Täter Mann?
Täter Mann? - # 2

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Jaddy
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Re: Täter Mann?

Post 16 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Lana hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 11:25 Das Problem ist nämlich die kleine Gruppe von Männern, die sich gewalttätig gegen Frauen verhalten. Und die fühlen sich von solchen Kampagnen sicher nicht angesprochen - im besten Fall machen sie vielleicht Witze darüber.

Mit solchen Kampagnen wird meiner Meinung nach nur die gesellschaftliche Spaltung vertieft und die falschen in den Vordergrund gestellt. Warum sollte man sich als rücksichtsvoller Mann mit diesen Aussagen solidarisieren, wenn man sie als unfairen Angriff empfindet?
Die (absichtsvollen und ignoranten) Täter werden sich nicht angesprochen fühlen, da stimme ich zu. Es geht in der Kampagne aber um die vielen anderen, die unabsichtlich bzw unwissentlich die berechtigten Gefahrensensoren von Frauen aktivieren. Einfach weil sie als Männer das Ausmass und die emotionalen Auswirkungen nicht präsent haben. Es geht um die Aufklärung, wie die andere Hälfte der Menschheit die Welt erlebt und wie "Mann" als netter Mensch zur Verbesserung beitragen kann.

Also, wie gestern schon geschrieben: Macht es nicht zum me-Problem, bezieht es nicht auf euch, sondern auf das tatsächliche Problem.

Auch wenn ich die "Solidarisierung" - "Ey, nicht alle Männer, nur ein paar wenige [stimmt nicht(1)]" - als ersten Reflex von Männern nachvollziehen kann, ist der zweiter Gedanke doch die Solidarisierung mit den Opfern, gegen die Täter, die alle in Verruf bringen, weil es eben keinem Mann anzusehen ist. Gerade wenn er sich z.B. enthemmt verhält (angetrunken, Partylaune).

Also verleugne ich doch nicht die nachweisliche Gefahr und die berechtigte Vorsicht, sondern akzeptiere die Lebenswirklichkeit von Frauen und bemühe mich, selbst nicht zu ihrem Stress beizutragen. Wenn von den 70 bis 90 Prozent Männer, die nie Täter werden, nur die Hälfte diese Anregungen beachtet und sich am besten auch aktiv gegen übergriffige Männer, sexistische Sprüche und "über die Stränge schlagen" einsetzt, macht das für Frauen das Leben erheblich leichter.


(1) Warum es nicht "ein paar wenige" sind: Zu jeder Tat gehört ein Täter. In diesem Fall ohne *. Die Zahlen hab ich im anderen Beitrag genannt. 6 von 100 Frauen erlebten in den letzten 12 Monaten eine Sexualstraftat gegen sich. Und wir wissen, dass sexualisierte Gewalt sich fast gleichmässig durch alle Schichten und Gruppen zieht. Also selbst mit bestem Willen und berücksichtigten Mehrfachtätern wurden 1 bis 6 von je einhundert Männern, die du kennst im letzten Jahr zum Sexualstraftäter. Also in jeder Disco, jedem Betrieb, jedem Verein zu jedem Zeitpunkt mehrere. Gehen wir von den 35% Frauen aus, die mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle Gewalt erfahren haben, dann sind die Zahlen noch mal um den Faktor 6 höher. Kennst du einhundert Männer? Zwischen 6 und 30 von ihnen haben schon mal eine Frau sexuell angegriffen.
Sabrina Verena
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Re: Täter Mann?

Post 17 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo, Jaddi der Generalverdacht gegen Männer ist Männerfeindlich.
Im Übrigen ist es auch nicht schön als Mann, jedesmal ein mulmiges Gefühl zu haben, weil zufällig eine Frau vor mir den selben Weg nutzt, sie könnte sich ja eben belästigt oder gar bedroht fühlen.
Am Bahnhof oder in der Fußgängerzone habe ich dieses mulmige Gefühl nicht, obwohl da die Opferzahl auch nicht gerade gering ist.

Und mit Blick auf die zu erwartenden Wahlergebnisse, danke ich dann schon mal für die nächste rechte Regierung.
Die Partei mit dem A reibt sich schon die Hände.
LG Verena
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Re: Täter Mann?

Post 18 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 10:35 wenn Dich das wütend macht, dann ist das doch schön! Sei wütend auf deine Mitmänner (wenn Du als Mann gelesen unterwegs bist), sei wütend auf die Söhne, die Väter, die Onkel, die Freunde, die "Alphas" - alle die, die sich daran beteiligen, das Privileg einfach nur ein Mann zu sein weiter am Leben halten.
Könnte 'man', aber wozu sich das Leben mit Wut versauen?
Ich weiß auch nicht wo immer alle leben, mehr so im urbanen Raum wie ich so rauslese. Vielleicht ist es da eh stressiger. Als jemand aus einer Stadt mit über 20000 Einwohnern kommen mir gelegentlich Frauen/Mädchen entgegen, und niemand sieht ängstlich aus, wechselt die Straßenseite. Ich meine natürlich abends im Dunklen um halb 11, im MM, die letzte Hunderunde. Übrigens ein Rüde.
Und wenn ich's recht bedenke war das auch noch nie so.
DAS es solche Taten gibt ist schlimm genug, aber ich lasse mich nicht in diese Haftung mit hinzunehmen. Vincent offenbar auch nicht, mit Recht. Es behauptet ja auch niemand das alle Frauen psychische Gewalt ausüben, z.B. in einem Scheidungsverfahren, wenn es ums Sorgerecht oder derlei geht. Das ist übrigens Gewalt die nicht sichtbar ist. Einige wenden die aber aber halt an. Machen aber wohl auch einige Männer.
Letztlich ist das nur eine Charakterfrage.

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Re: Täter Mann?

Post 19 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Och Menno, müssen wir das wirklich alle Quartals wieder aufs Neue mit den selben gleichen "Argumenten" durchkauen?

Wir haben diese Diskussion hier um Forum jetzt schon mindestens 2 oder 3 mal allein im letzten halben Jahr geführt.

@Sabrina Verena: warum glaubst du denn, musst du dich unwohl fühlen, das eine Frau sich von dir belästigt fühlen könnte? Weil Frauen angefangen haben, Belästigung und Bedrängnis nicht mehr schweigend hin zu nehmen, sondern laut zu werden und "Nein" zu sagen.

Ich hatte das in einer früheren Diskussion verlinkt, die Erinnerung an die Hut Nadel-Verordnung. Was passiert, wenn Frauen sich gegen sexuelle Übergriffe wehren? Ihnen wird das Mittel zur Abwehr genommen, anstatt dass die Männer sagen "dann lassen wir das halt". Also anstatt zu sagen "wer als Mann eine Frau belästigt und dafür einen Stich mit der Hutnadel bekommt ist selbst Schuld und sollte es halt lassen" verbietet man einfach Hutnadeln, damit Frauen nicht mehr zu stechen können, wenn sie belästigt werden. Denn Frauen, die sich wehren können, das ist einfach nicht akzeptabel.
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Re: Täter Mann?

Post 20 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 13:07 Hallo, Jaddi der Generalverdacht gegen Männer ist Männerfeindlich.
Im Übrigen ist es auch nicht schön als Mann, jedesmal ein mulmiges Gefühl zu haben, weil zufällig eine Frau vor mir den selben Weg nutzt, sie könnte sich ja eben belästigt oder gar bedroht fühlen.
[...]
Und mit Blick auf die zu erwartenden Wahlergebnisse, danke ich dann schon mal für die nächste rechte Regierung.
Die Partei mit dem A reibt sich schon die Hände.
Das mit dem Generalverdacht ist mE eine Frage der Perspektive. Fühle ich mich (in den Fällen, wo ich männlich gedeutet werde) hauptsächlich ungerecht behandelt, oder kann ich die Perspektive nachvollziehen, dass Frau mir meine Absichten eben nicht ansieht.

Der Unterschied ist: Wenn eine Frauen einen Mann fälschlich für eine Gefahr hält, krieg der vielleicht nen schlechtes Gefühl aber sie ist trotzdem safe(r). Wenn sie einen Mann fälschlich ungefährlich einschätzt - um ihm kein schlechtes Gefühl zu machen -, ist sie Opfer, misshandelt, vielleicht vergewaltigt, vielleicht tot.

Also was ist die bessere Strategie? Generelle Vorsicht. Nicht Männer-feindlich, sondern Männer-vorsichtig. Meines Wissens laufen keine Frauen rum und schlagen Männer zusammen, weil sie Männer sind. Umgekehrt passiert das übrigens schon.

Risiken werden häufig nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe klassifiziert. Die Zahlen hab ich genannt. Eintrittswahrscheinlichkeit ~6% pro Jahr. Schadenshöhe: Siehe oben. Plus Trauma, Therapie usw.

Ich finde es daher etwas seltsam und ich-bezogen, als Mann (gedeutet) zu fordern, gefälligst nicht fälschlich verdächtigt zu werden, aber sich gegen genau die Massnahmen zu wehren, die diesem Verdacht entgegenwirken können und die in der zitierten Seite aufgelistet sind. Ich halte die ehrlich gesagt eher für normales Sozialverhalten. Wenn ich weiss, dass bestimmte Dinge anderen Menschen Probleme machen, dann achte ich doch darauf, statt mich über "Generalverdacht" und Einschränkung meiner Freiheit zu beschweren.

Sprich: Männer, die diese Dinge beherzigen, kommen auch nicht unter Verdacht. Die Unachtsamkeit macht verdächtig, weil von Absicht nicht zu unterscheiden.

Was die Rechtsextremen angeht, die darauf ihr braunes Süppchen kochen wollen, oder auch Merz & Co mit ihrem "Stadtbild", hab ich die reale Lage ja aufgezeigt: Es sind (hauptsächlich junge) Männer. Egal welcher Herkunft, Einkommen, Bildung, Job, Religion oder auch nicht. Leider kommt das in vielen Medienberichten nicht raus.

Eine wichtige Massnahme für alle wäre also, dies auch immer dann klarzustellen, wenn irgendwer ganz bestimmte Gruppen markieren will. Oder wenn wieder sexistische Sprüche im eigenen Umfeld fallen. Das sind viel bessere Indikatoren.
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Re: Täter Mann?

Post 21 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Wenn eine Frau einen Mann fälschlich als gefährlich einstuft, bleibt es nicht beim schlechten Gefühl.
Es haben schon Männer deshalb ihren Beruf verloren, weil das Ansehen dadurch beschädigt wurde und ihnen nicht geglaubt wurde.
Es ist ein falscher Ansatz, dass Männer ihre Ungefährlichkeit beweisen müssen.
Sorry, für mich ist das ein absolutes NoGo.
Jeder ist unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils, und das aus gutem Grund!
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Re: Täter Mann?

Post 22 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 13:32 Och Menno, müssen wir das wirklich alle Quartals wieder aufs Neue mit den selben gleichen "Argumenten" durchkauen?

Wir haben diese Diskussion hier um Forum jetzt schon mindestens 2 oder 3 mal allein im letzten halben Jahr geführt.

@Sabrina Verena: warum glaubst du denn, musst du dich unwohl fühlen, das eine Frau sich von dir belästigt fühlen könnte? Weil Frauen angefangen haben, Belästigung und Bedrängnis nicht mehr schweigend hin zu nehmen, sondern laut zu werden und "Nein" zu sagen.

Ich hatte das in einer früheren Diskussion verlinkt, die Erinnerung an die Hut Nadel-Verordnung. Was passiert, wenn Frauen sich gegen sexuelle Übergriffe wehren? Ihnen wird das Mittel zur Abwehr genommen, anstatt dass die Männer sagen "dann lassen wir das halt". Also anstatt zu sagen "wer als Mann eine Frau belästigt und dafür einen Stich mit der Hutnadel bekommt ist selbst Schuld und sollte es halt lassen" verbietet man einfach Hutnadeln, damit Frauen nicht mehr zu stechen können, wenn sie belästigt werden. Denn Frauen, die sich wehren können, das ist einfach nicht akzeptabel.
Ich habe vor der Hutnadel keine Angst, auch nicht vor dem zusammen geklappten Taschenmesser.
Auch vor Pfefferspray habe ich keine Angst, obwohl mir eine Gruppe Skin- Heads, Solches mal in die Augen gesprüht hat.
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Re: Täter Mann?

Post 23 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 14:13 Wenn eine Frau einen Mann fälschlich als gefährlich einstuft, bleibt es nicht beim schlechten Gefühl.
Es haben schon Männer deshalb ihren Beruf verloren, weil das Ansehen dadurch beschädigt wurde und ihnen nicht geglaubt wurde.
Es ist ein falscher Ansatz, dass Männer ihre Ungefährlichkeit beweisen müssen.
Sorry, für mich ist das ein absolutes NoGo.
Jeder ist unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils, und das aus gutem Grund!
Oha, das ist ja gleich ganz viel. Moving the goalposts vor allem. Du eskalierst von genereller Vorsicht in der Öffentlichkeit - Defensive -, auf Anschuldigungen - Offensive -, die nirgendwo zur Debatte standen. Falls das deine Ängste sind, solltest du die bearbeiten, aber hier beim Thema bleiben.

Der Artikel bezieht sich auf Verhalten in der Öffentlichkeit. Die Tipps, damit Frauen nicht in Angst und Stress geraten sind:

- Abstand halten, Freiraum und Ausweichmöglichkeiten lassen
- Fragen ob Nähe okay ist zB in der Bahn
- Nicht anstarren
- Besonders achtsam bei kritischen Situationen (Geldautomat, enge Räume)
- Kommentare für sich behalten
- andere im Zaum halten
- nicht als Gruppe den Raum dominieren
- Lächeln, ggf Entschuldigung sagen
- deinen Hund - den andere nicht einschätzen können - sichtbar bei dir behalten

Was davon ist eigentlich kein ganz normales Sozialverhalten, Höflichkeit, Anstand, Rücksicht, Respekt? Egal ob Männchen, Weibchen, dazwischen oder ausserhalb?

Dreh das mal um und stell dir vor, dass dir dauernd andere Menschen auf die Pelle rücken, sich ungefragt nahe zu dir setzen, dich anstarren, mustern, den Weg versperren, Kommentare machen, vielleicht mit ihren Kumepls als Gruppe um dich rum, am besten noch wenn du Geld holst, gerade bezahlst, nicht weg kannst, im Fahrstuhl, etc.

Addiere dazu die absolut überproportionale körperliche Unterlegenheit und die Erfahrungen aus dem Umfeld der Betroffenen (6% pro Jahr, etc) und subtrahiere das als Mann erlernte "wenn die was wollen werde ich mich schon wehren können" Gefühl. Das ist dann erlebter Alltag für die Hälfte der erwachsenen Menschen in Deutschland.

Aber ja, Dennis, du wirst ja sooo diskriminiert, wenn du dich so scheisse verhältst wie die gefährlichen Typen und Frau nicht unterscheiden kann, ob aus gefährlicher Absicht oder unachtsamer Ignoranz.

Alles was da steht heisst zusammengefasst, einfach ein bisschen aufmerksamer und netter zu sein, damit sich alle wohl und sicher fühlen können. Ist das wirkich sooo einschränkend oder beängstigend? Meine Güte!
Zuletzt geändert von Jaddy am So 9. Nov 2025, 15:03, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Täter Mann?

Post 24 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 14:13 Sorry, für mich ist das ein absolutes NoGo.
Jeder ist unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils, und das aus gutem Grund!
Der Ansicht bin ich auch. Schäuble als Innenminister hatte diese Beweisumkehr ja auch schon mal geplant.
Mich erinnert diese Methode auch an die Trump'sche Manier, 100.000de Migranten auszuweisen, weil es darunter vielleicht 2000 Kriminelle gibt, die anderen 98000 die in der Landwirtschaft, Gastronomie usw. arbeiten haben dann eben "Pech gehabt" weil sie nicht beweisen können nicht kriminell zu sein. Das ist mir alles zu schwarz-weiß und "Wir gegen Die" gedacht. Deswegen auch schade weil damit ja eigentlich die Spaltung in der Gesellschaft forciert wird.
Ich bleibe dabei, es ist eine Charakterfrage, und die ist geschlechtsunabhängig.

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Re: Täter Mann?

Post 25 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 14:00 Also was ist die bessere Strategie? Generelle Vorsicht. Nicht Männer-feindlich, sondern Männer-vorsichtig.

Danke,

genau das ist der springende Punkt, Vorsicht. Und Vorsicht ist keine pauschale Verurteilung, keine Unterstellung.
Wenn ich vorsichtig bin, habe ich Respekt vor etwas, betrachte die Situation aufmerksamer und das kann man doch auch
so kommunizieren. Ich habe ganz bestimmt das Recht zu sagen, was mir Sorgen macht.

Ich erinnere mich an die Situation als mir eine Freundin erzählte, die alleine im Wald spazieren war sagte,
das sie sich total erschreckt und unwohl gefühlt hat als ein Typ da aus dem Gebüsch kam.
Ich sagte damals, der war bestimmt nur pinkeln (aka "männliche" Deeskalationstaktik, die Situation kleinreden) und sie war sauer auf mich, zurecht sage ich heute.
Die richtige Reaktion wäre gewesen zu sagen, gut das es nur beim Schreck blieb und nächstes Mal gehen wir
zusammen da eine Runde drehen.
Hint -> sie ist bis heute den Weg nicht mehr alleine gegangen, weil die Angst immer noch aktiv ist.
Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 14:13 Wenn eine Frau einen Mann fälschlich als gefährlich einstuft, bleibt es nicht beim schlechten Gefühl.
Es haben schon Männer deshalb ihren Beruf verloren, weil das Ansehen dadurch beschädigt wurde und ihnen nicht geglaubt wurde.
Es ist ein falscher Ansatz, dass Männer ihre Ungefährlichkeit beweisen müssen.
Sorry, für mich ist das ein absolutes NoGo.

Ich glaube du verstehst das nicht..
es geht nicht darum, das Männer ihre Ungefährlichkeit beweisen müssen, sondern das man über Sorgen und Vorsicht reden darf.
Sagte ich ja oben schon. Dann ist noch lange kein Mann angezeigt oder ähnliches. Es werden aber im Gegenteil viele Männer nicht angezeigt, weil
Familie und Freunde, sich das die Frauen nicht trauen, es nicht schaffen aus der gewalttätigen Situation auszubrechen.
Das wäre dann so okay für dich?


Generell spreche ich hier für mich. Seit der GaHT hat sich mein Verhältnis zu Angst und Vorsicht völlig verändert.
Meine Antennen haben sich neu ausgerichtet im Sinne von mehr Wachsamkeit, ich schaue mir Situationen völlig anders an,
bewerte Risiken anders als früher. Da ist schon ein Lächeln ein Warnsignal, wenn es das falsche Lächeln ist.
Oder so Sätze wie, "Marie, das verstehst du doch das du das für mich tun musst", ja so eine Ansage hatte ich schon
und nein, müssen muss ich nicht, nur weil der "Herr" etwas möchte wo er denkt das es ihm zusteht.
Es gibt wirklich Situationen in denen dieser Ausdruck von "du stehst als Frau nicht auf der gleichen Ebene"
auf jedem Wort tropft...und das fühlt sich nicht schön an.
Deshalb im Sinne der Gleichberechtigung dürfen auch Männer mal ein schlechtes Gefühl haben, vielleicht
vermittelt das dann Demut und löst aus sich mal selbst zu hinterfragen.

Schönes Wochenende, Marie (na)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Täter Mann?

Post 26 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Wir fahren uns hier offensichtlich fest. Ich bleibe bei meiner Einstellung zum Thema.
Verdeckte Anspielungen, wie "an mir arbeiten" oder "nicht verstehen", sind keine Argumente.
Muss eine Frau eine anderen Weg nehmen, weil ich zufällig den selben Weg nehme?
Muss sich die junge Frau Gestern im Zug bei mir entschuldigen, weil sie sich ohne zu fragen zu mir gesetzt hat?
Muss ein Polizist, wegen des Tragens einer Dienstwaffe, seine Ungefährlichkeit beweisen, weil sich Jemand die Dienstwaffe an sich reißen könnte?
Mein Verständnis kennt Grenzen, aber nicht Verstehen ist was Anderes.
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Re: Täter Mann?

Post 27 im Thema

Beitrag von Lana »

Jaddy hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 14:00 Fühle ich mich (in den Fällen, wo ich männlich gedeutet werde) hauptsächlich ungerecht behandelt, oder kann ich die Perspektive nachvollziehen, dass Frau mir meine Absichten eben nicht ansieht.
Es ist beides. Kein entweder - oder.
Ich kann die Perspektive der Frau nachvollziehen (schon allein deswegen, weil ich es selbst so erlebe) , aber auch die Bitterkeit spüren, wenn ich als "Gefahr" interpretiert werde, nur weil ich als Mann gelesen werde.

Ich meine, es ist der falsche Weg, Menschen durch Beschämung zu Verhaltensänderungen zu drängen. Das ist letztendlich nichts anderes als Schwarze Pädagogik. Die funktioniert zwar, aber wir wissen heute auch dass sie zu viele schädliche "Nebenwirkungen" hat und deswegen nicht eingesetzt werden sollte. Egal wie moralisch gerechtfertigt es erscheint.
Der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel.

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Re: Täter Mann?

Post 28 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 15:18 Muss eine Frau eine anderen Weg nehmen, weil ich zufällig den selben Weg nehme?
Die ganze Diskussion hängt an dem Punkt, dass du nicht verstehst, dass die Antwort auf diese Frage ja lautet.
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
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Re: Täter Mann?

Post 29 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 13:32 Och Menno, müssen wir das wirklich alle Quartals wieder aufs Neue mit den selben gleichen "Argumenten" durchkauen?
Nein, müssen wir nicht.
Aber mich stört die Art und Weise, wie pauschal aus einer Warte der moralischen Selbstüberhöhung argumentiert wird. Damit meine ich nicht dich persönlich, sondern die Metaebene der Diskussion, die sehr moralisierend daherkommt und so tut als sei es das normalste der Welt, sich ständig Gedanken im das Wohlergehen der Mitmenschen zu machen. So ist es aber nicht. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich viele Gedanken darüber machen, wie sie mir respektvoll gegenübertreten können. Entweder es passiert einfach, oder eben nicht.

Aber selbst wenn es so wäre, dass sich alle ständig Gedanken um mein Wohlbefinden machen würden - wollte ich das nicht. Das empfände ich als übergriffig, als bevormundend. Völlig unabhängig vom Gender. Weil es auf fremden Annahmen beruht, was angeblich gut für mich sei.

Ich würde mir wünschen, anderen Menschen vorbehaltlos gegenüber treten zu können. Das wird durch solche Aktionen noch schwieriger als es ohnehin schon ist

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Re: Täter Mann?

Post 30 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 15:18 Verdeckte Anspielungen, wie "an mir arbeiten" oder "nicht verstehen", sind keine Argumente.
Hmm..

nach dem "nicht verstehen" kam ein Argument, möglicherweise hast du das übersehen. Schau es dir vielleicht nochmal an.

Anstatt Absolutheit wäre auch mal ein "ich denk drüber nach" schön, ist das echt so schwer?
Der Punkt ist, vielleicht hätte ich dich vor 10, 15 Jahren sogar noch in deiner Meinung unterstützt, kann das aber
guten Gewissens einfach nicht mehr tun. Und weil es sich für mich inzwischen anders anfühlt.
Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 15:18 Muss sich die junge Frau Gestern im Zug bei mir entschuldigen, weil sie sich ohne zu fragen zu mir gesetzt hat?
Auf eine Frage mit Gegenfragen antworten ist auch nicht grade höflich...
Sabrina Verena hat geschrieben: So 9. Nov 2025, 15:18 Muss eine Frau eine anderen Weg nehmen, weil ich zufällig den selben Weg nehme?
Wie Val schon schrieb, ja, wenn sie das möchte weil sie sich mit dir nicht wohlfühlt ist das völlig okay.

Und die andere Frage hat nichts mit dem Thema zu tun.

Habs fein, Marie
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