Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet
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Anne-Mette
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Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Dei Vorstellung der "Eckpunkte" ist einigen Anbietern immer noch ein paar Zeilen wert: https://praxistipps.focus.de/selbstbest ... tet_148168
Jasmine
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Re: Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmine »

.................. was Probleme bereitet..............
Meine Frage wem?
Vielleicht sollte der Focus auch über die Länder berichten in denen es ein Selbstbestimmungsgesetz gibt und keine Probleme. Die Welt wird meiner Meinung nach nicht untergehen wenn ein wenig mehr Menschenrecht umgesetzt wird.

Und immer wieder solche .......zensiert........ Argumente:
Zitat: Welche Toilette Menschen nach der Geschlechtsänderung im Personalausweis benutzen, ist beispielsweise auch noch nicht geklärt.

Ich gehe seit Jahren auf die Damentoilette und hatte noch kein Problem.

Nachdenkliche Grüße Jasmine
Anne-Mette
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Re: Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Jasmine hat geschrieben: Mi 13. Jul 2022, 09:59 Ich gehe seit Jahren
positive oder negative Erfahrungen können nicht immer hochgerechnet werden für gesamtgesellschaftliche Regelungen.
Es gibt sowohl bei "betroffenen Menschen" wie auch bei nichtbetroffenen ungute Erlebnisse und Befürchtungen*.

Die Forderung, Toiletten einzurichten, die nicht an ein Geschlecht gebunden sind, halte ich für durchaus plausibel und es wird in der Praxis wenig Aufwand erfordern und nicht zu einem "Toiletten-Neubau-Boom" kommen.
Es sollte aber auf die Ängste und Befürchtungen eingegangen werden.

*"Gemischte Toiletten UK": Mädchen haben Angst, auf die Toilette zu gehen: viewtopic.php?p=256464#p256464


Mirjam
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Re: Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 4 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hmm ... gut recherchiert haben sie beim Focus (mal wieder?) eher nicht. Aber war das denn zu erwarten? Ein paar Beispiele:
Wenn das Gesetz verabschiedet wird, könnte es sogar ein Bußgeld geben, wenn jemand fälschlicherweise den alten Namen einer umbenannten Person verwendet.
Da fehlt das "vorsätzlich", und das halte ich für ganz entscheidend. Denn hier klingt es so, als sollte es schon strafbar werden, wenn mensch rein aus Versehen den alten Namen benutzt, und sei es aus langjähriger Gewohnheit.
In diesem war festgelegt, dass Trans-Menschen sich Behandlungen unterziehen mussten, geschieden und nicht im anderen Geschlecht anerkannt wurden.
Der Bundesgerichtshof hatte zwar schon viele Maßnahmen für gesetzeswidrig erklärt, aber immer noch sind Menschen, die sich in ihrem gebürtigen Geschlecht nicht richtig fühlen, gesetzlich nicht anerkannt.
Dass es sich dabei unter anderem um eben solche Behandlungen handelt, die im oberen Punkt angesprochen werden, wird nicht erwähnt. Mal abgesehen davon, dass es das Bundesverfassungsgericht war und es auch nicht darum ging, dass irgendetwas gesetzeswidrig gewesen wäre (kann ein Gesetz denn überhaupt gesetzeswidrig sein?), sondern schlicht und ergreifend verfassungswidrig. Da ist dann doch ein gewaltiger Unterschied.

Und natürlich durfte auch die "Geschlechtsumwandlung" nicht fehlen ...

Sorry liebe Leute vom Focus, dafür gibts allerhöchstens ein mangelhaft. Bitte nochmal besser. Wenn ihr denn wolltet, dann könntet ihr das auch ...

Mirjam
Karla
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Re: Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 5 im Thema

Beitrag von Karla »

Ich finde den schon 8 Jahre alten Videoclip "Eine Tür ist genug" nachdenkenswert!

hab mich auf der Homepage mal umgesehen:
www.eine-tuer.de

Das Projekt (und die Schöpfer des Films):

Eine Tür ist genug — alle gehören dazu: Frauen und Männer, vom anderen oder vom gleichen Geschlecht angezogen, in Paarbeziehung lebend oder alleinstehend, Männer die sich als Frauen fühlen, Frauen, die sich als Männer fühlen, Menschen mit ganz individueller Geschlechtsidentität. Alle können miteinander leben, ohne sich gegenseitig Angst machen zu müssen. Niemand soll sich verstecken oder verbiegen müssen, niemand sollte sich überlegen fühlen.

Gegenseitiges Verständnis, gegenseitiger Respekt, gegenseitige Wertschätzung und gegenseitige Unterstützung sind noch keine Selbstverständlichkeit. Wir möchten dazu beitragen, dass sich das ändert.

EFiD ist die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft.
Als Dachverband von 38 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern ermutigt EFiD Frauen, in der heutigen Welt als Christinnen zu leben.

maennerarbeit Die Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland ist der organisatorische Zusammenschluss aller Einrichtungen für Männerarbeit in den Gliedkirchen der EKD.
------------------
Sooo sollte es eigentlich sein!!!
Früher waren Trans-Frauen zum "Alltagstest" gezwungen, bevor eine Hormonbehandlung starten konnte: Auf welches WC hätten die denn gehen sollen?
Evtl. Gewalt auf dem Herren-WC riskieren???
Wenn sich eine trans-Frau auf dem Damen-WC rasiert, gibt das u.U. kurzfristige Irritation - eine Gefahr für die cis-Frauen ist sie deshalb sicher nicht!

Ist deshalb irgendwas passiert? - das olle TSG gibt es seit 1980!!!

Baustelle: Wenn unter sich wertschätzenden Kollegen Er die Hoden sortiert (Einklemmen ist unangenhm) und sie den Sitz des BH prüft: alles gut!
Ich habe inzwischen FKK als trans-Frau pre-Op hinter mir...

..und auch Camping: zum Rasieren habe ich den gemischten Bereich genutzt: in der hinteren Ecke war ein Spiegel - paßte!!
Damendusche:
es gab Duschvorhänge: Slip erst in der Dusche ausgezogen und über die Stange gehängt, Oberteil fiel sofort bei Betreten des Raums: Sooo dusche ich nich mehr bei den Jungs! (klein aber mein!) (Es gab nur eine Reihe von 4 Waschbecken mit je 1 Haken für Kleidung - ohne jede Abtrennung)
Das hat auch keine beanstandet!

Spätestens seit das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, daß es auch "diverse" Menschen geben darf, stehe ich zu mir - auch wenn noch Optimierung möglich ist!!!

LG Karla
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Re: Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 6 im Thema

Beitrag von Patricia »

Karla hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 18:12 Früher waren Trans-Frauen zum "Alltagstest" gezwungen
Die Alltagserprobung ist immer noch ein zentraler Bestandteil der Begutachtungsrichtlinien (um Zugang zu medizinischen Leistungen zur Geschlechtsangleichung zu erhalten) für transsexuelle Personen. Wie ich persönlich finde, ein nicht unwichtiger Bestandteil. Denn seien wir mal ehrlich, Hormone sind keine Wunderpillen und die erfolgte Feminisierung oder Maskulinisierung lässt oft zu wünschen. Nur wird da eben nicht erwartet, dass frau Klischees erfüllt, sondern so lebt wie man sich das vorstellt und schaut ob es so passt.
Und ja auf das Damen-WC kann man ruhig schon vor der HRT gehen :) Es kommt viel mehr auf das Auftreten an, als auf das tatsächliche Aussehen. So ist zumindest meine Erfahrung.
LG
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Re: Focus | Selbstbestimmungsgesetz: Was drin steht, was Probleme bereitet

Post 7 im Thema

Beitrag von Karla »

Das habe ich teils anders erlebt: Irgendwie auch zum Glück! 1 Jahr "Alltagstest" überall: Beruf, Familie,... ohne Hormone im falschen Körper in der neuen Rolle ist eine Zumutung für die transidente Person und die Umgebung! Viele Therapeuten sind zum Glück nicht mehr ganz so streng, spätestens am Punkt der Entscheidung für eine OP sollte frau sich jedoch sicher sein, in der neuen Rolle bestehen zu wollen und zu können.
Mit dem Selbstbestimmungsgesetz hat dies jedoch eigentlich nichts zu tun:
In der Regel erfolgen Coming-Out,... deutlich vor der Personenstandsänderung.
Mit oder ohne dgti-Ergänzungsausweis kommt frau deutlich vorher in der neuen Rolle an: Ins Herren-WC paßt sie da schon längst nicht mehr!
...was bleibt uns also übrig???
Selbst ein "Teilzeitmädel" kriegt einen dgti-Ausweis! ...und benutzt in Rock und mit Make-Up und Perücke besser KEIN Herren-WC!
(und benimmt sich bei den Mädels hoffentlich anständig und versucht Stress zu vermeiden)
Patricia_cgn hat geschrieben: Mi 20. Jul 2022, 18:48 Die Alltagserprobung ist immer noch ein zentraler Bestandteil der Begutachtungsrichtlinien (um Zugang zu medizinischen Leistungen zur Geschlechtsangleichung zu erhalten) für transsexuelle Personen.
Selbstbewußtes, jedoch dennoch zurückhaltendes Auftreten ist in der Tat die Erfolgsstrategie.
Wenn es dann noch gelingt, mehr als 1 weibliches Attribut zu setzen: Kleidung, Haare, Ohrschmuck, Make-Up, dann kommt frau meist durch.
Nach 'nem Ausweis hat mich in WC und Dusche noch keine gefragt.

LG Karla
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