Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?
Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ? - # 3

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Antworten
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3248
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 528 Mal
Danksagung erhalten: 875 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 31 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Kerstin hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 13:32 Nur was macht ihr mit Leuten wie mir welche sämtliche trans Begriffe für sich ablehnen?
Hey...

aber das ist doch gut so.

Ich für mich sehe das trans* auch nur so, wenn ich mich von meiner aktuellen Position
und Körperlichkeit weiter vom "Ursprungszustand" wegbewege.
Bin ich nicht auf dem Weg ist das Label trans* nicht relevant-für mich zumindest nicht.

Das ruht dann irgendwie, auch wenn es eine andere Person nutzen kann um mich zu beschreiben.

Aber um nochmal auf den Eingangspost zu kommen, ich dachte es geht hier um Begriffe
und deren Kombinationen? Also in der Art von Demi-Girl, genderflux und so weiter und nicht
um so Basics wie trans* an sich oder eben Crossdresser, die erst mal nicht trans* sind, aber sein können.


Was mich zur Zeit ein wenig beschäftigt ist im Bezug auf Non-Binaries die Sache mit den Hormonen,
da die halt schon doch recht binär sind..."ageschlechtliche Geschlechtshormone", wird schwierig?

Alles Liebe Marie (flo)
Zuletzt geändert von Lavendellöwin am Sa 20. Jul 2024, 15:18, insgesamt 2-mal geändert.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4083
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 315 Mal
Danksagung erhalten: 1421 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 32 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 14:32 Rechts hat sich auch nur so ausbreiten können, weil wir eine völlig uneinsichtige Regierung haben, die an den gefühlten Problemen der Bevölkerung vorbeigeht. Sehr viel Protestwahl.
Naja, nur zum Teil, denke ich. Mit den gefühlten Problemen hast du zum Teil recht, aber vor allem, weil diese gezielt aufgebaut wurden und keinen realen Hintergrund haben, bzw an den tatsächlichen Problemen - und Gründen für Unzufriedenheit, vorbei gehen.

Platt gesagt: Kein einziges tatsächliches Problem hat mit Migration zu tun, dafür alle mit der Art, wer wie Geld verantwortet bzw hat, sowie die politisch Jahrzehnte lang aufgebauten Strukturen, die dies unterstützen, aka Neo(wirtschafts)liberalismus.

Wenn ich mal aufliste, was ich als Probleme sehe: Rente, Pflege, Gesundheitssystem, auch im Hinblick auf die Überalterung. Abbau von bezahlbaren (Sozial)wohnungen. Unterlassene Modernisierungen in Bildung, Infrastruktur, Verwaltung. Einseitige Autoverkehrsplanung, die wiederum die Kosten auf Enduser abwälzt, wie beim wohnen, Gesundheit und Bildung auch. Ein anerkannter Investitionsstau von ca 600 Milliarden Euro, der praktischerweise nicht in den Büchern auftaucht, weshalb sich Leute für eine virtuelle (und verlogene) "schwarze Null" auf die Schultern klopfen. Und da bin ich noch nicht bei ebenso unterlassenen notwendigen Modernisierungen und Anpassungskosten an die Klimakrise.

Es ist logisch, dass sich einige Menschen abgehängt fühlen. Teilweise sind sie das, weil Wirtschaft keine Sozialkomponente hat und eine rein wirtschaftsorientierte Politik wie FDP bis CxU sie betreiben (plus wesentliche Teile der SPD) ebensowenig. Die hängen der Idee an, dass wenn Profite gemacht werden, das schon irgendwie bei allen ankommt; "trickle down". Was nicht stimmt, wie sich die seriöse Wirtschaftwissenschaft inzwischen einig ist.

Dass diese Verhältnisse Menschen anfällig für Scheinlösungen macht, ist auch klar. Denn die eigentliche Kritik wäre eine systemische an den "Konservativen", die seit jeher verprechen, dass sich nichts ändern wird/muss, auch ihre Wählenden nicht. Es wäre tatsächlich auch eine Kritik am freidrehenden Kapitalismus mit dem Eingeständnis, dass "harte Arbeit" und persönliche Tüchtigkeit am Ende wenig zählt.

Von rechts kommt jetzt nur noch die Illusion einer "besseren" Vergangenheit dazu, die nie existierte.

Was allerdings die Wählenden rechter Parteien angeht, ist das nachgewiesenermassen schon lange keine Protestwahl mehr. Je nach Studie ~70% glauben deren Parolen und Forderungen und wollen die in einer rechten Regierung umgesetzt sehen. Mal drastisch formuliert: Die Afd wird nicht trotz sondern wegen ihres Rassismus etc gewählt. Und ~50% der Klientel ist sogar egal, wenn es ihnen selbst dann schlechter geht. Hauptsache, den erklärten Sündenböcken geht es noch schlechter.

Denn die Afd zB ist ja keineswegs eine sozial orientierte Partei, sondern verfolgt, mal abgesehen von den rassistischen Elementen, eine zutiefst neoliberale Politik, die sämtliche Sozialleistungen, staatliche Ausgleiche und Arbeitnehmer*innenrechte abschaffen will. Wer in einem Afd-Staat nicht komplett für sich selber sorgen kann - Krankheit? Pflege? Rente? Scheidung? - fällt ins Loch.

Wo ich völlig deiner Meinung bin: "Die Politik" hat es verpasst, frühzeitig gegen diese Ablenkungsthemen, Scheindebatten und Vernebelungen anzugehen. Das kann auch dran liegen, dass sich die Zusammenhänge und Lösungsmöglickeiten nicht im Bild-Schlagzeilen-Format formulieren lassen. Stattdessen springen gerade "konservative" auf die Scheinthemen auf. Mit Blick auf meine Liste an echten Problemen oben sehe ich im Spektrum von FDP bis CSU aktuell keine echten Lösungs-Ideen ausser "weiter so", was seit Kohl 83 bis Ende Merkel hauptsächlich hiess: Nix tun, solange nicht die Leute mit Mistgabeln vorm Reichstag stehen.
Nora_7
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2071
Registriert: Do 16. Feb 2012, 12:23
Pronomen:
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 33 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 15:16 Naja, nur zum Teil, denke ich. Mit den gefühlten Problemen hast du zum Teil recht, aber vor allem, weil diese gezielt aufgebaut wurden und keinen realen Hintergrund haben, bzw an den tatsächlichen Problemen - und Gründen für Unzufriedenheit, vorbei gehen.

Platt gesagt: Kein einziges tatsächliches Problem hat mit Migration zu tun, dafür alle mit der Art, wer wie Geld verantwortet bzw hat, sowie die politisch Jahrzehnte lang aufgebauten Strukturen, die dies unterstützen, aka Neo(wirtschafts)liberalismus.
Natürlich kann man Ursache und Wirkung vertauschen. Aber jedes Problem bleibt nicht allein, sondern zieht einen Schwanz von Folgen hinter sich her. So hat das eine Kernproblem, die Migration, u.a. die Wohnungsnot verstärkt, Mieten noch teurer gemacht. Und die Regierung schafft immer schärfere Bauvorschriften und Bürokratie, die Neubautätigkeit verhindern. Möbel- und Küchenhersteller geraten in Schwierigkeiten, weil der Hauptmarkt Neubau eingebrochen ist.

Und da ist noch Kernproblem #2: Die "Energiewende". Durch die rasante Verteuerung der Energiekosten bleibt den Menschen kein Geld übrig für Investitionen (gilt auch für Betriebe). Wärepumpe ja - aber woher das Geld nehmen? Parallel dazu werden aus dem gleichen Grund (Energiekosten) alle Produkte deutlich teuer. Warum muss Deutschland die höchsten/evtl. zweithöchsten Strompreise Europas haben? Andere Länder fahren energetisch mehrgleisig, schaffen verträgliche Übergänge. Deutschland kann nicht die Welt retten - Saudiarabien z.B. benötigt 70% seiner Energie für Klimaanlagen - alles über Öl-KWs und bläst munter CO2 raus. Und muss im Sommer Öl noch importieren. Es könnte sich locker eine Umstellung auf Solar leisten.

Auch dieses Problem zieht einen Rattenschwanz von Folgen nach.

Bezüglich AfD: Viele Menschen sind so wütend, dass ihnen vieles egal ist - hauptsache kein Rot-grün. Der Rassismus hat m.E. viel mit den Migrationsproblemen zu tun. Der Protest gegen Rechts hat nur BSW und in F die Linken gestärkt, die auch die Iniatoren sind. Allerdings ist die CDU auch so heterogen, dass sie keine überzeugende Lösung vorlegen kann.

LG Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
Liv
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 308
Registriert: Sa 24. Okt 2020, 16:02
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hannover
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 441 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 34 im Thema

Beitrag von Liv »

Ich lache mich gerade schlapp, was dieses Thema für Blüten treibt.
Nora_7 hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 14:32 tuft man die BSW als Links ein,
"¦ was Augenwischerei ist. Das BSW ist eine populistische Partei die Rosinenpickerei in beiden extremen Lagern betreibt. Das Muster ist seit jeher bekannt: Man mache den Wählern Angst vor etwas was sie nicht verstehen. Je komplexer das Thema um so einfacher dürfen dann die Lösungsangebote ausfallen. Dazu untergräbt man noch das Vertrauen in bestehende Institutionen ("Altparteien", "die da oben") und Medien ("Lügenpresse") und lullt die Menschen in einer Filterblase ein. Ich kann nur jedem raten, mal einige Zeit ins Ausland zu gehen und sich die Staaten anzuschauen, die schon länger ein Populismus-Problem haben (z.B. USA, UK, ZA, BR) anzusehen. DAS sind dysfunktionale Staaten mit kaputtgesparter Infrastruktur und haarsträubenden Gesundheitssystemen! Und eine sehr reiche Oberschicht streut weiterhin die Mär, das daran allein Zuwanderer, Arbeitsfaule, Kommunisten, die EU, Nicht-Christen, Queere Menschen usw. schuld seien.
Also da komme ich gerne wieder nach Deutschland. Ich fühle mich hier sehr sicher, sehr frei und zahle gerne meinem Höchststeuersatz. Ja, es gibt vielerlei Verbesserungsbedarf. Aber gerade wir (mit einem wie auch immer gearteten Geschlechtsproblem) sollten uns hüten Populismus Vorschub zu leisten oder gar selbst mit zu zündeln. Denn wir werden ganz sicher die ersten sein, die unter die Räder kommen.

In diesem Sinne zurück zum Eingangspost. Bei dem geht es nämlich nicht um Gendern sondern um Begrifflichkeiten, und damit um Sichtbarkeit. Das anscheinend die bloße Existenz von Transpersonen für manche Mitmenschen schon ein rotes Tuch ist, ist aber nicht unser Problem, sondern das des Sich-Aufregenden. Das es soviele Begriffe gibt, begrüße ich ausdrücklich, denn Sprache ist doch DIE Grundlage für (Selbst-)Erkenntnis. Ich habe vor einigen Jahren auch laut gelacht als die ganzen nichtbinären Selbstbezeichnungen aufgekommen sind. Mittlerweile sehe ich in der Genration Z, wie selbstverständich damit umgegangen (und ja, auch gespielt) wird. Es ermöglicht ein langsames Vortasten ind den Bereich jenseits der CIS-Welt. In meiner Jugend hatte ich wie soviele hier nur die Wahl zwischen einer "kranken Transsexualität" und eines "perversen Transvestismus". War beides wenig hilfreich. Also ja, lasst uns Begriffe finden für das wofür wir bislang keine Sprache hatten! Damit wir nicht mehr zum Verstummen gebracht werden können.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 16. Jul 2024, 06:48 Wie seht Ihr das ? Brauchen wir in der öffentlichen Diskussion für Trans* die unübersichtliche Anzahl von Begriffen zur Unterscheidung ? Ich bin gespannt.
Wobei es natürlich wichtig ist, mit wem man spricht. Wenn ich mit einem Grönländer und einem Zentralafrikaner über Schnee spreche, werde ich beiderseits Stirnzunzeln ernten. Vom einen aufgrund meiner offensichtlichen Unwissenheit, vom anderen wegen der genauso offensichtlichen Irrelevanz des Themas. Genauso geht es mir mit dem Transgender-Thema. Man muss die Leute abholen wo sie gerade stehen. Viele sind sehr interessiert, einige wenige machen schnell die Schotten dicht. Begriffe und Schubladen zu definieren, kann hier sehr helfen.- Einfach nur "ich sein", hilft da gegen nicht. Ich muss schon in Sprache fassen können, was ich fühle.

LG
Liv
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27541
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2428 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 35 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 15:51 Bezüglich AfD: Viele Menschen sind so wütend, dass ihnen vieles egal ist
Ein aktueller Spiegel-Artikel (mit Abo) unterstützt das:

Sind Sie ständig unzufrieden? Vielleicht liegt es daran, dass Sie Extremisten wählen
Eine neue Studie erforscht das Gemüt von AfD-Wählern und kommt zu einem erstaunlichen Schluss: Rechtsextreme profitieren nicht nur von der schlechten Laune ihrer Wähler — sie produzieren sie auch selbst.


https://www.spiegel.de/kultur/das-elend ... e0ce73d5c2


AfD wählen macht unglücklich
WZB-Studie zeigt Zusammenhang zwischen AfD-Unterstützung und Wohlbefinden

https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/ ... gluecklich

Da kann nur empfohlen werden: achtet auf euer Wohlbefinden (nurse)
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4083
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 315 Mal
Danksagung erhalten: 1421 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 36 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:03 Ein aktueller Spiegel-Artikel (mit Abo) unterstützt das:
https://archive.is/WzEg4
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3886
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 140 Mal
Danksagung erhalten: 1027 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 37 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:03 AfD wählen macht unglücklich
WZB-Studie zeigt Zusammenhang zwischen AfD-Unterstützung und Wohlbefinden
...
Da kann nur empfohlen werden: achtet auf euer Wohlbefinden
Der ist gut. LOL

Aber was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Ich denke, das befördert sich gegenseitig. Kuschelig wird es bei mir bei keiner Partei. Das liegt bei mir daran, dass in der Politik es grundsätzlich um ein Gegeneinander und nicht um ein Miteinander geht. Aber bleiben wir beim Thema ...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Nora_7
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2071
Registriert: Do 16. Feb 2012, 12:23
Pronomen:
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 38 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:03 Schluss: Rechtsextreme profitieren nicht nur von der schlechten Laune ihrer Wähler — sie produzieren sie auch selbst.
Ist doch logisch - so funktionieren Radikalisierungen. Das weiß aber die Regierung in ihrem Elfenbeinturm nicht.

LG Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1769
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 924 Mal
Danksagung erhalten: 1473 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 39 im Thema

Beitrag von Lana »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 14:32 Nicht 100%, das von Rechts kommt ist falsch, nur weil es AUCH von Rechts kommt. Das ist ein großes Dilemma in unserer Gesellschaft. Sobald Rechts etwas übernimmt, gilt es als Nazi-Argumentation und gilt bei Roten und Grünen als politisch nicht mehr korrekt. So vermasselt man auch gute Ideen.

Rechts hat sich auch nur so ausbreiten können, weil wir eine völlig uneinsichtige Regierung haben, die an den gefühlten Problemen der Bevölkerung vorbeigeht. Sehr viel Protestwahl. Interessant ist deshalb auch die stattfinde Wanderung vor Rechts zu BSW - und dami zur größten Statthalterin Putins. Stuft man die BSW als Links ein, muss sich der Kampf verstärkt auch gegen Links und Islamismus richten.
Deine Gleichsetzung von rechts und links krankt daran, dass nicht klar ist, was Du jeweils damit meinst. Aber das ist heute ja so üblich, dass mit Begriffen "argumentiert" wird, die man sich selbst je nach Gelegenheit "definiert".

Zum Inhalt:
Dass viele Stimmen für die Afd Protest gegen die Regierungspolitik ausdrücken, ist wohl mittlerweile Konsens. Aber warum wählen die Leute dann nicht die Union? Ganz einfach: Die hat jahrzehntelang gezeigt, dass sie im Kern die selbe Politik macht wie die Ampel. Bis vor kurzem gab's nur die Afd (oder gar nicht wählen) wenn man seinen Unmut ausdrücken wollte.

Ich stimme dir zu, dass viele dieser Protestwähler keine rechten Ideologen, und schon gar keine Nazis sind. Daher ist die Folgerung falsch dass das BSW als neue Partei ebenfalls "rechts" sein muss. Es bedient zwar in Teilen ähnliche Stimmungen und Bedürfnisse, ist aber programmatisch ganz anders aufgestellt. Das wirst du spätestens dann feststellen, wenn du die Programme von Afd und BSW in den Bereichen Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Rüstung (Neoliberalismus und Aufrüstung bei den einen, Wohlfahrtsstaat mit sozialer Marktwirtschaft bei den anderen) vergleichst.

Zurück zum Thema:
Beide Seiten instrumentalisieren queere Menschen für ihre Zwecke.

Die Regierung tut das, um wenigstens irgendwas zu verbessern, auch wenn das nur einer kleinen Minderheit dient. Die medienwirksam Überbetonung ihrer Aktivitäten in diesem Bereich stehen in einem krassen Missverhältnis zu ihrer Unfähigkeit, die wirklich relevanten Probleme anzugehen. Das bemerken die Leute, und sind sauer. Verdenken kann ich es ihnen nicht, schließlich gehen die Folgen dieser Politik für Viele ans eingemachte.

Dann kommt da jemand daher, der von politischer Verantwortung bisher unbefleckt ist und verkündet "Lösungen", wie sie populistischer kaum sein könnten. Dazu gehört auch immer die Benennung von Sündenböcken, die angeblich schuld sein sollen. Migranten - oder queere Menschen.

Bleiben wir mal bei der Hetze gegen queere Menschen. Die diente doch lediglich dem Einsammeln von unzufrieden Stimmen, die sich von der Politik nicht repräsentiert fühlen und von der ständigen Werbung für Queerpolitik genervt waren. Nicht, weil sie was gegen queere Menschen hätten. Meistens kennen sie keine und haben nichts mit "denen" zu tun. Sondern weil sie sich von der etablierten Politik mit ihren Sorgen und Nöten nicht gesehen fühlten. Genau an dieser Stelle holt die Afd sie ab.

Queerpolitik ist an sich ein absolutes Minderheitenthema, das unangemessen große Bedeutung erlangen konnte. Das gelang nur, weil sowohl ihre Befürworter, als auch ihre Gegner, sie vor wirksam vor ihren Karren gespannt haben, um andere politische Ziele zu erreichen bzw. den Machterhalt zu sichern. Man hätte ein Selbstbestimmungsgesetz auch relativ geräuschlos verabschieden können, ohne den enormen Gegenwind zu erzeugen und damit der Afd in die Hände zu spielen.

Die Dummen sind die Betroffenen, also queere Menschen wie du und ich. Wir werden in diesem Spiel über kurz oder lang zerrieben. Mit Glück bleibt vielleicht noch was von der Toleranz im Alltag übrig, aber auch das kann sich schnell wieder ändern. Ich habe nicht das Gefühl, dass diese Toleranz eine genuine Qualität der deutschen Gesellschaft ist. Vielmehr erscheint es mir, dass man sich weitestgehend zurückhält, weil die mediale Großwetterlage Widerspruch nicht duldet. Den kann man immer noch am Stammtisch oder in den sozialen Medien artikulieren.

Es kann also schnell wieder kippen, und ich bin überzeugt, dass dies in den nächsten Jahren passieren wird, wenn die aktuelle Politik der Spaltung fortgesetzt wird. Dann sind queere Menschen plötzlich nur noch eine kleine Gruppe, auf die man die Mehrheit hetzen kann, um von den wirklichen Problemen abzulenken. Wenn man mit offenen Augen unterwegs ist, kann man das bereits erkennen.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Nora_7
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2071
Registriert: Do 16. Feb 2012, 12:23
Pronomen:
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 40 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Lana hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:52 Daher ist die Folgerung falsch dass das BSW als neue Partei ebenfalls "rechts" sein muss.
Das habe ich nicht gesagt - sie definiert sich als Linke Alternative, stimmt aber bei der Ansprache der beiden Kernprobleme weitgehend mit der AfD überein.
Lana hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:52 Es kann also schnell wieder kippen, und ich bin überzeugt, dass dies in den nächsten Jahren passieren wird, wenn die aktuelle Politik der Spaltung fortgesetzt wird. Dann sind queere Menschen plötzlich nur noch eine kleine Gruppe, auf die man die Mehrheit hetzen kann, um von den wirklichen Problemen abzulenken. Wenn man mit offenen Augen unterwegs ist, kann man das bereits erkennen.
Ich sehe da nicht so schwarz. Jedoch ist eine bewährte Strategie der Populisten, gegen Minderheiten zu hetzten und damit das "wir sind die Normalen"-Gefühl zu stärken. Ich funke so oft ich kann dazwischen. Leider kann ich nicht überall sein.

LG Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1769
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 924 Mal
Danksagung erhalten: 1473 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 41 im Thema

Beitrag von Lana »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:03 Sind Sie ständig unzufrieden? Vielleicht liegt es daran, dass Sie Extremisten wählen
Eine neue Studie erforscht das Gemüt von AfD-Wählern und kommt zu einem erstaunlichen Schluss: Rechtsextreme profitieren nicht nur von der schlechten Laune ihrer Wähler — sie produzieren sie auch selbst.
Das ist doch hanebüchener Unsinn!
Eine Regierung, die ihre Wähler dermaßen ignoriert wie die aktuelle, fördert Frust. Und das ist kein Zufall, sondern es wird offen gesagt, dass einem die Menschen, denen man zu dienen hat und deren Interessen man vorgeblich vertritt, vollkommen egal sind.
https://www1.wdr.de/nachrichten/baerboc ... e-100.html

Die Dame sieht sich also vier Jahre lang als völlig frei von Rechenschaftspflichten an, und wenn es den Menschen nicht passt, könnten sie danach jemand anderen wählen.
Dieses Demokratieverständnis ist unterirdisch. Sie hat einen Eid geleistet, für ihr Land und seine Menschen einzutreten und es vor Gefahren zu schützen. Faktisch tut sie das Gegenteil. Und sie ist bei weitem nicht die einzige.

Das genügt den Meisten, um schlechte Laune zu bekommen und in einer Frustaktion die Regierungsparteien "abzustrafen".

In dem zitierten Artikel hat wohl jemand Ursache und Wirkung verwechselt. Oder anders gesagt:
Da wird an einer Legende gestrickt, die auf Täter-Opfer-Umkehr basiert.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Wally
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 699
Registriert: Fr 7. Sep 2018, 23:37
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Hurlach
Hat sich bedankt: 17 Mal
Danksagung erhalten: 191 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 42 im Thema

Beitrag von Wally »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:03 AfD wählen macht unglücklich
WZB-Studie zeigt Zusammenhang zwischen AfD-Unterstützung und Wohlbefinden

https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/ ... gluecklich
(zeitung) :lol: :lol: :lol:

Was pflegt der Polit-Beelzebub Hadmut Danisch ("Ansichten eines Informatikers") zu sowas zu sagen?
"Wer eine Korrelation findet, darf sich eine Kausalität dazu frei auswählen!"

Schon seit je her wählt selbstverständlich derjenige die Opposition, der mit der Regierung (bzw. mit den von ihr geschaffenen Verhältnissen) unzufrieden ist. Um das rotzfrech zu "AfD wählen macht unglücklich" umzudrehen, muss einer seine Leser schon für brunzdoof halten.

Bier macht durstig: jedesmal, wenn ich mir bei dieser Hitze ein Bier einschenke, habe ich einen Mords-Brand.
Nüchternheit verursacht Kopfschmerzen: wenn ich abends einen halben Kasten Bier trinke, geht's mir gut - wenn ich am nächsten Morgen wieder nüchtern bin, habe ich Kopfschmerzen.
:)p
Herzliche Grüße
Wally
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3248
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 528 Mal
Danksagung erhalten: 875 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 43 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 19. Jul 2024, 23:36 Dabei reagiert z.B. Bayern nur auf das, was links-grüne Journalisten der ÖR ständig betreiben: eine Vergewaltigung der deutschen Sprache durch Vergenderung. Manche Texte sind kaum noch lesbar, geschweige sprechbar.


Da ist mir vorhin eingefallen, das ich bei Gelegenheit mal ein Bild von einem alten
Wegkreuz zeigen wollte das so gegen 1900 aufgestellt wurde...

da steht "bete jedes ein Vaterunser"

ich wusste gar nicht, das damals schon so ultrawoke links-grüne Leute am Start waren (smili)

IMG_0038.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Nora_7
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2071
Registriert: Do 16. Feb 2012, 12:23
Pronomen:
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 44 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

EmmiMarie hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 17:54 ich wusste gar nicht, das damals schon so ultrawoke links-grüne Leute am Start waren
Wenigstens ohne Doppelpunkt mit Wortverlängerung. :lol: Fühlt sich damit jed(r) angesprochen? :wink: Womit wir wieder beim Thema wären...

LG Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4083
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: a_binär / a_gender
Pronomen: en/en/ens
Wohnort (Name): nahe Bremen
Hat sich bedankt: 315 Mal
Danksagung erhalten: 1421 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Braucht es wirklich so viele Trans*-Bezeichnungen ?

Post 45 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Lana hat geschrieben: Sa 20. Jul 2024, 16:52 Dass viele Stimmen für die Afd Protest gegen die Regierungspolitik ausdrücken, ist wohl mittlerweile Konsens. Aber warum wählen die Leute dann nicht die Union? Ganz einfach: Die hat jahrzehntelang gezeigt, dass sie im Kern die selbe Politik macht wie die Ampel. Bis vor kurzem gab's nur die Afd (oder gar nicht wählen) wenn man seinen Unmut ausdrücken wollte.

Ich stimme dir zu, dass viele dieser Protestwähler keine rechten Ideologen, und schon gar keine Nazis sind.
Ähm, nicht ganz. Wer Afd wählt, tut dies aus Übereinstimmung mit ihren Aussagen, bzw der Stimmung, die sie verbreitet. Nicht unbedingt mit ihrem Programm, sondern mit dem, was öffentlich geäussert wird, inkl Facebook, etc. Sie sind vielleicht nicht rechtsideologisch gebildet, aber haben ein rechtes bis rehctsextremes Welt- und Menschenbild.

Die Demografie der Wählenden, ihre Zustimmung und ihre Aussagen sind in dieser Studie gut dokumentiert
https://www.wsi.de/de/faust-detail.htm? ... HBS-008748

Das Vertrauen in die Partei, also dass sie tut, was sie sagt, ist bei Afd mit 48% "groß, sehr groß" am zweithöchsten. Nur bei den Grünen ist es mit 58% höher. Bemerkenswert: CxU, FDP und Linke bekommen nur ca 1/3 "groß, sehr groß" und ca 50% "mittelmässiges" Vertrauen.

Geht also mal davon aus, dass wer Afd wählt, deren Parolen aus Überzeugung zustimmt, auch dem klar widerlegbaren Unfug und egal ob die Programm-Details, die genau diesen Menschen selber schaden würden (Sozialabbau, freilaufender Neoliberalismus), bekannt sind oder nicht.
Antworten

Zurück zu „Crossdresser- und Transgender-Café“