Körpereigene HRT ?!
Körpereigene HRT ?! - # 2

Lebensplanung, Standorte
Carrie_C
Beiträge: 31
Registriert: Do 1. Apr 2021, 19:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Münster
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 16 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Mona hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 15:26
Sorry... will keinem auf die Füße tretten, aber für mich die sich jeden tag mit HET, Veränderungen usw. beschäftigt ist es alles nur aus der Luft gegriffen und in meinen Augen wird da was reininterpretiert was nicht da ist.In dem fall psychische Probematik, wenn wer mir das gegenteil beweisen kann bitte schön..

Lg Mona
Danke, aber das ist ein auf die Füße treten und die Unterstellung "das ist alles nur aus der Luft gefriffen" eine Beleidigung.
JEDE Trans*person beschäftigt sich JEDEN Tag eingehend mit ihrem/seinem Körper, auch ohne HET. Jeder Blick in den Spiegel... jeder Gang unter die Dusche... aber wem sage ich das?

Deswegen könnte ich jetzt minutiösn und en Detail all diese Veränderungen beschreiben, die ich in der letzten Zeit erfahren habe, gerade weil ich mich so invensiv mit meinem inneren und äußerem Ich beschäftige. Ich könnte hier Kommentare der Menschen aus meinem direkten Umfeld wiedergeben, die unabhängig von irgendwelchen Andeutungen meinerseits diese Veränderungen bemerken - und doch würde es aus allen Ecken rufen: Das ist Einbildung! Deine Psyche geht mit dir durch! Wunschträume!
Es wahr wohl nicht richtig, mich auf diese Weise hier zu öffnen, und es tut mir Leid, wenn ich hier für unnötigen WIrbel sorge. Aber ich muss sagen: Mich verletzen eure Unterstellungen der "Spinnerei". Keine Person hier kennt mich als Menschen, meine Geschichte, meine Vergangenheit, meine Lebenssituation, niemand hat mich im letzten halben Jahr erlebt: und doch wird man hier irgendwie als Spinnerein an den Pranger gestellt. Das ist das letze, was ich mit meinem Thread bewirken wollte - wenn ich mich bloßstellen wollen würde, dann würde ich im Bikini auf die Straße laufen und rufen: Guckt mich an! Aber offensichtlich will ich das nicht.
Ich hatte gehofft, dass hier irgendjemand meine Erfahrungen irgendwie teilen / bestätigen kann - ich kann auch nichts dafür, dass dem nicht so ist. Aber statt zu spotten kann man an der Stelle auch schweigen.

Ich beende meinerseits das Thema an dieser Stelle, ich kann nicht noch mehr Tritte auf die Füße gebrauchen. Nach wie vor bin ich zu weiterem Austausch per PN gern bereit.
Carrie_C
Beiträge: 31
Registriert: Do 1. Apr 2021, 19:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Münster
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 17 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

ChristinaF hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 11:09 Das Thema bietet Spekulationen zu hauf. Ich würde mich möglichst schnell um einen Termin bei einer/em Endo bemühen und dort das Ganze abklären lassen.
LG Christina
Danke, genau das habe ich mittlerweile gemacht, jetzt heißt es: Füße still halten und abwarten.
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2998
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 126 Mal
Danksagung erhalten: 235 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 18 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Aria hat geschrieben: Mo 31. Mai 2021, 13:04 ... Ich mache es kurz: Du bist ein medizinisches Wunder!
Aria hat geschrieben: Mo 31. Mai 2021, 18:42 ... Tja......die Macht der Autosuggestion....(zeitung)
Hallo Carrie,

dem möchte ich - wieder einmal - deutlich widersprechen!

Was mein Verständnis der Welt angeht, bin ich weit weg von dem, auf das sich unser Weltbild und damit bei uns die Medizin und Naturwissenschaft beschränkt. Ganzheitlich gesehen gibt es da die Aussage: Der Geist beherrscht die Materie. Und ich denke, es ist so, wenn man das für sich zulässt.

Auf das Thema dieses Forums bezogen, erkenne ich seit meinen Outing vor vier Jahren als Trans(*?)Frau (nicht binär) ein gefühlt sehr deutliches verstärktes Brustwachstum. Natürlich kann man das - rein (natur-)wissenschaftlich - auf Hormone in der Nahrung aufgrund der Massentierhaltung zurück führen. Schließlich geht mir der allgemeine Trend zum Vegetarischen oder Veganen einfach nur am A.. vorbei. Aber auch mein Körper hatte nie die typisch männliche Statur, weshalb der Hosen-Kauf für mich immer problematisch war. Dass mir Damen-Hosen meistens ohne Probleme passen, weiß ich erst seit meinem Outing. Sonst wachsen mir jetzt meine Haare zum A.. hin, obwohl ich mit inzwischen 62 vom männlichen Hormonspiegel her eher eine Glatze bekommen sollte.

Ist das also nun alles nur "Autosuggestion", oder beherrscht der Geist wirklich die Materie?

Liebe Grüße
Nicole
Patricia
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 928
Registriert: So 13. Okt 2019, 21:55
Geschlecht: Ökotantenazubine
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 52 Mal
Danksagung erhalten: 82 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 19 im Thema

Beitrag von Patricia »

Was mir an der Stelle dazu einfällt wäre Folgendes:
Der männliche Körper kann Östrogen aus Testosteron metabolisieren, dies geschieht hauptsächlich im Fettgewebe. Es gibt trans Frauen welche einen normalen Testosteronspiegel vor der HET haben aber zugleich einen Östrogenspiegel im durchaus weiblichem Bereich OHNE dass der Körper dadurch feminisiert wird. evtl. eine Variante der Geschlechtsentwicklung.
Wenn Männer altern sinkt oft der Testosteronspiegel ABER der Spiegel des aus dem Testosteron erzeugtem Östrogen tut es nicht. Diese Männer leiden dann an einem Testosteronmangel und der Körper verweiblicht ein wenig.
Vielleicht ist es eine Form dieses Prozesses der bei Dir passiert. Du schreibst dass du keinerlei Leistungsdefizite bemerkst und dass muss ja auch nicht unbedingt sein, denn die Transition kann durchaus richtig beflügeln und Dir neue Kraft schenken, evtl. gleichen sich die Effekte aus.
Es gibt aber effektiv eine recht einfache Möglichkeit deine Vermutung zu überprüfen. Geh zum Hausarzt und lass deinen Testo und Östrogenspiegel mal bestimmen (kostet in etwa 30Euro)
Was die Wahrnehmung des Gesichts als femininer und weicher angeht, so war das bei mir früher auch so. Als ich mich rasiert hatte erschien dann immer babyface im Spiegel. Das Gesicht war mir und meiner Ex ohne Bart viel zu weich. Das wäre so das eine das andere ist, dass die Wahrnehmung unserer Gesichtszüge auch viel mit der Psyche zu tun hat UND mit solchen Dingen wie Frisur, Schmuck, Makeup.
Es gibt Tage da sehe ich einen alten hässlichen Mann im Spiegel und es gibt Tage da sehe ich mich im Spiegel. Meine langen Haare und ihre Farbe und die Frisur verschieben die Wahrnehmung unabhängig davon doch sehr von dem männlichen ins weibliche Spektrum. Hast du evtl. auch deine Ernährung umgestellt und ernährst dich unbewusst so, dass du eine deutlich grössere Menge Östrogenähnlicher Substanzen zu Dir nimmst? Diese können auch ion manchen Fällen zu Veränderungen am Körper führen.
Evtl. ist es einfach die Kombination aller möglicher Effekte.

LG
Patricia
Lebe dein Leben, denn du hast nur das eine!!!
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3842
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 115 Mal
Danksagung erhalten: 188 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 20 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Carrie,

ich will das plötzliche Wachsen der Brust und die Erscheinungen am übrigen Körper gar nicht bestreiten. Doch schätze ich auch, dass hier eher ein zufälliges Zusammentreffen der Ereignisse zusammentrifft. Es gib ja das Phänomen der Männerbrust, mit der im fortschreitenden Alter mehr Männer zu tun haben als offiziell so berichtet wird. Es kann eine Folge sein etwa von Ernährung und Medikamenten. Es kann im übrigen Körper auch sein, dass sich da Wasser ansammelt oder Fettpolster bilden. Dass sich Hormonhaushaushalt verändert und Spuren hinterlässt will ich auch nicht ausschließen. Das alles kann für uns angenehme Seiten haben, während andere es eher bekämpfen würden.

Sorgen macht es mir, dass die körperlichen Verformungen vergleichsweise plötzlich und schnell eintreten. Ich würde an deiner Stelle deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen und mich untersuchen und beraten lassen - um sicher zu gehen, dass nicht etwa etwas Bösartiges im Körper angefangen hat zu wuchern. Und dass dringend behandelt werden muss.

Liebe Grüße
Inga
Tatjana_59
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4280
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 750 Mal
Danksagung erhalten: 491 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 21 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Carrie_C hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 15:18
Tatjana_59 hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 08:37 Ich halte Noras Post für schwer übertrieben.
Ich streite zwar nicht ab dass ohne Hrt ein bißchen etwas geschehen kann psychisch bedingt.
Aber meiner Meinung nach nie und nimmer in diesem Ausmaß, schon gar nicht in nur zwei Monaten.

LG Tatjana
Das halte ich wiederum für eine unbegründete Unterstellung. Warum soll ich hier so etwas behaupten?
Ich werde garantiert nicht so weit gehen, hier irgendwelche Fotos von meinen körperlichen Veränderungen zu posten, in so einer Form muss ich mich auch nicht rechtfertigen oder beweisen.
Ich weiß sehr wohl, dass es ziemlich unglaublich klingt,
Weder ich, noch irgendeine andere verlangt von dir Beweisfotos, die sowieso nichts beweisen würden, da dich ja niemand vorher kannte.
Du musst dich auch nicht rechtfertigen, zumindest vor mir nicht.
Das einzige was ich dir glaube würde ist das dir deine Psyche einen Streich spielt.
Alles andere ist für mich ein medizinisches Wunder.
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!
Helga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1211
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 22:07
Geschlecht: m, Feiertagsfrau
Pronomen: fallabhängig
Wohnort (Name): Norddeutschland
Hat sich bedankt: 87 Mal
Danksagung erhalten: 106 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 22 im Thema

Beitrag von Helga »

Carrie_C hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 15:46 Es wahr wohl nicht richtig, mich auf diese Weise hier zu öffnen
Liebe Nora,
doch, das war genau richtig, dafür ist das Forum da. Dass dir hier von einigen Seiten Ablehnung entgegengesprungen ist, finde ich sehr schade. Ich kann es mir nur dadurch erklären, dass du Weltbilder zum Wanken bringst oder nicht in eine Trans- Norm passt, die besagt: Trans bedeutet eine ordnungsgemäße Diagnose F64.0 durch einen transerfahrenen Therapeuten und eine Hormontherapie mit medizinischen Präparaten unter Aufsicht eines geschulten Endokrinologen. Vielleicht ist es aber auch nur Neid.
Ich finde deine Beschreibung durchaus glaubwürdig. Vor längerer Zeit hat hier im Forum eine Transfrau über ihren ersten Besuch beim Endokrinologen berichtet. Die Östrogenwerte waren vor Beginn der Therapie so hoch, dass dieser ihr die illegale Einnahme von Präparaten unterstellt hat.
Wir dürfen nicht vergessen: Egal welche äußeren Geschlechtsmerkmale wir tragen, alle Menschen produzieren die gleichen Hormone. Biologische Männer produzieren Östrogen, so wie biologische Frauen Testosteron produzieren. Der Unterschied liegt lediglich in der Quantitätsverteilung. Der Hormonstatus ist auch keineswegs konstant. Patricia hat es weiter vorne geschrieben:
Diese Männer leiden dann an einem Testosteronmangel und der Körper verweiblicht ein wenig.
In deinem Alter ist eine solche Entwicklung eigentlich noch nicht zu erwarten, aber warum soll es nicht Menschen geben, bei denen dies früher und stärker einsetzt.
Eine starke Körperfeminisierung innerhalb weniger Monate lässt sich häufig bei biologischen Frauen in der Pubertät beobachten. Die Beobachtung, dass eine HRT mit Hormonpräparaten diesen Effekt nicht zustande bringt, bedeutet nicht, dass soetwas nicht möglich ist. Die Fixierung auf Östrogen oder Testosteron für weiblich oder männlich ist aus meiner Sicht problematisch. Im menschlichen Körper sind vermutlich tausende von Botenstoffen (=Hormonen) unterwegs, von denen nur etwa 100 bekannt und entschlüsselt sind. Es ist durchaus möglich, dass es weitere Hormone gibt, die unsere geschlechtliche Entwicklung beeinflussen, aber noch nicht entdeckt sind. Wenn das Hormon, das bei jungen Mädchen für sprunghafte Entwicklung sorgt, auch bei dir aktiv ist, wird die Entwicklung nachvollziehbar.
Als Crossdresser kann ich mit dir folgende Erfahrung teilen: Wenn ich mich zurechtmache, mit Muße, Sorgfalt und viel Aufmerksamkeit für micht selbst, dann geht etwas in mir vor. Irgendetwas wie Euphorie, Schmetterlinge im Bauch, Hochgefühl. Ich fühle mich weiblicher und spiegele dies auch nach außen. Mir wurde von Dritten bestätigt, dass ich mich weiblicher benehme und bewege. Ich stelle einfach mal die These auf, dass mein Körper in solchen Momenten vermehrt weibliche Botenstoffe produziert, dass soetwas wie eine "Transition im Kleinen" stattfindet.
Weiter vorne fiel der Begriff "Autosuggestion". Ich würde eher "Autostimulation" wählen. Ich bin ziemlich sicher, dass wir viele Körperfunktionen, die sich nicht bewusst steuern lassen, indirekt doch beeinflussen können.
Ich bin gespannt was dein Besuch beim Endokrinologen ergibt, und würde mich freuen, wenn du darüber berichtest. Im Übrigen würde ich dir raten, diese Entwicklung, die dein Körper eingeschlagen hat, einfach weiterzugehen und hier nicht künstlich einzugreifen, soweit keine gesundheitlich bedenklichen Befunde vorliegen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2998
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 126 Mal
Danksagung erhalten: 235 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 23 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Carrie_C hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 15:46 Es wahr wohl nicht richtig, mich auf diese Weise hier zu öffnen, und es tut mir Leid, wenn ich hier für unnötigen WIrbel sorge. Aber ich muss sagen: Mich verletzen eure Unterstellungen der "Spinnerei".
Hallo Carrie,

es war wohl sehr richtig und wichtig sich hier auf diese Weise zu öffnen. Wenn Du hier für Wirbel sorgst, hilft das zudem diesem Forum, das wie alle anderen Plattformen im Internet unter dieser verfluchten C..-Sch.. zu leiden hat. Alle sind nur noch entsetzlich genervt oder wütend, und viele glauben zudem aus den offiziellen Medien oder irgendwelchen Büchern die Wahrheit - was auch immer das sein soll - zu kennen. Manche glauben ja auch, die absolute Wahrheit stehe in der Bibel oder im Koran. Für mich ist so etwas (blinder) Glaube und kein Wissen.

Ich habe auch erst lernen müssen hier gewisse Kommentare einfach nur zu ignorieren. Jede Antwort darauf wäre zwecklos und kann zu einem heftigen sinnlosen Streit eskalieren - bis Anne-Mette schließlich einschreiten muss.

Was ich hier aus meiner Perspektive geäußert habe, ist natürlich rein subjektiv. Selbst wenn bei mir ein Arzt einen für einen Mann untypischen Hormonspiegel feststellen würde, wüsste ich immer noch nicht definitiv, ob der meine Brüste wachsen lässt oder ob es einfach nur Fett vom Übergewicht ist. Das Leben ist viel zu komplex für solche einfachen Schlussfolgerungen, aber einige glauben wohl es besser zu wissen. Trotzdem wachsen bei manchen die Brüste ohne HRT und bei anderen nach drei Jahren HRT immer noch nicht wie gewünscht.

Liebe Grüße
Nicole
michaela66
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 80
Registriert: Fr 25. Sep 2020, 05:40
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Wohnort (Name): Südstaaten
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 24 im Thema

Beitrag von michaela66 »

Moin die Damen,
eigentlich ein interesantes Thema.

Seit ich mich transsexuel fùhle habe ich auch schon kleine Verànderungen bemerkt.
Nichts weltbewegendes, aber eindeutig anderst.

Die Macht der Gedanken?

Ich sehe es den Wechseljahren geschuldet, der kòrpereigenen Hormonumstellung im Herbst meines Lebens.

Sieht man mal unsere àltete Generation an, da àhneln sich Frauen und Mànner schon sehr.

Die Kurzhaarfrisuren der Damen, bei manchen beginnender Bartwuchs, dicke Arme auch die Kleidung wird mànnlicher.

Bei Mànnern bildet sich die Muskulatur zuruck, auch der Bartwuchs làsst nach.

Manchmal muss man 2× hinschauen um das Geschlecht zu erkennen.

Was hat sich bei mir veràndert?

Àrmchen und Beinchen hatte ich ja schon immer wie eine Frau, frùher dafùr geschuftet und heute froh darùber.

Meine Brustmuskulatur hat sich nun verflùchtigt und fùhlt sich heute eindeutig weiblich an, kleines A Kòrbchen.

Aber das ist bei vielen Mànnetn so, die nicht TS sind.

Tja auch die Libido steht im Schatten, selbst das Anhàngsel wird kleiner und schrumpeliger.

Frùher befarf es einem Gaffhòschen um einen Venushùgel zu kreieren, das ist aber nun Geschichte.

Meine Lebenspartnerin sagte schon, dass ich mich da nicht wundern brauche, wenn das da verkùmmert, wenn ich eine Frau sein mòchte.


Aber mehr Verànderungen habe ich bisher nicht bemerkt und mache mir da auch keine Hoffnungen.


LG Michaela
Carrie_C
Beiträge: 31
Registriert: Do 1. Apr 2021, 19:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Münster
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 25 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Liebe Community,

auch wenn ich meinerseits angekündigt habe, mich aus diesem Thema zurückzuziehen - da ich hier ja mittlerweile auch offene Ohren finde (1000 Dank), möchte ich doch noch zu ein paar Kommentaren Stellung beziehen.

Vorab: Vor gar nicht allzu langer Zeit wurden trans*Menschen im Allgemeinen als Spinner abgetan. Alles Einbildung, alles Hirngespinste. Mittlerweile ist unsere Gesellschaft, unsere Medizin und Wissenschaft da ein paar Schritte weiter.
Wenn ich jetzt daherkomme und von unglaublich faszinierenden Beobachtungen an mir berichte und nach ähnlichen Erfahrungen suche - dann klingt das wohl so, wie die trans*Thematik an sich noch vor 30 Jahren in den Ohren vieler Leute. Nach Einbildung und Spinnere, nach der "Psyche, die einen Streich spielt".

KeineR von euch würde wohl unterschreiben, das trans* so etwas ist - warum dann besondere Erscheinungen in Phänomen trans* leugnen / wegreden?

Nun aber zu euren Kommentaren.

Inga hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 21:37
ich will das plötzliche Wachsen der Brust und die Erscheinungen am übrigen Körper gar nicht bestreiten. Doch schätze ich auch, dass hier eher ein zufälliges Zusammentreffen der Ereignisse zusammentrifft. Es gib ja das Phänomen der Männerbrust, mit der im fortschreitenden Alter mehr Männer zu tun haben als offiziell so berichtet wird. Es kann eine Folge sein etwa von Ernährung und Medikamenten. Es kann im übrigen Körper auch sein, dass sich da Wasser ansammelt oder Fettpolster bilden. Dass sich Hormonhaushaushalt verändert und Spuren hinterlässt will ich auch nicht ausschließen. Das alles kann für uns angenehme Seiten haben, während andere es eher bekämpfen würden.
Dazu kann ich nur sagen:Ich habe meine Ernährung im letzen halben Jahr nur dahin umgestellt, dass ich gesünder / bewusster esse. Weniger Süßkram, weniger allgemein. Alkohol konsumiere ich kaum. Ich bin seit Jahren Vegetarierin und ernähre mich ausschließlich mit ökologisch erzeugten Lebensmittel. "Hormonverpestung" durch Lebensmittel ist für mich ausgeschlossen. Auch habe ich keine Medikamente eingenommen - habe ich noch nie müssen. Ich bin mit 32 auch nicht in dem "kritischen" Alter, in dem es für gewöhnlich zur Männerbrust kommt.
Abgesehen davon: Wie beschrieben ist ja nicht mein Brustwachstum das einzige, was passiert. Auf Zunahme kann ich das nicht schieben, da ich in den letzten drei Monaten durch bewusstere Bewegung und viel Sport an sich deutlich abgenommen habe - nur an Brust, Oberschenkeln und Po habe ich nach und nach bedeutsam an Volumen gewonnen. Was mein Gesicht betrifft: Klar, niemand hat hier vergleichsbilder - da ich die habe, kann ich auch da spannende Beobachtungen machen. Wenn ein spitzes Kinn einfach durch rundlichere Formen weniger Spitz ist - dann ist das kein Streich der Psyche.

Oftmals wird hier auf das "krasse Tempo" eingegangen, in dem das bei mir passiert sein soll. Ich kann das Tempo ehrlich gesagt kaum einschätzen. Letztes Jahr im Mai hatte ich ein sehr einschneidendes Erlebnis, das mir klar werden ließ: Die Transition WIRD ZWINGEND mein Weg sein. Aus persönlichen Gründen habe ich das lange "zurückgehalten", bis es nicht mehr psychisch tragbar war - das ist jetzt ziemlich genau zwei Monate her. Dass aber schon seit einem Jahr viel in mir passiert ist, kann ich nicht abstreiten. Wann genau auch die körperlichen Veränderungen angefangen haben - schwer zu sagen, da ja alles davon sehr subtil passiert.
Helga hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 23:28
Wir dürfen nicht vergessen: Egal welche äußeren Geschlechtsmerkmale wir tragen, alle Menschen produzieren die gleichen Hormone. Biologische Männer produzieren Östrogen, so wie biologische Frauen Testosteron produzieren. Der Unterschied liegt lediglich in der Quantitätsverteilung. Der Hormonstatus ist auch keineswegs konstant. Patricia hat es weiter vorne geschrieben:
Diese Männer leiden dann an einem Testosteronmangel und der Körper verweiblicht ein wenig.
In deinem Alter ist eine solche Entwicklung eigentlich noch nicht zu erwarten, aber warum soll es nicht Menschen geben, bei denen dies früher und stärker einsetzt.
Eine starke Körperfeminisierung innerhalb weniger Monate lässt sich häufig bei biologischen Frauen in der Pubertät beobachten. Die Beobachtung, dass eine HRT mit Hormonpräparaten diesen Effekt nicht zustande bringt, bedeutet nicht, dass soetwas nicht möglich ist. Die Fixierung auf Östrogen oder Testosteron für weiblich oder männlich ist aus meiner Sicht problematisch. Im menschlichen Körper sind vermutlich tausende von Botenstoffen (=Hormonen) unterwegs, von denen nur etwa 100 bekannt und entschlüsselt sind. Es ist durchaus möglich, dass es weitere Hormone gibt, die unsere geschlechtliche Entwicklung beeinflussen, aber noch nicht entdeckt sind. Wenn das Hormon, das bei jungen Mädchen für sprunghafte Entwicklung sorgt, auch bei dir aktiv ist, wird die Entwicklung nachvollziehbar.
Das finde ich eine spannende Beschreibung von dir, Helga. Wenn man sich näher mit der Thematik befasst - was ich in den letzten Tagen viel gemacht habe - findet man vieles davon auch auf wissenschaftlicher Seite wieder. Gerade deine Analogie zur "Pubertät bei biologischen Frauen" fühlt sich für mich sehr zutreffend an. Ich will jetzt gar nicht weiter auf emotionale Veränderungen meinerseits eingehen, aber ja, es gibt sooo oft Momente, die sich einfach genau so anfühlen: Wie Pubertät.
(Ehrlich gesagt: Das ist oftmals extrem anstrengend, aber dennoch genieße ich es).

Helga hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 23:28
Als Crossdresser kann ich mit dir folgende Erfahrung teilen: Wenn ich mich zurechtmache, mit Muße, Sorgfalt und viel Aufmerksamkeit für micht selbst, dann geht etwas in mir vor. Irgendetwas wie Euphorie, Schmetterlinge im Bauch, Hochgefühl. Ich fühle mich weiblicher und spiegele dies auch nach außen. Mir wurde von Dritten bestätigt, dass ich mich weiblicher benehme und bewege. Ich stelle einfach mal die These auf, dass mein Körper in solchen Momenten vermehrt weibliche Botenstoffe produziert, dass soetwas wie eine "Transition im Kleinen" stattfindet.
Weiter vorne fiel der Begriff "Autosuggestion". Ich würde eher "Autostimulation" wählen. Ich bin ziemlich sicher, dass wir viele Körperfunktionen, die sich nicht bewusst steuern lassen, indirekt doch beeinflussen können.
Ich bin gespannt was dein Besuch beim Endokrinologen ergibt, und würde mich freuen, wenn du darüber berichtest. Im Übrigen würde ich dir raten, diese Entwicklung, die dein Körper eingeschlagen hat, einfach weiterzugehen und hier nicht künstlich einzugreifen, soweit keine gesundheitlich bedenklichen Befunde vorliegen.
Ich kenne dieses Gefühl der "Euphorie", das du beschreibst, Helga. Ich habe das früher - als ich noch der Meinung war "nur Crossdresser" zu sein - oft auch so empfunden. Diese Euphorie, die du mit deiner eigenen "Feminisierung" beschreibst - die habe ich mittlerweile unabhängig von dem Zurechtmachen - ganz einfach aus dem Grund, dass ich mich aufgrund meiner umfangreichen Veränderung immer mehr in meinem Körper wohl fühle, auch ohne, dass ich mich aufwändig dresse und schminke (das macht das ganze dann nur noch schöner).
Nicole Fritz hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 23:51
Ich habe auch erst lernen müssen hier gewisse Kommentare einfach nur zu ignorieren. Jede Antwort darauf wäre zwecklos und kann zu einem heftigen sinnlosen Streit eskalieren - bis Anne-Mette schließlich einschreiten muss.
Danke, Nicole - das mit dem ignorieren muss ich mir noch aneignen, allzu lang bin ich ja noch nicht hier.

Was ich aber ehrlich gesagt noch schöner finden würde, ist eine gesündere Kommunikationskultur: Wer nichts Konstruktives beitragen kann oder will und stattdessen nur Unterstellungen äußern will, der mag einfach mal innehalten und sich fragen: Möchte ich solche Reaktionen erfahren? Und trage ich damit wirklich etwas zur eigentlichen Frage bei? Wenn man darauf "nein" antwortet, sollte man einfach die Finger von den Tasten nehmen, einen Tee trinken und die Welt Welt sein lassen.

In diesem Sinne:
Viele liebe Grüße
Nora
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3842
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Hat sich bedankt: 115 Mal
Danksagung erhalten: 188 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 26 im Thema

Beitrag von Inga »

Liebe Carrie,

Ich denke, hier ist niemand, der dir deinen individuellen Weg zur körperlichen Anpassung zu deinem Transgender-Ideal nicht gönnen würde. Doch viele Leute hier haben in der Szene schon viele andere gesehen, die mancher Selbsttäuschung aufgesessen sind. Davor wollen sie dich bewahren. Wenn du danach fragst, was andere davon halten, so halten sie mit ihrer Meinung aufgrund der vielfachen Erfahrung nicht zurück. Da sollte dir nicht schwer fallen, andere Meinungen auch auszuhalten, und nicht eingeschnappt zu sein. .

Eine Sache hast du nicht beantwortet. Nämlich, ob du das auftretende Wachstum hast ärztlich abklären lassen. Ich befürchte, nein.

Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen, dass nichts versteckt Bösartiges hinter deinen körperlichen Veränderungen steht.

Ich bin kein Mediziner. Doch soviel habe ich in meinem Leben bis jetzt mitbekommen: Es gibt viele Krankheiten und Krankheitsbilder, die auch jüngere Menschen treffen können und anfangs nicht so recht erkannt werden. Erst recht nicht in der Selbstdiagnose. Es gibt unterdessen auch eine Reihe von Ärzten, die dem Thema Transgender ganz aufgeschlossen gegenüber stehen. Einige lesen ja auch hier im Forum mit. Also kümmere dich bitte darum, damit dir nicht ungewollt etwas Widerliches widerfährt.

Soviel als Warnung an dich und alle, die hier mitlesen.

Liebe Grüße
Inga
Carrie_C
Beiträge: 31
Registriert: Do 1. Apr 2021, 19:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Münster
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 27 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Vielen Dank für deine Sorge. Ich habe - wie bereits geschrieben - einen Termin bei einem entsprechenden Spezialisten gemacht und muss jetzt einfach bis Ende des Monats abwarten, bis es soweit ist. Man kennt das ja: Je dringender das Anliegen, desto länger die Wartezeit...
LG Nora
Aria
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1473
Registriert: Do 14. Jun 2012, 20:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Frankfurt am Meer
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 28 im Thema

Beitrag von Aria »

Carrie_C hat geschrieben: Di 1. Jun 2021, 15:18 Und wer mir trotz allem nicht glauben will - okay, es klingt auch sehr unglaublich und ich verlange ja auch von niemandem ein "Herzlich Glückwunsch, du bist ja ein tolles Wunder". Aber mir an der Stelle Übertreibung zu unterstellen, ist unfair. Mir geht es in keiner Weise darum, mich wichtig zu machen - im Gegenteil, diese Veränderungen verunsichern mich und ich wollte schlicht wissen, ob irgendjemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht hat (was sich mittlerweile per PN bestätigt hat).
Also Carrie, Nora, whatever, ich denke es ist dir nicht entgangen, das meine beiden Kommentare eher ironisch zu betrachten waren. Deshalb möchte ich dir auch mal meinen Standpunkt genauer erklären. Ich bin ein Mensch der nicht an "Es steht im Internet also muss es wahr sein" glaubt. Ich stehe den Meldungen im Netz sehr kritisch gegenüber - und nicht erst nach Fake-News. Es bringt die Natur der Sache einfach mit sich, dass sich dort Menschen zu allem fähig fühlen, wo sie im echten Leben niemals in der Lage dazu finden würden. Aus dem Schulhof-Hänsler wird der Cyber-Mobber und aus dem Geschichten Erzähler auf dem Grillparty der Hochstapler hoch 10.

Dass du mit deiner Geschichte auf ungläubige Ohren stossen kannst, muss dir genau so klar sein, wie mir, dass ich eine Geschichte erzählt bekommen kann, oder?! Denn sind wir mal ehrlich, wenn du Honig um den Mund geschmiert bekommen willst, kannst du auch einen Monolog mit deinem Spiegelbild halten. Du bist aber an die Öffentlichkeit gegangen und hast dementstprechend auch Gegenwind erfahren - wie könnte es auch anders sein. Von daher finde ich deine eingeschnappte Art eher unreif und damit bist du kein Vorbild für deine angeprangerte miese Diskussionskultur in diesem Forum.

Diejenigen, die negativ bis ironisch auf deine Erzählungen kommentiert haben, kennen sich alle ziemlich gut mit der HET und ihren (Langzeit)Folgen aus. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die dem eher skeptisch gegenüberstehen und dir das auch mitteilen. Und das hat auch nix mit Neid o.ä. zu tun, wie hier gerne behauptet wird. Nein, es ist einfach die langjährige Erfahrung und dem Austausch mit anderen Betroffenen geschuldet. Denen ist nämlich alle samt kein vergleichbarer Fall unter gekommen. Aus diesem Grund sprach ich von medizinischem Wunder.

Es ist so wie Patricia sagte, es gibt Folgen einer Gynäkomastie, die durch eine Ungleichheit im männlichen Hormonhaushalt entsteht. Die Folge davon ist in der Hauptsache ein einsetzendes Brustwachstum - meist nur bis zur Vergrößerung des Warzenvorhofes mit Bildung von Milchdrüsen (vgl. Tanner-Stadium 3). Was die Ursache dafür ist, ist meines Wissen nicht bekannt. Einerseits vermutet man die Ernährung, andererseits genetische Grundlagen. Das ist aber auch vollkommen egal, wir wissen alle das es das gibt und sind uns über die Ausmasse bewusst.

Woher unser/mein Unglauben über deine Erzählungen kommt, kann ich dir sagen. Das was du beschreibst, fällt nicht in das Schema einer Gynäkomastie. Das fällt eindeutig in das Schema einer recht langen, gut laufenden HET (im Bereich > 130ng/l) einschließlich Epilation. Ich weiss nicht ob es dir bewusst ist was es heisst ein B-Cup zu haben?! Differenz O-Brust zu U-Brust Weite.....sind Begriffe für dich?! Gut. Um so eine Cup-Grösse zu erreichen, müssen A) die genetischen Voraussetzung stimmen und B) einige Monate bis Jahre Brustwachstum ins Land gegangen sein. Du redest von max. 6 Monaten. Erstaunlich!

Du erzählst von Fettverteilung die in dem selben Zeitraum stattgefunden hat. Ich kann dir sagen, dass der mittlere Zeitraum für derartige Veränderungen - bei einer optimal verlaufenden HET - bei 3-4 Jahren liegt. Auch hier bist du mit ca. einem halben Jahr weit unter dem Durchschnitt. Ebenfalls ein absolutes Wunder für mich!
Dann noch ein Punkt, der mich ausserdem erstaunt hat. Dein Bartwachstum verlangsamte sich, die Haare wurden dünner und fielen sogar aus. Wahnsinn, echt! Du kannst dir eine Epilation also sparen. Die Barthaare einer MZF-TS sind so ziemlich das hartnäckigste Übel an der ganzen Transition. Die Biester halten sich so verdammt fest, weil die männl. Haare viel tiefer und stärker verwurzelt sind als bei Frauen, das meine Elektrologistin manchmal am verzweifeln ist. Bei dir werden die einfach weicher und fallen aus. Toll, echt. Du sparst dir damit echt Zeit, Geld und Schmerzen. Ach stimmt, dein Kinn hast du ja noch hervor gehoben. Das ist nun viel spitzer als vorher..... Lass dir was sagen, Knochen änderst du nicht - die hast du - oder du lässt die chirurgisch ändern. Das machen übrigens so einige Mädels, weil sich am Schädelknochen halt nix ändert, auch nach 50 Jahren HET.

Ich denke, ich spreche für die anderen Ungläubigen hier mit, wenn ich sage, dass uns deine Geschichte sehr unglaubwürdig vorkommt, weil wir eben wissen, wie sehr die HET - und damit meine ich die med. eingeleitete - Geduld und Ausdauer mit sich bringt und Veränderungen nun mal eben nicht in ein paar Monaten geschehen. Und ich kann auch nicht gutheißen, dass uns hier pauschal Neid unterstellt wird. Zumal man in diesem Punkt eigentlich gar nicht mitreden kann und sein Wissen vornehmlich aus Erzählungen und nicht am eigenen Leib erfahren hat.

Was ich dir hingegen abnehme ist, dass es Veränderungen psychischer Natur gibt, die schon vor Beginn der HET einsetzen. Denn das sind Erfahrungen die ich selbst gemacht habe. Man ist sich einfach schlagartig bewusst was mit einem los ist und das tut einerseits ziemlich gut, andererseits kann man es dann kaum noch abwarten mit der HET zu beginnen. Bei mir haben zu der Zeit schon andere Denkmuster eingesetzt und Verhaltensweisen kamen zu Tage - ja, die kamen einfach aus mir raus und es fühlte sich verdammt gut an. Was aber nicht einsetzte, waren irgendwelche körperlichen Veränderungen. Damit hätte ich wohl bis in alle Tage warten können. Wenn bei dir das so ist, sehe ich aber nur sehr geringe Auswirkungen dadurch. Das meiste macht die Psyche. Und wenn dem nicht so ist, bei deiner Untersuchung herauskommen sollte, dass du einen T-Wert unter 1 und einen Ö-Wert über 130 hast, dann gratuliere ich dir persönlich - einer mir erstmals bekannten Person mit körpereigener HET. Dann hast du nämlich den 6er im Lotte + Superzahl und Spiel 77 gezogen. Dann kannst du wirklich froh sein, denn dann musst du nicht dein Leben lang Hormone von aussen zuführen und obendrein deine Gesundheit aufs Spiel setzten. Das ist nämlich der Preis den wir dafür zahlen und etwas, was wir dir wirklich neiden würden, wenn wir das wie du nicht tun müssten.
Zuletzt geändert von Aria am Mi 2. Jun 2021, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
¡no lamento nada!
Moghediena
Kürzlich registrierte BenutzerInnen
Beiträge: 59
Registriert: Mo 13. Jul 2020, 14:42
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hameln
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 29 im Thema

Beitrag von Moghediena »

Hallöchen,

ich glaube dass in einem sehr begrenzem Bereich durchaus etwas passieren kann. Wobei sehr begrenzt das entscheidende ist. Ich halte Brustwachstum im größeren Stil (selbst Cup A ist schon extrem, ohne Hormone) für eher ausgeschlossen.

Aber es ist durchaus so, dass sich Hormone im Körper umstellen. Und jeder Mensch hat von grund auf Östrogen und Testosteron im Körper und produziert das auch. Allgemein ist Testosteron viel dominanter und gerade bei Frauen passiert das, wenn zum beispiel durch viel Sport eine Vermännlichung eintritt, dass der Körper vermehrt Testosteron produziert. Die Schwankungen sind aber nicht so drastisch, Damenbart ist aber keine Seltenheit.

Ebenfalls ein Faktor sind die Wechseljahre. Da wird auch viel durcheinander gebracht.

Aber eine Körpereigene HRT wie du sie beschreibst halte ich eher für medizinische mythen. Möchte aber nicht abstreiten, dass im Kopf viel passiert und der Körper auf gewisse Reize reagiert.
Ich glaube wenn man(vielleicht auch unbewusst) gewisse Nahrungsmittel zu sich nimmt, dass es da durch diese Phytohormone zu leichten änderungen kommt, denke aber dass das eher gering ist.

Generell denke ich, wer von sich aus so gute Veranlagung hat, der hat sehr gute Chancen bei einer echten HRT, aber ohne echte Hormone wird sich da nicht so übermäßig viel tun.

Edit: Mal etwas provokativ gefragt, kann es sein,d ass dir der Partner heimlich was ins Essen gemischt hat. Weil dann würde es das durchaus erklären.

Gruß
Moghediena
Carrie_C
Beiträge: 31
Registriert: Do 1. Apr 2021, 19:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Münster
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Körpereigene HRT ?!

Post 30 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Aria hat geschrieben: Mi 2. Jun 2021, 20:49
Diejenigen, die negativ bis ironisch auf deine Erzählungen kommentiert haben, kennen sich alle ziemlich gut mit der HET und ihren (Langzeit)Folgen aus. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die dem eher skeptisch gegenüberstehen und dir das auch mitteilen. Und das hat auch nix mit Neid o.ä. zu tun, wie hier gerne behauptet wird. Nein, es ist einfach die langjährige Erfahrung und dem Austausch mit anderen Betroffenen geschuldet. Denen ist nämlich alle samt kein vergleichbarer Fall unter gekommen. Aus diesem Grund sprach ich von medizinischem Wunder.

Es ist so wie Patricia sagte, es gibt Folgen einer Gynäkomastie, die durch eine Ungleichheit im männlichen Hormonhaushalt entsteht. Die Folge davon ist in der Hauptsache ein einsetzendes Brustwachstum - meist nur bis zur Vergrößerung des Warzenvorhofes mit Bildung von Milchdrüsen (vgl. Tanner-Stadium 3). Was die Ursache dafür ist, ist meines Wissen nicht bekannt. Einerseits vermutet man die Ernährung, andererseits genetische Grundlagen. Das ist aber auch vollkommen egal, wir wissen alle das es das gibt und sind uns über die Ausmasse bewusst.

Woher unser/mein Unglauben über deine Erzählungen kommt, kann ich dir sagen. Das was du beschreibst, fällt nicht in das Schema einer Gynäkomastie. Das fällt eindeutig in das Schema einer recht langen, gut laufenden HET (im Bereich > 130ng/l) einschließlich Epilation. Ich weiss nicht ob es dir bewusst ist was es heisst ein B-Cup zu haben?! Differenz O-Brust zu U-Brust Weite.....sind Begriffe für dich?! Gut. Um so eine Cup-Grösse zu erreichen, müssen A) die genetischen Voraussetzung stimmen und B) einige Monate bis Jahre Brustwachstum ins Land gegangen sein. Du redest von max. 6 Monaten. Erstaunlich!

Du erzählst von Fettverteilung die in dem selben Zeitraum stattgefunden hat. Ich kann dir sagen, dass der mittlere Zeitraum für derartige Veränderungen - bei einer optimal verlaufenden HET - bei 3-4 Jahren liegt. Auch hier bist du mit ca. einem halben Jahr weit unter dem Durchschnitt. Ebenfalls ein absolutes Wunder für mich!
Dann noch ein Punkt, der mich ausserdem erstaunt hat. Dein Bartwachstum verlangsamte sich, die Haare wurden dünner und fielen sogar aus. Wahnsinn, echt! Du kannst dir eine Epilation also sparen. Die Barthaare einer MZF-TS sind so ziemlich das hartnäckigste Übel an der ganzen Transition. Die Biester halten sich so verdammt fest, weil die männl. Haare viel tiefer und stärker verwurzelt sind als bei Frauen, das meine Elektrologistin manchmal am verzweifeln ist. Bei dir werden die einfach weicher und fallen aus. Toll, echt. Du sparst dir damit echt Zeit, Geld und Schmerzen. Ach stimmt, dein Kinn hast du ja noch hervor gehoben. Das ist nun viel spitzer als vorher..... Lass dir was sagen, Knochen änderst du nicht - die hast du - oder du lässt die chirurgisch ändern. Das machen übrigens so einige Mädels, weil sich am Schädelknochen halt nix ändert, auch nach 50 Jahren HET.

Ich denke, ich spreche für die anderen Ungläubigen hier mit, wenn ich sage, dass uns deine Geschichte sehr unglaubwürdig vorkommt, weil wir eben wissen, wie sehr die HET - und damit meine ich die med. eingeleitete - Geduld und Ausdauer mit sich bringt und Veränderungen nun mal eben nicht in ein paar Monaten geschehen. Und ich kann auch nicht gutheißen, dass uns hier pauschal Neid unterstellt wird. Zumal man in diesem Punkt eigentlich gar nicht mitreden kann und sein Wissen vornehmlich aus Erzählungen und nicht am eigenen Leib erfahren hat.

Was ich dir hingegen abnehme ist, dass es Veränderungen psychischer Natur gibt, die schon vor Beginn der HET einsetzen. Denn das sind Erfahrungen die ich selbst gemacht habe. Man ist sich einfach schlagartig bewusst was mit einem los ist und das tut einerseits ziemlich gut, andererseits kann man es dann kaum noch abwarten mit der HET zu beginnen. Bei mir haben zu der Zeit schon andere Denkmuster eingesetzt und Verhaltensweisen kamen zu Tage - ja, die kamen einfach aus mir raus und es fühlte sich verdammt gut an. Was aber nicht einsetzte, waren irgendwelche körperlichen Veränderungen. Damit hätte ich wohl bis in alle Tage warten können. Wenn bei dir das so ist, sehe ich aber nur sehr geringe Auswirkungen dadurch. Das meiste macht die Psyche.
Liebe Aria,

kurz zur Namensfrage - Carrie oder Nora - Carrie ist mein Online-Alias, Nora mein Name. Wie du mich ansprichst, ist mir relativ egal.
Was den Punkt Diskussionskultur angeht: Ja, ich habe mich angegriffen gefühlt und bin in Verteidigunsstellung gegangen. Wahrscheinlich würden unsere Gespräche Face to Face um ein Vielfaches besser funktionieren, aber das ist ja leider nicht möglich.
Darum bitte ich: Der folgende Beitrag ist in keiner Weise feindseltig / rechtfertigend gemeint, sondern einfach erläuternd.
Und vorab: Ja, mir fehlen die Erfahrungen einer HET. Ich weiß nur von anderen, was da passiert, und auch, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum.
Und genau das ist ja auch der Grund, warum es mich selbst verunsichert - und weshalb ich dieses Thema eröffnet habe.

Ich möchte kurz Stellung zu deinem Beitrag beziehen und ein paar Dinge relativieren.
Vorab: ich kann nur nochmals betonen, dass ich selbst kaum glaube, was passiert.
Ich habe mir tatsächlich gerade einmal kurz die Brust gemessen - vielleicht sagen hier Zahlen ja etwas: Unterbrust 89cm, Oberbrust 97,5 cm. Nicht geschummelt, nicht gelogen, echt gemessen. Die Form der Brust sieht auch einfach nicht aus wie die Männerbrüste einer Gynäkomastie.
Es kribbelt ständig in den Brüsten, seit Wochen, mittlerweile eher seit Monaten, so sehr, dass es bisweilen schmerzhaft ist.
So etwas bildet man sich nicht ein.

Was das Thema weichere Gesichtszüge angeht: ich weiß, dass Knochen sich nicht ändern, so etwas habe ich auch nicht behauptet. Aber dass sich Fettpölsterchen an Wangen / Kieferpartie ansetzen... das ist etwas anderes.
Klar, euch fehlen irgendwelche Vergleiche. Aber ich habe mich durch Fotos einfach viel dokumentiert in der letzten Zeit. Abgesehen davon bekomme ich auch - ohne dass ich es anspreche - von meinem Umfeld entsprechende Bemerkungen.
Ebenso, wenn sich Fett an Oberschenkeln und Po ansetzt - in einem Maße, das never ever als eingebildet durchgeht. Vor allem WEISS ich ja einfach, wie ich dort vor einem Jahr aussah und sehe ich JETZT im Spiegel, wie es heute aussieht.
Ich habe nich komplett zugenommen, im Gegenteil. Ich habe in den letzten Monaten exzessiv sport gemacht, da ich im letzten Jahr stark zugenommen habe (noch so ein Indiz.?). Dadurch habe ich abgenommen... und gleichzeitg an besager Partie ordentlich zugenommen.
So etwas kann man sich nicht einreden.

Was meine Aussage zum Bart angeht: Es ist selbstverständlich nicht so, als würden mir die Haare da reihenweise ausfallen. Gar nicht. Das Zeug ist da und ich epiliere wie blöd. Mag sein, dass das auch die Struktur der Barthaare ändert, habe ich auch mal von gehört. Die Barthaare sind aber weniger borstig und mehr wie Kopfhaar, wodurch es dünner aussieht. Aber der Schatten ist natürlich trotzdem da und ich hasse ihn. Gott sei dank gibt es Make up.
Aber gerade meine bisweilen extreme Dysphorie zeigt mir eigentlich: Das ist kein einreden, sonst würde ich mir ja wer weiß alles noch einreden. Aber dafür gibt es einfach zu oft Momente, in denen ich in den Spiegel gucken und denke: Bah, geht gar nicht.

Ich möchte nicht ausschließen, dass diese Entwicklung vor mehr als einem halben Jahr angefangen hat. Meine trans* Geschichte zieht sich schon über 20 Jahre hin... ich war schon vor einigen Jahren mal mit einem Bein in der Transition... und durch ein einschneidendes Erlebnis vor einem Jahr habe ich gewissermaßen gewusst, das ich über kurz oder lang auch ganz diesen Weg gehen werde. Was ich damit sagen will: Es arbeit schon ziemlich lange ziemlich intensiv in mir.

Letztlich müssen wir bei diesem Thema einfach abwarten, was der Spezialist sagen wird. Ich teile euch dann mit, was bei rauskommt.

Als letztes: Nein, meine Frau mischt mir nichts ins essen. Meine Kinder essen dasselbe wie ich. Meine Ernährung hat sich seit ungefähr 15 Jahren nicht geändert.

Viele liebe Grüße
Nora
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“