - mein Leben

Post 93 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallo ihr Lieben,

wie ich schon im Tages-Outfit-Thread angekündigt habe, kommt hier nun die ausführlichere Beschreibung meines Ausflugs vom Samstag.

Wie immer fängt es mit der inneren Unruhe und der Sehnsucht nach meiner weibliche Seite an und der Frage, wie willst du diese Zeit beim nächsten mal verbringen. Gibt es Veranstaltungen, wo ich gerne als Malvine dabei sein möchte und die Normalität des Lebens genießen kann? Natürlich spielt auch die Terminplanung mit meiner Frau eine wichtige Rolle.
Für den Samstag war mal wieder der „Kiez und Pornofasching“ in einem örtlichen Club angesagt. Das klingt jetzt frivoler, als es am Ende tatsächlich war. Irgendwie hat es sich dann auch ergeben, das meine Frau den ganzen Samstag viel berufliche Arbeit vor sich hatte und ich somit tun konnte, was ich wollte. Also ging es jetzt noch darum für den Tag ein passendes Programm für den Tag zu finden. Ein bisschen in der Stadt unterwegs, durch die Läden ziehen und ein Kaffeetrinken gehen immer. Aber was mache ich in der Zeit von 19 Uhr – wenn bei uns hier alle Läden dicht machen - bis ich dann zwischen 22-23 Uhr im Club aufschlagen kann?
Dann macht Malvine auf Kultur und will ins Theater. Alle Veranstaltungskalender der Region durchforstet und dann eine Komödie in einem kleinen Theater gefunden, zeitlich alles perfekt. Online hab ich dann noch eine von wenigen Restkarten bestellen können.
Ihr kennt das bestimmt auch, man ist überall in der Welt unterwegs, besucht dort alle möglichen Sehenswürdigkeiten, doch vor Ort war man nur selten in Museen, Ausstellungen oder Sehenswürdigkeiten. So stand dieses mal für mich als Beginn des Tages ein Besuch im Bayreuther Festspielhaus auf dem Plan. Somit war das Tagesprogramm festgelegt.
Tja, dann wäre ja noch dir Frage mit der Kleidung. Eine Woche vorher begann ich schon mal mit diversen Gedankenspielen, was zu welchem Event wohl am besten passen würde. Fürs Theater war es schnell entschieden, es wird das schwarze Kleid mit dem weißen Muster, dazu ein paar schöne Stiefelchen in schwarz. Deutlich aufwändiger war die Suche nach dem Club-Outfit. Etwas leicht erotisches durfte es schon sein, aber ich wollte mich auf jeden Fall wohl fühlen. Nach einer guten Stunde hatte ich dann meinen Fundus durch und eine Entscheidung getroffen. Vernachlässigt hatte ich den City-Style, so dass ich mich erst am Samstag Vormittag damit beschäftigen konnte. Das Wetter machte es mir aber einfach, die kühlen Temperaturen ließen mich schnell zu einer Hose greifen, beim Oberteil war nach 8 Nieten dann auch eine passende Bluse gefunden.
Die körperlichen Vorbereitungen hatte ich schon am Freitag Abend beim Duschen begonnen. Für mich gehört eine Ganzkörperrasur einfach dazu. Somit ist da auch schnell mal eine Stunde weg, die ich mir dann für den Samstag schon gespart habe.
Als ich dann bei Frühstück saß und etwas durch Facebook stöberte, laß ich, die Theatervorstellung am Abend wurde wegen Krankheit abgesagt und kurze Zeit darauf klingelte auch schon mein Telefon. Die Theaterkasse teilte mir die Absage mit und wollte meine Bankdaten für die Rückzahlung der Ticketkosten. Ich war so mit dem herrichten beschäftigt, dass ich mir noch nicht wirklich Gedanken über eine Alternative machen konnte und wollte. Dies plante ich dann bei einer gemütlichen Tasse Kaffe später noch zu erledigen. Am Vormittag hatte ich schon mal alle weiteren Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires in meinen Bus gebracht, damit ich zügig loskommen kann.

Dann war es auch so weit, Jacke anziehen, Handtasche schnappen, Schlüssel einstecken, ein letzter Blick in den Spiegel und der feschen Frau ein schönes Lächeln schenken. Es geht raus aus der Haustür. Inzwischen ist es mir auch egal, ob in der Nachbarschaft jemand gerade vor dem Haus ist und mich sehen könnte.
Mein erstes Ziel war das Bayreuther Festspielhaus, gebaut 1872 ohne großes Schnickschnack – und somit auch ohne Heizung oder Klimaanlage. Dementsprechend frisch war es im Gebäude. Schön war es, das Klackern meiner Absätze auf dem Steinboden zu hören, als wir durch das Gebäude geführt wurden. Nach einer knappen Stunde war die Führung auch schon wieder vorbei und ich habe mich auf den Weg ins City-Center gemacht. Es war ja schließlich schon Zeit fürs Kaffeetrinken und mein Abendprogramm mußte ja noch neu geplant werden.
Bei einer heißen Schokolade und einer Himbeerschnitte stöberte ich im Veranstaltungskalender und wurde bei einer anderen kleinen Bühne im Ort fündig – und oh welch Fügung, es war genau noch 1 Sitzplatz für die Vorstellung von „Peer Gynt“ zur Verfügung. Dank online-Buchung war dieses Problem auch schnell gelöst. Im Anschluss war ich noch etwas shoppen und konnte mir einen neuen Langarm-Body zulegen und habe mich nach langem überlegen für eine tollen Jumpsuit entschieden.
Einziges Problem ist allerding der Rückenreißverschluss, den ich nicht zu bekam. Genau in diesem Moment war eine Mitarbeiterin vor meiner Umkleide aktiv und ich habe die Chance genutzt. Tür auf und kurz gefragt, ob sie mir denn den Reißverschluss schliessen könnte. Ein paar kurze Blicke in den Spiegel und ich war überzeugt. Dann bat ich sie noch einmal, ihn wieder zu öffnen und verabschiedete mich wieder in die Umkleide.
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Ihr seht mich vor und im Festspielhaus, unten rechts mein neuen Jumpsuit, links durfte Snoopy auch mal etwas sehen, bevor die Bluse wieder angezogen wurde
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Malvine
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Re: Malvine - mein Leben

Post 94 im Thema

Beitrag von Malvine »

...weiter geht es mit dem 2.Teil....

Die Zeit verging wie im Flug und gegen 18 Uhr machte ich mich auf dem Weg zum Theater, die Vorstellung sollte um 20 Uhr beginnen. Ein kurzer Zwischenstopp bei McD für ein kleines Abendessen um dann auch gleich im Anschluss mit meinem Bus einen Parkplatz in der Nähe des Theaters anzusteuern.
Mein Bulli hat hinten eine 3er Sitzbank und viel Fußraum, so dass ich mich dort bequem umziehen kann. Es war somit Zeit den ersten Kleidungswechsel zu machen. Fürs Theater gab es dann auch noch eine andere Perücke, aus der Jacke wurde ein Mantel und mit schwarzen Stiefelchen wurde es ein passendes Outfit.
Zeitlich passte alles und ich konnte entspannt zum Eingang laufen – und mußte dabei feststellen „this boots are not made for walking“….
An der Theaterkasse konnte ich dann noch mein Ticket abholen und wartete mit den anderen Gästen auf den Einlass. Ein erster Schreckmoment war, als ich meinen Trauzeugen mit seiner Frau in der Menschenmenge sah. Aber trotz kurzem Augenkontakt gab es von ihm keine weiter Regung mir gegenüber. Ansprechen wollte ich die beiden jetzt auch nicht, es war einfach der falsche Augenblick für ein Outing.
Da es mein erster Besuch in diesem Theater war, kannte ich den Zuschauerraum nicht. Mein Sitzplatz war ganz am Rand, somit sollte der Zugang ja kein Problem darstellen – deshalb habe ich mich auch als eine der letzten in den Zuschauerraum begeben….Ohhhhhhjeeeeee….es gab nur eine Seitenzugang und ich mußte genau auf die andere Seite. Was blieb mir übrig – ich mußte eine ganze Reihe mit 10 Personen bitten aufzustehen, damit ich an meine Platz kommen kann. Und als ob das nicht schon peinlich genug wäre, ich hatte noch die falsche Reihe gewählt und stand nun oberhalb von meinem Sitzplatz. Noch einmal die ganze Reihe aufscheuchen um dann eine Reihe weiter unten wieder alle aufstehen zu lassen? OMG….bitte nicht…..
Ich habe mich dann für das unkomplizierte überklettern der Rückenlehne entschieden und konnte auf meinen richtigen Sitz platz nehmen.
Da ich ursprünglich eine Komödie für den geplanten Theaterbesuch war „Peer Gynt“ schon eine etwas krassere Angelgenheit. Begeistert war ich zumindest von der schauspielerischen Leistung und Umsetzung, auch wenn die Handlung mit etwas ratlos zurück lies.
In der Pause sah ich dann auch noch den Sohn unserer Nachbarn im Foyer – er war einer der jungen Männer, die ich auf meinem Weg in der falschen Reihe aufstehen ließ. Aber wie es eigentlich zu erwarten war, nahm auch er keinerlei Notiz von mir.
Etwas nervös machte mich dann aber die länge vor Vorstellung, denn ich wollte ja noch den freien Eintritt im Club bis 23 Uhr mitnehmen. Nach zahlreichen Vorhängen für die Darsteller war es schon 22:30 als ich das Theater verlassen habe. Zum Glück hatte alles gut organisiert in meinem Bus liegen. Kleid runter und Club-Outfit ran, Daunenjacke an und schnell hinters Lenkrad. Ein knapper Kilometer durch die Stadt auf den nächsten Parkplatz, Parkticket lösen und zu Fuß 200m zum Club.
Und es hat gereicht, kurz vor 23 Uhr an den Türstehern vorbei, ein „aber gerade noch rechtzeitig“ gesagt bekommen, Bändchen an den Arm, Jacke an der Garderobe abgegeben und rein in Vergnügen.
Eine kleine Anmerkung zum Motto des „Kiez und Pornofasching“ – es war mehr Schein als Sein. Ein paar Fetisch-Kostüme, Police-Style, generell war schwarz die Hauptfarbe, manche zeigten viel Haut, andere weniger, oft ein hauch von erotic aber immer wohl dosiert. Natürlich gab es auch Themenfremde Kostüme wie eine Lidl-Kühltasche oder eine Tintenfisch, aber auch auch genügend unkostümierte Menschen, die einfach nur tanzen wollten.
Viel Lieder konnte ich für mich mitsingen, als Grufti bin ich da schon etwas stolz drauf oder es waren einfach Titel aus meiner Jugend, die einfach zeitlos sind.
Ein junges Mädchen hat mich später mal in den „Tanzkreis“ mit ihrer Freundin aufgenommen und mir ein paar Fragen gestellt. Dies ging wegen der Lautstärke nur direkt vom Mund ins Ohr. Sie wollte meine Name wissen und was ich den bin...wir haben dann einfach noch etwas zusammen abgetanzt und die Beats genossen.
Nach gut 2 Stunden um kurz nach 1 hat bei mir die Altersweisheit gesiegt und ich habe mich auf den Rückweg gemacht. Jacke wieder abgeholt und raus an die frische Luft. Erst in der Stille der Nacht merkte ich, wie mir die Ohren noch klangen….aber ich fühlte mich so glücklich, diesen wunderschönen Tag so intensiv gelebt zu haben. Mich jetzt gleich in mein Auto setzen und nach Hause fahren konnte ich mir nicht vorstellen. Ich lief dann einfach am Parkplatz vorbei in die Fußgängerzone, der Kontrast der nächtlich ruhigen Innenstadt zum lauten Club war schon extrem, aber ich genoss es einfach über den Marktplatz zu schlender und mich dennoch intensiv zu spüren. Um 2 Uhr war ich dann wieder zuhause und war überrascht, das meine Frau noch wach war. Sie kam auch erst gegen halb eins nach Hause von der Arbeit. Dort krieselt es derzeit akut und mir war klar, dass sie noch jemanden zum Reden braucht. Meine Rückkehr zum Männermodus war dementsprechend schnell und es blieb keine Zeit für Melancholie. Um 3 Uhr war dann Bettruhe nach eine wunderschönen Tag für Malvine

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://i.ibb.co/dsxM0YcK/BT3.jpg


Den Sonntag war ich dann im MM mit meiner Frau unterwegs. Die letzten Tage stellte ich aber fest, dass mir dieser Tag emotional doch noch nachhängt. Es war eine hohe emotionale Erlebnissdichte, die ich nur langsam verarbeiten kann. Es ist eine Mischung aus Wehmut, Glück und Zufriedenheit. Aber auch die Sehnsucht wieder in diese Welt eintauchen zu wollen.

LG
Malvine
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Daniela04
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Re: Malvine - mein Leben

Post 95 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Malvine

Toll, Deine Geschichte zu lesen und wie Du das geniessen konntest! Vielen Dank für Dein Bericht und die schönen Fotos!
Malvine hat geschrieben: Mi 5. Mär 2025, 22:46 Die letzten Tage stellte ich aber fest, dass mir dieser Tag emotional doch noch nachhängt. Es war eine hohe emotionale Erlebnissdichte, die ich nur langsam verarbeiten kann. Es ist eine Mischung aus Wehmut, Glück und Zufriedenheit. Aber auch die Sehnsucht wieder in diese Welt eintauchen zu wollen.
Das erlebe ich jedesmal nach den Treffen und freue mich schon auch auf das nächste Treffen diesen Freitag, hänge auch immer vorher in meinen Gedanken um festzulegen was ich anziehen soll. Am Abend ist das neue Pettycoatkleid gesetzt.

Lieber Gruss
Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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Re: Malvine - mein Leben

Post 96 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Das war ja ein toller Malvine Tag...freue mich für Dich und kann das Hochgefühl sehr gut nachfühlen. Bei dem Foto mit dem Jumpsuit habe ich ein Fragezeichen....geht da eine Bluse drunter?
Alles Liebe Violetta
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

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Re: Malvine - mein Leben

Post 97 im Thema

Beitrag von Manuelaw »

Liebe Malvine,

Das war ein schöner Bericht. Da fehlt mir noch ein bisschen Selbstbewusstsein, um so etwas zu erleben.

Liebe Grüße Manuela
Malvine
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Re: Malvine - mein Leben

Post 98 im Thema

Beitrag von Malvine »

Violetta Arden hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 22:15 geht da eine Bluse drunter?
Was du auf dem Bild siehst ist ein Einteiler, das weiße Oberteil ist mit dem corsageähnlichen schwarzen Oberteil fest verbunden und lässt sich nur über einen Rückenreißverschluss öffnen. Daher habe ich auch den Beitrag mit dem Reißverschluss...

LG
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Re: Malvine - mein Leben

Post 99 im Thema

Beitrag von Desiree Maxima »

Liebe Malvine,

vielen Dank für die Erzählung Deines Ausfluges - das war wieder so richtig zum mit(er)leben. Ein Bulli ist für solche Ausflüge schon eine praktische Sache. Ich könnte mir doch glatt vorstellen, nur wegen des Crossdressings mir ebenfalls so ein Auto zuzulegen :)
Malvine hat geschrieben: Mi 5. Mär 2025, 22:46 Die letzten Tage stellte ich aber fest, dass mir dieser Tag emotional doch noch nachhängt. Es war eine hohe emotionale Erlebnissdichte, die ich nur langsam verarbeiten kann. Es ist eine Mischung aus Wehmut, Glück und Zufriedenheit. Aber auch die Sehnsucht wieder in diese Welt eintauchen zu wollen.
Oh liebe Malvine - hier kann ich seit meinem Ausflug nach Graz vor zwei Wochen sehr gut nachempfinden, wie Du Dich nun fühlst (dr)

Und Riesenkompliment zu allen Deinen Outfits. Du siehst wieder mal in jedem einfach großartig aus (he)

Alles Liebe
Desiree
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Re: Malvine - mein Leben

Post 100 im Thema

Beitrag von Rockundabsatz »

Malvine,
Ich beglückwünsche dich zu diesem für dich schlussendlich gelungen Tag/Erlebnissen mit etwas (mehr) Neid.
Gestylt auszugehen ist schon ein tolles, beglückendes Erlebnis. Umso mehr finde ich , wenn man nicht allein losziehen muss, sondern mit Gleichgesinnten oder dem Partner.

In meinem zumindest kalendarischem Alter wären mir 2 Abendveranstaltungen an einem Abend zu viel gewesen. Wann war ich das letzte Mal nach 23:00 Uhr aus? Muss schon lange her sein.
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Re: Malvine - mein Leben

Post 101 im Thema

Beitrag von Malvine »

Rockundabsatz hat geschrieben: Fr 7. Mär 2025, 08:52 In meinem zumindest kalendarischem Alter wären mir 2 Abendveranstaltungen an einem Abend zu viel gewesen.
ich habe es mir auch lange überlegt, ob es wirklich sinnvoll ist...mit meinen 53 Jahren bin ich auch nicht mehr die Jüngst. Es war für mich einfach die Frage, wie ich diese 3-Stunden-Loch füllen kann, denn die Priorität an diesem Abend lag auf dem Club-Besuch. Aber unterm Strich war es dann doch ein gelungener Tag.
1-2x im Jahr darf das schon sein die Erinnerungen aus der Jugend wieder lebendig werden zu lassen.

LG
Malvine
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Re: Malvine - mein Leben

Post 102 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallo ihr Lieben,

ihr kennt ja schon viele meiner Bilder aus dem Tagesoutfit-Thread - schön in Farbe und viel Outfit. Und dann war da neulich hier im Forum die Nachfrage, ob es auch Bilder in erotischen Outfits gibt...
Und da trennt sich für mich die Spreu vom Weizen. Bilder, wo sich Trans und CD mehr oder weniger erotisch in Dessous und Posen zeigen, findet man zuhauf im Netz - und genau so möchte ich mich nicht zeigen. Für mich steigt die Erotik, wenn die Fantasie viel Freiraum bekommt und anregend ist. Verdeckte Tatsachen sind für mich oft ansprechender als wenn man alles zu sehen bekommt.
Nun hab ich in meinem Archiv etwas gekramt und einige Detailbilder in Farbe gefunden und diese mit einem S/W-Filter bearbeitet. Das Ergebnis seht ihr nun hier.

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Re: Malvine - mein Leben

Post 103 im Thema

Beitrag von Malvine »

Lange ist es her und es wird wieder einmal Zeit hier etwas über mich, mein Jahr und was mich alles bewegt hat zu schreiben.

Viele Bilder meiner Ausflüge habe ich dieses Jahr schon im Was tragt ihr für ein Outfit-Thread gepostet und hab mich jedes mal riesig gefreut, dass euch meine Beiträge so gut gefallen haben. An dieser Stelle noch mal ein dickes DANKESCHÖN an euch für den Zuspruch. Zeigt es mir doch, ich bin auf einem guten Weg.

Im Rückblick auf dieses Jahr konnte ich feststellen, wie oft ich es doch geschafft hatte Malvine in die Öffentlichkeit zu lassen. Wenn es nach meinen Erinnerungen geht, war es viel zu wenig, betrachte ich die Bilder in meinem Archiv, bin ich erstaunt, was doch alles möglich war.
Es gab dieses Jahr ein paar Verschiebungen in meinen Ausflügen. Ziel war es vermehrt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Ob Theater, Konzert oder Club, die Scheu vor der Öffentlichkeit ist so gut wie weg und ich will mich nicht mehr verstecken, muss mich aber auch nicht bewusst in den Vordergrund stellen. Einfach Mensch sein, mich so geben wie ich bin und vor allem auch so mit Menschen sprechen, ohne meine Stimme verstellen zu müssen oder mich sogar für meine männliche Stimme zu schämen. Auch ging es für ein Stück darum, mich nicht hinter Kleidung zu verstecken. Heißt jetzt nicht, dass ich Nackt durch die Gegend gelaufen bin - zumindest nicht in der Öffentlichkeit....
Man(n) kann seine Körper ganz einfach hinter langer Kleidung verstecken, bei mir gab es dieses Jahr ein paar Kleider oder Kleidungsstücke, wo ich deutlich mehr Haut zeigte...Body-Positivity nennt sich das wohl irgendwie. Für mich auch ein Schritt dahin, den eigenen Körper mit männlichen Migrationshintergrund vor dem eigenen Idealbild der Weiblichkeit zu akzeptieren.
Einher geht die Erkenntnis der eigenen erotischen Ausstrahlung in Verbindung mit der Selbstakzeptanz des eigenen Körpers und das Spiel mit den Sinnen. War es bisher die Basic Unterwäsche, so habe ich mir dieses Jahr ein paar schöne Wäschesets zugelegt, die ich jetzt auch mit Genuss trage. Für mich einfach ein weiterer Schritt hin zur ganzheitlichen Selbstakzeptanz.

Im vergangenen Jahr hatte ich auch ein paar mentale Challenges als Malvine da draußen. Zum Einen war es wieder ein Besuch im Bikini am Badesee am späten Nachmittag, als nur noch wenige Besuche vor Ort waren. Für mich auf jeden Fall ein Glücksmoment, mich so verletzlich und angreifbar zu geben, aber trotzdem die Freiheit und Natürlichkeit am See zu erleben.
Die 2. große Challenge war ein Besuch beim Blutspendedienst, wo ich mit meinem männlichen Namen registriert bin. Der große Knackpunkt ist der Augenblick, wo frau sich eine Liege ausgewählt hat und darauf wartet, dass der männliche Name aufgerufen wird, damit das Equipment zu einem getragen wird. Diese öffentliche Outing kann ich mir in meinem Heimatort nicht vorstellen, weshalb ich Termine in der näheren Umgebung wahrgenommen habe. Und ich schreibe hier mit Absicht in der Mehrzahl, denn ich hatte kurz vor Weihnachten meinen 2. Spendetermin als Malvine genossen.
Damit es hier nicht ganz so trocken wird, gibt es auch ein paar Bilder dazu.
Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://i.ibb.co/gMckvQYk/Polish-202512 ... 0x1401.jpg

Bevor es zur Spende ging, machte ich noch eine Abstecher in einen Nachbarort für ein paar Bilder. Dabei war natürlich das neue Kleid, welches ich mir erst ein paar Tage zuvor gegönnt hatte. Für mich einfach eine passende Kombination. Die Kolonnaden im Kurpark waren ein dankbares Motiv für herbstliche Bilder und es waren wieder ein paar sehr schöne Bilder dabei - auch wenn die Lichtverhältnisse am späten Nachmittag nicht mehr die Besten waren.
Auf dem Weg zum Ort der Blutspende musste dann noch ein kurzer Stopp an der Panorama-Gondel sein, wo ich noch einmal die Kamera auspackte.
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Dank Terminreservierung war ich die erste an diesem Tag. Trotz meines männlichen Vornamens im System gab es keine Rückfragen....und ich wurde immer mit Herr XXX angesprochen. Ich nehme es dem Personal nicht übel. Sie sind es gewohnt in ihr System zu schauen und die Menschen mit dem dort hinterlegten Namen anzusprechen. Es gab aber keine Nachfragen oder schräge Blicke. Ich konnte mich ganz einfach wohl fühlen.
Nach der Spende und der anschließenden Verpflegung machte ich noch einen kurzen Stopp in der Ortsmitte um mich mit dem Schneemann abzulichten. Ein gelungenes Shooting, war es doch eines meiner Weihnachtsmotive für dieses Jahr.

Für die Gala 25 hatte ich mich bereit erklärt, die Finanzabwicklung zu übernehmen um Nora in der Vorbereitung etwas zu entlasten. Für die Gala 26 bin ich nun zusammen mit 2 Schwestern Teil des Orgateams und freue mich, wie gut die Zusammenarbeit im Team klappt und wie zahlreich und positiv die Anmeldung zum Event bisher eingegangen sind. Natürlich war auch die Gala 25 ein tolles Highlight im Jahr. Eine gute Zeit mit vielen wundervollen Menschen verbracht und 100% Malvine sein können.

Ansonsten gibt es noch ein paar Dinge aus dem privaten Bereich, die mich dieses Jahr beschäftigt hatten. Da war der Tod meines Schwiegervaters. Familiär war hier die letzten 15 Jahre mehr oder weniger Funkstille und für mich war es keine emotionale Belastung. Meine Frau nahm das ganze etwas mehr mit, aber nur insoweit, dass sie sich jetzt etwas mehr um ihre Mutter kümmert. Etwas anders ist es bei meinen Eltern, beide um die 80. Sie haben - aus meiner Sicht gerade noch rechtzeitig - beschlossen das Familien-Reihenhaus zu verkaufen und in eine 2 Zimmerwohnung umzuziehen. Barrierefrei, ohne Treppen dafür mit kurze Weg mit der Option der Betreuung. Wir hatten fast schon die Hoffnung aufgegeben, ob sie diesen Schritt noch schaffen. Sind doch beide schon körperlich nicht mehr fit. Und wie so oft muss dann alles schnell gehen. Vieles haben sie selbst gemach und weg gebracht oder entsorgt. Doch gerade im Keller zeigte sich die Sammlerleidenschaft. Man könnte es noch einmal brauchen? ...dann ab in den Keller.
Für mich eine mentale Herrausforderung. Zum einen weil ich etwas erschlagen war, von dem, was sich dort alles angesammelt hat. Zum anderen tauchen wieder zahlreiche "Leichen" meiner Jugend auf. Obwohl ich schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr dort wohnte, fanden sich beim Durchforsten des Hauses immer wieder Gegenstände mit einer emotionalen Bindung. Da war wirklich viel Selbstreflektion angesagt. Die Erkenntnis, meine Eltern werden alt und die Zeit läuft kontinuierlich ab. Wie gestalte ich mein Leben, wo habe ich ähnliche Tendenzen, die mich in meiner Freiheit einschränken werden.
Es war ein sehr arbeitsreiches Jahr für mich, sowohl geschäftlich als auch privat. Ein großer Dank geht wie immer an meine Frau, die mich meine Malvine-Zeit nehmen lässt und es mir bisher noch nicht zum Vorwurf bei Meinungsverschiedenheiten gemacht hat. Sie ist diejenige, die mich immer wieder erdet, für die ich aber auch immer gerne der Ehemann bin.

Auch 2026 hat schon ein paar markante Termine, sei es im Januar das Waldschlösschen oder im Juni die Gala 26. Und dann wären da noch die vielen kleinen Ausflüge vor der Haustür. Ich bin dankbar für die Möglichkeiten, die sich mir bieten und nehme sie als Geschenk.

Ich wünsche euch allen einen guten Übergang ins neue Jahr

Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
ChristinaF
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Re: Malvine - mein Leben

Post 104 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Glückwunsch zum Ganzen was du 2025 geschafft hast. Beeindruckend. Und fürs neue Jahr wünsche ich dir, dass deine Entwicklung so weitergeht, wie du dir es wünschst.
PS. Du schaust auf deinen Bildern richtig klasse aus. (super)
LG Christina
laura_naomi
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Re: Malvine - mein Leben

Post 105 im Thema

Beitrag von laura_naomi »

Liebe Malvine,
ich wünsche dir von Herzen ❤️ dass es so wird, wie du es dir wünscht.
Und spätestens auf der Gala sehen wir uns ja.
Ganz liebe Grüße von Laura
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