Outing-Gespräch die zweite:
Nach dem Frühstück sitzen meine Freundin und ich oft noch eine Zeit lang gemeinsam am Tisch und plaudern über alles mögliche, mal einfach über den vorigen Abend wenn wir, so wie gestern, aus waren, manchmal einfach nur über Gott und die Welt und manchmal tiefschürfend.
In diesem Zuge habe ich sie heute auf mein Outing vor zwei Wochen angesprochen indem ich ihr erzählt habe, wie ich mich dabei gefühlt habe und daß es mir danach peinlich war, ihr meine rot lackierten Zehennägel zu zeigen. Sie meinte "Warum?", worauf hin ich ihr erklärte, daß das Thema Crossdressing für mich zum Teil noch etwas schambehaftet ist und mir das grade ihr gegenüber unangenehm ist. Sie antwortete nur: "Das braucht Dir nicht peinlich zu sein." Im Zuge dieses "Gespräches" habe die meiste Zeit ich gesprochen und sie antwortete nur eher einsilbig.
Diese Passage Deines Beitrages kommt jetzt beim Schreiben grade sehr bekannt vor.
Ich kann zwar nicht in sie hineinsehen, aber genau so sieht es für mich im Moment aus.Lana hat geschrieben: Do 12. Dez 2024, 22:00 Da ist es natürlich unheimlich schwer für siesich zu äußern. Und vielleicht hat sie gar nicht das Bedürfnis, darüber zu sprechen, weil sie völlig verunsichert ist und bloß nichts falsch machen möchte, weil sie dich liebt. Oder sie hat das Gefühl, die Initiative läge nicht bei ihr, um eine Klärung herbei zu führen. Oder sie weiß vor lauter Verwirrung nicht, was sie überhaupt dazu sagen soll.
Tja, und genau hier liegt aktuell bei meiner Freundin und mir "der Hase im Pfeffer". Ich weiß nicht ob sie das will.Lana hat geschrieben: Fr 13. Dez 2024, 21:57 Ich glaube, die einzige Möglichkeit, sie mit in den Nebel zu nehmen, ist, wenn sie das selbst wollen.
Diese Analogie finde ich sehr passend - mir fehlt ja zum Teil auch noch die Orientierung das Crossdressing und das Ausleben meiner femininen Seite betreffend. Viele Fragen, die ich mir zu Anfang gestellt habe, kann ich noch nicht eindeutig beantworten, obwohl mir ein paar Dinge seither sicherlich ein wenig klarer geworden sind. Ich denke, diese Unsicherheit überträgt sich auch auf meine Freundin.Lana hat geschrieben: Fr 13. Dez 2024, 21:57 Vicky-Rose hat mal das Bild gezeichnet vom Nebel, in dem wir uns langsam voran tasten.
Zum Abschluß unseres Gespäches versicherte ich ihr, daß ihr der "Kaisermühlner Macho" erhalten bleiben wird. "Kaisermühlen" ist eines der urtypischen Wiener Viertel, in dem ich aufgewachsen bin und wo ich noch immer wohne, in dem die Dichte typischer Wiener und Wienerinnen sehr hoch ist. Und den Macho lasse ich manchmal mit einem riesengroßen Augenzwinkern raushängen - und sie weiß auch, daß ich das im Grunde genommen nicht wirklich bin und mich dabei selbst nicht ganz so ernst nehme.
Diese Versicherung kommentierte sie sinngemäß mit einem kurzen: "Das wäre mir sehr recht".
Du weißt gar nicht, wie viel mir Deine Beiträge bisher schon geholfen habenLana hat geschrieben: Do 12. Dez 2024, 22:00 Das wird dir vielleicht nicht weiterhelfen, aber das war auch gar nicht meine Absicht.....
Genau an diesem Punkt stand ich vor zwei Wochen, als ich mich zum ersten mal meiner Freundin gegenüber offenbart habe. Mir war schon vorher klar, daß das auf mich zukommen würde und daß "je früher, desto besser" ein sehr wichtiger Punkt ist - dank Lanas Beiträgen (z.T. in diesem Thread etwas weiter vorne).Anja61 hat geschrieben: Fr 13. Dez 2024, 12:50 Mich meiner langjährigen Partnerin, mit der ich weiterhin leben möchte, zu offenbaren. Der Druck nimmt zu, aber auch der Wille, und die Angst hat bei mir eher abgenommen.
Ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft für Deine nächsten Schritte!
Alles Liebe
Desiree