Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg
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Anne-Mette
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Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Unter denkbar schlechten Voraussetzungen ein Plus von ca 5% herauszuholen, ist schon eine Leistung!
Wenn ich Beiträge gesehen habe, die sich mit seiner Person beschäftigten, hatte ich meistens den Eindruck "der kümmert sich" (um sein Bundesland und die Bürgerinnen und Bürger).
Es mag auch eine Protestwahl gegen die AFD gewesen sein und nicht nur eine Zustimmung aus Überzeugung, wobei auch die Bundespolitik eine große Rolle gespielt hat.

Eine Schande sind wiederum die knapp 30% für die AFD. Dafür fehlt mir jedes Verständnis (no-a)

Aufrechte Bürgerinnen und Bürger wurden nicht müde, in vielen wunderbaren Aktionen bis zuletzt zu zeigen, dass ein Weg der "rechten Politik" weder gut noch richtig ist und womöglich sogar ins Verderben führt.

Es überrascht mich immer wieder, wie viele Wählende auf eine Frau reinfallen, die mit Rattenfänger-Methoden 12% oder sogar darüber einfährt - und wenn das mal mit dem Ergebnis der AFD zusammengerechnet wird, dann
sind es über 40%, die offen gegen "queere Politik" (im weitesten Sinne) Stimmung machen und gemacht haben und ihre Ziele nicht nur anvisieren, sondern auch durchsetzen wollen.
Malvine
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 2 im Thema

Beitrag von Malvine »

Was mir auch zu denken gibt, die meisten Wähler der AFD sind junge Menschen....
Die Saat wurde erfolgreich ausgebracht

Malvine
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Juliane
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 3 im Thema

Beitrag von Juliane »

Malvine hat geschrieben: So 22. Sep 2024, 20:18 Was mir auch zu denken gibt, die meisten Wähler der AFD sind junge Menschen....
Malvine
Das liegt, meiner unbedeutenden Meinung nach, größtenteils daran, dass diese Partei einfache
bis simple Antworten hat. Viele, vor allem einfach gestrickte Menschen, wollen Antworten
die sie mit ihrer einfachen Denkweise verstehen.
Und da, das ist nun bereits schon länger so, punkten solche Gruppierungen leider.

Als Altgeselle und Ausbilder hatte ich die letzten Jahre vor meinem Rentenbeginn das gelegentlich
durchaus zweifelhafte Vergnügen, jungen Menschen das Rüstzeug für eine gute Ausbildung zu
vermitteln. Da hatte man(n) dann leider öfter das Gefühl, dass da in der Birne außer Handy, Mofa,
Internet, Alkohol und Sex nichts den richtigen Stellenwert hatte.
Und das hat sich seither sicherlich längst nicht überall gebessert.

LG Juliane

PS: Glückwunsch an Diermar Woidke (yes)
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Anja61
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 4 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo,

offenbar können etablierte Politiker, die kein Politiker-Deutsch sprechen, doch noch Wahlen gewinnen. Das gilt unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit z.B. für Dietmar Woidke in Brandenburg und Michael Kretschmer in Sachsen, früher schaffte das auch Bodo Ramelow in Thüringen. Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit.

Wer auch ganz klar und nicht verwaschen redet, ist Sarah Wagenknecht. Allerdings habe ich ein Riesenproblem mit ihr, was ihre Stimmungsmache gegen das Gendern usw. angeht.
Anne-Mette schreibt: " Es überrascht mich immer wieder, wie viele Wählende auf eine Frau reinfallen, die mit Rattenfänger-Methoden 12% oder sogar darüber einfährt - und wenn das mal mit dem Ergebnis der AFD zusammengerechnet wird, dann sind es über 40%, die offen gegen "queere Politik" (im weitesten Sinne) Stimmung machen und gemacht haben und ihre Ziele nicht nur anvisieren, sondern auch durchsetzen wollen."

Ich denke, dass trotz der Stimmungsmache die konkrete Politik des BSW wahrscheinlich eher keinen anti-queeren Schwerpunkt haben und sich auf andere Themen konzentrieren wird, die die neue Partei in den Vordergrund stellt.
Es überrascht mich inzwischen nicht mehr, dass das BSW zweistellige Ergebnisse einfährt. Das gelingt nicht zuletzt deshalb, weil die Linke und die SPD nicht mehr glaubwürdig bei den Menschen ankommen, die geringe Einkommen haben und sehen müssen, wie sie über die Runden kommen. Für diese Menschen ist die AfD z.T. keine Alternative, aber sie hoffen, dass sich stattdessen das BSW um sie kümmern wird.

Viele Grüße
Anja
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 5 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Anja61 hat geschrieben: Mo 23. Sep 2024, 19:36Wer auch ganz klar und nicht verwaschen redet, ist Sarah Wagenknecht. Allerdings habe ich ein Riesenproblem mit ihr, was ihre Stimmungsmache gegen das Gendern usw. angeht.
Das auch, und ihre Appeasement-Idee ggü Putin und einiges anderes. Vor allem aber klingt sie nur oberflächlich klar. Tatsächlich lässt sie sich meinem EIndruck nach auf überhaupt nichts konkretes ein. Es bleibt bei sehr allgemeinen Statements und bei genauerem Nachfragen weicht sie aus, lenkt ab, indem sie andere Themen hinzumischt und das ganze aufbläst, verschiebt, vom hundertsten ins tausendste, schiebt Schuld auf andere und endet schliesslich beim bashen von "den Eliten", "Globalisten"(1), usw..

Sprich: Das klassische populistische Toolset von vor allem Red Herring und Derailment, Whataboutism, Strawman.

Klingt super souverän, ist aber nur warmer Nebel.

Aufgefallen ist mir das hier: https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 6ab266fc68 (Video bei YT).

Einfach mal genau hinhören bei ihr, ob sie tatsächlich irgendwas konkretes antwortet auf ganz klare Fragen.

(Andere Politikys sind da nicht wirklich besser. Die allermeisten sind aber einfach gruselig schlecht in Kommunikation. Wagenknecht dagegen ist genau wie Gysi perfekt geschult in solcher Rhetorik. Ich hab Mitte der 80er mit den Leuten von der ML "diskutiert". Da kam auch nichts konkretes bei raus, weil deren einziges Rezept die Weltrevolution der arbeitenden Klasse war. Ganz so plump ist Wagenknecht denn doch nicht mehr ;) )

(1) Absolute rote Flagge, denn dass der Begriff von rechten Antisemiten erfunden und benutzt wird, weiss sie sicher.
Marlene K.
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 6 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich weiß, ich werde wieder erklärt bekommen, dass die Grünen des Teufels Gesinnungsgenossen sind und unsere Gesellschaft zerstören wollen.

Trotzdem wiederhole ich hier meine Aussage:
Wenn alle politischen Kräfte von SPD, AFD, CDU/CSU über die Linke und die FDP bis zum Bündnis Sarha Wagenknecht sich ohne eigentliche Aussage auf die Grünen einschießen wie es in der Weimarer Republik fast alle Parteien auf die "Vaterlandslosen Gesellen" der SPD getan haben kommen wir zu ähnlichen Ergebnissen.

Selbst in der "Systempresse" werden die Erzählungen der AFD von Notstand durch Migration und der Überforderung der Bürger durch die links-grünen Eliten bis zum Erbrechen wiederholt.

Ich frage mich, ob der Klimawandel wirklich durch halbherzige Entscheidungen verbessert wird.
Ich frage mich, ob der demographische Wandel wirklich durch Abschottung gegen Migration und Arbeitsverbote oder Nichtanerkennen von Abschlüssen aufzuhalten ist.
Ich frage mich, ob das Beharren auf Marktkräfte, die all diese falschen Antworten gegeben haben und so zu den vielfältigen Krisen geführt haben, diese wirklich lösen können.

Ich frage mich, wo die Stimme der Parteien ( hier denke ich an SPD, Grüne, Linke und CDU/CSU ) die ihre Aufgabe nicht nur in populistischen Nachvollziehen von Stammtischparolen sehen sondern in der politischen Willensbildung und Aufklärung sehen bleibt.

Die Probleme und Fakten werden zwar benannt, bleiben aber unbeantwortet. Lieber einigt Mensch sich darauf, wie auf dem Schulhof, diejenigen, die wenigstens in Teilen versuchen Probleme anzugehen oder wenigstens zu benennen, gemeinsam zu verprügeln und mundtot zu machen.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Anne-Mette
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich denke, dass "individualle Fehler" auch einige Stimmen gekostet haben, so z.B. die "Rollerfahrt unter Alkoholeinfluss".

Die "Kanzlerin-Diskuusion", von Habeck und Baerbock, die seit einiger Zeit läuft, vermittelt in meinen Augen kaum ein Gefühl von einer solidarisch handelnden Partei - und eine recht persönliche Abrechnung von Habeck mit Baerbockvor einiger Zeit hat nicht für Sympathiepunkte gesorgt.
Ich weiß: "Sympathie" ist nicht alles, spielt aber doch eine Rolle - und ein geschickteres Verhalten hätte die Genannten zwar nicht zu Wahlsiegern gemacht, aber viellecht ein paar Stimmen mehr gebracht.
Anja61
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Re: Respekt, Dietmar Woidke und Team in Brandenburg

Post 8 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo Anne-Mette,

das sehe ich ähnlich.
Um daran anzuknüpfen: Sympathie für einzelne Politiker spielt eine große Rolle. Sahra Wagenknecht z.B. hat hohe Sympathiewerte, zumindest in Ostdeutschland. Das hat dazu beigetragen, dass das BSW bei den letzten drei Landtagswahlen so viele Wählerstimmen bekommen hat, dass die AfD nirgendwo eine Regierungsbeteiligung erzwingen kann.

Anmerkungen dazu:

1. Es ist an sich wertvoll, dass in Sachsen, Thüringen und Brandenburg keine rechtsradikale Partei regieren wird.
2. Die Linke hat es nicht geschafft, sich von der verlorenen Bundestagswahl 2021 zu erholen und sich personell und inhaltlich zu erneuern.
3. Die Grünen haben in der Regierung zwar einiges erreicht, aber die Opposition innerhalb der Ampel war zu stark.
4. Das Grünen-Bashing des BSW ist vollkommen daneben - Bündnisse mit Grünen und BSW werden zukünftig noch gebraucht.
5. Anti-Trans-Statements der BSW-Spitze sind inakzeptabel.
6. Eine Expertise innerhalb des BSW zur Klimakrise kann ich (noch) nicht erkennen.
7. Die Position des BSW zum Krieg Russlands gegen die Ukraine finde ich nicht richtig, auch wenn hier in den Medien viel mit Unterstellungen gegen die "Putin-Versteherin" gearbeitet wird.
8. Mann/Frau/Trans kann auch taktisch wählen, wenn keine einzige Partei hundertprozentig überzeugt.

Danke an Jaddy: es wird wichtiger, genauer hinzugucken, welche Politik das BSW jetzt konkret machen wird, und es kann dabei nicht bei allgemeinen Statements bleiben, die zwar populär sind, aber möglicherweise an rechte Populisten anknüpfen. Anderenfalls wird sich die Partei als kurzes Strohfeuer entpuppen, und das rechte Spektrum in Deutschland würde gestärkt.


Viele Grüße

Anja
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