Hi Lana,Lana hat geschrieben: Fr 27. Jun 2025, 00:05 Das verstehe ich so, dass zur Beschreibung der Tätergruppe das Merkmal "Geschlecht" ungeeignet ist. Vielmehr handelt es sich um Menschen, die die Grundregeln gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht akzeptieren.
[...]
Um darauf hinzuweisen, hab ich anschließend dich zitiert. Vielleicht war das falsch, weil du etwas ganz anderes mit dem zitierten Satz aussagen wolltest. Das täte mir dann leid.
das hatte ich fast befürchtet. Der Punkt in Jaddys Post ist nicht, dass Geschlecht als Merkmal ungeeignet ist - sondern kein Naturgesetz. Aktuell ist die Situation so, dass Geschlecht sogar fast das einzige Merkmal zur Beschreibung der Tätergruppe ist.
Soll heißen: Männer können auch anders, es gibt keinen natürlichen Zwang, zu Tätern zu werden. Das System im dem wir aktuell leben erzieht sie aber in aller Regel dazu, Täter zu werden, indem es ihnen die entsprechenden Gedanken einprägt, ihnen die entsprechenden Vorbilder liefert und sie dann auch noch tendenziell belohnt statt bestraft.
Und mein Satz, den Du zitierst, steht im Kontext von: 1 Frau - 6 Männer. Die Statistik erfasst den einen Bericht der Frau, nicht unbedingt die Anzahl der beteiligten Täter. Gleichzeitig, und das gehört korrekterweise auch dazu, haben wir natürlich auch Situationen wie hier im Faden, wo ein Täter viele Opfer produziert. Wo also viele Berichte in der Statistik auf nur 1 Täter zurück geführt werden müssten. Was beides kaum realitisch abbildbar ist.
Da wär ich vorsichtig. Davon, dass die Männer nicht auch mittelbar oder unmittelbar Erfahrung mit Diskriminierung und/oder sexualisierter Gewalt gemacht haben steht da nichts. Und das weiß auch die erzählende Person nicht.Jaddy hat geschrieben: Fr 27. Jun 2025, 00:07 Nicht ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung hat sie dazu gebracht, sich gegen die sexistischen Sprüche zu wenden, sondern ihre ganz allgemeine Anständigkeit und Menschenfreundlichkeit (für Kindness hat das Deutsche irgendwie kein schönes einzelnes Wort).
Ich habe z.B. ein Erlebnis aus meiner Jugend, in Bezug auf sexuelle Gewalt, das ich mit nur ganz wenigen Menschen teile/geteilt habe. Weil es mich auch nach 30 Jahren immernoch so triggert, dass ich Anfang der Woche eine Nacht lang nicht eine Sekunde geschlafen habe. Weil: Kopfkino. Ich meine, immerhin musste ich für die Extralangfassung nichts bezahlen, 7h Kino ist schon was. Nur da gibt's Popcorn und Cola, ich hatte nur ein zerwühltes Bett und schlechte Laune am nächsten Tag. Da das aber kaum jemand weiß, wäre meine Reaktion in einem Fall wie oben nach außen auch nur "anständig" - tatsächlich aber Traumainduziert. Das macht das Verhalten der beiden Männer nicht weniger relevant und wertvoll, der Interpretation der Motivation würde ich nur so nicht unbedingt zustimmen.