Geschlechtsangleichende Operationen für non-binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund
Geschlechtsangleichende Operationen für non-binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund - # 3

Vesta
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 31 im Thema

Beitrag von Vesta »

Val44721 hat geschrieben: Sa 30. Aug 2025, 23:16 Es existiert kein Boom. Das sind Verschwörungstheorien rechter Netzwerke,
Keine Ahnung was rechte Netzwerke schreiben, in dem Milieu bin ich nicht unterwegs. Meine Quelle sind amtliche Statistiken, z. B. vom statistischen Bundesamt, daraus zitiert hier oder hier.

In Gesprächen mit einem Psychologen wurde ebenfalls ein deutlicher Anstieg angemerkt.
Aus 1000 Personen sollen 997 trans Personen leiden, um die 3 cis Personen zu schützen.
Das ist die falsche Statistik. Deine 0,3% sind diejenigen, die aktuell Detransitionieren.
Man müsste aber hinzuzählen
1. diejenigen, die ihre Transition bereuen, die aber trotzdem nicht detransitionieren, weil die durch die Transition entstandenen Schäden (z. B. Unfruchtbarkeit, Verlust von Familie und Kindern) dadurch nicht rückgängig gemacht würden.
2. diejenigen, die durch das derzeitige "Gatekeeping-System", wie du es nennen würdest, von der Transition abgehalten werden.

Gerade Punkt 2. dürften so einige sein, die nicht transsexuell sind oder die aus falschen Gründen eine Transition angehen würden.
Jaddy hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 00:13 Es ist doch vollkommen egal, warum Menschen "gegengeschlechtliche" Hormone nehmen wollen, zeitweise oder dauerhaft, wenn sie a) über die Konsequenzen und Risiken kompetent aufgeklärt wurden und b) mutmasslich auch konsensfähig sind - also das genausogut einschätzen können, wie andere Menschen die Konsequenzen ihrer [...]
Bei den gefährdeten Personengruppen (s. u.) ist b) idR. nicht gegeben. Die meisten derer wissen nicht oder können nicht einschätzen, dass ihr Wunsch, dem anderen Geschlecht angehören zu wollen, nur vorübergehend ist.
Wir wissen, dass Geschlechtsidentität nicht getestet oder bewiesen werden kann.
Das nicht, aber andere Störungen können diagnostiziert werden. Bei diesen anderen Störungen kann es sich z. B. handeln um passagere Störungen der Geschlechtsidentität bei Borderline, uneingestandene Homosexualität, Angststörungen, Verkennung der Realität bei einer Psychose. Diese Störungen können diagnostiziert und behandelt werden, manchmal schnell, manchmal langwierig. Danach verschwindet der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, vollständig.


Die Frage "Kann es auch etwas anderes sein?" war für mich sehr wichtig.
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 32 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15 Keine Ahnung was rechte Netzwerke schreiben, in dem Milieu bin ich nicht unterwegs. Meine Quelle sind amtliche Statistiken, z. B. vom statistischen Bundesamt, daraus zitiert hier oder hier.
Du hast deinen eigenen Link nicht gelesen. Sonst wüsstest du, dass er deine Aussagen aufgreift und zu nem ganz anderen Schluss kommt als du.
Ein Geschlechtswechsel ist keine Modeerscheinung.
"Ja, es gibt eine Steigerung, aber sie ist nicht explosionsartig", stellt Morgenstern klar. Zumal jeder Eingriff einzeln gezählt werde, auch wenn eine Person mehrfach betroffen sei. Ein und derselbe Transmann könne in die Statistik zum Beispiel mit sieben "Frau-zu-Mann"-Operationen eingehen.
Eine Operationsreihe mit sechs Eingriffen […]
Es ist sehr schädlich für die trans Community Statistiken so zu verzerren.

Wenn du die Anzahl der Operationen misst, misst du nicht, wie viele trans Personen es gibt (gibt genug ohne wie mich, oder welche mit vielen), sondern du misst nur den Fortschritt der Medizintechnik.
Während früher eine Vaginoplastik eine Operation war, sind es heute oft zwei bis drei, und während früher ein Penoid in zwei Operationen aufgebaut wurde, sind es heute bis zu sechs.

Früher wären also 10 trans Frauen und 10 trans Männer mit 10 (alles Vaginoplastien) und 30 (20x Penoidaufbau und 10x Entfernung der Brust) in die Statistik eingegangen sind, sind es heute vielleicht 25 bei den femininen Personen und bis zu 70 bei den maskulinen Personen. Wir haben die Zahl der OPs mehr als verdoppelt (40 zu 95) bei der gleichen Anzahl Patient:innen.

Von der Anzahl an durchgeführten Operationen auf die Anzahl der trans Menschen schließen zu wollen ist so ziemlich ein Paradebeispiel wie man mit wahren Statistiken lügen kann.
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 33 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15
Jaddy hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 00:13 Es ist doch vollkommen egal, warum Menschen "gegengeschlechtliche" Hormone nehmen wollen, zeitweise oder dauerhaft, wenn sie a) über die Konsequenzen und Risiken kompetent aufgeklärt wurden und b) mutmasslich auch konsensfähig sind - also das genausogut einschätzen können, wie andere Menschen die Konsequenzen ihrer [...]
Bei den gefährdeten Personengruppen (s. u.) ist b) idR. nicht gegeben. Die meisten derer wissen nicht oder können nicht einschätzen, dass ihr Wunsch, dem anderen Geschlecht angehören zu wollen, nur vorübergehend ist.
Wir wissen, dass Geschlechtsidentität nicht getestet oder bewiesen werden kann.
Das nicht, aber andere Störungen können diagnostiziert werden. Bei diesen anderen Störungen kann es sich z. B. handeln um passagere Störungen der Geschlechtsidentität bei Borderline, uneingestandene Homosexualität, Angststörungen, Verkennung der Realität bei einer Psychose. Diese Störungen können diagnostiziert und behandelt werden, manchmal schnell, manchmal langwierig. Danach verschwindet der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, vollständig.

Die Frage "Kann es auch etwas anderes sein?" war für mich sehr wichtig.
Ich verstehe deine persönliche Betroffenheit. Hättest du denn ohne weiteres ein informed consent Angebot angenommen? Oder hast du dir auch ohne den aktuellen Zwang Beratung zur Klärung deiner Motivation gesucht?

Mein wichtiger Knackpunkt ist der ungleiche Umgang mit in ihren Konsequenzen vergleichbaren Themen.

Menschen heiraten; jede zweite Ehe wird geschieden - u.U. drastische Folgen für die Familie.
Menschen bekommen Kinder; 20% bereuen ihre Entscheidung bald danach - Folgen für Eltern und Kinder.
Menschen treffen falsche finanzielle Entscheidungen; Armut vor allem im Alter ist eine häufige Folge.
Menschen folgen problematischen Gruppen, Gurus, Religionen, usw; psychische Abhängigkeiten und seelische Abstürze häufig.
Menschen ignorieren Medizin und gehen zur Quacksalberei; schwere gesundheitliche Folgen.
Menschen sind in toxischen bzw destruktiven Beziehungen; schwere psychische Folgen häufig.
Menschen konsumieren legale (und illegale) Substanzen, häufig als Selbstmedikation; schwere körperliche und geistige Folgen.
Menschen überfordern ihren Körper (Ernährung, Sport, Hobbies, Job); schwere gesundheitliche Folgen.
Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten; Unfälle, Behinderung, Krankheit, Tod.

All diese Dinge sind mehrheitlich akzeptierte Freiheiten, auch Dummheiten machen zu dürfen. Für viele gibt es Aufklärungsangebote, Beratungen davor, während und danach, Hilfsangebote für Betroffene und Umfeld, usw. - aber kein Gatekeeping mit irgendwelchen Tests, ob die Leute das wirklich abschätzen können, ob es "nur eine Phase" ist, ob andere Motive dahinterstecken.

Dagegen ist HET - falls sie denn tatsächlich eine falsche Entscheidung war - vergleichsweise harmlos. Klar, das sind keine Smarties. Tatsächliche körperliche Schäden sind aber äussrest selten. Dinge wie Unfruchbarkeit in der Regel reversibel, bzw werden erst nach vielen Jahren permanent, falls überhaupt. Permanente Veränderungen wie Bartwuchs, Brustwachstum, Stimmbruch oder Haarausfall sind vielleicht ärgerlich, aber keine schwerwiegende Beeinträchtigung.

Also warum soll ausgerechnet eine in der Regel vergleichsweise harmlose Sache wie HET derart reglementiert werden? Ich finde keine belastbare Begründung. Es bleibt nur, dass eben bei allem, was mit "Geschlecht" und "Sexualität" zu tun hat, völlig andere Massstäbe angelegt werden.
Zuletzt geändert von Jaddy am Mo 1. Sep 2025, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 34 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15 Das ist die falsche Statistik. Deine 0,3% sind diejenigen, die aktuell Detransitionieren.
Man müsste aber hinzuzählen
1. diejenigen, die ihre Transition bereuen, die aber trotzdem nicht detransitionieren, weil die durch die Transition entstandenen Schäden (z. B. Unfruchtbarkeit, Verlust von Familie und Kindern) dadurch nicht rückgängig gemacht würden.
2. diejenigen, die durch das derzeitige "Gatekeeping-System", wie du es nennen würdest, von der Transition abgehalten werden.

Gerade Punkt 2. dürften so einige sein, die nicht transsexuell sind oder die aus falschen Gründen eine Transition angehen würden.
Bei Punkt 2 mutmasst du aber heftig und unterschlägst einiges:
- Menschen, die eigentlich von einer Transition profitieren würden, aber sich "vom System" abgeschreckt fühlen (hab ich einige erlebt)
- Menschen, denen die Ressourcen fehlen, Geld, Zeit, Information
- Menschen, die sich nicht ausreichend artikulieren und ihre Gedanken und Gefühlslage darstellen können und deshalb abgewiesen werden. Hab ich auch einige erlebt.
- Reichlich Menschen, die gerade HET DIY machen. Das geht in die Tausende in D. Notwendigerweise unbegeleitet, ohne med und psych Versorgung, weil diverse Gründe.

Bei Punkt 1 finde doch bitte mal Zahlen. In der Großstudie haben sich mW keine Befragten derart geäussert. Es ist auch ziemlich unglaubwürdig, ein viel problematischeres trans Leben mit vielen Schweirigkeiten aufrecht zu erhalten, als in ein cis Leben zurückzukehren.

Egal wie: Die Detransitions-Zahlen differieren hinter dem Komma und liegen weit unterhalb anderer Lebensentscheidungen, hauptsächlich verursacht durch ein feindliches Umfeld. Du hast bisher nicht glaubhaft machen können, weshalb ausgerechnet bei HET derart restriktiv zwangsbeschützt werden müsste.
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Post 35 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15 Danach verschwindet der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, vollständig.


Die Frage "Kann es auch etwas anderes sein?" war für mich sehr wichtig.

Hmm..
das kannst du nicht pauschal sagen, das der Wunsch verschwindet. Tatsächlich können Angst und Depressionsthematiken auch
grade aus einer Dysphorie entstehen. Also die uneingestandene trans* Thematik psychologische Themen triggern, so wie du selbst sagst
ist das auch bei einer uneingestandenen Homosexualität so, oder bi, oder pan und poly..whatever, oft aus gesellschaftlichen Gründen.

Eine ernst zu nehmende therapeutische Begleitung, drösselt das auf, hilft einen Weg zu finden. Nicht ernst zu nehmen ist ein
kategorischer Ausschluss. Das heisst irgendwer lässt diese Menschen vollkommen fallen, ziemlich mieser Move.
Ich hab Kontakt zu etlichen therapeutischen Personen gehabt, teils wegen mir selbst, teils im Bekanntenkreis.
Eine Kinderpsychologin im Freundeskreis hat eins zu eins gesagt das sie froh ist nun weniger Gutachten erstellen zu müssen wegen dem Wegfall des TSG..
und ich bin verdammt froh, das mich solche Leute daheim besucht haben, mich aufgebaut haben, als ich tränenüberströmt und zitternd auf der Couch sass...

aber da sind wir jetzt grade nicht..aus allem was ich bisher gesehen und gelernt habe und aus den Gesprächen, hab ich so ein paar
Grundsätze mitgenommen (auch aus der Literatur zum Thema, wie Rauchfleisch und Co.)

Hat man Menschen in einer derzeitigen akuten psychischen Belastung braucht man zuerst Sicherheit, aber sollte Gatekeeping vermeiden.
Also eine Art Ampelvariante...

Grün: Psychische Symptome behandelt/handhabbar, Einwilligung klar → Transition möglich.

Gelb: Spürbare Symptome, aber Einwilligungsfähigkeit gegeben → Transition + parallele Behandlung.

Rot (temporär): Einwilligung aktuell nicht möglich oder Sicherheit/Nachsorge gefährdet → erst kurz stabilisieren, dann fortsetzen

Bei mir war es so, das eine Vergewaltigungsgeschichte meine Angststörung getriggert hat (ich glaube das du nicht weisst oder nachfühlen
kannst, wie sich eine Angststörung anfühlt bis zu einer fast kompletten Abkapselung von der Aussenwelt wenn es ein soziales Thema ist.
Als Corona kam und die Abkapselung von aussen getriggert war, hat es mich nochmal völlig zerlegt, tiefe Wunden aufgerissen, ziemlich unschön).
Ich musste mich also meiner Angst zu sagen das ich eine Frau bin nochmal komplett neu stellen, was durch die Vergewaltigung entstand.
Dabei hat mir die HRT wahnsinnig geholfen, das hat mich stark gemacht. Die hat anders gesagt mein Leben gerettet, mich geheilt.
Und ich hätte die auch weiter DIY gemacht, hätte ich nicht die passende Unterstützung gefunden. Ich habe sie aber gefunden.

Das heisst für mich, eine psychologische Stütze ist eine Wegbegleitung im trans* Thema, das du das bist und den Weg du gehst, sollte
aber nicht die Entscheidung der begleitenden Person sein. Aber Steine wegrollen kann sie, einfühlsam, ergebnisoffen.

Wenn da jemand alleine durchkommt ist das für mich fein, ich würde aber sagen, hab jemand für Akutthemen in der Hinterhand
wenn es mal holpert..das ist super wertvoll, also brauchen wir ein offen gut erreichbares Angebot in Krisen, aber keine unbedingte Pflicht für alle.

Habt es gut, Marie (flo)
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Mo 1. Sep 2025, 16:17, insgesamt 4-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 36 im Thema

Beitrag von Lina »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15
Val44721 hat geschrieben: Sa 30. Aug 2025, 23:16 Es existiert kein Boom. Das sind Verschwörungstheorien rechter Netzwerke,
Keine Ahnung was rechte Netzwerke schreiben, in dem Milieu bin ich nicht unterwegs. Meine Quelle sind amtliche Statistiken, z. B. vom statistischen Bundesamt, daraus zitiert hier oder hier.

In Gesprächen mit einem Psychologen wurde ebenfalls ein deutlicher Anstieg angemerkt.
Aus 1000 Personen sollen 997 trans Personen leiden, um die 3 cis Personen zu schützen.
Das ist die falsche Statistik. Deine 0,3% sind diejenigen, die aktuell Detransitionieren.
Man müsste aber hinzuzählen
1. diejenigen, die ihre Transition bereuen, die aber trotzdem nicht detransitionieren, weil die durch die Transition entstandenen Schäden (z. B. Unfruchtbarkeit, Verlust von Familie und Kindern) dadurch nicht rückgängig gemacht würden.
2. diejenigen, die durch das derzeitige "Gatekeeping-System", wie du es nennen würdest, von der Transition abgehalten werden.

Gerade Punkt 2. dürften so einige sein, die nicht transsexuell sind oder die aus falschen Gründen eine Transition angehen würden.
Jaddy hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 00:13 Es ist doch vollkommen egal, warum Menschen "gegengeschlechtliche" Hormone nehmen wollen, zeitweise oder dauerhaft, wenn sie a) über die Konsequenzen und Risiken kompetent aufgeklärt wurden und b) mutmasslich auch konsensfähig sind - also das genausogut einschätzen können, wie andere Menschen die Konsequenzen ihrer [...]
Bei den gefährdeten Personengruppen (s. u.) ist b) idR. nicht gegeben. Die meisten derer wissen nicht oder können nicht einschätzen, dass ihr Wunsch, dem anderen Geschlecht angehören zu wollen, nur vorübergehend ist.
Wir wissen, dass Geschlechtsidentität nicht getestet oder bewiesen werden kann.
Das nicht, aber andere Störungen können diagnostiziert werden. Bei diesen anderen Störungen kann es sich z. B. handeln um passagere Störungen der Geschlechtsidentität bei Borderline, uneingestandene Homosexualität, Angststörungen, Verkennung der Realität bei einer Psychose. Diese Störungen können diagnostiziert und behandelt werden, manchmal schnell, manchmal langwierig. Danach verschwindet der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, vollständig.


Die Frage "Kann es auch etwas anderes sein?" war für mich sehr wichtig.

Die verlinkte Statistik zeigt dich lediglich einen Anstieg von Jahr 2022 zu 2023. Wie soll das einen Boom darstellen, wenn so viele OP jeglicher Art WG. Corona-Massnahmen verzögert wurden?
Vesta
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 37 im Thema

Beitrag von Vesta »

Val44721 hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 11:27 Während früher eine Vaginoplastik eine Operation war, sind es heute oft zwei bis drei, und während früher ein Penoid in zwei Operationen aufgebaut wurde, sind es heute bis zu sechs.
Als ich mich erstmalig ernsthaft mit den Operationen beschäftigt habe, war vor 2010, da waren für MzF auch schon zwei OPs üblich. Da hat sich seitdem nicht prinzipiell was verändert, und in keinem Falle etwas, das den Anstieg von etwa 600 OP/Jahr in 2013 auf 1834 OP/Jahr in 2023 erklärt. Bei den Transmännern kenne ich mich nicht so aus.

Solche Steigerungen müssen auch nicht zwingend heißen, dass es mehr Transsexuelle gibt. Es kann auch andere Gründe geben, z. B. dass durch die bessere Präsenz und Akzeptanz in den Medien die Betroffenen sich früher dem Thema stellen und entsprechend früher mit der Transition beginnen, was alleine schon durch den Nachholeffekt zu höheren Zahlen führt.

Ich will aber gar nicht spekulieren, warum die Zahlen steigen, sondern mein Gedanke ist, dass bei der häufiger durchgeführten Transition vermehrt auch solche dabei sein werden, für die das jetzt nicht der letzte Ausweg ist, die nicht unbedingt müssten, weswegen rein statistisch die Zahlen der Unzufriedenen überproportional wachsen müssen. Um 2010 hieß es, 98% Zufriedenheit. 99,7% Zufriedene waren es wohl nie. Ich denke, heute sind es auch keine 98% Zufriedene mehr, halte aber über 90% für gut möglich. Wenn man die Hürden weiter senkt, wird der Prozentsatz der Unzufriedenen deutlich anwachsen, ist zumindest meine Vermutung.
Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 11:50 Hättest du denn ohne weiteres ein informed consent Angebot angenommen?
Nein.
Ich hätte mir in jedem Falle eine Therapie bei einem Therapeuten gesucht.
Ich war mir unsicher und wollte einfach möglichst große Sicherheit. Ich hatte zu viel zum verlieren.
Bei Informed Consent hätte ich auch mit Verlust von Familie und Kindern rechnen müssen.
Mein wichtiger Knackpunkt ist der ungleiche Umgang mit in ihren Konsequenzen vergleichbaren Themen.
Deine anderen Themen sind nicht vergleichbar, da bei den "Schädigungen" keine medizinische Hilfe notwendig ist, zumindest nicht vorher. Die Leute können das von sich aus machen.
Bei TS müssen aber Mediziner eingreifen, sie müssen funktionierende Organe vorsätzlich schädigen, was erst einmal dem Eid des Hippokrates widerspricht.
Solange keine medizinische Hilfe nötig ist, dürfen wir auch tun, was wir wollen, Crossdressing und Kosmetik zum Beispiel, auch auf die Gefahr hin, deswegen hinterm Bahnhof tätlich angegriffen zu werden.
Schönheitsoperationen wären ein passenderen Beispiel.
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 13:50 das kannst du nicht pauschal sagen, das der Wunsch verschwindet. Tatsächlich können Angst und Depressionsthematiken auch
grade aus einer Dysphorie entstehen.
Nein, pauschal geht auch nicht und so ist es auch nicht gemeint.

Um dein Beispiel Angststörungen aufzugreifen.
Angststörungen können alleine auftreten. Als Folge kann gelegentlich der Wunsch geäußert werden, das Geschlecht zu wechseln.
Angststörungen und Transsexualität können unabhängig voneinander auftreten oder bestehen.
Angststörungen können direkt oder indirekt eine Folge einer bestehenden Transsexualität sein.

In den letzten beiden Fällen kann eine Transition angebracht sein.

Mein Psychologe hatte mal den ersten Fall. Bei einer Person (ob er oder sie weiß ich nicht), die zu ihm kam, stimmte scheinbar alles für Transsexualität. Nur war die Person überhaupt nicht transsexuell. Es war alles nur gespielt. Die Person hatte sich alles nur angelesen. Es lag eine Angststörung vor. Die Person wollte vor sich selbst so weit wie möglich fliehen, und die weiteste Flucht schien ein Wechsel des Geschlechts zu sein. Nachdem der Psychologe die Angststörung ernsthaft angegangen war, ist der Wunsch nach dem Geschlechtswechsel komplett verschwunden.
Das heisst für mich, eine psychologische Stütze ist eine Wegbegleitung im trans* Thema, das du das bist und den Weg gehst, sollte
aber nicht die Entscheidung der begleitenden Person sein.
Nein, ganz gewiss nicht. Die Entscheidung will nur ich selbst treffen.
Ich bin aber der Meinung, dass die Entscheidung erst dann getroffen werden soll, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, auch diejenigen, die die Betroffenen nicht sehen wollen.

Ich habe auch keinen Behandler getroffen, der mir am Ende sein OK verweigert hätte.
Aber wenn ich Hormone und Operationen so schnell wie möglich hätte haben wollen, dann wäre ich bei allen auf Widerstand gestoßen, und das durchaus zu Recht.
Lina hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 14:19 Die verlinkte Statistik zeigt dich lediglich einen Anstieg von Jahr 2022 zu 2023.
??? Die Statistik geht von 2013 (600 Fälle) bis 2023 (1834 Fälle)
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Post 38 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17
Jaddy hat geschrieben:Hättest du denn ohne weiteres ein informed consent Angebot angenommen?
Nein.
Ich hätte mir in jedem Falle eine Therapie bei einem Therapeuten gesucht.
Ich war mir unsicher und wollte einfach möglichst große Sicherheit. Ich hatte zu viel zum verlieren.
Aber anderen unterstellst du quasi pauschal, das nicht zu tun? Ich lerne ja nun durch mehrere Selbsthilfegruppen ziemlich viele Menschen am Beginn ihrer Transition oder sogar innerhalb ihrer Selbstfindung kennen. Nicht eine Person geht da leichtfertig dran. Alle machen sich Gedanken um Familie, Verwandtschaft, Job, soziales Umfeld usw.
Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17Bei Informed Consent hätte ich auch mit Verlust von Familie und Kindern rechnen müssen.
Das liegt aber nicht an der Art des Zugangs. Nicht mal an HET selbst, sondern am Outing als trans. Gerade bei einer trans femininen HET kannst du monatelang Hormone nehmen und die Effekte verbergen. Du kannst sie mühelos wieder absetzen und hast dann vielleicht ein bisschen Brust, aber ansonsten ist nichts passiert. Aber guck dich mal um hier im Forum, wie viele bereits mit dem Outing als Crossdresser*innen ihre Beziehung riskieren. Such mal nur ein Profil hier, wo die Person sich bedenkenlos und ohne vorherige Überlegungen, Zweifel und Ängste der*em Eheparter*in, Kindern, Familie gegenüber geoutet hätte. Wem willst du unterstellen, sich gedankenlos, ohne Konsequenzen zu bedenken, Hormone reinzupfeifen?
Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17
Jaddy hat geschrieben:Mein wichtiger Knackpunkt ist der ungleiche Umgang mit in ihren Konsequenzen vergleichbaren Themen.
Deine anderen Themen sind nicht vergleichbar, da bei den "Schädigungen" keine medizinische Hilfe notwendig ist, zumindest nicht vorher. Die Leute können das von sich aus machen.
Bei TS müssen aber Mediziner eingreifen, sie müssen funktionierende Organe vorsätzlich schädigen, was erst einmal dem Eid des Hippokrates widerspricht.
Solange keine medizinische Hilfe nötig ist, dürfen wir auch tun, was wir wollen, Crossdressing und Kosmetik zum Beispiel, auch auf die Gefahr hin, deswegen hinterm Bahnhof tätlich angegriffen zu werden.
Schönheitsoperationen wären ein passenderen Beispiel.
Also zunächst mal sind wir bei Hormontherapie. Welche gesunden Organe soll die schädigen? Zweitens sind gegengeschlechtliche Hormone streng genommen wirklich keine weltbewegende Sache. Die jeweils andere Hälfte der Menschheit lebt damit ziemlich gut und dem Körper ist es ziemlich egal, ob er auf Testosteron oder Östradiol läuft. Hauptsache genug davon. Die Frage ist nur, womit wir uns besser fühlen.

Der ganze Zinnober mit Bluttest und so weiter - der ja auch bei informed consent stattfinden würde - ist nocht mal notwendig für eine funktionierende HET. Da muss nichts fein ausgerichtet oder unter zig Varianten von Medis gewählt werden. Da ist nichts wirklich gefährliches bei, wo Ärztys böse aufpassen müssen. Sonst wären die Check-Intervalle auch nicht 6 oder 12 Monate. Der Aufwand ist eine reine Folge der Verschreibungspflicht. Ich habs auch nicht glauben wollen, aber zwei trans erfahrene Endos haben mir das unabhängig bestätigt.

Heisst auch: Medizinische Hilfe braucht es bei transgeschlechtlicher HET nicht zwingend. Unglaublich viele Menschen machen das auch ohne Ärztys - DIY - weil es nicht anders geht oder sie davon keine Verbesserungen hätten. In UK und USA wird DIY langsam Standard, weil entweder das Versorgungssystem (bewusst, durch enge gates) unzureichend ist oder staatlicherseits zerstört wird.

Zigtausende Menschen bekommen HET völlig ohne Indikation, quasi informed consent; Arzty schlägt vor, Patienty stimmt zu - und zwar solche, die ihrem Zuweisungsgeschlecht entsprechen. Nein, medizinisch macht das praktisch keinen Unterschied.

Aber noch mal: Bei informed consent würde alles genau so ablaufen, nur dass du allein mit deinem Wunsch hingehest und nach Aufklärung und Unterschrift die gleichen Tests und Rezepte bekommst. Ohne Indikation und "bist du wirklich trans" Gutachten. Das ist der einige Unterschied.

Und da du kosmetische OPs erwähnst: Gutes Beispiel. Betrachte HET mal als kosmetischen Wunsch, egal ob temporär oder dauerhaft. Völlig legitim. Genauso legitim, wie sich als Mann ohne weiteres Brustimplantate einsetzen zu lassen.

Wir sind da irgendwo in der gleichen Argumentation wie bei Cannabis vs Alkohol und Nikotin. Die Einteilung, was davon kontrolliert und_oder verboten wird und was frei verkäuflich "ohne medizinische Hilfe" und psychologische Gutachten erhältlich, ist ziemlich willkürlich und keine wirklich fundiert medizinische. Vielmehr wird das eine als gesellschaftlich gewohnheitsmässig etabliert betrachtet und das andere als exotisch, ungewohnt.

Ach, was ich fast vergessen hätte: Bisher habe ich nur eine Studie zu regret rates bei informed consent gefunden. Die ist schon von 2012. 12 Institutionen, 1944 Leute, 0,8% "regret", aber nur 0,1% detransition. Keine Klagen wegen Fehlbehandlung o.ä. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10. ... 011.675233 (Original in Annas Archive und Sci-Hub).

An ein noch interessanteres Papier von 2024/25 komme ich leider nicht (noch) nicht ran: "Do gender assessments prevent regret in transgender healthcare?" https://psycnet.apa.org/record/2024-16010-001 Ich zitiere aber mal aus dem Abstract:
Gender assessments are traditionally required before accessing gender-affirming interventions such as hormone therapy and transition-related surgeries. Gender assessments are presented as a way of preventing regret experienced by some people who reidentify with the gender they were assigned at birth after medically transitioning. This article reviews the theoretical and empirical foundations of commonly used methods and predictors for assessing trans patients’ gender identity and/or dysphoria as a condition of eligibility for gender-affirming interventions. We find that the DSM-5 diagnosis, taking gender history, standardized questionnaires, and regret correlates rely on stereotyping, arbitrary, and unproven considerations and, as a result, do not offer reliable ways of predicting future regret over-and-above self-reported gender identity and embodiment goals. This finding is corroborated by empirical data suggesting that individuals who circumvent gender assessments or pursue care under an informed consent model do not present heightened rates of regret. The article concludes that there is no evidence that gender assessments can reliably predict or prevent regret better than self-reported gender identity and embodiment goals. This conclusion provides additional support for informed consent models of care, which deemphasize gender assessments in favor of supporting patient decision making.
Mit anderen Worten: Die psychologische Gender-Begutachtung ist viel pseudowissenschaftlicher Hokuspokus, basierend auf Gender-Klischees (ach!), willkürlichen und unbewiesenen Überlegungen, und liefert keine belastbare Vorhersagefähigkeit für "regret". ... was nicht heisst, dass es auf jeden Fall bitte reichlich niedrigschwellige Beratung und Aufklärung geben sollte, die alle nutzen können, wenn sie wollen. Aber Zwangsbeschützung für Menschen, die aus welchen persönlichen Gründen auch immer zeitweise oder dauerhaft "gegengeschlechtliche" Hormine nehmen möchten, braucht es offenbar nicht.
Claudia
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 39 im Thema

Beitrag von Claudia »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17 Als ich mich erstmalig ernsthaft mit den Operationen beschäftigt habe, war vor 2010, da waren für MzF auch schon zwei OPs üblich.
Das ist aber auch immer eine Frage der Zählweise. Meine GaOP war 2014 und da wurde anders gezählt. Es gab einmal diese große OP unter diesem Titel, alle weiteren wurden aber dann unter dem Begriff Korrektur-OP geführt, die ich zum Glück nicht brauchte. Wenn jetzt diese Korrekturen auch unter dem Oberbegriff GaOP gezählt würden, wäre es kein Wunder, dass die Zahl sehr deutlich steigt. An der Zahl der Patient*innen hätte sich nichts geändert.

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17 Solche Steigerungen müssen auch nicht zwingend heißen, dass es mehr Transsexuelle gibt. Es kann auch andere Gründe geben, z. B. dass durch die bessere Präsenz und Akzeptanz in den Medien die Betroffenen sich früher dem Thema stellen und entsprechend früher mit der Transition beginnen, was alleine schon durch den Nachholeffekt zu höheren Zahlen führt.
Ja, es gab mal eine Zeit, da war die Akzeptanz gegenüber TransIdenten deutlich höher, das kippt ja gerade wieder. Und wenn das dazu führt, dass man sich als Transidente(r) nicht mehr so sehr in einer ausgegrenzten Rolle sieht, ist die Bereitschaft eine Transition zu leben doch deutlich höher. Ab und zu - etwa bei Krankenhausaufenthalten - ist es für mich notwendig oder hilfreich, in dem Bereich meine Vergangenheit offenzulegen. "Bin leider nicht als Frau geboren." Da werde ich nicht schief angesehen, wie es vermutlich Vielen aus älteren Jahrgängen gegangen ist. "Achso, dann ist das so." Man katapultiert sich damit nicht mehr so wie früher ins Außenseitertum. Und so steigt auch die Bereitschaft, diesen Weg zu gehen.

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17 Ich will aber gar nicht spekulieren, warum die Zahlen steigen, sondern mein Gedanke ist, dass bei der häufiger durchgeführten Transition vermehrt auch solche dabei sein werden, für die das jetzt nicht der letzte Ausweg ist, die nicht unbedingt müssten.
Was meinst Du jetzt mit dem letzten Ausweg?
Das klingt so nach der Entscheidung, naja, Transition oder sich selbst entsorgen, ist ja fast dasselbe.
Die Transition ist der Weg zu einem Leben in der verläßlich gefühlten passenderen Rolle. Wenn ich daran denke wieviel Steine mir mein Körper selbst in den Weg gelegt hat und ich sie trotzdem durchgezogen habe, dann wird mir immer wieder klar, wie wichtig sie für meine seelisches Wohlbefinden war. Sie war nicht der letzte Ausweg, aber jetzt bin ich in mir zu Hause, früher war ich eher Mitbewohner.

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 13:50 Das heisst für mich, eine psychologische Stütze ist eine Wegbegleitung im trans* Thema, das du das bist und den Weg gehst, sollte
aber nicht die Entscheidung der begleitenden Person sein.
Nein, ganz gewiss nicht. Die Entscheidung will nur ich selbst treffen.
Nur haben wir derzeit noch die Situation, dass die "begleitende Person" die Führungsrolle hat und die Entscheidung trifft. Du kannst 'Ja' sagen sooft Du willst. Solange die 'Begleitung' 'Nein' sagt, bleibt es beim nein. Sie sollte begleitend werden und nicht bestimmend bleiben.

LG Claudia
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Post 40 im Thema

Beitrag von Val44721 »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 16:17 halte aber über 90% für gut möglich
Vergleichen wir mal dein Bauchgefühl mit der Realität. 90% schätzt du. Nehmen wir mal zufällig 22.725 Personen, die sich einer GaOP unterziehen. Das wären dann bei dir 10% die es bereuen, also 2272,5 Personen. Über zweitausend Personen sind ja schon ziemlich viel.

Aber wie weit stimmt diese Zahl denn, die du so fühlst vom Bauchgefühl her?

Wir kennen lustigerweise die Antwort. Es wurden nämlich 22.725 Personen gefragt, ob sie die OP bereuen. Weißt du wie viele ja gesagt haben? 62. Zweiundsechzig Personen. Aus über zwanzigtausend. [1]

Das muss man sich mal vorstellen. Eine OP, die zweiundzwanzigtausendsiebenhundertfünfundzwanzig Personen gemacht haben, und 62 bereuen sie nur. Und du baust deine Argumentation zur Verweigerung selbstbestimmter Entscheidungen darauf auf, dass du ein Bauchgefühl hast, wie die Zahlen sein müssten.

Fakten nach Bauchgefühl schätzen endet häufig ganz doof für die Fakten. Deine Argumentation basiert nicht auf Fakten sondern auf Vorurteilen.

[1] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6212091/
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 41 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Claudia hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 18:29 Nur haben wir derzeit noch die Situation, dass die "begleitende Person" die Führungsrolle hat und die Entscheidung trifft. Du kannst 'Ja' sagen sooft Du willst. Solange die 'Begleitung' 'Nein' sagt, bleibt es beim nein. Sie sollte begleitend werden und nicht bestimmend bleiben.
Öhm..wie soll ich sagen..nein.

Das habe ich so nicht erlebt. Und wenn hätte ich noch andere Ausweichmöglichkeiten gehabt. Freiburg ist gut aufgestellt im Gegensatz zu anderen
Regionen, auch Basel in der Schweiz und die Kollegschaft tauscht sich aus.
Die Personen die mich begleitet haben waren offen, haben sogar gefordert das ich deutlich sage was ich möchte.
Und das ich mich gut positioniere, es hat auch mal geknirscht und dann war alles fein..

das war aber auch deshalb, weil ich früher oft nicht den Mumm hatte klar auszusprechen was mir wichtig
ist und was ich möchte, jetzt ist das ganz anders, ich hab gelernt das ich in meinem Leben die (alleinige)
entscheidende Kraft bin, das kam auch mit der HRT. Das heisst aber nicht, das ich nicht anderen Ideen
und Vorschlägen zustimmen kann, ich hab auch Balance gelernt. Das ist meilenweit weg von der Person die
ich vorher war.

Ich habe die Einstellung die ich habe, weil es bei meiner begleitenden Therapie recht frei war und ich war gerne da.
Sogar mehr als ich hätte müssen, weil lehrreich...selbstbezahlt, auch die Indikationsschreiben. Ich war Kundin, nicht Patientin.
Für mich war das wie gesagt super wertvoll, ich verstehe aber das andere das Angebot nicht nutzen möchten. Alles gut.

Zudem finde ich das in dem Bereich Vesta auch nur sagt was ihr geholfen hat, für mich ist das nachvollziehbar...
ich glaube es ist doch immer noch so, das niemand für alle Fälle die völlig exakt passende Lösung hat, oder?

Habt es fein, Marie (na)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Post 42 im Thema

Beitrag von Claudia »

Dazu will/muss ich dann doch noch etwas sagen. Das mag vielleicht an einer Stelle böse klingen, ist aber garnicht so gemeint.
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 19:26
Claudia hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 18:29 Nur haben wir derzeit noch die Situation, dass die "begleitende Person" die Führungsrolle hat und die Entscheidung trifft. Du kannst 'Ja' sagen sooft Du willst. Solange die 'Begleitung' 'Nein' sagt, bleibt es beim nein. Sie sollte begleitend werden und nicht bestimmend bleiben.
Öhm..wie soll ich sagen..nein.

Das habe ich so nicht erlebt.
Das habe ich auch nicht so erlebt. Meine begleitende Person war da eher ermunternd, nein, besser Kraft vermittelnd, wenn ich in Gedanken war aufzugeben. Aufgeben nicht wegen Zweifeln an mir selbst und meiner Selbsteinschätzung, sonst aufgeben wegen dieser schon genannten Steine, die mir mein Körper in den Weg legte. Es war diese eine Person, die mich die gesamte Transition und dann auch noch darüber hinaus begleitet hat.

Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 19:26 Und wenn hätte ich noch andere Ausweichmöglichkeiten gehabt. Freiburg ist gut aufgestellt im Gegensatz zu anderen
Regionen, ...
Diese Ausweichmöglichkeiten gab es für mich nicht. Wir sind hier im Norden nicht so umfangreich besetzt und wenn die Begleitung auch noch an Barrierefreiheit (einer dieser Steine) gebunden ist, sieht es noch viel schlechter aus. Aber so betrachtet habe ich einfach viel Glück gehabt, das leider nicht alle haben.

Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 19:26 Ich habe die Einstellung die ich habe, weil es bei meiner begleitenden Therapie recht frei war und ich war gerne da.
Sogar mehr als ich hätte müssen, weil lehrreich...selbstbezahlt, auch die Indikationsschreiben. Ich war Kundin, nicht Patientin.
Ich war auch gerne da, weil diese Therapie neben alle Fragestellungen wie schon erwähnt aufbauend und stärkend war. Und ich war längere Zeit dort, auch als die Transition in sich abgeschlossen war. Denn es gab da ja noch diese 'kleine, wiederkehrende Depression (F33.1)', die ja irgendwie behandelt werden sollte. Die musste ich dann allerdings komplett selbst bezahlen, weil ich Stunden, die die KK zu übernehmen bereit war durch die Transition verbraucht hatte.

Und da bin ich an der Stelle, die ich anfangs als 'könnte böse verstanden werden' angedeutet habe.
... selbstbezahlt, auch die Indikationsschreiben. Ich war Kundin, nicht Patientin ...
Marie, eins vorweg, ich will Dir nicht unterstellen, dass Du es so gemacht hättest, es aber als eine Möglichkeit besonders erwähnen.
Allein die Möglichkeit, durch eigene finanzielle Mittel so oft die begleitende Person zu wechseln, bis wir auf eine Person treffen, die die gewünschten Indikationsschreiben ausstellt, zeigt doch nur, wie krank dieses System der Abhängigkeit ist. Wir sollten, müssen selbst entscheiden können, was für uns gut ist und dürfen nicht von Ärzten, Psychiatern, Psychologen u.a. abhängig sein.
Es ist unser Leben, dafür sind wir selbst verantwortlich.

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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 43 im Thema

Beitrag von Michi »

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15
Val44721 hat geschrieben: Sa 30. Aug 2025, 23:16 Es existiert kein Boom. Das sind Verschwörungstheorien rechter Netzwerke,
Keine Ahnung was rechte Netzwerke schreiben, in dem Milieu bin ich nicht unterwegs. Meine Quelle sind amtliche Statistiken, z. B. vom statistischen Bundesamt, daraus zitiert hier oder hier.

In Gesprächen mit einem Psychologen wurde ebenfalls ein deutlicher Anstieg angemerkt.
Ja und? Als Linkshändigkeit nicht mehr so repressiv unterdrückt wurde, hat die Zahl der Linkshänder auch "zugenommen".

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15
Aus 1000 Personen sollen 997 trans Personen leiden, um die 3 cis Personen zu schützen.
Das ist die falsche Statistik. Deine 0,3% sind diejenigen, die aktuell Detransitionieren.
Man müsste aber hinzuzählen
1. diejenigen, die ihre Transition bereuen, die aber trotzdem nicht detransitionieren, weil die durch die Transition entstandenen Schäden (z. B. Unfruchtbarkeit, Verlust von Familie und Kindern) dadurch nicht rückgängig gemacht würden.
2. diejenigen, die durch das derzeitige "Gatekeeping-System", wie du es nennen würdest, von der Transition abgehalten werden.

Gerade Punkt 2. dürften so einige sein, die nicht transsexuell sind oder die aus falschen Gründen eine Transition angehen würden.
Das sind seeehr unvollständige Annahmen. Dazu kommt noch, dass die Statistik keine Aussagen dazu trifft, was du (so wie auch transfeindliche Kreise) daraus ableiten.

Das hält dich aber nicht davon ab, ausschließlich Annahmen zu treffen, die dein Weltbild (und das der Rechten) bestätigen.

Zu 1. Man dürfte nämlich nur die zählen, die detransionieren, weil sie nicht trans* sind. Die anderen, die so viel Ablehnung von der Gesellschaft und Familie erfahren, dass sie eine Detransition und wieder in der falschen Rolle zu leben, für das kleinere Übel halten, haben die Transition nicht aus den falschen Gründen gemacht.

Zu 2. Du unterschlägst die tatsächlichen trans* Betroffenen, die vom System "Gatekeeping" an der Transition gehindert wurden, oder die so sehr davon abgeschreckt wurden, dass sie den Weg gar nicht erst begonnen oder abgebrochen haben.

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15
Jaddy hat geschrieben: So 31. Aug 2025, 00:13 Es ist doch vollkommen egal, warum Menschen "gegengeschlechtliche" Hormone nehmen wollen, zeitweise oder dauerhaft, wenn sie a) über die Konsequenzen und Risiken kompetent aufgeklärt wurden und b) mutmasslich auch konsensfähig sind - also das genausogut einschätzen können, wie andere Menschen die Konsequenzen ihrer [...]
Bei den gefährdeten Personengruppen (s. u.) ist b) idR. nicht gegeben. Die meisten derer wissen nicht oder können nicht einschätzen, dass ihr Wunsch, dem anderen Geschlecht angehören zu wollen, nur vorübergehend ist.
So so. Aber du weißt das dafür um so genauer .. weil: Bauchgefühl!

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15
Wir wissen, dass Geschlechtsidentität nicht getestet oder bewiesen werden kann.
Das nicht, aber andere Störungen können diagnostiziert werden. Bei diesen anderen Störungen kann es sich z. B. handeln um passagere Störungen der Geschlechtsidentität bei Borderline, uneingestandene Homosexualität, Angststörungen, Verkennung der Realität bei einer Psychose. Diese Störungen können diagnostiziert und behandelt werden, manchmal schnell, manchmal langwierig. Danach verschwindet der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, vollständig.
Es ist vielmehr so, dass eine gewisse Unsicherheit vorliegt .. vor allem auch auf der Seite der Behandler. Dass unterschiedliche Störungen vorliegen können, bedeutet nicht, dass keine Transsexualität vorliegt, was du aber fälschlich implizit behauptest.

Tatsächlich müsste dein Satz so lauten: "Danach verschwindet der Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören, bei einem Teil der Betroffenen vollständig."

Und noch eine Bonus-Info zum Thema "falsch entschieden":

2023 haben weltweit 1,9 Mio. Frauen eine Brustvergrößerung machen lassen und 336 tausend haben es "bereut" und ihre Brustimplantate entfernen lassen.

https://www.rnd.de/lifestyle/brustimpla ... GGXB4.html

Sollte man da nicht ein Gatekeeping einführen, damit Frauen ihre Brust nicht aus den falschen Gründen vergrößern lassen? Da liegen mit großer Sicherheit öfter psychische Störungen vor, die zuerst diagnostiziert und behandelt werden sollten. Danach würde der Wunsch nach einer größeren Brust großer Sicherheit bei einem nennenswerten Teil der Betroffenen vollständig verschwinden.

Vesta hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 10:15 Die Frage "Kann es auch etwas anderes sein?" war für mich sehr wichtig.
Du tust grad so, als ob sich alle anderen außer dir keine Gedanken machen würden. Eigentlich solltest du nach 1,5 Jahren lange genug hier sein um zu wissen, wie intensiv sich die meisten damit beschäftigen, ob eine Transition wirklich der richtige Weg ist, und viele probieren über Jahre und Jahrzehnte, irgendwie ohne diesen Schritt auszukommen.

Du solltest dir eher mal Gedanken darüber machen, woher dein starker Glaube kommt, dass alle/viele andere es sich viel leichter machen würden als du. Und falls es dir ein Trost ist: Ich weiß von mehreren älteren trans* Frauen, die es ablehnen, dass andere es leichter haben sollten als sie selbst. Wenn man da intensiver nachhakt, dann kamen oft 2 Punkte zum Vorschein: 1. Die Angst, dass die eigene erreichte Position als trans* Frau dadurch abgewertet würde, wenn man leichter "zur Frau werden" könnte. 2. Das fehlende Bewusstsein für die internalisierte Transfeindlichkeit, die auch wir von der Gesellschaft eingeimpft bekommen haben.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 44 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Claudia hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 21:22 Marie, eins vorweg, ich will Dir nicht unterstellen, dass Du es so gemacht hättest, es aber als eine Möglichkeit besonders erwähnen.
Allein die Möglichkeit, durch eigene finanzielle Mittel so oft die begleitende Person zu wechseln, bis wir auf eine Person treffen, die die gewünschten Indikationsschreiben ausstellt, zeigt doch nur, wie krank dieses System der Abhängigkeit ist.
Hi Claudia,

alles gut..

ich war bei genau dieser Thera aus verschiedenen Gründen..natürlich auch weil ich sie als die am Besten zur mir passende Person verortet habe.
Ausserdem ist sie auch ausgebildete Paar- und Sexualtherapeutin, nur ohne Kassensitz, weil sie auch in der Uniklinik mitarbeitet.
Deswegen war meine Begleittherapie eigenfinanziert. Dafür ist sie in der Stadt sehr gut vernetzt und bekannt, war Gutachterin bei Gericht für TSG..
sie kannte natürlich auch die Theras die sich an der Uniklinik mit dem Thema, Indikationen und den Gutachten beschäftigt haben, dort hat sie eine andere Rolle..
gewechselt habe ich sie als Begleitthera nie, ich hätte aber können, sogar mit Abrechnung über die Kasse..

das hatte ich mir schon genau überlegt. Meine Angstthematik hab ich bei einer anderen Thera gemacht und die 2 haben sich auch ausgetauscht,
weil ich mir das so gewünscht hab..solche Netzwerke schätze ich, wie von meiner Logopädin Richtung Phoniatrie, das hat sehr gut ineinander gegriffen.
Von der Gutachterin in der Uniklinik habe ich die Adresse bekommen wo ich jetzt auch immer noch mal wieder zum Nachlasern bin...und so weiter..

da ist immer wieder eine Tür aufgegangen und keine war bei den Empfehlungen verschlossen.

Schönen Abend, Marie (na)
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Re: Geschlechtsangleichende Operationen für non„binäre Personen derzeit keine Kassenleistung | BSG Bund

Post 45 im Thema

Beitrag von Vesta »

Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 18:11 Aber anderen unterstellst du quasi pauschal, das nicht zu tun?
Nein, das tue ich nicht.
Ich habe nur geschrieben, dass es Störungen gibt, bei denen die Betroffenen selbst nicht mehr in der Lage sind, zu beurteilen, dass ein Geschlechtswechsel für sie ein völlig falscher Wunsch ist. In den Foren oder Selbsthilfegruppen findet man diese Leute nicht, beim Psychologen schlagen sie aber gelegentlich auf. Die Transsexuellen (und alle anderen Transgender) fallen nicht hierunter.
Also zunächst mal sind wir bei Hormontherapie.
Du, nicht ich. Ich meinte durchaus die ganze Transition inklusive Operationen.

@MichiWell
Das geht teilweise in persönliche Angriffe über. Auf der Ebene habe ich keine Lust zu diskutieren.
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