HET, AstraZeneca und Thromboserisiko
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Mirjam
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HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 1 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo ihr Lieben,

die Frage ist mir in den letzten Tagen gekommen, als die Berichte über einige Fälle von Thrombosen im Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu lesen waren. Jetzt ist es ja auch so, dass es durch die HET an sich bereits zu einem erhöhten Thromboserisiko kommt, bei transdermaler Gabe wohl eher in geringem Ausmaß, bei oraler schon stärker. Wie sieht das dann aus, wenn beide Risiken zusammenkommen? Ich bin da schon etwas verunsichert. Allerdings habe ich auch noch Zeit, ich bin ohnehin in der letzten Gruppe, die geimpft wird. Aber es gibt ja auch einige hier, die zu einer Risikogruppe zählen und entsprechend früher an der Reihe sind oder sein können.

Wieder daran erinnert worden bin ich über das, was Manuela heute im "Corona"-Thema geschrieben hat:
Momo58 hat geschrieben: Do 25. Mär 2021, 20:29 Dieser Impfstoff geht wegen der Thrombosegefahr durch die Hormontherapie ebenfalls nicht.
Weiß irgendeine_r von euch da schon mehr? Vielleicht die, die im medizinischen Bereich tätig sind?

LG, Mirjam
Bibi Melina
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 2 im Thema

Beitrag von Bibi Melina »

ich habe am 31.3 impftermin mit vorbesprechung da erfahre ich noch einiges mehr

mit liebem gruss die Hexemelina
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ExuserIn-2021-04-19
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-04-19 »

Ich würde mich auf jeden Fall vorher informieren. Im Impfzentrum geht es oft sehr hektisch zu und die Mitarbeiter dort stehen sehr unter Stress. Ich rate dringend, solche Fragen mit dem Arzt des Vertrauens vorab in Ruhe zu klären.
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 4 im Thema

Beitrag von Patricia »

Ich habe vorhin gelesen, dass die Forscher der Unimedizin in Greifswald die Ursache identifiziert hätten. Es handle sich um eine Reaktion der Blutplättchen auf den vom Körper gebildeten Abwehrstoff gegen das Virus. Es existiert auch bereits eine medikamentöse Therapie im Falle einer Sinusvenenthrombose.
LG Patricia
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 5 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Meine Empfehlung: 10 Minuten gute Infos gucken.

Mai Thi Nguyen-Kim kennen vermutlich viele. Absolut seriös, unaufgeregt, verständlich und vor allem wissenschaftlich fundiert.

Die Randbedingungen sind sehr speziell, sind keine der üblichen Thrombosen und haben mit _Östrogen_ an sich nichts zu tun (sondern mit Blutplättchen und Co). Siehe auch die Links in der Videobeschreibung.

Fazit: Wer nicht diese speziellen Gerinnungsstörungen hat, hat ziemlich sicher auch kein erhöhtes Risiko für eine solche Sinusvenenthrombose.
Mirjam
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 6 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo Jaddy, hallo alle anderen,

das klingt ja alles recht nachvollziehbar und fundiert, was sie sagt. Aber bei etwa 5:57 kommt dann "Möglicherweise ist das Risiko bei Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, erhöht", und genau das verunsichert mich wieder, denn die Pille ist ja im Endeffekt auch ein Östrogenpräparat. Von daher bin ich jetzt irgendwie doch wieder so schlau wie vorher ...
Und ja, das Risiko ist eher gering, das ist mir schon klar. Die Frage ist auch nicht, mich garnicht impfen zu lassen, sondern ob eine HET nicht ein Grund dafür sein könnte, einen anderen Impfstoff zu bekommen. Aber wie gesagt, ich habe noch ein paar Monate Zeit, bis ich an der Reihe bin.

LG, Mirjam
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 7 im Thema

Beitrag von Patricia »

Huhu Miri,
es gibt bei der Antibabypille aber einen entscheidenden Unterschied bei der Antibaby-Pille, dort wird oft kein natürliches Östradiol verwendet sondern Ethinylestradiol, welches wir nicht bekommen weil es, in der Menge in der wir es nehmen müssten, das Thromboserisiko extrem hoch setzt. Das könnte auch daran liegen. Des Weiteren enthalten die Pillen ja auch ein Gestagen welches wir ja normalerweise nicht bekommen.

GLG Patricia
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Mirjam hat geschrieben: Fr 26. Mär 2021, 18:17das klingt ja alles recht nachvollziehbar und fundiert, was sie sagt. Aber bei etwa 5:57 kommt dann "Möglicherweise ist das Risiko bei Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, erhöht", und genau das verunsichert mich wieder, denn die Pille ist ja im Endeffekt auch ein Östrogenpräparat.
Die Verunsicherung kann ich verstehen. Der Hormonkram ist auch nicht so easy. Aber! "Die meisten Antibabypillen enthalten das künstliche Östrogen Ethinylestradiol, das mit verschiedenen synthetischen Gestagenen kombiniert wird." (Wiki)

Etinylestradiol ist, kurz gesagt, nie eine gute Idee. Lebertoxisch, Thrombosegefahr. Letzteres laut Studien durch die Kombination mit Gestagenen. Trotzdem werden diese Pillen millionenfach über Jahrzehnte geschluckt.
Eine bekannte Nebenwirkung der Anwendung kombinierter oraler Kontrazeptiva ist das Auftreten venöser thromboembolischer Ereignisse (VTE), auf die in den Produktinformationen hingewiesen wird. Das Risiko ist erhöht bei Antibabypillen mit bestimmten Progestagenen der 3. und 4. Generation gegenüber solchen, die Norethisteron oder Levonorgestrel enthalten. [...] Im Januar 2014 veröffentlichte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) das Ergebnis eines Risikobewertungsverfahrens für kombinierte orale Kontrazeptiva, die Desogestrel, Gestoden, Norgestimat, Etonogestrel, Drospirenon, Dienogest, Chlormadinon, Nomegestrol oder Norelgestromin enthalten.[66] Demzufolge betrage das geschätzte Risiko für ein Auftreten venöser thromboembolischer Ereignisse pro 10.000 Frauen pro Jahr:

Circa 5 bis 7 Fälle bei Frauen, die eine Kombination nehmen, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthält,
Circa 6 bis 12 Fälle bei Frauen, die eine Kombination nehmen, die Etonogestrel oder Norelgestromin enthält,
Circa 9 bis 12 Fälle bei Frauen, die eine Kombination nehmen, die Gestoden, Desogestrel oder Drospirenon enthält.

Die verfügbaren Daten zu Kombinationspräparaten, die Chlormadinon, Dienogest oder Nomegestrol enthalten seien nicht hinreichend, um das Risiko einschätzen zu können. Zum Vergleich: Bei Frauen, die keine oralen Kontrazeptiva anwenden (Nichtanwenderinnen) und nicht schwanger sind, treten jährlich etwa 2 Fälle von VTE pro 10.000 Frauen auf.

Im Dezember 2018 wurde nach einer neuen Studienauswertung auch das Risiko für Dienogest-Ethinylestradiol-Kombinationen beziffert, welches auf 8 bis 11 Fälle pro 10.000 Frauen pro Jahr geschätzt wird und somit gegenüber Antibabypillen der ersten Generation ebenfalls leicht erhöht sei.[67]
(Wiki)

Wir nehmen aber weder Etinylestradiol, noch jene Gestagene, sondern reines 17b-Estradiol, das auch in XX-Körpern in natürlichen Konzentrationen auftritt, die weit über unseren Pegeln liegen - zum Beispiel kurz vor dem Eisprung. Wenn überhaupt, ist unser System eher mit nicht-pillen-konsumierenden Menschen vergleichbar.

Und die Thrombosen durch "die Pille" sind tiefe Venenthrombosen, in der Regel in den Beinen, die _nicht_ durch diesen Blutplättchenmechanismus wie bei den AZ-Fällen entstehen, sondern durch "normale" Verklumpung. Ganz anderer Mechanismus.

Diese "normalen" Thrombosen, die durch "die Pille" begünstigt werden, sind bei den mit AZ geimpften _nicht_ beobachtet worden, bzw. sogar in _geringerer_ Zahl, als im ungeimpften statistischen Mittel zu erwarten gewesen wäre (die 2/10000 oben). Das ist natürlich auf statistische Schwankungen zurückzuführen, denn 2/10000 ist schon ziemlich wenig.

Das heisst, ausgehend _davon_ begünstigt AZ keine der "Pillen-Thrombosen", obwohl natürlich sehr viele Pillen-Konsumentys geimpft wurden. Sprich: Da muss ausser "Pille" noch was anderes als zusätzliche, seltene Ursache mit im Spiel sein.

Und zuletzt möchte ich mal die Zahlen in Beziehung setzen, auch wenn die Art der Thrombosen nicht vergleichbar ist. Das Thromboserisiko, dass eine Person mit "der Pille" in Kauf nimmt, ist ca 8/10000, also 4mal höher, als normal.

Die aufgetretenen Sinusvenenthrombosen waren 7 von 1,6 Mio Impfungen, also 0,044/10000, also 227mal geringer, als das Pillenrisiko.

Heisst für mich: Was normale Thrombosen angeht, bedeutet der AZ-Stoff kein erhöhtes Risiko, auch nicht wenn du viel Östrogen nimmst. Und für die speziellen Sinusvenenthrombosen ist nicht Östrogen entscheidend und selbst dann ist das "erhöhte" Risiko um Größenordnungen geringer. Das Zeugs ist also sehr sicher.
Mirjam
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Re: HET, AstraZeneca und Thromboserisiko

Post 9 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Jaddy hat geschrieben: Fr 26. Mär 2021, 20:35 Heisst für mich: Was normale Thrombosen angeht, bedeutet der AZ-Stoff kein erhöhtes Risiko, auch nicht wenn du viel Östrogen nimmst. Und für die speziellen Sinusvenenthrombosen ist nicht Östrogen entscheidend und selbst dann ist das "erhöhte" Risiko um Größenordnungen geringer. Das Zeugs ist also sehr sicher.
Warum bist du dir da so sicher Jaddy? Fast alle der Fälle, die bis jetzt auftraten, betrafen eher jüngere Frauen. Warum sollte das nicht mit dem Östrogenspiegel zusammenhängen? Es wäre ja zumindest eine mögliche Erklärung. Aber die Frage scheint sich ja zumindest vorerst einmal erledigt zu haben, nachdem AstraZeneca nur noch an Ü60 verimpft wird. Und wie ich weiter oben auch schon geschrieben hatte, ich habe noch ein paar Monate Zeit, bis ich an der Reihe bin. Und selbst dann bin ich immer noch weit U60 ;)

LG, Mirjam
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Re: HET, AstraZeneca/Johnson&Johnson und Thromboserisiko

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Beitrag von Patricia »

Ich habe gerade gelesen , dass es bei dem Impfstoff von Johnson und Johnson ebenso ein Risiko einer Sinusvenenthrombose gibt. Es sind wohl in den USA mehrere Fälle aufgetreten. Beide Impfstoffe haben eine Gemeinsamkeit, denn beide benutzen einen sog. Retrovirus (Adenovirus) um die Erbinformation in unseren Organismus zu bringen. Jetzt steht der Verdacht im Raum, dass die Sinusvenenthrombose eventuell durch die eigentlich deaktivierten Adenoviren verursacht wird, welche bisher für harmlos gehalten wurden.

LG
Patricia
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