Ich fühle mich zwar beim Thema Crossdressing nicht angesprochen, aber eine Kleinigkeit mag ich aus der Diskussion herauspicken:
Alyssa hat geschrieben: Di 14. Dez 2021, 18:40
Ich glaube Gesellschaftlich werden beide skeptisch beäugt und tiefgreifend wird das selten verstanden.
Mich muss da draußen niemand
verstehen, erst recht keiner von den selbsternannten "Normalen". Ich
verstehe sie auch nicht und werde mich nicht für meine Existenz rechtfertigen, so wie ich es auch nicht von ihnen erwarte.
Es würde genügen, wenn sich einige mehr herablassen könnten,
allen Menschen den gleichen Respekt und die gleichen höflichen Umgangsformen zuteil werden zu lassen - sogar dann, wenn jemand jenseits ihrer "Norm" ihre verborgenen Komplexe und Ängste antriggert.
Ich denke, dass nur wenige Leute unterscheiden können, ob da nun ein CD / TV / DQ oder eine TS vor ihnen steht. Die meisten sehen, was sie meinen, sehen zu
müssen (selbst dann, wenn sie dafür eine Weile brauchen oder von hilfreichen Mitbürger:innen unterstützt werden):
einen Mann in Frauensachen. Und damit wollen viele jenseits von Strich und Showbühne nichts zu tun haben, weil es ihr dualgeschlechtliches heteronormatives Weltbild "beschmutzt".
Ganz ehrlich bin ich froh, mich im Alltag auch ohne Lappen im Gesicht problemlos bewegen zu können. Ich hab wahrlich genug Ärger mit denen, die "es" wissen und mich deshalb behandeln wie eine Schwerstverbrecherin. Die hätten mich vor 80 Jahren längst abholen lassen, um ihr "Problem" vom Staat lösen zu lassen ... Inzwischen ist ja die staatliche Unterstützung weggefallen.
Alyssa hat geschrieben: Di 14. Dez 2021, 18:40
Wer also sagt bei mir ist mein Inneres an erster Stelle der muss sich dann aber genauso fragen lassen ob er nicht genauso alle Hebel in Bewegung setzt um maximal feminin zu erscheinen.
Ich kann nur für mich selbst als TS sprechen:
Bei mir steht das Innere an erster Stelle, aber mein Ziel ist entgegen deiner These nicht maximale Fraulichkeit, sondern mein Äußeres dem Inneren anzugleichen. Ich schrieb schon anderswo, dass Kleidung mir dabei hilft, meine Identität auszudrücken, wie ich fühle. Mehr nicht - kein Fetisch, keine Show, keine Kunstfigur - und ich bin auch nicht wahnsinnig genug, mit Cis-Frauen konkurrieren zu wollen. Sie sind Cis und ich bin ich.
Seit einem Jahr bin ich auf eine Art Standard-Look umgestiegen: schlichter schwarzer Rock (kein Mini!), weißes Shirt und irgendeine Strickjacke drüber. Im Sommer Sneaker, im Winter Stiefel mit Minimal-Absatz. Wenn ich mich besch** fühle, kleide ich mich zwar nicht miserabel, aber schlicht - und fühle mich im Einklang mit meiner weiblichen Emotionalität und Verletzlichkeit.