hier ein Queer-feindlicher Bericht, den ich gern mit Euch teilen möchte:
Eine Frau ist in einer Tram (Strassenbahn) gefahren und stand unmittelbar an der Ausgangstür der Tram. Etliche Sitzreihen entfernt sassen zwei Männer, welche Ihr mit "recht speziellen Blicken" aufgefallen sind. Doch denen schenkte sie nicht allzuviel Beachtung. Was die beiden redeten konnte sie nicht verstehen, denn es war eine für sie unbekannte Sprache.
Irgendwann stand einer der Männer - von der Frau unbemerkt - auf und ging direkt zum Ausgang, an dem sie stand. Ein andere Ausgang wäre viel näher gewesen. Allerdings nahm die Frau diesen Mann (nun schon fast an der Tür) einfach nur als einen Fahrgast wahr, der halt aussteigen wollte - das ist ja wahrlich nichts ungewöhnliches in der Tram.
Es gab KEINEN Blick von dem Mann zur Frau, sondern er ging direkt aus der Tram-Tür, als diese stillstand.
Dann passierte es: Der Mann hat von draussen kräftig an den Haaren der Frau gezerrt !!!
Nun hat er sich ein paar Meter weit weg gestellt und übelst fies gegrinst ....
Ach ja, die queere Frau, der Mensch von dem ich hier schreibe - das war ich !
Mir geht es hierbei nicht um Mitleid oder so !!!!
Doch ich habe daraus gelernt (und übrigens auch Anzeige bei der Polizei erstattet) und möchte Euch hierzu gern ein paar HINWEISE geben.
Die Liste ist weder vollständig, noch ist sie universell anzuwenden !
Dennoch hoffe ich, dass sie möglicherweise ein paar Hinweise geben und anderen Menschen in solchen Situationen helfen kann
Ach ja und eins wurde mir noch klar:
Ich lasse mir meine Freiheit und mein Leben dadurch NICHT einschränken
Ach ja: Es zahlt sich übrigens aus, wenn das "Kapperl" fest sitzt, denn der Vollpfosten hat es NICHT geschafft, mir die Haare vom Kopf zu zerren !!!
(sorry, doch ich verliere auch hierbei nicht meinen Humor)
Hier nun ein paar Tipps, die ich aus diversen Gesprächen mit FreundInnen und der Polizei zusammen gestellt habe:
1. Nach Hilfe rufen (z.B. laut werden, um Aufmerksamkeit auf die Situation zu lenken)
2. Datum, Uhrzeit und Ort notieren
3. Tram (Bus, ...) "Zugnummer" notieren (steht vorne beim Zugpersonal)
4. Zugpersonal ansprechen und um Unterstützung bitten
5. SOFORT die Polizei verständigen - nur sie kann zuverlässig organisieren, dass ggfs. Videoaufnahmen des Vorfalls gesichert werden
(diese werden sonst nur 24, eventuall auch 48 h lang aufgehoben)
6. Anzeige erstatten
7. Idealerweise eine Beschreibung der übergriffigen Person merken (Alter, Aussehen, besondere Merkmale, Sprache, ...)
8. Zeugen fragen, ob sie dabei unterstützen (als Zeuge aussagen/bei der Beschreibung der übergriffigen Person unterstützen)
9. Ggfs. Videos, Fotos die gemacht wurden "sichern" - Achtung: Das persönliche "Recht am eigenen Bild" bitte hierbei beachten
10. Unterschätzt die Belastung des Vorfalls für Euch selbst nicht und lasst Euch als "Nachsorge" ggfs. helfen
Ich habe davon alles gemacht, ausser 5. + 9. (bzw. es lief schief, die Videos vom RNV zu sichern und auch daher hier die Hinweise dazu)
Mit 10. bin ich OK - ich habe daraus gelernt, werde noch aufmerksamer sein, doch lasse mich davon nicht runter ziehen