Lana hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:52
Beide Seiten instrumentalisieren queere Menschen für ihre Zwecke.
Wenn ich bei diesem Satz einfach einen Schritt zurücktrete und mich frage, wo stünden wir ohne die Instrumentalisierung in der Gesellschaft, was käme dabei heraus ? Zum einen wäre vermutlich unser Auftreten in der Öffentlichkeit im Alltag wesentlich geräuschärmer. Auch die Umsetzung des Selbstbestimmungsgesetzes dürfte viel schneller und einfacher vonstatten gegangen sein. Ich fühle mich durch die Aktivitäten einiger weniger, die ein andersgeartetes politisches Interesse an uns haben, gegen meinen Willen ins Rampenlicht gezogen. Und dabei ist es mir völlig egal, welche politische Richtung oder welches Interesse dahinter steht. Die Bedeutung, die wir erfahren, steht in keinem Verhältnis zu unseren tatsächlichen Einfluss.
Was bleibt ? Wenn wir schon im Rampenlicht stehen, tun wir uns keinen Gefallen, uns gegenseitig in der uns aufgezwungenen Situation uns gegenseitig auf dieses Niveau zu begeben und uns selber in der Diskussion aufzureiben. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir die Situation nutzen und klar machen, dass wir unser Leben in Respekt und Anerkennung leben wollen und dass das, was wir derzeit erleben, nur in den Köpfen, die das ganze befeuern, existiert.
Und deshalb ist mMn die Sprache das Mittel der Wahl, um in der breiten Öffentlichkeit deeskalierend zu wirken. Aufklärung ist das Stichwort. Ich finde es völlig ok, wenn wir viele Bezeichnungen pflegen, um uns selber zu definieren, aber dem Mensch auf der Straße ist das wahrscheinlich ziemlich egal. Da reicht es mMn einfach nur trans zu sein. Viel wichtiger ist es, deutlich werden zu lassen, dass wir Menschen wie jede/r andere sind und nur ein Teil des möglichen Spektrums. Wir wollen genau so wenig wie andere Menschen, Kinder verderben und Frauen vergewaltigen. Wir wollen niemanden mit unserer Erscheinung "betrügen", sondern uns darstellen. Wenn uns das gelingt, tun wir sehr viel gegen die Gehirnwäsche, die von irgendwelchen Protagonisten jeglicher Couleur ausgeht. Wir entziehen ihnen damit ihre Macht. Frei nach dem sinnigen Motto: Sieht denn keiner, dass der Kaiser keine Kleider anhat ? Ich trage wenigstens Damenkleideung und bin erkennbar.
Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wir sind nicht krank oder pervers, was sich so langsam bei immer mehr Menschen durchhsetzt. Machen wir was draus.