Warum eigentlich ...?
Warum eigentlich ...?

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
exuser-23-02-2013

Warum eigentlich ...?

Post 1 im Thema

Beitrag von exuser-23-02-2013 »

Vorab: Die folgenden Ausführungen richten sich vor allem an Transvestiten, Crossdresser und ähnliches "Getier" :mrgreen: !

Warum eigentlich - ja, warum eigentlich? Nein, nicht die berühmt-berüchtigte Frage, warum ich/wir diese besondere Neigung haben, steht hier zur Debatte, auch werde ich versuchen das Selbstmitleid im Zaum zu halten. Dennoch treibt mich immer wieder die Frage um, warum eigentlich gibt es auch in unseren Reihen einen solchen gefühlten Wettbewerb, Ziele usw.

Betrachte ich die Beiträge, so überwiegt bei mir der Eindruck, als ginge es im Wesentlichen darum, wer sich nun wie und wohin in die freie Wildbahn getraut hat. Ist es wirklich das, was alle wollen (müssen)? Oder ist das nicht nur eine Variante sich mit der kleinen Besonderheit zu arrangieren?

Worum geht es eigentlich? Jede(r) hat individuelle Bedürfnisse. Einem reicht es, Unterwäsche zu tragen, der Nächste braucht auch Strumpfwaren dazu, der Dritte auch Oberbekleidung, beim Vierten muss es Perücke und Schminke sein, der Fünfte will sich unbedingt zeigen und so weiter und so fort. Ich denke, den meisten Teilnehmenden an diesem Forum geht es doch in allererster Linie einmal darum, dass die Partnerin "es" akzeptiert. Bringt auch die Verwandschaft oder sogar Nachbarschaft die notwendige Toleranz auf - um so besser. Warum muss es eigentlich immer das Ziel sein, komplett gestylt nach draußen zu gehen?

Ich möchte niemandem, der das Bedürfnis hat, jetzt einreden, dass er die Ausflüge sein lassen soll. Wenn so ein Ausflug dann noch positive Erlebnisse bringt ist das noch besser und ich freue mich durchaus mit dem Betreffenden. Betroffen machen mich die Berichte aber immer dann, wenn ich zwischen den Zeile zu lesen glaube, dass alles andere als Außenausflüge doch höchstens halbe Sachen wären. Wie war das noch mit dem "Wettstreit" zwischen TS und TV, bei dem für TS die TV ja auch bestenfalls Schmalspur betreiben und eigentlich Verräter an der Sache sind?

Ist es für uns wirklich so schwer, ohne konkrete Zielvorgaben unserer Neigung nachzugehen und einfach zu akzeptieren, dass jeder andere Vorlieben und Bedürfnisse hat? Ohne jeden Zweifel geht es in diesem Forum - ein großes Lob an cpg - diesbezüglich recht zivilisiert zu, die Zickenattacken sind selten. Dennoch kommt diese Frage immer wieder bei mir hoch: "Bin ich jetzt schlechter als Andere?". Nur, weil ich vielleicht mit Schminke oder Perücke nichts anfangen kann, weil es mir reicht eine "Stubentranse" (viele Grüße an Jula Me) zu sein oder mein Hauptaugenmerk darauf liegt, mit meiner Partnerin zu einem Modell zu kommen, mit dem wir beide leben können? Dem Menschen wohnt das Wettbewerbsgen inne - müssen wir das hier unbedingt aktivieren?
exuserin-2014-05-17

Re: Warum eigentlich ...?

Post 2 im Thema

Beitrag von exuserin-2014-05-17 »

Liebes Sumpfhuhn,

Ich möchte dazu jemanden frei zitieren: Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

Alles andere ist für mich nicht ernsthaft diskutabel. Sonst kommen wir schnell zu Diskussionen ob TV/TS/Homosexuelle krank sind oder nicht. Wenn sich jemand wohl fühlt zuhause fraulich rumzulaufen, dann soll er es machen. Ich persönlich möchte möglichst als Frau gelegentlich draußen herum laufen, fühle mich aber in meinem männlichen Körper wohl. Andere lassen sich operieren oder schlucken Hormone. Ich finde, dass muss jeder mit sich und eventuell seinem Partner klären.

Liebe Grüße

Lara
Cybill
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Re: Warum eigentlich ...?

Post 3 im Thema

Beitrag von Cybill »

Hallo Sumpfhuhn,

Mit deinen Überlegungen bist Du schon auf dem richtigen Weg. Menschen sind nun mal so, dass sie ständig Neues erreichen wollen.

Lassen wir also den ganzen Fummel und die Schminke bei Seite und abstrahieren wir das Verhalten:

Ebenso, wie der Modelleisenbahner die Kumpels mit seiner Anlage beeindrucken will, ebenso, wie der Autofreak den alten "Rotzkocher" mit Zubehör aufmöbelt - (neudeutsch "pimpt"), ganz genauso verhalten sich einige hier.
Dazu kommt, dass der Wahrheitsgehalt mancher Story eher dem eigenen Erleben, denn einer intersubjektiv überprüfbaren Realität entspricht, so dass hier im virtuellen Raum auch ein virtueller Wettbewerb entsteht. Diese Phänomen kannst du in vielen Plattformen finden, wobei die Virtualität sich nicht nur auf den Raum im WEB bezieht, sondern auch regelmäßig auf die Inhalte.

Dummerweise sind wir eben nicht nur vernunft-, sondern auch sehr phantasiebegabt - das macht es kompliziert!

Auch Deine Beobachtung eines "heiligen Missionseifers" bei denen, die sich einen Schritt weiter getraut haben, findest Du überall:
Wird eine Entscheidung getroffen, diese in eine Handlung umgesetzt und führt dann schließlich zu einem "guten" Gefühl, Erleben - nenn es wie Du willst, dann ist derjenige, dem diese wiederfährt, in den allermeisten Fällen bemüht andere daran teilhaben zu lassen.
Meist ist das Motiv dazu zwar eher moralisch niederer Art: bewundert werden, beneidet werden, sich abzuheben, aber - egal ob mit der Agrapovic-Auspuffanlage "Präsenz" zu zeigen oder als (männliche) Sexy-Lady durchzugehen - die Aussage ist immer dieselbe: "Ich bin besonders, ich traue mich, also bewundert mich".

Darüber hinaus immunisiert dieser Missionseifer auch dagegen, sich Fehlentscheidungen eingestehen zu müssen. Denn immer wieder kann den "Zurückgebliebenen" vorgehalten werden, dass sie gar nicht mitreden können.

Letztendlich verlangt es Dich - wie auch mich - an dieser Stelle nach einer menschlichen Größe, die viele nicht teilen können (oder wollen): Toleranz.

Das muss nicht heissen, dass man auch alles am anderen akzeptiert, sondern lediglich, dass man es unterlässt, andere von seinem Weg überzeugen zu wollen. Ebenso wie es möglich sein muss, Dinge die man nicht akzeptiert zu benennen, ohne deshalb den Kritisierten herabzuwürdigen.
Damit gehört mehr zur Toleranz, als manche es sich eingestehen wollen, nämlich auch das Vermögen sich und seine eigenen Entscheidungen in Frage zu stellen.

Vermutlich ist dies auch der Grund, weshalb gerade bei denen, die für sich selbst Toleranz einfordern, dieselbe am geringsten ausgeprägt ist.

Wie gesagt: meine Erkenntnisse aus 48 Jahren und daher nicht allgemeingültig...
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
martina

Re: Warum eigentlich ...?

Post 4 im Thema

Beitrag von martina »

Cybill hat geschrieben: Auch Deine Beobachtung eines "heiligen Missionseifers" bei denen, die sich einen Schritt weiter getraut haben, findest Du überall:
Wird eine Entscheidung getroffen, diese in eine Handlung umgesetzt und führt dann schließlich zu einem "guten" Gefühl, Erleben - nenn es wie Du willst, dann ist derjenige, dem diese wiederfährt, in den allermeisten Fällen bemüht andere daran teilhaben zu lassen.
andere teilhaben zu lassen ist aber nicht identisch mit missionseifer. selbst wenn so einige ihre outdoorerfahrungen begeistert mitteilen, so lese ich solche beiträge in diesem forum NICHT mit einem schlechten gefühl,
- dass der andere doch so viel weiter ist als ich,
- dass er mich missionieren will,
- dass ich mich schlecht und minderwertig fühlen müsste.
die anderen daran teilhaben zu lassen, ist sicher auch ein ganz normaler zweck dieses forums. ebenso dass jeder andere gedanken, gefühle, emotionen hat und auslebt.
Cybill hat geschrieben:Meist ist das Motiv dazu zwar eher moralisch niederer Art: bewundert werden, beneidet werden, sich abzuheben, aber - egal ob mit der Agrapovic-Auspuffanlage "Präsenz" zu zeigen oder als (männliche) Sexy-Lady durchzugehen - die Aussage ist immer dieselbe: "Ich bin besonders, ich traue mich, also bewundert mich".
man kann sich mit manchen dingen auch noch so sehr hervortun und bewunderung von anderen erwarten. aber ob von den anderen tatsächlich bewunderung kommt, ist eine ganz andere kiste. der andere kann zwar, MUSS aber nicht bewundern.

wenn ein anderer über mehr erfahrungen als ich verfügt, kann mich das auch motivieren und ermutigen, selbst einen schritt weiterzugehen. ich bewundere den anderen deshalb nicht, ich neide ihm nichts, aber ich greife seine berichte um, frage mich, ob ich das auch für mich realisieren könnte und finde unter umständen einen reiz darin, mich auszuprobieren.
Cybill hat geschrieben:Darüber hinaus immunisiert dieser Missionseifer auch dagegen, sich Fehlentscheidungen eingestehen zu müssen. Denn immer wieder kann den "Zurückgebliebenen" vorgehalten werden, dass sie gar nicht mitreden können.
fühlst du dich gleich zurückgeblieben und minderwertig, wenn ein anderer über mehr erfahrungen verfügt? machst du dich selbst so klein, dass der andere für dich gleich missionar ist?
Cybill hat geschrieben:Das muss nicht heissen, dass man auch alles am anderen akzeptiert, sondern lediglich, dass man es unterlässt, andere von seinem Weg überzeugen zu wollen.
ich finde das alles viel zu negativ interpretiert. jemand kann mich noch so sehr von irgendwas überzeugen wollen - wenn ich mich nicht überzeugen lassen will, dann passiert da gar nichts. aber ich kann mich ermutigen, anregen, motivieren lassen. oder ist das auch moralisch bedenklich?

bitte fasse meine anmerkungen nicht als angriff auf. ich teile einfach eine andere sichtweise und andere interpretationsmöglichkeiten mit, die nicht unerheblich von deinen abweichen.

lg martina
Nicoletta
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Re: Warum eigentlich ...?

Post 5 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Sumpfhuhn hat geschrieben: Betrachte ich die Beiträge, so überwiegt bei mir der Eindruck, als ginge es im Wesentlichen darum, wer sich nun wie und wohin in die freie Wildbahn getraut hat. Ist es wirklich das, was alle wollen (müssen)? Oder ist das nicht nur eine Variante sich mit der kleinen Besonderheit zu arrangieren?
Entschuldige bitte, aber ich kann diesen Eindruck nicht teilen. Ich denke, das Besondere an diesem Forum ist, dass man/frau offen seine/ihre Empfindungen äußern kann, ohne dafür (in der Regel jedenfalls) verunglimpft zu werden. Für viele ist es nun einmal ein besonderes Erlebnis, ein befreiendes Erlebnis, sich in die "freie Wildbahn" getraut zu haben. Für die meisten von uns ist unsere Weiblichkeit jeder Ausprägung doch lange ein gut gehütetes Geheimnis gewesen oder ist es noch. Verheimlichen aber schafft Stress, macht unglücklich und krank. Damit offen umzugehen, zu sich selbst zu stehen, kann es erforderlich machen, sich auch vor anderen zu beweisen, und das ist heilsam. Ich sehe hier keine Missionsabsichten, sondern ich begrüße es, wenn Schicksalsgenoss(inn)en es schaffen, aus dem Dunstkreis der selbstzerstörerischen Verheimlichung und Unterdrückung herauszutreten. Nicht jeder öffentliche Auftritt findet mein Verständnis, aber ich bin nicht dazu da, andere zu beurteilen oder gar zu richten. Jeder Mensch ist einmalig, jeder Weg eines Menschen auch, damit auch jeder Weg interessant. Ich lese die Erfahrungsberichte, leite daraus aber keine Handlungsmaximen ab. Und wenn ich es noch so oft lese, würde ich mit meinen mittlerweile 63 Jahren niemals im Minirock und Glanzstrumpfhosen in die Öffentlichkeit gehen und fühle mich darum keinen Deut schlechter als jene, die das wagen. Jeder muss selber wissen, was zu ihm oder ihr passt, und ich fühle mich auch nicht gedrängt, anderes zu tun als das, wobei ich mich wohlfühle. Für mich persönlich habe ich ohnehin inzwischen entdeckt, dass ich das Spiel des Frauseins nicht brauche. Ich werde nie wirklich Frau sein können, nicht einmal, wenn ich mich operieren ließe. Ich werde also immer ein bunter Vogel sein, aber der will ich sein dürfen, und dazu bekenne ich mich. Die Welt ist bunter als nur schwarz-weiß, weiblich-männlich, und daran ist nichts falsch. Lebt das Leben und genießt es in all seiner Buntheit!

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Re: Warum eigentlich ...?

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina »

Nein, alle müssen bestimmt nicht Ausflüge machen - einige wollen nicht und andere machen die mit mehr oder auch weniger Schmetterlinge im Bauch. Früher habe ich alle solcher Berichte verschlungen - vielleicht weil ich mich gefragt habe: Kann man denn wirklich so weit gehen? Inzwischen langweilen die meisten Ausflugs-Berichte mich eher. Wahrscheinlich weil inzwischen längst weiß: Ja, man kann so weit gehen und auch noch weiter.

Ich glaube, dass unter den wahrscheinlich 2-3000 Forum-Eintragungen, die ich verschiedenen Foren hinterlassen habe, gibt es keinen wirklich echten Aufflugsbericht, und selbst wenn, höchstens einen. Der Grund ist wohl ... neh, fangen wir ganz von vorn an: Meine ersten Schritte in Stöckelschuhen auf der Straße war ein typisches Thema für einen Ausflugsbericht. Zu Hause wieder gedresst, zigmal das Makeup im Spiegel kontrolliert, raus aus der Hintertreppe in die Dunkelheit, dass ich bloß niemanden vom Haus treffe, 200 Meter zum Briefkasten und zurück.
Und das erste Mal bei Tageslicht: Halbfertiges Makeup und Sonnenbrille zum tarnen - fehlte nur Lippenstift und ein bisschen Rouge. Umgezogen im Auto, keine 10 m gegangen bevor Zurufe von einem Radfahrer mir sagt, dass mein Passing nicht 100% ist. Zwischen damals und jetzt liegen viele Parties in de Schwulenszene, Treffen mit anderen Menschen in geschützteren Umgebungen, bis ich irgendwann diese Mikrokosmen nicht mehr so interessant fand.

Der große Unterschied zwischen damals und jetzt ist, dass ich damals immer noch dachte: Geht das hier wirklich ... Später: Ist mir egal, ob die sehen, dass ich ein Junge in Fummel bin. Viel Später: Komisch, dass so viele mich doch für eine Frau halten - bin ich ja aber auch irgendwie ... fast. Und in den letzten Jahren: Ich freue mich, dass ich so bin wie ich bin. Es wäre unnatürlich, mich nicht von der Seite zu zeigen.
Das ist nämlich genau der Punkt. Wenn ich mich hübsch weiblich style und anziehe fühlt es sich ganz normal und natürlich an. Das bin ich. Wahrscheinlich deslhab bin ich dann auch so entspannt und habe eine weibliche Körpersprache, sodass es eigentlich höchst selten vorkommt, dass jemand mit etwas länger oder skeptisch anschaut. Das wäre natürlich ein Thema für einen Ausflugsbericht, aber ich weiß eigentlich gar nicht so richtig, was ich da erzählen sollte oder wer sich dafür interessieren würde. Die eine Seite davon wäre zu betonen wie mein Passing ist - aber das weiß ich vielleicht gar nicht so genau. Vielleicht sehe ich einfach so langweilig aus, dass kaum jemand genau hinschaut. Oder jemand würde mich vielleicht als Angeberin bezeichnen ... Und andererseits: Dass ich auf einer Kunstaustellung war, mit einer Freundin Kaffee trinken oder im Supermarkt oder bei IKEA einkaufen - das wäre mir zu normal und alltäglich um selber Spaß daran zu haben, es weiter zu erzählen. Abgesehen von netten Highlights, wo nette Männer mir die Tür aufmachen, sogar flirten oder anbaggern - nur damit niemand glaubt ich würde mich nur langweilen. Und weil es für mich normal ist - ich habe mich einfach daran gewöhnt und bin damit zufrieden, dass ich mental und sozial beidgeschlechtlich bin. Ja, ich freue mich wirklich darüber!

Aber deshalb lese ich auch keine Ausflugsberichte mehr. Die sagen mir heute mehr darüber, wie einige Schwestern sich immer noch nicht wirklich trauen, obwohl man nicht besonders mutig sein muss. Aber früher habe ich die gerne gelesen. Ich habe die auch nie so verstanden, dass ich auch so sein muss.
Wenn jemand erzählt, dass er wirkich gerne Mann ist und nur ab und zu Sex in Damenunterwäsche haben möchte, dann finde ich das OK. Ich sehe das auch nicht als Dogma. Niemand sollte was anderes sein als sich selbst. Also auch nicht so wie ich. Und umgekehrt auch nicht.
Chris

Re: Warum eigentlich ...?

Post 7 im Thema

Beitrag von Chris »

Hi,
eigentlich wollte ich mich zu dem Beitrag von Cybill ähnlich äußern wie vorhergehende Diskussionen dazu.
Da ich nicht alles wiederholen will nur eine mich betreffende Kurzfassung.
Mein Gefühl stand von Kindheit an im Gegensatz zu meinem Geschlecht. Zunächst empfand ich deshalb Scham. Später unterdrückte ich dieses Gefühl weil es im krassen Gegensatz zu meiner steilen Karriere und zu meiner Familie stand.
D.h. von meiner Neigung wußte niemand etwas.
Als der Druck größer wurde, fing ich mit meinen en Femme Ausgängen an.
Das erste mal erlebte ich das unbeschreibliche Gefühl zumindest einigermaßen wie eine Frau auszusehen und nicht absolut im Geheimen.
Das Ausgehen ist für mich ein Teil auszubrechen aus der absoluten Heimlichkeit.
Seit einiger Zeit hilft es mir sehr mich mit Gleichgesinnten über dieses Forum darüber auszutauschen zu können.
Hierbei spielt Toleranz, Arroganz und Angeberei zumindest bei mir überhaupt keine Rolle.
Es ist nur einfach das gute Gefühl, das es noch andere gibt denen es so geht wie mir.
Wahrscheinlich ist das auch für jemanden der das Glück hat "nur" Crossdresser zu sein auch schwer zu verstehen.

Liebe Grüße

Christiane
Anne-Mette
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Re: Warum eigentlich ...?

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
@siemens
Ich frage mich manchmal auch, ob jemand meine Beiträge liest - Beiträge von einem bekennenden "Teil-Verkleider".
Ja, warum nicht. Ich finde, es gibt nicht "Dr. Crossdressing", der alles erfunden hat und vorschreibt, was nun richtig ist und was nicht. Außerdem gibt es weder Gesetzestexte noch EWG-Verordnungen über Maße, Gewichte, Form, Farbe, Grad der Verkleidung eines "richtigen Crossdressers".
Also sind wir alle richtig )))(:
Der Austausch ist doch in vielen Fällen spannend - für den Einen mehr - für den Anderen weniger.
Als "Alltagscrossdresser" kann ich die Aufregung, die mancher hat, wenn er das erste Mal rausgeht, zwar verstehen, aber ich habe sie nicht mehr...
... eher im Gegenteil: wenn ich mal in Männerklamotten los muss, dann wird es für mich aufregend (und unangenehm und fremd).

Gruß
Anne-Mette
exuser-23-02-2013

Re: Warum eigentlich ...?

Post 9 im Thema

Beitrag von exuser-23-02-2013 »

Es ist doch vollkommen in Ordnung, wenn jemand an die Öffentlichkeit möchte, ebenso ist es aber in Ordnung, wenn jemand das Bedürfnis nicht hat oder befriedigt. Es stört doch nur, wenn eine Variante so dargestellt wird, als sei sie das allein-seligmachende Ziel ... Ich finde, cpg hat es treffend auf den Punkt gebracht: Es gibt eben nicht den Norm-Crossdresser.

Und keine Sorge, Beiträge die mich nicht interessieren, lese ich nur bis zu dem Punkt, an dem ich selbiges feststelle; ebenso wie ich Beiträge bestimmter Autoren oder solche, welche die elementaren Regeln der deutschen Sprache nicht einhalten, ziemlich regelmäßig auch nicht lese, da bin ich stressfrei. Ergo störe ich mich auch nicht an den Ausflugsberichten, einige sind sogar richtig gut; allein die Glorifizierung stößt mir aus - und damit zurück zum Anfang dieses Beitrages.
Regina
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Re: Warum eigentlich ...?

Post 10 im Thema

Beitrag von Regina »

Hallo zusammen,
Sumpfhuhn hat geschrieben:Es stört doch nur, wenn eine Variante so dargestellt wird, als sei sie das allein-seligmachende Ziel ...
Wo wurde das denn so dargestellt? Ich frage mich die ganze Zeit ob auch meine Beiträge dazu gezählt werden.

Sicher hat jeder, der sich dann irgendwann etwas getraut hat ein tolles Gefühl und möchte andere daran teilhaben lassen.
Cybill hat es doch hier sehr gut beschrieben:
Cybill hat geschrieben:Wird eine Entscheidung getroffen, diese in eine Handlung umgesetzt und führt dann schließlich zu einem "guten" Gefühl, Erleben - nenn es wie Du willst, dann ist derjenige, dem diese wiederfährt, in den allermeisten Fällen bemüht andere daran teilhaben zu lassen.
Das heißt doch aber nicht, dass man sich durch den Bericht von anderen abheben möchte. Auch möchte man durch den Bericht doch niemanden dazu zwingen es einem gleich zu tun. Wenn sich allerdings jemand äußert, er würde auch so gern, hat aber noch Bedenken und traut sich nicht oder was auch immer, Dann werde ich dieser Person, wie auch immer Mut zusprechen ihren Wunsch irgendwann auch in die Tat umzusetzen. Ich wäre selbst mit Sicherheit noch nicht raus gegangen, hätte ich nicht von anderen darüber gelesen oder wäre durch andere nicht dazu ermutigt worden. Heute bin ich jedoch froh, dass es so kam. Das macht mich doch aber nicht automatisch zu einem besseren Crossdresser.

Wenn jemand seine Erfüllung im Bungee Jumping findet und mir davon vorschwärmt wie toll das doch ist und dass ich es unbedingt auch einmal probieren sollte. Dann bleibt es doch immer noch meine Entscheidung ob ich es denn tue. Übel wird es doch erst wenn massiv Druck ausgeübt wird. Das habe ich aber hier noch nicht so erlebt. Oder bin ich da vielleicht nicht sensibel genug.

Liebe Grüße,
Regina
martina

Re: Warum eigentlich ...?

Post 11 im Thema

Beitrag von martina »

Sumpfhuhn hat geschrieben:Es stört doch nur, wenn eine Variante so dargestellt wird, als sei sie das allein-seligmachende Ziel ...
textbelege wären an dieser stelle ganz hilfreich.
Sumpfhuhn hat geschrieben:... allein die Glorifizierung stößt mir aus
sicherlich eine sache der sichtweise, wie ich es oben schon beschrieb. was andere als begeisterung und euphorie empfinden, wird von anderen als glorifizierung beschrieben. es steht dir frei, solche beiträge erst gar nicht zu lesen, wenn sie dir säuerlich aufstossen.

lg martina
Cybill
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Re: Warum eigentlich ...?

Post 12 im Thema

Beitrag von Cybill »

@ martina:

Es geht hierbei um einen g e f ü h l t e n Wettbewerb zu welchen - nach Beobachtung von Sumpfhuhn - in den Outdoor-Stories aufgerufen wird. Du kannst nicht verlangen, dass eigene Konstrukte, wie eben so ein Gefühl, objektiv überprüfbar gemacht werden. Geht einfach nicht.

Es ist durchaus ehrbar, wenn Sumpfhuhn zur Achtsamkeit aufruft, wenn bei ihm der Eindruck entsteht, dass eine Tendenz zur Ausgrenzung aufkommt.

Schönes Wochenende
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
martina

Re: Warum eigentlich ...?

Post 13 im Thema

Beitrag von martina »

Cybill hat geschrieben:Du kannst nicht verlangen, dass eigene Konstrukte, wie eben so ein Gefühl, objektiv überprüfbar gemacht werden. Geht einfach nicht.
kann es sein, dass du zu sehr verwissenschaftlich denkst? ich verlange nichts objektiv überprüfbares, sondern hätte gern mal textstellen genannt, bei denen ich meine eigene subjektive empfindung wirken lassen könnte.
exuser-23-02-2013

Re: Warum eigentlich ...?

Post 14 im Thema

Beitrag von exuser-23-02-2013 »

Cybill hat es erkannt: Es geht genau darum, dass ich hier einen - für meine Begriffe nicht angebrachten - Wettbewerb empfinde. Ich habe offen gestanden wenig Lust, jetzt die diversen Berichte nach einzelnen Passagen erneut zu durchsuchen, akzeptiere es doch bitte einfach, dass ich so empfinde - und damit ist es nicht ausgeschlossen, dass dieser Eindruck auch bei weiteren Lesern entstehen könnte. Letztlich ist mein Beitrag vor allem ein Plädoyer dafür, dass jeder seine Neigung nach seinem Empfinden ausleben soll und es eben kein "gut" oder "böse" gibt (also kein "war draußen" und "nur drinnen") - aber in manchem Erlebnisbericht empfinde ich doch eine solche, höchstwahrscheinlich ungewollte, Klassifizierung.
martina

Re: Warum eigentlich ...?

Post 15 im Thema

Beitrag von martina »

Sumpfhuhn hat geschrieben:Cybill hat es erkannt: Es geht genau darum, dass ich hier einen - für meine Begriffe nicht angebrachten - Wettbewerb empfinde. Ich habe offen gestanden wenig Lust, jetzt die diversen Berichte nach einzelnen Passagen erneut zu durchsuchen, akzeptiere es doch bitte einfach, dass ich so empfinde - und damit ist es nicht ausgeschlossen, dass dieser Eindruck auch bei weiteren Lesern entstehen könnte.
das ist eigentlich sehr schade, dass du keine textstellen nennen willst, denn es bringt uns alle um die gelegenheit, die eigene sensibilität zu schärfen und bei selbst geschriebenen berichten darauf zu achten, dass man trotz eigener überschwenglichkeit formulierungen vermeidet, die andere als "missionarisch" oder "nicht angebrachten wettbewerb" empfinden könnten. da du die thematik ja ganz abstrakt ansprichst, kann leider niemand für sich selbst damit anfangen.
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