Frau eines Crossdressers
Frau eines Crossdressers - # 3

Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
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Joo
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 31 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Nachtfee,
Nachtfee hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 11:45 Aber ich persönlich tu mir mit solchen Worten wie Kraft, Toleranz, Akzeptanz, Unterstützung schwer und fühlte mich teils sehr unwohl und verunsichert.
keinesfalls will ich dich verunsichern. Es war und ist als Kompliment gemeint.

LG Joo
Mein Name ist Mensch.
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Nachtfee
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 32 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

Joo hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 14:13 Hallo Nachtfee,
Nachtfee hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 11:45 Aber ich persönlich tu mir mit solchen Worten wie Kraft, Toleranz, Akzeptanz, Unterstützung schwer und fühlte mich teils sehr unwohl und verunsichert.
keinesfalls will ich dich verunsichern. Es war und ist als Kompliment gemeint.

LG Joo
Hallo Joo.
Das weiß ich doch.

Und ich habe es auch in keinster Weise negativ aufgepasst, weil mir mein Mann auch gewisse Hintergründe erklärt hat.
Jede Frau hätte sich wohl von Anfang an bestärkt gefühlt.

Mich persönlich hat dies eher verunsichert.

Liebe Grüße
HeikeCD
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 33 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Nachtfee hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 11:09 Bezüglich Grenzen ist es nach wie vor Ehrlichkeit und Vertrauen, zu sämtlichen Themens. Lügen kann und möchte ich in unsere Beziehung nicht, sondern stets vertrauen.
Ja, das ist so. Mir versetzt das immer noch so einen kleinen Stich wenn ich darüber nachdenke warum ich so ewig geschwiegen habe. Aber die allseits bekannte Scham war da immer größer, welcher Mann, Ausnahmen bestätigen die Regel :wink: , gibt schon gerne zu das in ihm eine weibliche Seite schlummert und sich dazu noch vollständig als Frau zurechtmacht. Letztlich ist alles sinnieren darüber natürlich zwecklos weil es nun so ist wie es ist. Ich hab da auch Glück gehabt das es gut ausging und wir kommen da nun auch sehr gut mit klar. Seitdem ist da aber auch nichts mehr was zwischen uns steht deswegen gebe ich dir vollkommen Recht, zumal meine Partnerin mir damals auch sagte das sie immer so im Gefühl hatte "das da was ist" was mir zu schaffen machen würde.

Liebe Grüße
Heike
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 34 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

HeikeCD hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 15:24

Ja, das ist so. Mir versetzt das immer noch so einen kleinen Stich wenn ich darüber nachdenke warum ich so ewig geschwiegen habe. Aber die allseits bekannte Scham war da immer größer, welcher Mann, Ausnahmen bestätigen die Regel :wink: , gibt schon gerne zu das in ihm eine weibliche Seite schlummert und sich dazu noch vollständig als Frau zurechtmacht. Letztlich ist alles sinnieren darüber natürlich zwecklos weil es nun so ist wie es ist. Ich hab da auch Glück gehabt das es gut ausging und wir kommen da nun auch sehr gut mit klar. Seitdem ist da aber auch nichts mehr was zwischen uns steht deswegen gebe ich dir vollkommen Recht, zumal meine Partnerin mir damals auch sagte das sie immer so im Gefühl hatte "das da was ist" was mir zu schaffen machen würde.

Liebe Grüße
Heike
Lebt im hier und jetzt. Was war könnt ihr nicht ändern. Somit versucht euch von euren Gedanken "was wäre wenn" zu distanzieren, im Optimalfall sogar zu trennen.

Genießt das hier und jetzt. Lebt eure Momente.
Eure Harmonie spüre sogar durch deine Texte.

Alle Glück der Welt für euch.
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 35 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Nachtfee hat geschrieben: Sa 11. Okt 2025, 15:32 ... hat mein Mann mir dies schon ein paar Monate nach dem wir zusammen gekommen sind. Habe somit mit "sehendem Auge" seinen Antrag angenommen, ihn vor 6 Monaten standesamtlich geheiratet und werde dies in 2 Wochen bei unserer freien Trauungen wieder tun.
....
Hallo Nachtfee (moin)

herzlich Willkommen hier bei uns - fühl Dich wohl (smili)

Das ist SEHR WERTVOLL, dass Ihr diese Offenheit habt (ap)

Meine (mittlerweile) Frau & ich haben auch direkt mit offenen Karten gespielt. Beide haben uns wir am Anfang des Kennenlernens mit allen Facetten so gezeigt, wie wir sind. Und das auch angenommen (he)

Viel Spass hier beim Austausch )))(:
Ganz liebe Grüsse - Yvi
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 36 im Thema

Beitrag von Franzi42 »

Nachtfee hat geschrieben: Sa 11. Okt 2025, 20:28 Er ist der Mensch, den ich liebe, und es macht für mich keinen Unterschied ob in Männerjeans, Kleid, geschminkt oder ungeschminkt an meiner Seite steht
Hallo Nachtfee,
da rieseln mir wohlige Schauer über den Rücken, wenn ich deine Zeilen lese.
So viel Wertschätzung und Offenheit dem Menschen gegenüber!
Ich habe das Glück, dass meine Frau mich ebenfalls so nimmt wie ich bin.
Es ist eher so, dass ich mich selbst (noch) nicht so akzeptieren kann.
Liebe Grüße
Franzi
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 37 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nachtfee hat geschrieben: So 12. Okt 2025, 12:00 Wie bereits hier schon in Beiträgen von mir kommentiert tu ich mir noch teilweise mit Worten wie Verständnis und Akzeptanz schwer. ... Und trotzdem tu ich mir hier schwer, komme mir teilweise heuchlerisch vor.

.... Trotzdem gibt es noch Momente, wo sie mich kurzzeitig Zweifeln lassen.

Komisch ich weiß. Ist auch schwer zu beschreiben.
Guten Morgen,

ich halte das nicht für weiter verwunderlich. Die Kategorien Mann/Frau sind so fest gefügt und verankert, dass jede Abweichung davon irritiert. Ich würde soweit gehen und behaupten, es ist das Erste, was wir wir im Gespräch mit dem/der Anderen checken und reagieren mit unserem Verhalten darauf.

Die Realität sieht aber anders aus. Es gibt nicht die beiden fest gefügten Kategorien. Ob körperlich oder seelisch betrachtet, es gibt Misch- und Zwischenformen. Deren Existenz wurde lange geleugnet oder gar verfolgt. Auch heute nocht ist das ein Thema für Betroffene. Wir sind ein scheinbar lebender Widerspruch. Wir versuchen für uns Geschlechtergrenzen aufzuheben und leben doch nach ihnen. Wir haben (i.d.R:) keine weiblichen Hormone, keine weibliche Erziehung, keine typisch weiblichen Erfahrungen, keinen weiblichen Körper, aber doch ein tief verankertes Bewusstsein für die eigene Weiblichkeit, die sich in Kleidung, Schminke etc. ausdrückt.

Was sind wir also ? Chimären, die sich das alles einbilden oder einfach nur Variationen im Menschsein ? Oder hat das mit zu eng gefassten Vorstellungen von Geschlecht zu tun ? Es gibt mMn nicht die eine Wahrheit. Es gibt viele. Mein Bild der Welt ist ein anderes als das meiner Frau. Aber müssen wir das gleiche Weltbild haben ? Oder liegt nicht gerade in der Vielfalt der Reichtum ?

Das Thema Trans geht an die Substanz, für alle Beteiligten. Da darf man sich Zweifel und auch unangenehme Gefühle leisten. Ich denke, entscheidend ist, wie wir damit umgehen, denn die schlechten Gefühle kommen aus uns und verdienen Beachtung im Sinne eines sich selber hinterfragen. Es ist der Antrieb, an sich selber und den eigenen Einstellungen zu arbeiten. Die Kategorien Mann/Frau sind nicht eindeutig. Darunter kann man mit unterschiedlichen Kriterien betrachten. Bin ich eine Frau, weil ich es so fühle oder bedarf es eines von Geburt weiblichen Körper ? Oder sind es die Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens macht oder die Hormone ?

Ist Deine Weiblichkeit berührt, wenn Dein "Mann" sich weiblich fühlt ? Transmenschen halten der Allgemeinheit den Spiegel vor. Durch ihre Darstellung von Geschlecht ziehen sie den Begriff "Geschlecht" in Frage. Die Vielschichtigkeit von Geschlecht lässt sich nicht in zwei Worte packen. Die, die es vesuchen, müssen daran scheitern. Entweder man findet einen anderen Umgang damit oder es führt zu Ablehnung bis hin zur Gewalt in jeglicher Form. Das ist ein Prozess, bei dem man erst nach und nach zu einer neuen Perspektive kommt. Ich finde so etwas ungeheuer bereichernd.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 38 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

YvonneTV hat geschrieben: Di 14. Okt 2025, 18:00
Nachtfee hat geschrieben: Sa 11. Okt 2025, 15:32 ... hat mein Mann mir dies schon ein paar Monate nach dem wir zusammen gekommen sind. Habe somit mit "sehendem Auge" seinen Antrag angenommen, ihn vor 6 Monaten standesamtlich geheiratet und werde dies in 2 Wochen bei unserer freien Trauungen wieder tun.
....
Hallo Nachtfee (moin)

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Meine (mittlerweile) Frau & ich haben auch direkt mit offenen Karten gespielt. Beide haben uns wir am Anfang des Kennenlernens mit allen Facetten so gezeigt, wie wir sind. Und das auch angenommen (he)

Viel Spass hier beim Austausch )))(:
Hallo Yvonne.
Ich finde eure Geschichte sehr berührend und freue mich für euch.

Danke auch für die lieben Worte.

Nachtfee
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 39 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

Franzi42 hat geschrieben: Di 14. Okt 2025, 18:16
Nachtfee hat geschrieben: Sa 11. Okt 2025, 20:28 Er ist der Mensch, den ich liebe, und es macht für mich keinen Unterschied ob in Männerjeans, Kleid, geschminkt oder ungeschminkt an meiner Seite steht
Hallo Nachtfee,
da rieseln mir wohlige Schauer über den Rücken, wenn ich deine Zeilen lese.
So viel Wertschätzung und Offenheit dem Menschen gegenüber!
Ich habe das Glück, dass meine Frau mich ebenfalls so nimmt wie ich bin.
Es ist eher so, dass ich mich selbst (noch) nicht so akzeptieren kann.
Liebe Grüße
Franzi
Hallo Franzi,
unser größter Feind sind wir oft selber.

Aber mit so einem tollen Menschen an deiner Seite ist es nur eine Frage der Zeit.

Wünsch euch alles Glück der Welt.
Nachtfee
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 40 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 15. Okt 2025, 07:14

Ist Deine Weiblichkeit berührt, wenn Dein "Mann" sich weiblich fühlt ?
Hallo Vicky,
toller Beitrag wo ich dir mit jedem Wort zustimmen und genau so sehe.

Du meinem Beitrag, dass ich mich heuchlerisch fühle ... vorab, nein, ich fühle mich in keinster Weise in meiner Weiblichkeit berührt.

Es ist auch vom inneren Gefühl nicht so, dass ich es akzeptieren, tolerieren oder unterstütze. Er ist die Liebe meines Lebens, nicht als Mann, nicht als Frau, sondern als Mensch.

Ein paar Beispiele, ich komm von der Arbeit heim und er ist zu Hause als Frau gerichtet, ich komm heim, sag hallo Schatz, wie war dein Tag und gib ihn einen Kuss und wir reden wie der Tag war. Fertig. Kein Kompliment über sein anziehen, kein anderer Blick, einfach ich.

Natürlich, wenns mal was neues ist, he, ist das neu? Steht dir gut. Aber mehr nicht. Im Prinzip als ob er als Mann vor mir steht und wenn er ein neues Shirt an hat. Genau so fühlt es sich für mich an.

Letztens waren wir auf dem Weg zum stoppen, er im Bad sich richten, ich warte. Er kommt raus, ich frag, bist du fertig? Er ja. Und ich, gut dann können wir ja los.

In der Parkgarage fragt er, ob es auffällt, das er Mascara oben hat, ich nur, nur wenn man es weiß. Aber deine Augen kommen super zur Geltung. Ober das Mascara der Grund ist, sieht man eigentlich als fremder nicht.

Hier kam auch die Unsicherheit. Hätte ich zu Hause ein Kompliment, machen sollen. Ihm zeigen das es mir auffällt?

Wie gesagt, er war fertig und wir gehn (auch wenn er sich ein Kleid abgezogen hätte) hätte ich wohl gleich reagiert.

Er ist fertig wir gehn Punkt.

Und es gibt unendlich viele Beispiele mit Reisen, Wellness usw.

Er sagt mir oft, wie dankbar er für alles ist, dass ich es akzeptiere, tollerriere, unterstütze.

Aber ich mach das von meiner Seite aus nicht. Ob er seine Männliche oder weibliche Seite zeigt macht für mich keinen Unterschied. Er ist mein Mann.

Ich hoffe, du verstehst ein bisschen was ich meine. Schwer zu beschreiben.
Olgy
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 41 im Thema

Beitrag von Olgy »

Morgen Nachtfee, danke für den tollen Beitrag und rührende Worte.
Ist dein Mann auch hier angemeldet und kann es lesen?
Liebe Grüße
Olgy
chris
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 42 im Thema

Beitrag von chris »

Hallo Nachtfee,

ich hab deine Zeilen mehrmals gelesen und lange drüber nachgedacht, vor allem über die Situation die du „vor dem Shoppen“ beschreibst.
Ich finde mich zum Großteil wieder und möchte meine Gefühle dabei kurz mitteilen.
Ich „mache mich auch oft zurecht“ bevor wir zusammen losgehen.
Meine Frau toleriert das, aber sie verliert kein Wort darüber. Sie übersieht das sozusagen , registriert es bewusst nicht.
Ich finde das traurig - ich mache das weil ich mir selbst so besser gefalle. Allerdings nimmt sie - so scheint es - keine Notiz davon.
Im Gegenzug dazu, mache ich ihr sehr oft Komplimente wenn sie sich hübsch macht. Sie schminkt sich so wie sie es mag. Und ich weiß dass sie sich so gefällt.
Vielleicht habe ich dich auch missverstanden, aber mir persönlich tut es etwas weh wenn das - wie soll ich sagen - ignoriert oder totgeschwiegen wird. Es ist ja doch ein wesentlicher Teil von mir und meiner Persönlichkeit.
Auch das ist nicht so einfach zu beschreiben.

LG
chris
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 43 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

Olgy hat geschrieben: Mi 15. Okt 2025, 09:23 Morgen Nachtfee, danke für den tollen Beitrag und rührende Worte.
Ist dein Mann auch hier angemeldet und kann es lesen?
Liebe Grüße
Olgy
Danke Olgy. Lieb von dir.

Nein, mein Mann ist nicht hier angemeldet.
Er weiß aber, dass ich das bin und hat auch gesagt, ich kann hier auch ganz offen ihn betreffend reden. Auch Fotos hochladen, wenn ich das Bedürfnis habe.
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 44 im Thema

Beitrag von Nachtfee »

chris hat geschrieben: Mi 15. Okt 2025, 10:05 Hallo Nachtfee,

ich hab deine Zeilen mehrmals gelesen und lange drüber nachgedacht, vor allem über die Situation die du „vor dem Shoppen“ beschreibst.
Ich finde mich zum Großteil wieder und möchte meine Gefühle dabei kurz mitteilen.

Meine Frau toleriert das, aber sie verliert kein Wort darüber. Sie übersieht das sozusagen , registriert es bewusst nicht.
Ich finde das traurig - ich mache das weil ich mir selbst so besser gefalle. Allerdings nimmt sie - so scheint es - keine Notiz davon.

Im Gegenzug dazu, mache ich ihr sehr oft Komplimente wenn sie sich hübsch macht. Sie schminkt sich so wie sie es mag. Und ich weiß dass sie sich so gefällt.


LG
chris
Hallo Chris,
die Gedanken drehen mir eben auch im Kopf. Sollte ich was sagen. Aber ich bin nicht der Mensch wo ALLES erwähnt, weder der Mensch der stets "alltägliche" Komplimente braucht und möchte. Ich empfinde eher, dass Komplimente an Wertigkeit verlieren.

Klar, wenn ich mich aufwendiger Schninke, weil wir zum Beispiel essen gehn freuen mich so Komplimente. So ehrliche Komplimente aus dem Inneren raus.

Wenn ich allerdings mein Alltagsmake Up auflegen, was ich immer hab. Könnte ich tägliche Komplimente auf Dauer nicht mehr ernst nehmen. Ein Gesamtkompliment wie gut siehst du aus, oder du bist für mich die schönste Frau da schon.

Wie eben der Moment wo wir einkaufen waren, hab ich zur Kenntnis genommen und passt. Er hatte auch seinen Pulli an wo ich mag und schon öfter gesagt hab, der steht dir so gut. Aber ich sehe nicht, dass ich das jedes Mal erwähnen muss wenn ihr in an hat. Da kommt von mir eher, gut siehst aus Schatz, bekommt nen Kuss und die Frage können wir gehn. Passt.
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Re: Frau eines Crossdressers

Post 45 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Nachtfee hat geschrieben: Mi 15. Okt 2025, 08:04 Aber ich mach das von meiner Seite aus nicht. Ob er seine Männliche oder weibliche Seite zeigt macht für mich keinen Unterschied. Er ist mein Mann.
Ich glaube, ich verstehe Dich recht gut. Und wenn Ihr beide damit zufrieden seid, ist ja auch alles bestens. In meiner Situation ist es ebenfalls, dass meine Frau es toleriert, aber die Akzeptanz des Weiblichen in mir ist nicht gegeben. Damit steckt der Konflikt weiter in mir. Meine emotionale Gebundenheit und gleichzeitig die Nichtakzeptanz macht es mir manchmal ziemlich schwer. Es ist ja nicht so, dass ich die Situation meiner Frau nicht nachvollziehen könnte. Zugespitzt frage ich mich, wer ist denn hier auf dem "falschen" Dampfer ? Oder gibt es einen Weg, die unterschiedlichen Positionen zu vereinen ? Man muss das nicht tun, keine Frage, aber was passiert, wenn meine Frau die Frau in mir akzeptieren könnte ? Nur mal so als Gedankenspiel. Es führt zu dem, was ich oben beschrieben habe.

Frausein zu leben ist auf vielen Ebenen präsent und auf den meisten dieser Ebenen bin ich nicht oder nur wenig als Frau erkennbar. Aber da ist auch der Teil, der nicht offensichtlich ist, für mich aber eine zentrale Bedeutung hat. Ich stelle mir dann oft die Frage, wie mein Leben aussähe, hätte ich einen weiblichen Körper seit Geburt ? Ich wäre sicher in vielen Bereichen automatisch in eine Situation geraten, der für Frauen typisch ist. Niemand würde mich dabei in Frage stellen, so wie mich heute niemand, außer mir selber, als Mann in Frage stellt. Es schmerzt mich ganz einfach, nicht so ernst genommen zu werden, wie ich mich fühle.

Unterstützung bedeutet für mich, dass meine emotionale Lage ernst genommen wird. Ob meine Mascara passt oder nicht, ist für mich zweitrangig.

Und nein, dass ist kein Aufruf, dass Du Deine Haltung ändern sollst. Das wird leider oft falsch verstanden. Es geht um die Erweiterung des eigenen Horizonts, wenn man das möchte. Ich sehe Partnerschaften als eine Chance, sich selber zu hinterfragen. Und das ist keine Einbahnstraße. Würde meine Frau meine Weiblichkeit auch als emotionale Ebene als Frau akzeptieren, müsste ich mich auch damit anders auseinandersetzen. Es ist eine Art Ping-Pong mit ungewissem Ausgang, denn auch mein Frausein ist trotz einem sehr intensiven Gefühl nicht so stabil, wie es scheint. Aber wir sind beziehungstechnisch in einer gegenseitigen Blockade. Mein Gefühl steht gegen ihre Sichtweise. Ich vermute, ein Prozess der gegenseitigen Akzeptanz könnte zu einem beidseitigen, tieferen Verständnis führen. Eine/r macht die Tür auf und der/die Andere geht hindurch und macht dann selber Türen auf.
Viele Grüße
Vicky

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