Outen, ja oder nein?
Outen, ja oder nein? - # 6

Lebensplanung, Standorte
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ExuserIn-2023-06-22
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 76 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2023-06-22 »

Jasmine hat geschrieben: Sa 13. Feb 2021, 09:52 Es gab hier ein Thema ..............
Was hätte ich denn sonst tun sollen? Ich habe nur dieses eine Leben, ich hatte ja die Wahl ob ich mich von ihr trenne oder mit ihr zusammen einen gemeinsamen Weg gehe. Aber ich überlegte nicht lange als sie so verletzlich vor mir stand. Als ich meiner Jassi dann antwortete, "Dann ist das so" sprach vielleicht nicht mein Verstand sondern mein Herz. Ich hätte niemals meiner Jassi den Vorwurf machen können, das sie mich enttäuscht oder hintergangen hat. Ich kann nicht nachvollziehen was sie bis zum Outing mir gegenüber durchgemacht hat. Wie oft lag sie weinend in meinen Armen als sie die Vergangenheit mit mir besprach. Wir redeten viel, sehr viel über die Vergangenheit und unsere Zukunft. Ich wurde nicht enttäuscht, ich erlebte wie sie aufblühte und erlebe ihre Liebe, Wärme und Güte. Ich musste mich auch verändern, aber ich vermisse nichts und freue mich täglich das Leben mit dieser tollen Frau zu teilen.
Menalee
Frieda
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 77 im Thema

Beitrag von Frieda »

Menalee hat geschrieben: Sa 13. Feb 2021, 13:05 ... Ich kann nicht nachvollziehen was sie bis zum Outing mir gegenüber durchgemacht hat....
👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍
Super liebe Menalee, kein anderer Blickwinkel liegt mir am Herzen, unsicheren vielleicht sogar zweifelnden Partnerinnen ans Herz zu legen❣️

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

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Re: Outen, ja oder nein?

Post 78 im Thema

Beitrag von elasweet2010 »

elfe hat geschrieben: Di 9. Feb 2021, 17:44 Hallo, bin bis jetzt immer stille Mitleserin gewesen
Hallo liebe elfe,

danke für dein Kommentar. ich habe Dilemma Outen ja oder nein, deswegen für mich ist perfekt dass du dich hier gemeldet hast, als Frau des CDs. Ich versuche meine Frau zu verstehen oder von ihr herausfinden, wie sie auf so was reagieren würde, bevor ich mich oute. Ich will nicht zu große Risiko eingehen.
Ehrichkeit wäre dann wichtigste in einer Beziehung, da bin ich auf deiner Seite. In Sinne wie du deinen Mann kennst, Wäre dann für dich besser gewesen, wenn dein Mann sich nicht vor dir geoutet hätte oder wenn du ihn nicht erwischt hättest?
elfe hat geschrieben: Di 9. Feb 2021, 17:44 Ich möchte meinen Partner momentan noch nicht in Damenklamotten sehen.
wie hast du darauf reagiert? Ich weiß jetzt nicht wie bei deinem Mann ist, aber bei mir ist das ein "Hobby", was ich ab und zu ausleben möchte. Ich bin gerne ein Mann 99% meiner Zeit. wie würdest du auf das reagieren? oder wie siehst du das, von der Seite einer Frau?

Vielen Dank

Gruß Ela
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 79 im Thema

Beitrag von elfe »

Frieda hat geschrieben: Mi 10. Feb 2021, 08:15
elfe hat geschrieben: Di 9. Feb 2021, 17:44 ...

Ich grüße dich liebe Elfe❣️

Meine Name ist Frieda und ich bin eine Cisfrau wie du und lebe in einer Partnerschaft mit einem Crossdresser.
Es sind jetzt zweieinhalb Jahre was ich hier im Forum angemeldet bin und mir fällt immer mehr bzgl der Partnerinnen etwas auf.

Ich möchte dich nicht angreifen, nicht verletzen, dennoch möchte ich dir meine Gedanken als Außenstehende und Betroffene zugleich, vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel mitteilen.
Mir fallen bei dir zwei Themen auf. Zum einen das Thema "Crossdressing" und zum anderen das Thema "Verschweigen". In deinem Post, der für mich ehrlich gesagt bissl wenig an Informationen für uns Außenstehende transportiert, stellst du nur eine Frage. Du drehst den Spieß um und fragst in die Gruppe, wie die Anderen sich mit dem Crossdressing fühlen würden, wenn ihr Partner sie damit konfrontieren würde.
Was ich allerdings weiter bei dir lese ist deine Offenheit und ich würde sogar behaupten ein Interesse an dem Thema Crossdressing gegenüber. Oder irre ich mich da, liebe Elfe? In meiner Wahrnehmung wünschst du dir Gespräche mit deinem Partner darüber, was ich übrigens richtig toll und supi finde. 👍
Und jetzt möchte ich mich mal auf dünnes Eis begeben und mutmaßen, dass deine Verletzungen eher durch das jahrelange schweigen "verursacht" werden, als durchs Crossdressing!?
Und jetzt komme ich zu meinem Punkt der mir hier im Forum immer wieder mal mit neu angemeldeten Partnerinnen auffällt. Eigentlich liegt (evtl!) das Grundübel doch eher in der Unaufrichtigkeit des Partners, als in der eigentlichen Sache (das Crossdressing) an sich!? Oder irre ich mich da? 🤔 Und weiterhin möchte ich mutmaßen, ob diese Verletzung bei der Partnerin eher etwas anderes nach oben bringt, als die Leidenschaft bzw das wahrhaftige Sein des eigenen Partners?

In meiner Wahrnehmung liebe Elfe ist es ebenso ein Prozess von dir selbst in dem du dich befindest, so wie dein Partner sich in seinem Prozess befindet. Und wenn man vorrangig nur auf einer Stelle stehen bleibt (in diesem Fall der Standpunkt angeblich betrogen worden zu sein), nimmst du euch beiden die Chance sich zusammen weiterentwickeln zu können. Denn eigentlich kommst du zu uns (in meiner Wahrnehmung!) eher mit dem Problem eine betrogene Ehefrau zu sein!? In meiner Wahrnehmung hast du vorrangig erstmal diese Baustelle der Verletzung des angeblichen Betruges abzuarbeiten, die es übrigens aus meiner Sicht nicht gibt, aber das ist ein anderes Thema (vermutlich!?).

Den Post von Helga finde ich mega super, vielleicht schaffst du es liebe Elfe durch ihren Post, deinen Partner weniger anzuklagen, sondern eher mit mehr Mitgefühl, Verständnis und Geduld ihm jetzt gegenüber zu stehen. Elfe, er hat dich nicht betrogen, du machst es dazu❣️ Unsere Partner haben einen verdammt langen Leidensweg hinter sich. Du und ich wir können ihnen helfen ihr Leid jetzt zu verringern und nicht noch weiter zu vergrößern. Ich bitte dich innigst, lasse es deinen Partner nicht bereuen sich endlich dir gegenüber öffnen zu können. Zeige ihm bitte, dass du zu ihm hälst egal welche Aufgaben euer Leben für euch bereithält.

Namaste 🙏
Hallo Frieda,
nun ist es mittlerweile ca ein halbes Jahr her dass ich zufällig vom Cd meines Partners überrascht wurde. Es war dann immer so ein auf und ab. Mal besser mal schlechter. Wenn es wieder mal schlechter ist dann zieht sich mein Partner in sein Schneckenhaus zurück. Da er nicht darüber reden möchte komme ich mit der Situation auch nicht wirklich klar. Ich werde immer vor vollendete Tatsachen gestellt. (Wimperntusche, Kleid, FSH jeden Tag ...) Wenn ich sage dass es mir zu viel wird zieht er sich wieder zurück. Meine Bitte erst mal darüber zu reden funktioniert nicht. Momentan weiß ich nicht wie man aus dieser Lage rauskommt. Wenn ich anfange darüber zu reden endet es nicht wirklich positiv und dann ist wieder Funktstille. Ich versuche wirklich meinen Partner zu verstehen aber natürlich möchte ich auch dass er meine Situation versteht und nicht gleich eingeschnappt ist wenn ich was sage das ihm nicht passt.
Außerdem finde ich dass zu einer guten Partnerschaft gegenseitiges Vertrauen gehört. Leider verstehen wir unter "Vertrauen" auch nicht das gleiche.
Bin momentan ratlos.
L.g. Elfe
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 80 im Thema

Beitrag von Frieda »

elfe hat geschrieben: Mi 19. Mai 2021, 08:38 ...

Liebe Elfe❣️

Ich hab dich nun noch paar mal komplett gelesen um dich wieder bissl fühlen zu können. Es arbeitet in mir, was und wie ich dir reagieren kann. Übrigens danke, weil du auf meine Worte reagiert hast, hatte ich doch bissl Zweifel dich evtl verletzt zu haben.

Mein erster Gedanke den ich heute beim lesen deiner neusten Nachricht hatte, war meine Erinnerung an den Moment als mir mein Schatz von Michi erzählt hat. Ich erinnere mich noch sehr genau daran mit welchen Worten er das Thema eröffnete. Er sagte/fragte ob er mir seine verletzlichste Seite zeigen dürfe!? In den nächsten Sekunden bekam ich Bilder von Michi zu sehen. Ich habe nur tief Luft geholt, ihm zugehört, zugeschaut (gelächelt weil ich nichts obszönes sah), und einfach den Moment ohne negativen Gedanken fließen ließ.

Elfe hast du dich jemals mit dem Gedanken beschäftigt, was die Liebsten in deinem Leben tun müssten um von dir bewertet, verurteilt, verachtet oder verstoßen zu werden? Ich schon, auch bevor mein Schatz in mein Leben getreten ist.
Mitgefühl ist für mich immer die Antwort, wenn ich in Situationen mit etwas konfrontiert werde, was nicht "dem Alltag oder der Norm" entspricht.
Ein mächtiger Schlüsselmoment in meinem Leben für mich war, die Schwangerschaft mit meinem Sohn. Mein damaliger Mann mit seiner Familie bestand darauf jede mögliche Untersuchung zu machen ob wir ein völlig gesundes Baby bekommen werden. Um dann halt eine Abtreibung vornehmen zu lassen, falls das Kind behindert sein sollte. Ich möchte das Thema Trans nicht mit dem Thema Behinderung vergleichen.
Ich erzähle dir davon, weil ich dir einen Gedanken, eine Frage von mir aufzeigen möchte. Wonach wird ein Mensch bewertet lebenswert genug zu sein? Kann man eine Behinderung eines ungeborenen Menschen einfach wegwischen, so auf die Art, was nicht gesehen wurde existierte nicht? Steht ein Leben in all seinen schönsten Seiten und Vergnügungen (ich meine jetzt die zukünftigen Eltern), über dem Leben eines behinderten Kindes? Und was ist eigentlich mit einem Kind was gesund geboren wird, und später eine Behinderung bekommt? Schmeißen wir dieses Kind, diesen Menschen dann auch in den Müll damit die Eltern weiterhin ein schickes Leben führen können?
Diese Gedanken die damals vor 10 Jahren in mir entstanden sind, sind für mich mit keinem Reichtum der Welt aufzuwiegen. Diese Zeit hat mir klar gemacht, wie wertvoll jedes einzelne Leben ist, egal von wem.
Diese Erfahrung damals (keine Untersuchungen vorzunehmen und mein Baby anzunehmen wie es ist) lässt es mich schaffen meine Akzeptanz zu den Menschen zu trainieren. Ich möchte nicht abgelehnt werden, kein Mensch möchte abgelehnt werden❣️ Jeder wünscht sich bedingungslos geliebt zu werden❣️
Wahre Akzeptanz ist eine große Herausforderung, weil wir alle geneigt sind unser Umfeld, unsere Mitmenschen dahin umzuformen, damit es uns selbst gut geht. Die wenigsten sind diesbezüglich einsichtig, aber es ist leider so. Unser ganzer Alltag ist mit diesen Versuchungen gespickt. Warum? Weil wir uns selbst immer wichtiger nehmen, als die anderen...und das ist Egoismus. Übrigens für mich das schlimmste und gefährlichste Seelengift für uns Menschen.
Als mir damals von Michi erzählt wurde, wollten zum Abend hin sich meine Gedanken einfach nicht beruhigen, was ich als sehr gefährlich empfinde. Weil in einem Zustand der Unruhe wir niemals klar sehen können. Ich habe mich von allem und jeden zurückgezogen um wieder in meine Ruhe zu kommen. Etwas später kam mir dann eine Frage in den Sinn. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich, Michi mit einer anderen Frau, in haargenau derselben Situation sehen würde, als er/sie mir seine/ihre verletzlichste Seite zeigte. Die Antwort auf diese Frage machte mir innerhalb von einer Sekunde klar, wie sehr ich diesen Menschen liebe. Für mich hatte und hat das Thema Trans keine Priorität A. Aber es hat für mich Priorität A das mein Schatz glücklich sein soll. Und wenn ich das ehrlich will, dann gibt es für mich kein "Wenn" oder "Aber".

Etwas anderes was ich gerne loswerden möchte, ist das Thema "zuhören". In unserer Gesellschaft hat sich "das Zuhören" in meiner Wahrnehmung dahin entwickelt, zuzuhören um antworten zu können. Ich finde wir sollten aber auch nur zuhören um verstehen zu können.
Ich frage mich, wie wichtig dir gerade das Reden über das neue Thema ist? Ich frage mich ob es so wichtig ist, dass du zum Taktgeber in dieser Sache werden willst? Elfe verzeihe es mir bitte, aber bei diesem Thema sind nicht wir die Partnerinnen die Taktgeber, sondern die Betroffenen selbst❣️
Es stimmt das Reden wichtig ist, ich bin da absolut bei dir, aber Druck erzeugt nur Gegendruck. Und du und ich würden auch mit Rückzug reagieren, wenn wir zZt noch nicht bereit sind (egal worum es da grade gehen möge). Jeder muss sich selbst öffnen und für das Neue bereit sein. Und es ist überhaupt nicht untypisch das zwei Menschen ein unterschiedliches Tempo haben.
Und noch etwas möchte ich ansprechen. Ich glaube dir das du aktuell unter dem Schweigen zwischen euch leidest. Aber ganz ehrlich, dass ist deine alleinige Herausforderung und nicht die Herausforderung deines Partners. Warum? Er selbst hat vermutlich Jahrzehnte lang mit sich selbst zurecht kommen müssen. Es ist nicht untypisch für Transbetroffene Jahrzehnte lang alleine mit dem Thema sich auseinander setzen zu müssen.
Und diese Stille, dieses Schweigen was du aktuell erlebst und durchlebst, könnte dazu führen, dass du deinen Partner besser verstehen und nachempfinden kannst, was er all zu lange allein durchleben musste.
Dein Partner muss auch erst neu lernen, jetzt reden zu dürfen.


Ihr schafft diese Herausforderungen nur mit Geduld, Mitgefühl und Liebe❣️
Ich sehe da keinen anderen Weg...sry.

Namaste 🙏


Zusatz: falls der Drang sich austauschen zu wollen doch zu stark in dir ist, nutze doch vorübergehend das Forum bis dein Schatz auf derselben Ebene ist und mit dir reden will❣️
Zuletzt geändert von Frieda am Mi 19. Mai 2021, 13:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 81 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Frieda hat geschrieben: Mi 19. Mai 2021, 11:27 Zusatz: falls der Drang sich austauschen zu wollen doch zu stark in dir ist, nutze doch vorübergehend das Forum bis dein Schatz auf derselben Ebene ist und mit dir reden will
Das finde ich ist ein ganz toller Ansatz...
Namaste
Lisa
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 82 im Thema

Beitrag von Mina_Loca91 »

Hallo ihr Lieben,

ich möchte ein kleines aber wichtiges Update zu meinem Beitrag vom 10.02.geben. Ich habe mich endlich getraut, meiner geliebten Partnerin vom Crossdressing zu erzählen. Es war definitiv eine Überwindung, die ich auch nach meinem Entschluss es zu tun, noch einige Wochen vor mir hergeschoben haben. Doch nach vielen Gesprächen mit Freundinnen und Freunden ist es nun geschehen. Am Freitagabend führten wir ein wegweisendes Gespräch für unsere gemeinsame Zukunft.

Kurz vor Mitternacht nahm ich sie in meinen Arm, küsste sie und sah ihr tief in die Augen und sagte, dass ich ihr noch etwas erzählen möchte, bevor wir weitere gemeinsame Schritte gehen (z.B. Ehe, Kinder). Dann sagte ich, dass dass ich ja ein Mann vieler Bedürfnisse, Interessen und Hobbys sei und dass es noch eine Seite, ein Bedürfnis gibt, von dem sie bisher noch nichts weiß. Dann fragte ich sie, ob sie mit dem Begriff "Crossdressing" etwas anfangen könne. Das verneinte sie, immer noch in meinen Armen liegend.

Dann erklärte ich ihr, was es damit auf sich hat und dass ich ihr nur das zumuten möchte in diesem Kontext, wozu sie bereit ist. Ihre Reaktion darauf hat mich mehr als verblüfft. Sie verstand sowohl, warum ich ihr das so lange verschwiegen hatte und sie war auch nicht schockiert, dass ich eine zusätzliche Garderabe und jede Menge Makeup habe. Wenn ich wollte könnte ich es sogar alles in meinen Schrank und in ihren Schminktisch räumen, sofern da noch Platz sei. Es kam sogar die Gegenfrage, ob ich wirklich gedacht hätte, dass sie mich deswegen verlassen würde. Es würde sich ja nichts zwischen uns ändern. Damit war das Thema für den Abend erstmal erledigt. Ich nahm sie kräftig in den Arm, küsste sie und sagte ihr, dass ich sie liebe. Sowohl Küsse als auch Liebe wurden umgehend erwidert.

In der Nacht darauf konnte ich genauso wie die Nächte zuvor nicht gut schlafen. Allerdings endlich einmal, weil ich positiv aufgewühlt war. Es war der größte Brocken, den ich loswerden konnte und ich weiß, dass es nun bergauf gehen muss. Die Stimmung an diesem Wochenende zwischen uns war zudem ebenfalls so gut wie schon lange nicht mehr, auch vorher war es gut, aber es war lockerer und noch viel liebevoller.

Natürlich hätte das auch gänzlich in die Hose gehen können, doch ich war ihr diese Information schuldig. Und ich bin unendlich dankbar dafür, wie sie reagiert hat und dass sie bislang in keinerlei Hinsicht unsere gemeinsame Zukunft in Frage gestellt hat geschweige denn mir irgendwelche Vorwürfe gemacht hat. Dennoch bin ich natürlich gespannt, wie es weitergeht, jetzt wo sie es weiß.

Liebe Grüße =)
Fen
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 83 im Thema

Beitrag von Fen »

Liebe Lisa,
Toll,es freut mich dass es so gut gelaufen ist. Gratulation!
Gruß
Fen
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 84 im Thema

Beitrag von Bibi Melina »

Uff "tränchen wegwisch" das liest sich so wunderbar Glückwunsch dazu
Mit lieben gruss die Hexemelina
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 85 im Thema

Beitrag von scheue_Sarah »

Sehr gut, Glückwunsch!
Und jetzt lass euch Zeit, nichts überstürzen! Die Euphoriephase.........

Liebe Grüße
Sarah
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aus der Rocky Horror Picture Show

"Es braucht einen echten Mann, um sich mit seiner weiblichen Seite wohlzufühlen..."
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 86 im Thema

Beitrag von Jasmine »

lisa91_do hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 12:18 Hallo ihr Lieben,
...............
Ich freue mich für dich. Es ist meiner Meinung nach wichtig viel miteinander zu sprechen.
(flo)
Liebe Grüße Jasmine
YvonneTV
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 87 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

lisa91_do hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 12:18 ... Ich habe mich endlich getraut, meiner geliebten Partnerin vom Crossdressing zu erzählen.
... Ihre Reaktion darauf hat mich mehr als verblüfft. Sie verstand sowohl, warum ich ihr das so lange verschwiegen hatte und sie war auch nicht schockiert, dass ich eine zusätzliche Garderabe und jede Menge Makeup habe. Wenn ich wollte könnte ich es sogar alles in meinen Schrank und in ihren Schminktisch räumen, sofern da noch Platz sei. Es kam sogar die Gegenfrage, ob ich wirklich gedacht hätte, dass sie mich deswegen verlassen würde. Es würde sich ja nichts zwischen uns ändern.
...
Hallo Lisa (moin)

DAS sind ja richtig tolle Zeilen, die Du da schreibst .... Glückwunsch (ki)

Zugleich mag ich mich Sarah anschließen:
scheue_Sarah hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 13:29 Und jetzt lass euch Zeit, nichts überstürzen! Die Euphoriephase.........
Es braucht Zeit, bis sich alles etwas setzen kann bei Deiner Partnerin, auch wenn es so positiv läuft.
Es ist gut drauf zu achten, dass alles nicht zu schnell geht mit den nächsten Schritten bei diesem Thema (smili)
Ganz liebe Grüsse - Yvi
Geli
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 88 im Thema

Beitrag von Geli »

Hallo Lisa,
wünsche euch beiden noch einen glücklichen gemeinsamen Weg. (yes) Ein Stolperstein ist jetzt schon mal etwas beiseite geschoben. (super)

Wie Sarah schon geschrieben hat, überstürze nichts und nimm deine Partnerin bei deinen nächsten Schritten mit, damit sie sich nicht überrollt fühlt.

Liebe Grüße
Geli
Freue Dich über jeden Tag an dem Du machen kannst was Dir Freude macht.
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 89 im Thema

Beitrag von Lina - Christine »

Hi :)

Ich schreib hier nicht soviel, aber dieses Thema ist wohl ein essentieller Bestandteil unserer Leben.
Und ich fühle mich gerade so, meinen Senf los zu werden. Vielleicht auch als ein Teil der Selbstreflektion für mich.

Ich bin in meinem engsten Freundeskreis geoutet. Das Outing verlief, wie von mir gedacht sehr problemlos.
Mein Freundeskreis ist politisch weit links und deshalb war dies abzusehen. Das wird aber vielleicht in deinem Fall nicht zutreffen.
Aber um auch dir zu helfen möchte ich gern berichten, was bei einem positiven Outing passiert:

Zuerst wirst du, solltest du vorher nicht schon sehr weibliche Züge gezeigt haben, mit Verwunderung angeblickt. Es ist halt einfach ein Schock für deine Umwelt.
Diese benötigt Zeit sich daran zu gewöhnen. Und viele verschiedene Charaktere, haben verschiedene Ansichten. Was ich damit sagen möchte ist, du wirst trotz Akzeptanz für dein Outing auf so unterschiedliche Reaktionen treffen, das du erstmal selber beschäftigt bist diese einzuordnen. Das kann dann auch einmal unbeabsichtigt eher verletzend wirken. Aber mach dir da weniger Sorgen. Ich glaube, wenn man in der Zeit der Selbstfindung ist, hat man eh keinen klaren Kopf alles richtig einzuordnen. Deswegen vielleicht erstmal die Reaktionen wirken lassen. Vielleicht auch drüber reden, falls einem irgendwas nicht passt, oder man traurig über eine Reaktion ist.

In meinem Fall geht es gerade soweit, das meine Freunde mich zu meinem Glück zwingen. Ich bin selbst eine Person, die es sehr schwer hat sich öffentlich zu zeigen. Ich bleibe lieber unerkannt. Jetzt hat mir gestern ein Freund angeboten mit mir zusammen ein Kleid anzuziehen. Einfach nur, damit ich mich endlich mal raus traue. An sich sehr lieb und ich bin da sehr dankbar. Aber meine Panik wirst du jetzt vielleicht mitfühlen.

Mit dem letzten Beispiel möchte ich halt eines auf den Weg geben:
Wenn du diesen Schritt gehst, dann hat trotz Akzeptanz deines Umfeldes, ein jeder eine gewisse Erwartungshaltung.
Das soll dir jetzt keine Angst machen. Es soll eher in die Richtung wirken: Wenn du bereit bist offen in deinem Umfeld deine "Problematik" anzusprechen, dann finde ich, ist man in seinem Findungsprozess ein Stück weiter gekommen. Es wird einfach noch soooo viel auf einen zukommen und mit einem Outing setzt man sich gewissermaßen auch ein wenig selbst unter Druck.

Ich habe jetzt zum Beispiel das Gefühl, das irgendwie Schritte von meinem Freundeskreis erwartet werden. Was ja irgendwie auch verständlich ist.
Also bin ich jetzt willentlich in einer Situation, wo ich mich langsam mal entscheiden muss. Vor oder zurück? Stehenbleiben ist keine Option, da gehst du verloren.

Quintessenz:
Gehe den Schritt des Outings nur, wenn du soweit bist, dass du dir die eventuell auftretende Erwartungshaltung deines Umfeldes ertragen kannst. Oder, wie in meinem Fall: Ich nutze diese um mich selbst dazu zu zwingen einfach weiter zu kommen.
Und da bin ich froh so tolle Freunde zu haben, die sogar für mich ein Kleid anziehen würden, nur damit ich mich besser im öffentlichen Raum fühle.

Nutze das Outing für den Stupser im Leben :)

PS: Falls das Thema jetzt schon viel weiter ist.. Ich habe ehrlich nur die ersten Posts gelesen. Und entschuldige mich da einmal im voraus :)

Liebe Grüße
Zottelienchen
Mina_Loca91
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Re: Outen, ja oder nein?

Post 90 im Thema

Beitrag von Mina_Loca91 »

Ihr Lieben,

vielen Dank für die tollen Rückmeldungen und Tipps =)

Ich werde es weiter langsam angehen und nur das tun. wozu sie bereit ist!
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