Georgine Kellerman | Alice Schwarzer
Georgine Kellerman | Alice Schwarzer - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
Lavendellöwin
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 16 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

MichiWell hat geschrieben: Fr 12. Nov 2021, 18:39 indem sie deren Leiden auf zu enge Geschlechterrollen reduziert
Hallo Michi...

wie oft wird hier Leiden auf zu enge Geschlechterrollen reduziert?
"Ich bin ein Mann und kann keine Ohrringe in meiner Firma tragen,
weil die Kundschaft konservativ ist" - "es bleibt ein schöner Wunschtraum".

oder, oder, oder..versuche das doch mal bitte zu zählen...

was ich unterstütze? Ich kann dir sagen was ich in jedem Fall gut finde..
aus dem Dossier von 1984...
"Siehst du denn nicht, das Carmen nicht nur eine Schwester ist wie alle
anderen, sondern eine die zu uns herabgestiegen ist? Denn ein Mann, der Frau
wird, hat einiges zu verlieren in einer Männergesellschaft, das weisst du doch
nur zu genau.Und eine biologisch männliche Transsexuelle, ist dann auch
objektiv Frau, wenn sie Körper und/oder Pass geändert hat. Sie kann ihr Frausein
von nun an ebensowenig aufkündigen wie du und ich. Und wenn du sie nun
zurückstösst, machst du genau dasselbe wie der Rest der Gesellschaft:
du denkst in den unerbittlichen Kategorien "Mann" und "Frau".
Und darum sind Carmen, Michaela, Maria, Karin sind sie alle meine Schwestern.
Und ich würde mir wünschen, das sie in Zukunft auch deine Schwestern sind.
Und, dass du weiter mit mir kämpfst gegen Verhältnisse, die aus Körpern
Gefängnisse machen, in denen nur massgeschlagene Seelen Platz haben."

Meine Liebste hat tatsächlich mal gesagt und das hat mich bei ihr schon überrascht
"du bist jetzt eine von uns-Schluss mit männlichen Privilegien"

Hmm..ich finde den Abschnitt nicht wirklich glücklich ausgedrückt-es war ja auch '84,
aber der Kern des Dossiers ist für mich wahr.
Es zielt in Richtung absolute Gleichheit, nicht in das vervielfachen von Schubladen und
Eigenbezeichungen (aber soll wer möchte)-es würde das Ende bedeuten für trans*
aber auch für Patriarchat und Feminismus, einfach das Ende von politisch korrekten "Besonderheiten".
Was ich mir sehr wünschen würde..

und trotzdem liebe Lana...grundsätzlich sind mir Rollenbilder recht herzlich, mein Thema
ist sehr körperlich, das ist was "nicht stimmt", nicht ob ich ich Rock oder Hose trage.
Ja und in dem Sinne greife ich in (m)einen gesunden Körper ein und "heile" damit meine Seele...

Alles Liebe Marie (flo)
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Michi
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 17 im Thema

Beitrag von Michi »

Fräulein Stefanie hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 13:02 Ohne den äußéren Druck ...
Hallo Steffie,

Schwarzer erzeugt doch selbst äußeren Druck, indem sie transsexuellen Menschen ihre Selbstwahrnehmung abspricht, und unterstellt, diese würden sich äußerem Druck unterwerfen. Nein, Schwarzer versucht, eine Mauer um ihre erreichten Positionen zu ziehen, alle die Menschen, die Schwarzer als Frauen sieht, darin einzusperren, und alle anderen Menschen davon auszugrenzen.

Schwarzer hat einen Krieg gegen das Patriarchat begonnen, aber keinen Plan, wie sie ihn beendet. (Sofern sie ihn überhaupt beenden will.)


Liebe Grüße
Michi
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 18 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
MichiWell hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 17:02 Schwarzer hat einen Krieg gegen das Patriarchat begonnen, aber keinen Plan, wie sie ihn beendet.
... und sie scheint transsexuelle Frauen / ehemalige transsexuelle Frauen zum Patriarchat hinzuzuzählen, weil sie in ihren Augen "als Männer geboren wurden".

Gruß
Anne-Mette
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 19 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-11-20 »

MichiWell hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 17:02
Fräulein Stefanie hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 13:02 Ohne den äußéren Druck ...


Schwarzer erzeugt doch selbst äußeren Druck, indem sie transsexuellen Menschen ihre Selbstwahrnehmung abspricht, und unterstellt, diese würden sich äußerem Druck unterwerfen. Nein, Schwarzer versucht, eine Mauer um ihre erreichten Positionen zu ziehen, alle die Menschen, die Schwarzer als Frauen sieht, darin einzusperren, und alle anderen Menschen davon auszugrenzen.

Schwarzer hat einen Krieg gegen das Patriarchat begonnen, aber keinen Plan, wie sie ihn beendet. (Sofern sie ihn überhaupt beenden will.)
Ok, mal von dem obengenannten Text ausgehend, wo liest Du das raus? Was hab ich übersehen?

Gruss

Stefanie
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 20 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 17:09 und sie scheint transsexuelle Frauen / ehemalige transsexuelle Frauen zum Patriarchat hinzuzuzählen, weil sie in ihren Augen "als Männer geboren wurden".
Anne-Mette..

wo findest du diese Aussage genau in den beiden Dossiers in der Form..?

Was ich auch nicht weiss ist, warum grade hier das Patriarchat verteidigt werden sollte..
und ist da ein Krieg würde ich mich freuen wenn er mit dem Ende von Patriarchat
und Feminismus enden würde..

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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 21 im Thema

Beitrag von Lana »

EmmiMarie hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 15:38 aus dem Dossier von 1984...
"Siehst du denn nicht, das Carmen nicht nur eine Schwester ist wie alle
anderen, sondern eine die zu uns herabgestiegen ist? Denn ein Mann, der Frau
wird, hat einiges zu verlieren in einer Männergesellschaft, das weisst du doch
nur zu genau [...]"
Hmm..ich finde den Abschnitt nicht wirklich glücklich ausgedrückt-es war ja auch '84,
aber der Kern des Dossiers ist für mich wahr.
Es zielt in Richtung absolute Gleichheit, nicht in das vervielfachen von Schubladen und
Eigenbezeichungen (aber soll wer möchte)-es würde das Ende bedeuten für trans*
aber auch für Patriarchat und Feminismus, einfach das Ende von politisch korrekten "Besonderheiten".
Was ich mir sehr wünschen würde..


Liebe Marie,

in dem Punkt bin ich voll bei dir. Ich glaube, dass ich genau deswegen ein Problem mit Schwarzers Aussagen habe:
Im Widerspruch dazu steht eben ihr Umgang mit Transsexuellen, da sie der Gruppe ohne operativen Eingriff abspricht, überhaupt dazu zu gehören. Dein schönes Zitat von 1984 bezieht sich also nur auf diejenigen, die "sich selbstzerstörerisch gegen den eigenen Körper" wenden.
Vielleicht ist es auch nur eine Frage der Definition dieses Begriffs Transsexualität.

Aber egal wie man es dreht und wendet, die Selbstzuschreibung der Betroffenen wird ignoriert. Und leider brauchen wir die erstmal noch, weil wir von einer egalitären Gesellschaft ziemlich weit entfernt sind.


und trotzdem liebe Lana...grundsätzlich sind mir Rollenbilder recht herzlich, mein Thema
ist sehr körperlich, das ist was "nicht stimmt", nicht ob ich ich Rock oder Hose trage.
Ja und in dem Sinne greife ich in (m)einen gesunden Körper ein und "heile" damit meine Seele...
Ich freu mich für dich, dass das bei dir so funktioniert (flo)

Mein Inneres leidet an der Diskrepanz zwischen der männlichen Zuschreibung der Gesellschaft an meine Person und dem, was ich bin, jedoch nur wenig an meinem Körper.
Ich bin an dieser Stelle angeschlagen und sehr verletzlich, weiß aber (noch?) nicht, wie ich dieses Leiden heilen kann. Aber ich weiß, dass sich durch eine OP an meinem Seelenheil nichts verbessern würde.
Und dann kommt da eine Frau Schwarzer daher und will mir erklären, dass Menschen wie ich "neo-transsexuell" seien, die doch einfach "ohne Hormone und Opera-­tionen aus der Geschlechterrolle ausbrechen können". So schreibt sie das 2020 in ihrem Editorial.

Da bin ich ja ganz bei ihr, und das ist genau das, was ich versuche.
Warum nur hab ich dann das Gefühl, dass sie Menschen wie mich nicht ernst nimmt, nicht als das akzeptieren möchte, was sie sind? Das gesteht sie nur Menschen zu, die sich operieren lassen (wollen). Alle anderen bleiben für sie in ihrem Ursprungsgeschlecht gefangen. So lange ich einen Penis habe, wird sie mich nicht als Frau akzeptieren. Ich wäre nach dieser Logik also ein Mann, der versucht, aus seiner Geschlechterrolle auszubrechen.

Ich glaube sogar, dass ich mit dieser Zuschreibung leben könnte, wenn es die gesellschaftlichen Erwartungen an den Mann nicht gäbe. Das ist aber nicht so, und deswegen ist der Begriff Mann für mich verbrannt. Sowas möchte ich nicht sein, und ich würde mir wünschen, dass dieses Problem gerade auch von Leuten wie Schwarzer anerkannt wird. Schließlich hat sie zeitlebens dafür gekämpft, dass Frauen nicht mehr an äußeren Zuschreibungen gemessen und dadurch eingeschränkt werden.

Genau das selbe fordere ich auch für die Menschen ein, die sie hier als als eine Art Modeerscheinung abhandelt.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Juten Abend,
EmmiMarie hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 18:44 wo findest du diese Aussage genau in den beiden Dossiers in der Form..
nicht in diesen beiden Dossiers, aber es ist eine wiederholt geäußerte Behauptung,
hier als Beispiel aus Emma Nr. 3 (356) Mai/Juni 2021 Seite 72
Im Artikel heißt es genau "Männer, die sich als Transfrauen definieren".
Es sind auch noch weitere Stellen in anderen Veröffentlichungen zu finden, an denen diese Äußerung und Geschlechtszuschreibung auftaucht.

aus-emma.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Michi
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 23 im Thema

Beitrag von Michi »

EmmiMarie hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 15:38 wie oft wird hier Leiden auf zu enge Geschlechterrollen reduziert?
Hallo Marie,

dennoch schließt das Eine das Andere nicht aus.

Dass Problem allein auf die zu engen Geschlechterrollen reduzieren zu wollen, was Schwarzer macht, empfinde ich als extrem übergriffig. Schwarzer spricht ... "Kraft ihrer Wassersuppe" ... den Menschen ihre Selbstwahrnehmung ab, und macht damit im Kern der Sache nichts anderes als alle anderen, die Transsexuelle als psychisch gestört einstufen. Sie verpackt und verklausuliert es nur raffinierter, um nicht so direkt aufzufallen.

Wären wir nicht durch unsere Geschlechterrollen so gefangen, würden wir uns viel freier und viel früher entscheiden, in der gefühlten Rolle zu leben, und welche angleichenden Maßnahmen wir vornehmen lassen würden.

Die Reduktion auf zu enge Geschlechterrollen führt meiner Meinung nach nur dazu, dass wir länger brauchen, um ans Ziel zu kommen. Warum sollten wir es aus den Augen verlieren, wenn es uns weniger schwer gemacht werden würde? Und wenn Schwarzer befürchtet, dass viele Frauen nur deswegen transitionieren, weil sie glauben, als Frau nicht eine starke Persönlichkeit leben zu können, dann mag das auch daran liegen, dass Schwarzer selbst die männliche Rolle immerfort überhöht, um ihr altes Feindbild aufrecht zu erhalten.

Und zum Abschluss .. wie ich bereits schrieb: Schwarzer hat offenbar keinen Plan, ihren Kampf zu beenden. Damit steht sie übrigens auf ihrem Schlachtfeld nicht alleine. Und wenn man nicht weiß, wie man zu Ende kommen soll, muss man mit jedem neuen Etappensieg den Feind mehr dämonisieren.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 24 im Thema

Beitrag von Michi »

Fräulein Stefanie hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 17:14 Ok, mal von dem obengenannten Text ausgehend, wo liest Du das raus? Was hab ich übersehen?
Hallo Stefanie,

ich weiß jetzt nicht, was du mit "obengenannten Text" meinst.

Schwarzer schreibt selbst von einem "Trans-Hype" .. eine ziemlich verächtliche Sicht auf die Betroffenen, die ihnen ihre Betroffenheit abspricht. Damit ist sie in guter Gesellschaft mit Leuten, die etwas dagegen haben, dass diese selbstbestimmt so leben können, wie sie sich wahrnehmen. Schwarzer mag sich gegen zu enge Rollenbilder stellen. Aber sie stellt sich ebenso dagegen, dass selbst darüber befinden dürfen, was sie sind. Männer sollen Männer bleiben, und Frauen Frauen. Sonst müsste sie ja ihr Feindbild aufgeben.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 25 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-11-20 »

MichiWell hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 22:02

ich weiß jetzt nicht, was du mit "obengenannten Text" meinst.
Hallo Michi,

den hier hab ich gemeint: https://www.emma.de/artikel/befreiung-v ... lle-337405

EmmiMarie hat den link reingestellt.

Was die Schwarzer sonst noch so zu sagen hat, da kann ich wie erwähnt nichts zusagen, müßte ich erst lesen oder hören

Vielen Dank

Stefanie
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 26 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-11-20 »

MichiWell hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 21:30
und macht damit im Kern der Sache nichts anderes als alle anderen, die Transsexuelle als psychisch gestört einstufen. Sie verpackt und verklausuliert es nur raffinierter, um nicht so direkt aufzufallen.

Wären wir nicht durch unsere Geschlechterrollen so gefangen, würden wir uns viel freier und viel früher entscheiden, in der gefühlten Rolle zu leben, und welche angleichenden Maßnahmen wir vornehmen lassen würden.
Hallo liebe Michi,

ganz abseits von Alice Schwarzer, diejenigen welche Transsexuelle als psychisch gestört einstufen, sind alle samt und sonders selbst mindestens mittelmäßig gestört.
Meine ganz persönliche Einschätzung ist das wir alle gestört sind. Völlig egal wie man das jetzt nennt und auch gleich wie damit im einzel Falle umgegangen wird.
Zugegeben meine Reise in diesen Gefilden ist neu und kurz, möglicherweise langweile ich auch damit. Doch was ich mir so bis jetzt zum Thema Patriarchat und Matriarchat angelesen habe läßt einfach keinen anderen Schluß zu. Aktuell leben wir in einem emotionalen Fleischwolf, wir alle, also jeder. Und sollte sich herausstellen das meine Lebensweise nur eine Anpassung an die Traumata meiner Kindheit ist macht das nichts. In einer Welt voller Hass und Aggression, Verzweiflung und Verwirrung, empfinde ich meine Weise meine
persönliche Verletzung zu "reparieren" als eines der schönsten Geschenke das ich sowohl mir als auch meiner Mitwelt machen konnte. Dadurch kommt dann genau das zum Ausdruck was mir vorenthalten wurde und was ich bis zum heutigen Tag schmerzlich vermissen würde, hätte ich nicht diesen Umweg gemacht. Ich meine das Problem sind nicht die psychisch Kranken an sich, sondern diejenigen davon welche sich für psychisch gesund halten und anderen deren Wege zum Vorwurf machen.
Und Ausdruck eben dieser allgemeinen "Erkrankung" sind auch die festgefahrenen Geschlechterrollen. Mal ehrlich, gäbe es keine Geschlechterrollen wie wüßten wir das wir im
falschen Körper steckten? Es gäbe ja kein "Normal" von dem wir uns unterscheiden könnten. Wir wären einfach wie wir sind und würden das auch ohne Konflikte zum Ausdruck bringen. Wenn es keine Rollen gibt, sind wir nur wir in unserer eigenen Rolle.

Liebe Grüsse

Stefanie
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 27 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 19:37 Im Artikel heißt es genau "Männer, die sich als Transfrauen definieren".
Hallo Anne-Mette, hallo Michi,

ja, aber kann das vielleicht auch mal als Sorge stehengelassen und als solche anerkannt werden?
Kann es nicht wirklich mal vorkommen, das ein Mann, der sich als Transfrau "definiert", sich in
der Selbstdefinition irrt und sorry, im "falschen" Moment Mist baut?
Darf frau sich da keine Gedanken drüber machen? Dürfen die Gedanken nicht auch ausgesprochen
oder geschrieben werden?

Ich weiss damit trete ich jetzt manchen auf die Füsse...und das tut mir auch leid, falsch ist es dennoch nicht
und deshalb lehne ich Alice Schwarzer auch nicht ab, weil ich mir vorstellen kann was sie meint.
Darüber hinaus lehne ich niemand komplett ab, wenn jemand ein für sich kritisches Thema aufgreift und
sonst aber durchaus viel richtiges erreicht hat.

Okay...ich bringe dazu auch ein Beispiel aus unserer Lebensrealität...
ich sage ja zu meiner Liebsten oft mein "Ersatzmann" und wir lachen da auch drüber..
denn sie hat mehr männliche Anteile als ich..und weiss das und steht dazu.
Sie sagt auch selbst, das sie mehr die männliche Art, oder "Rolle" lebt, auch in der Sprache
drückt sie sich hmm recht herb aus manchmal.
Sie hat kurze Haare, trägt einen überwiegend männlich-funktionalen Stil.
Sie fährt Taxi und hat ein naturwissenschaftliches Studium sehr gut abgeschlossen..
Sie hasst BH's und versteht niemand der die "Dinger" freiwillig trägt und hohe Schuhe findet sie
völlig albern und unnötig...
Sie war früher fast nur mit Jungs zusammen, hat deren Musik gehört, mit ihnen Bier getrunken
und mit 12 angefangen zu rauchen und dabei auch mal einen Heuhaufen angezündet...
sie war betrübt darüber das sie früh die Periode bekam und die Brüste wuchsen, die sie
selbst "Euter" nennt...
trotzdem ist sie Frau und käme nie auf die Idee sich als Transmann zu definieren,
auch wenn es augenscheinlich so sein könnte.

Könnte ein Mann, bei dem das oben geschriebene in die "weibliche" Richtung zeigt,
also nicht einer Täuschung aufsitzen?

Birgit hat mir schon oft gesagt, das ich mich so weich anfühle und sie ihre
Rauheit, ihre grobporige Haut einfach nicht leiden kann-ich liebe sie dafür.
Seit dem Bericht über ABBA vor 2 Tagen denkt sie darüber nach, das sie doch
viel ihrer "Mädchenzeit" verloren hat und ich werde ihr dabei helfen wenn sie
sich mehr Weiblichkeit wünscht...

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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 28 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-11-20 »

MichiWell hat geschrieben: Sa 13. Nov 2021, 22:02

Schwarzer schreibt selbst von einem "Trans-Hype" .. eine ziemlich verächtliche Sicht auf die Betroffenen, die ihnen ihre Betroffenheit abspricht. Damit ist sie in guter Gesellschaft mit Leuten, die etwas dagegen haben, dass diese selbstbestimmt so leben können, wie sie sich wahrnehmen. Schwarzer mag sich gegen zu enge Rollenbilder stellen. Aber sie stellt sich ebenso dagegen, dass selbst darüber befinden dürfen, was sie sind. Männer sollen Männer bleiben, und Frauen Frauen. Sonst müsste sie ja ihr Feindbild aufgeben.


Liebe Grüße
Michi
Aus Mythos Geschleckt von Mineke Schipper

"Der mütterliche nährende Frauenkörper ist im Laufe der Jahrhunderte so sehr mit dem häuslichen Umfeld verbunden oder an dieses gekettet worden, dass Frauen glaubten, in der Außenwelt eine andere Art Körper zu benötigen, um den Fesseln der traditionellen Rollen Zuschreibung zu entfliehen --- einem Körper, der nicht länger mit ihrer Neid Erweckenden physischen Reproduktionsfähigkeit assoziiert werden konnte. Dieser Körper betrat mit einem Mal das Terrain der "kulturellen Produktionsfähigkeit", zu dem Frauen zuvor nie Zugang hatten., weil es vor langer Zeit zur männlichen Domäne erklärt worden war. Die unausgesprochene Botschaft bestand darin, das eine Frau auf den mütterlichen molligen Körper verzichten musste; sie sollte mit möglichst wenig weiblichen Körpermerkmalen durchs Leben gehen, "wie ein Junge mit kleinen Brüsten", um es mit den Worten eines auf Essstörungen spezialisierten Psychiaters auszudrücken: Manche Agenturen warnen ein junges Model, dessen Hüften und Brüste sich zu entwickeln beginnen, mit den Worten: "Vorsicht, du bist dabei eine Frau zu werden" --- eine Entwicklung die um jeden Preis unterbunden werden sollte. Statt dessen müssen sich junge Models selbst mit Diäten und Medikamenten malträtieren, die lebensgefährlich sein können. Tagesaktuelle Geschichten über spindeldürre Mädchen offenbaren eine neue Variante der bedingungslosen Unterwerfung under die Macht über das äußere Erscheinungsbild und die Stellung der Frauen in der Welt."

Hallo Michi,

irgendwo im Forum ist kürzlich was über einen Artikel geschrieben worden im dem erwähnt wurde das sich das Verhältnis der Zahl der Transmänner zu Transfrauen mehr als umgekehrt hat, wurde auch recht kontrovers diskutiert. Vor dem Hintergrund des Textes von Mineke Schipper klingt das aber doch irgenwie schlüssig. "Trans-Hype" ist vielleicht keine charmante Umschreibung doch ich könnte mir schon vorstellen das es ganz viele Junge Mädchen einfach satt haben in einer derartig ungerechten Welt zu leben und sich deshalb die Möglichkeit diesem Schmerz über die "Trans-" Position zu entkommen zu eigen machen. Vermutlich findet das auch nicht Bewußt statt, viele unserer Entscheidungen und Meinungen gründen sich doch im Unbewußten. Letzten Endes können wir doch alle keine 100%ige Sicherheit bekommen aus welchem Brunnen sich unsere Eigene Position in Bezug auf unser Frau-sein speist. Ob es ein Hype ist oder nicht spielt keine Rolle finde ich. Und die Betroffenheit von einer Situation sagt noch nichts über die Folgerichtigkeit der daraus gezogenen Schlüsse aus. Wenn Beispielsweise ein junges Mädchen sich in einer extrem übergriffigen Welt wieder findet damit nicht zurecht kommt und daraus den Schluss zieht trans zu sein muss das nicht stimmen. Sicher richtig ist aber das das Wesen der Welt sich ändern muss um die Übergriffigkeit zu beenden. Erst dann könnte auch das Mädchen in Freiheit ohne Druck Gewissheit über seine eigene Situation bekommen. Doch hier liegt das Problem, bis diese Übergriffigkeit beendet ist sind vermutlich bereits die Urenkel des Mädchens gestorben.

Möglicherweise wäre es für uns alle sinnvoll, da darf ich gerne auch an mir selbst arbeiten, das wir mehr unsere Gemeinsamkeiten erkennen und fördern als permanent auf das zu beharren was uns trennt. Die einzigen denen genützt ist wenn wir uns ständig gegenseitig in den Haaren liegen, sind Diejenigen welche Glauben es müsse alles bleiben wie es ist.

mit schwesterlichen Grüssen

Stefanie
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 29 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
EmmiMarie hat geschrieben: So 14. Nov 2021, 13:23 ja, aber kann das vielleicht auch mal als Sorge stehengelassen und als solche anerkannt werden?
nein, dass kann ICH nicht, weil es gegen Transsexuelle, ehermalige Transsexuelle und Intergeschlechtliche auf eine fiese Art in Stellung gebracht wird.
Übrigens: die böswilligere Variante, die auch häufiger geäußert wird, heißt "Männer, die sich als Frauen verkleiden, um in Frauenräume einzudringen".
Kann es nicht wirklich mal vorkommen, das ein Mann, der sich als Transfrau "definiert", sich in
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Natürlich könnte es vorkommen. Dabei bitte ich zu berücksichtigen: eine "Betriebsgefahr" geht von jeder Menschengruppe und jedem einzelnen Menschen aus.
Jeder Mensch, egal, ob Frau oder Mann, nonbinär oder was auch immer kann anderen Menschen gegenüber gefährlich und übergriffig werden.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Georgine Kellerman | Alice Schwarzer

Post 30 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2024-07-13 »

M. E. nach wird Alice S. immer noch viel zu viel Bedeutung zugemessen, obwohl mittlerweile jedem Mitmenschen, der es wissen will, bekannt sein dürfte, daß sie eine pathologische Männerhasserin ist mit selbstbeanspruchter Deutungshoheit über alles, was mit Weiblichkeit zu tun hat, daß sie eine gewohnheitsmäßige Lügnerin ist (s. ihre geschönte Darstellung über ihre angeblich einzige bzw. einzig maßgebliche Rolle bei der Gründung von "Emma"), daß sie sich nicht entblödet, ausgerechnet bei der paternalistisch geprägten Blöd-Zeitung notorisch über den zu Unrecht beschuldigten Kachelmann herzuziehen, bis sie mehrmals gerichtlich gestoppt werden mußte, daß sie eine vorbestrafte Steuerhinterzieherin ist, deren spätere Begründung für die Steuerhinterziehung, so sie denn subjektiv wahr sein sollte, für mich die Definition von Verfolgungswahn erfüllt.
Was mich vollends zum Kot... bringt ist, daß nach wie vor eine solche Person allenthalben in jeder Talkrunde hofiert wird, ohne auch nur eine einzige kritische Frage zu stellen. Stattdessen klingen die Fragen wie vorher abgesprochen und von der "Dame" abgesegnet.

Alles in allem sind aus meiner Sicht hier in diesem Forum einige Mitglieder, die aufgrund ihrer Vita, ihres Intellekts und ihrer Integrität deutlich besser eine Symbol- und Galionsfigur für den Feminismus abgeben könnten als die oben Erwähnte.
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