Hallo,Lina hat geschrieben: Sa 30. Apr 2022, 11:35 Man müsste doch immer diese Leute fragen, wie sie eigentlich darauf kommen? Sie haben ja weitgehend Recht was die Biologie betrifft, abgesehen davon, dass es nicht so eindeutig ist, wie sie glauben.
Aber wie oft kommt das bei ihnen zum Tragen. Sie sehen mich, meinen ein Recht zu haben ob meine Genitalien M, W, in einem gewissen Grad Inter...
Das muss doch bedeuten, rein logisch betrachtet, dass sie grundsätzlich das Recht haben, mit jeder Frau oder jedem Mann Sex zu haben (was immer ihre Präferenz ist). Das finde ich doch ziemlich dreist, und ich scheue auch nicht davor zurück, wenn Leute so argumentieren, gezielt und offen danach zu fragen. So wie man den Autor der zitierten Mail erst Mal erklären sollte, was er da redet und dann die Frage stellen: "Dein Weltbild ist also, dass die einzig bedeutende Interaktion zwischen Menschen ist, Sex miteinander zu haben, und du glaubst dich Berechtigt bei allen zu wissen ob du mit ihnen Sex jaben kannst. Wie kommst du zu der Annahme?"
wie soll ich sagen, dass ist deine (DEINE) Sicht der Dinge. Es ist immer eine Frage der Prioritäten: Wenn jemand unter Geschlecht die Genetik versteht, dann ist es eigentlich fast immer eindeutig (Wikpedia: "In der Fachliteratur wird die Häufigkeit eines uneindeutigen Genitales bei Geburt auf etwa 1:4500 bis 5500 geschätzt, andere schätzen die Zahl der intergeschlechtlichen Personen in Deutschland auf etwa 0,2 % der Bevölkerung oder 0,007 % der Neugeborenen.).
Du siehst dein Empfinden und Erleben als für das Geschlecht im Vordergrund stehend an - der/die/das Gegenüber sollte akzeptieren, dass deine Definition von Geschlecht nicht mit seiner übereinstimmt. Aber du im Gegenzug auch, dass er eine andere Meinung hat.
Freiheit bedeutet nicht nur, dass ich meine Meinung haben kann, sondern dass jede(r) andere auch das Recht hat, Dinge anders als ich zu sehen. Unsere Rechtsordnung sichert weder dir noch mir den Besitz unserer jeweiligen (sicher nicht deckungsgleichen) Wahrheiten, sondern garantiert (sollte garantieren), dass ich meine Sicht der Wahrheit weitgehend ausleben kann. Und du auch.
Nein. Das Recht haben sie nicht, oder besser, haben sie sowieso nicht, das wäre ja der Besitz des Körpers des Gegenübers, Sklaverei. Hier schießt du doch ein ganz klein wenig über das Ziel hinaus. Sie betrachten dich (und mich) vielleicht (vielleicht!) als potentielle Partner, doch dass ist deren Freiheit, so lange sie sich nicht verbal oder sonstwie an dir vergreifen. Du hast doch auch das Recht, eine andere Person als potentiell attraktiv anzusehen, denke an irgendjemanden aus deinem Arbeitsumfeld, da gibt es sicher jemanden, der/die/das schon irgendwie anziehend ist, ohne dass du jetzt unbedingt gleich oder überhaupt nur irgendwann einmal näheren Kontakt haben willst.Lina hat geschrieben: Sa 30. Apr 2022, 11:35 Das muss doch bedeuten, rein logisch betrachtet, dass sie grundsätzlich das Recht haben, mit jeder Frau oder jedem Mann Sex zu haben (was immer ihre Präferenz ist). Das finde ich doch ziemlich dreist...
Noch einmal unsere Rechtsordnung - sie garantiert nicht, dass andere deine oder meine Sicht der Dinge teilen, sondern nur, dass wir unsere Sicht der Dinge ausleben können. Ich habe dabei keinen Anspruch darauf, dass andere das, was ich mache, toll finden - sie müssen es lediglich tolerieren.
Das ist nicht immer einfach zu ertragen.
Grüße
Clara