Asperger-Syndrom
Asperger-Syndrom - # 2

Michi
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Re: Asperger-Syndrom

Post 16 im Thema

Beitrag von Michi »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 10:36 Was mich interessiert ist die Verbindung zwischen Asperger und Transgender. [...]
Hallo Vicky,

eine Verbindung in dem Sinne sicherlich nicht. Ich würde eher von Ähnlichkeiten in einzelnen Aspekten sprechen. Worauf du hier konkret abzielst, ist wohl der Punkt, dass beide eine Rolle spielen, die Rolle des angepassten Menschen, der die an ihn gestellten Erwartungen erfüllt. Bei Transgender ist das die auf Grund der Biologie erwartete Geschlechterrolle, und bei Autisten kompatibles Sozialverhalten. Autisten bezeichnen das oft auch als Masking (deutsch: Maskieren), weil man sein eigenes Sein quasi unter der Maske eines angepassten Menschen versteckt.

Das Problem ist, dass dieses Masking viel Kraft kostet, die dann für anderes fehlt, und die persönliche Leistungsfähigkeit einschränkt. Und wenn ich keine Kraft mehr habe, kann ich das Masking nicht mehr aufrecht erhalten, falle aus der erwarteten Rolle, und ziehe mir Unverständnis und Ablehnung meiner Mitmenschen zu. Man kann das ein wenig damit vergleichen, dass man mit einem Auto unterwegs ist. Der Tankinhalt sollte normalerweise für 600 Kilometer reichen, aber bei Autisten ist er schon nach 500 oder 400 Kilometern leer, weil sie zusätzlich einen schweren Anhänger hinter sich her ziehen, und so mehr Gas geben müssen.

Und so ist es vergleichbar auch bei Transgender. Ich kann da aus eigenem Erleben vergleichen/berichten, habe nämlich 2 schwere Anhänger an meinem Auto hängen, die ich ständig mit ziehe. Im Frau-Modus geht es mir spürbar besser, weil ich dann einen der beiden Anhänger abhängen kann.

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 10:36 Hier lese und höre ich, dass Asperger oder Autisten im Allgemeinen großen Stress im Umgang mit anderen Menschen haben. [...] bin ich ganz und voller Freude bei der Sache.
Es gibt natürlich einige Punkte, bei denen nicht nur Autisten Probleme haben, sondern auch andere, wie z.B. Menschen mit AD(H)S oder Transgender. Aber auch bei sogenannten normalen Menschen treten hier und da einzelne Punkte als Problem in Erscheinung. Ein Gradmesser für Autismus ist, wie viele dieser Punkte es sind.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 10:36 Ist das bei Autisten ähnlich ? Oder gibt es grundlegende Unterschiede im Erleben der Weiblichkeit ?
Das ist schwer zu beantworten, weil man als Autist genau so wenig "weiß", wie sich ein NT fühlt, wie ein Transgender nicht "weiß", wie sich eine Cis-Frau fühlt.

Und ich dann erst .. woher soll ich wissen, wie sich eine Cis-Autistin fühlt?!

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 10:36 Noch ein anderer Aspekt. Die Diskussion um Autismus ist immer verbunden mit einer "Störung". [...]
Das sehe ich auch problematisch. Wenn, dann ist es doch der Leidensdruck, weil ein Mensch nicht sein kann, wie er ist, der die Probleme verursacht.

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 10:36 ich habe mit HSP (high sensitive person oder hochsensible Person) ähnliche Erfahrungen wie beim Autismus gemacht. Ich kann Dinge und Zusammenhänge erkennen, die andere nicht sehen. [...]
Ja, da gibt es Überschneidungen, wie auch bei Autismus und AD(H)S. Es sind eben Spektren.

Ich selbst nehme in dieser ständigen Reizüberflutung auch vieles wahr, was an NTs komplett vorbei geht. Im Beruf ist das oft ein Vorteil für mich, aber man erntet auch viel Unverständnis, wenn die Kollegen von Tempo und Tiefe des Erkenntnisgewinns überfordert sind, und Vorschläge vorschnell als falsch ablehnen. Im Alltag ist das Unverständnis noch höher, weil die Interessen noch viel mehr divergieren.

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 10:36 Ich bin davon überzeugt, wenn man die Gesellschaft im Allgemeinen in diesem Sinne weiter entwickelt [...]
Das ist wohl so. Aber es geht viel zu langsam voran, und darum besteht die reale Gefahr, dass sich die Menschheit auslöscht, bevor Menschen mit besonderen Eigenschaften voll und ganz angenommen werden, und all ihre Fähigkeiten einbringen können.


Liebe Grüße
Michi
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Micha
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Re: Asperger-Syndrom

Post 17 im Thema

Beitrag von Micha »

Ohh, jetzt schon so viel Text!?
Ich hatte schon mal was dazu geschickt, ist verschwunden (Mette?).
Tatsache ist, ich bin verzweifelt. Dazu später.
Wie erfolgt die Festlegung: Asperger*in? Autist*in? (*lasse ich ab jetzt weg).
Sollte es eine "Schublade" geben, muss diese riesengroß sein für das riesige Spektrum. Ich empfinde bei diesem Einordnen ein Stigmatisieren.
Nobody is perfect! Wir haben ja alle einen KNACKS weg, verglichen mit der Idealität. Und selbst diese ist bestreitbar. [Jesus soll einmal gesagt haben, wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein (Steinigung zu Damaskus?)]
Jetzt zur Tatsache. Zwei mir nahestehende Personen empfinde ich dem Spektrum "Asperger" zugeneigt. Mein Empfinden wird von anderen Personen geteilt. Daher forsche ich dem nach, was ich nicht verstehe.
Es ist oft so, dass ich mich wie vor dem Kopf geschlagen fühle, bei ihren Äußerungen oder Handlungen, die von meinem Empfinden von Ethik, Moral, Fairniss stark abweichen. Als "Rache?" oder Spiegel handelte ich genau so (unneutraler Beobachter) und versuchte es zu erklären. Totales Unverständnis mit der Folge tiefen Zerwürfnisses ergaben sich.
Ich versuche mein Verhalten weitgehend an diese Personen zu adaptieren, um diese Punkte zu vermeiden. Deutlich gesagt, langsam gehe ich dabei "vor die Hunde", ständiges Anpassverhalten. Machen tue ich das nur, weil ich die beiden mag. Die eine Person ist auch CrossDresser — die andere meine Frau. Hab lang gezögert, dies zu schreiben — weil, manche hier kennen meine Frau. Diese bitte ich um maximale Toleranz und Nachsicht.
Einige Eigenschaften machen mir das Zusammensein mit ihnen sehr schwer. Unnachgiebige Regeln, Beratungsresistenz, Besserwisserei, abrupte Wechsel der Beziehungsebenen. Beide zeigen mir einen Vogel, wenn ich ihnen meine Vermutung des Asperger nahelege. Jede* sagt, sie seien HSP (high sensitive person), ich interpretiere falsch. Bei den workshops dazu war ich dabei, kann auch stimmen. Dazu kommt eine jeweilige Hochbegabung.
Einer Paartherapeutin erzählte ich meine Vermutung. Sie war dann mit den Themen Asperger und Crossdresser total überlastet.
Da steh"˜ ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Hm, so ist das.
Zu Michis Eröffnungsfred, stellt Fragen! Meine Beschreibung ist eine einzige Frage. So bitte ich, das zu verstehen.
Seid ganz lieb gegrüßt, Stina
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Re: Asperger-Syndrom

Post 18 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Durchaus interessantes Thema.
Zuweilen die Begriffe Autist und Asberger immer wieder mißbraucht werden, und somit auch falsche Bilder in die Köpfe Unwissender implementiert werden.
Speziell zu Asberger Betroffenen kann ich nichts sagen. Ich hatte aber mit Autisten in einer Wohngruppe zu tun gehabt.
Wo ich bei der Betreuung und psychologischen Begleitung mitgewirkt hatte.
Einige hatten noch andere seelische oder auch geistige Abweichungen vom sogenanntem Normalem.
(Schizophrenie, Down- Syndrom, Epilepsie)
Aber auch ohne diese "Zusätze" gilt, Jede/r Betroffene ist einzigartig und es gibt keine Patentrezepte.
Auf Jede/n muss man sich individuell einstellen.
Das machte die Tätigkeit als Erziehungshelfer interessant aber auch schwierig.
Ich finde, dass Dustin Hoffman in Rainman einen Autisten sehr gut dargestellt hatte.
Für die Rolle hatte er sich die Zeit genommen mit Autisten eine Zeit lang zusammen zu leben.
LG Verena
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Re: Asperger-Syndrom

Post 19 im Thema

Beitrag von Michi »

Sabrina Verena hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 14:53 Ich finde, dass Dustin Hoffman in Rainman einen Autisten sehr gut dargestellt hatte.
Hallo Verena,

das sehe ich wie nicht wenige Betroffene etwas anders. Gewiss hat er einen Autisten dargestellt, aber einen ziemlich extremen und nicht so typischen Fall. Da könnte man genau so gut schreiben, Olivia Jones (die ich ausgesprochen gut finde) hätte einen Crossdresser sehr gut dargestellt. Dabei repräsentiert sie als Drag Queen nur eine sehr extreme Ausprägung.

Ich hoffe, die Analogie war einigermaßen verständlich.

Und BTW heißt es immer noch Asperger .. mit P, nicht mit B. :wink:


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Re: Asperger-Syndrom

Post 20 im Thema

Beitrag von Michi »

So, nun will ich mal weitere Videos anbieten ...

Ich muss zugeben, dass ich bei der Auswahl wieder anfing, in die Perfektion abzurutschen, und ich mich dementsprechend schwer tat.

Also stelle ich jetzt einfach mal etwas rein .. ohne eine Wertung durch die Reihenfolge. Es sind unterschiedliche Ansätze, und ich möchte vorzugsweise die Betroffenen selbst zeigen.
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Re: Asperger-Syndrom

Post 21 im Thema

Beitrag von Michi »

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Re: Asperger-Syndrom

Post 22 im Thema

Beitrag von Michi »

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Re: Asperger-Syndrom

Post 23 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hi,
Die Darstellung in Rainmen orientiert sich an dem, was FRÜHER "Frühkindlicher Autismus" oder Kanner-Syndrom benannt wurde - in Abgrenzung zu Asperger Syndrom.

Wie Michi schon sagt, Ist seine Darstellung sehr spezifisch, vor allem die Darstellung der Spezialfähigkeit hat dazu geführt dass neuronormale Menschen Menschen mit Autismus oft fragen: "Und was ist deine Spezialfähigkeit?"

Auch die Darstellung von Spock in Star Trek wird übrigens gerne mit Menschen mit Autismus verglichen.

Heute - mit DSM5 und ICD 11 als Diagnosekataloge - wird Kanner und Aspergersyndrom als Benennung/zur Diagnosestellung eigentlich nicht mehr benutzt. Die Kategorie und unter Kategorien in beiden Werken sind Autismusspektrumstörung. Unterschiedenen werden in ICD 11 dann noch Unterschiede in der Kognitiven Entwicklung und bei der Sprache.

Hier kommt auch das Wort Störung her @Vicky-Rose.
Aus Medizinischer Sicht, und nur aus dieser, ist Autismus und ADHS als Störung beschrieben. Darauf beruht das es im Krankenkassensystem auch Therapien und Medikamente gibt.
ND Menschen nutzen meistens nurAutismusSpektrum oder ADHSSpektrum ohne Störung anzuhängen.

Viele Grüße
Lori
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
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Re: Asperger-Syndrom

Post 24 im Thema

Beitrag von Michi »

Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
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Sabrina Verena
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Re: Asperger-Syndrom

Post 25 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

MichiWell hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 15:05
Sabrina Verena hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 14:53 Ich finde, dass Dustin Hoffman in Rainman einen Autisten sehr gut dargestellt hatte.
Hallo Verena,

das sehe ich wie nicht wenige Betroffene etwas anders. Gewiss hat er einen Autisten dargestellt, aber einen ziemlich extremen und nicht so typischen Fall. Da könnte man genau so gut schreiben, Olivia Jones (die ich ausgesprochen gut finde) hätte einen Crossdresser sehr gut dargestellt. Dabei repräsentiert sie als Drag Queen nur eine sehr extreme Ausprägung.

Ich hoffe, die Analogie war einigermaßen verständlich.

Und BTW heißt es immer noch Asperger .. mit P, nicht mit B. :wink:


Liebe Grüße
Michi
Hallo!
Dazu möchte ich noch mal was anmerken.
Bei uns in der Wohngruppe, waren zwei dabei, die durchaus in die Richtung von Rainman gingen.
Ich erwähnte ja, Jede/r ist einzigartig.
Und Dustin stellt den Autisten so dar, wie er es wahrgenommen hatte.
Mir wurde der Film sogar von dem Psychologen, mit dem ich zusammen gearbeitet hatte empfohlen.

Was Beroffene betrifft, da gibt es das Buch von Dietmar Zöller: "Wenn ich mit Euch reden könnte".
Auch das ist nur ein Einzelfall, aber von einem Betroffenen.
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Re: Asperger-Syndrom

Post 26 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Lorelai74 hat geschrieben: Fr 7. Jan 2022, 15:28 Hier kommt auch das Wort Störung her @Vicky-Rose.
Aus Medizinischer Sicht, und nur aus dieser, ist Autismus und ADHS als Störung beschrieben. Darauf beruht das es im Krankenkassensystem auch Therapien und Medikamente gibt.
ND Menschen nutzen meistens nurAutismusSpektrum oder ADHSSpektrum ohne Störung anzuhängen.
Danke Lori,

für mich ist der Begriff "Störung" prinzipiell problematisch, denn er suggeriert, dass etwas nicht "in Ordnung" ist. Aber so lange Dritte davon nicht ernsthaft betroffen sind, sehe ich persönlich das was man Authismus nennt, nicht als Störung, sondern als normalen, wenn vielleicht auch seltene persönliche Eigenschaften. Es würde mMn viel helfen, wenn die Verhaltensweisen durch Dritte und der Gesellschaft durch Aufklärung akzeptiert werden. Man kann nicht davon ausgehen, dass das verstanden wird, aber das ist ja kein Grund für Respektverweigerung. Authismus als Problem fängt für mich da an, wo der Betroffene unter der Tatsache leidet.

Darin liegen für mich viele Parallelen zum Transgender-Dasein. Ich leide nicht, weil ich transgender bin, sondern weil ich so lange Probleme hatte, das für mich anzuerkennen oder wenn ich durch meine Umwelt so eingeengt werde, dass ich leide. Aber das ist kein medizinisches Problem. Oder ist das falsch gedacht ? Was würde passieren, wenn Autisten im Kontakt ganz "normal" behandelt würden, wenn man also einfach akzeptiert, dass sie im Bereich soziale Kontakte "anders" sind. Dann bräuchten sie sich nicht oder weniger anzupassen und der Stress wäre massiv kleiner.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Asperger-Syndrom

Post 27 im Thema

Beitrag von Blossom »

Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 18:06 Aber das ist kein medizinisches Problem. Oder ist das falsch gedacht ?
Dann ist es faktisch ein seelisches Problem und insofern es dein Leben behindert, behandlungsbedürftig, als ein medizinisches.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Asperger-Syndrom

Post 28 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Blossom hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 18:37 behandlungsbedürftig, als ein medizinisches.
Das ist jetzt nur eine Interpretationsfrage. Ich meine damit, dass ich Autismus selber nicht als medizinisches Problem. Das Leiden stammt nicht aus dem Autismus. Aber das Leiden ist natürlich insofern "behandlungswürdig", als es im Sinne eines "Starkmachen gegen äußere Einflüsse" zu sehen ist. Aber das Problem dahinter ist mMn ein gesellschaftlich-soziales Problem.
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Re: Asperger-Syndrom

Post 29 im Thema

Beitrag von Blossom »

Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 18:43 Das ist jetzt nur eine Interpretationsfrage. Ich meine damit, dass ich Autismus selber nicht als medizinisches Problem.
nach aktuellem Wissensstand ist Autismus ja nicht heilbar, wobei aber durch therapeutische und pädagogische Förderung und Unterstützung durchweg positive Veränderungen möglich sind. So waren wir mit dem Jungen meiner ehemaligen Lebensgefährtin regelmäßig zur Kommunikationsförderung und u.a. auch Reittherapie.
Behandlungsbedürftig waren in seinem Fall seine Aggressionen und Wutanfälle. Wurde damals mit Aripiprazol behandelt. Das ist ein Antipsychotikum. Eigentlich wird es zur Behandlung ernster psychischer Störungen wie Paranoia eingesetzt, aber auch zur Behandlung von Verhaltensproblemen bei Menschen mit ASS (Autismus-Spektrum-Störungen).
Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 18:06 Aber so lange Dritte davon nicht ernsthaft betroffen sind, sehe ich persönlich das was man Authismus nennt, nicht als Störung, sondern als normalen, wenn vielleicht auch seltene persönliche Eigenschaften.
Aktuell versorgen ich in meiner Wohngruppe eine Autistin mit enormen Agressionsverhalten, sowohl selbstverletzend als auch Dritten gegenüber. Auch hier werden Psychopharmaka eingesetzt und eine med. Behandlung ist erforderlich. Doch haben wir auch einen Autisten, der im Umgang nahezu unauffällig ist - eher durch bestimmte "Rituale" auffällt -und sich fast ausschließlich selbst versorgt und kaum unserer Hilfe bedarf. Das Spektrum ist halt extrem groß.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Re: Asperger-Syndrom

Post 30 im Thema

Beitrag von edeka »

habe mir das erste Video ganz angeschaut, ja, etwas Geduld braucht man schon, um 30 min ohne Szenenwechsel durch zu halten :P
Aber es ist schon interessant.
Die Gestik und Mimik war schon etwas auffallend (has-o) (888) ... Er hat ja auch erwähnt, daß das typisch bei Aspis sein kann.

Ein Einzelaspekt, der dort, oder von Michi, auch erklärt wurde: der Aspi (oder generell der Autist ?) nimmt alles wörtlich, obwohl anders gemeint.
Dazu fallen mir ein paar einfache Beispiele ein.
1. " morgen wird das Wetter bestimmt schön"
gemeint (und von NTs auch so verstanden !) ist:
"ich hoffe, morgen wird das Wetter schön, aber wahrscheinlich regnet es"

2. "Sie haben 3544 Euro gewonnen !!"
gemeint ist:
"Sie haben nichts gewonnen. Und wenn Sie so blöd sind, zu antworten, dann zocke ich Sie auch noch ab."

3."Ich ruf dich an"
gemeint ist:
"Ich ruf dich nicht an"
ODER: "ich melde mich, nächste Woche / wenn ich zurück bin / wenn du zurück bist"
gemeint ist:
"ich melde mich nicht, und laß mich in Ruhe"

Bin mir nicht sicher, ob Autisten das nicht auch erkennen - wahrscheinlich durch Erfahrung.
Ich wollte das Thema etwas auflockern. (moin)
Antworten

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