Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe
Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe - # 3

Knäckebrötchen
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 31 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

HeikeCD hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:37
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:02 Dann müsste er schon nachweisen, dass er richtig betrunken gewesen ist.

Also "Promilleparagraf" als strafmildernder Umstand.
Ein Beschuldigter muß gar nichts nachweisen, es muß ihm nachgewiesen werden.
Ok, nochmal: wenn dir jemand auf die Nase haut und Du zeigst ihn an, dann wird er vermutlich, sofern es ihm nachgewiesen werden kann, eine Strafe aufgebrummt bekommen, denn er hat Körperverletzung begangen.

Wenn jetzt dieser Mensch aber behauptet - oder irgendwer anders, z.B. die Polizei hat das bei der Täterbefragung festgestellt - das er total betrunken war, dann greift der Promille-Paragraf und er wird weniger hart bestraft, weil er betrunken war. Er muss das im Grunde nur belegen, wenn die Trunkenheit zum Tatzeitpunkt nicht anderweitig festgestellt wurde und er sich damit auf strafmildernde Umstände berufen will.

Andersherum: warum sollte ich als Klägerin auch nur den kleinen Finger krumm machen um meinem Gegner einen strafmildernden Grund zu liefern?
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 32 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 21:36 Andersherum: warum sollte ich als Klägerin auch nur den kleinen Finger krumm machen um meinem Gegner einen strafmildernden Grund zu liefern?
Ich will diesen juristischen Quatsch hier nicht ausufern lassen, aber, daß nennt sich dann 'Aussage gegen Aussage'. Täter sagt er war voll wie eine Haubitze, Geschädigte sagt, er war fast nüchtern. Das läßt sich ja nur in flagranti an Ort und Stelle nachweisen. Ein/zwei Tage später ist schwierig. Und darum geht's doch hier eigentlich.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 33 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

HeikeCD hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 22:06
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 21:36 Andersherum: warum sollte ich als Klägerin auch nur den kleinen Finger krumm machen um meinem Gegner einen strafmildernden Grund zu liefern?
Ich will diesen juristischen Quatsch hier nicht ausufern lassen, aber, daß nennt sich dann 'Aussage gegen Aussage'. Täter sagt er war voll wie eine Haubitze, Geschädigte sagt, er war fast nüchtern. Das läßt sich ja nur in flagranti an Ort und Stelle nachweisen. Ein/zwei Tage später ist schwierig. Und darum geht's doch hier eigentlich.
Nein, so schwierig ist das nicht. Ein/zwei Tage später, also wenn Violetta erst am übernächsten Tag zur Polizei geht und Anzeige erstattet, ist der Typ nüchtern (hoffentlich) und müsste sich dann mit Trunkenheit verteidigen (= Rausreden). Und dann ist er schon in der Nachweispflicht. Auch wenn er der Beschuldigte ist. Aus seiner Perspektive ist es ein Entlastungsgrund und den muss er schon selbst beibringen.

Es beschuldigt ihn ja niemand, betrunken gewesen zu sein. Also naja. Irgendwie schon, weil er sich (vermutlich auch) deswegen benommen hat wie ein Vollidiot. Ich fürchte nur, dass da in vino veritas - der Alkohol nur etwas verborgenes nach oben gespült hat.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 34 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

So, macht mal Feierabend und diskutiert bitte nicht alles kaputt.

Vielleicht muss ja noch der Hund 🐶 raus oder die Katze 🐈‍⬛ gefüttert oder sonst noch etwas sinnvolles unternommen werden.

Gute Nacht und schöne Träume
Violetta-TransFlower
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 35 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Meine Lieben,

Vielen Dank für Eure wirklich zahlreichen Reaktionen, Ratschläge, Tipps und vor Allem:

(sym) VIELEN DANK FÜR EUER MITGEFÜHL UND EURE ANTEILNAHME ! (sym)

Das zeigt mir wieder einmal, daß ich hier im Forum an der genau richtigen Stelle bin,
wenn ich doch einmal Probleme haben sollte, so wie in diesem unschönen Fall.
Es nimmt mich derzeit noch ganz schön mit, bin gerade am Verarbeiten und weine oft. (5.5.) (cry)
Dabei helft Ihr mir unheimlich und ich sehe, Ich bin nicht Allein. (dr)
Heute ist es schon etwas besser bei mir (6.5.).

Bedanken möchte ich mich auch bei Marie und Jaddy, (ki) (flo) die gleich nach dem Eröffnen des Themas,sich mit mir in dem hiesigen Chat getroffen haben und mir Ihr Mitgefühl und viele Tipps mitgaben:
Einer davon ist dies Hier:
https://gruene-thueringen.de/termine/fl ... verbinden/

Das findet am kommenden Samstag (10.05.) statt und ich habe mich für die Wendo Kurse angemeldet:

"Wendo ist eine Kombination aus mentalen und körperlichen Übungen, die den Teilnehmenden hilft, sich sicherer und selbstbewusster im Alltag zu fühlen. Der Workshop bietet einen kurzen Einblick in einen Wendo Kurs. Wir starten mit einfachen Übungen der Selbstwahrnehmung und Selbstbehauptung und wagen einen kleinen Blick in effektive Verteidigungsstrategien."

In meiner Euphorie und meinem Tatendrang, habe ich das Thema Gewalt und ähnliches völlig beiseite geschoben.
Doch Sie, die Gewalt und auch eventuelle Abneigung mir gegenüber, ist wohl oft präsenter, als ich mir das eingestehen möchte. Vor Allem, wie Ihr ja auch oft gesagt habt, wenn zuviel Alkohol im Spiel ist und manchen problematischen Zeitgenossen dann mehr Mut verleiht, als sie nüchtern haben.
Lana hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 17:54 Dafür gibt es Gründe, die (meiner Meinung nach) hauptsächlich im übermäßigen Alkoholkonsum und männlichen Minderwertigkeitsgefühlen liegen. Beidem kommst du auf rationaler Ebene nicht bei. Du musst es wohl hinnehmen, weil alkoholisierte Männer, die sich oder anderen was "beweisen" müssen (oder auch nur ihren Frust abladen) sich auf keine vernünftigen Argumente einlassen werden. Da hilft tatsächlich nur, sich abzugrenzen.
Bei dem Gegenüber, mit dem sich das abspielte, war es, aus meiner Sicht wohl auch so.
Ich glaube, er ist schon Rentner, so kurz vor dem 70zigsten.
Er hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem derartigen Unsympathen entwickelt, wenn ich so auf Gespräche aus der weit entfernten Vergangenheit zurückblicke. Sttändig mit der Welt unzufrieden, und wohl auch mit sich, vermute ich, auf und über alles meckern, aber natürlich schön die Vorzüge unseres Gesellschaftssystems ausnutzen.
Das er mir gegenüber aber übergriffig werden könnte, damit hätte ich bei dem Idioten im Leben nicht gerechnet.
Manche Dinge kommen so unvermutet, da bist Du nie drauf vorbereitet.

Ich habe mich jetzt dazu entschieden, von einer polizeilichen Anzeige abzusehen, da ich das Geschehene etwas hinter mir lassen will.
Es würde mich dann noch mehr belasten, wenn ich mit Schriftverkehr dahingehend zu tun hätte usw.

Mit Sicherheit werde ich keinen Kontakt zu Ihm suchen, das würde mich auch zu stark mitnehmen. Am 8.5. habe ich wieder einen Termin bei meiner Lieblingsfriseurin, die bei dem Vorfall neben mir stand und mit Ihr noch ein wenig "aufarbeiten".
Ansonsten möchte ich es vergessen, so gut wie das möglich ist, in meinem Gedächtnis hat es sich eh schon mit Sicherheit eingebrannt.

Ich habe mir auch kein Pfefferspray gekauft, die Anwendung wäre für solche kurzen Augenblicke, in denen das passiert, ziemlich ungeeignet, so denke ich.
Mal sehen, was dieser Kurs kommenden Samstag bringt.
Die Zusagen zur Teilnahme habe ich gestern noch bekommen, sehr schön.

Zusammen in Gruppen unterwegs sein, das gestaltet sich bei den meisten meiner Ausflüge schwierig, da ich niemanden Gleichgesinntes in meiner Nähe habe. Meine Metaller-Freunde wohnen auch alle zu weit weg.
Bei dem Dorffest waren ja genug Bekannte da, und einer von Ihnen hat mir ja auch geholfen, DANKE MICHA.
Aber ich muß natürlich darüber nachdenken, wie ich das in meiner Euphorie bei solchen Veranstaltungen in Zukunft mache.
Ich werde vorher Bekannte telefonisch kontaktieren und dann sehen wer da ist, dann entscheide ich Hingehn oder Wegbleiben.
Ich weiß jetzt eh noch nicht, ob das dieses Jahr terminlich nochmal bei mir passt, muss ich erst sehen.
Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 21:23 Aber so wie ich es verstanden habe, galt der Angriff dem Mann in Frauenkleidern.
Genau so war es.
Joan Autumn hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 08:53 Ich denke Prävention ist die beste Verteidigung und wenn‘s doch zum Zusammenstoß kommt und keine Hilfe in Sicht, um Hilfe laut rufen, schreien.
Hab ich in dem Augenblick gemacht. Ich schrie Ihn an, er solle sofort verschwinden, davon ließ er sich nicht abhalten, das Beste von meiner seite wäre gewesen, sich umzudrehen und abzuhauen, danach ist man immer schlauer.
Lana hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 17:54 Du warst und bist nicht "falsch".
Deine Anwesenheit ist keine Provokation.
So empfinde ich auch und so soll es auch bleiben.
Lana hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 17:54 Und war es nicht genau das, was du immer wissen wolltest? Was die Leute im Dorf wirklich von dir denken?
Das war ja einer meiner der Gründe, dort hin zu gehen, nicht nur, um zu feiern.
Einfach den Anwesenden zeigen, da ist jemand, der ist jetzt anders als vorher. Und ich habe viel erklären müssen, das wollte ich ja auch, weil ich immer wieder erfahre, so auch hier, vom Crossdressing haben so gut wie ALLE mit denen ich rede, noch nie etwas gehört. Also ist Aufklärung absolut notwendig, finde ich. Ich leiste da auch gerne Pionierarbeit, wenn man mich lässt.
Und bei allen Gesprächen, die sonst stattfanden, habe ich Anerkennung, Sympathie u.ä. erfahren. Manche Kerle haderten zwar immer wieder mit meinem weiblichen Namen, aber das ist halt so nach teilweise 50 Jahren, die man sich kennt.
Das sehe ich Ihnen auch nach, die Akzeptanz in allen Fällen ist mir schon viel wert.

Zu erwähnen ist noch, ich hatte auch, aus meiner Sicht natürlich, nichts provokatives an, ich werde euch ein Bild an anderer Stelle zeigen, das gehört hier nicht her.
Dazu könnt Ihr ja noch Eure Meinung sagen, also ob Ihr es angemessen findet, für ein Dorffest:

viewtopic.php?f=79&t=30378&p=404259#p404259

Es gibt auch noch etwas sehr positives in dem Zusammenhang.
Am Samstag (3.5.) habe ich ein liebes Mädchen wiedergetroffen, das ich eine Woche zuvor beim Konzert kennengelernt habe.
Sie ist Polin und ich finde sie unheimlich süß und sympatisch. Ich verbrachte den Abend und die Nacht mit Ihr, mit Küssen und Zärtlichkeiten, mehr noch nicht, was völlig ok für mich ist, ich habe die körperliche Nähe in diesen Momenten des Glücks derartig genossen, daß es mir egal war, ob es zum Äußersten kommt oder eben nicht. Ich sagte Ihr auch mehrfach: "Ich glaube, ich träume gerade".
Es hat mir sehr geholfen, mit dem Vorfall des Vortags zurecht zu kommen.
Kommenden Samstag sehen wir uns wieder, ich freu mich darauf.

Mit diesen positiven Gedanken möchte ich enden und bedanke mich nochmal bei Euch Allen.
Lasst bitte die Diskussion über das Rechtliche und Juristische, meine Entscheidung dahingehend ist gefallen.

Nachdenklich, aber es geht mir schon etwas besser und ich schau nach vorn,
lässt sich nicht unterkriegen,
Eure Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 36 im Thema

Beitrag von Desiree Maxima »

Hallo meine liebe Violetta,

ich finde es super, daß Du nun den für Dich richtigen Weg eingeschlagen hast, die ganze Sache zu verarbeiten. (super)

Na und zum Abschluß die Geschichte mit dem Mädel - ich kann Dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich für Dich freue. (dr)
Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Ich sagte Ihr auch mehrfach: "Ich glaube, ich träume gerade".
Du träumst nicht sondern Du lebst Deine Träume. (ki)

Alles Liebe
Desiree
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 37 im Thema

Beitrag von Flora »

Hallo Violetta,

es ist schön zu lesen, dass es dir besser geht und du weiterhin so positiv bist. Ich weiß, manche würden das anders sehen, aber unter Würdigung aller konkreten Umstände würde ich das in diesem Fall wohl auch so handhaben wie du und erstmal nicht weiter auf Konfrontationskurs gehen, solange das ein einmaliger(!) Ausrutscher bleibt.
Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Am 8.5. habe ich wieder einen Termin bei meiner Lieblingsfriseurin, die bei dem Vorfall neben mir stand und mit Ihr noch ein wenig "aufarbeiten".
Na perfekt, das ist genau das, was ich gemeint habe:
Flora hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 18:05 leichter wäre es natürlich, wenn den Vorfall weitere Bekannte mitbekommen haben oder gar welche von denen, die vorher positiv auf dich reagiert haben.
1. es kann dir helfen, für dich selber damit besser klarzukommen und das Gefühl verstärken, Menschen auf deiner Seite zu wissen,
2. sie hat als Friseurin viele Kontakte und kann mögliches Getratsche über den Vorfall (und überhaupt) in deinem Sinne beeinflussen,
3. sofern seitens des Aggressors in Zukunft noch irgendein Mucks folgen sollte und es zu dem Punkt kommt, an dem du dich dann doch mit einer Anzeige wohler fühlen würdest, hast du eine Augenzeugin, die aussagen kann, dass er dich auf diesem Dorffest schon mal belästigt hat. Ich würde bei der Friseurin ruhig auch ganz klar streuen, dass du nicht möchtest, dass es zu einer Anzeige kommt, aber nötigenfalls nicht davor zurückschrecken würdest.

Liebe Grüße und pass auf dich auf!
Flora
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 38 im Thema

Beitrag von Flora »

Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Ich glaube, er ist schon Rentner, so kurz vor dem 70zigsten.
Er hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem derartigen Unsympathen entwickelt, wenn ich so auf Gespräche aus der weit entfernten Vergangenheit zurückblicke. Sttändig mit der Welt unzufrieden, und wohl auch mit sich, vermute ich, auf und über alles meckern, aber natürlich schön die Vorzüge unseres Gesellschaftssystems ausnutzen.
Das er mir gegenüber aber übergriffig werden könnte, damit hätte ich bei dem Idioten im Leben nicht gerechnet.
Manche Dinge kommen so unvermutet, da bist Du nie drauf vorbereitet.
Irgendwie hatte ich da jetzt unwillkürlich den Hutbürger vor Augen.
"Hören Sie auf, mich mit Ihrer Damenkleidung zu belästigen! Sie haben darin in meinem Gesichtsfeld gestanden! Das dürfen Sie nicht!"
😁
Alicia
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 39 im Thema

Beitrag von Alicia »

Liebe Violetta,

es ist gut zu lesen, dass du gefasst mit der Angelegenheit umgehst und drauf und dran bist, sie hinter dir zu lassen. Vergessen wirst du sie nicht, das ist klar.
Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Am 8.5. habe ich wieder einen Termin bei meiner Lieblingsfriseurin, die bei dem Vorfall neben mir stand und mit Ihr noch ein wenig "aufarbeiten".
Das ist ja schon fast Therapie. (dr)
Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Ich habe mir auch kein Pfefferspray gekauft, die Anwendung wäre für solche kurzen Augenblicke, in denen das passiert, ziemlich ungeeignet,
In meinen Augen eine weise Entscheidung, da es dich nur in falscher Sicherheit wiegen würde.
Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Am Samstag (3.5.) habe ich ein liebes Mädchen wiedergetroffen, das ich eine Woche zuvor beim Konzert kennengelernt habe.
Süüüß. Einerseits lenkt sie dich ab, andererseits tut ein Arm zum Anlehnen sooooo gut. (he) (he) (he)

Liebe Grüße und viel Glück euch beiden, Alicia. (ki)
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
Lina
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 40 im Thema

Beitrag von Lina »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 21:36
HeikeCD hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:37
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:02 Dann müsste er schon nachweisen, dass er richtig betrunken gewesen ist.

Also "Promilleparagraf" als strafmildernder Umstand.
Ein Beschuldigter muß gar nichts nachweisen, es muß ihm nachgewiesen werden.
Ok, nochmal: wenn dir jemand auf die Nase haut und Du zeigst ihn an, dann wird er vermutlich, sofern es ihm nachgewiesen werden kann, eine Strafe aufgebrummt bekommen, denn er hat Körperverletzung begangen.

Wenn jetzt dieser Mensch aber behauptet - oder irgendwer anders, z.B. die Polizei hat das bei der Täterbefragung festgestellt - das er total betrunken war, dann greift der Promille-Paragraf und er wird weniger hart bestraft, weil er betrunken war. Er muss das im Grunde nur belegen, wenn die Trunkenheit zum Tatzeitpunkt nicht anderweitig festgestellt wurde und er sich damit auf strafmildernde Umstände berufen will.

Andersherum: warum sollte ich als Klägerin auch nur den kleinen Finger krumm machen um meinem Gegner einen strafmildernden Grund zu liefern?


Man muss in Deutschland mit dem Argument moeglicherweise extra Vorsichtig sein.
So besoffen sein, dass man nicht weiß was man tut, kann zumindest theoretisch einen anderen Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch anwendbar machen: Vollrausch ist ein Straftatbestand und hat einen Straftahmen bis 5 Jahre Gefängnis.
Ich muss gestehen, ich habe keinen Präsenzfall, wo dies passiert ist, aber ich habe auch nie Anlass gehabt einen zu suchen.

Aber die Möglichkeit besteht.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 41 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lina hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 11:48 Vollrausch ist ein Straftatbestand
Das hat mich doch etwas erstaunt und siehe da ... es stimmt: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__323a.html
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 42 im Thema

Beitrag von Lina »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 15:13
Lina hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 11:48 Vollrausch ist ein Straftatbestand
Das hat mich doch etwas erstaunt und siehe da ... es stimmt: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__323a.html
Ja, ich kenne das auch nicht von irgend einem anderen Land. Aber das ist was ich so megamäßig an deutschem Recht finde: Man versucht viel mehr, im Vorfeld an unterschiedlichen Möglichkeiten zu denken, was sich in der Formulierung der Gesetze und noch mehr der Verwaltungsvorschriften auswirkt. Wenn man beispielsweise zu einem identischen Thema Gesetze in Dänemark und Deutschland machen würde, garantiere ich, dass die deutschen Gesetze und Verwaltungsvorschriften 5x so lang sind und man weiß in Dänemark viel weniger darüber, wie man darüber umgehen soll - das entscheidet sich dann über Jahre durch die Entscheidung von IRGENDEINEM Richter - so ähnlich wie im Common Law wie aus USA oder UK bekannt.
Hier hat doch sicherlich jemand lange vorausgedacht und gesehen - das könnte ein Loophole sein. Machen wir einfach das sinnlose Besaufen zum Straftatbestand und zwar mit einem ähnlichen Strafrahmen.

Das Gleiche mit den genannten Selbstverteidigungsszenarien. In Deutschland hat man daran gedacht zu erwähnen, dass der Angriff, gegen den man sich wehrt auch RECHTSWIDRIG sein muss. Das hat man bis heute im dänischen Notwehrparagraphen noch nicht. Wenn es dich interessiert, was daraus werden kann, dann recherchiere mal nach dem Tötungsdelikt aus den 1%er Biker-Kreisen, bekannt als "der Rio Bravo" Fall.
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 43 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo zusammen,

es geht wieder einmal zu einer völlig sinnlosen Diskussion hin. - Vergesst doch die ganzen Gesetze und das endlos sinnlose Geschwafel darum. Fangt endlich an, selbst zu denken. Dann weiß jeder, was sinnvoll und richtig ist, und kann ohne jeden Zwang - der letztlich nur zu Gewalt führt - danach handeln.

LG Nicole
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 44 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Violetta CD hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 14:28 Das Ganze macht mich seitdem sehr nachdenklich.
Mein Selbstbewusstsein hat nicht darunter gelitten, aber ein wenig Angst habe ich schon dahingehend.
...
Und meine Seele hat eine kleine Wunde bekommen.
...
Ich brauche Euch und Eure Meinungen und Ratschläge jetzt dazu, und bitte um zahlreiche Meinungen und Kommentare.
Liebe Violetta - es tut mir seeeeehr leid, dass Du diese Erfahrung gemacht hast .... :roll: :roll: :roll:
(sorry, doch ich war so busy, dass ich einfach nicht schneller antworten konnte)

Das Selbstbewusstsein hat nicht gelitten schreibst Du .... dennoch hat es zumindest Spuren in Deiner Seele hinterlassen !
Violetta CD hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 07:51 Ich habe mich jetzt dazu entschieden, von einer polizeilichen Anzeige abzusehen, da ich das Geschehene etwas hinter mir lassen will.
Es würde mich dann noch mehr belasten, wenn ich mit Schriftverkehr dahingehend zu tun hätte usw.

Ansonsten möchte ich es vergessen, so gut wie das möglich ist, in meinem Gedächtnis hat es sich eh schon mit Sicherheit eingebrannt.
Ich verstehe es gut, dass Du das VERGESSEN möchtest, doch ich bitte Dich darüber nachzudenken, es wirklich zu VERARBEITEN und nicht nur zu vergessen/verdrängen (smili) (ki)
Darf ich selbst doch sagen, dass es im ersten Moment schockt, dann "gar nocht so schlimm scheint", doch dann wieder stärker wird - so zumindest meine Erfahrungen mit ähnlichen Situationen.

Freilich reagiert jeder Mensch da auch bissl (oder ganz) anders, dennoch .... Ich hatte seinerzeit Anzeige erstattet, weil es mir wichitg war ANDERE vor solchen Vollpfosten zu schützen !
Doch erst mal ist es wichtig, Dich selbst zu schützen und das machst Du ja (ap) (ki)

Eingebrannt ist es sicher, also wichtig damit umzugehen.

Möchte meinen Fall (es gab noch weitere Übergriffe) hier nicht in den Thread bringen, doch da ich vor rund 2,5 Jahren ein paar Tipps dazu zusammen gestellt habe, mag ich den Link hier doch gern posten:

TIPPS bei Übergriffen

Eins noch: Ich finde es wichtig, sich davon NICHT einschränken zu lassen !!!!
Sicher etwas mehr Vorsicht & Aufmerksamkeit ist gut und hilfreich - doch lebe weiter Dein Leben (ki) (ki) (ki)
Ganz liebe Grüsse - Yvi
Violetta-TransFlower
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Re: Mein erster körperlicher Übergriff und wie ich damit umgehe

Post 45 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Meine Lieben,

Jetzt wo ich das Thema aufgerufen habe, kommen mir wieder kurz die Tränen...

Ich möchte vom Wendo Kurzkurs am vergangenen Samstag berichten.

https://gruene-thueringen.de/termine/fl ... verbinden/

Außer mir, waren nur cis-Frauen anwesend, aber Sie haben mich ganz herzlich in Ihre Runde aufgenommen, das fand ich sehr schön und es zeigte mir, es war die richtige Entscheidung, hierher zu kommen.

Ich bin diesmal früh gegen 9 Uhr nach Erfurt gefahren, nach dem ankommen geparkt, Haus gesucht und schnell gefunden.
Der Kurs hatte noch nicht begonnen, Es fand noch eine Diskussion übe Geschlechterdiskriminierung vorher statt, zu der ich dazu kam.
Kurze Zeit später, dann der Kursbeginn in einem anderen Raum.

Am Anfang ging es erstmal um verbale Abwehr, also mit der eigenen Stimme und entschiedenem Auftreten gegenüber der angreifenden Person. (arg)
Zuerst mit der Kursleiterin Katja etwas herumprobiert und dann mit einer anderen Teilnehmerin gegenseitig geübt.

Dann schilderten alle Teilnehmerinnen ein oder mehrere negative Erlebnisse. Als ich an der Reihe war, überkam es mich kurz mit Tränen, aber ich konnte trotzdem darüber erzählen.
Darüber sprachen wir dann intensiv alle gemeinsam und arbeiteten es so ein wenig auf. Das hat mir wieder ein Stück geholfen, den Abstand zu dem Erlebnis etwas zu vergrößern.

Im zweiten Teil wurden praktische Dinge mit Körpereinsatz vermittelt.
Hammerschlag (geballte Faust auf Gesicht oder Nase), Ohrfeige oder Tritt gegen Schienbein, auf den Fuß (effektiv mit spitzen Absätzen).
Das probierten wir dann auch untereinander aus mit einer sogenannten Pratze (eine gepolsterte Hand zum Daraufschlagen)

Die Kursleiterin Katja Himmelreich hat das wirklich alles sehr gut gemacht und vermittelt, sie war auch sehr einfühlsam.
Wir bedankten uns noch bei Ihr und der erste Kurs war zu Ende (Dauer ca. 2h)

Dann gab es eine kurze Mittagspause, in der es selbstgekochte Gerichte gab, die sehr lecker waren. Ich unterhielt mich nach Ende der der zwei Kurse noch mit dem Verantwortlichen dafür und sagte ihm auch, daß es echt lecker war.
Außerdem bedankte ich mich. Ein sehr netter Mensch und ein sehr schönes Gespräch.

Im zweiten Kurs, kamen noch ein paar andere theoretische und praktische Dinge hinzu, die im ersten nicht behandelt wurden.
Wir spielten ein Erlebnis einer Teilnehmerin nach, wo es eine sexuelle Belästigung gab.
Ich sollte den Belästiger verkörpern, was mir sichtbar schwerfiel, aber ich erklärte mich dazu bereit.
Der anderen Teilnehmerin hat es sehr geholfen, diesen Vorfall von ihr nochmal aufzuarbeiten, das merkte ich sofort an Ihren Reaktionen mir gegenüber.
Überhaupt, was ich da wieder so von Belästigungen von Männern gegenüber Frauen erfahren habe, wie oft es so etwas gibt, hat mich schon wieder schockiert.
Wirklich jedes Mädel hatte etwas zu erzählen. Unglaublich, aber wahr.

Leider finden solche Veranstaltungen nur einmal im Jahr statt,u.a. wegen der Finanzierung, für die Teilnehmenden war alles kostenlos.
Ich bin jetzt wieder etwas gefestigter in meinem Auftreten und habe viel an Wissen mitnehmen können.
Ich hoffe natürlich, daß ich es nie einsetzen muß.
Zumindest bin ich jetzt etwas besser auf den eventuell nächsten Übergriff vorbereitet.
YvonneTV hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 19:17 Möchte meinen Fall (es gab noch weitere Übergriffe) hier nicht in den Thread bringen, doch da ich vor rund 2,5 Jahren ein paar Tipps dazu zusammen gestellt habe, mag ich den Link hier doch gern posten:
Vielen Dank, liebe Yvi (dr) , daß Du das nochmal zur Verfügung gestellt hast, ich hab schon ein bissel drin gelesen und war natürlich auch geschockt, was Dir damals passiert ist.

YvonneTV hat geschrieben: Di 6. Mai 2025, 19:17 Eins noch: Ich finde es wichtig, sich davon NICHT einschränken zu lassen !!!!
Sicher etwas mehr Vorsicht & Aufmerksamkeit ist gut und hilfreich - doch lebe weiter Dein Leben
Auf keinen Fall werde ich mich deswegen in meinen Aktivitäten einschränken, aber ich bin jetzt wirklich schon vorsichtiger und aufmerksamer geworden, scanne viele Situationen und Personen genau.

Dankbar
Eure Violetta💜
🌺 Das Glück 🍀 wohnt wieder in meinem Herzen 💜🙏
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