"SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen
"SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen - # 2

Lebensplanung, Standorte
Momo58
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 16 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Bei solchen transfeindlichen Beleidigungen und dem transfeindlichen Schweigen der Kollegen kommt Wut in mir hoch. Mein Mann hatte eine ähnliche Situation. Er suchte Hilfe beim Personalrat, beim Vorgesetzten, bei der Gleichstellungsbeauftragten und niemand hat ihn ernst genommen. Letztlich wurde er als Opfer um des Betriebsfriedens gegen seinen Willen versetzt und weiter gemobbt. Nun ist er am Ende und seit Monaten krank geschrieben. Sein Chef wollte sich diese Woche entschuldigen. Mein Mann hat das Gespräch mit ihm abgelehnt, weil er es für Heuchelei hält und es dafür jetzt zu spät ist. Er wird noch eine Zeit lang krank geschrieben, danach folgen noch 10 Monate Arbeitslosigkeit und dann kommt er in Rente.
Trotz der Erleichterungen für transsexuelle Menschen in Luxemburg und anderen Ländern fällt es den Bürgern Europas noch sehr schwer, zu akzeptieren, dass es Menschen wie uns gibt. Es gibt so viele von uns die nach ähnlichen Erfahrungen arbeitslos wurden. Natürlich wurden sie nicht wegen ihrer sexuellen Selbstbestimmung entlassen, aber es wurden in fast allen Fällen andere Gründe gesucht, um transsexuelle Arbeitnehmer los zu werden.
Es ist eine schwierige Situation. Den Fall auf sich beruhen lassen hat zur Folge, dass es irgendwann nicht mehr bei verbalen Beleidigungen bleibt. Den Chef einschalten kann in jede mögliche Richtung gehen, aber es ist ein Versuch wert. Wenn es dann nicht klappt war es der falsche Arbeitgeber. Dann ist es an der Zeit sich nach einer anderen Arbeit umzusehen.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
Helga
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 17 im Thema

Beitrag von Helga »

Liebe Annette,
Es ist wirklich traurig, dass sich Hirnlosigkeit immer wieder in Symptomen zeigt, die mit der Verachtung anderer Menschen zu tun haben. Fühl dich gedrückt!
Ich gehe mal davon aus, dass die Rechtslage in Luxemburg nicht soviel anders ist als in Deutschland.
Das Ganze ist nicht unbedingt ein Trans- Thema sondern kann Im Grunde jeden Menschen treffen.
Herabwürdigende Beleidigungen in dieser Form vor versammelter Mannschaft rechtfertigen auf jeden Fall eine Abmahnung durch den Arbeitgeber, im Wiederholungsfall droht fristlose Kündigung. Ein derart respektloser Umgang mit Mitarbeitenden ist nicht tolerierbar.
Aber, ich verstehe deine Bedenken: Welches Standing hat der Typ sonst im Betrieb? Wäre er im Kündigungsfall ohne Probleme zu ersetzen oder gehört er zu zu den Berufszweigen, die auf dem Arbeitsmarkt kaum noch verfügbar sind und liefert ansonsten tadellose Arbeit ab? Würde mit dem Mitarbeiter auch noch wichtiges Firmen- Know-how verloren gehen? In diesen Fällen würde es der Geschäftsführung vermutlich schwer fallen eine Abmahnung oder sogar Kündigung auszusprechen. Das können wir als Aussenstehende nicht einschätzen. Eine Eskalation ist nicht unbedingt zielführend. Auch wenn sie dir beruflich nicht schadet (nicht schaden darf) ist dies im Zweifel mit einer Menge Stress und Frust verbunden.
Du solltest deine Vorgesetzten dennoch in ruhiger und sachlicher Form von dem Vorfall in Kenntnis setzen ohne dabei Forderungen aufzustellen, die diese möglicherweise nicht umsetzen können. Adressiere diesen Bericht an jemanden, den du einschätzen kannst.
Auf jeden Fall solltest du dem Typen einen Hinweis geben, wie dumm sein Verhalten war: Beleidigung vor Zeugen wird nach deutschem Strafrecht mit bis zu zwei Jahren Gefängnisstrafe geahndet. Vielleicht verpackt in einer freundlichen Warnung vor einem Wiederholungsfall.
Mach dir auf jeden Fall eine Notiz über den heutigen Vorfall: Datum, Uhrzeit, Umstände, Beteiligte.... für den Fall, dass du irgendwann rechtliche Schritte einleiten musst.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 18 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Eine echt blöde Situation. Du reagierst, egal was Du tust. Denn frei nach Watzlawik ist nicht reagieren auch eine Reaktion. Das Dilemma: Gehst Du auf Konfrontation, weißt Du nicht was passiert. Reagierst Du nicht, öffnest Du Tür und Tor für weitere Pöbeleien. Um die Entscheidung kommst Du nicht herum. Was sagt Dir Dein Gefühl ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Christiane
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 19 im Thema

Beitrag von Christiane »

Liebe Annette

Das macht mich doch sehr betroffen.
Tolerierbar ist das meiner Meinung nach in keiner Weise.
Wundern tut es mich mittlerweile aber auch nicht mehr.
So etwas könnte ich mir in meiner Firma topfgleich genauso vorstellen.
Allerdings weiß ich, dass bei uns dies ohne Sanktionen bleiben würde, leider.
Ich würde mich an Deiner Stelle an diejenigen Vorgesetzten wenden, an die Du Dich bei Deinem Outing gewandt hast.
Hier ist jetzt definitiv die Firmenleitung in der Pflicht zu reagieren. Schon allein um dem Rest zu zeigen, dass dies nicht toleriert wird und um Nachahmer zu stoppen.
Eigentlich müssten die jetzt von sich aus tätig werden.
Bezüglich einer Anzeige habe ich das blöde Gefühl, dass da dann plötzlich keiner anwesend war, bzw. keiner was gehört hat.
Es sei denn, Du hast gute Kolleg*innen, die fest an Deiner Seite stehen.
Ganz ohne Reaktion würde ich das aber nicht lassen.
Wahrscheinlich war mein Kommentar jetzt für Dich nicht sehr hilfreich, aber ich will Dir damit zeigen, dass Du nicht allein bist und drück Dich jetzt ganz fest. (dr)

Lieben Gruss
Christiane
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Lina
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 20 im Thema

Beitrag von Lina »

Annette hat geschrieben: Mi 8. Feb 2023, 13:06 Ich habe lange darauf warten müssen, nun ist es passiert:

"SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen und machte damit seinem kleinkarierten Unmut Luft. Ganz öffentlich vor versammeltem Team, etwa ein Dutzend Leute. Niemand sagte oder unternahm etwas zu meiner Verteidigung. Das spricht Bände. Ich habe ihm gesagt, solch eine Fascho-Bemerkung sei beleidigend und damit völlig fehl am Platz. Der Typ hat's nochmal wiederholt, und niemand hat's gekümmert. Mir sind die Hände ziemlich gebunden, denn wenn ich was unternehmen will, dann geht das nur auf rechtlichem Weg. Doch ich habe Angst, dass, wenn ich in unserem Betrieb eine Beschwerde-Mail absetze, dies vielleicht als überreagiert daherkommt und solch eine offizielle Beschwerde sich eher kontraproduktiv auf mich selbst auswirken könnte.

Ich bin momentan so verärgert, sorry, doch ich musste das jetzt loswerden. Immerhin weiss ich, dass ihr mich verstehen könnt"¦

Mit traurigen Grüssen,
Annette
Wenn du nichts tust, wird es aber wieder passieren.

Vielleicht hilft es auch, wenn dem Management darauf hingewiesen wird, dass du auch ohne seine Hilfe was tun kannst:

Strafgesetzbuch (StGB)
-§ 185 Beleidigung
Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung öffentlich, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts (-§ 11 Absatz 3) oder mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(Antragsdelikt, soweit ich weiß - einfache Strafanzeige reicht also nicht,)

Das könnte die Fürhung vielleicht dazu animieren, selber aktiv zu werden.

Ehrdelikte werden aber trotzdem im deutschen Recht ziemlich ernst genommen ...


Außerdem kann das Verhalten des MItarbeiters ja nicht wirklich positiv aufs Arbeitsklima wirken.
Karla
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 21 im Thema

Beitrag von Karla »

@Lina: Anette lebt in Luxemburg
...aber prinzipiell hast Du recht!
...und wenn Anette 12 Zeugen namentlich benennen kann, werden die hoffentlich nicht alle "umfallen"!

-> Gegenwehr ist angesagt, der Arbeitgeber gefordert! wenn sich die Situation innerbetrieblich ohne Strafanzeige lösen läßt, wäre es gut.
Ultima Ratio bleibt die Anzeige, gefallen lassen würde ich mir so was jedenfalls NIE MEHR!

LG karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Annette
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 22 im Thema

Beitrag von Annette »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 8. Feb 2023, 17:12 ...habe ich den Titel des Themas geändert, bzw. ergänzt; denn nur den Ausspruch "Sch***-Tanse" als Titel finde ich nicht in Ordnung und missverständlich.
Ja, ich weiss. Ich war gestern ziemlich aufgebracht und habe nicht weiter nachgedacht. Tut mir leid,... und Danke für deinen Zuspruch!

Annette
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 23 im Thema

Beitrag von Annette »

Guten Morgen

Erst einmal vielen Dank für all euren Trost und Zuspruch. Das hat mir etwas Freude bereitet in dieser Situation. Ich weiss, dass ich in meinen bisherigen Beiträgen schon oft provoziert habe, und vielleicht auch die eine oder andere vor den Kopf gestossen habe, doch bei euren Antworten in diesem Beitrag fällt mir auf, dass unabhängig davon einen grossen Wert auf Verständnis und Solidarität gelegt wird. Ich danke euch, ihr seid lieb.

Den Rest des gestrigen Tages habe ich geweint und vor mich hingemotzt. Den gesamten Weg meiner Transition habe ich ja sehr schnell und ohne geringste Schwierigkeiten abschliessen können, nicht ein einziges mal ist mir sowas passiert. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht etwas zu "erfolgsverwöhnt" gewesen und nun eben diese kleine Ernüchterung. Schade nur, dass dies in der Berufswelt passiert, somit bin ich ab sofort dieser miesen Stimmung ausgeliefert. Mein Plan war, erst einmal eine Nacht darüber zu schlafen, um dann zu sehen wie es sich entwickelt. Besser wurde es jedoch nicht, der Kerl redet bisher mit keinem und ignoriert mich gänzlich. Andere scheinen ihren Spass dabei zu haben, es gibt blöde (jedoch keine beleidigende) Sprüche, die ich nicht hören will. Es fällt auf, dass einige andere mich auch keines Blickes würdigen, bisher. So befinde ich mich auf dem Boden der Tatsachen und fühle mich sehr traurig und niedergeschlagen.

Doch ich wäre nicht Annette, wenn ich jetzt aufgäbe...
Mein Schreiben ist auf dem Weg! An die richtige Bezugsperson der ich vertrauen kann!

Mal sehen...

Danke für all eure bisherige Anteilnahme, das ist sehr lieb von euch!

Annette
Anne-Mette
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 24 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich wünsche dir "Gefühl und Härte" in der Angelegenheit und dass es sich letztendlich so entwickelt, wie du es willst und du auch dort die Anerkennung bekommst, die du verdienst.

Gruß
Anne-Mette
conny
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 25 im Thema

Beitrag von conny »

Annette hat geschrieben: Do 9. Feb 2023, 10:56 Mein Schreiben ist auf dem Weg! An die richtige Bezugsperson der ich vertrauen kann!
Du wirst sicher den richtigen Weg finden, der hoffentlich zu dem Ergebnis führt, dass die Vorgesetzten ggü. den Pöblern zur Erhaltung des Betriebsfriedens richtig vorgehen. Dass bedeutet in so einem Fall eine Abmahnung, zumindest eine personalaktliche Ermahnung und die Bitte um Entschuldigung im Beisein aller Beteiligten.
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 26 im Thema

Beitrag von Wally »

Das Schimpfwort "Scheiss-Transe" hat hier wohl einen ähnlichen Stellenwert wie sonst ein herzhaftes "A********": keinesfalls lustig, aber es kommt doch sehr auf die Umstände und die aussprechende Person an, ob es sinnvoll ist, ernsthaft was dagegen zu unternehmen. "Isch fick deine Mudda" wäre ungefähr auf demselben Niveau - da ist es auch nicht unbedingt erfolgversprechend, mit einer Anzeige wegen Androhung einer Vergewaltigung zu antworten. Manchmal bleibt einem gar nichts anderes übrig, als einfach über sowas zu stehen. Wer sich so äußert, disqualifiziert sich schließlich schon selber. Kopf hoch, liebe Annette - das meine ich in diesem Fall wörtlich!
Herzliche Grüße
Wally
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 27 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Annette hat geschrieben: Mi 8. Feb 2023, 13:06 "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen und machte damit seinem kleinkarierten Unmut Luft. Ganz öffentlich vor versammeltem Team, etwa ein Dutzend Leute. Niemand sagte oder unternahm etwas zu meiner Verteidigung. Das spricht Bände. Ich habe ihm gesagt, solch eine Fascho-Bemerkung sei beleidigend und damit völlig fehl am Platz. Der Typ hat's nochmal wiederholt, und niemand hat's gekümmert. Mir sind die Hände ziemlich gebunden, denn wenn ich was unternehmen will, dann geht das nur auf rechtlichem Weg. Doch ich habe Angst, dass, wenn ich in unserem Betrieb eine Beschwerde-Mail absetze, dies vielleicht als überreagiert daherkommt und solch eine offizielle Beschwerde sich eher kontraproduktiv auf mich selbst auswirken könnte.
Hallo Annette,

solch verbale Übergriffe sind uns nicht fremd und es tut mir sehr Leid, daß es nun auch dich getroffen hat. Leider lese ich aus deinem Eingangsbeitrag nicht heraus, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Hattest du voher schon Probleme mit diesem Arbeitskollegen?

Wäre ich in deiner Situation, würde ich einen rechtlichen Weg erst einmal nicht in Betracht ziehen, vielmehr würde ich auf ihn zu gehen um ein 4-Augen-Gespräch zu führen um die Hintergründe für seine Entgleisung zu erfahren.

So direkt hat mich im Job noch niemand beleidigt, aber wie ich schon erwähnte, wurde von Kundenseite einige Zusammenarbeiten ausgeschlagen - wegen meinem transidenten Hintergrunds.

Jennifer

P.S.: aus Zeitgründen, konnte ich bisher nicht die anderen Kommentare hier im Thread lesen, wenn also meine Zeilen hier schon mal erwähnt wurden, bitte ich um Verzeihung!
=================================

Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 28 im Thema

Beitrag von Cappuccina »

Liebe Annette,

ich bin stocksauer, wenn ich sowas lese muss. Der Bursche hat Glück, dass ich nicht dabei war.
Ich würde ganz offen zum Gegenangriff übergehen und ihm im Beisein möglichst vieler Kolle*innen ganz ruhig sagen,
dass ich diese Straftat, falls er sich nicht unverzüglich öffendlich entschuldigt, anzeigen werde.
(..und auf mein Wort wäre Verlass)

Fühl Dich lieb gedrückt,
Cappuccina
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 29 im Thema

Beitrag von Lina »

Karla hat geschrieben: Do 9. Feb 2023, 02:11 @Lina: Anette lebt in Luxemburg
...aber prinzipiell hast Du recht!
...und wenn Anette 12 Zeugen namentlich benennen kann, werden die hoffentlich nicht alle "umfallen"!

-> Gegenwehr ist angesagt, der Arbeitgeber gefordert! wenn sich die Situation innerbetrieblich ohne Strafanzeige lösen läßt, wäre es gut.
Ultima Ratio bleibt die Anzeige, gefallen lassen würde ich mir so was jedenfalls NIE MEHR!

LG karla
OK, das mit Luxembourg hatte ich übersehen, aber so gut wie alle Länder, die irgendwann im 19. Jahrhundert Duelle verboten haben und irgendwie durch Napoleon von französischem Recht beeinflusst sind, haben was in dieser Richtung.

Nach einer schnellen Recherche würde ich sagen, dass man die relevanten Paragraphen im Code Penal du Grand Duche de Luxembourg, ab article 443 findet.
Genaueres über interessante Urteile dazu in Luxemburg habe ich leider nicht.
sbsr
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Re: "SCHEISS TRANSE" sagte mir heute Morgen einer meiner Arbeitskollegen

Post 30 im Thema

Beitrag von sbsr »

Unser Mutterkonzern ist indisch und in Indien wird stark Wert auf Höflichkeit gelegt, das spiegelt sich auch bei uns im Betrieb wider. Es gibt regelmäßig Beiträge im News Feed im Intranet, wo es um Höflichkeit oder dem Umgang miteinander geht.

Zum Glück ist das nicht nur schöner Schein, sondern hat sich wirklich zur Unternehmenskultur, oder wie man neudeutsch sagen würde, zum Mindset entwickelt. Derartige Entgleisungen, wie sie Dir widerfahren ist, würden bei uns konsequent geahndet. Mit so vielen Zeugen im Raum wäre eine Abmahnung gewiss, ohne Diskussion. Verbunden mit der Auflage eines gemeinsamen persönlichen Termins beim Personalreferat und Betriebsrat, in dem keine Entschuldigung erzwungen wird, die sowieso nicht ernst gemeint ist, sondern die Hintergründe beleuchtet werden.

Ich selbst musste das schon einmal erfahren, die Äußerung "Soll ich dir gleich eine rein hauen?" zu einem Mitarbeiter der Werksfeuerwehr während eines medizinischen Einsatzes hat mich letztlich mein Amt als Betriebssanitäter (inklusive damit verbundener Funktionszulage) gekostet.

Anders herum kann ich mir relativ sicher sein, dass ich Kommentare über mein Trans* zumindest nicht zu hören kriege, sondern diese wenn dann heimlich hinter meinem Rücken abgelassen werden.

Sollte es dennoch passieren, und das ist das was ich mit diesem Beitrag hier eigentlich sagen will, sollten wir alle mental darauf vorbereitet sein. Ansonsten ist man total überfahren und reagiert gar nicht, perplex oder unüberlegt. Das heißt, wirklich mal im Geiste oder auch laut ausgesprochen vor dem Spiegel so eine Situation durchspielen und sich Reaktionen des Gegenübers ausdenken.

Ich habe mir dazu einen relativ universellen Spruch zurecht gelegt, den ich ähnlich auch schon in anderen Situationen nutzen und damit erstmal erfolgreich aus der Lage kommen konnte. Geht in etwa so:
Das mag nun Deine/Ihre persönliche Ansicht sein,
- die an dieser Stelle aber nichts zum Thema beiträgt
- die (zum Glück) offensichtlich keine Allgemeingültigkeit hat
- die wir besser an anderer Stelle noch einmal (unter vier Augen) diskutieren
- damit weiß ich wenigstens, mit wem ich es zu tun habe

Generell sind solche passiv aggressiven Reaktionen etwas, womit die wenigsten rechnen, man also mit Gegen-Verwirrung kontern kann. Außerdem unterbricht man damit jegliches Gespräch, ohne dem Gegenüber einen weiteren Angriffspunkt zu liefern. Danach kann man in Deinem Fall zum Beispiel in die Gesichter blicken und entscheiden, auf welcher Seite die anderen Anwesenden sein werden und wie man die Situation weiterführen oder verlassen möchte.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Gesperrt

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