STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor
STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor - # 4

Jasmine
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 46 im Thema

Beitrag von Jasmine »

conny hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 13:56 ..........Die dann in die gesetzlichen Kassen Kommenden hätten aber auch entsprechende Leistungsansprüche. Das Problem der Systemfinanzierung wäre damit nicht gelöst.
Wie ich schon schrieb, tragen die Privatversicherungen aufgrund der höheren Arzthonorare für Privatpatienten überdurchschnittlich zur Finanzierung des Systems bei. Eine Abschaffung führte somit zu deutlichen Beitragssteigerungen in der Gesetzlichen.
https://www.dasinvestment.com/wie-priva ... -stuetzen/
Komisch nur das andere Systeme wie in Niederlanden, Dänemark, Schweden usw. funktionieren. Es ist schon klar hinter den Krankenkassen stehen Lobbyisten und hier wird richtig abkassiert.
https://de.statista.com/statistik/daten ... nen%20Euro.
Zitat: Die Statistik zeigt den Gewinn des Klinikunternehmens Fresenius Helios in den Jahren 2009 bis einschließlich 2021. Im Jahr 2021 erzielte Fresenius Helios ein Konzernergebnis von rund 728 Millionen Euro.
https://de.statista.com/statistik/daten ... %20Steuern).
Im Jahr 2021 erwirtschaftete der private Klinikbetreiber Sana einen Gewinn von rund 67,1 Millionen Euro (EAT: Gewinn nach Steuern).

Woraus erwirtschaftet sich denn der Gewinn? Die Amerikanisierung ist nicht immer gut. Es geht auch sozial. Also wäre ich dafür das die Krankenkassen verstaatlicht werden und alle Krankenhäuser.

Liebe Grüße Jasmine
Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 47 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

..,irgendwie war das von mir liegengebleiben. Dänemark-Aussagen decken sich.
heike65 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 19:09 Ja aber die Dänen sind damit weitestgehend zufrieden, aber die Dänen entrichten auch gerne ihre Steuern und sehen sie als berechtigt an, aber andere Baustelle.

Das dänische Gesundheitswesen gilt als eines der besten und fairsten der Welt, auch gegenüber dem medizinischen Personal. max Arbeitszeit 38 std die Woche, das erzähle mal deutschen Stationärzten und innen
Das sollte schon differenzierter betrachtet werden. Die Gigantomanie bei den Kliniken hat nachfolgend zu deutlichen Einsparungen geführt, und das Personal findet das gar nicht lustig. Ach ja - freie Arztwahl ist normalerweise auch nicht usw. Und Zahnarzt ist auch tricky. Ein großer Schwachpunkt ist die weitgehende Zentralisierung mit teilweise weiten Anreisen. In den Zentren ist zwar höchste Fachkompetenz vorhanden, ich halte z.B. eine Gynäkologie in kurzer Reichweite aber für wichtiger. Das sollte auch Lauterbach lernen. Ich sehe hier in der Region, wie kleinen Krankhenhäuser der Grundversorgung schon Fachgebiete absprechen und verteilen, spezielle Techniken wie Hand- oder Kniechirurgie über ein Belegsystem anbieten, das von hevorragenden Experten bedient wird.

Ein perfektes Gesundheitssystem ist aktuell nicht erkennbar. Ein Vorteil der primär beitragsfinanzierten Systeme statt steuerfinanziert ist die weitgehende Unabhängigkeit von der aktuellen Regierungsmeinung und den Staatsfinanzen.

Die Krux liegt im Krankenhaus auch sehr am nicht mehr zeitgemäßen dualen Finanzierungssystem, bei dem die klammen Länder ihrer Investionsaufgabe nicht nachkommen. Da wäre wir wieder bei den "Vorteilen" vollstaatlicher Gesundheitssysteme.


Dafür noch eine Ergänzung: Das Anprangern der Gewinne von privaten KH-Gesellschaften ist nicht zielführend. Selbst unser Krankenhaus der Grundversorgung hat letztes Jahr erstmalig Corona-bedingt und wegen hoher Investitionen keinen Gewinn gemacht. Und: Ich habe in Privatkliniken mehr Komfort und intensivere Betreuung gehabt zu niedrigeren Kosten als in einer ÖR-Klinik.

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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 48 im Thema

Beitrag von conny »

Ich denke, dass der Verlauf der bisherigen Diskussion gezeigt hat, dass Vergleiche mit anderen Ländern mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Beantwortung der sehr komplexen Finanzierungsfrage erfordert ein tiefgründiges Fachwissen. Einfache simple Vorschläge reichen zur Lösung des Problems sicher nicht.
Btw: Ich kenne einen Chefarzt in einem Krankenhaus einer Kreisstadt. Eigentümer zu 75% der Landkreis, 25% ein privates Klinikunternehmen. Er erzählte mir, dass die Politiker des Kreises schon mal sehr kritisch hinterfragt haben, warum das Haus in einem Jahr einen wesentlich geringeren Gewinn abgeführt hat als im Vorjahr.....
Wally
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 49 im Thema

Beitrag von Wally »

Nora_7 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 21:24
Dafür noch eine Ergänzung: Das Anprangern der Gewinne von privaten KH-Gesellschaften ist nicht zielführend. Selbst unser Krankenhaus der Grundversorgung hat letztes Jahr erstmalig Corona-bedingt und wegen hoher Investitionen keinen Gewinn gemacht. Und: Ich habe in Privatkliniken mehr Komfort und intensivere Betreuung gehabt zu niedrigeren Kosten als in einer ÖR-Klinik.
Dazu ein paar persönliches Detais aus meiner Erfahrung als privat versicherter Patient: ich habe - nicht zuletzt wegen meiner besonderen Situation als transsexueller Mensch - jahrzehntelang den teuren Einzelzimmer-Tarif mit Chefarztbehandlung in der PKV bezahlt. Das Ergebnis war, dass ich - außer bei den Kliniksaufenthalten zur Brust-OP, also unmittelbar wegen Trans - jedesmal KEIN Einzelzimmer kriegte, sondern als "Mann" (auch noch mit Brustimplantaten!) in ein Zweierzimmer gelegt wurde. Ich bin damit kein Einzelfall: es scheint in ÖR-Krankenhäusern (bei zwei schweren Unfällen und einem akuten Blinddarm konnte ich mir das nicht aussuchen) durchaus der Regelfall zu sein, dass man für Privatpatienten "kein Einzelzimmer frei hat", obwohl die dafür heftig monatlich löhnen und im Einzelfall auch wirklich gravierende Gründe dafür haben können - nicht bloß "Komfortbedürfnis".

Und die "Chefarztbehandlung" kann man eh vergessen: man kriegt den Chefarzt genau einmal zu einer dreiminütigen Visite zu Gesicht, meist am Entlassungstag, weshalb man dann die Klinik erst zwei Stunden später verlassen darf, damit der Chef seine Honorarabrechnung wenigstens formal noch mit einer Visite begründen kann. Es ist aber nicht mal schade darum: die beste Expertise zum zufällig gerade anstehenden Problem hat i.d.R. eh nicht der Chef, sondern irgendein tatsächlich behandelnder Stationsarzt. In das Salär des Chefarztes sind aber die privaten Honorare fest eingepreist - ohne diese Alibi-Honorare vonden Privatpatienten müßte ihm die GKV ein sehr viel höheres Gehalt zahlen, ohne nennenswert mehr Leistung zu bekommen.

Als Rentnerin kann ich mir diesen teuren Tarif - nach den massiven Preiserhöhungen gerade in den letzten paar Jahren - nun nicht mehr leisten, und ich seh's auch nicht mehr ein: da sie mich dann ja trotzdem nur wieder in ein Zweierzimmer stecken... Dafür war das auch mit ein Antrieb dazu, auf meine alten Tage noch die amtliche Vornamens- und Geschlechtsänderung zu absolvieren: damit sie mich wenigsten nicht auch noch auf die falsche Seite legen, wenn ich schon kein Einzelzimmer kriege. Und falls sie dabei angesichts meiner körperlichen Erscheinung (Halbglatze, Bartwuchs, Stimme, nicht wegoperierter Schniedel) "Bauchschmerzen" kriegen - nun, dann kriege ich auf diese Weise ja vielleicht doch endlich das Einzelzimmer zugewiesen, für das ich jetzt nicht mehr bezahle ;-)

GKV und PKV sind in unserem Gesundheitssystem auf höchst komplexe Weise ineinander verflochten; man kann da nicht eine Seite verändern, ohne dass das massive Auswirkungen auch auf die andere Seite hat. Insbesondere kann man nicht die PKV einfach abschaffen, ohne dabei den Bereich der GKV gleich mit zu zerstören.
Zuletzt geändert von Wally am Fr 24. Feb 2023, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 50 im Thema

Beitrag von heike65 »

Wally
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 51 im Thema

Beitrag von Wally »

heike65 hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 23:53 wer ein bisschen Zeit hat:

https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/ ... landschaft
Für die Bertelsmann-Stiftung habe ich schon aus Prinzip keine Zeit :-)

Aber Scherz beiseite: weniger Kliniken bedeutet zunächst mal längere Wege dort hin. Hier in Hurlach z. B. würde eine Schließung der nächsten beiden (kleineren) Kliniken bedeuten, dass wir vierzig statt zehn km bis zum nächsten Krankenhaus hätten. Welche Folgen das in akuten Notfällen (Herzinfarkte, Gehirnschläge, Atemwegsobliterationen, schief laufende Hausgeburten, innere Blutungen nach Unfällen usw.) hätte, in denen es vorrangig auf jede Minute bis zum OP ankommt, kann man sich unmittelbar in Sterbezahlen ausrechnen... Da müßte eine Großklinik schon verdammt viel besser sein, um diesen Nachteil wenigstens anderweitig statistisch noch wettzumachen. Zumal man besonders schwierige Spezialfälle ja immer noch in kompetentere Kliniken verlegen kann, wenn's nicht gerade akut um die letzte Minute geht.

Die soziale Isolation in einer so fernen Klinik kommt dann noch dazu: da wird aus dem örtlichen Krankenhaus eine anonyme Verwahranstalt, in der vor allem Kinder, Behinderte und alte, beistandsbedürftige Menschen wehrlos einer unpersönlichen Gesundheitsmaschinerie ausgeliefert wären, anstatt angemessen Beistand von Angehörigen, Freunden und Nachbarn bekommen zu können. Gerade in schwierige, schicksalhafte, therapeutische Entscheidungen sollte ja möglichst immer auch das persönliche Umfeld einbezogen werden, nicht bloß ein zufällig gerade diensthabender Krankenhausarzt, der zwar (vielleicht...) medizinisch hoch kompetent sein mag, aber (sicher...) den Patienten so gut wie nicht kennt. Wenn man sich dann womöglich selber nur noch sehr eingeschränkt äußern kann und von seinem persönlichen Umfeld schon allein durch eine viel größere Entfernung isoliert ist... Das will ich mir lieber nicht vorstellen, so in einer Großklinik herumgeschoben zu werden :(

Klar: eine Großklinik kann manches effizienter gestalten, sie kann sich teurere Gerätschaften leisten und mehr spezifisches Fachgruppen-Wissen unter einem Dach halten. In komplizierten Spezialfällen kann einem das die Gesundheit oder sogar das Leben retten. Aber in den alltäglichen, medizinischen Routinefällen hat man im zwar kleineren, dafür aber nahegelegenen Kreis- oder Stadtkrankenhaus ganz klar die besseren Karten, allein schon wegen der geringeren Entfernung - und man kann sich dann i.d.R. immer noch in eine Groß- oder Spezialklinik verlegen lassen, wenn's ein besonders komplizierter Einzelfall erfordert.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 52 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...die vielen langen Beiträge schaffe ich einfach nicht mehr alle zu lesen. der Startschuss für eine ansonsten wohl dringende Debatte über die Zukunft und Bezahlbarkeit unseres zur Zeit Zweiklassen-Systems in der Gesundheitsvorsorge und Behandlung. Da steht vieles auf der Agenda wie z.B. die Überführung der Beamten in eine Kasse für alle, wie in Österreich das wohl ist. Da gibt es wahrscheinlich immer auch ganz viel in der Diskussion, was wir nicht wissen. Politische richtungskämpfe hin bis zum Klassenkampf sind bei der Thematik zu erwarten. Alle wollen für sich das beste rausholen, das ist doch vermutlich auch allen klar, die da mitreden wollen und entscheiden wollen. Es muss aber doch auch möglich sein, Fakten entscheiden zu lassen und Vergleiche zuzulassen und gutes aus andern Ländern zu übernehmen. Ob unsere Politiker/innen diese Muße und Kraft aufbringen, um zu guten Entscheidungen zu gelangen, da bin ich mir persönlich nicht mehr so sicher. Da gäbe es vielleicht Experten, auf die zu hören wäre, wenn der Wille dazu vorhanden wäre außer der unbedingte Wille zum Machterhalt, der aus den Worten der Politik spricht.

Grüße, Ulrike-Marisa, die da nicht sehr zuversichtlich ist, dass was Brauchbares an notwendiger Reform bei rauskommt
Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 53 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Wally hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 01:37 Aber Scherz beiseite: weniger Kliniken bedeutet zunächst mal längere Wege dort hin. Hier in Hurlach z. B. würde eine Schließung der nächsten beiden (kleineren) Kliniken bedeuten, dass wir vierzig statt zehn km bis zum nächsten Krankenhaus hätten. Welche Folgen das in akuten Notfällen (Herzinfarkte, Gehirnschläge, Atemwegsobliterationen, schief laufende Hausgeburten, innere Blutungen nach Unfällen usw.) hätte, in denen es vorrangig auf jede Minute bis zum OP ankommt, kann man sich unmittelbar in Sterbezahlen ausrechnen... Da müßte eine Großklinik schon verdammt viel besser sein, um diesen Nachteil wenigstens anderweitig statistisch noch wettzumachen. Zumal man besonders schwierige Spezialfälle ja immer noch in kompetentere Kliniken verlegen kann, wenn's nicht gerade akut um die letzte Minute geht.
Das sehe ich genauso. Etliche Schlaganfälle wären anders gelaufen, wenn ein Klinik MIT ausreichenden Notfallressourcen in der Nähe gewesen wäre. Auch bei Geburten, bei den keine schweren Komplikationen zu befürchten sind, ist die Klinik in der Nähe aus vielen Gründen die bessere Lösung.
Die Radiologie hier ist für 90% der Fälle ausreichend - Knochenbrüche, Gelenkschäden, Wirbelsäule... Ich gehe für die Nachsorge in die nächste Uniklinik, dort haben sie Technik mit viel höherer Auflösung, mit den z.B. Rezidive nach Tumorbehandlung deutlich früher erkannt werden können. Geht nur als Privatpatient.

Durch das Versagen der Krankenhausfinanzierung der Länder mußte unser lokales Krankenhaus ein hochauflösendes Ultraschallgerät über Spendengelder beschaffen - sonst wäre deren CashCow (Gynäkologie) nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen. Halt staatliches Gesundheitswesen - nicht am Notwendigen orientiert, sondern am Haushalt. Und imme rnur für 1 Haushaltsjahr Budgets planen.
Wally hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 23:18 Dazu ein paar persönliches Detais aus meiner Erfahrung als privat versicherter Patient:
Die Chefarztbehandlung ist nicht unbedingt nötig - meistens ist der leitende Oberarzt der bessere Operateur. Bei privaten ambulanten Leistungen ist das Ergebnisgespräch mit dem Chefarzt schon nützlich. Die großen Kliniken haben auch genügen EZ. Unsere kommunale hat je Station nur 1. Habe auch schon keins bekommen, einmal wurde ich nach 2 Tagen gefragt, ob nicht umziehen kann für eine ältere Dame. Antwort war natürlich nein - für mich ist auch nie jemand umgezogen.
Wally hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 23:18 Als Rentnerin kann ich mir diesen teuren Tarif - nach den massiven Preiserhöhungen gerade in den letzten paar Jahren - nun nicht mehr leisten, und ich seh's auch nicht mehr ein: da sie mich dann ja trotzdem nur wieder in ein Zweierzimmer stecken...
Nach einigen Jahren muß man in der PKV selbst aktiv werden und seinen Tarif überprüfen. Nachdem ich 1999 auf fast 1000 DM/Monat gekommen war, habe ich den Tarif gewechselt und bei etwas reduzierten Leistungen dann nur noch 350 bezahlt (jetzt natürlich mehr). Vor 10 Jahren wieder in einen "jungen" Tarif (neu geschaffen im Wettberb um junge Neukunden, die gut zahlen aber wenig kosten) gewechselt und zahle weniger als für GKV mit Zusatzpaketen. Die PKV hat 20.000 € für Zahnerersatz voll übernommen, meine "GKV-Frau" mußte trotz Zusatzversicherung noch 12.000 € zuzahlen. Und bald wieder für die nächste Zahnreihe.

Es gibt keine pauschalen pro und contra bei PKV vs GKV. SInnvoll ist ein System der Patientensteuerung, dass aber von der organisierten Ärzteschaft abgelehnt wird. Rechtliche Probleme wie Zuordnung von Verantwortung werden vorgeschoben. Gemeint ist natürlich eine andere Vergütungsverteilung. Funktioniert aber woanders. Die Anzahl der Arztbesuche muß reduziert werden, denn sie führen nicht zu mehr Gesundheit, dafür Kosten. Ein kleiner, aber merklicher Eigenbeitrag, nicht fix sondern abhängig von der Höhe des Kassenbeitrags könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Eine weitere Erhöhung der staatlichen Zuschüsse würde die Probleme nicht lösen, sondern die Probleme staatlicher Gesundheitswesen einführen. Und ganz schnell: Die FInanzierung UND Vergütung der Kliniken muss neu geregelt werden. Wenn dies verbessert ist, kann man auch an optimierte Abläufe denken bzw. diese als Bedingung machen. Ich war mal in einem Projekt für einen großen IT-Konzern, der Klinik-Prozesse ideal strukturierte, um eine interaktrive Prozesssteuerung zu ermöglichen. Wurde dann doch nicht umgesetzt, da die Wiederstände bei den Kunden zu groß waren. Etwas anders zu machen, wäre ja zu stressig.

Ach ja, Pflege: ich habe mehrere Bekannte, die in der Altenpfle beschäftigt sind: Eigentlich kommen sie zurecht, bemängeln vor allem, dass kein planbares Privatleben möglich ist. Durch den Mitarbeitermangel sind die Dienstpläne jede Woche anders - es gibt keine planbaren Familien-, Sport-, kulturellen Aktivitäten, denn jeder Wochentag hat wieder andere Dienstzeiten als die Woche davor. Und bei unvorgesehen Fehlzeiten bleibt gar nichts mehr übrig, da werden alle Freizeiten "einkassiert".

Liebe Grüße Nora_7
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 54 im Thema

Beitrag von Jasmine »

conny hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 21:43 Ich denke, dass der Verlauf der bisherigen Diskussion gezeigt hat, dass Vergleiche mit anderen Ländern mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Beantwortung der sehr komplexen Finanzierungsfrage erfordert ein tiefgründiges Fachwissen. Einfache simple Vorschläge reichen zur Lösung des Problems sicher nicht.................
:lol: dann würden unsere Politiker feststellen das es andere Länder besser können. Denn was in den Ländern ein Erfolgsmodell ist, warum sollte das für Deutschland schlecht sein? Und wenn solche Gewinne wie von mir beschrieben gemacht werden und gleichzeitig die Krankenkassenbeiträge steigen, dann kann doch irgendwas nicht stimmen. Da brauche ich nicht studiert haben. Da muss ich nur die Fakten lesen. Gewinn ist Gewinn - da brauche ich kein tiefgründiges Fachwissen. Es hat mir noch keiner erklären können warum solche Gewinne gerechtfertigt sind.
Wegen dem Lobbyismus fehlt der Wille etwas zu ändern. So sehe ich das. Ich will kein amerikanisches Prinzip in Deutschland.
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 55 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jasmine hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 11:25
conny hat geschrieben: Do 23. Feb 2023, 21:43 Ich denke, dass der Verlauf der bisherigen Diskussion gezeigt hat, dass Vergleiche mit anderen Ländern mit Vorsicht zu betrachten sind. Die Beantwortung der sehr komplexen Finanzierungsfrage erfordert ein tiefgründiges Fachwissen. Einfache simple Vorschläge reichen zur Lösung des Problems sicher nicht.................
:lol: dann würden unsere Politiker feststellen das es andere Länder besser können. Denn was in den Ländern ein Erfolgsmodell ist, warum sollte das für Deutschland schlecht sein? Und wenn solche Gewinne wie von mir beschrieben gemacht werden und gleichzeitig die Krankenkassenbeiträge steigen, dann kann doch irgendwas nicht stimmen. Da brauche ich nicht studiert haben. Da muss ich nur die Fakten lesen. Gewinn ist Gewinn - da brauche ich kein tiefgründiges Fachwissen. Es hat mir noch keiner erklären können warum solche Gewinne gerechtfertigt sind.
Wegen dem Lobbyismus fehlt der Wille etwas zu ändern. So sehe ich das. Ich will kein amerikanisches Prinzip in Deutschland.
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Das ist doch einfach sachlich unrichtig. Hast du die Beiträge hier nicht gelesen oder ignorierst du alles Wissen anderer hier? 1. Auch öffentliche Krankenhäuser müssen Gewinn machen.. Und der ist manchmal auch recht gut. Und die Beiträge steigen, weil immer mehr ältere und damit teure Patienten hinzukommen, und die Ansprüche der Versicherten immer größer werden. 2. Andere Länder können es nicht besser, nur anders und haben dennoch Probleme, die aus deren System kommen. Und die Kosten steigen überall. Das ist hier bereits ausführlich beschrieben worden. Und würden das die Politiker so sehen wie du, dann müßte es ja längst die Superlösung geben, die alle Probleme löst. 3. An ein amerikanisches System denkt niemand hier auch nur im Ansatz. Wenn du die Ideologie außen vorläßt, dann ist privat nicht = amerikanisch. Auch die kirchlichen Organisationen wie Caritas sind privat. Und die können und sollen sich nicht aus Kirchensteuern finanzieren, sondern geschäftsbezogen. 4. Welche Fakten? Die Gewinnen von Klinikkonzernen dürfen nicht losgelöst betrachtet werden - andere machen auch Gewinne. Nein studiert haben muß man nicht, aber Informationen verstehen und zu einem Gesamtbild zusammenfügen können und nicht nur unter dem Blickwinkel einer Ideologie.

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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 56 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 11:47 .......... aber Informationen verstehen und zu einem Gesamtbild zusammenfügen können und nicht nur unter dem Blickwinkel einer Ideologie.
Ja ne is klar, also dann bemühe ich doch mal Google:
https://de.statista.com/statistik/daten ... -laendern/
Wo steht Deutschland? Auf Platz 30.
Da fangen doch schon mal die Fehler an. Warum nimmt Deutschland nicht einen der besten Ränge ein? Das hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern schlichtweg mit Rückständigkeit.
Dann habe ich mir dies durchgelesen:
https://www.dgvt-bv.de/news-details/?tx ... esberichts.
Ich sehe das nicht als reine Ideologie. (dr)
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 57 im Thema

Beitrag von Blossom »

Jasmine hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 12:12 Ja ne is klar, also dann bemühe ich doch mal Google:
Die nichts aussagt!

Du solltest besser diesen Bericht lesen: https://blog.oecd-berlin.de/das-deutsch ... -vergleich
Hier wird die Thematik sehr detailliert aufgegriffen und auch darauf hingewiesen, was zu tun wäre.

Vergleiche mit anderen Ländern sind schlicht problematisch ... andere Systeme und Finanzierungen derselben sind nahezu nicht vergleichbar. Qualität der Versorgung dahingehend schon eher - und hier sind wir gut. Deinem Standpunkt, Deutschland sei schlicht rückständig, muss ich daher vehement widersprechen!
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 58 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Blossom hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 12:21 ....... Qualität der Versorgung dahingehend schon eher - und hier sind wir gut. Deinem Standpunkt, Deutschland sei schlicht rückständig, muss ich daher vehement widersprechen!
Ich denke das kommt darauf an, wo man in Deutschland lebt. In der Stadt mag dies vielleicht stimmen, jedoch weiß ich warum meine Ärzte gerade nicht in diesem Landkreis sind. In Ratingen oder Düsseldorf war ich mit den Ärzten und Krankenhäusern auch zufrieden.
Liebes Blümchen, wie sieht es denn bei der Digitalisierung aus? Das ist nicht "mein" Standpunkt, das sagen andere Menschen die sich mit der Materie auskennen.
https://www.aerzteblatt.de/archiv/22341 ... t-es-genug
https://www.br.de/mediathek/video/digit ... 001a36495b
https://www.google.com/search?gs_ssp=eJ ... OeRZGFF_pI
Liege ich tatsächlich so falsch mit meiner Meinung?
Liebe Grüße Jasmine
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 59 im Thema

Beitrag von Blossom »

Jasmine hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 12:33 Ich denke das kommt darauf an, wo man in Deutschland lebt.
Das ist doch schon lange bekannt und Thema ... und auch hier wurde und wird nach Lösungen gesucht, z.B. geringere Zulassungsvoraussetzungen für das Medizinstudium, bei gleichzeitiger Verpflichtung eine bestimmte Anzahl an Jahren als Landarzt zu arbeiten etc. Und dass sich je nach Landkreis Krankenhäuser, die ja wirtschaftlich arbeiten müssen, nicht halten können ist auch bekannt. Und auch in den Städten sorgen Zulassungen durchaus für Probleme, doch zugleich sind Kassen auch zum Bestandsschutz verpflichtet. Ein Orthopäde muss auch gesichert von seiner Praxis leben müssen.
In der Digitalisierung hat sich bereits viel getan ... aber einen tradierten Bürotiger mal eben so auf die Schnelle umzustrukturieren bedarf durchaus seiner Zeit. Und ganz ehrlich? Nicht immer ist das von Vorteil ... Wir hatten vor kurzem übers Wochenende einen Internetausfall, der unser "Dorf" lahmlegte. Nichts mehr mit Zugriff auf das Intranet. Da hätte ich mir so manche handschriftliche Aufzeichnung gewünscht.

Das Thema ist viel zu Komplex als das es einfache und schnelle Lösungen geben könnte. Grundsätzlich denke ich, sind wir derart verwöhnt und verweichlicht, dass wir die alten Hausmittelchen in vielen Fällen vergessen haben, wegen jedem banalen Zipperlein zum Arzt laufen oder das System belasten, weil wir mal wieder keinen Bock auf Arbeit haben (Hierzu gab es mal eine tolle ZDF-Doku). Und bekommt jemand nicht, was er will, sucht solange nach einem anderen Arzt, bis derjenige bekommt, was er will.

Letztlich können wir darüber ewig weiterdiskutieren. Fakt bleibt: Wir haben ein gutes System, aber inzwischen auch eine Gesellschaft, die gut gelernt hat, wie sie den Sozialstaat ausbeuten kann, ohne daran zu denken, dass man nicht nur plündern kann - und ich lasse hier bewusst aus, dass die Gesellschaft seit den 1970ern gut 15 Jahre älter wird und die geburtenstarken Jahrgänge nun zur Last werden. Nur hätte man sich rechtzeitig auf beides vorbereiten können, denn es wurde gewarnt (wie auch betreffs Klima, Umweltschutz und vielem mehr - und ich will damit kein neues Fass aufmachen). Ich arbeite schon viel zu lange im System - sehe positive Veränderungen, aber auch Stillstand in zahlreichen Bereichen.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: STERN | Experte schlägt bis zu 2000 Euro Selbstbeteiligung für Kassenpatienten vor

Post 60 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Alle bisherigen Gesundheitsminister sind an Reformen des Systems gescheitert. Dafür meinen totale Laien, wie man es besser macht. Schon mal vom Dunning Kruger Effekt gehört? Google mal. Das deutsche (und viele andere) Gesundheitswesen ist so extrem von Partikularinteressen dominiert, dass kein Konsens möglich war und noch ist - außer jede Seite profitiert. Ich habe viele Jahre eine Firma für Arztsoftware gehabt - extrem sinnvoll aber auch schwierig. Originalton Ärzte: Wir sind keine ITler, und wenn der Staat uns dazu machen will, muss er das bezahlen. Will viele Praxen werden noch wie in 50er Jahren betrieben, Im Krankenhaus hat eine klinische Abteilung Schwierigkeiten, auf z.B. Labordaten zeitnah zuzugreifen. Früher kam es per Hauspost, jetzt wird es aus nicht nachvollziehbaren Gründen spät freigeschaltet. Und dann ist wieder ein Behandlungstag vorbei. Oder teure PCR-Coronatest: Nur die wenigen zertifizierte Labore durften diese in einem seit Jahrzehnten gängigen Routineverfahren durchführen, andere Tests nach dem gleichen Prinzip jeder. Capito? U.v.m.

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