Val44721 hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 11:27
Während früher eine Vaginoplastik eine Operation war, sind es heute oft zwei bis drei, und während früher ein Penoid in zwei Operationen aufgebaut wurde, sind es heute bis zu sechs.
Als ich mich erstmalig ernsthaft mit den Operationen beschäftigt habe, war vor 2010, da waren für MzF auch schon zwei OPs üblich. Da hat sich seitdem nicht prinzipiell was verändert, und in keinem Falle etwas, das den Anstieg von etwa 600 OP/Jahr in 2013 auf 1834 OP/Jahr in 2023 erklärt. Bei den Transmännern kenne ich mich nicht so aus.
Solche Steigerungen müssen auch nicht zwingend heißen, dass es mehr Transsexuelle gibt. Es kann auch andere Gründe geben, z. B. dass durch die bessere Präsenz und Akzeptanz in den Medien die Betroffenen sich früher dem Thema stellen und entsprechend früher mit der Transition beginnen, was alleine schon durch den Nachholeffekt zu höheren Zahlen führt.
Ich will aber gar nicht spekulieren, warum die Zahlen steigen, sondern mein Gedanke ist, dass bei der häufiger durchgeführten Transition vermehrt auch solche dabei sein werden, für die das jetzt nicht der letzte Ausweg ist, die nicht unbedingt müssten, weswegen rein statistisch die Zahlen der Unzufriedenen überproportional wachsen müssen. Um 2010 hieß es, 98% Zufriedenheit. 99,7% Zufriedene waren es wohl nie. Ich denke, heute sind es auch keine 98% Zufriedene mehr, halte aber über 90% für gut möglich. Wenn man die Hürden weiter senkt, wird der Prozentsatz der Unzufriedenen deutlich anwachsen, ist zumindest meine Vermutung.
Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 11:50
Hättest du denn ohne weiteres ein informed consent Angebot angenommen?
Nein.
Ich hätte mir in jedem Falle eine Therapie bei einem Therapeuten gesucht.
Ich war mir unsicher und wollte einfach möglichst große Sicherheit. Ich hatte zu viel zum verlieren.
Bei Informed Consent hätte ich auch mit Verlust von Familie und Kindern rechnen müssen.
Mein wichtiger Knackpunkt ist der ungleiche Umgang mit in ihren Konsequenzen vergleichbaren Themen.
Deine anderen Themen sind nicht vergleichbar, da bei den "Schädigungen" keine medizinische Hilfe notwendig ist, zumindest nicht vorher. Die Leute können das von sich aus machen.
Bei TS müssen aber Mediziner eingreifen, sie müssen funktionierende Organe vorsätzlich schädigen, was erst einmal dem Eid des Hippokrates widerspricht.
Solange keine medizinische Hilfe nötig ist, dürfen wir auch tun, was wir wollen, Crossdressing und Kosmetik zum Beispiel, auch auf die Gefahr hin, deswegen hinterm Bahnhof tätlich angegriffen zu werden.
Schönheitsoperationen wären ein passenderen Beispiel.
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 13:50
das kannst du nicht pauschal sagen, das der Wunsch verschwindet. Tatsächlich können Angst und Depressionsthematiken auch
grade aus einer Dysphorie entstehen.
Nein, pauschal geht auch nicht und so ist es auch nicht gemeint.
Um dein Beispiel Angststörungen aufzugreifen.
Angststörungen können alleine auftreten. Als Folge kann gelegentlich der Wunsch geäußert werden, das Geschlecht zu wechseln.
Angststörungen und Transsexualität können unabhängig voneinander auftreten oder bestehen.
Angststörungen können direkt oder indirekt eine Folge einer bestehenden Transsexualität sein.
In den letzten beiden Fällen kann eine Transition angebracht sein.
Mein Psychologe hatte mal den ersten Fall. Bei einer Person (ob er oder sie weiß ich nicht), die zu ihm kam, stimmte scheinbar alles für Transsexualität. Nur war die Person überhaupt nicht transsexuell. Es war alles nur gespielt. Die Person hatte sich alles nur angelesen. Es lag eine Angststörung vor. Die Person wollte vor sich selbst so weit wie möglich fliehen, und die weiteste Flucht schien ein Wechsel des Geschlechts zu sein. Nachdem der Psychologe die Angststörung ernsthaft angegangen war, ist der Wunsch nach dem Geschlechtswechsel komplett verschwunden.
Das heisst für mich, eine psychologische Stütze ist eine Wegbegleitung im trans* Thema, das du das bist und den Weg gehst, sollte
aber nicht die Entscheidung der begleitenden Person sein.
Nein, ganz gewiss nicht. Die Entscheidung will nur ich selbst treffen.
Ich bin aber der Meinung, dass die Entscheidung erst dann getroffen werden soll, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, auch diejenigen, die die Betroffenen nicht sehen wollen.
Ich habe auch keinen Behandler getroffen, der mir am Ende sein OK verweigert hätte.
Aber wenn ich Hormone und Operationen so schnell wie möglich hätte haben wollen, dann wäre ich bei allen auf Widerstand gestoßen, und das durchaus zu Recht.
Lina hat geschrieben: Mo 1. Sep 2025, 14:19
Die verlinkte Statistik zeigt dich lediglich einen Anstieg von Jahr 2022 zu 2023.
???
Die Statistik geht von 2013 (600 Fälle) bis 2023 (1834 Fälle)