Elon Musk und ich
Elon Musk und ich - # 6

Lebensplanung, Standorte
Wally
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Re: Elon Musk und ich

Post 76 im Thema

Beitrag von Wally »

Ich will hiermit mal ein vorläufiges Facit zu diesem Thread ziehen:
Wir können hier allgemeine Politik nicht ausdiskutieren. Gegen jahrzehntelange, politische Propaganda aus allen Medien - egal, von welcher Seite - kommt man in so einer Diskussion unmöglich an, ebenfalls egal von welcher Seite. Man kann da nur versuchen, ruhig und sachlich seinen persönlichen Standpunkt und die Gründe dafür darzulegen - und zu hoffen, dass es wenigstens ein paar Leute gibt, die das mit offenen Augen lesen, redlich erwägen und sachlich darauf antworten. Nur als gegenseitiger Denkanstoß - zu einem politischen Konsens werden wir sowieso nicht finden, schon der bloße Versuch würde hier den Rahmen sprengen.

Es gab hier ein paar Leute, die das obige getan haben. Denen danke ich dafür; ich habe Euere Antworten aufmerksam gelesen und mir durch den Kopf gehen lassen. Manches davon widersprach meiner persönlichen Lebenserfahrung, manches konnte ich logisch nicht nachvollziehen - anderes fand ich wiederum sowieso richtig, und manches war tatsächlich neu und aufschlussreich für mich, ich konnte daraus lernen. Für letzteres danke ich ganz besonders. Um mich "umzudrehen", genügte freilich auch das nicht; das ist nach 76 Jahren Lebenserfahrung auch schwerlich zu erwarten, da ist die Weltanschauung dann doch schon halbwegs gefestigt :wink:

Ein paar Leute gab's, die dabei emotional wurden. Das hätte ich mir zwar anders gewünscht, ist mir aber zwischendurch auch selber passiert. Die Wellen schlagen halt hoch; nicht immer gelingt es einem, dabei ruhig zu bleiben. Geschenkt.

Schließlich gab's auch Leute, die ausschließlich mit pauschalen Unterstellungen "argumentierten" und dabei persönlich verletzend wurden, bis hin zu "alter, weißer Mann".
Ja: ich bin ein alter, weißer Mann. Ich bin 1949 geboren, ich bin weiß (ursprünglich sogar mal blond und blauäugig :) ) , und ich bin als Mann geboren und aufgewachsen. Für all das kann ich genauso wenig wie jeder andere Mensch auf dieser Welt; und was dieses "Mann" für mich bedeutet, was das mit meinem Leben gemacht hat, und wie ich heute dazu stehe und damit umgehe, das wisst Ihr alle sehr genau: ich habe es hier in diesem Forum so offen und detailliert dargelegt wie kaum ein anderer. Ausgerechnet mir auf dieser Grundlage ein völlig anders, nämlich herabwürdigend und verletzend gemeintes "alter, weißer Mann" hinzudrehen, dazu kann ich nur eines sagen: schämt Euch.

Einen einzigen, sachlichen Diskussionspunkt will ich zum Abschluss doch nochmal aufgreifen, weil ich Patricias Statement einfach nicht unwidersprochen stehen lassen möchte:
Patricia hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 19:51 Was mich persönlich auch langsam bei vielen Menschen aus dem eher konservativen Spektrum so richtig ankotzt, ist, dass dort sehr gerne unterstellt wird dass links=gewaltbereit. Das gleiche gilt für die Meinung über den Begriff Antifa.
Ich verstand mich Jahrzehnte lang als liberal-konservativ und habe bis 2009 Merkel gewählt, 2009 via FDP. Diese schwarzgelbe Koalition hat's mir dann endgültig versch....n. Warum, würde jetzt hier zu weit führen. Etliche Gründe...
Ende 2014 habe ich dann mal informationshalber eine der ersten, großen Pegida-Demos in Dresden besucht. Ich war von der Merkel-Regierung nachhaltig enttäuscht und angewidert, politisch war ich erst mal desorientiert; ich wollte mich einfach mal umsehen - mit eigenen Augen und Ohren, nicht gefiltert durch irgendwelche Medienfritzen.
Was da geredet wurde, schien mir ganz vernünftig: nix radikales, kein "Hass" - klare, sachliche Argumente zu den Problemen ungeregelter Einwanderung, wie sie neuerdings sogar von CDU und FDP im Bundestag wieder vertreten werden (Merkel selber hatte sie ja um die Jahrtausendwende schon vertreten). Das Publikum (ca. 15.000 Personen) ein ganz normaler, gesitteter Durchschnitt Dresdener Bürger aller Altersklassen, auch ein paar Farbige und Asiaten waren dabei (viele davon gabs damals in Dresden eh noch nicht). Keine Hooligans, keine Glatzköpfe - niemand, der da erkennbar "auf Krawall gebürstet" gewesen wäre. Bloß gelegentlich ein paar Sprechchöre am Rand der Kundgebung fielen mir auf: "Lü-gen-Pres-se, Lü-gen-Pres-se...!" Kam mir seltsam vor: was hatten die gegen die Pressevertreter einzuwenden, die da am Rand ein paar Fotos machten und ein paar Teilnehmer zu interviewen versuchten? Irgendwo von außerhalb, um ein Straßeneck herum, waren zwischendurch immer mal wieder wüstes Geschrei und Pfiffe zu hören, aber nicht zu sehen. Letzteres war - wie sich später herausstellte - meine allererste, noch indirekte Begegnung mit der "AntiFa".
Diese Pegida-Kundgebung wurde für mich zu einer Art Erweckungserlebnis: aber nicht die Kundgebung selber, sondern die Tage danach. Was ich da nämlich über diese Großkundgebung im Fernsehen hörte und in den Zeitungen las, haute mich schier vom Hocker; die schienen über eine völlig andere Veranstaltung zu berichten. So gut wie nichts, was die da erzählten, stimmte mit dem überein, was ich dort als persönlicher Augenzeuge erlebt hatte. Angeblich sollten da Hooligans und tätowierte Kahlköpfe "marschiert" sein und rassistische Hassparolen gegen Ausländer, Schwarze und Juden gebrüllt haben, angeblich sollten da massenhaft Reichsfahnen geschwenkt worden sein, und angeblich hatte die Polizei alle Hände voll zu tun, um Außenstehende am Rand der Kundgebung vor tätlichen Übergriffen zu schützen. Kurz: ein gewalttätiger Mob von Skinheads und Rechtsextremisten. Dass zum Schluss die Nationalhymne gesungen wurde (sanft in vorweihnachtlicher Stimmung gesungen, nicht "gegrölt" wie behauptet, dritte Strophe, wie damals auf jedem CDU-Parteitag noch üblich), war neben Datum und Ort nahezu die einzige Sachinfo, die überhaupt stimmte.
Das schlimmste an der Sache war: das war kein abstruses Gewirr von Fantasiegeschichten. Von der "Welt" über die "Zeit" bis zur "Südddeutschen", von der ARD über ZDF bis zu RTL - in ALLEN Mainstream-Medien wurden exakt DIESELBEN, faustdicken Lügen erzählt, als ob die alle voneinander abgeschrieben hätten (haben sie wohl auch, anders ist sowas ja nicht zu erklären). Da wurde mir erst klar, was die Teilnehmer am Rand der Pegida-Demo mit ihrem "Lügenpresse" gemeint hatten, und warum sie denen Interviews kategorisch verweigerten. Es war für mich der ultimative Schock; seitdem glaube ich denen nicht mal mehr den Wetterbericht...
Dieses Schlüsselerlebnis führte mich schließlich zur AfD. Dass die genauso systematisch verleumdet wurde wie Pegida, wunderte mich da schon nicht mehr. In den folgenden 6 Jahren begegnete mir dann die "AntiFa" regelmäßig, bei einem runden Dutzend Parteitagen und Großveranstaltungen. Immer dieselben, alle gleich aussehenden, schwarz vermummten Typen, die nicht etwa nur "gewaltbereit" waren, sondern real gewalttätig wurden, und zwar jedesmal. Da flogen Flaschen und brennende Feuerwerkskörper, da wurden Polizisten verletzt, die in Hundertschaften in Helm und Schutzkleidung die Veranstaltung absichern mussten. Die standen dabei IMMER geschlossen mit dem Rücken zu uns - weil von vornherein klar war, von welcher Seite gewalttätige Angriffe zu erwarten waren. Es war zwar die selbstverständliche Pflicht dieser braven Beamten; trotzdem rechne ich es ihnen hoch an, dass sie zu unserem Schutz immer und immer wieder ihren Kopf hingehalten haben. Vor den nachts eingeschmissenen Fensterscheiben, verwüsteten Geschäftsstellen, demolierten Sitzungslokalen, abgefackelten Autos, mit Hassparolen verschmierten Privathäusern usw. (vermutlich ebenfalls das meiste davon AntiFa - wer sonst könnte und würde das in dieser flächendeckenden Systematik, mit immer den gleichen Methoden tun?) konnte uns die Polizei leider nicht schützen. Mit unserer Münchener Landesgeschäftsstelle mussten wir aus solchen Gründen in 3 Jahren zweimal umziehen und die dritte Adresse dann selbst vor der eigenen Parteibasis geheim halten, um nicht gleich wieder solchen Machenschaften zum Opfer zu fallen...

Ich habe nie pauschal behauptet, "Linke" wären gewaltbereit. Auf dieser Ebene gewalttätig (nicht bloß -bereit) ist in Deutschland die AntiFa - sonst kaum jemand. Aber die AntiFa ist auch nicht bloß ein zufälliger Haufen ausgeflippter Spinner, sondern eine bundesweit gut organisierte, mit reichlichen Mitteln ausgestattete, kriminelle Vereinigung, die folgsam, prompt und flächendeckend bis auf Kleinstadt-Ebene herunter jeden terrorisiert, der von einer bestimmten Sorte Politiker irgendwann mal als "rrrächts" abgestempelt wurde. Die AfD ist auch nicht die einzige Partei, die permanent unter diesen Machenschaften zu leiden hat: Maaßens Werte-Union hat's prompt auch erwischt, Aiwanger sowieso, und seit Neuestem sogar die CDU. Mit immer denselben Methoden.

Was mich, liebe Patricia, "so richtig ankotzt", sind nicht diffuse Unterstellungen, Vermutungen und Vorurteile irgendwelcher Leute über Gewaltbereitschaft, sondern die in 6 Jahren AfD-Mitgliedschaft höchstpersönlich, real und unmittelbar seitens der AntiFa erlebten Gewalttaten. Und die systematischen, medialen Verleumdungen, mit denen man uns genau diese dreckigen Methoden dann auch noch unterzuschieben versucht, anstatt die Täter endlich mal konsequent strafrechtlich zu verfolgen.
Patricia hat geschrieben: Mo 3. Feb 2025, 19:51 Ich selbst sehe mich als Teil einer Antifa-Bewegung. Was das bedeutet? Ich kämpfe meinen kleinen, eigenen, gewaltlosen Kampf gegen rechts. Und dazu gehören eben AfD, Die Werteunion (welche ich persönlich als rechts-konservativ einstufe), die freien Wähler oder deren Teile wie z.B. Herrn Aiwanger. Ich verurteile jedoch Gewalt‌.
Du bist nicht die AntiFa - Gottseidank nicht. Offenbar hast Du sie auch nie kennengelernt. Sei froh darüber... Ich gönne Dir Deinen "gewaltlosen Kampf gegen rechts" - jeder, wie er's für richtig hält. Aber nenn Dich dabei besser nicht "Antifa", sonst nimmt Dir das mit der Gewaltlosigkeit bald niemand mehr ab.

So - jetzt habe ich mich zum Abschluss hier auch mal so richtig ausgekotzt. Ich werd's auch nicht wieder tun, versprochen. Seht's als Ausgleich für die Riesenpfütze, die auf der anderen Seite schon am Boden klebt :roll: Es muss mir auch niemand alles glauben, das wäre eh viel zu viel verlangt. Ich wäre schon hoch zufrieden, wenn der/die Eine oder Andere die absolute, faktengecheckte "Wahrheit" unserer "Qualitätsmedien" angesichts meiner hier dargelegten, persönlichen Erfahrungen wenigstens mal ein kleines bisschen hinterfragt und selber mal unmittelbar, persönlich, mit eigenen Augen irgendwo hinguckt, anstatt immer nur durch die glattlackierte Medienbrille. Dann wäre schon viel gewonnen.

Tschau - bis auf Weiteres in den anderen Threads - hier bin ich jetzt erst mal raus.
Herzliche Grüße
Wally
Antworten

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