MichiWell hat geschrieben: Di 16. Mai 2023, 00:11
Mal ironisch gegengefragt: Warum das? Die problematischen Änderungen in den Entwurf reinzuschreiben, hat doch auch nur Wochen gedauert!
Hi Michi,
wieso "ironisch gefragt" ? Meine Überlegungen basieren auf worst case Annahmen. Üblicherweise werden im Jahr vor einer Bundestagswahl nur noch Gesetze über die Einigkeit besteht oder die eilbedürftig sind, beschlossen. Das ist aber nur eine Absprache ohne schriftliche Grundlage. Dazu gehört mMn der vorliegende Gesetzentwurf sicher nicht. Für die aktuelle Vorlage sind ja auch noch einige Hürden zu überwinden. Da ist die laufende Verbändebeteiligung, die vermutlich Ende Mai abgeschlossen ist, dann folgt, wenn nichts geändert wird, der Beschluss der Bundesregierung (wenn das Gesetz nicht direkt vom Bundestag kommt), die drei Lesungen im Bundestag und die Abstimmung(en) im Bundesrat. Das sind auch noch etliche Wochen. Vor der Sommerpause könnte das eng werden, zumal unklar ist, wie der Bundesrat entscheidet. Hier drohen ggfs. noch weitere Verzögerungen z.B. durch einen Vermittlungsausschuss. Damit sind wir weit im Herbst angekommen. Bei substantiellen Änderungen am Gesetzestext könnte es ggfs. noch zu weiteren Abstimmungsverfahren kommen, so dass es weit in das Jahr 2024 dauern kann, bis ein rechtsgültiger Beschluss vorliegt.
Ob dann das Thema noch beschlossen wird ? Ich bin da skeptisch, da der ursprüngliche Fahrplan einen Beschluss des Bundestages im letzten Jahr erfolgen sollte. Wir sind also nicht bei Wochen der Verzögerung, sondern, im besten Fall, bei mindestens Monaten.
Im besten Fall geht der Gesetzentwurf direkt ins Parlament. Zwischen erster und zweiter Lesung dürften mindestens 4 Wochen vergehen, da die Ausschüsse hier beraten und ggfs. Änderungen anbringen (mindestens 4 Wochen). Sollte der Gesetzentwurf den Bundesrat ohne Probleme passieren, sind hier trotzdem mindestens 4 Wochen einzuplanen. Dann wird die Bütte, der endgültige Gesetzestext festgelegt. Der Bundespräsident kann, die Sommerpause eingerechnet, somit schätzungsweise frühestens im Oktober das Gesetz unterschreiben. Ich rechne aber eher bis Ende des Jahres, wenn es gut läuft. Ich lasse mich von den Realitäten gerne eines Besseren belehren. Dann folgt noch die Unterschrift des Bundespräsidenten, die ich zeitlich unbedenklich einschätze sowie die Verkündung im Bundesgesetzblatt. Letzteres kann Tage, aber auch Wochen bis Monate dauern.
So schätze ich das ein.