Hemmungen beim Crossdressen
Hemmungen beim Crossdressen - # 2

allgemeiner Austausch
exuser-08-07-2013

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 16 im Thema

Beitrag von exuser-08-07-2013 »

Hemmungen beim Crossdressen?

Ich glaube da muss man unterscheiden zwischen den Hemmungen von außen und den eigenen, die sich mehrheitlich im Kopf abspielen.

Die Hemmungen von außen, sei es Beruf, familiäres Umfeld oder sonst etwas kann man nur schwer beeinflussen und muss man halt einfach so akzeptieren.
Das gilt zumindest für die, die sich nicht outen wollen oder können.

Das fängt schon dabei an, dass nur die wenigsten Nichtgeouteten wohl einfach die Türe aufmachen und losspazieren. Meistens ist es doch mit einer längeren Autofahrt verbunden um einen halbwegs "sicheren Ort" zu finden.

Anders sieht es mit den eigenen Hemmungen aus. In den eigenen vier Wänden kann es keine Hemmungen geben, da kann man tun und lassen, was einem gefällt oder eben nicht. Jeder hat da seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

Falls jedoch die Zeit kommt, sich auch draußen zu bewegen und zu zeigen wird es extrem schwierig.

Ich bin in der Situation, dass ich fast mein halbes Leben in den eigenen vier Wänden oder in der Einsamkeit der Nacht verbracht habe — zufrieden war ich damit nie.

Die Hemmschwelle, sich anderen Menschen en femme zu zeigen war riesengroß und für mich ein unüberwindbares Hindernis. Mir hat einfach der Mut gefehlt.

Nun mache ich Schritt für Schritt.

Im Moment ist durch die Fußgängerzone zu stöckeln und Shoppen en femme für mich ein neues und erhebendes Gefühl, bei dem ich auch noch viele Erfahrungen sammeln muss, um sicher zu sein.

Ich muss mich halt da selbst noch austesten.

Wenn ich jetzt noch meinen Fetisch, immer extrem hohe Hacke tragen zu wollen loswerden könnte, würde ich mich vermutlich viel viel leichter tun, weil ich dann weniger auffalle.

Meine nächste Shopping-Tour werde ich ganz dezent, und möglichst unauffällig bestreiten. Mal sehen, wie mir das dann gefällt.

Die nächsten Schritte betrachte ich jetzt eigentlich nicht mehr so sehr als Hemmung, sondern eher als Herausforderung um neue Erfahrungen zu sammeln.

Wohin mein Weg geht? Keine Ahnung — bin selbst gespannt.

@ Martina:

Die Frage nach dem Sinn stellt sich bei mir nicht. Wichtig ist, dass ich mich wohlfühle dabei.
exuser-08-07-2013

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 17 im Thema

Beitrag von exuser-08-07-2013 »

Nach nochmaligem Lesen meines Beitrages und der Vorbeiträge ist mir doch eine Hemmung eingefallen:

Die von Cybill angesprochenen Restaurierungsarbeiten und der damit zusammenhängende extreme Zeitaufwand ist doch eine nicht zu unterschätzende Hemmschwelle.

Mal kurz ins Auto und weg - geht halt nicht - Planung ist für die Frau angesagt - und da bin ich doch ganz Frau.
ExuserIn-2022-05-28
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

lucy f hat geschrieben:Hemmungen beim Crossdressen?
Das fängt schon dabei an, dass nur die wenigsten Nichtgeouteten wohl einfach die Türe aufmachen und losspazieren. Meistens ist es doch mit einer längeren Autofahrt verbunden um einen halbwegs "sicheren Ort" zu finden.
...
Falls jedoch die Zeit kommt, sich auch draußen zu bewegen und zu zeigen wird es extrem schwierig.
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Die Hemmschwelle, sich anderen Menschen en femme zu zeigen war riesengroß und für mich ein unüberwindbares Hindernis. Mir hat einfach der Mut gefehlt.
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Nun mache ich Schritt für Schritt.
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Im Moment ist durch die Fußgängerzone zu stöckeln und Shoppen en femme für mich ein neues und erhebendes Gefühl, bei dem ich auch noch viele Erfahrungen sammeln muss, um sicher zu sein.
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Wenn ich jetzt noch meinen Fetisch, immer extrem hohe Hacke tragen zu wollen loswerden könnte, würde ich mich vermutlich viel viel leichter tun, weil ich dann weniger auffalle.
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Meine nächste Shopping-Tour werde ich ganz dezent, und möglichst unauffällig bestreiten. Mal sehen, wie mir das dann gefällt.
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Die nächsten Schritte betrachte ich jetzt eigentlich nicht mehr so sehr als Hemmung, sondern eher als Herausforderung um neue Erfahrungen zu sammeln.

Wohin mein Weg geht? Keine Ahnung — bin selbst gespannt.
Hallo zusammen,

zusammengefasst kann man sagen : Das Problem ist in unseren Köpfen, weil einfach das Selbstvertrauen fehlt.

Bei mir war es früher ähnlich. Wenn unterwegs dann raus fahren, irgendwo umziehen, und dann eine Spritztour im Auto und höchstens auf einem verlassenen Parkplatz mal aussteigen.

Ich habe dann eine Gruppe in Düsseldorf gefunden, die in einem ganz normalen Cafe einmal im Monat ihren Stammtisch abhält, dort ist jeder gern willkommen - sowohl als Frau als auch als Mann.
Dort begannen dann die ersten Schritte in die Freiheit. Inzwischen wissen meine wichtigsten Freunde von Chrissie und ich gehe auch so direkt aus dem Haus. Das Umziehen unterwegs war mir einfach zu umständlich, hinzu kam noch die Erkentniss :
Ich mache nicht Verbotenes, Ich mache nichts wofür ich mich schämen müsste, ich bin einfach so, wie ich bin. Ebenfalls ein Auslöser war, dass ein Freund in meinem Alter von jetzt auf eben an einem Herzinfarkt verstarb. Da habe ich gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und mich gefragt, ob es unter dieser Sichtweise eigentlich noch Sinn macht sich nach Anderen zu richten und seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Die Antwort lautet - Sofern ich keinem anderen Schaden zufüge : NEIN! Es gibt keinen Sinn sich nur nach anderen zu richten.
Wer das nicht verstehen WILL ist in meinen Augen kein echter Freund und auf solche falschen Freunde kann ich gern verzichten.

Ich habe mich zwar nicht in der Nachbarschaft komplett geoutet, gehe aber bewusst das "Risiko" ein, dass es durchaus dazu kommen kann, wenn ich als Chrissie aus dem Haus gehe.
Für solche Zwecke habe ich mir einen Flyer mit Informationen über Transgender "gebastelt" Hintergründe, Geschichtliches etc und bin bin auch gern zu Gesprächen bereit.
Denn was kann passieren ? Einige werden vielleicht mit dem Kopf schütteln und mich zukünftig meiden. Nun auf die kann ich getrost verzichten, das wären sowieso nie wirkliche Freunde geworden. Einige werden einfach darüber hinweggehen und einige werden Interesse zeigen. Nun ich bin bei Interesse gern zu einem Gespräch bereit, da ich viele Bücher über das Thema gelesen habe und jeden Dokumentarfilm darüber sehe.

Wichtig ist bei Ausflügen : nichts extrem Auffälliges anziehen und nicht dort spazieren gehen, wo Bio-Frauen zu diesen Zeiten nicht anzutreffen sind, wenn sie nicht zum ältesten Gewerbe gehören.
Mit der Zeit wird dann das Selbstvertrauen grölßer und irgendwann wirst auch Du so direkt das Haus verlassen.

Viéle liebe Grüße

Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 19 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-05-28 »

lucy f hat geschrieben:Hemmungen beim Crossdressen?
Das fängt schon dabei an, dass nur die wenigsten Nichtgeouteten wohl einfach die Türe aufmachen und losspazieren. Meistens ist es doch mit einer längeren Autofahrt verbunden um einen halbwegs "sicheren Ort" zu finden.
...
Falls jedoch die Zeit kommt, sich auch draußen zu bewegen und zu zeigen wird es extrem schwierig.
...
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...
Wenn ich jetzt noch meinen Fetisch, immer extrem hohe Hacke tragen zu wollen loswerden könnte, würde ich mich vermutlich viel viel leichter tun, weil ich dann weniger auffalle.
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..
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Wohin mein Weg geht? Keine Ahnung — bin selbst gespannt.
Hallo zusammen,

zusammengefasst kann man sagen : Das Problem ist in unseren Köpfen, weil einfach das Selbstvertrauen fehlt.

Bei mir war es früher ähnlich. Wenn unterwegs dann raus fahren, irgendwo umziehen, und dann eine Spritztour im Auto und höchstens auf einem verlassenen Parkplatz mal aussteigen.

Ich habe dann eine Gruppe in Düsseldorf gefunden, die in einem ganz normalen Cafe einmal im Monat ihren Stammtisch abhält, dort ist jeder gern willkommen - sowohl als Frau als auch als Mann.
Dort begannen dann die ersten Schritte in die Freiheit. Inzwischen wissen meine wichtigsten Freunde von Chrissie und ich gehe auch so direkt aus dem Haus. Das Umziehen unterwegs war mir einfach zu umständlich, hinzu kam noch die Erkentniss :
Ich mache nicht Verbotenes, Ich mache nichts wofür ich mich schämen müsste, ich bin einfach so, wie ich bin. Ebenfalls ein Auslöser war, dass ein Freund in meinem Alter von jetzt auf eben an einem Herzinfarkt verstarb. Da habe ich gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und mich gefragt, ob es unter dieser Sichtweise eigentlich noch Sinn macht sich nach Anderen zu richten und seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Die Antwort lautet - Sofern ich keinem anderen Schaden zufüge : NEIN! Es gibt keinen Sinn sich nur nach anderen zu richten.
Wer das nicht verstehen WILL ist in meinen Augen kein echter Freund und auf solche falschen Freunde kann ich gern verzichten.

Ich habe mich zwar nicht in der Nachbarschaft komplett geoutet, gehe aber bewusst das "Risiko" ein, dass es durchaus dazu kommen kann, wenn ich als Chrissie aus dem Haus gehe.
Für solche Zwecke habe ich mir einen Flyer mit Informationen über Transgender "gebastelt" Hintergründe, Geschichtliches etc und bin bin auch gern zu Gesprächen bereit.
Denn was kann passieren ? Einige werden vielleicht mit dem Kopf schütteln und mich zukünftig meiden. Nun auf die kann ich getrost verzichten, das wären sowieso nie wirkliche Freunde geworden. Einige werden einfach darüber hinweggehen und einige werden Interesse zeigen. Nun ich bin bei Interesse gern zu einem Gespräch bereit, da ich viele Bücher über das Thema gelesen habe und jeden Dokumentarfilm darüber sehe.

Wichtig ist bei Ausflügen : nichts extrem Auffälliges anziehen und nicht dort spazieren gehen, wo Bio-Frauen zu diesen Zeiten nicht anzutreffen sind, wenn sie nicht zum ältesten Gewerbe gehören.
Mit der Zeit wird dann das Selbstvertrauen grölßer und irgendwann wirst auch Du so direkt das Haus verlassen.

Viéle liebe Grüße

Chrissie
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Regina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 20 im Thema

Beitrag von Regina »

Chrissie hat geschrieben:Da habe ich gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und mich gefragt, ob es unter dieser Sichtweise eigentlich noch Sinn macht sich nach Anderen zu richten und seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Die Antwort lautet - Sofern ich keinem anderen Schaden zufüge : NEIN! Es gibt keinen Sinn sich nur nach anderen zu richten.
Absolut richtiger Ansatz, Chrissie. Es macht nicht nur unter dieser Sichtweise keinen Sinn, es macht überhaupt keinen Sinn sich nach anderen zu richten. Wir leben nicht für andere. Wir leben für uns. Was nützt es uns wenn unser Leben allen gefällt nur uns selbst nicht.
Der oder die einzige mit dem wir uns arrangieren müssen ist unsere Partnerin. Ansonsten gibt es wirklich nichts wofür wir uns schämen müssten. Also immer raus ins Getümmel.

Viel Spaß dabei.


Liebe Grüße,
Regina
Ulrike

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 21 im Thema

Beitrag von Ulrike »

So sehe ich es auch!! Was nützt es uns, wenn wir uns nach anderen richten, aber uns selbst nicht wohlfühlen?! Wenn wir uns selbst mögen und gut fühlen, dann strahlen wir dies auch nach außen hin und die Menschen um uns herum merken dies. Also achtet auf euch und nicht auf die anderen]Dessous
Regina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 22 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo Claudia,

sicher hast Du Recht. Ich habe da schon sehr pauschalisiert. Natürlich wäge ich ab was für mich und für mein Leben wichtig ist. Und wie Du schon sagst richten wir in unserem eigen Interesse auch nach anderen. Die Frage ist doch aber, ob ich mir von anderen Vorschreiben lassen wie ich mich zu verhalten habe. Wenn von mir in meinem Job verlangt wird Anzug und Krawatte zu tragen (als Banker z.B.) und das für den Job eine Bedingung ist, sollte ich mich besser danach richten. Oder ich trage die Konsequenzen. In meiner Freizeit aber, kann ich doch tragen was ich will.
Wichtig finde ich immer, dass ich die Rechte anderer Menschen nicht verletze. In diesem Rahmen kann ich mich doch aber gut bewegen. Es gibt ganz andere Dinge die man nicht an die große Glocke hängen wollen, weil sei eben niemanden etwas angehen. Aber dennoch hat man die Freiheit in dem Rahmen alles zu tun. Wenn ich zum Beispiel an SM Praktiken denke. So hat früher niemand darüber gesprochen. Aber auch das wird immer gesellschaftsfähiger, weil es ja jeder für sich selbst entscheiden muss was er tut. Wer bin ich den, darüber zu urteilen was jemand in seinem Liebesleben macht.
Genauso nehme ich für mich das Recht in Anspruch mich in meiner Freizeit zu kleiden wie ich möchte. Im Beruf habe ich eine Position auszufüllen. Das wird von mir erwartet und dafür bekomme ich bezahlt. Aber in meiner Freizeit?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Musik wir hören?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Bücher wir lesen?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Filme wir sehen?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Menschen wir toll finden?
Mit Sicherheit: Nein!
Worauf ich hinaus möchte ist, dass diese Angst aufhört: Was werden die Leute sagen...? Was geht mich die Meinung der Leute an? Aber Du hast Recht. Ich bin nicht der rücksichtslose Bulldozer Typ. Ich glaube aber auch nicht, dass vom Crossdressing gleich das Sozialgefüge auseinander bricht.

Liebe Grüße,
Regina
Zuletzt geändert von Regina am Mo 12. Dez 2011, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 23 im Thema

Beitrag von Pama »

Claudias Auffassung, dass wir ganz allein unter Berücksichtigung der Folgen die Entscheidung zu treffen haben, wie wir leben wollen, teile ich.

Als langjährig im Haus geduldete "Teilzeitfrau" mit immer noch sonderlichem Drang, habe ich heute noch Hemmungen, mich hier im Forum, also in einem gewissen Bereich der Öffentlichkeit, näher zu outen. Ein Verlassen des Hauses ist mir daher gar nicht möglich und zur Zeit auch nicht gewollt. Selbst der gelegnentliche Wunsch, Strumpfhosen und Mieder unter der Altagskleidung häufiger zu tragen, wird aus Angst vor Feststellung meiner Neigung unterdrückt. Ich liebe es zwar, eine Frau zu sein, bin aber auch gern ein Mann, der nicht nur in der Familie ein Ansehen hat, welches ich nicht verlieren nöchte.
Regina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 24 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo zusammen,

dann sind wir doch alle einer Meinung. :D
Pama hat geschrieben:... dass wir ganz allein unter Berücksichtigung der Folgen die Entscheidung zu treffen haben ...
Du entscheidest unter Berücksichtigung der Folgen.

Was aber die Folgen angeht kannst Du ja nur spekulieren. Und hier fängt es eben an nebulös zu werden.
Es gab ja einmal Zeiten, da durfte man bestimmte Bücher nicht lesen, bestimmte Radiosender nicht hören. Das war sogar von Gesetzt her verboten. Dennoch haben Menschen sich davon nicht einschüchtern lassen. Obwohl die Konsequenzen verheerend waren.
Nun denn, Crossdressing mit dem Hören von Feindsendern im 3. Reich zu vergleichen ist sicher ein wenig weit her geholt. Was aber die Folgen angeht wenn wir auffliegen, denke ich, sind die Ängste bei vielen einfach zu groß.
Aber richtig: Jeder entscheidet selbst.

Weiterhin viel Spaß dabei.

Liebe Grüße,
Regina
Pama
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 25 im Thema

Beitrag von Pama »

Liebe Regina,
die Folgen wären in meinem Fall weder spekulativ noch nebulös, sie wären m.E. durchaus kalkulierbar.
Nach meinem Kenntnisstand, den ich durch viele Gespräche und Erfahrungen in ähnlichen Situationen erhalten habe, würden sich nach dem Bekanntwerden als Transgender ca. 50 % der Freunde, Bekannte und Nachbarn von mir abwenden, da ich dann nach ihrer Auffassung abartig, pervers oder zumindest absolut krank sei und einige würden sich sogar vor mir fürchten. Die verbleibenden, die in der Regel einen höheren Bildungsstand besitzen, würden sich als tolerant erklären. Die helfte dieser Menschen würden aber den Kontakt meiden oder auf das notwendigste Maß reduzieren und evtl. bei einem Treffen sogar die Kleiderordnung festlegen, weil sie sich sorgen, dass der Kontakt mit einem Transgender ihr Ansehen schaden könnte. Die dann verbleibende kleine Gruppe ist mir letztlich wirklich gut gesonnen. Sie wird aber anfänglich Hemmungen im Umgang mit mir haben und daher zunächst fortbleiben. Nur ganz einzelne Personen stehen sofort zur Seite. Sie haben, sofern ich es nicht bereits weiß, auch etwas verschwiegen oder gehören zur Familie. Diesen hohen Verlust an Kantakten will ich nicht hinnehmen zumal neue Verbindungen aus gleichen Gründen nicht einfacher würden.
So verhält es sich zumindest im Kreis meiner Altersklasse. Sollte die Situation im Umfeld der jüngeren Transgendern günstiger sein, wäre dies toll.
Meine Feststellung soll natürlich andere Transgender nicht abschrecken, aber eine Entscheidung, sich in der Öffentlichkeit zu outen, sollte wohl überlegt werden, zumal sie nicht rückgängig gemacht werden kann.

Gruß Pama
martina

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 26 im Thema

Beitrag von martina »

es ist halt die eigene werteskala, an der man die dinge misst. sicher zieht das argument, dass man nur einmal lebt und sich nicht an anderen orientieren sollte. aber auf der einen seite der waagschale liegt das crossdressing outdoor oder als outing, auf der anderen seite der waagschale können aber auch respektable argumente liegen.

der eine hat den drang, als frau nach draussen zu gehen und wird sich bemühungen, seine eigenen hemmungen zu überwinden. der andere findet eben für sich genug gründe, um nicht als frau raus zu gehen. das outdoor-erlebnis ist für manche eine ganz tolle sache, auf die alles hinausläuft. andere streben aber dieses ziel nicht unbedingt an, und auch das ist ok.

lg martina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 27 im Thema

Beitrag von Lina »

Pama hat geschrieben:Liebe Regina,
die Folgen wären in meinem Fall weder spekulativ noch nebulös, sie wären m.E. durchaus kalkulierbar.
Nach meinem Kenntnisstand, den ich durch viele Gespräche und Erfahrungen in ähnlichen Situationen erhalten habe, würden sich nach dem Bekanntwerden als Transgender ca. 50 % der Freunde, Bekannte und Nachbarn von mir abwenden, da ich dann nach ihrer Auffassung abartig, pervers oder zumindest absolut krank sei und einige würden sich sogar vor mir fürchten. ...

Gruß Pama
Warum die Leute sich fürchten ist mir dann wiederum nebulös und auch eine Haltung die mir in dem Zusammenhang unbekannt ist. Aber dass 50% der "Freunde" sich abwenden - was sind DAS denn für Freunde? Beziehungsweise, was soll man mit Freunden, die nur "Freunde" sind, wenn man vortäuscht etwas zu sein, was man nicht ist. Sollte ich etwa vortäuschen NICHT trans zu sein, nicht BI zu sein und eine Reihe andere Sachen, damit irgendwelche Leute denen ich wohl doch nicht so wichtig bin, noch mit mir reden wollen? Was sollte ich denn davon haben? Was versprichst du dir davon?

Was mit den Freundschaften, die noch wärmer werden, wenn man den Mut findet wirklich zu sein, was man ist? Mir persönlich sind die mir wesentlich wichtiger als mit irgendwelchen Leuten, die mir doch nicht so gut kennen, zusammen zu sein.
martina

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 28 im Thema

Beitrag von martina »

hallo darialena. hallo lina,
was ist euer motiv dafür, überzeugungsarbeit gegenüber pama leisten zu wollen? was habt ihr davon?

wie mir scheint, hat pama auch gar nicht das grundsätzliche bedürfnis, sich outdoor als frau zeigen zu wollen. das ist doch ok, oder nicht? ob bei pama das interesse an crossdressing immer wieder leidend unterdrückt wird, würde ich mal in frage stellen. es gibt für pama eben andere faktoren, die freunde, die ein höheres gewicht in der waagschale haben als eben das crossdressing. aber das ist doch ok, oder nicht?

lg martina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 29 im Thema

Beitrag von Lina »

martina hat geschrieben:hallo darialena. hallo lina,
was ist euer motiv dafür, überzeugungsarbeit gegenüber pama leisten zu wollen? was habt ihr davon?

wie mir scheint, hat pama auch gar nicht das grundsätzliche bedürfnis, sich outdoor als frau zeigen zu wollen. das ist doch ok, oder nicht? ob bei pama das interesse an crossdressing immer wieder leidend unterdrückt wird, würde ich mal in frage stellen. es gibt für pama eben andere faktoren, die freunde, die ein höheres gewicht in der waagschale haben als eben das crossdressing. aber das ist doch ok, oder nicht?

lg martina

Wahrscheinlich ist es der Spaß am Lösen und Durchschauen der Mysterien des Lebens. Wenn ich jemanden sehe dem es absolut scheiße geht, und ich stelle fest, dass er es viel leichter haben könnte aber es nicht ändert - dann frage ich immer "warum". Das kann ein stilles, für mich gedachtes "Warum" oder ein Ausgesprochenes. Diesmal ist es ein Ausgesprochene.

Es geht ja nicht um "Outdoor" etc. Es geht ja auch um das Verheimlichen und Unterdrücken eines Teils der Persönlichkeit. Ich finde es immer tragisch, wenn jemand mit 80 stirbt und dabei feststellen muss, dass er das Leben der Anderen gelebt und nicht sein eigenes.
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 30 im Thema

Beitrag von Pama »

Liebe Lina,
wußtest Du nicht, dass Transvestiten die Wäsche von der Leine stehlen und weil die meisten auch Pyromanen sind anschließend das Haus anzünden? Wußtest Du nicht, dass alle Transvestiten schwul sind und die Jungs in der näheren Umgebung verführen? Wußtest Du auch nicht, dass diese Menschen im Hirn krank sind und daher auch andere schlimme Dinge anstellen können?
Ich wußte das auch nicht, aber solche Äußerungen werden von älteren Menschen nicht selten vertreten. Sachlichen Argumenten sind sie in dieser Hinsicht nicht aufgeschlossen. Sie beharren weiterhin auf ihre Meinung. Dennoch können solche Menschen liebenswert und interessant sein. Auf den Kontakt mit ihnen möchte ich nicht verzichten.

Martina danke ich für ihren Beistand.
Ich habe tatsächlich derzeit nicht die Absicht, als Frau das Haus zu verlassen. Ich brauche den Kick nicht. Mir reicht das freie Bewegen im Hause. Der dennoch machmal aufkommende Wunsch, in die Öffentlichkeit zu gehen um lediglich festzustellen, ob ich als Frau, wie ich mich dann auch fühle, tatsächlich wahrgenommen werde, muss ich zurückstellen. Ein Leidesdruck verursacht dies jedoch nicht.

Gruß Pama
Antworten

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