Irgendwann, ich war schon verheiratet, begriff ich dann, dass die Frau in mir mehr Raum brauchte und an die Öffentlichkeit musste. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem ich mir einen weiblichen Vornamen geben wollte. Aber welchen?
Den meiner Oma? Nein. Meiner Mutter? Auch nicht.
Den Namen meiner Frau? Mit dem habe ich es erst versucht, aber das ging nicht. Eine Alternative war die „Verweiblichung“ meines Jungen-Namen. Dann wäre wohl eine Claudia raus gekommen. Das wollte ich aber auch nicht. Nicht wegen des Namens, sondern nur weil er mich an meine klägliche Männlichkeit erinnerte.
Letztendlich habe ich mich dann an meine erste Freundin erinnert, mit der ich eine erste Frau-Mann Beziehung versuchte. Sie war diejenigen, die als erste richtig erkannte, was in mir schlummerte. In dieser Zeit habe ich heimlich in ihrer Wäsche gestöbert und das eine oder andere Stück angezogen. Bis sie mich dann dabei erwischt hat. Es gab natürlich intensive Gespräche darüber. Was mich damals richtig erstaunte war, dass sie die Meinung hatte „wenn das so ist, dann ist das eben so“. Sie erlaubte mir ihre Sachen zu tragen und hatte kein Problem damit. Und das war in den 70er Jahren!
Nun, SIE war die Wegbereiterin für meine weitere Entwicklung. Leider wurde aus der Beziehung dann nichts festes da sie doch einen „echten Mann“ bevorzugte.
In Erinnerung an sie und ihr zu Ehren wurde es dann der Name „Jutta“!
Und ich trage ihn mit Stolz.
Grüßle Jutta