Mein Weg
Mein Weg - # 21

Lebensplanung, Standorte
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Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 301 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

eigentlich wollte ich gestern weiter von meiner Reise zu meiner Freundin aus dem Saarland berichten. Doch es kam mal wieder anders. ein Mädel von unserem Stammtisch in Dresden meldete sich bei mir, ob ich den nicht mit zu weiteren CSD in Pirna oder Leipzig mitkäme. Jetzt ist es bei mir mit der Arbeiter bei so eine Sache. Derzeit ändern sich fast täglich die Dienstpläne. So ist eine Planung von gemeinsamen Unternehmungen schwierig. Als ich dann so nach getaner Hausarbeit mein Mittag zu mir nahm meldete sich auf FB eine Nachricht von der Centrumsgalerie in Dresden. Da finde noch so einiges im Rahmen des Regenbogens statt. Und gestern kam für alle Schlagerfreundinnen und Schlagerfreunde Ross Antony. So rief ich gleich mal das Mädel vom Stammtisch zurück, ob wir uns nicht da treffen wollen. Gesagt, getan. Um achtzehn Uhr war der Auftritt mit Autogrammstunde geplant.

In der Centrumsgalerie trafen wir uns an der Bühne. Pünktlich begann Ross Antony mit seinem kurzen Programm. Und wie schon gewohnt mit einem sehr farbenreichen Outfit. Anschließend gab es die Autogramme. Die Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen um ein Selfy zu machen.

Den Rest des Abends genossen wir an einer Bar mitten in der Stadt. Bei den angenehmen Temperaturen, genehmigten wir uns einen kühlen Drink. So wurde es recht spät, als ich mich wieder auf den Heimweg machte.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 302 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Halo,

jetzt möchte ich aber weiter von meiner Reise ins Saarland berichten. Die erste Nacht schlief ich nach der Anreise tief und fest. Nichts stört. Auf dem Land ist es doch um einiges ruhiger als in der Stadt. Langsam in den Tag starten, war angesagt. So ging ich erst mal unter die Dusche. Und ich musste mich mit der Technik vertraut machen. Alles ist vom neusten. Nach dem Duschen folgt ein Blick aus dem Fenster. Wie ist das Wetter? Blauer Himmel und Sonnenschein versrechen ein heißer Tag zu werden. Ein leichtes luftiges Kleid ist ausreichend. Noch die Sandalen und vorher ein wenig Make-up, so geht zum Bäcker. Auf dem Weg fällt mit regelrecht die Freundlichkeit der Einwohnerinnen und Einwohner auf. Jede Begegnung beginnt mit einem freundlichen Gruß zum Morgen, obwohl wir uns nicht kennen. Etwas, was ich so aus der Stadt nicht erfahre. Da bekommen sogar einige Kollegen am Morgen den Mund nicht auf. Freundlich wurde ich auch in der Bäckerei bedient. Dann ganz entspannt den Morgenspaziergang zurück zur Ferienwohnung fortgesetzt. Es war schon recht warm. Also konnte ich für mich den Tisch auf der Terrasse decken. In der Küche lief der Kaffee durch die Kaffeemaschine. Sehr entspannt konnte ich an der frischen Morgenluft frühstücken.

Nun war auch bald die vereinbart Zeit herangerückt, zu der ich zu meiner Freundin fahren möchte. Weit ist es nicht gewesen. Vor ihre Haus stellte ich mein Auto ab. Ich wurde schon erwartet. Zur Begrüßung gehört auch der Herrin des Hauses eine Aufwartung zu machen. Es ist Tilly , die Katze des Hauses.
Bei meiner Freundin musst eine Hecke verschnitten werden. Diese Aufgabe übernahm ein Bekannter. Ja auf dem Land hilft man sich untereinander. Und auch ich versuchte mich im helfen. Gemeinsam räumten wir das Schnittgut auf. Nach getaner Arbeit genoss ich den Ausblick, welcher sich mir bot. Meine Freundin brachte dann noch etwas Abkühlung in Form eines bekömmlichen kühlen Tees. Auch Obst reichte meine Freundin. So konnten wir den heißen Tag gut überstehen. Zwischendurch besuchte ich Tilly, meine neue tierische Freundin. Und wie es bei Frauen so ist, wir mussten alles bereden, was uns bewegt. So rückt der Abend heran. Und meine Freundin lies für uns in eine Restaurant einen Tisch reservieren.

Wir bekamen einen schönen Tisch auf der Terrasse. So konnte ich mit meiner Freundin neben dem gute Essen auch mit den Augen das Saarland genießen. Zu guter Letzt baten wir die Bedienung von uns noch ein Erinnerungsfoto zu machen. Doch ich muss hier alle enttäuschen, welche jetzt auf Bilder gehofft haben. Meine Freundin, Monas Frau, ist hier nicht angemeldet. Somit möchte ich die Bilder, die sehr persönlich und privat sind, nicht veröffentlichen.

Da wir mit meinem Auto gefahren sind, brachte ich meine Freundin noch nach Hause.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 303 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

der Mittwoch sollte ein besonderer Tag werden. Der Vormittag stand für mich zur freien Verfügung. Meine Freundin musste private Dinge erledigen. Und ich machte mich nach dem Frühstück in meiner Ferienwohnung auf den Weg nach Neunkirchen, der zweitgrößten Stadt des Saarlandes. Gleich daneben liegt Wiebelskirchen. Wenn Wiebelskirchen nichts sagt, ich wurde auch erst durch meine Vermieterin darauf aufmerksam gemacht, hier steht das Wohnhaus der Eltern von Erich Honecker. Ich aber hatte keine Sehnsucht nach ihm und dem Elternhaus. Eher sah ich mich im Zentrum von Neunkirchen um. Ein anderes Ereignis war ihre Schatten voraus. Bald muss ich zu einer Trauerfeier gehen. Und es ist die erste Trauerfeier für mich, welche ich als Magdalena teilnehmen werde. Es bedeutet, ich benötige etwas passendes anzuziehen. Und ich wurde fündig. Das kleine Schwarze sollte es am Ende werden . Auch für kühle Tage kam noch ein Blazer dazu. Shoppen macht Spass, doch muss frau sich auch mal eine Pause gönnen. und bei den herrschenden Temperaturen war ein Eiskaffee grade das Richtige. Für den zweiten Teil des Tag benötigte ich dringend noch einen Blumenstrauß. Meine Freundin verriet mir, wo ich die Blumen kaufen sollte. Dann ging s zurück zu meiner Ferienwohnung.

Angekommen erst einmal den Blumen Wasser geben. Dann meine Einkäufe aufräumen. Dann hieß es warten, bis meine Freundin eintraf. Zuerst tranken wir noch eine Tasse Kaffee. Dann starte der zweite, für mich sehr wichtige, Teil des Tages. Monas Frau nahm mich mit zum Grab von Mona. Dafür benötigte ich die Blumen. Und es war nicht nur für mich ein sehr bewegender und persönlicher Moment. Gemeinsam legten wir die Blumen nieder.

Anschließend nahm ich Monas Frau, meine Freundin, mit zu Schaumberg. Hier konnte sie mit Mona unterwegs sein. Es führt ein Weg um den Schaumberg. Ich wandelte mit meiner Freundin auf Monas Spuren. Unser Weg führte an einer Kapelle vorbei. Ein zweiter Ort, um Mona zu gedenken. Auf dem Friedhof ist der männliche Part von Mona. In der Kapelle ist für meine Freundin auch der Ort, an dem Mona ihren Platz hat.

Auf dem Rundweg bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Saarland. Dann geht es ganz nach oben auf den Schaumberg zur Schaumberg-Alm. Es entstehen wieder einige sehr persönliche Bilder, welche ich eben nicht weiter veröffentlichen möchte. Einige Ausnahmen machte ich mit Einwilligung meiner Freundin als Story auf FB. Einige werden sie da gesehen haben.

Hier auf der Alm lassen wir den Tag ausklingen. Bei einem guten saarländischen Essen, und dem schönen Ausblick auf das vor uns liegende Fleckchen Erde von dem Biergarten aus, geht dieser Tag zu Ende.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 304 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

bevor ich weiter von meiner Reise ins Saarland berichte, möchte ich von meinem heutigen Erlebnis berichten. Mal wieder verabredete ich mich spontan mit dem Mädel vom Stammtisch. Sie wohnt noch nicht lange in Dresden. Und sie wollte unbedingt mal auf den Heidefriedhof. Da sind die Toten des Angriffs auf Dresden von 1945 beigesetzt. Es gibt's ein Denkmal welches allen Opfern gewidmet ist.
Das besuchten wie.

Anschließend wollten wir uns noch eine Tasse Kaffee ☕️ und ein Eis 🍨 gönnen. Nicht weit ist Moritzburg. Da sind wir Beide in diesem Jahr schon einmal gewesen. Als wir dann ankamen standen Stühle vor der Tür. Auf den Stühlen ein Schild, " Heute Selbstbedienung!". Dann sah uns der Betreiber des Eiscafe'. Er erinnerte sich an uns. Auch an welchen Tisch wir gesessen hatten. Wir müssen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, im positiven Sinne. Denn wir durften eintreten. Neben dem Kaffee ☕️ und dem Eis 🍨 genossen wir noch ein nettes Gespräch mit dem Betreiber des Café. Es war ein rundum gelungener Ausflug.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Ramona B.
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Re: Mein Weg

Post 305 im Thema

Beitrag von Ramona B. »

Ramona B. hat geschrieben: So 18. Jun 2023, 04:09
Magdalena hat geschrieben: Do 20. Okt 2022, 20:31 Gestern musste ich zu meiner Hausärztin. Der lange verschobene Check-up stand an. Die Gelegenheit mich gegenüber meiner Hausärztin zu outen. Ich wähle dafür eine androgyn wirkende Kleidung aus. Damenunterwäsche, nur ohne BH, dazu eine Damenhose und einen passenden Herrenpollover. Das Schuhwerk bestand aus einem Sportschuh. Mit etwas Bauchkribbeln betrat ich das Sprechzimmer, das gebe ich zu. Wie immer fragt mich die Ärztin wie es mir geht. Da erzählte ich, dass ich in Zukunft als Frau leben möchte. Es war raus.
Hallo Magdalena,

ich finde es schön, dass Du uns über Deine Fortschritte in Richtung Transition berichtest.

Als ich mir letztens wieder ein Rezept für ein täglich zu nehmendes Medikament holen musste, wurde mir auch ein Check-up angeboten, welcher nun am 26.06. stattfindet und über das Ergebnis zwei Tage später gesprochen wird.
Ich möchte es Dir nun gleichtun und meine Hausärztin auf meine Transidentität ansprechen.
Auf männliche Kleidungsstücke werde ich aber verzichten (die habe ich ohnehin nicht mehr), stattdessen wird es bereits ein Rock oder Kleid werden, ohne Silis und Perücke. So war ich auch beim Rezept holen gekleidet.
Ich möchte nur mal kurz berichten, dass es bei mir wie bei Dir geklappt hat.
Am nächsten Tag nach dem Coming Out bekam ich den Link zu einer SHG (Wolfsburg/Mörse), welche zufällig am letzten Samstag wieder einen Stammtisch hatte.
Dort habe ich teilgenommen und bekam die Anschriften von drei Psychologen in der nähreren Umgebung.
Es kann also losgehen (yes)

LG
Ramona
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Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 306 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

zur Zeit bin ich gerade im tiefsten Keller mit meinem Befinden. Ich bin ein wenig frustriert. Mit einem Gutachter ging nichts voran. Der erste Termin zum Gespräch ist wegen Krankheit des Gutachters verschoben worden Dann war es endlich soweit. Es sollte nicht lange dauern bis das Gutachten erstellt ist. Leider erkrankte der Gutachter erneut.
Nun diese Woche kam das Gutachten bei mir an. Gleichzeitig sollte das Gutachten beim Gericht sein. Ich wollte es genau wissen, und ich rief beim Gericht an. Nein, das Gutachten ist nicht eingegangen. So machte ich mich auf den Weg. Eines der mir zugesandten Gutachten plus eines Anschreiben von mit brachte ich gestern zum Gericht. Heute rief nochmals an ob jetzt alles vollständig ist. Ja, das war es. Nur macht jetzt die Richterin erstmal Urlaub. Terminvergabe ist erst wieder im August. Es bedeutet für mich weiter den Spagat zwischen Arbeit im männlichen Modus und meinen bestätigen Identität durch die Gutachten zu leben. Irgendwie muss ich diese Zeit überstehen.
Ich bin gerade in einem Tal und versuche heraus zu krabbeln.


Viele liebe Grüße von Magdalena
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Anne-Mette
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Re: Mein Weg

Post 307 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Liebe Magdalena,
Magdalena hat geschrieben: Do 13. Jul 2023, 17:07 Ich bin gerade in einem Tal und versuche heraus zu krabbeln.
ich hoffe, du bist nicht so tief im Tal, dass du kein Licht siehst. Es gibt ein schönes Lied dazu...
"Was sind scshon ein oder zwei Monate?", werden einige Menschen sagen, aber ich verstehe, dass es im Einzelfall schon eine Menge ausmacht und bestehende Zwangslagen verschlimmert.
Leider ist gerade überall Urlaubszeit - "leider" für die, die auf Termine und Dienstleistungen angewiesen sind.

Ich wünsche dir, dass du auch diese Herausforderung überstehst und dass es danach mit großen Schritten weiter geht - mit Rückenwind und reibungslos.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 308 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Anne-Mette

ja ich weiß, die Sache mit dem Urlaub. Und wäre es bei dem Gutachter zügiger gegangen ....... Die Spekulation bringt nix.

Und Deine aufmunternden Worte sind der Rückenwind, von dem Du schreibst. DANKE! Zum Glück steht das Wochenende vor der Tür. Da werde was schönes unternehmen. ))):s

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Malvine
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Re: Mein Weg

Post 309 im Thema

Beitrag von Malvine »

Hallo Magdalena,

Kopf hoch, tief durchatmen und einfach den Tag genießen - Grübeln bringt nur Schwermut in dein Leben. Ja, manchmal bleibt die Zeit stehen und nichts passiert und wir sind der Zeit hilflos ausgeliefert. Doch liegt es immer wieder an uns, mit den Herausforderungen zurecht zu kommen und unser Leben Tag für Tag neu zu gestalten, egal was die Vorzeichen sagen.
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Grüße
Malvine
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
Julia CD
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Re: Mein Weg

Post 310 im Thema

Beitrag von Julia CD »

Ich glaube das Gefühl in einem tiefen Tal zu sein kennen wir alle aus unterschiedlichsten Situationen. Anfangs grübelt man viel und denkt die Zeit wird nie rum gehen. Plötzlich kommt dann der erhoffte Rückenwind wie Anne-Mette ihn so schön beschrieben hat. Mir hat dieses Forum beispielsweise sehr viel Kraft gegeben in den letzten Wohen und Monaten. Ich bin sehr sicher, dass du auch diese Hürde mit bravur meistern wirst.
Übrigens hast du ein sehr schönes Profilbild auf dem du sehr viel Ausstrahlung hast. Nutze diese und du wirst auch die kommenden Wochen fix hinter dich bringen.

LG
Julia
Annette
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Re: Mein Weg

Post 311 im Thema

Beitrag von Annette »

Magdalena hat geschrieben: Do 13. Jul 2023, 17:07...Irgendwie muss ich diese Zeit überstehen. Ich bin gerade in einem Tal und versuche heraus zu krabbeln.
Das kannte ich zur Genüge. Obwohl meine Transtion gerade mal zwei Jahre gedauert hat (vom ersten Outing bis zur GaOP), hatte ich diese Momente auch. Oft war ich am Heulen deswegen, einmal sogar habe ich mich wieder absichtlich verletzt (was früher sehr oft der Fall gewesen ist). Aber nachdem ich mich ausgeheult hatte, stand ich auf und setzte mich wieder in Bewegung. Ich wollte meine Transition so schnell wie möglich durchkriegen, was mir ja auch gelungen ist.

Es war eine sehr anstrengende, aber auch intensive Zeit, und all diese "Rückschläge und Zwangspausen" scheinen irgendwie dazu zu gehören. Leider kommt man nicht daran vorbei, man muss diese Hindernisse so nehmen wie sie sind, und dann aber auch überwinden. Das kostet viel Kraft, doch letztendlich lohnt es sich. Immer!

Ich wünsche dir die Kraft, aber auch die Geduld die es manchmal braucht. Lass bloss nichts anbrennen und gib dich niemals geschlagen! Wir sind Frauen!

Liebe Grüsse von Annette
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 312 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

und vielen Dank für die lieben aufmunternden Worte (ap) . Es tut so richtig gut (he)

Die letzte Woche war für mich sehr belastend. Da war die Sache mit den Gutachten. Ich möchte es jetzt nicht nochmal wiederholen.
Am Diensttag musste ich dann noch zu einer Beerdigung. Es war die erst Beerdigung als Frau , als Magdalena. In einer befreundeten Familie ist
der Bruder an Krebs unerwartet verstorben. Unerwartet deshalb, weil erst nach einem Sturz und der anschließenden Behandlung im
Krankenhaus der Krebs diagnostiziert wurde. Da hatte der Krebs allerdings schon gestreut.

Alles legte sich dann am Freitag so richtig auf meine Seele. Ich war froh als der Feierabend da war. Ich wollte nur noch ins Bett.
Und dann der Sonnabend. Mit Freundinnen und Freunden wollte ich zum CSD nach Leipzig. So richtige Lust hatte ich nicht.
Auf der anderen Seite, was sollte ich alleine zu Hause. So machte ich mich nach einem Anruf auf den Weg. Wir trafen uns in der Wohnung einer
Freundin. Es gab einen Kaffee zur Aufmunterung. Und wir nahmen noch etwas für unterwegs mit.

Dann war es Zeit aufzubrechen. Einer hatte Ahnung, wie man der Fahrkartenautomaten bedient. Dann im Zug nach Leipzig trafen wir noch auf eine weitere
Frau, die die anderen kannten. So verging die Fahrt recht schnell. Und die mitgebrachten Getränke fanden ihre Abnehmer und Abnehmerinnen.
Die Folge, in Leipzig mussten fast alle auf die Toilette. Und Toilette bedeutet Anstehen, besonders bei den Damen. Aber auch das, war bald erledigt.
Auf ging es zum CSD.

Er herrschte eine ausgelassene Stimmung. Ein DJ sorgte unterwegs für Partystimmung. Menschen am Rande winkten uns zu. Einige verteilten Fächer oder
erfrischende Getränke. Wegen der Temperaturen wurde die Strecke verkürzt. Unser Grüppchen traf sich dann am Alten Rathaus. Hier fanden wir
noch einen freien Tisch. Eine Stärkung tat jetzt gut.

Dann durchschwitzt aber zufrieden mit dem CSD gingen wir zum Leipziger Hauptbahnhof. Ja, und dann wieder zu Hause sah die Welt wieder viel freundlicher aus.


Viele liebe Grüße von Magdalena
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Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 313 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ich möchte über die letzte Woche berichten.

Schnell ist eine Woche um. Und dieses Wochenende wollte ich es mal Oben Ohne probieren. Aber keine Angst es wird nicht freizügig. Doch von vorne. Von Montag bis Mittwoch passierte nicht viel. Reine Arbeitstage eben. Der Donnerstag war arbeitsfrei. Denn es lagen einige Termine an, welche mit meinem eigeschlagenen Weg in Verbindung stehen.

Gleich früh ging es los. Der Labortermin beim Endokrinologen stand an. An der Anmeldung legte ich noch mein Indikationsschreiben vor. Dann wieder die übliche Datenschutzerklärung ausfüllen, und schon wurde ich auch gleich aufgerufen. Die Schwester wollte wissen, in welcher Richtung ich den Weg gehe. Vom Mann zur Frau, antwortet ich. Ein Transmann aus meinem Wohnumfeld ist bei dem gleichen Endokrinologen in Behandlung. Die nächste Frage war, ob ich mit einer Genanalyse einverstanden bin. Bingo, das ist ja super, war mein erster Gedanke. Hoffe ich dadurch eine Antwort auf mein bisheriges Leben zu bekommen. Immer wieder beschäftigte mich die Frage, warum bin ich so, wie ich bin. Was ist die Ursache bei mir. Alle bisherigen Antworten sind aus dem Bauch heraus entstanden. Es wurde etwas hineininterpretiert. Beim Psychologen mein Leben aufgerollt. Bei den vielen Outings ähnlich, erzählte ich Begebenheiten aus meine Leben, und daraus die Ableitung, ich bin Trans. Ja ich zweifle nicht daran. Ich habe es für mich angenommen so zu sein und meinen Weg zu gehen. Und doch bleibt die Frage des Warum. Diese Frage hat mich immer wieder begleitet.

Danach kurz nach Hause um zu frühstücken. Als nächster Termin stand der Urologe auf dem Plan. Schon einige Tage vorher war ich zur Blutabnahme für den PSA-Test. Beim Urologen gab es keine Beanstandungen. Der PSA-Wert optimal. Dem Urologen erklärte ich noch meinen eingeschlagenen Weg. Er meinte nur, da bräuchte ich mir in Zukunft wegen der Prostata keine Gedanken mehr machen.
Dann der Nachmittag! Das monatliche Gespräch beim Psychologen ist fällig gewesen.

Es ist inzwischen schon Routine. Und eigentlich ist auch schon alle gesagt. Oft kommen wir mit Alltagsthemen ins Gespräch. Zu guter Letzt besuchte ich noch eine Kollegin und Freundin im Krankenhaus. Sie hat Beschwerden, und die Ärzte sind auf der Suche nach der Ursache. Sie fanden aber bisher noch nichts. Dieses bange Warten ist für meine Freundin sehr belastend. So freute sie sich auf eine Stunde Abwechslung.
Am Freitag war ich wieder arbeiten. Da in Sachsen Ferien sind lief es sehr ruhig. Und ich dachte mir, da könnte ich doch schon mal nach einer Frauenärztin Ausschau halten. Bei Fachärzten aufgenommen zu werden, könnte schwierig werden, waren meine Gedanken. Dann auch noch als Transfrau. Im örtlichen Telefonbuch suchte ich speziell nach einer Ärztin. Ganz in meiner Wohnortnähe praktizier eine Frauenärztin. Ein Versuch ist es wert, also gleich mal das Handy in die Hand genommen und angerufen. Die Schwester am andern Ende war sehr freundlich. Auch als ich das Thema, ich bin Trans ansprach. Sie meinte nur, sie müsse mit der Ärztin sprechen, ob sie diese Thema auch beackert. Ich solle in dreißig Minuten nochmal anrufen. Das tat ich auch. Und im September habe ich meinen Termin bei der Frauenärztin. Im allem dauerte es keine fünf Minuten.
Am Abend war dann wieder Stammtisch in Dresden. Und trotz Ferienzeit kamen viele Mädels an diesem Abend. Und wie es so ist, vergeht die Zeit zu schnell.

So und nun komme ich zu der angekündigten Oben Ohne Geschichte. Zum CDS in Leipzig war es unerträglich heiß. Und dazu noch die Perücke auf dem Kopf. Reicht mein Eigenhaar aus, um ohne Perücke unterwegs zu sein. Ich wollt es ausprobieren. Seit fast eine dreiviertel Jahr lies ich keine Schere mehr an meine Haare. Gut an einigen stelle sind sie etwas dünn. Auch wird die Haarfarbe langsam blasser. Aus den Beständen meiner Mutter erbte ich noch ein paar Tuben Haarfarbe. Erst mal die Packungsbeilage lesen. Dann ab ins Bad Haare waschen und handtuchtrocken zurück ins Wohnzimmer. Da hatte ich alles vorbereitet. Die Farbe mit einem entsprechenden Pinsel aufgetragen. Nun warten, damit die Farbe wirken kann. Nach Ablauf der Zeit wieder Haare waschen. Nun kam Festiger in die Haare. Wieder zurück ins Wohnzimmer. Da stand eine kleine Kiste mit Lockenwicklern. Meine Haare waren lang genug, das ich meine Haare eindrehen konnte. Jetzt die Trockenhaube auf den Kopf. An kalten Tagen sicher angenehm, Doch noch ist es Sommer, wenn es sich auch abgekühlt hat. Doch wer schön sein will muss leiden. Alles hat aber mal ein Ende. Nun die Haare von den Lockenwicklern befreit und mit einer Bürste bearbeitet.

Jetzt war ich unsicher kann ich so auf die Straße. Ich rief eine Freundin an, ob ich vorbeikommen kann. Ich konnte vorbei kommen. Sie hat auch noch einige Bilder gemacht. Die Bilder wiederum sendete ich weiteren Freundinnen. Ich muss dazu schreiben, es sind auch Biofrauen drunter. Und von hell auf begeistert bin na ja, war alles dabei. Eine langjährige Freundin, welche auch meine Eltern kennt, meinte Ähnlichkeiten mit meiner Mutti festgestellt zu haben.
IMG-20230722-WA0007.jpg

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Lebe jeden Tag.
Kerstin
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Re: Mein Weg

Post 314 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Grüß dich Magdalena
Auch wenn die Haare noch etwas arg kurz sind, so ist das Erscheinungsbild deutlich natürlicher.

LG Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Lavendellöwin
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Re: Mein Weg

Post 315 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Magdalena hat geschrieben: So 23. Jul 2023, 18:31 Die nächste Frage war, ob ich mit einer Genanalyse einverstanden bin. Bingo, das ist ja super, war mein erster Gedanke. Hoffe ich dadurch eine Antwort auf mein bisheriges Leben zu bekommen. Immer wieder beschäftigte mich die Frage, warum bin ich so, wie ich bin.
Hey Magdalena,

wirklich eine komplette Genanalyse? Ich denke eher das wird der humangenetische Test sein, da wirst du "nur" die Info bekommen
ob ein XX oder XY vorliegt. Eine Antwort, warum du bist wie du bist, leider wahrscheinlich nicht.
Aber wer weiss...

tatsächlich finde ich wie Kerstin das du einen schönen Look mit deinen eigenen Haar hast.
Ich hätte nie eine Perücke aufgezogen, nein, nein, einfach nicht mein Ding. Wenn es die Haare irgendwie hergeben
ist das einfach natürlicher, schöner, echter.

Ich drück dir für alles was da kommt die Daumen, gut das du auch schon nach einer Frauenärztin geschaut hast.
Das erste Mal da war etwas strange für mich, aber das legt sich schnell.

Habs gut, Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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