Marlene hat geschrieben: Mi 3. Sep 2025, 21:48
Hallo noch mal.
Wo kein politischer Wille ist, kann man machen was man will; es läuft ins Leere. Und genau das was Nicole schreibt, sehe ich in großen Teilen leider genauso.
Ich bin seit 1982 bei der Eisenbahn beschäftigt und mir macht niemand was vor. Ich kenne die Bahn und was ich in den letzten 35 Jahren erlebt habe, ist genau das was wir jetzt erleben: der absolute Niedergang dieses einst so fortschrittlichen Verkehrsmittel. Es ist hierzulande nicht gewollt die Schiene sinnvoll zu nutzen. Man sucht immer einen Schuldigen und macht das recht erfolgreich um nicht selbst aktiv zu werden. Niemand will endlich mal das Ruder herumreißen und es vergammelt alles.
Wenn es öffentliche Gelder gibt, langt man zu, ohne einen wirklichen Plan zu haben. Das Thema Hunsrückbahn ist mir seit Jahren durchaus bekannt. Ich war seinerzeit auch in Baumholder Fahrdienstleiter, als diese Strecke von der DB abgestoßen wurde. Ich habe dort das Licht ausgemacht und die Strecke wurde dann modernisiert mit einem vernünftigen Technikaufwand von einer
nichtbundeseigenen Eisenbahngesellschaft. Und das ist oftmals der entscheidende Unterschied.
Natürlich sitzt dort auch kein Zugleiter mehr, sondern der macht das aus dem sächsischen Mulda im Erzgebirge mit. Aber es rollt dort weiter und nichts wurde platt gemacht. Es geht wenn man will, aber nur dann...
Wenn es so weiter geht, fährt bald nichts mehr. Man hat alles verschlafen auf Geheiß der Politik und ist nun unfähig aus diesem besch... Zustand noch herauszufinden.
Würde mich sehr wundern, wenn es sich noch mal zum Besseren wendet. Ich arbeite z.Zt. auch noch bei einer NE- Bahn und wir versuchen auf unserem bescheidenen Netz den Betrieb irgendwie am Laufen zu halten. Das Geld reicht hinten und vorne nicht um eine grundhafte Sanierung zu machen und Baufirmen sind mittlerweile Mangelware. Die Strecke wurde 2015 von DB Netz zur Abgabe/ Stilllegung ausgeschrieben und der Reiseverkehr durch die Verkehrsverbünde abbestellt zugunsten eines sinnlosen Busbetriebes der jeden Tag im Stau steht... Wir fahren seitdem nur noch Güterzüge zu einem Tanklager und sporadischen Güterverkehr resp. Sonderfahrten. Mit einem techisch veralteten Netz, welches auf Verschleiß gefahren wurde, und keinem mehr motivierbaren Personal, kann man sich vorstellen wann der letzte Zug abgefahren sein wird. Dann: Ziel erreicht. Treffer!
Wie gesagt, alles verschlafen und nicht gewollt. Dafür ist JEDEN Tag das blanke Chaos auf den Straßen. Aber mit Toten, kaputten Autos und der Mineralölsteuer kann man mehr Umsatz machen... Vom Umweltdreck und blanken Nerven reden wir mal gar nicht.
VG. Marlene
Ich würde die Schuld nicht allein der Politik anlasten.
Meine Schwester arbeitet bei der Bahn, ihre Aufgabe ist es Agenturen zu gewinnen, die Fahrkarten verkaufen.
Der Gesetzgeber fordert in jedem Ort eine Fahrkartenverkaufsstelle, und das finde ich in Ordnung.
Das Problem ist jedoch die Forcierung der Digitalisierung und die damit einhergehende Schließung von
Fahrkartenschaltern bzw. Reisezentren in den kleineren Orten.
Das ist eine widersinnige Strategie.
Damit zu den Fahrkartenautomaten,
obwohl die Bahninfrastruktur auf Eiderstedt der Deutschen Bahn gehört,
wurden keine Fahrkartenautomaten aufgestellt, nachdem es nicht gelang Agenturen zu aquierieren.
Die derzeitigen Automaten sind von der Nordbahn, welche aktuell die Strecke bedient.
Warum hat die Bahn keine eigenen Automaten?
Die Haltestellen sind mit Oberleitung versehen, damit die Akkutriebwagen geladen werden können.
Wäre es nicht sinnvoller gleich die Strecke richtig zu elektrifizieren?
Und natürlich auch die Marschenbahn plus Anbindung von Esberg?
Kurzum es fehlt der Bahn eine Führung, die wie ein Eisenbahner denkt.
Die bisherigen Bahnvorstände, haben die Bahn vor die Wand gefahren, nicht nur die Politiker.
Wiesing hat erstaunlicherweise die Generalsanierung der Riedbahn und der Strecke Hamburg Berlin veranlasst, das war überfällig!!
Falsch war Stuttgart 21, obwohl es bessere Alternativen gab, die dem baden- würtembergischen Volk beim Bürgerentscheid aber nicht vorlagen.
Nachtrag:
Obwohl in Dußlingen im Fehruar die Gleise saniert wurden, werden die Signale und Weichen immer noch mit Seilzügen vom Weichenwärter bedient.
Die Bahn fährt zwischen Dußlingen und Derendingen seit Mai an 2 Stellen langsam, wieso hat man hier die Gleise nicht saniert, als die Strecke, wegen Dußlingen gesperrt war?
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.
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Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
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