(Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)
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Mirjam
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(Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 1 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo ihr Lieben :)

Ich bin durch so einige Beiträge in "Was kocht ihr heute" auf den Gedanken gekommen, ob es denn irgendwelche Zusammenhänge zwischen (biologischem sowie auch sozialem) Geschlecht und Ernährung geben könnte, zum Beispiel durch diesen hier:
Runa hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 19:17 Hallöchen!
Mirjam hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 17:38 Gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen cis- und transgeschlechtlichen Frauen im "Vegie-Anteil"? Wie sieht das bei den Männern aus? Und bei nicht-binären Menschen?
Mach doch einfach ein Thema auf und wir schauen, was dabei herauskommt. :wink:

Ich war als Mann und bin als trans* Frau omnivor. Wobei jetzt doch der pflanzliche Anteil überwiegt, da ich besser auf mich achte. (he)

LG

Runa
Dass der Vegie-Anteil bei Frauen insgesamt deutlich höher liegt als bei Männern ist ja inzwischen nichts Neues mehr, ebenso dass Frauen im Allgemeinen mehr auf ihre Ernährung achten als Männer. Aber wie sieht es bei transgeschlechtlichen Menschen aus? Kommt da das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht doch noch irgendwie stärker durch, oder ändert sich auch in diesem Bereich durch die Transition etwas? Und wie ist es bei nicht-binären Personen, oder bei denen, die mal in der einen, mal in der anderen Rolle leben? Kann es rollenabhängig sein, was mensch isst? — Fragen über Fragen, und natürlich ist mir völlig klar, dass die Antworten alles andere als repräsentativ sein werden. Ich bin aber einfach zu neugierig ;) :P

LG
Mirjam
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Patricia
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 2 im Thema

Beitrag von Patricia »

Dann mache ich mal den Anfang :)

in meinem alten Leben als "Mann" war es mir nicht so wichtig wie ich mich ernähre. Das Essen habe ich sogar manchmal bewußt als ein Mittel gegen schlechte Stimmungen benutzt. Ob mich deswegen früher sterbe war mir egal, bzw. der Kerl wollte eigentlich eh nicht mehr...
Als ich dann 2019 in die Transition ging, habe ich langsam angefangen mich bewußter und gesünder zu ernähren. Anfangs ging es rein darum, dass sich mein gesundheitlicher Zustand nicht verschlechtert, doch irgendwann als ich mich schon in der HET befand, fand eine Veränderung in mir statt. Als ich ein Video schaute, wie Tiere geschlachtet werden und danach behandelt werden, fing ich plötzlich an zu weinen, weil mir die Tiere leid taten. Seitdem ernähre ich mich mit deutlich weniger Fleisch und eigentlich ist mein Wunsch eines Tages komplett auf Fleisch verzichten zu können. Leider schaffe ich das noch nicht ganz und esse ab und an Fleisch und Fisch.

LG
Patricia
Dietlind
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 3 im Thema

Beitrag von Dietlind »

Da ich ja eine medizinische Ausbildung habe, habe ich immer schon versucht, mich gesund zu ernähren. Aber als ich noch ersuchte, ein Mann zu sein, habe ich bewusst Fleisch gegessen, um mehr tierische Protein für meine Muskelbildung zu haben. Nachdem ich dann das Männer-Spielen aufgegeben hatte, habe ich weniger und weniger Fleisch gegessen, und bin zur Vegetarierin geworden.

Linde
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

ich ernähre mich zu 97% vegetarisch und genieße es. Die restlichen 3% sind Fisch und sehr, sehr wenig Fleisch. Aber das hat weniger mit meinem Geschlecht zu tun, sondern mehr mit den Produktionsmethoden und gesundheitlichen Aspekten zu tun.
Viele Grüße
Vicky

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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 5 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich esse meiner Meinung nach sehr ausgewogen und fühle mich gesund. Da empfinde ich es für "mich" nicht schlecht auch Fleisch und Fisch in wohldosierten Mengen zu essen. Ganz wichtig ist mir auch wieviel ich z.B. auf die Gabel nehme und wie lange ich kaue bevor ich mein Essen herunterschlucke. Daneben spielt auch die Menge, die ich am Tag esse für mich eine wichtige Rolle. Wenn ich meinen Freunden zusehe, wie schnell und wieviel sie essen, dann sehe ich doch sehr große Unterschiede zu mir. Bei meinem Essen sehe ich keine Unterschiede zu meinen Freundinnen. Wir reden ja auch öfter über unsere gesunde Ernährung. Menalee zum Beispiel isst deutlich mehr Fleischprodukte als ich. Außerdem kommen bei mir auch sehr viele essbare Pflanzen auf den Tisch, die ich selbst sammle. Und ich fühle mich weiblich und als eine Frau die mit beiden Beinen fest im Leben steht.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 6 im Thema

Beitrag von Benja »

Halli Hallo

Ich bin eine FLeisch fressende Pflanze.

Ich finde es grausam meiner Nahrung das Gemüse weg zu essen.

Liebe Grüße
Benja
......

Die schon als Kind immer was mit Tieren machen wollte.
Darum Grille ich so gerne.
Nicole Fritz
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo,

dann mal kurz aus der nicht binären Ecke: Ich bin Temporär-Vegetarier - immer Mittwochs von zwölf bis viertel nach zwölf. Für mich kommt es auf eine ausgewogene Kombination an - heute zum Beispiel einen komplett veganen Möhrensalat zu Chili con Carne (Die Tex-Mex-Variante: rote Bohnen mit Hackfleisch; Mexiko: rote Bohnen mit Pökelfleisch; Texas: blaue Bohnen mit Schießpulver).

Mein Cousin ist Sekundär-Vegetarier: Er isst nur Fleisch von solchen Tieren, die sich pflanzlich ernähren.

LG Nicole
Maya
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 8 im Thema

Beitrag von Maya »

Nun gut.
In unserem Umfeld gibts eigentlich gar keine Veganer/Vegetarierer.
In meiner Familie schon mal gar nicht.
Eigentlich essen wir sicher zu viel Fleisch.
Irgendwas aus Fleisch ist immer dabei.
Und seien es nur ein paar Schinkenwürfel an Reibekuchen, oder an Gemüse.
Heute gab es Quellmänner mit einer Speck und Zwiebelsosse.
Hab ich bestellt und sogar bekommen. :mrgreen:
Dann hat meine Frau heute vom Metzger ein ganzes Kammstück mitgebracht.
Davon schneide ich schöne dicke Steaks und mache selbst eine Marinade.
Und dann wird angegrillt. :)p
Darauf freuen sich schon alle hier.
Irgendwie glaube ich auch nicht, dass der Mensch völlig auf Fleisch verzichten sollte.
Ich weiss zwar nicht was dran ist, aber immer wieder hört man von Mangelerscheinungen bei Menschen, die rein vegetarisch/vegan leben und dass die das regelmässig kontrollieren lassen sollen.

LG Maya
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.
Hakuna Matata
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 9 im Thema

Beitrag von Nico »

Ich esse fast alles.
Gedanken über das Tierwohl oder die Umwelt mache ich mir schon, daraus eine Konsequenz gezogen habe ich aber noch nicht.

Nachtrag: Bei mir sehe ich keinen Zusammenhang zwischen meiner Geschlechtsidentität und meinem Fleischkonsum. In meinem Umfeld existieren sämtliche Ernährungsformen zwischen Vegan und Low Carb mit hohem Fleischanteil.
Ein anderes Thema ist: Wie sehr ich auf meine Gesundheit achte. Dort sehe ich mittlerweile eine Verbesserung. Woran es liegt kann ich grade nicht sagen.
Zuletzt geändert von Nico am Di 7. Mär 2023, 07:40, insgesamt 1-mal geändert.
LG Nico
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 10 im Thema

Beitrag von Account gelöscht »

Maya hat geschrieben: Di 7. Mär 2023, 00:13 aber immer wieder hört man von Mangelerscheinungen bei Menschen, die rein vegetarisch/vegan leben und dass die das regelmässig kontrollieren lassen sollen.
Über das Seelenheil von uns Vegetariern muss sich niemand Sorgen machen. Wir erhalten ausreichend tierische Fette über den Verzehr von Produkten mit Eiern und Milch.
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 11 im Thema

Beitrag von sbsr »

Es muss nicht immer Fleisch geben, aber ich esse schon gerne regelmäßig Fleisch oder Fleischprodukte. Ansonsten esse ich eigentlich schon immer so ziemlich alles, was auf den Tisch kommt. Das hat sich seit der Entdeckung des Mädchens in mir auch nicht geändert.

Ich glaube, die neuzeitliche Erfindung "bewusste Ernährung", was auch immer das bedeuten soll, ist eines von vielen Klischees, das Frauen zugeschrieben und deshalb von Trans*frauen aufgegriffen wird. Man muss ja schließlich auf die Figur achten. Wahrscheinlich wäre dieser Punkt aber auch als Mann irgendwann gekommen, zumindest kenne ich ebenso viele Männer wie Frauen, die sich "bewusst" ernähren.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 12 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Linda Hostedder hat geschrieben: Di 7. Mär 2023, 07:18
Maya hat geschrieben: Di 7. Mär 2023, 00:13 aber immer wieder hört man von Mangelerscheinungen bei Menschen, die rein vegetarisch/vegan leben und dass die das regelmässig kontrollieren lassen sollen.
Über das Seelenheil von uns Vegetariern muss sich niemand Sorgen machen. Wir erhalten ausreichend tierische Fette über den Verzehr von Produkten mit Eiern und Milch.
So ist es. Ich glaube, es gibt eine Menge Mythen über Vegetarier. Tatsache ist, das vegetarische Ernährung kein Ding für Esotheriker ist, sondern eine sehr abwechslungsreiche Küche darstellt. Nach meinem Dafürhalten viel interesssanter und abwechlungsreicher als eine Küche, die ständig auf Fleisch fixiert ist und Beilagen mehr als notwendige Zugabe betrachten. Da ist eine Menge Lobbyismus seitens der Fleischerzeuger im Spiel. Man muss ja Fleischessen und Vegetariertum nicht bis zum Exzess und als Glaubenslehre betreiben. Es sind Optionen in der Küche. Eine Reduktion des Fleischkonsums ist für die Tiere in der Produktion, den Flächenverbrauch, aus ökologischen Aspekten und auch für die Qualität des Produkts "Fleisch" sicherlich hilfreich.

Ich würde aber kein Dogma daraus machen, weder für noch gegen Fleisch. Fleischlose Ernährung ist für mich kein Verzicht, sondern Gewinn. Deshalb muss ich nicht auf ein gelegentliches Stück Fleisch, Schinken oder Fisch (!) verzichten.
Viele Grüße
Vicky

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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 13 im Thema

Beitrag von Runa »

Hallo ihr Lieben!
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 7. Mär 2023, 09:51 Es sind Optionen in der Küche.
Da gebe ich dir absolut Recht. Und niemand leidet, wenn der Fleischkonsum reduziert wird. Wir in unserer Familie ernähren uns tendenziell mehr vegetarisch. Ich persönlich bewege mich immer mehr in Richtung vegetarisch. Das hängt sicherlich auch mit meiner sich verändernden Identität zusammen.

...und auch mit dem Streben nach der Bikinifigur. :lol:

Was mich persönlich an Veganern stört, dass sie es dir immer gleich auf die Nase binden und dich dann missionieren wollen. Das habe ich persönlich schon mehrfach doch leidvoll erfahren müssen.

LG

Runa
Bianca D.
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 14 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin,

interessante These...
Nun, ich habe meine Ernährung nicht bewußt umgestellt. Ich esse nach wie vor meine Wurstbrot auf Arbeit und wenn ich am Wochenende koche, gibt es halt Fisch oder Fleisch zum Gemüse. Was mir in den letzten Jahren allerdings aufgefallen ist, mein Salatkonsum, besonders im Sommer, hat sich deutlich erhöht. War mir früher immer ein Greuel. Von daher, mag sein, daß da vielleicht ein Zusammenhang zwischen der Hormonsubstitution und dem Eßverhalten besteht? Schließlich sind da ja einige Dinge, die sich da beeinflussen.
Wer sich vegetarisch oder gar vegan ernähren möchte, bitte, soll er! Meins ist das nicht und ich hab auch kein schlechtes Gewissen beim Verzehr von Hühnchen, Steaks und co. Wenn die Natur gewollt hätte, daß wir nur pflanzlich essen sollen, hätte die Evolution das wohl so bestimmt.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
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Re: (Vegetarische) Ernährung und Geschlecht(errolle)

Post 15 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Von Etiketten und Schubladendenken à la "vegan" oder "vegetarisch" halte ich überhaupt nichts. Was meine Ernährungsweise und mein Essen betrifft, habe ich mich in den letzten Jahren aber wesentlich umgestellt.

Erstens vermeide ich Wurst oder Käse, wenn diese in Plastik eingeschweißt sind.

Zweitens versuche ich mich mittags, also zur Hauptmahlzeit, ausgewogen zu ernähren. Stichworte frisches Gemüse, Obst oder Milchprodukte in gleichen Mengen wie Fleisch oder Fisch. (Gemüse nicht mehr nur als Beilage, sondern gleichwertig). Auf diese Weise habe ich erreicht, in den letzten 8 Jahren ca. 18 Kilo oder zwei Kleidergrößen dauerhaft loszuwerden.

Drittens Kontrolliere ich mein Gewicht täglich noch im Badezimmer, und wenn ich bemerke dass sich der Gewichtstrend in die falsche Richtung bewegt, steuere ich um, das ist im Grunde genauso einfach, wie es sich hier liest. Ebenefalls sehr simpel, aber wirklich wahr ist dieses: Wenn ich mal en femme allein in ein Lokal zum Essen gehe, bestelle ich meistens etwas Fleischloses oder etwas auf Salatbasis. Dazu Mineralwasser, niemals Bier. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist so.

Viertens würde ich dafür plädieren, an allen Schulen des Landes das Unterrichtsfach "Kochen und Nahrungskunde" verpflichtend für Jungen und Mädchen einzuführen, und zwar im Rang eines Hauptfachs, also auf demselben Niveau wie Naturkunde, Deutsch oder Mathematik.

Liebe Grüße, Valerie
Antworten

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