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Thea hat geschrieben: Sa 23. Apr 2022, 14:25
Und wenn ich dann noch lese, dass Kinder die zu Tätern werden, meist selbst Opfer sind/waren, kommt mir die Galle hoch. Am Besten schickt man die armen Täter/Opfer auf Steuerzahlerkosten in einen 8 wöchigen Kurlaub um ihr Trauma zu überkommen. Mein Mitgefühl gilt dem tatsächlichen Opfer.
Da bleibt für die Täter wohl keins mehr übrig?
Was wäre denn dein Vorschlag, wie man konstruktiv mit denen umgehen könnte?
Wegsperren für die nächsten 80 Jahre kann ja wohl kaum die Lösung sein...
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Thea hat geschrieben: Sa 23. Apr 2022, 22:34
Für die Täter bliebe z.B. Jugendarrest, Sozialstunden
Bliebe in diesem Fall nicht, denn die Täter sind noch gar nicht strafmündig. Dazu müssten sie mindestens 14 Jahre alt sein.
Wiki:
Das deutsche Strafgesetzbuch schreibt für die Strafmündigkeit das vollendete 14. Lebensjahr vor (-§ 19 StGB). Dabei benutzt das Gesetz selbst den Begriff "Strafmündigkeit" nicht, sondern spricht von Schuldunfähigkeit des Kindes. Das deutsche Ordnungswidrigkeitengesetzbuch legt unabhängig vom Strafgesetzbuch die Grenze für die Vorwerfbarkeit von Ordnungswidrigkeiten ebenfalls beim Lebensalter von 14 Jahren fest.
Personen, die zur Tatzeit jünger als 14 Jahre sind (also "Kinder" im Sinne des Gesetzes), können somit nicht bestraft werden. Das Familiengericht kann jedoch außerhalb des Strafverfahrens bestimmte Maßnahmen anordnen.
Nach allgemeiner Meinung stellt die Strafunmündigkeit ein Prozesshindernis dar, welches in jeder Lage des Verfahrens zu berücksichtigen ist.[5] Wird dennoch ein Ermittlungsverfahren gegen ein Kind eingeleitet, so hat die Staatsanwaltschaft es nach -§ 170 Abs. 2 StPO einzustellen.[5]
Unbeschadet dessen können jedoch zivilrechtliche Ansprüche gegen das Kind und eventuell gegen die Aufsichtspflichtigen (z. B. Haftung für Aufsichtspflichtverletzung) geltend gemacht werden, da die Deliktsfähigkeit nach anderen Kriterien zu beurteilen ist als die Strafmündigkeit.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
Na wenn die Hemmschwelle seit Jahren bei den Straftaten nach unten geht, dann muss man, bzw. der Gesetzgeber, die entsprechende Messlatte anpassen, aber das fällt in diesem Land ja so schwer. Wäre auch eine GG Änderung.
1. Wie schützen wir die Gesellschaft und die Menschen vor solchen Taten?
2. Wie kann es gelingen diese 3 verirrten Jungs wieder auf einen guten Weg zu bringen?
Einfach wegsperren gibt nur eine Antwort auf die erste Frage. Dazu kommt, dass sie nach einem Freiheitsentzug genau da weiter machen, wo sie davor aufgehört haben. Und wegsperren ist auch nicht kostenfrei und geht auch auf Kosten des Steuerzahlers. Da finde ich dass das Geld besser in Maßnahmen investiert wird, die bei Frage 2 helfen.
Daher macht es für mich viel mehr Sinn über die zweite Frage nachzudenken. Denn wenn das geschafft ist, dann erledigt sich auch Frage eins.
Doch da sehe ich das eigentliche Problem. Die Tochter meiner Partnerin arbeitet in diesem Bereich. Was sie oft berichtet ist haarsträubend. Da gibt es Eltern, die ihren erzieherischen Aufgaben in keinster Weise nachkommen und die Jugendämter werden erst dann tätig, wenn die Lage völlig eskaliert. Da dürfen wir uns nicht wundern, wenn dann drei Jungs auftauchen, die solche Taten begehen. Durch diese Untätigkeit entsteht die nächste Generation an gewalttätigen Kriminellen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
so ein Thema muss umfassend behandelt werden; denn mit kurzfristigen Maßnahmen ("Erholungsurlaub") wird nichts zu erreichen sein.
Da ist ein hoher Betreungs- und Erziehungsaufwand nötig.
Nur ist die Frage, ob das geleistet werden kann; denn Personalmangel und -wechsel und fehlende Gelder ermöglichen selten "optimale Bedingungen" UND: Selbst dann, wenn solche Möglichkeiten gefunden werden, gibt es keine "Garantie".
Ursachenforschung wäre auch angebracht...
Wer mal nachlesen möchte, wie es aus der Sicht einer Betroffenen auschauen könnte; möge einen Blick in das Buch "Alexandra - Ich war ein Mann" werfen.
Hier spielt Transsexualität eine Rolle, was sicherlich nur bei einem sehr geringen Anteil von "strafrechtlich Auffälligen" der Fall ist.
Schon das Inhaltsverzeichnis zeigt, wie Grundlagen für eine schwierige Entwicklung gelegt werden können:
1. Kapitel
Meine Kindheit: Prügel, Prügel, Prügel
2. Kapitel
Heimjahre
3. Kapitel
Transsexuell
4. Kapitel
Quer durch Europa
Es setzt sich dann fort mit Knast, Selbstmordversuche, Aids, Eine letzte Chance...
Anne-Mette hat geschrieben: So 24. Apr 2022, 10:03
so ein Thema muss umfassend behandelt werden; denn mit kurzfristigen Maßnahmen ("Erholungsurlaub") wird nichts zu erreichen sein.
Da ist ein hoher Betreungs- und Erziehungsaufwand nötig.
Nur ist die Frage, ob das geleistet werden kann; denn Personalmangel und -wechsel und fehlende Gelder ermöglichen selten "optimale Bedingungen" UND: Selbst dann, wenn solche Möglichkeiten gefunden werden, gibt es keine "Garantie".
Ursachenforschung wäre auch angebracht...
das sehe ich auch so. Und mal abgesehen davon, dass ich es falsch und unmenschlich finde, drei Heranwachsende einfach so abzuschreiben, hier wird am falschen Ende gespart. Das Geld das hier zu investieren ist (ja, es ist eine Investition in die Zukunft), bekommen wir vielfach zurück.
Natürlich gibt es keine Garantien, dass es in allen Fällen hilft. Garantien gibt es bildlich gesprochen nur bei Toastern. Ansonsten ist alles was wir tun mit Chancen und Risiken behaftet. Und ich setze lieber auf die Chance, drei verirrte junge Menschen wieder auf einen guten Weg zu bringen, als sie von vornherein aufzugeben.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
Bei einer solchen Geschichte dreht sich mir fast den Magen rum. Danke Anne-Mette für den Buchtipp.
Das Hauptproblem ist häufig die fehlende Hilfe. Letztendlich hat das Verbot der Prügelstrafe für einige das Leben in der Hölle bedeutet, weil zu der Körperlichen die psychische extrem Gestiegen ist.
Solche Sätze wie:
" Wenn andere bemerken zu welchen Taten du mich gezwungen hast, dann kann ich dich nicht mehr beschützen. Sie werden dich wegschließen und du wirst jeden Tag viel schlimmeres erleben" sind dann normal. Solche Kinder neigen zu so viel Gewalt die ständig einen Weg sucht, manche richten die gegen sich selbst, manche gegen andere und manche suchen ihr Heil indem sie andere beschützen. Wie sich das alles auswirkt, können Außenstehende gar nicht Ermessen, oft sieht man auch nur die Spitze des Eisbergs. So Kleinigkeiten, wie nie mit anderen Kindern duschen zu können, weil immer Spuren zu sehen sind, haben vielfältige Auswirkungen. Schmerz gehört für solche Kinder zum Alltag und halbherzige Hilfe führt normalerweise zu Verschlimmerungen, auch wenn man die liebgemeinten Versuche nie vergessen wird. Ein mir lieber Mensch hat seinen Transweg abgebrochen, nur weil der Vorwurf aufkam, das er das ja nur machen würde um seine gerechte Strafe zu entkommen(ich bezweifel sehr stark das Mädchen in diesem Fall milder bestraft worden wären, denn des Täters Wahn war erst mit seiner Erschöpfung beendet). Am Ende wäre es fast ihr eigenes Ende gewesen, zumal die Gewaltspirale ins unermessliche gestiegen war. Auch sowas nur mitansehen zu müssen, kann Menschen zu Dingen treiben...selbst wenn dann am Ende die Familientragödie ausgeblieben ist...
Den Hass in der Gesellschaft kann man nur mit Liebe und Fürsorge begegnen, wenn irgendwann mal was besser werden soll.
Wichtig ist natürlich das dem Mädel als erstes geholfen wird, aber die anderen Kinder haben scheinbar auch ein gewaltiges Problem und das Umfeld der Kinder erst Recht.
Wenn wirklich jemand bestraft werden soll, dann sollte man die Rolle der Täter Eltern ganz genau beleuchten, auch wenn wahrscheinlich bei rum kommt, das auch Sie mal Opfer waren.
Das Thema ist richtig schwierig, aber bei aller Verständnis, aber wie soll man denn bitteschön diese "verirrten" Täter wieder auf den rechten Weg bringen?
Sozialstunden? Heim? Prügel?
Ich sehe hier 2 Probleme.
Zum Einen hat hier ganz schwer das Elternhaus versagt. Denn irgendwo haben sie diese niedrige Hemmschwelle ja her.
Zum Anderen, und das wird das größere Problem sein, scheint es eine Art selbstbelohnendes Verhalten zu sein. Und das zu durchbrechen wird schwer werden.
Warum macht man denn so einen Mist, wenn nicht deshalb, um sich hervorzuheben. Und Gewalt ist ein recht gutes Mittel dazu. Wenn alle Welt Angst vor einem hat, gibt einem das eine Macht über andere. Und wenn einem wegen dem Alter nicht einmal Konsequenzen in Form von Knast o.ä. drohen, was dann?
Wahrscheinlich gibt es keine brauchbare "Therapie" in so einem Falle.
Raus aus der Familie und aufzeigen, dass jedes Handeln auch zu angemessenen Konsequenzen führt. Vielleicht ist das ein Weg, aber da bin ich eher skeptisch.
Tira hat geschrieben: So 15. Mai 2022, 14:37
Das Hauptproblem ist häufig die fehlende Hilfe. Letztendlich hat das Verbot der Prügelstrafe für einige das Leben in der Hölle bedeutet, weil zu der Körperlichen die psychische extrem Gestiegen ist.
Sorry Tiara, aber diese Aussage lässt mich völlig ratlos zurück.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Sorry, ist halt ne schwierige Sache. Letztendlich geht es darum, das Verbote nicht immer so helfen, wenn man sich über die Auswirkungen keine Gedanken macht. Wenn einfach im Verborgenen weitergemacht wird und nicht gleichzeitig Strukturen aufgebaut werden, die dagegen wirken, um Kinder zu helfen, kommt halt nicht immer zum gewünschten Ergebnis, ja manchmal sogar das Gegenteil. Das ging vor Jahrzehnten nicht optimal und auch heute gibt es immer wieder Ereignisse die Sprachlos machen. Das soll bestimmt nicht heißen dass es verkehrt war die Prügelstrafe zu verbieten, sorry wenn das vielleicht so rüber gekommen sein sollte. Aber seid dem sind halt auch die Probleme der Kinder unsichtbar geworden, die Möglichkeit Hilfe zu finden oft nur theoretischer Natur,. Wo früher normal drüber gesprochen wurde und extreme Dinge schneller bekannt wurden und auch schneller Hilfe zu bekommen war, fehlte plötzlich was. Mit ein bisschen "Vertrauen der Kinder erwecken" ist es da nicht getan, da reden wir über Gehirnwäsche von klein auf...
Da werden Strukturen gebraucht wo Kinder hingehen können und positive Erlebnisse bekommen. Aber leider wird an Jugendzentren und Anlaufstellen, auch für kleine gespart. Dann mal eine Jugendarbeiterin nach Hause zu schicken kann kaum was bringen, denn für einen Aufbau von Vertrauen dauert es Jahre und gleichbleibende Ansprechpartner.
Aber ist natürlich auch etwas weit vom Thema. Letztendlich gibt es viele Gründe für solche Verrohungen und die schlechten Angebote für Kinder die Hilfe benötigen ist nur ein Teil.
Das Transgender immernoch oft als Außenseiter wahrgenommen werden sicher noch ein anderes.
Mir war mit 3 Jahren klar, daß es nicht in Ordnung ist andere "einfach so" zu verhauen!
Da war ich leider Opfer und hatte Skrupel, meinem Gegenüber weh zu tun -
inzwischen habe ich gelernt mich zu wehren!
Das empfehle ich uns allen!
Ein Patentrezept für den Umgang mit kriminellen Kiddies habe ich leider auch noch nicht: Pluspunkte darf es denen nicht bringen!!!
(und dennoch muß versucht werden, die wieder auf den richtigen Weg zu bringen!)
LG Karla
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
es gibt keine "Patentrezepte" für die Arbeit mit schwer gestörten (aus welchem Grunde auch immer) Kindern und Jugendlichen.
Vielleicht gibt diese Bachelorarbeit eine kleien Übersicht darüber, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt:
"Systemsprenger" — Ein Leben in festen Systemen
Welche Möglichkeiten gibt es, den Werdegang dieser Kinder und
Jugendlichen positiv zu beeinflussen?