Namd zusammen, Hallo Lana,
... aber vielleicht verstehe ich nur nicht, was sie eigentlich meint?
Ich glaube, dass das recht einfach ist. Alice Schwarzer hat einen, mehr als berechtigten, Kampf geführt und vieles wichtige und richtige erreicht. Es ging (und geht) dabei um sozial konstruierte Rechte und Entrechtungen, die aus einer biologistisch-genitalistischen Geschlechtsdefinition hergeleitet wurden. Der Phallus hatte Wort und Recht, die Gebärmutter hatte die Schnauze zu halten und zu gehorchen. So war es rund zweihundert Jahre lang, seit die Bürgerlichen das 'aufgeklärte Familienbild' entworfen hatten, mit dem sie das vorher überwiegend geltende Verständnis einer Partner*innenschaft als ein Team verworfen haben. Und zu oft ist es noch immer so.
Schwarzer irrt jedoch, weil sie diese biologistische Grundlage im Grunde immer noch fortschreiben will. Sie beharrt auf den konstruierten Differenzen, die die Ursache für das waren, gegen das sie zu Recht gestritten hat. Es irren aber eben auch diejenigen, die den Fakt der genitalbasierten Unterdrückung in ihren geschlechtsdefinitorischen Bemühungen ignorieren. Das beide Seiten ihr Irren nicht erkennen wollen, ist das eigentliche Problem und der Grund für all den unnützen Furor.
Es wäre insgesamt besser, nicht für dezidierte Rechte von Frauen, Männern oder Diversen zu streiten. Es wäre auch besser, sich Definitionen und Identitäten nicht anzueignen. Besser wäre es, nach der Universalität der Rechte aller Menschen zu suchen und dafür zu streiten.
Habt es gut
Marielle