Marcia V hat geschrieben: Mi 17. Sep 2025, 11:51
Marusha hat geschrieben: Di 16. Sep 2025, 21:36
Liebe Marcia,
Was hindert Dich?
Liebe Grüße,

Martina
Erstmal danke für die lieben Kommentare.
ja was hindert mich? Ich kann es dir gar nicht genau sagen. Mal davon abgesehen das man sein " Fortsein" der Familie gegenüber irgendwie rechtfertigen muss, ist es eine gewisse Hemmschwelle die mich abhält.
Ist schwer zu erklären. Aber diese Hürde ist sehr hoch für mich.
Liebe Marcia,
Danke für Deine offene Antwort! Ich bin ein Fan von ungeschminkten Tatsachen (nennt man Wahrheit oder Wahrhaftigkeit) und daraus ergibt sich zwangsläufig ein Spannungsfeld oder Zielkonflikt, denn was wir fast alle nicht sind: ungeschminkt.

Das ist bei uns aber nur vordergründig ein Konflikt, denn die Wahrheit ist, dass wir eben das verkörpern und als das von anderen wahrgenommen werden wollen, was wir sind: überdurchschnittlich ausdifferenziert, dadurch in höherem Maß selbstreflektiert und deshalb Ausnahmeerscheinungen, Grenzgänger an den gesellschaftlichen Normen oder wie auch immer man‘s betiteln mag - je nach Betrachterperspektive. Viele (oder alle?) von uns sind Mann UND Frau; ich selbst erlebe die Übergänge „fließend“, weshalb „genderfluid“ begrifflich so zutreffend ist. Insofern musste ich eben auch über den Titel Deines Threads schmunzeln: „Einfach sein …“. Das kann man mit mindestens 2 Bedeutungen verstehen: angesichts von Hemmnissen und unerfüllten Wünschen ist‘s nicht einfach oder aufgrund der Akzeptanz von Hemmnissen und unerfüllten Wünschen (Gleichmut - ommmmmhhh) wird‘s einfach.
Unsere Weiblichkeit will sich verkörpern, wir wollen sie sichtbar und erlebbar machen. Und wir haben nicht so viel Gleichmut, dieses Bedürfnis einfach im Raum stehen zu lassen; nein, wir werden tätig und inszenieren das Feminine in uns. Kommt als ungeschminkte Tatsache hinzu: Menschen sind soziale Wesen (nicht gemeint im politischen Sinn - da sind sie oft asozial), sie brauchen für ihre Existenz andere Menschen (drum ist Isolationshaft eine seelische Grausamkeit). Selbst der durchschnittliche Eremit wird nicht 100% ohne Kontakt mit anderen Menschen überleben können.
Wenn ich als Frau vor die Tür in die Öffentlichkeit gehen will, entsteht dies aus dem Bedürfnis der sozialen Tatsache, dass eben auch mein feminines Ich dieses zutiefst menschliche Grundbedürfnis hat. Mit dieser Tatsache war auch meine Ehe konfrontiert. Die Frau in mir war als Tatsache erdbebengleich geoutet, um dann schnellstmöglich ins Unterbewusstsein abgeschoben und nicht mehr thematisiert zu werden. Dies führte zu massiver Unzufriedenheit in mir und 2x zu depressiver Verstimmung - beidemal einhergehend mit markerschütterndem Ehestreit von zwei sonst eher konfliktvermeidenden Naturen. Und der Erfolg war, dass die Tatsachen nicht mehr verdrängt werden müssen, sondern akzeptiert sind, nicht mehr tabuisiert. Meine Frau will mich trotzdem (noch) nicht als Frau sehen und erleben, aber Waldschlösschen u.ä. vergönnt sie mir, weil sie weiß, dass es gut für mich und damit für uns ist. War steinig und hat gedauert bis hier her, aber hat sich gelohnt. Aber ich weiß: Jede Beziehung ist anders. Erlaube mir bitte, etwas nervig zu sein: Du willst etwas. Was hindert Dich?
Zur Selbstkritik im Erscheinungsbild: Ich erlebe Deine Beschreibungen auch. Die Lösung findet man aber gut, wie Malvine treffend schreibt, im Umfeld. Wieviele Menschen sind mit ihren körperlichen Gegebenheiten 100% zufrieden? Ich denke, die Minderheit. Wir dürfen uns also wenigstens da zur Mehrheit zählen! Kopf hoch und Brust raus - scheiß drauf. Als Frau wäre ich gerne …
- 15cm kleiner
- 30kg leichter
- mit Schuhgröße 36 gesegnet
- zierlicher geformt
- mit venusgleichen Proportionen
… und was machte ich damit als Mann? Geht halt nicht anders! Zum Glück eigentlich. Und: es gibt auch Biofrauen, die quantitativ bei meinen Parametern dabei sind. Sie sind Leuchttürme, nach denen man sich auch umdreht, alles andere als zierlich, ABER: auch sie können attraktiv sein. Es kommt drauf an, was sie ausstrahlen. Und wenn wir uns wohlfühlen, strahlen wir Glück aus, und das IST ATTRAKTIV - FÜR JEDEN UND JEDE!!!
Sei lieb gegrüßt!

Martina
