Sprechverbote an der Uni, ist das OK?
Sprechverbote an der Uni, ist das OK? - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
SylviaM
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 16 im Thema

Beitrag von SylviaM »

Marielle hat geschrieben: So 3. Jul 2022, 13:37 Guten Tag,
SylviaM hat geschrieben: So 3. Jul 2022, 13:05... radikalen gewaltbereiten Aktionismus...
Es wurde zu einer Demonstration gegen den Vortrag aufgerufen. Auch das ist durch unsere Freiheitsrechte gedeckt. Genauso, wie das Halten von Vorträgen fast jeder Art.

Marielle
Aus den verschiedenen Quellen u.a auch Spiegel:" In einem Aufruf vom -»Arbeitskreis kritischer Jurist*innen an der Humboldt Uni Berlin-« hieß es: -»Keine Bühne für die Co-Autorin von Statements einer "ºbiologischen Realität der Zweigeschlechtlichkeit"¹-«. Via Twitter rief der Kreis zu Protesten während des Vortrags auf: -»An unserer Uni gibt es keinen Platz für Queerfeindlichkeit. Wir sehen uns auf der Straße!"

Ja Demonstrationen gehören zum Grundrecht und sind anzumelden und zu genehmigen. Weil man sie damit auch schützen kann. Das o. a ist ein Aufforderung mit gewaltbereiter Tendenzen. Bei den einen führen sie zum Sturm auf Kapitolen bei den anderen weiß ich nicht

Nein, nicht mein Ding, stehe voll dagegen auch wenn der Vortrag eine Tendenz hat die ich auch nicht mag, da ich den Vortrag jedoch nicht kenne im Zweifel für die Vortragende oder mit kritischer Auseinandersetzung mit dem Vortrag selbst

LG
Syl
Anne-Mette
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Dei erwähnten Zeitungen und Verlage (und auch andere mehr) zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie "transfeindlich" berichten,
sondern immer wieder feindliche Berichterstattung gegen Individuen oder Gruppen abliefern.
Ich glaube nicht, dass wir für jede Gruppe eine Petition brauchen - oder nur gegen "transfeindliche Berichterstattung" (zeitung)

Konsequente Verfolgung jeder feindlichen Berichterstattung!
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 18 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Der TAGESSPIEGEL zu den Vorgängen: https://www.tagesspiegel.de/wissen/nach ... 76174.html
Dali
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 19 im Thema

Beitrag von Dali »

Jaddy hat geschrieben: So 3. Jul 2022, 13:47 Von der Biologie aus eine pure Zweigeschlechtlichkeit zu behaupten ist also erstens naturwissenschaftlich massiv und vorsätzlich verfälschender Unfug, zweitens in aller Regel nur der Aufhänger, um in der "Geschlechterdebatte", die ja eigentlich eine soziale, kulturelle ist, einen pseudo-Legitimation durch angebliche Wissenschaftlichkeit zu erlange
Entschuldige die Frage, aber was wäre dann das dritte oder vierte Geschlecht???
Für mich gibt es zwei Geschlechter, die allerdings durchaus untereinander vermischt sein können. M, W und ggf eine Mischung daraus. Aber die Mischung ergibt doch in meinen Augen kein drittes Geschlecht???
Oder sehe ich da etwas falsch?
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 20 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Dali hat geschrieben: So 3. Jul 2022, 19:44 Entschuldige die Frage, aber was wäre dann das dritte oder vierte Geschlecht???
Für mich gibt es zwei Geschlechter, die allerdings durchaus untereinander vermischt sein können. M, W und ggf eine Mischung daraus. Aber die Mischung ergibt doch in meinen Augen kein drittes Geschlecht???
Oder sehe ich da etwas falsch?
Nicht ganz falsch, aber - wie ich meine - unvollständig und zu stark vereinfachend. Ich biete eine andere Perspektive. Die hab nicht ich erfunden, sondern andere und sie ergibt sich aus den Erkenntnissen und ich bleibe da erst mal strikt in der Biologie, ganz ohne den kulturellen Kram namens Gender.

Geht wie folgt: Jeder Mensch ist biologisch komplex. Du kannst ihn wie einen Kristall von verschiedenen (biologischen) Seiten betrachten, mit unterschiedlichem Lichteinfall und du wirst bei den meisten zwar eine Hauptfarbe wahrnehmen - Rubine sind meistens rot - aber aus bestimmten Winkeln eben auch andere. Manche opalisieren vielleicht sogar (Chimären). Manche haben Einschlüsse. Übersetzt: Je nachdem auf was du guckst, Genitalien, Gonaden, Chromosomen, verschiedene Organe, Mitochondrien, Haarfollikel an unterschiedlichen Körperstellen, Drüsengewebe, verschiedene Hormonrezeptoren überall, kriegst du ggf unterschiedliche Antworten. It's a spectrum.

Sprich: EIgentlich ist biologisches Geschlecht also keine abzählbare Menge, schon gar nicht eine mit nur zwei Elementen ("M", "W"), sondern ein multidimensionaler Vektor (lies: Tabelle) mit - keine Ahnung - 5? 10? 15? Koordinaten. Je feiner du guckst, desto mehr Variationsmöglichkeiten (=Tabellenzeilen) lassen sich finden. Und je nachdem welche medizinische Frage gerade vorliegt, sollte ggf nicht auf Genitalien, sondern auf die tatsächliche Konstitution der betreffenden Organe geschaut werden.

Warum sollte das auf genau zwei reduziert werden? Was genau wollen wir also wissen, bei "biologischem Geschlecht"?

Was wir normalerweise damit ausdrücken wollen ist: "Du siehst von aussen (körperlich) so aus, als ob du diese und jene Fortpflanzungsorgane hättest".

Aber wozu soll diese Annahme eigentlich im Alltag gut sein? Naja, die Folge der Annahme ist in der Regel eben nicht biologisch - das interessiert nur Ärztys oder vielleicht Menschen, die Nachwuchs haben wollen - sondern "Gender": "...deshalb setze ich voraus, dass du dich soundso kleidest, verhältst, sprichst, angesprochen und behandelt werden willst, auf sexuelle Avancen reagierst", undsoweiter.

D.h. im Alltag ist nicht "biologisches Geschlecht" der Knackpunkt, sondern körperliche Signale, die kulturell - Gender - aufgeladen, vergeschlechtlicht wurden. Aus der Biologie sind wir da längst draussen. Die kümmert sich um viele tolle Details und nicht darum, ob oder wie Menschen in genau zwei Kategorien aufgeteilt werden können.
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Die Erklrärungen halte ich für eine individuelle Betrachtung von individuellem Geschlecht durchaus für praktikabel - und es ist eine Meinung.
Allerdings bezweifle ich, dass sie gesellschaftliche Anerkennung finden.

Der RBB berichtete gerade in der Spätabendschau:

Humboldt-Universität sagt nach Protesten Vortrag einer Biologin ab
https://www.ardmediathek.de/video/rbb24 ... NjaGxlY2h0

Ich habe das Gefühl, im Moment wird ganz schön viel "vergeigt".

Gruß
Anne-Mette
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Humboldt Uni weist Kritik nach Absage von Geschlechter-Vortrag zurück

https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/202 ... chter.html
Anne-Mette
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 23 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Forschung und Lehre: "Wissenschaft lebt von Freiheit und Debatte"

https://www.forschung-und-lehre.de/poli ... batte-4842
Marie-Elle
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 24 im Thema

Beitrag von Marie-Elle »

Marielle
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 25 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,
Anne-Mette hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 17:04Forschung und Lehre: "Wissenschaft lebt von Freiheit und Debatte"
Vielen Dank für die Verlinkung; fand ich interessant. Zudem war da ein anderer interessanter Beitrag, unter 'Andere Kund_innen kauften auch...' .

https://www.forschung-und-lehre.de/rech ... iheit-4237

Der Ansicht dieses Autors nach, dürften sich Frau Vollbrecht und diverse Medienvertreter_innen gar nicht auf die Wissenschaftsfreiheit berufen; allenfalls auf die Meinungsfreiheit. Aber eine Meinung hat bei der 'Langen Nacht der Wissenschaft' vielleicht nicht die richtige Heimat.

Zitat aus dem Artikel (Unterstreichung von mir):
Unentbehrlich ist freilich der Bezug des vermittelten Stoffs zur eigenen Forschung. Allgemeine politische Verlautbarungen sind nicht von der Wissenschaftsfreiheit geschützt.
Die Lehrfreiheit beschränkt sich sachlich auf den Schutz spezifisch wissenschaftlicher Äußerungen. Das schließt einen Schutz durch die Meinungsfreiheit zwar nicht aus. Aber das ist heute nicht mein Thema.
Frau Vollbrecht forscht jedenfalls nicht zum Geschlecht, sondern zu irgendwelchen Vorgängen bei Sauerstoffmangel in den Gehirnen elektrischer Fische. (Ich möchte nicht wissen, wie es zu diesem Sauerstoffmangel kommt.)


Und weil ich eh grade eine Coronainfektion aussitze, habe ich mir auch den mittlerweile auf Youtube gezeigten Vortrag von ihr 'angetan'. Ich fand ihn langatmig und auch sonst nicht erhellend. Lange veröffentlichte Studienergebnisse zum Thema 'Geschlecht' spricht sie gar nicht erst an. Vollbrecht vertritt im Grunde die 'ungarische Sicht der Dinge', nach der Geschlecht eindeutig binär, eindeutig feststellbar und eindeutig unveränderlich ist.

Nach ihrer Definition (sie hat das im Vortrag jedoch nicht direkt formuliert!), können das TSG und der -§ 45b abgeschafft werden; ersatzlos. Weder irgendwelche Feststellungen von Psycholog_innen noch Atteste von Mediziner_innen, auch keine einzige Operation und schon gar keine Selbstbeschreibung kann demnach etwas am objektiv festgestellten Geschlecht eines Menschen ändern. Ausser 'Unfällen' gibt es nichts dazwischen und es gibt auch kein binäres 'nicht das bin ich, aber das'. Tja... der Meinung kann und darf man sein.

Habt es gut

Marielle

(erkannte Schreibfehler korrigiert)
Zuletzt geändert von Marielle am Mo 4. Jul 2022, 19:32, insgesamt 2-mal geändert.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Anne-Mette
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 26 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Marielle hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 19:29 Und weil ich eh grade eine Coronainfektion aussitze,
Gute Besserung (nurse)
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 27 im Thema

Beitrag von Marielle »

Danke. Gehe jetzt wieder in's :))b
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 28 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Eine Meinung von Deniz Yücel zum Thema - nicht zu Corona und Bett, sondern zur abgesagten Veranstaltung:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... uehrt.html
Marlene K.
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 29 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Anne-Mette hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 19:41 Eine Meinung von Deniz Yücel zum Thema - nicht zu Corona und Bett, sondern zur abgesagten Veranstaltung:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... uehrt.html
Eine wohlbegründete Meinung, die auch Ambivalenzen ( Wiedersprüche) stehen lässt. Einer der intelligentesten Kommentare, die ich hierzu gelesen habe ( auch wenn mir einiges nicht "schmeckt"... )
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: Sprechverbote an der Uni, ist das OK?

Post 30 im Thema

Beitrag von Lana »

Aus meiner Sicht ist das hier des Pudels Kern:
Stattdessen haben die Queer Theory und ihr aktivistischer Flügel die erkenntnisfördernde Unterscheidung zwischen biologischem (Sex) und sozialem Geschlecht (Gender) längst hinter sich gelassen und möchten die Kategorie Geschlecht selbst "dekonstruieren". Daher auch die These, man könne per performativem Akt, also per bloßer Willenserklärung, bestimmen, ob und welchem Geschlecht man angehöre.
Da reden also alle von "Geschlecht", und jeder meint damit was anderes. Das könnte man ja noch verstehen, weil es viele Begriffe gibt, die nicht eindeutig sind. Bei einer gesellschaftlichen Debatte wie dieser hier ist es dann aber notwendig, den verwendeten Begriff klar zu definieren und zu erklären. Leider fällt das zu oft weg - auf beiden Seiten. Damit wird der Begriff beliebig.

Auch eine stringente Verwendung des Begriffes "Gender" findet nicht statt. Siehe die Diskussion um das geplante Selbstbestimmungsgesetz: da geht es um den "Geschlechtseintrags", nicht um den "Gendereintrag". Ist doch klar, dass sowas die Leute irritiert.

Um diese Missverständnisse auszuräumen, muss man miteinander ins Gespräch kommen. Die abgesagte Veranstaltung wäre eine Gelegenheit dazu gewesen. Ob das auf wissenschaftlicher Grundlage stattfinden muss oder eher im Rahmen eines Meinungsaustauschs, sei dahingestellt, zumal die Übergänge hier fließend sind.
Doch jenseits dieser diskursiven Feinheiten und Claims gilt in einer liberalen Gesellschaft: Wer will, kann sich als non-, post-, abinär oder was auch immer bezeichnen und nach eigener Façon glücklich werden. Den Glauben ans Performative kann man teilen oder nicht. Zu einem relevanten Ärgernis wird er erst, wenn er sich mit der autoritären Geste verbindet.
Das Fazit lautet
Die Absage des Vortrags von Marie-Luise Vollbrecht durch die Leitung der Humboldt-Universität ist erbärmlich feige [...] Selbstverständlich wäre es genauso inakzeptabel, wenn eine Universität unter anderen Vorzeichen den Vortrag einer Genderforscherin zum Thema "Konstruktion von Geschlechtern" abgesagt hätte. Muss man das eigens betonen? Besser ja.
Seltsame Zeiten, in denen der Autor das Gefühl hat, auf selbstverständliche Dinge vorbeugend extra hinweisen zu müssen. Das zeigt meiner Meinung nach, dass der Diskurs die Sachebene schon längst verlassen hat. Gut ist das nicht.

LGL

Alle Zitate aus dem Zeit-Artikel von Yücel
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Antworten

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