Blossom hat geschrieben: Do 10. Nov 2022, 23:05
Wie Jennifer mache auch ich Ballett ...
Ihr habt das Thema Tanz als Kunstform im Thread so schön vorbereitet, dann lasst mich euch mal meinen Senf Marke "Ballett +++ Made in DDR" dazugeben
Turnen, Tanz und Ballett wurde in der DDR schon immer gefördert. Im sehr informativen Artikel +Körperpolitik in der DDR+ könnt ihr mehr darüber erfahren, da muß die Tina nicht in die Tasten hauen

Zum Artikel geht es hier:
http://www.denkstroeme.de/heft-14/s_9-4 ... obs-wehren
Ich bin in den 1960er Jahren zum Ballett gekommen, wobei sich unser Unterricht nach der Vaganova-Methode gestaltete. Wie konnten wir auch nach RAD trainieren, wenn die doch vom "Klassenfeind" kommt

Die kleine Tina lernte schon früh Ballett und so träumte ich von einer tänzerischen Karriere, so richtig mit Akademieausbildung. Dazu musste man jedoch einen Vorbildscharakter haben und "Systemtreu", auf gewisse Art, sein. In meiner Jugend war ich schon eine Rebellin, ging der freien Liebe und einem offenen Leben nach, ähm außerhalb des Tanzstudios natürlich. All das waren Punkte die mich im sozialistischem System der DDR eine Aufnahme an der Tanzakademie scheitern liesen. Ok, die wollten mich nicht
So blieb mein Talent auf die hiesige Tanzschule beschränkt, ich war gut, richtig gut
Blossom hat geschrieben: Sa 12. Nov 2022, 22:34
Ja, "Graded Examinations in Dance / Classical Ballet", Royal Academy of Dance, Grade 1, Note: "Merit" "¦ war blöd, weil 74 von 100, ein Punkt mehr wäre schön gewesen. Dann hätte es für "Distinction" gereicht "¦ schmunzel "¦ liegt bei mir aber schon eine ganze Weile zurück "¦ Juli 2004.
Schmunzel, schmunzel zurück Sweet B, aber 2004 ist noch gar nichts. Meine Prüfungen liegen da noch ein paar Jahrzehnte zurück+++

Geprüft wurden wir seinerzeit an der Palucca Tanz-Hochschule in Dresden. OMG, ich kann mich noch an die Busfahrten dahin erinnern, das war nicht die Autobahn wie man sie heute kennt, die Touren waren das reinste Abenteuer

Angekommen sind wir aber alle, PUHHHHH

Anyway, ich habe alle Prüfungen mit Bestnoten bestanden, ja-die-Tina-sich-gerade-auf-die-Schulter-klopft

Das war damals schon was, an der Palucca überhaupt sein zu können, wäre dort liebend gerne auf die Akademie gegangen. Das ganze Ambiente dieser renommierten Schule selbst erleben zu können, war definitiv ein HIGHLIGHT

Wie fühlt man sich dort erst als Schüler*in
Blossom hat geschrieben: So 13. Nov 2022, 22:18
Dresscode
Ob Dresscode oder freie Wahl stellte sich für uns Tanz-Girlies in der DDR erst gar nicht. Obwohl Turnen und Tanz hoch angesehen war, so +bescheiden+ war die entsprechende Ausrüstung. Als Trikot hatten wir einen Body aus Polyester-Material, puh war das grausig. Irgendwie haben die Teile immer gekratzt und "formpassend" waren die auch nicht. So was wie Stretchy kannte das Material nicht. Die eigentliche Größe hat immer gezwickt, selbst an den sensiblen-intimen weiblichen Stellen. So hat man eine Nummer größer getragen, aber die hat wieder geschlappert

Eine Tante von mir war Näherin und diese liebe Frau hätte mir so gerne ein Outfit selbst genäht, aber wenn es kein brauchbares stretchiges Material gibt, konnte sie sich die Arbeit sparen

Hingegen in der Schuhproduktion hat sich seit DDR-Tagen nicht viel geändert, heute tragen wir fast die gleichen, wenngleich es mehr Farbauswahl und unterschiedliche Materialien gibt. Eines haben jedoch alle Schläppchen gleich +++ sie sind schnell durchgetanzt
Modische (plus materielle) Vielfalt an Trainigsklamotten kam in der DDR erst in den 1980er Jahren auf. Endlich waren farblose Trikots passé und +Hupfdohlen+ wie wir konnten farblich auf einen völlig neuen Zug aufspringen, YEAH!!! Dennoch längst kein Vergleich zu heutigen Standarts in den Trainingsstunden. Ich bin M E G A froh, dass es bei uns keinen Zwang an modischer Vorgabe, ähmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Dresscode

gibt
Blossom hat geschrieben: So 13. Nov 2022, 22:18
insbesondere nachdem ich erst kürzlich nach einem Spagat
Da kann ich ganz gut mitreden, im Split war ich im Training neulich auch mal wieder. Aktuell proben wir für eine X-mas Auftritt, jap, da muß die Tina in den Spagat.
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Bottom line ist, Ballett hat früher Spaß gemacht und tut es in diesen Tagen noch immer. Tanz ist eine besondere Form des Ausdrucks und kann getrost als Definition für Kunst herhalten. Im direkten Vergleich "now and then" war die DDR-Zeit fordernder was das ganze drum herum und Ausstattung betrifft, ich würde sogar sagen, dass wir mit dem wenigen zufrieden waren. Well, es gab halt keine Alternativen. Heute sehe ich das anders, da zählt fast schon der Look den wir zum Training tragen, a lá "auffallen-ist-schonmal-die-halbe-Miete". Wem möchte man das bei all der Auswahl auch vorwerfen, die Tina nimmt sich aus dieser Rechnung KEINESFALLS raus
Das Trainingspensum kann ich von mir aus nicht mehr vergleichen, denn ich bin in dieser Zeit aus Spaß dabei. Gefordert sehe ich mich dennoch, aber nicht auf dem Level wie die Tanzmäuse aus den anderen Kursen hier an der Schule.
Genug getextet, muss schon wieder mein Dance Bag packen, gleich geht's ins Studio zum Training. Bin wie Jennifer derzeit gut im tänzerischen Business unterwegs

Und schon stehe ich vorm Schrank und überlege welchen Look ich heute tragen möchte,
CRAZY 