Die (absichtsvollen und ignoranten) Täter werden sich nicht angesprochen fühlen, da stimme ich zu. Es geht in der Kampagne aber um die vielen anderen, die unabsichtlich bzw unwissentlich die berechtigten Gefahrensensoren von Frauen aktivieren. Einfach weil sie als Männer das Ausmass und die emotionalen Auswirkungen nicht präsent haben. Es geht um die Aufklärung, wie die andere Hälfte der Menschheit die Welt erlebt und wie "Mann" als netter Mensch zur Verbesserung beitragen kann.Lana hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 11:25 Das Problem ist nämlich die kleine Gruppe von Männern, die sich gewalttätig gegen Frauen verhalten. Und die fühlen sich von solchen Kampagnen sicher nicht angesprochen - im besten Fall machen sie vielleicht Witze darüber.
Mit solchen Kampagnen wird meiner Meinung nach nur die gesellschaftliche Spaltung vertieft und die falschen in den Vordergrund gestellt. Warum sollte man sich als rücksichtsvoller Mann mit diesen Aussagen solidarisieren, wenn man sie als unfairen Angriff empfindet?
Also, wie gestern schon geschrieben: Macht es nicht zum me-Problem, bezieht es nicht auf euch, sondern auf das tatsächliche Problem.
Auch wenn ich die "Solidarisierung" - "Ey, nicht alle Männer, nur ein paar wenige [stimmt nicht(1)]" - als ersten Reflex von Männern nachvollziehen kann, ist der zweiter Gedanke doch die Solidarisierung mit den Opfern, gegen die Täter, die alle in Verruf bringen, weil es eben keinem Mann anzusehen ist. Gerade wenn er sich z.B. enthemmt verhält (angetrunken, Partylaune).
Also verleugne ich doch nicht die nachweisliche Gefahr und die berechtigte Vorsicht, sondern akzeptiere die Lebenswirklichkeit von Frauen und bemühe mich, selbst nicht zu ihrem Stress beizutragen. Wenn von den 70 bis 90 Prozent Männer, die nie Täter werden, nur die Hälfte diese Anregungen beachtet und sich am besten auch aktiv gegen übergriffige Männer, sexistische Sprüche und "über die Stränge schlagen" einsetzt, macht das für Frauen das Leben erheblich leichter.
(1) Warum es nicht "ein paar wenige" sind: Zu jeder Tat gehört ein Täter. In diesem Fall ohne *. Die Zahlen hab ich im anderen Beitrag genannt. 6 von 100 Frauen erlebten in den letzten 12 Monaten eine Sexualstraftat gegen sich. Und wir wissen, dass sexualisierte Gewalt sich fast gleichmässig durch alle Schichten und Gruppen zieht. Also selbst mit bestem Willen und berücksichtigten Mehrfachtätern wurden 1 bis 6 von je einhundert Männern, die du kennst im letzten Jahr zum Sexualstraftäter. Also in jeder Disco, jedem Betrieb, jedem Verein zu jedem Zeitpunkt mehrere. Gehen wir von den 35% Frauen aus, die mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle Gewalt erfahren haben, dann sind die Zahlen noch mal um den Faktor 6 höher. Kennst du einhundert Männer? Zwischen 6 und 30 von ihnen haben schon mal eine Frau sexuell angegriffen.