Sprechverbote an der Uni, ist das OK?
Sprechverbote an der Uni, ist das OK? - # 3

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Michi
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 31 im Thema

Beitrag von Michi »

Was bei all der Aufregung über ein angebliches Sprechverbot bisher völlig außer Acht gelassen wurde:

Die "Lange Nach der Wissenschaften" ist eine Veranstaltung, die der Öffentlichkeitsarbeit dient. Dabei geht es darum, Einblick in Wissenschaftseinrichtungen zu gewähren, und aktuelle Forschungsschwerpunkte bekannt zu machen.

Wie vereinbart sich dieses bedeutsame Ziel damit, dass Frau Vollbrecht einen 100 Jahre alten Wissensstand der Biologie propagiert, und der auch schon seit mindestens 50 Jahren Bestandteil von Schulbüchern ist?


Zum angeblichen Redeverbot für:

Es ist ja nun nicht so, dass Vollbrecht sich überhaupt nicht äußern darf. Ganz im Gegenteil hat sie zuletzt in der Welt in einem Artikel sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, wie sie über uns denkt.

Ich teile die Bedenken der Protestierenden, die wohl zu Recht befürchten mussten, dass Vollbrecht die "Lange Nacht der Wissenschaften" für ihre Zwecke missbraucht.

Im Übrigen hatte sie mit dem Artikel in der Welt schon eine vielfach größere Plattform und Reichweite für ihre Meinung, als die meisten von uns jemals haben werden, und wird sich auch in Zukunft noch oft genug äußern können.

Von Unterdrückung ihrer Meinung kann also keine Rede sein.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
conny
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 32 im Thema

Beitrag von conny »

Deine Ausführungen halte ich für sehr bedenklich, klingt nach Zensur im wissenschaftlichen Diskurs an einer Universität.
Es gab ja auch schon ähnliche Vorfälle in anderen Zusammenhängen. Wo soll das hinführen?
I.ü. verweise ich auf Blossoms Beitrag gestern 10:09 Uhr
Marielle
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 33 im Thema

Beitrag von Marielle »

doppelposting gelöscht
Zuletzt geändert von Marielle am Mo 4. Jul 2022, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Marielle
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 34 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Michi, Guten Abend zusammen,
MichiWell hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 21:53Im Übrigen hatte sie mit dem Artikel in der Welt schon eine vielfach größere Plattform und Reichweite für ihre Meinung, als die meisten von uns jemals haben werden, ...
Im Grunde hast du Recht. Zumal der Kontext offensichtlich macht, dass es Vollbrecht nicht um wissenschaftliche Aufklärung geht (dazu war ihr Vortrag auch bei weitem zu flach und zu schlecht belegt). Aber in einer sehr positiven Hinsicht teile ich deine Meinung trotzdem nicht.

Es mag sein, dass einiges in diesem Komplex eine Frage der Definition von 'Geschlecht' ist; eine Frage, für die ich, hier wie dort, schon manches mal verbale Dresche bezogen habe. Wenn es so ist, dann hätte sogar Vollbrecht einen Punkt. Definitv falsch ist es jedoch, wenn die Wirkmacht auf Seiten einer - mittlerweile sehr schlecht belegten- gefühlten 'Mehrheits-Definition' ist (Beachte: Mehrheit hat nichts mit Wissenschaft zu tun).

Und wenn sich niemand in der Lage sieht, eine Definition anzugeben, die den Menschen gerecht wird, muss es um den Umgang mit den Menschen gehen. Das haben sehr viele verstanden und das wird passieren.

Wie sie genau wird, ist noch nicht klar. Aber: Es wird in dieser Legislatur eine gesetzliche Regelung über die Änderung des Geschlechtseintrages und der Vornamen geben, die Figuren wie Vollbrecht (Schwarzer, die AgD, auch viele Frauenbeauftragte, das konservative Feuilleton usw. usf.) nicht wollen und gegen die sie immer noch arbeiten. Die größere Reichweite, vielleicht nicht in Leser_innenzahlen, aber hinsichtlich der Wirkung, haben seit einiger Zeit andere Argumente; einfach weil sie besser sind, als das hinlänglich ausgelutschte Geschwafel vom starren, binären Geschlecht, das einfach 'keine Wahl' lässt.

Habt es gut

Marielle


PS zu Connys Beitrag. Ja, lasst sie reden. Sie widerlegen sich selbst in ausreichendem Maße. Aber es waren nicht 'gewaltbereite Subjekte', die den Vortrag abgesagt haben, sondern eine feige Uni-Leitung.
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Jaddy
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 35 im Thema

Beitrag von Jaddy »

conny hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 23:16 Deine Ausführungen halte ich für sehr bedenklich, klingt nach Zensur im wissenschaftlichen Diskurs an einer Universität.
Tatsächlich ist es weder noch. Erstens kein wissenschaftlicher Diskurs, zweitens keine Zensur. Ihre Behauptung einer eindeutigen, unveränderlichen biologischen Zweigeschlechtlichkeit sind biologisch-wissenschaftlicher Unfug.

Allerdings belässt sie es ja nicht dabei, sondern schliesst sogar aus ihrem fehlerhaften biologischen Modell von Geschlecht auf das gesellschaftliche Konzept Geschlecht, also was in Ermangelung eines eigenen deutschen Wortes Gender genannt wird. Die sozialen Kategorien. D.h sie verlässt ihr Fachgebiet.

Ihre Aussage, wie Marielle es kondensierte: Es gibt in der Biologie nur zwei [falsch] genau definierte [falsch], eindeutig feststellbare [falsch] Geschlechter, die sind mit den sozialen identisch [falsch] und deshalb gibt es weder trans Personen [falsch], noch nichtbinäre [falsch]. Sprich: Da ist nichts wissenschaftlich richtiges dran.

Das ist kein wissenschaftlicher Diskurs, das ist eine private Meinung, die auf jedem tangierten Fachgebiet widerlegt ist - und nebenbei menschenfeindlich. Genau deshalb hat sie mit diesem Thema da nichts zu suchen. Einen Vortrag zu ihrem eigentlichen Forschungsgebiet wäre eine ganz andere Sache gewesen.
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 36 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

ich bin bei der Sache zwiegespalten. Einerseits ist das, was Jaddy schrieb richtig,
Jaddy hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 23:54 Ihre Aussage, wie Marielle es kondensierte: Es gibt in der Biologie nur zwei [falsch] genau definierte [falsch], eindeutig feststellbare [falsch] Geschlechter, die sind mit den sozialen identisch [falsch] und deshalb gibt es weder trans Personen [falsch], noch nichtbinäre [falsch]. Sprich: Da ist nichts wissenschaftlich richtiges dran.
andererseits hat die Autorin durchaus das Recht, ihre Meinung kund zu tun, auch in einem Vortrag. Wenn ihre Meinung wissenschaftlich kritisch ist, ist eine Uni der Ort, an dem der Disput geführt werden kann und sollte. Aus Sicht der Uni verstehe ich, dass die Veranstaltung als ganzes eine andere Zielrichtung hat, als wissenschaftliche Dispute. Wieso ist das dann ein "Sprechverbot" ? Das halte ich für blanken Unsinn.

Letztlich meine ich, dass die Autorin die Gelegenheit zu einem Vortrag in der Uni haben sollte. Und ich bin mir sicher, sie hat die Gelegenheit dazu. Der Vortrag ist mMn aber nicht geeignet, das öffentliche Interesse an Wissenschaft zu wecken und passt deshalb nicht in die vorgesehene Veranstaltung . Allein dass die Uni den Vortrag angenommen hat, ist sehr unglücklich. Auch die Argumentation bei der Ablehnung ist etwas fadenscheinig. Ganz übel finde ich aber auch die Klassifizierung in "queer- und transfeindlich". Was wir brauchen ist Konsens, nicht Konfrontation. Und wenn die Dame tatsächlich queer- und transfeindlich ist, dann sollte man das nicht mit Behauptungen und persönlichen Angriffen tun, sondern mit Argumenten.

Aber leider ist es aus meiner Sicht so, dass ProtagonistInnen auf beiden Seiten die scheinbare Bedeutung der eigenen Person aus dem Kämpfertum beziehen. Das ist spaltend für die Gesellschaft. Die Methoden sind immer die gleichen: Niederschreien, Diffamierung, Simplifizierung, Angriffe. Diese Methodik funktioniert auf der großen Bühne, wie auf der kleinen. Wie sollen wir zu einer Lösung kommen, wenn keine Seite an einer echten Lösung interessiert ist ?

Die gemäßigte, differenzierte und konsensorientierte Haltung mit der Zielsetzung, eine friedliche Koexistenz zu schaffen, scheint ziemlich unsexy zu sein. Diesen Wert hat die Menschheit bisher nicht erkannt und für die Zukunft bin ich auch eher pessimistisch. Dabei läge hierin so viel Power für alle Beteiligten. Dazu gehört die Bereitschaft, auch einmal anderen Menschen zuzuhören und eine andere Meinung zu ertragen (Toleranz) und sich damit auseinander zu setzen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 37 im Thema

Beitrag von conny »

Bei einer Universitätsveranstaltung geht es nicht schon vorher um die Frage, ob die Referentin Recht hat, oder nicht. Sie hat für ihre Ansicht ihre Gründe und die sind sachlich zu widerlegen und nicht durch Protest niederzumachen.
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 38 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

conny hat geschrieben: Di 5. Jul 2022, 09:27 Bei einer Universitätsveranstaltung geht es nicht schon vorher um die Frage, ob die Referentin Recht hat, oder nicht.
Das ist richtig. Sie wird aber die Vorträge so auswählen, dass sie zum Tenor und Zielstellung der Veranstaltung passt ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 39 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Die BZ hat mehrere Beiträge.

1. Eine Person kennt Vollbrechts Aktivismus
https://www.berliner-zeitung.de/kultur- ... -li.243317

2. Eine Neurowissenschaftlerin kennt sich auch biologisch aus:
https://www.berliner-zeitung.de/open-so ... -li.243461
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 40 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Und noch eine sehr gute Einordnung von Dana Mahr, ist promovierte Medizinsoziologin und Wissenschaftshistorikerin, nämlich in den Kontext der TERF und SWERF Netzwerke in denen Vollbrecht aktiv ist, inklusive rechter Dogwhistles usw.

https://www.fr.de/politik/humboldt-uni- ... 49358.html
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 41 im Thema

Beitrag von SylviaM »

Und hier auch noch einmal eine aktuelle Stellungnahme des Spiegel online, welche ich im Kern gut finde
https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... CQgO1dEMph

Ich werde mir auf jeden Fall den Vortrag auf YouTube antun, um meine eigene Meinung bilden zu können

Auch wenn ich die Befürchtung habe dass sich das Thema auf die reine Fortpflanzung bezieht und ich mich in dem Kontext frage, was das dann für alle diejenigen gesellschaftlich bedeuten würde, die dieses verfehlen: also wie Alice Schwarzer oder unsere Angela oder all die Männer, die keine Väter wurden. Die Verknüpfungen von biologischen "Fakten" mit sozialen und gesellschaftlichen Verhalten ist sehr gefährlich
Jaddy
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 42 im Thema

Beitrag von Jaddy »

SylviaM hat geschrieben: Mi 6. Jul 2022, 06:45 Auch wenn ich die Befürchtung habe dass sich das Thema auf die reine Fortpflanzung bezieht und ich mich in dem Kontext frage, was das dann für alle diejenigen gesellschaftlich bedeuten würde, die dieses verfehlen
Der Vortrag ist viel banaler, aber die Ansage ist klar: "Die Biologie hat die Deutungshoheit über 'Geschlecht' und alles was ihr (gender) macht ist Unfug".
SylviaM hat geschrieben: Mi 6. Jul 2022, 06:45Die Verknüpfungen von biologischen "Fakten" mit sozialen und gesellschaftlichen Verhalten ist sehr gefährlich
Auf jeden Fall! Das geht mühelos von Mario Barth über Abtreibungs-, Verhütungs- und Sexworkverbote bis zu Lebensborn und Mutterkreuz (oder in den USA: A Hand Maids Tale).

Ich würde es noch mehr auf den Punkt bringen: Menschen im Alltag, mit denen eins weder Sex haben noch Kinder haben will, aufgrund ihrer angenommenen Fortpflanzungsorgane anders zu behandeln ist fu**ing creepy! Dieses Verhalten kann beobachtet, gedeutet und aufgeklärt werden. Das ist was Gender Studies tun. Aber ein Soll lässt sich weder aus der Biologie noch sonstwoher ableiten.
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 43 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Emma zu den Vorgängen: emma.de/artikel/humboldt-uni-cancelt-vortrag-339641?fbclid=IwAR3iTMY3bRgnCQfxZNfbbbm4OsClYUzARqoja8PTVL6NfBqZ95O321MukaE
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 44 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Belltower ordnet Marie-Louise Vollbrecht auch mal ein, mit vielen Links zu Zusammenhängen und Hintergründen:
https://www.belltower.news/transfeindli ... gt-134409/
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 45 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Berliner Zeitung

Sexualwissenschaftler zur HU: "Gibt so viele Geschlechter, wie es Menschen gibt"

https://www.berliner-zeitung.de/kultur- ... e_4uN4lQJk
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