Streit um trans-Rechte eskaliert „Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente."
Streit um trans-Rechte eskaliert „Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente." - # 2

Frieda
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 16 im Thema

Beitrag von Frieda »

Dieses Geschwätz über das Thema Frauenhäuser und Transfrauen, bringt mich immer wieder auf die Palme!

Ich weiß dieses Thema gehört nicht in diesen Thread, und ich greife überhaupt nicht unsere liebe Vicky an❣️ (dr)
Vielleicht bin ich heute auch einfach nur massiv dünnhäutig?! Aber jetzt habe ich einmal angefangen zu gackern und jetzt lege ich auch das Ei....

Ich frage mich immer und immer wieder, für wie strunzig die Mitarbeiter in den Frauenhäusern gehalten werden. Mich regt das soooo auf"¼ï¸
Wer von euch war schon mal in einem Frauenhaus?
Wer von euch hat da schon gearbeitet?
Oder wer von euch hat dort schon Schutz gesucht?
Einige hier aus dem Forum wissen, dass ich mich nicht im Blindfug hier aufrege, sondern, dass ich mit meinen Kindern Schutz im Frauenhaus suchen musste. Ich habe das Procedere selbst erlebt❣️ Für mich sind das Schauergeschichten die da erzählt werden, dass Männer sich als Transfrau ausgeben um an Frauen ran zu kommen die sie dann vergewaltigen können. Ganz ehrlich ich könnte koooootzen🤮
Ich habe kompetente und einfühlsame Menschen dort erlebt, die ihren Beruf und ihre Tätigkeit mit Herz ausüben. Sie sind nicht auf der Wurschtsuppe daher geschwommen, sondern sind ausgebildete Fachkräfte❣️ Was bildet man sich eigentlich ein, sich herauszunehmen sie könnten nicht schwarz von weiß unterscheiden? Die Mitarbeiter dort sind so sensibel, so feinfühlig, sie sind dauerhaft in "hab acht" Stellung für die Schutzsuchenden dort.
Mich nervt es einfach nur, für wie dumm scheinbar diese Menschen gehalten werden. 🙄😤
Ich finde es ist echt verletzend für mich, für die Mitarbeiter in den Frauenhäusern und für Transmenschen immer und immer dieses Scheinargument zu benutzen.


Und damit ich hier nicht nur rummeckernd durch diesen Thread poltere und meine Wut raus blase, will ich mich auch zum Threadthema äußern.... Ich bin für das neue Gesetz und ich hoffe es dauert nicht mehr all zu lange, bis es endlich genutzt werden kann (zB auch von meinem besten Freund❣️).

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 17 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Müssen wir mit der Gesellschaft ins Gespräch kommen ?

Wir sind Teil in der Gesellschaft und nicht davon getrennt. Das ist nur eine kleine sprachliche Differenz, aber wesentlich im Selbstverständnis, um die "queere Blase" verlassen zu können. Ich sehe mich auch zunehmend nicht als "queer", sondern als ein Mensch, der in seinem persönlichen Selbstverständnis lebt.

Oder anders gesagt, schließe ich mich mit dem Begriff "queer" nicht selber aus der Gesellschaft aus ?
Viele Grüße
Vicky

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Martina-NB
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 18 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Vorweg: Ich bin unbedingt für das Selbstbestimmungsgesetz und warte persönlich darauf.
Aber man muss sich auch im Klaren sein, dass es eine Menge praktischer Probleme aufwerfen wird, die zumindest zum Teil gesetzlich geregelt werden müssen. Im Prinzip gibt es diese Probleme ja heute schon, da eine TÄ ja inzwischen ohne GAOP möglich ist. Aber in Zukunft könnten diese Fälle eben deutlich mehr werden, so dass man nicht mehr wenige Einzelfälle individuell regeln kann.
Die Toiletten-Frage scheint mir da noch das geringste Problem zu sein. Relevanter sind zum Beispiel Gemeinschaftsduschen, Gemeinschaftsunterkünfte (Jugendherbergen, 1/2 Doppelzimmer usw.), Krankenhäuser usw. - Meines Wissens gibt es da heute zum Teil gesetzliche Regelungen, die eine Geschlechtertrennung vorschreiben. Aber was ist, wenn sich eben biologisches (sichtbares) Geschlecht und Personenstand unterscheiden?
Anne-Mette
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 19 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,
Frieda hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 08:47 Dieses Geschwätz über das Thema Frauenhäuser und Transfrauen
damit es nicht Geschwätz bleibt, muss ein offenes Gespräch gesucht und gefunden werden.
Ich habe Kontakt zu zwei Frauenhäusern; mit dem Team des einen habe ich einen Workshop durchgeführt, der dazu diente, Fragen zu stellen und Antworten zu finden.

Es geht doch nicht nur um die schräge Behauptung
Frieda hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 08:47 als Transfrau ausgeben um an Frauen ran zu kommen die sie dann vergewaltigen können.

sondern in erster Linie um ehrliche Befürchtungen der dort arbeitenden Fachkräfte; denn auf das sensible Gefüge eines Frauenhauses muss bei Aufnahme von "besonderen Menschen" besonders geachtet werden mit Rücksicht auf auf alle Bewohnerinnen.
Auch (ehemalige) transsexuelle Menschen benötigen in einer solchen Einrichtung u.U. "besondere Betreuung"/Rücksichtnahme/Beratungsangebote.
Mit ein paar kurzen Sätzen ist die Gesamt-Problematik nicht abzuhandeln.

Gruß
Anne-Mette
Marlene K.
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 20 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Ich frage mich, und das nicht zum ersten Mal, ob der Streit wirklich eskaliert oder eskaliert wird.

Ja, eine gesellschaftliche Debatte über mögliche Auswirkungen und Widersprüche muss es geben.

Allerdings gibt es für mich nicht die queere Position oder die feministische Position. Vicky stellte die Frage, ob ich mich, wenn ich mich selber als queer lese nicht aus der Gesellschaft ausschließe. Nach dieser Logik schließe ich mich aus der Gesellschaft aus wenn ich mich als Frau oder Mann oder schwul oder lesbisch definiere. Unsere Identität setzt sich doch aus den verschiedensten Aspekten zusammen.

Wir alle bilden die Gesellschaft und haben als Menschen unveräußerliche Rechte die dort enden wo sie die Rechte anderer einschränken.

Alle, die sich an der Diskussion beteiligen sagen, dass sie Geschlechterollen auflösen wollen. Allerdings wird auch hier auf der Basis des von Natur aus aggresiven Mannes und der Frau als Opfer dieser Agression diskutiert. In dieser Welt gibt es keine gewaltätige Frau und keinen liebevollen Mann. Das diese seit Jahrtausenden gelebten Rollen unser Verhalten auch gegen unseren Willen noch heute prägen heißt aber doch nicht dass sie eine unveränderliche Bestimmung sind
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 21 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Frieda hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 08:47 Dieses Geschwätz über das Thema Frauenhäuser und Transfrauen, bringt mich immer wieder auf die Palme! [...]
Ich habe kompetente und einfühlsame Menschen dort erlebt, die ihren Beruf und ihre Tätigkeit mit Herz ausüben. Sie sind nicht auf der Wurschtsuppe daher geschwommen, sondern sind ausgebildete Fachkräfte❣️ Was bildet man sich eigentlich ein, sich herauszunehmen sie könnten nicht schwarz von weiß unterscheiden? Die Mitarbeiter dort sind so sensibel, so feinfühlig, sie sind dauerhaft in "hab acht" Stellung für die Schutzsuchenden dort.
Vielen Dank Frieda für dieses Statement! Genau so äussert sich auch die Frauenhaus Koordinierung.

Klare Äusserung vom 31. Januar:
Bildschirmfoto 2022-04-20 um 10.52.07.png
(https://twitter.com/fhk_ev/status/1488101008181972992)

Zusammengefasst von den Menschen, die sich in der Realtät auskennen:
  • Die MA entscheiden in jedem Einzelfall (weil ohnehin zu wenig Plätze)
  • Transfrauen sind mindestens ebenso von Gewalt betroffen
  • Es gab bisher keine Probleme mit "Männern, die sich da einschleichen wollten"
  • Sie befürworten das Selbstbestimmungsgesetz
Bottom line: Das behauptete Horroszenario ist Unfug UND es gibt ganz andere Probleme für die Frauenhäuser. Vornehmlich Geldmangel.

Wer es nachlesen will, hier ein paar Links:
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Michi
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 22 im Thema

Beitrag von Michi »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 08:38 eine Frage ist sicherlich auch: "wie wollen wir ein geeignetes Mittel finden, mit der Gesellschaft besser ins Gespräch zu kommen und nicht nur aus einer queeren Blase agieren und alle diejenigen bekämpfen, die andere Meinungen zu einem Selbstbestimmungsgesetz haben?"

... denn ohne Rückhalt in der Gesellschaft wird es ein "Muster ohne Wert".
Was ich mich ernsthaft frage:

Können wir überhaupt noch für unsere Rechte eintreten, wenn wir immer mehr die Verächtlichmachungen und Beschuldigungen derer übernehmen und internalisieren, die uns fremdbestimmen und hart reglementieren wollen?

Was ist das überhaupt für eine Gesellschaft, die Minderheiten in ihren Rechten beschränkt sehen will?


Ich führe mal einen Gedanken von Tessa Ganserer aus, den ich aus dem von Jaddy verlinkten Lila Podcast mitgenommen habe ...

Wenn schon von unsereins so eine große unsichtbare Bedrohung für Frauen ausgehen soll, dann müsste man doch eher gestern als heute die Ehe zwischen Männern und Frauen verbieten, müsste alle Männer zwangsweise kastrieren und in Lager sperren, bis auf ein paar Zuchthengste, die zwecks Samen-Gewinnung in speziellen Hochsicherheitgefängnissen gehalten werden, um Frauen vor der alltäglichen und ganz realen Gewalt zu schützen?!
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Michi
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 23 im Thema

Beitrag von Michi »

Anne-Mette hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 09:03 sondern in erster Linie um ehrliche Befürchtungen der dort arbeitenden Fachkräfte
Ich möchte nicht bestreiten, dass solche Befürchtungen bestehen. Wenn ich aber Reaktionen sehe, wie die, die Jaddy hier dankenswerterweise hier eingebracht hat, dann stellt sich mir die Frage, ob diese Befürchtungen tatsächlich so verbreitet sind, wie die immer recht allgemein gehaltenen Aussagen vermitteln wollen, oder ob es sich nicht doch eher um Einzelfälle handelt. Und weiterhin denke ich, dass man mit den Betreffenden ergründen sollte, woher diese Befürchtungen kommen.

Beste Grüße
Michi
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 24 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

Es gibt Gesetze und gesellschaftliche Zuspruch dieser Gesetze.

Für letzteres muss ein Dialog entstehen, geredet und überzeugt werden und das geht sicher nicht aus einer Blase heraus.

Für ersteres gilt aber: Wenn wir nicht, wie früher angenommen, krank sind, dann dürfen wir uns auch nicht fremdbestimmen lassen. Das ist wiederum ein Grundrecht und kein Diskussionsthema.

Wichtig hier ist: bei Gesetzen geht es um Recht und nicht um Sympathie. Hier geht es um unsere Freiheit laut Grundgesetz.

Mich stört es das beides durch die Bank in ein Topf geworfen wird.

LG
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 25 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

MichiWell hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 11:05 Können wir überhaupt noch für unsere Rechte eintreten, wenn wir immer mehr die Verächtlichmachungen und Beschuldigungen derer übernehmen und internalisieren, die uns fremdbestimmen und hart reglementieren wollen?
Gute Frage Michi,

es liegt ja an uns, ob wir die Argumente auf uns übertragen. Ich finde z.B. das "Frauenhaus-"Argument gegen das Selbstbestimmungsrecht entlarvend. Es lautet verkürzt, dass Männer über das SBR sich in Frauenhäuser einschleichen könnten. Daraus ziehe ich folgende Schlüsse:

- Gewalt geht per se nicht von Transfrauen, sondern von Cis-Männer aus
- Das SBR bezieht sich auf Menschen, die ein anderes Geschlecht im Perso eintragen lassen wollen (Trans-, Inter- etc.). Der Schutz für Frauen vor gewaltbereiten Männern muss daher anders geregelt werden. Das geht nicht mit dem SBR.
- Frauenhäuser sind notwendig, auch für Transfrauen. Das bedeutet, dass Frauenhäuser besser unterstützt werden müssen.

Gerade der erste Punkt scheint mir vor diesem Hintergrund sehr wichtig zu sein.
Marlene K. hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 09:57 Nach dieser Logik schließe ich mich aus der Gesellschaft aus wenn ich mich als Frau oder Mann oder schwul oder lesbisch definiere.
Hi Marlene,

nein, das meine ich nicht. Schwul, lesbisch, trans etc. sind persönliche Eigenschaften. Queer bedeutet eine (Selbst-)Zuordnung zu einer Gruppe und ist politisch. Das ist etwas anderes. Meine Eigenschaften haben direkt nichts mit der Gesellschaft zu tun, sondern sind nur auf mich bezogen. Wenn, wie Anne-Mette schreibt, wir als Queer-Menschen mit der Gesellschaft ins Gespräch kommen sollen, ist das eine Selbstausgrenzung. Ob ich das will oder nicht, ich bin mit meinen Eigenschaften in der Gesellschaft.

Es geht für mich u.a. darum, dass queer als ein Teil der Gesellschaft mit Rechten und Pflichten anerkannt und nicht aufgenommen wird. Die innere Einstellung hilft uns bei der Argumentation. Wir sind keine Bittsteller, sondern gleichberechtigt, egal wie wir ticken. Wir haben einen Anspruch darauf.

Ich beobachte immer wieder, dass wir bereit sind, uns mit den (scheinbar) negativen Aspekten unseres Dasein zu beschäftigen. Ich meine, wir müssen uns viel mehr positiv sehen. Gerade unsere Eigenarten können in dieser Gesellschaft sehr wertvoll sein. Das müssen wir viel mehr darstellen. Statt dessen fühlen wir uns in die Ecke gedrängt und sehen uns genötigt, uns immer wieder zu verteidigen. Hier können wir viel von den Frauen lernen, die sich für die Emanzipation (im Wortsinn) eingesetzt haben. Sie waren sich bewusst, dass sie dazu gehören und wichtige Beiträge liefern und haben selbstbewusst Rechte eingefordert.

Wir sollten unsere Rechte nicht in dem Bewusstsein einer Bitte einfordern, sondern dass wir, auch als Minderheit, sehr nützliche Beiträge liefern. Ich glaube der Queer-Bewegung täte es gut, sich darüber mehr Gedanken zu machen, statt in der "Blase" zu verharren. Wir sind nur dann Opfer, wenn wir uns selber zu Opfern machen. Aber auf Dauer müssen wir aus dieser Rolle raus kommen. Das fängt in unseren eigenen Köpfen an.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 26 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:00 ...
Marlene K. hat geschrieben: Mi 20. Apr 2022, 09:57 Nach dieser Logik schließe ich mich aus der Gesellschaft aus wenn ich mich als Frau oder Mann oder schwul oder lesbisch definiere.
Hi Marlene,

nein, das meine ich nicht. Schwul, lesbisch, trans etc. sind persönliche Eigenschaften. Queer bedeutet eine (Selbst-)Zuordnung zu einer Gruppe und ist politisch. Das ist etwas anderes.
...
Wir sollten unsere Rechte nicht in dem Bewusstsein einer Bitte einfordern, sondern dass wir, auch als Minderheit, sehr nützliche Beiträge liefern. Ich glaube der Queer-Bewegung täte es gut, sich darüber mehr Gedanken zu machen, statt in der "Blase" zu verharren. Wir sind nur dann Opfer, wenn wir uns selber zu Opfern machen. Aber auf Dauer müssen wir aus dieser Rolle raus kommen. Das fängt in unseren eigenen Köpfen an.
Hallo, Vicky,
wir sind uns in weiten Teilen einig. Nur mit Deiner ersten Verortung des Begriffs "queer" als reine Selbstzuschreibung habe ich so meine Probleme. In dem wir uns in der Gesellschaft verorten, egal ob als Frau, Mann, non binärer Mensch, schwul, lesbisch oder oder oder schreiben wir uns selbst Eigenschaften zu. Oft wird diesen Selbstzuschreibungen von anderen widersprochen.

Den Begriff "queer" kann ich nun in zwei Formen lesen.

Queer kann sein, wer den Mehrheitsvorgaben der Gesellsschaft in Begehren und/oder geschlechtlicher Identität nicht entspricht. Dann ist jede*r queer, der diese Beschreibung erfüllt, also alle Lesben, Schwule und trans* Menschen.

Eine weiter gefasste, mir eher gefallende Lesart umfasst alle Menschen, die egal welchen Begehrens oder welcher Identität entsprechend Freiheit von Fremdzuschreibungen befürworten und die Antwort im besten Falle für gesellschaftlich unwichtig halten.

Damit wäre "queer" dann wirklich nicht nur eine offene Selbstbeschreibung einer Eigenschaft, die vorhanden ist sondern eine bewusste gesellschaftliche Positionierung. Da aber mehrheitlich wohl die erste Lesart üblich sein dürfte ist "queer" sehr wohl eine Eigenschaft, wenn auch offener ausgedrückt als "schwul", "lesbisch" oder "trans*".

Der Teil "wir sind nur dann Opfer..." stimmt so nur in einer wertfreien Welt. Wenn mir ins Gesicht gespuckt wird bin ich zunächst Opfer einer Straftat, die vermutlich darauf beruht, dass ich als queer gelesen werde. Ich bin nicht wehrlos oder nur Opfer, aber ich bin auch Opfer ohne mich selber dazu zu machen.

Liebe Grüße

Marlene
Marlene

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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 27 im Thema

Beitrag von Frieda »

Guten Morgen liebe Marlene❣️

Wenn ich hier kurz meine Gedanken äußern darf... Bitte?!
Ich fasse mich auch kurz... Versprochen❣️🙈

Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 Wenn mir ins Gesicht gespuckt wird bin ich zunächst Opfer einer Straftat, die vermutlich darauf beruht, dass ich als queer gelesen werde.
Ähm, ich würde sagen nein, liebe Marlene.
Warum?
Weil ich dieses auch mehrfach erlebt habe. Und ich heute weiß, dass mir nicht ins Gesicht gespuckt wurde, weil ich den "Ansprüchen" meines damaligen Mannes nicht gerecht wurde, sondern, weil er seine Wut, seinen Hass, seine Gewalt nicht kontrollieren konnte❣️
Wir waren zwar das Ziel Marlene, wir waren aber niemals der Grund. Ihn hat an manchen Tagen die Fliege an der Wand gestört, daran war aber niemals die Fliege schuld, weil auch sie eine Daseinsberechtigung hat❣️

Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 Ich bin nicht wehrlos oder nur Opfer, aber ich bin auch Opfer ohne mich selber dazu zu machen.
Ja stimmt wir waren in diesen Moment Opfer einer Straftat. Opfer zu sein, bedeutet Schaden zu nehmen, mehr nicht liebe Marlene! Und an meinem Beispiel ist gut zu sehen, dass ich in der Opferrolle blieb (bis zum Zeitpunkt X, wo ichs beendete).
Wir nehmen den Schaden nicht, weil wir sind wie wir sind, du damals nicht und ich damals nicht, sondern wegen der Unzulänglichkeiten unseres Gegenübers.
In die Opferrolle hatte allerdings ich mich damals selbst gebracht, weil ichs nicht gleich beendete.

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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 28 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 In dem wir uns in der Gesellschaft verorten, egal ob als Frau, Mann, non binärer Mensch, schwul, lesbisch oder oder oder schreiben wir uns selbst Eigenschaften zu.
Ist es nicht anders herum ? Wir besitzen Eigenschaften und weisen uns dann einer Gruppe zu ?
Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 Oft wird diesen Selbstzuschreibungen von anderen widersprochen.
Das mag sein, aber ist der Widerspruch für meine Eigenschaften relevant ? Der Widerspruch hat doch seinen Ursprung in einer anderen Sichtweise anderer Menschen. Damit ist es zunächst ihre Sache, wie sie mich sehen. In zweiter Linie kann mich das betreffen. Im besten Fall ist das der Ursprung für einen Austausch. Im schlechtesten Fall erleide ich Gewalt. Wichtig ist für mich, dass man die zwei Ebenen (Eigensicht-Fremdsicht) nicht vermischt.
Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 wer den Mehrheitsvorgaben der Gesellsschaft in Begehren und/oder geschlechtlicher Identität nicht entspricht.
Ich würde nicht von "Vorgaben" sprechen, denn die sind nicht festgelegt. Meine Frau hat da sicher andere Vorstellungen als mein Nachbar, meine Freunde oder irgendwer auf der Straße. Wir glauben immer wieder, es gäbe Vorgaben, aber auf der Straße erlebe ich sie nicht.
Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 Da aber mehrheitlich wohl die erste Lesart üblich sein dürfte
Müssen wir uns das zu eigen machen ? Ich meine nein. Wir müssen vielleicht damit umgehen, aber zunächst müssen wir uns doch selber positionieren. Ich gebe Dir natürlich Recht, wir sind keine Mehrheit. Aber es kommt immer darauf an, wie man queer beschreibt. Als es den Begriff noch nicht gab, waren wir noch viel mehr Minderheit. Da gab es Schwule oder Transmenschen etc. Heute hat man alles unter einen Begriff gepackt. Die "Minderheit" ist ganz schön groß geworden. Wenn ich auch die Menschen hinzupacke, die jemals ein gegengeschlechtliches Kleidungsstück getragen haben, wird vielleicht sogar eine Mehrheit draus. Aber der Begriff löst sich in Wohlgefallen und Nutzlosigkeit auf.
Marlene K. hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 07:28 Wenn mir ins Gesicht gespuckt wird bin ich zunächst Opfer einer Straftat,
Klar, aber das meine ich nicht. Wenn mir jemand meinen Geldbeutel klaut, bin ich auch Opfer einer Straftat. Aber es wird sehr häufig behauptet, wir seien "Opfer" auf Grund unserer Eigenschaften und nicht einer Straftat. Ist das wirklich die Regel ? Ja, wir erleiden häufer Benachteiligungen im Berufsleben oder in anderen Gebieten. Aber wenn ich das akzeptiere, mache ich mich zum Opfer. Ich meine das im Sinne von " Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat verloren". Mir geht es um den Mut, die Dinge in die Hand zu nehmen. Vor allem für mich selber. Aber dafür brauche ich eine andere Einstellung. Ich bin

- ich,
- positiv zu meinen Eigenschaften eingestellt,
- ein nützlicher Teil in der Gesellschaft,
- stärker als ich denke,
- mutiger als ich denke,
- fähig, meine Sicht von der anderer Menschen zu trennen,
- unabhängig von der Meinung einiger weniger,
- sicher, dass es "die Gesellschaft" als homogene Einheit nicht gibt,
- mir darüber klar, dass ich eine differenzierte Sichtweise brauche,
- kein Opfer, sondern muss für mich einstehen.

Und das ist etwas, was ich mir für uns alle wünschen würde: positiver und aktiver zu werden und sich nicht in irgendwelche Scheinperspektiven zu drängen bzw. drängen zu lassen. Ich bin überzeugt davon, dann wäre auch unser Leben in der Gesellschaft viel selbstverständlicher und einfacher. Der Schalter dafür liegt in erster Linie in unserem Kopf, dann erst bei den Anderen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 29 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 08:48 ...
Frieda hat geschrieben: Do 21. Apr 2022, 08:41 ...
Guten Morgen, Vicky und Frieda,
allem was Ihr sagt stimme ich genau so zu. Mir war es nur wichtig, die beiden Seiten von "Opfer sein" zu sehen. Es ist auch wichtig, sich nicht selbst die Schuld zuzuschieben oder zuschieben zu lassen.

Es ist wichtig, zu erkennen, was mein Anteil ist, welche Wut und Verletzung mich seelisch schützt.

Genau so wichtig ist es mir nicht die Probleme der anderen zu eigen zu machen und mich zu verbergen, unsichtbar zu machen um ja niemanden in seinem Weltbild in Frage zu stellen.

Ich sehe bei beiden Aspekten bei mir, aber auch bei anderen die Nöglichkeit zur überzogenen Reaktion.

Ich denke, da sind wir uns durchaus ähnlich im Denken, auch wenn wir aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen und damit Standpunkten verschiedene Perspektiven wahrnehmen.

Liebe Grüße

Marlene
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Re: Streit um trans„Rechte eskaliert "Wer die offene Debatte scheut, hat keine Argumente.“

Post 30 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Patricia_cgn hat geschrieben: Mo 11. Apr 2022, 20:35 Ich kenne Till Amelung als Admin eine Facebookgruppe für transsexuelle Menschen und muss ehrlich sagen, dass ich fürchte, dass er dem Selbstbestimmungsgesetz eher kritisch gegenüber steht. Als Argumentation wurde in der Gruppe immer gesagt, wenn man Selbstbestimmt den Geschlechtseintrag wählen dürfte (weil keine Krankheit vorliegt), dann bestünde aus Sicht der Krankenkassen kein Handlungsbedarf...
Ebenso schlägt er des Öfteren Töne an die eher dem Spektrum der radikalen Feministinen zuzuordnen wären.
Und das selbst als Trans Mann....

LG
Patricia
Ich hatte schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass man sich über die Finanzierung von GaOP und Co, Alternativen überlegen muss.
Denn Transexualität ist keine psychische Störung und auch keine Krankheit und somit sind die Krankenkassen die falsche Geldquelle.
Leider ist das bei manchen Betroffenen noch nicht angekommen.
(Mich ärgert es, wenn ich bei der Krankenkasse für eine Verletzung nur das Unvermeidliche finanziert bekomme.
Da freut man sich direkt über ein Arbeitsunfall, weil die BG alles bezahlt um die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen.)
Ich denke, es sollte für TS- Betroffene ein Fond eingerichtet werden.
Und ich halte die Beibehaltung von Gutachten durchaus für sinnvoll, weil nicht alles was nonbinär ist, unter TS fällt.
LG Verena
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Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
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