BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell
BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell - # 2

Patricia
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 16 im Thema

Beitrag von Patricia »

Helga hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 00:14 Der Artikel zeigt allerdings ein Problem auf, das auch hier im Forum zu beobachten ist: Beim Thema "Transition" wird leider überhaupt nicht mit offenen Karten gespielt. Berichtet wird nur über Glücksgefühle, Himmel voller Geigen und "Angekommen"- Sein. Das hierbei Nebenwirkungen möglich sind, oder dass eine solche Maßnahme auch mal katastrophal daneben gehen kann, fällt leider immer unter den Tisch oder lässt sich bestenfalls zwischen den Zeilen erkennen.
Dies ist aus Sicht der Betroffenen irgendwie verständlich, weil Selbstschutz. Wer mag vor sich selbst schon zugeben, dass eine unumkehrbare, grundlegend lebensverbessernde Maßnahme, dann doch nicht so lebensverbessernd war sondern nur neue Probleme mit sich bringt. Auf diese euphemistische Selbstdarstellung fallen aber leider immer wieder Andere herein, die dann in eine ähnliche Situation geraten.
Ich möchte mich da gerne Marie, mehr oder weniger anschießen. es wird über die Sachen durchaus gesprochen, teils eben nur in den geschlossenen Bereichen. Teils nur im Chat, teils eben am Telefon oder persönlich. Wie oft habe ich mit Lisa über meine Zweifel sonstiges gesprochen und fühlte mich von ihr, als "fertige" Transfrau niemals gedrängt, im Gegenteil sie sagt selbst immer wieder "Dein Weg, dein Tempo"
Sicherlich gibt es in den Selbsthilfegruppen die ein oder andere Person die immer lauthals verkündet, dass es die beste Entscheidung des Lebens war und alles andere anzweifelt, aber es gibt auch diejenigen, die deutlich sagen, mach das was für dich richtig ist. Man muss nur genau genug hinhören und sich vor allem mit sich selbst beschäftigen.
Ich habe über Sabeth schon vor ein paar Tagen in einem anderen Artikel was gelesen und mich hat eine ihrer Aussagen dort sagen wir mal ein wenig gestört. Sie erzählte, dass sie in der Schule einen trans Mann kennengelernt hätte und sich fragte ob sie selbst evtl. trans sei. Danach nahm sie Hormone und irgendwann kam die OP. Hatte sie in der Zeit nie Zweifel? Kann ich mir irgendwie kaum vorstellen. Oder hat sie die Zweifel eher leichtfertig beiseite gewischt? Da hätte eine längere Wartezeit auf eine Kostenzusage und den OP-Termin vermutlich auch nicht geholfen.
Was die Frage eines Therapeuten angeht was man denn bei ihm suche, die finde ich durchaus angebracht, denn der Therapeut muss nicht unbedingt wissen warum man noch zu ihm geht. Meiner hat mich das auch gefragt und dann bekam er von mir eine ausführliche Antwort mit der er was anfangen konnte. Für mich kommt die OP derzeit aus medizinischen Gründen nicht in Frage und ich bin eben noch nicht sicher ob sie mir helfen wird, also benötige ich weiterhin seine Unterstützung um mir diesen Weg offen zu halten.
Warum ich unsicher bin ob mir die OP hilft? Weil meine Geschlechtsdysphorie nicht nur meine primären Geschlechtsmerkmale betrifft sondern auch Sachen wie Knochenbau oder Behaarung. Ja, ich würde mir eher meinen Schädel feminisieren lassen als die GAOP machen... Ich habe schon mal an einer anderen Stelle geschrieben, mein Gesicht sehe ich in jeder Spiegelung, mein Geschlechtsteil nur relativ selten....
Es gibt genug Stimmen die vernünftig sind, frau muss nur genau genug hinhören...

LG
Patricia
Aria
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 17 im Thema

Beitrag von Aria »

Tja, Sabeth war jung, unerfahren, labil und naiv. Sie hat sich von Erfahrungen anderer leiten lassen ohne zu reflektieren und sich nicht die notwendige Unterstützung dafür geholt. Sie hat auf eigene Faust agiert und ist auf willige Helfer gestossen. Und nun steht sie da und bedauert all das gemacht zu haben, wälzt die Verantwortung ab und sucht die Verantwortung bei jedem anderen aber nicht bei sich selbst. So eine Lebensgeschichte ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Presse und Widerstandskämpfer aus jeder Ecke. Aber wenn man mal ein wenig darüber nachdenkt, ereignen sich solche ungelungenen Lebensläufe bei jedem Metier das ein gewisses Maß an Verantwortungsgabe voraussetzt. Die Auswirkungen sind mal mehr und mal weniger drastisch. In diesem Fall leider mehr, da es die körperliche Verfassung zum 'jetzt' richtig erlebten Geschlecht vollständig ruiniert hat. Das mag nun alles etwas hart klingen aber am Ende ist jeder für sich selbst verantwortlich. Und daher kann ich jedem nur raten, Hilfestellungen anzunehmen, Gedanken und Entwicklungen ihre Zeit geben, sich immer wieder aufs neue reflektieren und einen Schritt nach dem anderen zu machen. Dann klappt es auch mit der Selbstdiagnose. Denn das ist es eben immer noch! Kein Psychiater/Psychotherapeut stellt diese - das macht man ganz allein und trägt dementsprechend die Verantwortung.
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 18 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Patricia_cgn hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 18:39 Was die Frage eines Therapeuten angeht was man denn bei ihm suche, die finde ich durchaus angebracht, denn der Therapeut muss nicht unbedingt wissen warum man noch zu ihm geht.
Falls Du damit auf meinen Beitrag anspielst:
Das war beim ersten (und einzigen) Termin. Für alles außer dem "klassischen" Weg der Transition fühlte er sich offenbar nicht zuständig.
Patricia
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 19 im Thema

Beitrag von Patricia »

Martina-NB hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 20:19 Falls Du damit auf meinen Beitrag anspielst:
Hallo Martina,
ja, darauf bezog ich mich in der Tat. Nicht irgendwie böse oder so (dr) . Es ging mir lediglich darum zu zeigen, dass der Therapeut von uns oftmals einen Hinweis benötigt, was wir von ihm wollen und erwarten. Diese Frage habe ich mehr oder weniger auch schon von anderen Therapeuten gehört mit denen ich zu tun hatte (nicht nur in Sachen trans). Wobei wenn der Therapeut bereits in der ersten Stunde sagt er wüsste nicht was er zu tun hätte, dann zweifle ich an ob es die (für dich) geeignete Person sei. Aus diesem Grund gibt es ja in der Psychotherapie die probatorischen Sitzungen in denen man schaut wie das Verhältnis zueinander ist.
Meiner hatte mich das gefragt, weil ich seiner Meinung nach keine Begleitung in meiner Transition benötige außer den Indikationsschreiben.

LG
Patricia
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 20 im Thema

Beitrag von Helga »

EmmiMarie hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 17:03 es wird hier sehr viel über Äusserlichkeiten
geschrieben und Fotos gepostet. Und ich habe da eine sehr scharfe Trennlinie zwischen Äusserlichkeiten und
körperlichen Dingen.
Liebe Marie,
natürlich wird hier im Forum sehr viel über Äußerlichkeiten geschrieben. Ohne die Veränderung des Äußeren kann eine "Transition", sei sie nun dauerhaft oder nur temporär nicht wirklich funktionieren.
Es macht aber einen himmelweiten Unterschied, ob wir uns über Perücken, Makeup, Sillys, Pölsterchen etc. unterhalten oder anderen dazu raten sich Körpeteile operativ ausschaben zu lassen.
Genau hier sehe ich die Trennlinie. Es ist eine historisch gewachsene Absurdität , dass einige "echte" Transsexuelle über die Äußerlichkeiten der Crossdresser die Nase rümpfen, gleichzeitig aber versuchen sich die Äußerlichkeiten über operative/ medizinische Maßnahmen selbst zu verschaffen: Epilation, Haartransplantation, Brustaufbau, FFS, im Zweifel noch Fettabsaugung und Verkürzung der Beine.
Wer jetzt behauptet dies für das eigene Körpergefühl zu benötigen und nicht wegen der äußeren Wirkung lügt sich nur noch selbst in die Tasche.
Liebe Grüße
Helga
Zuletzt geändert von Helga am Mi 20. Jul 2022, 23:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 21 im Thema

Beitrag von Helga »

Patricia_cgn hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 18:39 Warum ich unsicher bin ob mir die OP hilft? Weil meine Geschlechtsdysphorie nicht nur meine primären Geschlechtsmerkmale betrifft sondern auch Sachen wie Knochenbau oder Behaarung. Ja, ich würde mir eher meinen Schädel feminisieren lassen als die GAOP machen...
Liebe Patricia,
da wir schon bei den Äußerlichkeiten sind: Auf den wenigen Bildern, die du gepostet hast kann ich offengestanden keine übermäßig männlichen Gesichtszüge erkennen. Es ist natürlich immer eine Sache der persönlichen Erwartungshaltung. Die zarten Gesichtszüge eines zwölfjährigen Mädchens wirst du im Spiegel nicht entdecken können. Versuche aber mal deine Gesichtszüge mit den Gesichtszügen von mitteleuropäischen cis- Frauen deines Alters zu vergleichen. Bitte keine Models aus der Vogue, sondern die Verkäuferin bei Lidl, die Busfahrerin, die Nachbarin. Einfach Durchschnittsfrauen. Im Vergleich siehst du garnicht so schlecht aus.
Im Zweifel helfen Maßnahmen aus dem Repertoire der Crossdresser: Contouring, Halstuch, Sonnenbrille...
Liebe Grüße
Helga
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 22 im Thema

Beitrag von Aria »

Helga hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 23:31 Genau hier sehe ich die Trennlinie. Es ist eine historisch gewachsene Absurdität , dass einige "echte" Transsexuelle über die Äußerlichkeiten der Crossdresser die Nase rümpfen, gleichzeitig aber versuchen sich die Äußerlichkeiten über operative/ medizinische Maßnahmen selbst zu verschaffen: Epilation, Haartransplantation, Brustaufbau, FFS, im Zweifel noch Fettabsaugung und Verkürzung der Beine.
Wer jetzt behauptet dies für das eigene Körpergefühl zu benötigen und nicht wegen der äußeren Wirkung lügt sich nur noch selbst in die Tasche.
Helga, als "nur Crossdresser" verstehst du den Unterschied vom Wunsch nach Schönheit und Dysphorie nicht und daher bringt es auch absolut nichts darüber zu diskutieren, warum Patricia ihr Gesicht männlich erscheint. Du begibst dich auf ein Feld, auf dem leider oder für dich zum Glück, gar keine Ahnung hast.
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 23 im Thema

Beitrag von Céline »

Guten Morgen,
Ich möchte zu dem Thema meine eigenen Gefühle, Erfahrungen und meine Gedanken einmal darlegen. Ich weiß das ich damit vielleicht auf Widerstand und Gegenargumente stoßen werde aber damit kann ich umgehen.
Die erste Frage : Woher will ich wissen das ich nicht männlich, weiblich oder.... bin???
Diese Frage kann doch niemand beantworten da die Definition davon doch im Grunde festgelegt ist und der Kopf sagt ich bin etwas anderes. Angelehnt an äußere Einflüsse.
Erst wenn das Spiegelbild einem klar sagt das bin ich dann stimmt die innere Harmonie.
Ich selbst? Ich wusste seit meiner Kindheit an das da etwas nicht stimmt aber was konnte ich nie definieren.
Etwas war anders. Meine Gefühle,Empfindungen und mein Zugehörigkeitsgefühl.
Dieser Zustand steigerte sich bis 2015 und m Alter von 45 Jahren immer weiter. Aber ich kann nicht behaupten als" Mann" ein schlimmes oder total unglückliches Leben gehabt zu haben. Es war einfach anders mir einem fehlenden Teil.
Als ich dann auf die Suche ging und ab hier wird es eigentlich interessant drehten sich die Themen in den meisten Treffen und SHG immer nur um ein Thema. Hormontherapie und OP's.
Und genau das wirkt sich meiner Meinung nach auf die Denkweise und die Zukunftspläne aus.
Alles dreht sich nur noch darum. Aber fast niemand hat mir gezeigt mich selbst im Spiegel zu sehen. Versteht mich bitte nicht falsch aber ich lernte nicht zu leben. Zu leben lernte ich durch meine in dieser Zeit angeeignete Willenskraft und mein arbeiten an meinem Selbstbewusstsein. Ich musste eines lernen. Das Bild von mir das ich mir so sehr gewünscht habe konnte ich nie erreichen. Diejenigen die meinen Weg verfolgt haben wissen wieviele Schwarzen Abgründe ich vor mir hatte und Suizidgedanken mein täglicher Begleiter waren.
Ich bin meiner Therapeutin in Augsburg die mich all die Jahre auf meinem Weg begleitet hat unendlich dankbar den sie hat mir immer wieder genau die Anstöße für mein heutiges Denken mitermöglicht. Sie hat mir geholfen Dinge wie die OP oder andere Maßnahmen hinreichend zu überdenken und Denkanstöße für Alternativen auf meinem Weg gegeben.
Und obwohl ich die Indikation lange schon hatte versuchte ich einen Weg zu finden der " Meiner" war. All die Operationen und Maßnahmen haben mich nicht zu Céline gemacht. Erst als ich mein Seelisches Gleichgewicht und innere Ruhe gefunden habe erkannte ich mich im Spiegel. Als der Mensch der ich war: Céline
Und heute? Bin ich eine Frau? Meine OP und mein Weg wahren nicht ohne Komplikationen.
Selbstmordversuche, unendliche Schmerzen nach der OP die ich zwar bewusst auf mich genommen habe aber nie erwartet hätte. Einige Komplikationen die ich nicht mehr haben möchte und tatsächlich habe ich meine Entscheidung zur OP in der ersten Zeit oftmals überdacht. Zuhause war ich tagelang weinend im Bett und meine Frau hat sich immer um mich gekümmert obwohl ich ihr alles genommen habe. Aber genau solche Berichte habe ich nie bekommen. Ich bin im Grunde etwas blauäugig in Krankenhaus gegangen obwohl ich klar wusste das dieser Schritt umzukehrbar ist.
Dazu noch etwas eigentlich diskretes und intimes aber mir wichtig. Die Sexualität die man als Mann hatte, Gefühle,den Orgasmus wird man so nie wieder erleben...nie nie wieder!!!!
Seine Sexualität muss man von Grund auf neu lernen und zulassen. Etwas völlig Neues und Grundlegend anders. Das ist wichtig zu wissen und erfordert ein neues Denken und Körpergefühl. Darüber spricht fast niemand und ich kenne einige die kein Sexuelles Empfinden zurück erlangt haben.
Mein Weg war lang und im Vergleich zu anderen vielleicht nicht besonders hart. Aber weil ich alle Dinge vorher bewusst und mit selbst" zugeführten" seelischen Schmerzen gangbar für Außenstehende gestaltet habe aber es war mein Weg begleitet durch wunderbare Menschen in meinem Umfeld.
Die OP, und das sollte man sich klar machen ist eine völlig persönliche Entscheidung die einen weder zu Mann oder Frau macht. Ein zurück gibt es nicht und Träumereien oder Blauäugigkeit sind hier fehl am Platz.
Ich darf ein Beispiel nennen: Vor gar nicht alzu langer Zeit war ich wieder einmal in meiner alten SHG. Ich kam hinein und in der Gruppe sass eine Junge Frau. Bildhübsch, unglaublich feminim, eine perfekte Stimme. Einfach perfekt. Ich dachte noch warum hier eine so hübsche junge Frau sitzt und genau sie stellte dann die Frage:" Ich weiß nicht was ich tun soll, ich bekomme meine Dysphorie nicht weg. "
Sie hatte so viele OP" s und trotzdem ist sie noch nicht angekommen. Versteht ihr was ich meine. Ich versuchte ihr etwas von meinem Leben zu erzählen. Mein tägliches Leben als als Mann wahrgenommene Frau. Mein täglicher Wahnsinn als Herr, Der... zu leben.
OP's HRT, Kleidung, Haare sind doch im Grunde nur " Äußere Dinge aber das allerwichtigste ist das eigene ich. Ohne Gedanken raus in die Welt zu gehen und einfach leben.
Ich habe wirklich lange daran gearbeitet genau das zu erreichen und selbst heute gehe ich manchmal ganz bewusst alleine in Lokale oder Orte um zu sehen was passiert,ob ich mit Geflüster und Blicken noch zurecht komme.
Und meiner Größter Helfer wenn ich mit meinem Freund auf Veranstaltungen bin und mich richtig Style und die Blicke auf uns gerichtet sind wenn wir zusammen" auftreten "
Ich denke es wird immer Menschen geben die ihren Weg bereuen aber das wird es in allen Lebenssituationen geben aber den Weg der Angleichung und den Weg ins andere " Geschlecht"
sollte man sehr lange und gründlich abwägen und planen und sich nicht drängen lassen. Das ist mir tatsächlich auch passiert das ich gedrängt wurde bestimmte Maßnahmen durchzuführen.
Deswegen vermisse ich auch etwas Berichte die die Wege von Menschen mit diesem Weg beschreiben in denen auch davon geschrieben wird das nicht alles Sonnenschein ist und es kein Patentrezept gibt.
Und ich? Ich bin heute glücklich als die Person die ich bin. Ich schreibe ganz bewusst nicht Frau, denn wie fühlt sich eine Frau? Ich weiß es einfach nicht. Ich weiß um mein Empfinden und meine Gefühle aber nicht um die Anderer.
Mein Umfeld gibt mir dafür die Bestätigung. Menschen sagen mir das ich unglaublich Weiblich und Feminim geworden bin seitdem ich angekommen bin. Ich kann es nicht bestätigen aber bin jetzt unglaublich glücklich und angekommen.
Einfach Ich
Céline
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
Susi T
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 24 im Thema

Beitrag von Susi T »

Danke für den guten Meinungsaustausch, finde ich auch sehr Bereichernd.
echte" Transsexuelle über die Äußerlichkeiten der Crossdresser die Nase rümpfen
Komisch, mir geht es eigentlich fast umgekehrt. Vielleicht weil ich noch nicht so lange hier bin, vielleicht bin ich ja auch anders, aber ich unterscheide da eigendlich nicht. Ich beneide ehr die Mädels wenn sie in der Lage sind sich so toll zu präsentieren und Grad zu Beginn habe ich es extra vermieden mir beim lesen eines Beitrags vorher das Profil anzuschauen, weil es dann einfacher ist, nicht abgelegt zu werden.
In Hemsbach habe ich nur nette Frauen erlebt und mich nicht gefragt auf welcher Grundlage die Erscheinung da an mir vorbei schwebt. Klar hab ich auch so bleibender Eindrücke gewonnen, die ich mit nach Hause genommen habe. Die Ideen wie ich mich nach und nach anders ausprobieren kann. Aber ich bin noch sehr introvertiert und das ändert sich erst langsam. Ich war aber auch mal anders und das hat durchaus was damit zu tun, wie viel Weiblichkeit ich in meinem Leben gelassen hatte. Klar würde da ein Leben als Crossdresser schon viel helfen und zur richtigen Zeit hätte es vermutlich gereicht oder wäre sogar optimal gewesen um mich wohl zu fühlen.
Das Streben nach Perfektion macht selten Glücklich, auch wenn bei manch Crossdresser/in auf so manchen Bild genau dieses Glück rüber kommt. Gilt aber auch für viele andere Varianten hier.
Für mich ist das entscheidende die Reise, bisher hat mir jeder Schritt unendlich gut getan. Wo die Reise endet? Muss sie Enden? Ja irgendwann tretet ich ab und dann ist die Reise zuende, aber bis dahin mache ich weiter ein Schritt nach dem nächsten und schaue(oft in ungläubiger Verwunderung) wie es mir geht.
Selbst jede OP wäre nur ein weiterer Schritt, für manche vielleicht ein entscheidender, für andere vielleicht ein überflüssiger.
Klar hab ich Träume, manche schon mein Leben lang, aber müssen alle Träume in Erfüllung gehen? Oder ist es auch schön ein Leben lang etwas zum Träumen zu haben.
Manche Träume habe ich mir schon erfüllt, manche werde ich mir wohl noch erfüllen, aber manche werde ich vielleicht weiter träumen. Also macht euch nicht so ein Stress^^
Informationen zu bekommen ist aber wichtig, nicht nur positive sondern vor allem auch negative Erfahrungen zum Ausgleich. Dann lässt es sich leichter entscheiden, welche Etappen der Reise noch angesteuert werden wollen und welche auch liegen gelassen werden können.
Liebe Grüße Tira (flo)
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 25 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Helga hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 23:31 Genau hier sehe ich die Trennlinie. Es ist eine historisch gewachsene Absurdität , dass einige "echte" Transsexuelle über die Äußerlichkeiten der Crossdresser die Nase rümpfen, gleichzeitig aber versuchen sich die Äußerlichkeiten über operative/ medizinische Maßnahmen selbst zu verschaffen: Epilation, Haartransplantation, Brustaufbau, FFS, im Zweifel noch Fettabsaugung und Verkürzung der Beine.
Wer jetzt behauptet dies für das eigene Körpergefühl zu benötigen und nicht wegen der äußeren Wirkung lügt sich nur noch selbst in die Tasche.
Mit Verlaub Helga, aber du kannst hier nicht wirklich mitreden, sorry. Das zeigt sich schon daran, dass du diese ganzen möglichen Maßnahmen mal eben so alle in einen Topf schmeißt. Weißt du, wie sich das anfühlt, jeden Tag frühs aufzuwachen und schon wieder sind die Haare im Gesicht gewachsen? Jeden Tag, immer wieder aufs Neue. Und wenn die dann noch so sind wie bei mir und ein Überschminken mit endlichem Zeitaufwand nicht möglich ist bleibt da eben sehr viel Lebensqualität auf der Strecke. Was meinst du, warum ich keine Bilder von mir zeige, auf denen mein Gesicht zu erkennen ist? Es gibt schlicht und ergreifend keine, auf denen ich mich selber erkennen kann, es passt einfach nicht. Und jeder Blick in den Spiegel erinnert mich daran, Tag für Tag. Und da willst du mir erzählen, ich würde für mein Körpergefühl keine Epilation benötigen? Ach hättest du doch dazu nur geschwiegen ...

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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 26 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Helga hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 23:31 Liebe Marie,
natürlich wird hier im Forum sehr viel über Äußerlichkeiten geschrieben. Ohne die Veränderung des Äußeren kann eine "Transition", sei sie nun dauerhaft oder nur temporär nicht wirklich funktionieren.
Es macht aber einen himmelweiten Unterschied, ob wir uns über Perücken, Makeup, Sillys, Pölsterchen etc. unterhalten oder anderen dazu raten sich Körpeteile operativ ausschaben zu lassen.
Genau hier sehe ich die Trennlinie. Es ist eine historisch gewachsene Absurdität , dass einige "echte" Transsexuelle über die Äußerlichkeiten der Crossdresser die Nase rümpfen, gleichzeitig aber versuchen sich die Äußerlichkeiten über operative/ medizinische Maßnahmen selbst zu verschaffen: Epilation, Haartransplantation, Brustaufbau, FFS, im Zweifel noch Fettabsaugung und Verkürzung der Beine.
Wer jetzt behauptet dies für das eigene Körpergefühl zu benötigen und nicht wegen der äußeren Wirkung lügt sich nur noch selbst in die Tasche.
Liebe Grüße
Helga
Liebe Helga,

ich schreibe und diskutiere im Grund sehr gerne mit dir, weil ich merke das du dir Gedanken machst
und auch hinspüren und ein Stück weit verstehen möchtest und das finde ich gut.
Wenn ich dir schreibe, ist da nie, aber auch nie ein Versuch eines Angriffs, denke das bitte nicht.
Ich mag dich vielleicht nur ein wenig stupsen.

Viele von "uns" haben, wie auch Céline schon schrieb ihren eigenen, unter Umständen sehr individuellen
Weg gefunden, eigene Denkweisen entwickelt, sich entwickelt, ihre Umgebung mitentwickelt.
Oder auch eigene Gedanken, mit denen man dann selbst in der Community nicht anerkannt wird.

Da wird dann schnell über wir rümpfen die Nase über euch und umgekehrt gesprochen.
Das ist es aber nicht-es gibt auch nach deiner Aussage "echte" "transsexuelle" Personen, die keine
Angleichung anstreben oder noch nicht mal "crossdressen". Die haben sich mit sich arrangiert,
mein grösster Respekt. Oder ich kenne auch ein Beispiel wo eine Person "nur" wegen einer neuen
Liebe wieder detrans gegangen ist und sie ist überaus glücklich damit.

Hmm, an der Stelle muss ich dir sagen, das eine temporäre Massnahme, für mich keine Transition ist.
Eine Transition ist für mich persönlich etwas dauerhaftes, das wirkliche Leben leben. Das schliesst allerdings
nicht aus, vielleicht wieder den Weg zurück zu gehen wenn es besser passt.
Da kann man dann auch unter Umständen einen Schritt bereuen und das sagen. das ist einfach nur ehrlich und
menschlich. Ich würde sogar sagen bitte mehr davon, damit alle etwas lernen können.

Ich war selber kurz davor völlig hinzuschmeissen letztes Frühjahr, da war kein Bauklötzchen mehr auf dem
anderen-das habe ich auch hier geschrieben und die meisten haben sich doch lieber über High Heels unterhalten.
Naja..wie halt die Prioritäten gesetzt sind, nicht wahr?
Ich hatte Menschen an meiner Seite, alles gut, sonst wäre ich nicht mehr hier.
Jetzt bin ich in einem neuen Job, das Leben kommt wieder vollständig zurück und ich schaue in eine
Zukunft auf die ich mich freue.

Mhm..und nein, das alles kannst du nicht mit einer "crossdressenden" Person vergleichen, das ist alles zu sehr anders.
Und das ist nicht böse gemeint, es ist einfach eine Tatsache, es sind andere Stufen die zu steigen sind.
"Anbauteile" egal welcher Form sind anders wie z.B. eine eigene Brust, ich habe sehr lange auch Sillis getragen, teils über
Wochen mit Hollister Kleber und auch wenn da eine Verbindung entsteht ist es kein eigen Fleisch und Blut.
Stell mal eine crossdressende Person nackt neben eine nackte Person in Transition oder auch einer abgeschlossenen.
Vielleicht same, same but different.

Es ist ein anderes Gefühl, ein anderes Körpergefühl. Und ob ich das brauche geht niemand was an, denn es ist mein
Körper. Stimmts nicht bin ich auch dafür verantwortlich-dafür muss man schon den Arsch im Rock haben.
Darüber reden ist aber ein guter Weg, wie ich oben schon sagte.
Ja, natürlich erzeugt das alles im Aussen auch eine Wirkung, Die Ursache der Wirkung ist aber eine andere.
Und insgeheim bin ich glücklich darüber, das meine Oberweite nicht mehr aus dem BH fallen kann,
auch wenn ich mich auf den Kopf stelle und mit den Beinen baumel.

PS..trans war für mich mal-ich bin da wo ich jetzt bin und auch wenn ich nie ganz ankommen kann bin ich weg
von dem was mal war

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Patricia
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 27 im Thema

Beitrag von Patricia »

Liebe Helga,
mal wieder war Marie schneller als ich und sagte bereits einen großen Teil dessen, was ich sagen möchte.

Du sprichst davon, dass manche Transfrauen die Nase über die Crossdresser rümpfen und ja, auch ich muss mich, ob ich will oder nicht, dazu zählen. Wir (Transfrauen und Crossdresser) wollen scheinbar das Gleiche erreichen, aber das stimmt nur oberflächlich gesehen, denn wenn man genauer hinschaut sind die Ziele völlig unterschiedlich.
Ich will einen weiblichen Körper und bin dafür bereit mich unter das Messer zu legen. Es reicht mir aber nicht mir weibliche Rundungen über Silikoneinlagen in der Kleidung zu verschaffen, denn ich will, dass mein Körper jederzeit weiblich wirkt bzw. ist und nicht nur dann, wenn ich mich eingekleidet habe. Ich kann mir vorstellen, dass es für Menschen ohne Dysphorie nicht wirklich nachvollziehbar ist.

Ich war 18 Jahre in einer Beziehung mit einer Frau, die von meiner weiblichen Seite wusste und Crossdressing meinerseits akzeptiert hat und sogar bereit war mich zu unterstützen. Ich habe aber nach relativ kurzer Zeit aufgehört Crossdressing zu betreiben, denn abends musste ich mich dann ja wieder abschminken und ausziehen und dann war der Mann, der ich nicht bin, wieder da. Denn eines war damals klar, Hormone, VäPä und operative Eingriffe waren tabu für sie. Es hat mich todunglücklich gemacht. So sehr, dass ich nicht mehr leben wollte.

Wie Marie geschrieben hat geht es bei der Transition nicht um temporäre Anpassungen, sondern darum, bestimmte Ziele auf Dauer zu erreichen. Ich will mich nicht ab und an in eine Frau verwandeln. Ich bin eine und ich will den passenden Körper und die passende Psyche/Gefühle haben.
Seit ich vor mehr als zwei Jahren in die Hormontherapie gegangen bin, geht es mir deutlich besser. Meine Gefühle und Empfindungen passen endlich zu mir. Es ist etwas, was für Außenstehende vermutlich kaum bis gar nicht nachvollziehbar ist. Aber es ist so, dass meine Gefühle endlich richtig sind. Ich bin mir der damit verbundenen Risiken bewusst und ich weiß, dass ich evtl. durch die HRT mein Leben verkürze. In Wirklichkeit ist es aber eher weniger der Fall, denn seitdem achte ich deutlich mehr auf meinen Körper und kümmere mich um meine Gesundheit. Dem Typ von damals war es egal, er wollte eh nicht mehr ...

Vieles was wir machen zielt darauf hinaus, eine bestimmte Außenwirkung zu erzielen, da hast du vollkommen recht, aber eben diese Außenwirkung ist auch das, was zumindest zum Teil unser Ich und unser Körpergefühl formt. Mein Therapeut fragte mich mal, wie ich mich in der Zukunft sehe, und war über meine Antwort erstaunt, denn ich sagte ihm, ich habe kein konkretes Bild von mir, mein Ziel sei es in einer Gruppe von Frauen absolut nicht aufzufallen. Ich will keine Schönheit sein, ich will aber von den meisten Menschen eindeutig als Frau gelesen werden und das auch ohne Schminke oder Hilfsmittel wie Silikoneinlagen oder sonstiges. Ich will in ein Schwimmbad gehen dürfen und nicht auffallen. Ich will, dass andere Frauen auf den ersten und zweiten und x-ten Blick eine Frau sehen. Egal ob ich nackt bin, angezogen, müde, etc.
Deswegen lassen wir uns operieren um unser Ziel zu erreichen. Und deswegen sind die Hilfsmittel der Crossdresser für unsere Ziele meist nicht ausreichend.

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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 28 im Thema

Beitrag von Patricia »

Céline hat geschrieben: Do 21. Jul 2022, 10:43
Liebe Céline,
ich der Kölner SHG habe ich es ein wenig anders erlebt. Niemand drängt zu OPs und es wird sehr wohl über alle möglichen Wege gesprochen.
Ähnlich habe ich das in den Facebookgruppen zu diesen Themen erlebt. Es wird oft genug auf mögliche Probleme hingewiesen und Komplikationen werden nicht verschwiegen. Es gibt sicherlich die ein oder andere Person die alles wunderbar verherrlicht, aber bei solchen Menschen frage ich mich sowieso ob das alles so stimmt :) Denn das Leben hat mir gezeigt, dass es immer mindestens zwei Seiten einer Medaille gibt.
Was ich aber in diesen Gruppen erlebt habe, sind Menschen die sich selbst belügen und sich gerne mal vorgauckeln, dass die HET, die nächste OP alle Probleme auf immer und ewig lösen wird. Diese Menschen schlagen gerne alle Warnungen in den Wind.
Gesprochen wird oft über die Probleme, auch ist die Begleittherapie dazu gedacht uns zu begleiten und zu unterstützen auf dem Weg zum neuen Leben. Aber es gibt halt immer wieder welche, die solche Angebote ignorieren.

LG
Patricia
Regina
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 29 im Thema

Beitrag von Regina »

Ich habe es auch schon häufiger gehört, dass es in einigen SHG vordringlich um Hormone und GAOP geht. Wer wie weit ist und welcher Operateur zu bevorzugen wäre usw.
Wenn man als unsicherer, crossdressender Mensch dann in solch eine Gruppe kommt, dann kann man schon zu der Ansicht gelangen dass dies wohl der Weg ist den man gehen müsste.
Auch hier im Forum habe ich schon erlebt dass neuen Mitgliedern direkt nach der Anmeldung von anderen Forenmitgliedern diagnostiziert wurde dass sie transident wären. Oder noch schlimmer: Wenn Partnerinnen sich anmelden und Rat zu ihrem Crossdressenden Ehemann suchen wird ihnen als erstes unterbreitet, er könnte ja auch TS sein. Da klappt mir immer sofort das Messer in der Tasche auf.

Sicher besteht die Möglichkeit. Aber damit komme ich doch nicht im ersten Posting um die Ecke.

In der Hamburger SHG legen wir sehr viel Wert darauf zu zeigen dass ich mich auch als Frau zurecht machen und akzeptiert werden kann ohne irreversible Maßnahmen zu ergreifen.

Auf unserer Webseite steht explizit:
Crossdressinghamburg hat geschrieben:Wir unterstützen biologische Männer, die sich gelegentlich und vorübergehend in die Rolle der Frau begeben und das ausleben möchten. Transsexuelle, also Menschen die sich in ihrem Körper nicht zuhause fühlen und eine dauerhafte Wandlung anstreben, sind zu unseren Treffen herzlich willkommen. Wir werden versuchen, sie, genau wie die anderen Teilnehmer mit unserem Wissen und Erfahrungen zu unterstützen.
Themen zu Hormonen, geschlechtsangleichenden Operationen und dergleichen möchten und können wir auf unseren Treffen jedoch nicht behandeln.
Bitte sucht hierzu die entsprechenden TS Selbsthilfegruppen auf.
Wir hatten nicht wenige Teilnehmer die genau das an unserer Gruppe schätzen. Die vorher längere Zeit zu Treffen in anderen SHG waren und immer das Gefühl hatten: "Hier gehöre ich nicht hin."

Meiner Meinung nach gibt es keinen Königsweg. Den einen richtigen. Jeder muss das für dich selbst entscheiden. Dafür sollte man sich dann aber auch Zeit nehmen. Daher halte ich es für verantwortungslos andere Menschen in irgendeine Richtung zu drängen. Sicher besteht immer die Möglichkeit das ein Mensch TS ist und Hormone und GAOP der Schlüssel zum Glück sind. Aber das sollte doch bitte jeder selbst für sich herausfinden dürfen. Und da gibt es auch keine Nase zu rümpfen dass andere Menschen andere Wege gehen.

Liebe Grüße,
Regina
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. (Erasmus von Rotterdam)
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 30 im Thema

Beitrag von Lina »

Martina-NB hat geschrieben: Di 19. Jul 2022, 11:30 Ich habe schon mehrfach gelesen, dass in Gruppen und Beratungen die Leute zur GOP gedrängt werden bzw. zumindest diese sehr einseitig positiv dargestellt wird. - Halte ich für ein großes Problem. Zumal Transpersonen, die eben - aus welchen Gründen auch immer - eine HT oder GOP nicht wollen, oft durch's Raster fallen.
Mir halt mal ein Psychotherapeut (spezialisiert auf Trans) gesagt: "Tja wenn Sie sich sowieso nicht operieren lassen wollen, weiß ich nicht, was ich für Sie tun soll."
Das war ja wirklich eine herzzerreissend dumme und inkompetente Aussage vom Psychotherapeuten. Da könnte ich echt schreien.
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