Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Lebensplanung, Standorte
Sabrina_9223
schau
Beiträge: 67
Registriert: So 19. Okt 2025, 00:07
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hessen
Hat sich bedankt: 106 Mal
Danksagung erhalten: 178 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 1 im Thema

Beitrag von Sabrina_9223 »

Update nach einer Woche im Forum

Hi ihr Lieben )))(: ,

da die Vorstellungsthemen nur zur einer kurzen Vorstellung dienen sollen, habe ich hierfür mal einen eigenen Thread eröffnet.
Achtung, es folgt viel Text, aber ich musste es einfach mal aufschreiben 🤗.

In meiner ersten Woche im Forum ist mir mehr klar geworden als in den Jahren zuvor (zeitung) .
Damals hatte ich hauptsächlich meinen Fokus auf die überwiegend fiktiven Geschichten im Themenbereich "Eigene Berichte und Geschichten" gelegt.
Das lag vor allem daran, dass ich das Thema nur bei gelegentlichen "Frau-sein-Schüben" im stillen Kämmerlein während der Erregung abgearbeitet habe.
Ich wollte es irgendwie nicht weiter vertiefen oder Klarheit schaffen, doch der Gedanke, dass etwas nicht stimmte, war immer wieder da. Es dauerte damals eine ganze Weile, bis ich eine Freundin hatte.
Mit der Beziehung nahmen die Schübe zwar etwas ab, aber das Thema war nie vollständig vorbei :(.

Ehrlich gesagt, dachte ich anfangs, dass sich meine Gefühlslage durch die Beziehung ändern würde und dass ich das "Frau-Sein" irgendwie ablegen könnte. Aber dem war nicht so.
Es war eher so, dass ich mich noch mehr eingeengt fühlte, vor allem durch die Angst vor Ablehnung. Sexuell gesehen setzte sich die Misere leider fort.
Beim eigentlichen Akt konnte ich trotzdem nicht an etwas anderes denken als an die Vorstellung, eine Frau zu werden. Andernfalls klappt es einfach nicht :oops:. Das hatte ich ja schon bei meiner Vorstellung thematisiert.
Ausgelebt habe ich das "Frau-Sein" immer im Geheimen bei mir zu Hause, da wir noch nicht zusammenlebten.

Leider gab es dann über die Jahre immer wieder das Thema, warum ich sexuell so distanziert sei, ob ich nicht auf sie stände und was genau das Problem wäre.
Dem ganzen bin ich aus Angst vor Ablehnung immer ausgewichen, da ich mir die Reaktion nicht vorstellen konnte und sie nicht verletzen wollte.
Ich kannte ihre Meinung zu diesem Thema durch unauffällige Fragen zu verschiedenen Themen in den Jahren und wusste, dass ein Outing keine gute Idee wäre :roll:.

Die Beziehung ist auch genau wegen meines geringen Interesses dann gescheitert, und sie hat vor gut zweieinhalb Wochen Schluss gemacht 😔.
Es war für mich wie ein Weckruf, jetzt etwas zu ändern und mich tiefgreifend mit dem Thema auseinanderzusetzen. Deshalb gehe ich jetzt einen anderen Weg und starte meine Selbstfindung.

Durch die ganze Herzlichkeit und die vielen Tipps in diesem Forum und den gleichgesinnten Mitgliedern habe ich mich jetzt auch direkt schon bei zwei Events für das nächste Jahr angemeldet 😊.
Eines ist noch wegen der Warteliste in der Schwebe, aber bei dem anderen bin ich definitiv dabei (Gala26) 🤩.

Ich bin teilweise sehr direkt und offen mit meinen Schilderungen, aber die Zeit, es nicht auszusprechen, ist vorbei. Ich wünsche mir mehr Klarheit für mich und das wird nur so möglich :roll:

In dieser Woche habe ich sehr viel nachgedacht. Dabei sind mir auch viele Verhaltensweisen aus meiner Kindheit bewusster geworden. Ich habe mich oft verkleidet, hatte sehr gerne eine kurze Schürze an
(die gebunden eigentlich wie ein Rock aussieht). Schon vor der Pubertät wollte ich gerne lackierte Nägel haben, als ich das bei meiner Mutter sah, und ich hatte auch Spielzeug, das nicht typisch für Jungs war.
Außerdem wollte ich immer blonde, lange Haare haben (heute eher rot). Meine Mutter hatte öfter erwähnt, dass sie gerne ein Mädchen gehabt hätte und dass für mich auch schon der Name ausgewählt worden war
– natürlich Sabrina 😅.

In der vierten Klasse hatten wir Schwimmunterricht und eines der Mädchen hatte als erste einen fast zweigeteilten Badeanzug an
(im Bauchbereich war dieser nur durch einzelne Stücke wie bei einem Netz verbunden). Ich träumte davon, auch einen solchen Badeanzug zu tragen :roll:.

Dann kam die Pubertät
und der Drang, ein paar alte High Heels meiner Mutter anzuziehen. Dadurch startete das Gefühl erst richtig in mir. Mir gefielen die Schuhe, die Optik und das Gefühl beim Laufen,
sowie das Geräusch dabei. Lange blieb es bei den Schuhen, bis meine Mutter mein Versteck mit ihren alten Schuhen fand. Es wurde nie direkt angesprochen, aber ich hatte sehr große Scham 😓.

Als Nächstes kam dann der Drang, einen Minirock zu tragen 🥰. Allerdings hatte ich keinen und bastelte mir einen aus einer alten Hose. Irgendwann fand ich einen gebrauchten in einem Flohmarktladen,
der mir aber zu klein war. Als ersten Nagellack hatte ich Tipp-Ex verwendet und mir French Nails gemacht. Der Vorteil war, dass es schnell wieder entfernt werden konnte.

In den Jahren bastelte ich mir auch ein eigenes Kleid aus rotem Satin-Stoff und versuchte, Brüste durch ausgestopfte Socken zu imitieren. Dieser Stand blieb dann bis zum Anfang meines Studiums mit 19 Jahren
und änderte sich durch eine gleichaltrige Frau, die Interesse an mir hatte 😳.

Ich hatte vorher nie so eine direkte Anziehung zu Frauen gehabt, aber plötzlich war sie da. Da ich sehr zurückhaltend und distanziert war, verlor sie jedoch auch das Interesse.
Das Gefühl, gerne eine Freundin zu haben, blieb jedoch. Also meldete ich mich bei Online-Singlebörsen an und hatte mal mehr, mal weniger Kontakt zu Frauen.

Parallel dazu ging ich mehr und mehr auf echte, nicht selbstgebastelte Frauenkleidung über. Das lag zum einen daran, dass ich durch mein Studium immer sehr weit von meinem Wohnort entfernt war und
so weniger Angst bei dem Einkauf hatte. Den Anfang machte ein BH, das Gefühl, ihn zum ersten Mal zu tragen, werde ich nie vergessen 🤩.
Weitere Kleidung wie Oberteile, Röcke sowie Nagellack und Mascara kamen hinzu, ebenso ein eigenes und passendes Paar High Heels – alles heimlich.

Irgendwann wurde der Drang stärker und führte zu einer kleinen Sammlung an Heels, Oberteilen, Röcken und Kleidern, als ich Mitte 20 war.
Es folgte ein gleichbleibendes Level meines "Frau-Seins", das allerdings nur in sehr seltenen Momenten ausgelebt wurde, wenn ich alleine zu Hause war.

In der Corona-Zeit fasste ich dann den Mut, bei Special-Trade einzukaufen. Eine Perücke und Diamond-Deluxe-Brüste in B-Cup kamen zu meinem Outfit hinzu, da das ständige Ausstopfen der BHs sich nicht richtig anfühlte
und ich gerne das Gefühl von Brüsten haben wollte, ebenso wie das Gefühl, lange Haare zu besitzen 😞. Der Gedanke ließ mich nach einigen Videos von Transfrauen auf YouTube nicht mehr los :oops: .

Dieses Jahr gab es ein Upgrade auf Aphrodite-Brüste in C-Cup, die ich sehr gerne auch über Nacht trage. Beim Kauf dieser Brüste war ich zum ersten Mal optisch als Frau vor einer anderen Person.
Ansonsten blieb alles bisher im Verborgenen.

Was mir auch wieder bewusst wurde: Meine Ex-Freundin hatte oft kritisiert, dass es mir egal wäre, wie ich herumlaufe, da ich meine männliche Kleidung eher zweckmäßig als optisch auswähle
und mich nicht wirklich style. In meinem "Frau-Sein" ist es genau andersrum: Da wird gezielt ausgewählt und gestylt, so gut es in der kurzen Zeit geht 😓.
Außerdem hat sie oft gesagt, dass ich sensibel wäre, was ich selbst so nie gesehen habe.
Körperlich habe ich keinen starken Muskelaufbau und mein Bartwachstum hat extrem lange auf sich warten lassen. Ansonsten wurde ich in der Schule eine Zeit lang von einem Mitschüler gemobbt,
mit der Aussage „Frauenfingernägel“, da meine Fingernägel eher die typische Form wie bei Frauen besitzen. Von der Statur her habe ich ein eher breiteres Becken, weshalb die Verkäuferin bei Special-Trade
zunächst dachte, dass ich etwas unter der Leggings trage 😳. Komisch ist auch, dass meine Brustgröße in den letzten 3 Jahren auch etwas zugelegt hat, und das, obwohl ich weder trainiere noch stark zugenommen habe.
Das ist mir aufgefallen, da mein Lederkombi im Brustbereich schlechter zugeht. Im T-Shirt zeichnet sich das auch ein bisschen ab 🙈. Beim Rennen merke ich auch die Bewegung, selbst wenn es nur die Größe eines A-Cups ist.

Für einen Drei-Tage-Bart brauche ich immer noch eine Woche. Aber an anderen Körperstellen (Beine, Bauch, Arme) hat der Haarwuchs etwas mehr zugenommen.
Vielleicht sollte ich mein Hormonlevel einfach mal testen lassen, wenn ich mich jetzt schon auf den Weg der Selbstfindung begebe 😅.

Aber auch meine männliche Seite ist stark ausgeprägt, gerade bei den Hobbys und Interessen.
Umso wichtiger ist es nun, herauszufinden, wie ich mich selbst sehe 😓.

In meinem privaten Umfeld ist die Hemmschwelle, meine weibliche Seite in irgendeiner Form anzusprechen, leider noch sehr hoch, da ich bei meinem Bruder wohne 😶‍. Aber vielleicht wird das mit der Zeit besser.
Bisher weiß niemand etwas von meiner weiblichen Seite, außer vielleicht meine Mutter, wobei ich glaube, dass sie den High-Heels-Zwischenfall damals nur als Versuch in meiner Pubertät abgetan hat.

Durch die ganze mediale Präsentation und die teilweise falschen Darstellungen in der Gesellschaft hatte ich auch immer den Eindruck, dass Transgender sich nur auf Transsexualität bezieht 😅.
Das Schubladendenken stelle ich für mich in Zukunft ab :wink: , aber dieser Eindruck wird immer wieder durch Berichte für die Allgemeinheit vermittelt, da alles vermischt wird.
Erst wenn man sich stärker damit beschäftigt, erkennt man den Unterschied und die Vielfalt des Themas. Es ist nicht alles schwarz, weiß oder grau, sondern sehr individuell, und es gibt keine Formel für alle.

Hier muss in Zukunft unbedingt mehr Klarheit in der Welt geschaffen werden, damit jeder die Unterschiede auch versteht und nicht alles in eine gemeinsame Schublade packt.
Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen, wie er sich seine Gegenwart und Zukunft vorstellt (flo).

Am Ende sind wir alle nur Menschen, die versuchen, irgendwie in der Welt zu überleben. Der geringste Widerstand kann helfen, aber ab und zu muss es auch krachen 😓, damit sich etwas ändern kann
und etwas Neues entstehen kann. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es nun weitergeht und ob ich früher oder später Klarheit für mich selbst finden werde 😊.

Beim Schreiben sitze ich jetzt wieder mit hohem Blutdruck, erhöhtem Herzschlag und diesem komischen, aufregenden,
flatternden Gefühl im Bauch vor meinem Text :roll: :?

In diesem Sinne: Für mehr Klarheit und Selbstfindung in der Zukunft!

Liebe Grüße
Sabrina
"Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst" - Dr. Emmett Brown (Zurück in die Zukunft III)
Alicia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 721
Registriert: Sa 9. Mär 2024, 11:21
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Mittelfranken
Hat sich bedankt: 1625 Mal
Danksagung erhalten: 979 Mal
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 2 im Thema

Beitrag von Alicia »

Hallo Sabrina,

vielen Dank für deine Schilderungen und dass du dein emotionales Innenleben für uns nach außen kehrst. Du kannst glücklich sein, dass du dich zu deiner femininen Seite in jungen Jahren bekennst, auch wenn es belastend ist. Andererseits würdest du die Probleme in dich reinfressen und womöglich schwer erkranken. Andere haben das Thema (zu) lange vor sich hergeschoben und versucht es zu ignorieren. Doch es steckt tief in uns drin und lässt sich dauerhaft nicht verdrängen. Auch ich habe mich erst im fortgeschrittenen Alter dazu bekannt und bereue nun die vielen "verlorenen" Jahre.
So sehr ein Outing gegenüber einer vertrauten Person befreien kann, so hoch liegt die Hürde davor. Diese zu überwinden wird dich noch einige Kraft kosten, doch du kannst versuchen, einen Teil dieser Kraft hier aus dem Forum zu schöpfen. Obwohl hier alle irgendwie anders gestrickt sind, ziehen sie doch am gleichen Strang, dem Ausleben ihrer femininen Seite.
Also lass dich inspirieren, wie du deine Weiblichkeit besser leben und sie hin und wieder auch mal in die Öffentlichkeit tragen kannst. Versuche dies in kleinen Schritten, dann tun etwaige Misserfolge nicht so arg weh und der Frust darüber ist auch nicht so groß.

Liebe Grüße, Alicia (ki)
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
Susi T
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1226
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
Geschlecht: Frau mit Varianzen
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 857 Mal
Danksagung erhalten: 1043 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 3 im Thema

Beitrag von Susi T »

Ich weiß zwar nicht mit Sicherheit was du meinst, aber trans hat nicht mit der Sexualität zu tun, das sind 2 völlig verschiedene Dinge, die leider manchmal in einem Namen genannt und damit falsch verstanden werden.
Wenn Transsexuell, dann ist das ursprüngliche ein medizinischer Begriff, der aber halt nichts mit der Sexualität zu tun hat, sondern eine Übersetzung vom englischen und den Ursprung aus dem lateinischen hat. In sexus,dem Ursprung, wird nicht differenziert zwischen Gender, Geschlecht und Sexualität, nur wir(bzw. die deutschen Mediziner) haben es (absichtlich) falsch/einseitig übersetzt.
Leider halten manche aus der Community dran fest, weswegen die Mediziner sagen:" wir ändern nichts, solange ihr nichts ändert. Die medizinische Einstufung ist geändert, die Begrifflichkeit ist eure Sache"
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3889
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1028 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Susi T hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 21:08 aber trans hat nicht mit der Sexualität zu tun
Hallo Susi, das sehe ich etwas anders. Als Mensch habe ich ein Gefühl für mein Geschlecht. Und als geschechtlicher Mensch habe ich auch eine Sexualität. Das kann ich nicht trennen. Meine Sexualität ist aber mehr als nur vom Geschlecht bestimmt und mein Geschlecht ist mehr als nur Sexualität. Es ist wie in der Mengenlehre. Sexualität und Geschlecht haben eine gemeinsame Schnittmenge. Beide Aspekte sind aber mehr als nur diese Schnittmenge. Was in die Schnittmenge fällt, dürfte sehr individuell sein. Bei manchen ist sie vielleicht eine "leere Menge", bei Anderen ist sie vielleicht dominant.

Ich verstehe nicht, weshalb viele sich scheuen, beides im Zusammenhang sehen zu können. Liegt hier der Begriff "Fetisch" in der Luft ? Ich drehe den Spieß herum und sage, ja, ich lebe meine Sexualität in weiten Bereichen im Bewusstsein meiner Weiblichkeit. Wenn das ein Fetisch ist, ist er willkommen. Die Sexualität wird in so vielen Bereichen seit langer Zeit zur Kontrolle benutzt. ICh stehe auf dem Standpunkt, wenn mir meine Formen der Sexualität gegeben sind, sind sie richtig für mich. Dies macht mich frei, das zu (er)leben, was mir mein Leben bieten kann.

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte nicht Deine Sichtweise kritisieren. Sie steht für Dich und für mich ist das ok. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass eine Aussage, wie ich sie oben zitiert habe, auch anders gesehen werden kann.

:)p
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Susi T
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1226
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
Geschlecht: Frau mit Varianzen
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 857 Mal
Danksagung erhalten: 1043 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 5 im Thema

Beitrag von Susi T »

Es gibt diese Schnittmenge von der du Vicky redest einfach nicht und so wie sie die Allgemeinheit sieht erst recht nicht.
Ja ich bin eine Frau, lebe so und möchte so behandelt werden. Das hat aber erstmal nichts mit Sex zu tun, aber genau das wird im Normalfall gedacht. Das mag bei manchen zutreffen, bei anderen nicht.
Wenn Jennifer davon redet das sie Trans und Schwul ist, ist es scheinbar etwas völlig anderes, als wenn mein Brieffreund davon redet. Der sagt schon lange das er schwul ist, hat mir im Sommer seine frischen OP Narben gezeigt wo er Gebärmutter ect. entfernt bekommen hat. Wie er früher und Heute Sex hat, ob er Sex hat? Was spielt das für eine Rolle? Es hat mit Trans erstmal nichts zu tun.
Für mich sind Schwule Männer ein NoGo, einfach weil sie auf Männer und nicht auf Frauen stehen.
Das war schon früher so, als ich zwar mit ihnen Kontakt hatte, aber mehr als nen Cafe trinken nicht war und das beiden bewusst geworden ist. Andere in meiner Situation haben sich zu Männern hingezogen gefühlt und haben das ausgelebt, was völlig ok und gut ist. Aber wo ist bei Allem die Schnittmenge in Sachen Sex? Vor allem so groß das man das so hervorheben muss. In der Phantasie mag auch manches anders sein als im wirklichen Leben.
Heute operiert bekomme ich und bekommen wir einen Vorgeschmack was möglich ist, jetzt wo die letzten Verschaltungen einrasten, aber auch das ist keine Selbstverständlichkeit. Grade bei denen wo der Sex im Mittelpunkt der Betrachtung steht kann das furchtbar daneben gehen.
Vielleicht ist bei mir ja aufgrund inter* alles krasser und intensiver, das kann ich nicht beurteilen, aber auch der Transbereich ist beileibe nicht einheitlich und in Sachen Sexualität so breit wie die Menschheit.

Ein wenig abgeschweift sind wir nun aber schon^^

Liebe Grüße, Susi (flo)
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3889
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1028 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 6 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

ich weiß nicht, ob wir das Thema hier fortsetzen sollen. Vielleicht kann Sabrina sich dazu äußern. Aber da sie das Thema angeschnitten hat,
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 14:11 Beim eigentlichen Akt konnte ich trotzdem nicht an etwas anderes denken als an die Vorstellung, eine Frau zu werden. Andernfalls klappt es einfach nicht :oops:
denke ich, dass es ok ist.
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 09:54 Es gibt diese Schnittmenge von der du Vicky redest einfach nicht und so wie sie die Allgemeinheit sieht erst recht nicht.
Wieso schreibst Du das so absolut ? Wenn es für Dich so ist, ist das doch gut so. Für mich kann ich sagen, dass in meiner Sexualität Weiblichkeit einen festen Platz hat. Auch hat in meiner Weiblichkeit die Sexualität einen festen Platz. Das ist für "Cis-Frauen", zumindest die, die ich kenne, auch so.

Was die Allgemeinheit denkt, weiß ich nicht. Du findest natürlich Beispiele, die Sexualität und Trans in einem Atemzug nennen. Na und ? Was die Kassiererin denkt, wenn ich vor ihr an der Kasse stehe, ist mir herzlich egal. Ich will nur respektvoll behandelt werden. Was juckt es die Eiche, wenn sich ein Wildschwein an ihr reibt ?

Wenn ich in Strapsen Lustgefühle habe, ist es prima. Das heißt doch nicht, dass ich ständig erregt bin, weil ich eine Damenjeans oder Damenwäsche trage. Die Verbindung ist für mich gegeben, aber es ist nicht synonym.

Muss man das hervorheben ? Ich denke nein, aber warum muss man hervorheben, dass beides völlig getrennt ist ? Viele Betroffene sehen eine Verbindung und die völlige Verneinung der Verbindung macht es diesen Menschen schwerer, diese Verbindung frei zu leben. Ich habe auch dazu gehört und konnte das für mich ablegen. Viele Transmenschen sehen so wie Du die völlige Trennung. Auch das ist in Ordnung, solange man das für Trans nicht zur Bedingung macht.

Ich gebe ja zu, dass so manche, die sich als Transfrau sieht, etwas "wilde" Vorstellungen bezüglich des Outfits haben und das auch präsentieren. Für mich war es auch langer Weg, mich an dieser Stelle nicht fremd zu schämen und wenn ich an diverse CSD-Umzüge denke, bekomme ich noch immer die Krise. Soll ich mich wirklich mit diesem Treiben identifizieren ? Muss ich nicht. Und wenn das andere tun, ist es mir egal. Ich habe in meinem Kopf mich davon befreit, das auf mich zu beziehen. Das macht mich auch frei, mein Sexualität in der Weiblichkeit zu leben und meine Weiblichkeit als Teil meiner Sexualität.

Bin ich jetzt eine schlechtere Transfrau ? Sicher nicht. Ich mache nur das, was viele Frauen auch tun. Und ich bin sicher, dass es auch genügend Frauen gibt, die Deiner Vorstellung einer Trennung zwischen Weiblichkeit und Sexualität sehen. Wir Menschen haben ein so weites Spektrum an Perspektiven und Lebensformen. Das können wir feiern oder nicht ... ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Daniela04
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1031
Registriert: Do 1. Aug 2024, 11:04
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: Er/Sie
Wohnort (Name): Thurgau nahe Konstanz
Hat sich bedankt: 3520 Mal
Danksagung erhalten: 1529 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 7 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Liebe Sabrina

Schön dass Du uns Deine Gefühlswelt so offenbarst. Bei mir liefs anders, bzw. mich hat meine Exfrau gesagt, ich sei anders, deswegen ist sie die Beziehung eingegangen. Erst im letzten Jahr wusste ich, was bei mir anders war: Mein grosser Anteil an Weiblichkeit in meiner Seele.

Deine Aussage hat mich zum nachdenken gebracht:
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 14:11 Leider gab es dann über die Jahre immer wieder das Thema, warum ich sexuell so distanziert sei, ob ich nicht auf sie stände und was genau das Problem wäre.
Dem ganzen bin ich aus Angst vor Ablehnung immer ausgewichen, da ich mir die Reaktion nicht vorstellen konnte und sie nicht verletzen wollte.
Am Schluss meiner Beziehung hatte ich immer mehr Probleme und bin ebenfalls ausgewichen, habe gedacht ich hätte Potenzprobleme (über 60). Möglicherweise ist das auch ein Grund, aber möglicherweise hatte ich im Tiefen in mich ähnliche Gedanken wie Du: Es hätte meine Lust enorm gesteigert, wenn ich die "unterwerfige" Frauenolle inne gehabt hätte.
(Bitte versteht das Wort "unterwerfig" nicht falsch: Ich schätze starke Frauen sehr, hier geht es mehr um die Rolle)
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 14:11 In meinem "Frau-Sein" ist es genau andersrum: Da wird gezielt ausgewählt und gestylt, so gut es in der kurzen Zeit geht 😓.
Ich möchte auch passend zu meinem Alter modisch und feminin ausstatten, aber zu Hause verzichte ich aufs Schminken.
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 14:11 Durch die ganze mediale Präsentation und die teilweise falschen Darstellungen in der Gesellschaft hatte ich auch immer den Eindruck, dass Transgender sich nur auf Transsexualität bezieht 😅.
Interessant war die Diskussion von Susi und Vicky. Mein Gefühl: Die Seele und die sexuelle Orientierung sind grundsätzlich zwei Sachen. Dass die Seele einen grossen Einfluss auf die Erregbarkeit hat gehört halt dazu (hier sind wir wieder bei den oben erwähnten Rollen).
Aber auch hier gibt es eine ganze Bandbreite und deshalb ist mein Gefühl (meine Meinung) nur das Meine.
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 14:11 In diesem Sinne: Für mehr Klarheit und Selbstfindung in der Zukunft!
Klarheit: Wie meinst Du das? In Richtung Outing? Klarstellen, dass Du Deine weibliche Seite auch offen ausleben willst?

Selbstfindeung: Dieses Forum hat mir in meiner Selbstfindung sehr geholfen und Deine Geschichte wie andere Geschichten haben mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Herzlicher Gruss
Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
Sabrina_9223
schau
Beiträge: 67
Registriert: So 19. Okt 2025, 00:07
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hessen
Hat sich bedankt: 106 Mal
Danksagung erhalten: 178 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 8 im Thema

Beitrag von Sabrina_9223 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 11:29 ich weiß nicht, ob wir das Thema hier fortsetzen sollen. Vielleicht kann Sabrina sich dazu äußern. Aber da sie das Thema angeschnitten hat,
Sabrina_9223 hat geschrieben: So 26. Okt 2025, 14:11 Beim eigentlichen Akt konnte ich trotzdem nicht an etwas anderes denken als an die Vorstellung, eine Frau zu werden. Andernfalls klappt es einfach nicht :oops:
denke ich, dass es ok ist.
Sehr gerne, ich finde den offenen Diskurs über solche Themen immer gut, da mir das auch sehr viel dabei hilft, mich selbst zu verstehen.
Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat eigene Interessen und Gefühle. Ich finde es gut, die verschiedenen Sichtweisen zu sehen, um so auch besser mit den eigenen Gefühlen klarzukommen.
Daniela04 hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 12:17 Klarheit: Wie meinst Du das? In Richtung Outing? Klarstellen, dass Du Deine weibliche Seite auch offen ausleben willst?
Klarheit für mich selbst in Bezug darauf, in welche Richtung sich das entwickelt und was genau diese Gefühle bei mir verursacht.
Ist es ein Fetisch? Stehe ich zwischen den Geschlechtern? Oder fühle ich mich im falschen Körper?
Wo genau stehe ich auf der breiten Bandbreite dieses Themenfeldes – sowohl aktuell als auch in der Zukunft?
Sobald ich mir darüber im Klaren bin, kann es weiter in Richtung Outing gehen.
Daniela04 hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 12:17 Selbstfindeung: Dieses Forum hat mir in meiner Selbstfindung sehr geholfen und Deine Geschichte wie andere Geschichten haben mich sehr zum Nachdenken gebracht.
Das empfinde ich auch so. Hier gibt es so viele Anregungen und Hilfen, wie man mit seinen Gefühlen oder Wünschen umgehen kann,
aber auch viele wertvolle Tipps fürs Leben im Allgemeinen 😊.

Liebe Grüße
Sabrina
"Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst" - Dr. Emmett Brown (Zurück in die Zukunft III)
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1697
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 796 Mal
Danksagung erhalten: 1278 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 9 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Sabrina,
Sabrina_9223 hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 12:46 Ist es ein Fetisch? Stehe ich zwischen den Geschlechtern? Oder fühle ich mich im falschen Körper?
Wo genau stehe ich auf der breiten Bandbreite dieses Themenfeldes – sowohl aktuell als auch in der Zukunft?
Sobald ich mir darüber im Klaren bin, kann es weiter in Richtung Outing gehen.
ich kann dein Bestreben nachvollziehen und erinnere mich h noch gut an die Phase, wo ich ähnlich verwirrt war. Und mein Coming-Out musste warten, bis ich mir überhaupt einmal klar darüber war, wer oder was ich bin.

Leider brachte mich das Warten und die eigene Nabelschau nicht weiter, sondern erst der Austausch mit Anderen. Dafür ist dieses Forum sicher ein guter Anfang, es geht aber nichts über das persönliche Gespräch mit anderen Menschen. Erst da treten die "übersehenen" Fragen und Widersprüche zu Tage.

Ich möchte dich aus dieser Erfahrung heraus ermutigen, nicht zu lange zu warten und dich anderen, vertrauten Menschen zu öffnen bevor du das Gefühl hast, die letzte Klarheit über dich selbst bereits herausgefunden zu haben. Mir hat damals der allgemeine Begriff "Transgender" sehr geholfen (er wurde mir von einer lieben Freundin verpasst, die mich zu dem Zeitpunkt besser sehen konnte als ich selbst). Plötzlich hatte ich eine Kategorie, in die mich Andere einsortieren konnten, und nachdem ich dies für mich selbst annehmen konnte, auch eine Antwort auf die Frage nach dem Was-bist-du? Ähnlich funktioniert auch "Queer".
Beide Begriffe verweisen auf ein weites Feld, in dem wir alle uns verorten können. Wo genau, ist eine andere Frage, deren Antwort danach in persönlichen Gesprächen immer weiter eingegrenzt werden kann.

Aber ein Anfang ist gemacht, der Damm ist gebrochen und ein Fluss von neuen Gedanken und Ideen wird ermöglicht.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Susi T
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1226
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
Geschlecht: Frau mit Varianzen
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 857 Mal
Danksagung erhalten: 1043 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 10 im Thema

Beitrag von Susi T »

Ach meine liebe Vicky,
Du schreibst das ich absolut was darstelle und damit deine Weiblichkeit in Frage stellen?
Ist es nicht genau umgekehrt?
Warum brauchst du als Frau eine Unterscheidung zu anderen Frauen?
Ich brauche die nicht, ich bin eine Frau und ich kann Sex haben, wie auch immer der aussehen mag.
Natürlich fließt da mein Frausein mit rein, ich bin gerne Frau.
Aber warum muss ich da anders gesehen werden wie andere?
Sicherlich kann da die geschlechtliche Ausprägung Auswirkungen sein, muss aber noch nicht Mal.
Was ist denn Transsex und Cissex?
Ich brauche solche Begrifflichkeiten nicht und in Schubladen die mir vorgeben wie ich sein darf, wie ich Sex ausleben soll Brauch ich nicht.
Früher gab es Transsexualität für die Beschreibung das kranke Männer sich als Frauen verkleiden und arme "normale" Männer verführen.
Also wie gesagt, die Mediziner sagen nichtmehr das wir krank sind und das wir verkappte Schwule sind auch nicht mehr.
Warum also der Begriff der Sexualität im Zusammenhang mit Trans, was bringt er dir?
Du fühlst dich als Frau beim Sex? Prima, mach ich auch und viele andere Frauen ebenso. Du lebst mit einem männlichen Geschlechtsteil und bist trotzdem glücklich? Prima, dann brauchst du keine GaOp um glücklich zu sein und dich trotzdem als Frau zu fühlen. Ist doch super, aber mit dem Begriff Transsexuell wird das doch auch nicht ausgesagt, oder?
Manche Transmenschen benötigen das eine, manche das andere, aber umso weniger Eingriffe um glücklich zu sein, umso besser.
Ich bin der Meinung das der Begriff Trans völlig reicht und für mich reicht meist die Begrifflichkeit Frau.
Wenn du den Begriff aber unbedingt brauchst, wenn er dir hilft, dann sei es so. Aber scheinbar ist es dadurch nicht leichter zu verstehen, sonst hätte sich die Treadstarterin nicht dahin geäußert und eine zwanghaften Zuordnung lehne ich aus den oben genannten Gründen ab.

Gruß, Susi
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Franzi42
Beiträge: 29
Registriert: Do 15. Mai 2025, 15:40
Pronomen:
Wohnort (Name): Nördlich von München
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 85 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 11 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Lana hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 13:38 Und mein Coming-Out musste warten, bis ich mir überhaupt einmal klar darüber war, wer oder was ich bin.
Hmmm, leider bin ich mir darüber auch immer noch nicht klar.
Zumindest ist nix passiert, wenn ich mich in der Öffentlichkeit und bei Besuchen von Freunden mal weiblich gekleidet habe.
Bin ich jetzt geoutet? Als was?
LG Franzi
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1697
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 796 Mal
Danksagung erhalten: 1278 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 12 im Thema

Beitrag von Lana »

Franzi42 hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 18:39 Bin ich jetzt geoutet? Als was?
Ist das wichtig? Falls ja, warum ist es dir wichtig?
Franzi42 hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 18:39 Zumindest ist nix passiert, wenn ich mich in der Öffentlichkeit und bei Besuchen von Freunden mal weiblich gekleidet habe.
Dann ist doch alles gut. Du bist du. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn du dafür einen Namen brauchst, dann würde ich Franzi vorschlagen
)))(:

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Sabrina_9223
schau
Beiträge: 67
Registriert: So 19. Okt 2025, 00:07
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hessen
Hat sich bedankt: 106 Mal
Danksagung erhalten: 178 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 13 im Thema

Beitrag von Sabrina_9223 »

Lana hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 13:38 Ich möchte dich aus dieser Erfahrung heraus ermutigen, nicht zu lange zu warten und dich anderen, vertrauten Menschen zu öffnen bevor du das Gefühl hast, die letzte Klarheit über dich selbst bereits herausgefunden zu haben. Mir hat damals der allgemeine Begriff "Transgender" sehr geholfen (er wurde mir von einer lieben Freundin verpasst, die mich zu dem Zeitpunkt besser sehen konnte als ich selbst). Plötzlich hatte ich eine Kategorie, in die mich Andere einsortieren konnten, und nachdem ich dies für mich selbst annehmen konnte, auch eine Antwort auf die Frage nach dem Was-bist-du? Ähnlich funktioniert auch "Queer".
Beide Begriffe verweisen auf ein weites Feld, in dem wir alle uns verorten können. Wo genau, ist eine andere Frage, deren Antwort danach in persönlichen Gesprächen immer weiter eingegrenzt werden kann.

Aber ein Anfang ist gemacht, der Damm ist gebrochen und ein Fluss von neuen Gedanken und Ideen wird ermöglicht.
Vielen Dank Lana 😊
Das ist aktuell auch mein Plan. Neben dem Austausch im Forum möchte ich in Zukunft noch einen der Stammtische aufsuchen.
Von der Entfernung her wird es entweder Trans-Ident e.V. in Frankfurt oder Aschaffenburg sein, oder der Trans* Treff Mittelhessen in Gießen.
Franzi42 hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 18:39 Bin ich jetzt geoutet? Als was?
Für mich wäre es ein erstes Outing, wenn jemand aus meinem Umfeld wüsste, dass ich meine weibliche Seite auslebe.
Schließlich habe ich das jetzt schon seit 20 Jahren im Geheimen gemacht :roll:.
Alles Weitere wird sich dann ergeben, je nachdem, in welche Richtung es geht.

Liebe Grüße
Sabrina
Zuletzt geändert von Sabrina_9223 am Di 28. Okt 2025, 00:12, insgesamt 1-mal geändert.
"Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst" - Dr. Emmett Brown (Zurück in die Zukunft III)
Franzi42
Beiträge: 29
Registriert: Do 15. Mai 2025, 15:40
Pronomen:
Wohnort (Name): Nördlich von München
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 85 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 14 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Hallo Sabrina,
Sabrina_9223 hat geschrieben: Di 28. Okt 2025, 00:11 Für mich wäre es ein erstes Outing, wenn jemand aus meinem Umfeld wüsste, dass ich meine weibliche Seite auslebe.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
Bei mir hat es bis Ende Zwanzig gedauert, bis ich das meiner jetzigen Frau sagen konnte. Sie war lange Zeit der einzige Mensch, dem ich mich anvertrauen konnte. Wahrscheinlich haben wir auch deshalb so eine tiefe Bindung entwickelt. Irgendwann konnte ich Therapeuten davon erzählen, erst vor wenigen Jahren (mit Anfang Fünfzig) haben es meine guten Freunde erfahren. Meine Herkunftsfamilie weiß davon nichts.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du Menschen im Umfeld hast bzw. findest, denen du dich anvertrauen kannst. Die dich so akzeptieren, wie du gerade bist.
Auch wenn du noch nicht weißt, wer oder was du eigentlich bist.

LG Franzi
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3889
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1028 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Post 15 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40 Ach meine liebe Vicky,
Hallo Susi, das hast Du schön geschrieben ... (ki)
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40Du schreibst das ich absolut was darstelle und damit deine Weiblichkeit in Frage stellen?
Ist es nicht genau umgekehrt?
Warum brauchst du als Frau eine Unterscheidung zu anderen Frauen?
Ich bin mir nicht sicher, ob wir hier nicht aneinander vorbei schreiben. Das was ich als "absolut" ansehe, ist nur die Aussage, dass Sexualität und das Transdasein nichts miteinander zu tun hätten. Und nur das bezweifle ich massiv. Aber ich glaube, es kommt auf die Perspektive an. Weiblichkeit ist für mich das, was ich im Inneren spüre, wenn ich mein Geschlecht wahrnehme. Sexualität ist für mich ein fester Bestandteil dieser Weiblichkeit. Auf der anderen Seite ist meine Sexualität ohne dieses Gefühl für Weiblichkeit sehr eingeschränkt. Deshalb ist das für mich eine feste Verbindung.
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40 Ich brauche die nicht, ich bin eine Frau und ich kann Sex haben, wie auch immer der aussehen mag.
Natürlich fließt da mein Frausein mit rein, ich bin gerne Frau.
So unterschiedlich sehen wir die Dinge gar nicht. Ich könnte diese Sätze genau so schreiben. Schauen wir nur unterschiedlich auf das Gleiche ? Mir scheint es so. Spannend wie wir das unterschiedlich sehen. :)p Ich kann für mich diese strenge Unterscheidung Trans-Sexualität nicht machen. Trans ist für mich eine Identitätsfrage und meine Sexualität gehört genau so zu meiner Identität. Und für mich sind diese beiden Aspekte miteinander verwoben. Gedankenspiel: Würde ich einen der beiden Aspekte auslöschen können, würde sich der andere deutlich verändern. Ohne meine Sexualität wäre meine Weiblichkeit nicht mehr die gleiche und umgekehrt. Sehe ich das richtig, dass Du das anders empfindest ?
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40 Aber warum muss ich da anders gesehen werden wie andere?
Die Frage verstehe ich nicht. Wer wird wird wie anders gesehen ?
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40 Was ist denn Transsex und Cissex?
Ich brauche solche Begrifflichkeiten nicht und in Schubladen die mir vorgeben wie ich sein darf, wie ich Sex ausleben soll Brauch ich nicht.
Ich auch nicht. Ich habe keinen "Transsex", da ich mich ja weiblich fühle. Ich schrieb ja bereits:
ich lebe meine Sexualität in weiten Bereichen im Bewusstsein meiner Weiblichkeit.
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40 Früher gab es Transsexualität für die Beschreibung das kranke Männer sich als Frauen verkleiden und arme "normale" Männer verführen.
Also wie gesagt, die Mediziner sagen nichtmehr das wir krank sind und das wir verkappte Schwule sind auch nicht mehr.
Warum also der Begriff der Sexualität im Zusammenhang mit Trans, was bringt er dir?

Die historische Interpretation blende ich völlig aus. Ich denke, es ist dramatisch, wie früher Transmenschen pathologisiert wurden. Das wirkt z.t. in den Köpfen noch heute. Ich bemühe mich um eine persönliche Sicht auf Sexualität im Allgemeinen und auf meine im besonderen. Menschen haben Bedürfnisse, die teilweise von außen beeinflusst werden. Es ist mir wichtig, dass ich meine Bedürfnisse spüre und ernst nehme. Das war früher anders. Da habe ich mich für mein Transdasein und meine Sexualität geschämt. Da habe ich mich in beiden Aspekten recht stark von lösen können.

Ich verstehe jetzt besser, warum der Begriff "Transsexualität" so tief betroffen machen kann. Ich habe das immer recht locker gesehen, weil für mich "sex" an dieser Stelle für Geschlecht und nicht für eine körperliche Aktivität stand. Ich fand "Transidentität" viel unpassender, da ich ja nicht meine Identität ändere, sondern mein gefühltes Geschlecht anders ist, als es den Anschein hat. Ich habe beide Begriffe verworfen und "Transgender" ist für mich am besten passend. Das nur am Rande. Wenn ich also Trans und Sexualität jenseits des Begriffs "Transsexualität" verknüpfe, mache ich das vor einem geschichtlich unbelasteten Hintergrund. Ich bin Trans (Transgender) und meine sexuellen Empfindungen haben ziemlich intensiv mit meinem gefühlen Geschlecht zu tun. Da ist es für mich zwangsläufig, beide Aspekte zu verknüpfen. Für mich ist eine unbelastende Perspektive darauf wesentlich, da ich meine Bedürfnisse in beiden Fragen losgelöst von historischen und damit von außen bestimmten Aspekten sehen will. Es tut mir schlicht gut, diese Perspektive einzuehmen, weil es mein Leben viel leichter macht. Ich darf mich auf das konzentrieren, was in mir ist.
Susi T hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 15:40 Du fühlst dich als Frau beim Sex? Prima, mach ich auch und viele andere Frauen ebenso. Du lebst mit einem männlichen Geschlechtsteil und bist trotzdem glücklich? Prima, dann brauchst du keine GaOp um glücklich zu sein und dich trotzdem als Frau zu fühlen. Ist doch super, aber mit dem Begriff Transsexuell wird das doch auch nicht ausgesagt, oder?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“