Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit - # 8

Antworten
Martina-NB
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 214
Registriert: Fr 12. Feb 2021, 10:02
Geschlecht: sie
Pronomen:
Wohnort (Name): Vaterstetten
Hat sich bedankt: 28 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 106 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Jaddy hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:59 Ja, andere ohne Erklärung auszugrenzen ist mies.
Stimmt. Erlebe ich gefühlt mein ganzes Leben.

Aber was ich oben mit "behalte ich für mich" meinte, ist was anderes:
Ich äußere mich normalerweise nicht im Internet dazu.
Und die Real Life Personen, auf die ich mich beziehe, nun das sind Menschen, denen ich zufällig auf der Straße begegne. Die grenze ich nicht aus, mit denen habe ich schlicht so und so nichts zu tun.
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 601
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 624 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 107 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:45 Καλημέρα Αλις,
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:24 Nur das hier nicht über des Kaisers fehlende Kleidung gesprochen wird, sondern die Ruferin verprügelt.
ganz so ist es auch nicht. Und die Kritik an deiner Offenheit bezog sich meiner Meinung nach eher auf die Art der Formulierung der dieser Kritik.

Du hast nun mal einen sehr direkten Ton, der mitunter krasse Formulierungen enthält. Damit können nicht alle umgehen, manche fühlen sich dadurch persönlich angegriffen und reagieren dann auf der persönlichen Ebene.

Aber verprügelt, auch im übertragenen Sinne, wirst Du hier nicht.

LGL
Ja, naja. Manchmal kann hier der Eindruck entstehen, das bestimmte Sachen einfach nicht thematisiert werden dürfen.

So, wie wir jetzt schon wieder in eine theoretische Diskussion über Gruppendynamik und Meinungsbildung abdriften, anstatt wie von dir gewünscht mal ganz konkret die Möglichkeiten zu diskutieren, die Menschen wie Du oder Violetta haben, um Anfeindungen und negativen Reaktionen zu vermeiden, zu begegnen oder damit umzugehen.

Weil das vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle weh tun kann. Weil man dann auch mal ganz ehrlich über Auftreten, Verhalten, Erwartungen und Wirkung sprechen muss. Ihr stellt eine Frage, aber eine Antwort dürfen wir nicht geben.
Sapphic | Trans* | Femme
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1696
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 795 Mal
Danksagung erhalten: 1276 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 108 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 13:28 Manchmal kann hier der Eindruck entstehen, das bestimmte Sachen einfach nicht thematisiert werden dürfen.
Sagen wir mal so:
Es gibt hier Leute, die ein Problem damit haben, wenn vorgeblich absolute Gewissheiten aus der Regenbogenwelt konstruktiv-kritisch diskutiert und in diesem Rahmen auch mal in Frage gestellt werden.
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 13:28 So, wie wir jetzt schon wieder in eine theoretische Diskussion über Gruppendynamik und Meinungsbildung abdriften, anstatt wie von dir gewünscht mal ganz konkret die Möglichkeiten zu diskutieren, die Menschen wie Du oder Violetta haben, um Anfeindungen und negativen Reaktionen zu vermeiden, zu begegnen oder damit umzugehen.
Da bin ich voll bei dir. Nichts gegen die Diskussion über Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Änderung der gesellschaftlichen Bedingungen in die von Jaddy und dir angesprochene Richtung, aber das hilft niemandem weiter, der sich überlegt, was er morgen für die Fahrt mit der U-Bahn ins Büro anziehen soll, um sich selbst gerecht zu werden und dennoch nicht allzu laut danach zu rufen, Mobbing-Opfer zu werden.

Insofern wäre meine Bitte, die theoretischen Konzepte und humanistischen Grundlagen für ein gelingendes, offen-tolerantes Zusammenleben in ein eigenes Thema auszulagern.

Hier wäre Violetta und einigen anderen (auch mir) mehr geholfen, konkrete Hinweise zu bekommen. Und nein, ich habe kein Problem damit, wenn ich wegen meines Aussehens kritisiert werde, so lange das in diesem Sinne geschieht:
Jaddy hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:59 Wohlwollender Dialog sieht anders aus: "Hey, ich schätze dich als Person, aber ich habe Schwierigkeiten mit deinem Auftreten und sehe, dass du aneckst. Ich würde das gerne mit dir klären"
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1696
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 795 Mal
Danksagung erhalten: 1276 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 109 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 07:49 so wie du schreibst, du würdest gerne heißt das für mich, du willst, kannst/tust aber nicht. Das hat aber nichts damit zu tun, ob du eigentlich dauerhaft Aufmerksamkeit oder schlicht Individuell sein willst.
Gut, man kann das so interpretieren. Ich versuchs nochmal zu erklären, weil deine Formulierung nicht passt:

Ich habe ein bestimmtes Bedürfnis, mich zu zeigen. Das ist nicht immer gleich, aber es gibt eine starke Tendenz. Die geht zu kurzen Röcken/Kleidern, figurbetonten Schnitten, auffälligen Materialien, aber auch zu schlichter Eleganz.

Damit falle ich draußen zwar auf, aber das ist nicht meine Motivation, diese Klamotten zu tragen. Im Gegenteil, dadurch wird es schwieriger und anstrengender, weil ich in der Regel lieber nicht auffallen möchte.

Ich ziehe mich in erster Linie deshalb so an, weil ich mich damit wohlfühle und weil ich das Gefühl habe, dass ich auf diese Weise am besten ausdrücken kann, wie ich gerne gesehen werden möchte
(über die Gründe, wie ich zu dieser Annahme komme, können wir gerne an andere Stelle sprechen).

Also:
Auffallen ist in der Regel eine Folge meiner Kleidungswahl, aber nicht das Ziel. Es gibt Ausnahmen, wo das mal anders sein kann (wenn ich Samstag nachts in den Club gehe zum Beispiel).

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Shoshana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 634
Registriert: Mi 1. Dez 2021, 17:14
Geschlecht: male
Pronomen: er/sie/?
Wohnort (Name): Kreis Kusel
Hat sich bedankt: 148 Mal
Danksagung erhalten: 437 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 110 im Thema

Beitrag von Shoshana »

Haben uns gestern einen Ausflug gegönnt und dabei die Gelegenheit gehabt die aktuellen Outfits in freier Wildbahn (Fußgängerzone, Samstag Nachmittag/Abend) zu betrachten.
Ja da waren viele graue Mäuse unterwegs aber auch eine gute Portion auffällige, sei es durch Farbe, Farbkombination oder Stil. Die auffälligen waren alleine, zu zweit oder in der Gruppe unterwegs und kamen aus so ziemlich jeder Altersgruppe. Wen haben die auffälligen gestört? Keinen. Falls einem der Passanten ein Outfit nicht gefällt, kann dieser doch einfach woanders hin schauen.

Wer sich als graue Maus wohl fühlt soll das gerne machen aber andere haben jedes Recht sich anders wohl zu fühlen. Wieso, weshalb, … geht keinen der Passanten etwas an.

Bei den seltenen negativen Reaktionen reagieren wir, solange diese kontaktlos bleiben, einfach gar nicht. Warum sollen wir uns da auf eine Diskussion, … einlassen und den Aufmerksamkeitsfaktor erhöhen? Also Kopft hoch, Krönchen richten und weiter geht es.

LG, Shoshana
Care about what other people think and you will always be their prisoner. - Lao Tzu
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 601
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 624 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 111 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 16:17
Ich habe ein bestimmtes Bedürfnis, mich zu zeigen. Das ist nicht immer gleich, aber es gibt eine starke Tendenz. Die geht zu kurzen Röcken/Kleidern, figurbetonten Schnitten, auffälligen Materialien, aber auch zu schlichter Eleganz.

Damit falle ich draußen zwar auf, aber das ist nicht meine Motivation, diese Klamotten zu tragen. Im Gegenteil, dadurch wird es schwieriger und anstrengender, weil ich in der Regel lieber nicht auffallen möchte.

Ich ziehe mich in erster Linie deshalb so an, weil ich mich damit wohlfühle und weil ich das Gefühl habe, dass ich auf diese Weise am besten ausdrücken kann, wie ich gerne gesehen werden möchte
OK, ich verstehe das nicht. Muss ich gestehen. Du willst dich zeigen, aber nicht auffallen, aber gesehen werden.

Sich wohlfühlen, bin ich zu 100% d'accord.
Sich ausdrücken, man hat halt so seinen Stil und der spiegelt dich oft das Innere wider, also ja auch.
Sich zeigen, da steige ich dann aus. Ich will im Alltag meinen Kram erledigen, Arbeiten, einkaufen, spazieren gehen oder mich mit Freunden treffen - aber "zeigen" will ich mich nicht. Ich empfinde mich weder als so besonders, noch bin ich gerne exponiert.

Anhand der Aufzählung deiner Kleidungsvorlieben sehe ich jetzt noch nicht, wo das was Besonderes sein soll. Oder warum du damit auffallen solltest. Mindestens die ersten zwei deiner Punkte erfülle ich ganz easy mit stinknormalen Klamotten von der Stange. Ich fühle mich wohl und ich drücke mich aus. Weil: die sind auch teils figurbetont, von schlichter Eleganz. Nicht knapp, und mit bunt... naja, du weißt ja. Und gesehen werde ich von den Menschen, die mir wichtig sind.

Andererseits weiß ich gerade gar nicht mehr, ob ich schon mal ein Bild von dir gesehen habe. Vor allem mit aus deiner Sicht auffälliger Kleidung. Ich erinnere mich an ein Foto von Sylvester mit einem recht knappen Kleid, aber ein Gesicht dazu hab ich nicht vor Augen. Das könnte dann aber auch wieder eine der Ausnahmen sein, bei denen ich im übrigen voll mitgehe.

Damit kommen wir dann zu Maries ominöser "Aura" zu der ich aber nichts sagen kann.
Sapphic | Trans* | Femme
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1696
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 795 Mal
Danksagung erhalten: 1276 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 112 im Thema

Beitrag von Lana »

Hmm, Alice,

ich glaube, wir verstehen etwas Verschiedenes unter "sich zeigen".

Für mich ist das einfach nur Rausgehen vor die Tür, Begegnungen jedweder Art mit anderen Menschen.
Oder: es ist das Gegenteil von sich zuhause verstecken.

Es bedeutet nicht: offensive Präsentation meiner selbst.

Vielleicht verwende ich den Begriff noch aus Gewohnheit aus einer Zeit, als ich mich versteckt habe, mich niemandem "gezeigt" habe. Dann entschuldige bitte das Missverständnis.

Darüber hinaus habe ich aber gar nicht den Anspruch, eine völlig widerspruchsfreie Person zu sein. Wer istdasschon? Ich halte das für menschlich.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Momo58
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1663
Registriert: Do 13. Dez 2012, 15:13
Geschlecht: transident
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hinter dem Mond gleich links
Hat sich bedankt: 300 Mal
Danksagung erhalten: 363 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 113 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Auf negative Erlebnisse in der Öffentlichkeit reagiere ich unterschiedlich.
Ich ging mit einer Waffeltüte mit Erdbeer- und Schokoladeneis die Straße entlang. Da kommt ein Paketzusteller der Post daher und proletet: "Jetzt laufen die Scheiß-Transen hier such schon herum. Ich war nicht vorbereitet und versuchte es erst mal mit Verdrängung. Hat nicht funktioniert und mich zusehends gefrustet. Ich überlegte, was ich tun kann. Eine Anzeige wäre wegen Beleidigung sicher möglich gewesen. Ich entschied mich, der Post den Sachverhalt mitzuteilen. 2 Wochen später war er kein Paketzusteller mehr. Das hat ihn sicher mehr sbgestraft als eine Anzeige.
Einmal kicherten ein paar Jugendliche, als ich an ihnen vorbei ging. Ich frage nur: "kann ich mitlachen?" Plötzlich war es Totenstill.
Wenn ich von oben bis unten begafft werde, drehe ich den Spieß um und musterte mein Gegenüber mit der selben Methode. Das ist denen dann peinlicher als mir.

Heute versuche ich es mit der Strategie "mach aus einer Tragödie eine Komödie". Ich war oft viel zu verbissen. Ich möchte mich selbst nicht mehr so ernst nehmen. Mal sehen, was das mit mir macht.
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
Susi T
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1221
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 23:44
Geschlecht: Frau mit Varianzen
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 854 Mal
Danksagung erhalten: 1042 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 114 im Thema

Beitrag von Susi T »

Lana hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 18:10 Hmm, Alice,

ich glaube, wir verstehen etwas Verschiedenes unter "sich zeigen".

Für mich ist das einfach nur Rausgehen vor die Tür, Begegnungen jedweder Art mit anderen Menschen.
Oder: es ist das Gegenteil von sich zuhause verstecken.

Es bedeutet nicht: offensive Präsentation meiner selbst.

Vielleicht verwende ich den Begriff noch aus Gewohnheit aus einer Zeit, als ich mich versteckt habe, mich niemandem "gezeigt" habe. Dann entschuldige bitte das Missverständnis.

Darüber hinaus habe ich aber gar nicht den Anspruch, eine völlig widerspruchsfreie Person zu sein. Wer istdasschon? Ich halte das für menschlich.

LGL
Ich glaube Lana das es doch das ist, was viele bewegt. Ist letztendlich ganz gut das ihr da länger an den Missverständnisse gearbeitet habt. Der Versuch Unterschiede herauszuarbeiten wo es die gar nicht Bedarf war da vielleicht das Problem.
Das manche trotzdem sich noch verstecken wollen und viel Wert aufs mausgraue Mauerblümchen legen wärend andere mit allem rufen:" Hallo ich lebe und bin stolz darauf" ist dann eine Sache die scheinbar verschiedene Ursachen hat.
So wie die meisten Frauen je nach Lust und Laune sich kleiden. Das bedarf nicht nur eines besonderen Anlasses, aber wie wir auch hier gelesen haben, gibt es Gründe sparsam mit auffälligen Outfits umzugehen, denn mit den doofen Reaktionen muss man auch umgehen können. Es gibt Tage da macht einem sowas weniger aus und an anderen hat man da einfach keine Lust drauf und passt sich mehr an(ein CD verzichtet vielleicht aufs en femme).
Auch wenn Violetta zum Glück noch nichts schlimmes passiert ist.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 601
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 624 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 115 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 18:10 Hmm, Alice,

ich glaube, wir verstehen etwas Verschiedenes unter "sich zeigen".

Für mich ist das einfach nur Rausgehen vor die Tür, Begegnungen jedweder Art mit anderen Menschen.
Oder: es ist das Gegenteil von sich zuhause verstecken.

Es bedeutet nicht: offensive Präsentation meiner selbst.

Vielleicht verwende ich den Begriff noch aus Gewohnheit aus einer Zeit, als ich mich versteckt habe, mich niemandem "gezeigt" habe. Dann entschuldige bitte das Missverständnis.

Darüber hinaus habe ich aber gar nicht den Anspruch, eine völlig widerspruchsfreie Person zu sein. Wer istdasschon? Ich halte das für menschlich.

LGL
Hey Lana,

da gibt es nichts zu entschuldigen. Ich denke, es ist immer wichtig, das Vokabular zu klären, darum danke für deine Geduld mit mir :) es ist nicht immer einfach, wir wir auch an anderen Stellen gut sehen konnten, nur über relativ kurze Beiträge die jeweils eigenen Blickwinkel und Hintergründe so umfassend zu kommunizieren, das solche Missverständnisse nicht passieren.

Aber vielleicht liegt darin ja auch "der Hund begraben". Du verzichtest bewusst auf Hormone. Ich nehme sie seit nunmehr fast 2 Jahren. Du ordnest dich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, nicht klar als trans-weiblich ein, ich schon. Das allein wird schon viel ausmachen in Ausstrahlung und "Aura". Ich konnte meinen Bartschatten weglasern, du (hast du mal geschrieben, meine ich) leider nicht. Das sind ja alles Punkte, die auch großen Einfluss haben (können).

Und was die Widersprüchlichkeit angeht, das macht einen Menschen doch erst interessant :)
Sapphic | Trans* | Femme
Blossom
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3967
Registriert: Sa 18. Jan 2020, 21:09
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waltrop
Hat sich bedankt: 173 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 116 im Thema

Beitrag von Blossom »

Momo58 hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 18:53 Ich war oft viel zu verbissen. Ich möchte mich selbst nicht mehr so ernst nehmen.
Diese Einstellung vertrete ich schon von Beginn an ... und ich habe festgestellt, dass es auf diese Weise sehr viel leichter ist. Auch gehe ich offensiv auf Menschen zu, die u.U. mal negative Kommentare abgegeben. In der Regel ist eswie bei dir: Stille oder auch mal eine Entschuldigung. Doch zumeist reagiere ich gar nicht mehr auf solche Dinge.

Zwei Beispiele aus der vergangenen Woche:

Einkauf im REWE, ein Kombi fährt auf einen Behindertenparkplatz, der Mann offensichtlich nicht behindert ... Ich gehe weiter, hole meinen Einkaufswagen, schaue zurück, ob ein Ausweis ins Fenster gelegt wird ... gehe dann aber weiter ... In der Gemüseabteilung taucht der Fahrer auf, gehfähig, keine Krücke, äußerlich nichts erkennbar. Ich sage: Sie wissen schon, dass das ein Behindertenparkplatz ist. Sie sehen mir nicht danach aus, dass sie den brauchen" ... Antwort: "Sie sehen ja auch nicht wie eine Frau aus, junger Mann!" ... später schiebe ich den Einkaufswagen nach draußen und bemerke den blauen Ausweis im Fenster ... Ich ärgere mich, über meine vorschnelle Beurteilung, lade meinen Einkauf ein ... Der Mann kommt mit seinem einkauf und ich gehe auf ihn zu. "Ich muss mich entschuldigen. Aber verstehen Sie bitte, dass ich für körperlich und geistig Behinderte arbeite und unslaufend die Parkplätze blockiert werden ..." Er antwortet: "Ich war Polizist und bin im Einsatz schwer verletzt worden, Zig Operationen am Bein. Berentet." Ich erwidere: "Wie gesagt, es tut mir sehr leid!" Er antwortet: "Mir tut es auch leid. Sie haben sich auch nicht ausgesucht zu sein was sie sind. Eine hübsche Frau." Ich habe ihn darauf auf einen Kaffee eingeladen.

Vorgestern kam ich abends gegen 22 Uhr vom Spätdienst nach Hause, parkte meinen Wagen und hörte hinter mir lautes Nazi-Gebrüll ... drei Halbstarke mit Sprüchen, wie: "Diese scheiß Ausländer sollte man alle erschießen. Die KZ waren eine gute Sache ... Oder einfach in einen Flieger setzen und ohne Fallschirm über ihren Heimatländern abwerfen!" Ich schaue, gehe dann aber auf meine Haustür zu. Ehe ich eintreten kann sind die Burschen auf meiner Höhe und der Sprecher sieht zu mir rüber und gröhlt: "Sowas wie dich sollte man vergasen, aber vorher noch mal richtig durchficken!" ... Meine Antwort ein ausgestreckter Mittelfinger verbunden mit: "Eure drei mickrigen Schwänze würden mir da kaum reichen. Wenn will ich ja Spaß haben!" Plötzlich war Stille. Ich habe noch freundlich gelächelt und bin ins Haus ... Später habe ich natürlich nach meinem Wagen gesehen, und was der Sprecher nicht weiß, ich weiß wo er wohnt und kenne flüchtig seine Eltern, die mir gegenüber immer sehr aufgeschlossen reagieren.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1696
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 795 Mal
Danksagung erhalten: 1276 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 117 im Thema

Beitrag von Lana »

Kalispera Alice,
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 22:01 Du ordnest dich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, nicht klar als trans-weiblich ein, ich schon. Das allein wird schon viel ausmachen in Ausstrahlung und "Aura".
Ja, ganz sicher hat das einen großen Einfluss. Das merke ich ja selber, dass an manchen Tagen voll die Frau unterwegs ist, an anderen eher sowas wie der Typ im Rock (der auch keine Lust auf Makeup hat). Das hängt von der Tagesform, der Umgebung, den Menschen ab. Und ob ich ausgeschlafen bin, wie der Mond steht oder die Sonne Flecken hat :P

Nein, im Ernst, da ist so viel Bewegung drin, dass ich manchmal selbst nicht so genau weiß, wer ich heute bin. Dann hilft es mir, mich an stereotyper Kleidung festzuhalten, um die Orientierung nicht ganz zu verlieren.

Und da sind wir wieder beim Thema, warum ich dann halt so unterwegs bin, wie ich es bin.

Mir wurde hier ja schon mehrfach nahegelegt, für ein gutes Passing zu sorgen. Das würde schonmal die Probleme (und womöglich Angriffe) vermeiden, die sich aus Intoleranz gegenüber trans* ergeben.

Was bleibt, ist die "übliche" Frauenfeindlichkeit der üblichen Machos.

Ich denke mir dann oft, an Tagen, wo mein Passing nicht passt, dass es da auch nicht mehr darauf ankommt, weil ich ohnehin auffalle, ja, selbst als Cis-Frau auffallen würde. Ich glaube auch nicht, dass Hormone da eine wesentliche Änderung meiner Einstellung bewirken könnten. Ich bin ja schon viel ruhiger geworden :P

Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, wo ich mit dem Kopf durch die Wand wollte und habe das Gefühl, Violetta steckt gerade in einer ähnlichen Phase.
Damals hatte ich nur wenige Male im Jahr während einer sechswöchigen Sommerurlaubszeit Gelegenheit, in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein. Dadurch hat sich ein enormer Druck aufgebaut und dementsprechend gering war meine Rücksichtnahme auf irgendwelche Befindlichkeiten von Anderen. Ich habe einfach gemacht, was ich wollte und war teilweise arg übers Ziel hinaus bei der Wahl meiner Kleidung. Damals hatte ich aber auch kaum etwas, das alltagstauglich gewesen wäre. Wozu auch? Für zu Hause, wo ich mich nur selbst im Spiegel sah, konnte ich das nicht brauchen, es war viel zu langweilig. Das was ich hatte, war aufregend, aber nicht wirklich für draußen gemacht (vielleicht noch für den Club?).

Das ist nun 5-7 Jahre her. Inzwischen hat sich in meinem Kleiderschrank eine Menge "langweilige" Alltagskleidung angesammelt, mit der ich an besseren Tagen wohl kaum mehr auffalle als du.
So lange es mir gut geht, kann ich das situationsangepasst tragen. Normales Zeug für die Arbeit (wo ich manchmal kleine Komplimente dafür bekomme), wildes Zeug zum Ausgehen (wo ich auch schon Komplimente für eher grenzwertige Sachen bekommen habe), und alles dazwischen nach Lust und Laune (wo es mal aufmunternde, und selten auch mal böse Blicke gibt, aber meistens bekomme ich das gar nicht mit).

Trotzdem falle ich oft auf. Sagt zumindest meine Partnerin. Die achtet viel mehr auf Reaktionen und Blicke als ich. Und scheinbar gucken die Leute schon gerne etwas genauer hin, wenn ich vorbei komme. Das kann nun an meiner Aura liegen (übrigens ein schönes Wort aus dem Griechischen: Hauch, Brise), oder daran, dass ich nur sehr selten Hosen trage. Vor allem im Winterhalbjahr ist man in Rock oder Kleid schon fast ein Exot.

Dann trage ich gerne modisches Zeug, das eher eine jugendliche Zielgruppe ansprechen soll. Ich sei nicht "altersgerecht" gekleidet, heißt es dann manchmal. Zum Glück gibt es inzwischen immer mehr Frauen, die sich nicht an ungeschriebene Altersvorgaben halten und einfach das tragen, was sie wollen. Eine Kollegin von mir ist als Oma mit deutlich über sechzig Jahren ähnlich unterwegs wie ich. Und das sieht gut aus, weil es zu ihr passt, auch wenn die Haut nicht mehr ganz so frisch und glatt ist.

Zu guter letzt bleiben noch meine Haare. Die sind echt, und die sind sehr lang und immer noch sehr voll. Vielleicht von den zwei kleinen Aussparungen im Bereich der Schläfen mal abgesehen, aber auch das ist bei mancher Cis-Frau nicht anders. Damit falle ich immer auf, egal, was ich trage. Also noch so ein Punkt, der es mir leicht macht, die potentielle "Auffälligkeit" meiner Kleidung nicht überzubewerten.

Das alles führt zusammen zu einer Haltung, die es mir ermöglicht, nach meinen Bedürfnissen zu leben, weil die Auswirkungen ohnehin immer ähnlich sind. Sie unterscheiden sich nur graduell. Grundsätzlich sind sie aber immer da: Ich werde angeschaut, in anderen Ländern, zum Beispiel Griechenland, auch mal regelrecht angestarrt. Das ist dann halt so.

Ich glaube, auch deshalb reagiere ich anders (nämlich in der Regel gar nicht) auf Bemerkungen und Sprüche, als zum Beispiel Violetta. Ich bin das einfach schon länger gewohnt, und vielleicht ist die Toleranz in meiner Gegend tatsächlich etwas größer als in Thüringen. Aber das kann ich nur vermuten, weil ich da noch nicht war.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Violetta-TransFlower
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1356
Registriert: Fr 4. Okt 2024, 14:17
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie !
Wohnort (Name): Ost-Thüringen
Hat sich bedankt: 2798 Mal
Danksagung erhalten: 3137 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 118 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Meine Lieben,

Heute möchte ich beginnen, auf Eure doch sehr vielen Kommentare zu reagieren.
Da es so viele sind, werde ich es in mehrere Teile aufspalten.
Ich hätte echt nicht erwartet, daß das hiesige Thema und auch Klamotten, Erscheinung, Aura usw. solche und so viele Reaktionen und auch Kritik hervorruft.
Hab ich wieder was gelernt.

Ganz Allgemein, Nein ich möchte auch nicht um jeden Preis auffallen, aber ein wenig lege ich es darauf an.
Dabei schieße ich manches Mal vielleicht auch übers Ziel hinaus, evtl. auch wegen fehlender Erfahrung.
Da einen guten Mittelweg zu finden, ist nicht so einfach, zumindest für mich.
Große Kompromisse in dieser Hinsicht möchte ich aber keine machen, vielleicht den einen oder Anderen Rat annehmen, wenn ich es für mich als zielführend betrachte.
Ich mag mich und ich mag Das, was ich anziehe, sonst hätte ich es mir nicht gekauft.
Über Geschmack lässt sich wohl auch ewig streiten, da dieser wirklich bei jedem Menschen anders ist und auch immer individuelle Reaktionen hervorruft.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 09:47 - Stiefel im Sommer, schon geschrieben, eher nicht.
- 30 DEN Strumpfhosen, schwarz, im Sommer? Why?!
- Dunkelroter Mini auf knallrosa Shirt? Sehr gewagte Kombination, davon abgesehen, das ich das rosa niemals tragen würde, passen die Farben nur bedingt aufeinander. (Meine Meinung)
- Leopard-Kussmund? Wie doll bist du in den 80ern hängen geblieben?
- Deine Augen wird man hinter der enormen Sonnenbrille vermutlich nicht gesehen haben, aber wie viele Frauen siehst du, die im Alltag so krassen Lidschatten tragen?
Warum keine Stiefel ? Wegen der Reaktionen ?
Ich trage gerne und oft welche, meist jedoch Stiefeletten, wenn es die Temperaturen für mich zulassen.
Für mich sehen Stiefel einfach am elegantesten an meinen Beinen aus und ich kann im Gegensatz zu flacheren Schuhen in Verbindung mit einer Strumpfhose besser drin laufen, weil der Fuß eine ganz andere Stabilität bekommt.

Es waren 20 DEN, die ich heute übrigens auch wieder trage.
Aus folgendem Grund:
In meinem Büro geht im Sommer nie die Heizung an, selbst wenn es so verhaltenene Außentemperaturen hat, wie derzeit.
Da habe ich dann meist so um die 21°C Bürotemperatur, das ist mir einfach zu kalt, deshalb die leichte Strumpfhose, da empfinde ich die Temperatur als angenehm.
Ich lasse die wirklich nur weg, wenn es sehr warm werden sollte, aber im Büro hatte ich bis jetzt immer eine an.
Und ich werde die Strupfhose gegenüber einer normalen Hose IMMER bevorzugen, da ich mein ganzes Leben bis Ende 2024 Hosen (meist Jeans), getragen habe und ich Hosen auch nicht als sehr weiblich empfinde, genau wie Sneaker.

Ich habe sehr viele Shirts mit dem "Leopard-Kussmund", ganz einfach, weil ich das Motiv schön finde.
Was hat jetzt so unmittelbar mit den 80ern zu tun?

Derzeit spare ich am Lidschatten, aber nicht am Rest vom makeup, das ist für meine weibliche Erscheinung mMn unerlässlich.

Bedenke bitte immer: Ich bin "erst" seit Anfang Januar dieses Jahres draußen unterwegs, hab mich zwar vorher auch schon geschminkt, muß aber immer noch viel lernen.
Was meinen Klamotten Fundus angeht, so muß ich hier auch mit dem vorherigen Argument kommen, das ich nicht, wie manche Andere vielleicht,
2 Kleiderschränke voll mit Sachen habe. Daher ist meine Auswahl begrenzt.
Es ist zwar ganz ordentlich, was ich mir in der relativ kurzen Zeit zugelegt habe, aber ich habe eben noch nicht Alles, was ich eventuell benötige.
Es ist auch eine finanzielle Frage.
_________________________________________________________________________________________________________________________________
Lavendellöwin hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 11:19 Du bist schlank, aber betont muskulös (deswegen wohl die Strumpfhose und die Stiefel, das kaschiert halt, oder war es frisch heut früh).
Deine Beckengegend ist schmal und gar nicht betont, also ziemlich straight von oben nach unten, dafür sind die Schultern relativ
breit, die V Statur ist sehr männlich. Und ich schau auch auf Dinge die sonst vielleicht niemand beachtet.
Die Hände sind nicht wirklich zart, sondern gross im Vergleich zum Körper und die Handgelenke sind sehr kräftig.
(ich hasse meine Hände..)
Was man nicht sieht auf den Bildern, wie sind die Ohren, Adamsapfel von der Seite, wie bewegt der sich beim Sprechen..
und so weiter..wie "weich" ist das alles insgesamt,
Deine vernichtende Kritik hat mich mit am meisten beschäftigt, liebe Marie,
Was ein Bild so für Gedanken auslösen kann...
Ich habe sehr lange darüber nachgedacht.

Du bist wirklich die Erste Person die mich "betont muskulös, mit grossen Händen und kräftigen Handgelenken" sieht.
Das sehe ich etwas anders.
Ich bin weder muskulös, noch habe ich im Vergleich zum Körper große Hände und auch keine kräftigen Handgelenke, diese sind eher dünn.
Ich denke, das würde Dir alles erst richtig auffallen, wenn Du mich in Natur sehen würdest.
Vielleicht stelle ich hier im Thema nochmal ein Bild ein, bei dem ich darauf achte, mal meine Hände besonders zu zeigen.
Aber wahrscheinlich eher nicht. Ich weiß es noch nicht....
_________________________________________________________________________________________________________________________________
Bianca Ontour hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 10:22 Hallo Malvine,
Wen hast Du jetzt gemeint, mich oder Malvine ??
Ich bin verwirrt ! :o
_________________________________________________________________________________________________________________________________
Lana hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 11:33 Vielleicht ist es der Versuch, diese Leere zu füllen, was mich heute dazu bringt, meine Andersartigkeit bewusst darzustellen, auch und gerade in dieser Form? Ich kann es nur vermuten. Jedenfalls entspringt es einem tiefen inneren Bedürfnis, mich genau so zu zeigen, wie ich es mache, und das trotz des Wissens, damit erst wieder Vorbehalte bei meiner Umgebung auszulösen. Oder ist es womöglich gerade das - ich suche unbewusst nach Bestätigung für allgemeine Ablehnung meiner Person? Aber warum freue ich mich andererseits über Komplimente, die es manchmal gibt, gerade bei auffälligen Outfits?
Eine der Kernaussagen für mich hier in diesem Thema.
Du sprichst mir damit aus meine tiefsten Seele, liebe Lana. (ki)
Viele Dank.
Und ich freue mich immer über Komplimente, egal ob hier im Forum oder in der Welt da draußen und ich halte es nicht für "übergriffig", wenn mir jemand eins macht.
Die Komplimente, die mir bisher draußen gemacht wurden, kamen immer von Herzen, den Eindruck hatte ich. Meine Menschkenntnis täuscht mich da selten, denke ich.

_________________________________________________________________________________________________________________________________
Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 13:17 Ich habe ein "Problem" mit Violettas Outfit, weil ich es ( und das ist mein ganz persönlicher Geschmack) als Angriff auf die Sehnerven betrachte. Vollkommen unabhängig davon, wer in diesen Klamotten stecken würde.
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 15:42 so eine Äußerung würde ich als unangemessen einstufen, ganz gleich, wie es dir bei der Betrachtung des Fotos geht.
Knäckebrötchen hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:24 Aber es ist wirklich schön zu beobachten, alle finden Sachen unangemessen, unpassend, sogar abstoßend, aber alle halten den Mund. Bis mal ein*x schreit: der Kaiser ist nackt! Nur das hier nicht über des Kaisers fehlende Kleidung gesprochen wird, sondern die Ruferin verprügelt. Statt sich über die Botschaft auszutauschen und vielleicht auch zu streiten, wird hier die Botin geköpft (im übertragenen Sinne).
Lana hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:45 Du hast nun mal einen sehr direkten Ton, der mitunter krasse Formulierungen enthält. Damit können nicht alle umgehen, manche fühlen sich dadurch persönlich angegriffen und reagieren dann auf der persönlichen Ebene.

Aber verprügelt, auch im übertragenen Sinne, wirst Du hier nicht.

Danke Anne-Mette, daß Du dich schon kritisch dazu geäußert hast.
Knäcke, ich finde manches Mal, Deine Wortwahl zu unüberlegt und auch unpassend.
Solche Dinge erzeugen Missverständnisse, wenn Du Dich so extrem äußerst.
Du bist halt meist sehr kontrovers und stehst deshalb oft Allein mit Deiner Meinung.
Aber ich finde gut, daß Du dich mit Deiner Meinung nicht versteckst und sie offen äußerst. Das belebt die Diskussion ungemein, finde ich.
Und ich glaube, niemand hier will Dich deswegen "köpfen".

_________________________________________________________________________________________________________________________________
Jaddy hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 12:11 Deshalb möchte ich erst mal ganz klar sagen: Violetta hat wie alle Menschen Anspruch darauf, nicht belästigt zu werden. Nicht beleidigt, ausgelacht, oder schlimmeres. Egal welche Klamotten, Haare, sonstwas. Mal genau betrachtet ist das Ungeheuerliche eigentlich, dass Menschen sich überhaupt herausnehmen, anderen wegen ihrers Aussehens, Kleidung, Lebensweise oder was immer, anders als freundlich und wohlwollend zu begegnen. Allerhöchstens neutral. Also: So sollte es sein. Alles andere ist vom Prinzip menschlichen Zusammenlebens her nicht in Ordnung.

Ich weiss, dass es real anders ist. Ich weiss, dass es nur einer kleinen Minderheit negativer, gehässiger Menschen bedarf, um alle anderen mit und runter zu ziehen und das Leben für alle enger, angstvoller und schlechter zu machen.
Vielen Dank, Jaddy.
Und so ist es, die "kleine Minderheit", wird immer das Bild der eigentlichen Gesellschaft da draußen versauen, das denke ich auch.
Das trifft in Allen Belangen zu.

Jaddy hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 12:59 Gerade wenn wir Personen nicht sehr genau kennen, haben wir absolut keine Idee, wie und warum sie zu ihrer Art gekommen sind. Ein paar Möglichkeiten habe ich vorhin aufgezählt. Ich bin sicher, dass ein intensives Gespräch darüber sehr viel Einsicht erzeugen würde.
Vielen Dank, auch dafür.
Ich bin mir da auch sehr sicher, das habe ich schon mehrfach gesagt.
_________________________________________________________________________________________________________________________________
Martina-NB hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 11:02 Etwas mehr Toleranz würde uns allen gut tun. Gerade unsereiner, die wir doch so oft (und berechtigt) Toleranz bzw. Akzeptanz einfordern.
Ja, das finde ich auch.
Danke Martina.
(super)

Ich wünsche Euch und mir einen Tag ohne Negatives (dr)
Eure Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3222
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 484 Mal
Danksagung erhalten: 796 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 119 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Violetta CD hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 10:36 Deine vernichtende Kritik hat mich mit am meisten beschäftigt, liebe Marie,
Was ein Bild so für Gedanken auslösen kann...
Ich habe sehr lange darüber nachgedacht.
Hey..

ich glaube du hast mich an der Stelle nicht wirklich verstanden, das war keine Kritik, schon gar nicht eine vernichtende.

Bei mir haben sich diese Bilder irgendwie verankert.

viewtopic.php?p=407355#p407355

Gerade da habe ich deinen Oberarm als stark empfunden, aber vielleicht wäre das in Natur auch doch wieder anders.

Ich versuche das nochmal so ein bisschen rauszuarbeiten. Für mich hat Kleidung einfach nicht die Priorität wie für andere
hier, ich bin nicht in die Transition gegangen wegen der Kleidung (wieviel "Frau" würde ohne bleiben?), sondern wegen dem rechtlichen und körperlichen Hintergrund.
Ich würde ohne zu fragen mein restliches Leben geben nur um eine Stunde zu spüren wie sich ein weiblicher Körper (ohne inter oder trans* Hintergrund) anfühlt.

Und da bin ich vollkommen realistisch, ich sage jetzt "wir" haben alle und wenn es auch wenig ist einen Körperbau
der männlich konotiert ist. Das ist mein Schmerz den ich tief in mir trage, so wie der Schmerz das ich nie
schwanger werden kann. Auch mein Körperbau hat männliche Anzeichen, immer noch, das zu realisieren ist ja erst einmal nichts schlimmes.
Damit musste ich lernen umzugehen, sonst hätte es mich aufgefressen, ich stand nicht ohne Grund mal mit dem Messer in
der Hand in der Küche..

und wenn dann wegen der Kleidung diskutiert wird, ob das der Grund war für einen Übergriff, sage ich nein, die war das eher nicht.
Sondern andere Dinge die ein Mensch so wahrnimmt und fühlt und völlig unterbewusst auf einer Liste abhakt.
Das was ich Ausstrahlung oder eben auch Aura nenne.
Und das ist nicht böse oder abwertend gemeint, auch wenn du das jetzt in deiner Euphorie so empfindest, was du auch darfst.
Ich finde es auch total wichtig affirmativ zu sein, aber eben nicht nur..

Ich hab für mich in den Jahren gelernt, das ich ehrlich zu mir sein sollte, meine Ausstrahlung, meine Stimme, mein Körper,
mein Verhalten, einfach alles wird immer auch diesen einen Touch haben, den ich nie ablegen kann und damit muss ich gut leben können.
Das geht nicht in Wunschträumen, das geht nur mit einer realistischen Betrachtungsweise und mit dem Willen einen Status Quo zu ändern
...wie sollte ich sonst irgendwie im Leben weiterkommen?

Ich hoffe du verstehst jetzt vielleicht wo für mich der Punkt ist und da kann ich nicht mehr drüber, weil es mich
Jahrzehnte einfach extrem zerrissen hat. Und ich sag nochmal, das waren nicht Leomuster oder Lidschatten.

Sorry, Marie (na)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Knäckebrötchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 601
Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie/ihr
Wohnort (Name): Marburg
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 624 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 120 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hallo Violetta,
danke für deine Antwort.

Was meine Kommentare zu deinem Outfit angehen, Stiefel in der Höhe sind im Sommer nicht besonders üblich (schrieben im übrigen auch zwei vor mir, nur so nebenbei ;)). Bei mir im Büro wird es auch nie über 21°c, da die Baukerntemperierung so eingestellt ist. Ich trage halt lange Röcke, Hosen statt knapper Minis. Die meisten Frauen an meinem Institut tragen Hosen, auch kurze. Rock, egal wie lang oder kurz, tragen wenige - so wenige, das ich mir bisweilen schon fast unangenehm hyperfeminin vorkommen.

Wo das also "nicht weiblich" sein soll...

Aber weißt du, you do you. Wenn du partout nichts mehr anziehen möchtest, was auch nur im Ansatz in Richtung männlich geht, dann tob dich in deinem einschränkenden Klischee aus.

Was ihr so als "krass" oder "kontrovers" findet, ist in meinem Leben normal. Und ja, ich verteile auch lieber Komplimente.
Du bist wirklich die Erste Person die mich "betont muskulös, mit grossen Händen und kräftigen Handgelenken" sieht.
Vielleicht auch nur die erste, die es ausspricht?

Ich dachte mir bei Maries Post "krass, das hätte ich niemals schreiben dürfen".

@Marie: so true. Kleidung ist für die innere Befindlichkeit zu Beginn sicher wichtig, sollte aber nicht die treibende Kraft hinter einer Transition sein. Trotzdem ist Kleidung eines der ersten Signale, die von anderen registriert werden. Und "auffällig" lädt zu genauerem Hinsehen ein, was die Unstimmigkeiten noch stärker ins Bewusstsein rückt.
Sapphic | Trans* | Femme
Antworten

Zurück zu „Erfahrungen und eigene Erlebnisse“