"caveat" ist ein lateinisches Wort. "Er/sie/es nehme sich in acht" (3. Person Singular Konjuktiv Präsens).ascona hat geschrieben: Di 19. Mär 2024, 22:03 Noch ein Beispiel:gestern bin ich hier im Forum über diesen Satz gestolpert:Das wahrscheinlich englische Wort kannte ich nicht. Mit Sicherheit dient es nicht der Verständlichkeit in einem deutschen Text.Ein kleines caveat möchte ich einwerfen.
Als Floskel bedeutet es sinngemäss "(etwas) Vorsicht ist angebracht". Ich gebe zu, dass es in den meisten Zeitungsartikel eher selten benutzt wird. Tatsächlich scheint es im Englischen häufiger verwendet zu werden. Vermutlich aber auch eher im "Föijetong" der Times als in den Headlines der Daily Mail
Ob "caveat" in diesem Fall notwendig war, ist durchaus fragwürdig. Es war aber für das Verständnis auch nicht unmittelbar notwendig, sondern erschliesst sich meines Erachtens aus dem Zusammenhang. Ich persönlich finde es an der Stelle auch einfach "schön".
OK, für mich ist ein Wort wie caveat normaler Sprachgebrauch. Das mag daran liegen, dass ich auch längere Artikel in Zeitungen mit kleineren Buchstaben zu Ende lese, ebenso Sachbücher zu geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Themen, für die zugegebenermassen manchmal ein größerer Wortschatz erforderlich ist, der sich aber auch mit der Zeit einübt. Ich bin mir auch nicht zu schade, Wörter nachzuschlagen in diesem Internet. Mein Browser hat dafür sogar eine Funktion beim Rechtsklick.
Ich könnte auch in toki pona schreiben. Die Sprache hat nur 137 Wörter und eine einfache Grammatik. Der Effekt eines kleinen Wortschatzes ist allerdings immer, dass alles andere damit be- und umschrieben werden muss und ohne Zusammenhang häufig un- oder missverständlich bleibt. Das ist in toki pona eine ganz wunderbare Übung, aber schon als Alltagssprache nicht wirklich umsetzbar. Komplizierte Zusammenhänge funktionieren überhaupt nicht.
Da sehe ich auch die Gefahr des anderen Extrems: Sprache kann auch zu einfach werden, so dass sie an Ausdrucksmöglichkeiten verliert. Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt, und worüber wir nicht reden können, darüber müssen wir, bzw können wir nur schweigen (das ist nicht von mir).
Dazu ein Einwurf zum CEO: Executive. Nicht Execution. Es ist eine vorsitzende ausführende Funktionsperson ("VAF"?
Es ist meiner Ansicht nach nicht nur billig sondern auch gefährlich, auf alles drauf zu hauen, was nicht damals in den eigenen Schulbüchern stand. Wobei: In meinem Lateinbuch stand caveat. Sprachliche Vielfalt, Mehrfachbedeutungen, Lehnwörter und fremdsprachliche Redewendungen zu kennen und interessiert an neuen zu sein kann meiner Meinung nach auch den Blick für Manipulation durch Sprache schärfen. Stichworte: Dogwhistle, Euphemismus.
"Dinge sollten so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher". (Das ist auch nicht von mir)
