Gendern beim Sprechen
Gendern beim Sprechen - # 2

Lebensplanung, Standorte
Lavendellöwin
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Re: Gendern beim Sprechen

Post 16 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 15:39 Genderfluid ist kein Spass, wenn es dir mitten am Tag passiert, quasi die Dysphorie voll reinhaut, auch auf die Aufmachung, mit der du am Morgen vielleicht sogar glücklich und stimmig aus dem Haus gegangen bist, und du keine Gelegenheit hast, dich jetzt auf etwas anderes einzustellen.
Nein, ist es nicht...

und irgendwie tut es mir jetzt verdammt leid, ich wollte da nichts als albern darstellen..
jetzt bin ich schon etwas sauer auf mich weil ich auch manchmal mehr oder weniger
Intensität in meinem Sein habe...
..ich denke das ist auch grade deutlich zu spüren wenn ich die letzten Wochen schreibe..

sen ma widdä gud?

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Jaddy
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Re: Gendern beim Sprechen

Post 17 im Thema

Beitrag von Jaddy »

EmmiMarie hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 16:15 und irgendwie tut es mir jetzt verdammt leid, ich wollte da nichts als albern darstellen..
jetzt bin ich schon etwas sauer auf mich weil ich auch manchmal mehr oder weniger
Intensität in meinem Sein habe...
..ich denke das ist auch grade deutlich zu spüren wenn ich die letzten Wochen schreibe..

sen ma widdä gud?
Es war nie anders für mich :) *hug offer*

Ausserdem hast du dir da mehr Gedanken gemacht, als viele Menschen je machen würden.

Es klingt, als ob du auch manchmal diesen Druck hast, die ganze Gendersache 100%ig oder besser machen zu müssen? Für dich, für andere? War jedenfalls ab und zu bei mir so. Manchmal hab ich auch keinen Bock mehr, alles immer im Hinblick darauf zu sehen - oder schlimmer noch: Immer drauf zu achten, wie andere es sehen könnten. Sagte ich mal, dass ich es am schlimmsten finde, wenn mir andere erzählen, was an mir sie gerade männlich oder weiblich finde?

Ich finde, wir dürfen auch Pausen haben. Sowohl von der Aussenwelt und wie sie uns einschätzt, aber auch von den eigenen Anstrengungen. Von Transition, von Gefühlen der Unzulänglichkeit, was auch immer. :)p (na)
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Re: Gendern beim Sprechen

Post 18 im Thema

Beitrag von Karla »

Wir können auf gendern verzichten,
- sollte der Gender Pay Gap in endlicher Zeit überwunden werden - sieht noch nich danach aus!
- keine Frau mehr diskriminiert werden
- ...
Bis dahin ist es berechtigt durch gendern auch den einen oder die andere zu nerven!
...und dazu zu sagen, warum!

Jaddy hat das m.E. ganz klar dargestellt!

LG Elly
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Re: Gendern beim Sprechen

Post 19 im Thema

Beitrag von sbsr »

Geli hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 15:52 gestern nahm ich online am Ladies Night Talk teil und dabei ist es mir mindestens 2 Mal passiert, dass ich mich missgendert habe.
Ist kein Problem, solange Du Dir deshalb nicht selbst beleidigt bist und nicht mehr mir Dir sprichst :o

Ne, im Ernst, mir erfordert es meistens zu viel Denkleistung, in Gesprächen gezielt drauf zu achten, die lebenslang eingeprägten Bezeichnungen und Pronomen umzuschreiben, oder mich bewusst den Erwartungen meines Umfelds anzupassen.

Dabei ist es unerheblich, nach was ich optisch gerade überwiegend aussehe. Kann also passieren, dass ich als Mannâ„¢ unvermittelt in weiblicher Form von mir spreche, oder anders herum geschminkt und mit langen Haaren aufm Kopf männliche Wortformen für mich benutze.

Mich stört das nicht weiter, ich hänge schließlich irgendwo dazwischen. Von meiner Umwelt werde ich männlich gesehen und auch so bezeichnet, wäre anders schöner, aber ist halt so.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: Gendern beim Sprechen

Post 20 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Jaddy hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 17:40 Es war nie anders für mich *hug offer*

Ausserdem hast du dir da mehr Gedanken gemacht, als viele Menschen je machen würden.
Ach, danke *rehug*...
Jaddy hat geschrieben: Di 1. Feb 2022, 17:40 Es klingt, als ob du auch manchmal diesen Druck hast, die ganze Gendersache 100%ig oder besser machen zu müssen? Für dich, für andere?
hmm, mich beschäftigen die letzte Zeit ein paar Aussagen von Birgit,
die, so ein klein wenig, zumindest bei mir interbeziehungstechnischen Gendertrouble
verursachen...
ich fasse das mal so zusammen..Definition als nicht lesbische Frau mit männlicher Rolle,
die sich nicht vorstellen kann, was männliches oder weibliches Denken und Sein denn überhaupt
sein sollte durch mein Sein aber menschlicher wurde..
und ich habe deshalb einen Hirnaushänger wie sie mich denn in ihrer Gedankenwelt einsortiert, weil
sie es mir nicht erklären kann...sondern nur sagt, du kannst alles sein, manchmal auch, du bist alles,
ist mir egal..

was mache ich damit?
Das ist mir fast zu wenig Erwartungshaltung..

*kopfkratz*

mhm..ich fühle mich grade eher girlflux..

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Re: Gendern beim Sprechen

Post 21 im Thema

Beitrag von Geli »

sbsr hat geschrieben: Mi 2. Feb 2022, 11:56 Ist kein Problem, solange Du Dir deshalb nicht selbst beleidigt bist und nicht mehr mir Dir sprichst
das Zwiegespräch zwischen meiner femininen und maskulinen Seite ist mittlerweile beendet und wir sind wieder im Reinen. (pea)
Werde zwar versuchen beim nächsten Gespräch en femme die weibliche Form zu verwenden oder zu umschreiben, aber sollte es trotzdem nochmals passieren, dann sei's drum.

Ein herzliches Dankeschön an alle für die zahlreichen Beiträge, hat mir geholfen die Sache lockerer zu sehen.

Liebe Grüße
Geli
Freue Dich über jeden Tag an dem Du machen kannst was Dir Freude macht.
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Re: Gendern beim Sprechen

Post 22 im Thema

Beitrag von Céline »

Ganz ehrlich???
Ich bin wahrscheinlich zu alt für das alles und warum???
Vielleicht deswegen weil mir das viel zu mühselig ist. Ich erlebe Missgendern jeden Tag und wäre reich wenn ich jedes Mal 1 nen Euro bekommen würde. Und trotzdem rege ich mich nicht darüber auf sonder lächle nur weil es mir zu anstrengend ist mich jedes Mal darüber aufzuregen und zu korrigieren. Vielleicht sollten wir Worten nicht so viel Bedeutung beimessen und unsere Sprache unnötig kompliziert machen. Ein anderer Effekt den ich täglich erlebe ist das mein Umfeld durch diese ganze Diskussion mittlerweile genervt ist und anstatt "mehr tolerant " zu werden das Gegenteil entwickelt. Ist es das was wir wollen? Alles nur wegen Worte? Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung relativ einsam da aber ich nehme mir das einfach raus da ich ja sehr direkt betroffen bin und wie ich schon an einer anderen Stelle geschrieben habe gelernt habe mit täglich Er, Sie, Der, Die, Herr, Frau und und und zu leben weil ich weiß wer ich bin. Ich habe es deshalb nicht nötig andere ständig zu verbessern die einfach nur "Worte" sprechen.
Céline
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
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