Kürzlich habe ich wieder mal im Statistischen Jahrbuch gewühlt. Es wird einmal im Jahr vom Statistischen Amt in Wiesbaden herausgegeben und hat eine Menge interessanter Informationen für uns. Jetzt werden bestimmt die meisten Leser / Leserinnen die Lektüre abbrechen und denken: die spinnt, die Valerie.
Die Mehrheit hat aber nicht immer recht. Ich fand also in diesem Jahrbuch etwas sehr Interessantes heraus, dass ich nämlich kleiner bin als der durchschnittliche deutsche Mann (der mit deutschem Ausweis). Der ist nämlich inzwischen 1,80m, und Valerie misst vom Scheitel bis zur Sohle nur 1,72 Meter. Wie Armin Laschet, übrigens, nebenbei bemerkt. Auf Armin wollte ich aber nicht hinaus, sondern auf was ganz anderes, nämlich auf das Gefühl, das man als Glück bezeichnet, und das wohl so etwas ist wie die Zufriedenheit mit den ein paar körperlichen Gegebenheiten, die man sowieso nicht ändern kann. Damit nähere ich mich langsam dem Thema.
Hier im Forum wird ausgiebig über Körperlichkeit diskutiert. Körperlichkeit oder sagen wir es einfacher, unseren Körper, so wie ihn Mutter Natur gemacht und uns überlassen hat für eine gewisse Zeit. Nicht alle sind zufrieden mit dem, was Mutter Natur ihnen da geschenkt oder überlassen hat. Aus dem einfachen Grund, dass, weil man meint eine Divergenz oder Diskrepanz zu spüren zwischen dem was man ist, und dem, als was man sich empfindet. Einfach, dass es nicht zusammenpasst mit dem männlichen Körper und den "weiblichen" Gefühlen.
Auch ich war lange Zeit mit meinem Körper unzufrieden, ja ich habe ihn gehasst, diesen Body. Als Kind wollte ich immer größer und stärker sein als ich war. Leider war die Realität total anders, ich blieb klein. Ich war immer bei den Kleinen und Schwächlingen. Im Turnen wurde ich nie in die erste Mannschaft gewählt, das geht mir heute noch nach, wenn ich ehrlich bin. Es gab viele, viele Kinder in dieser Zeit, wo ich aufgewachsen bin, und was wirklich schlimm war, viele Jungs mobbten mich wegen meiner Größe und nannten mich den "Milchling". Ein Milchling ist wohl sowas wie ein Weichei. Ich hab's jedenfalls nicht als schön empfunden.
Heute , ein paar Dekaden später sehe ich die Sache ganz anders. Für einen Mann bin ich mittelgroß geblieben und auch nur mittel schwer, und mir fehlen immer noch diese markanten männlichen Gesichtszüge, und auch die Stimme ist nicht die von John Wayne. Was andererseits aber auch ein Glück ist für mich als Crossdresser heute. Jetzt bin ich froh, dass ich Schuhgröße 40 habe und die Handschuhgröße meiner Frau und es stört mich kein bisschen, daß ich schmale Schultern habe und eine rundliche Figur. Ist das ausgleichende Gerechtigkeit? Jedenfalls hasse ich meinen Körper heute nicht mehr, sondern bin eigentlich glücklich damit.
Lieben Gruß, Valerie